Coronavirus-Pandemie Ticker vom Dienstag: Ungeimpfte immer mehr außen vor

Auch in Sachsen und Thüringen werden "2G"-Regeln eingeführt. In Hamburg soll es damit sogar wieder volle Stadien geben. In der Politik herrscht Entsetzen nach der Gewaltat eines Maskenverweigerers. Alle aktuellen Meldungen zur Pandemie in unserem Coronavirus-Ticker.

Gäste eines Restaurants warten zwischen Plexiglas-Trennscheiben auf ihre Bestellung.
Restaurants in Sachsen und Thüringen können sich künftig dafür entscheiden, nur noch geimpfte oder von Covid genesene Menschen zu bedienen. Bildrechte: dpa

  • Ungeimpfte dürften bei Veranstaltungen, im Restaurant oder der Kneipe künftig immer öfter außen vor bleiben. Auch Sachsen und Thüringen kündigten am Dienstag sogenannte "2G"-Regeln an. In Hamburg sollen demnächst Stadien wieder voll ausgelastet werden, wenn nur Geimpfte oder Genesene eingelassen werden.
  • Die Politik hat mit Entsetzen auf den mutmaßlichen Mord an einem Tankstellen-Mitarbeiter reagiert, der die Maskenpflicht durchsetzen wollte.
  • Kanzleramtsminister Braun weist Vorwürfe zurück, "Horror-Prognosen" zum Pandemie-Verlauf abgegeben zu haben.

Unser Ticker am Dienstag, 21. September 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:32 Uhr | Johnson & Johnson bei Zweifachimpfung wirksamer

Der Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson ist neuen Untersuchungen zufolge wirksamer gegen eine Corona-Infektion, wenn er doch zweimal verabreicht wird. Eine zweite Impfung, die rund zwei Monate nach der ersten verabreicht wurde, bot in einer weltweiten klinischen Studie einen 75-prozentigen Schutz, wie das Unternehmen am Dienstag erklärte. Der Antikörperwert stieg demnach auf das Vier- bis Sechsfache.

Zuletzt war die Schutzwirkung des Einmal-Impfstoffs von Johnson & Johnson in Frage gestellt worden, nachdem vermehrt Imfdurchbrüche gemeldet worden waren. Für eine Entscheidung über eine mögliche Auffrischungsimpfung stellte das Unternehmen die Studiendaten nun der US-Arzneimittelbehörde FDA zur Verfügung. 

Eine weltweite Studie mit dem Johnson & Johnson-Vakzin auf Grundlage einer Einmal-Impfung hatte Anfang des Jahres eine Wirksamkeit von gut 85 Prozent gegen schwere Verläufe von Covid-19 gezeigt. Die Wirksamkeit bei moderaten Verläufen lag bei gut 66 Prozent. Der Impfstoff muss im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten nicht so stark gekühlt werden, was Transport und Verteilung erleichtert

21:39 Uhr | Erdogan verurteilt Impf-Nationalismus

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die mangelnde Bereitschaft einiger Länder bei der Verteilung von Impfstoffen verurteilt. Angesichts von Millionen Toten und Dutzenden Millionen Infizierten sei es "eine Schande für die Menschheit, dass der Impf-Nationalismus immer noch mit verschiedenen Methoden weitergeführt wird", sagte Erdogan am Dienstag bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung.

US-Präsident Joe Biden hat für diesen Mittwoch einen Online-Gipfel zur Corona-Pandemie einberufen. Ziel ist es, Staats- und Regierungschefs mit Nichtregierungsorganisationen zusammenzubringen, um sich auf eine "gemeinsame Vision zur Bekämpfung" von Corona zu einigen, hieß es vorab aus dem Weißen Haus.

21:01 Uhr | EU schließt Vertrag über weiteres Medikament

Die EU-Kommission hat einen Rahmenvertrag über die gemeinsame Anschaffung eines Covid-19-Medikaments des Pharmaunternehmens Eli Lilly abgeschlossen. 18 EU-Staaten beteiligten sich am Kauf von 220.000 Behandlungen eines Medikaments mit sogenannten monoklonalen Antikörpern, teilte die Brüsseler Behörde am Dienstag mit.

Es handele sich um eine Kombination von zwei Antikörper-Arten zur Behandlung von Covid-Patienten, die keinen Sauerstoff brauchen, bei denen jedoch die Gefahr einer schweren Erkrankung bestehe. Monoklonale Antikörper werden im Labor hergestellt und sollen das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft derzeit eine Zulassung des Antikörper-Cocktails. Die Frage, ob Deutschland unter den teilnehmenden Ländern ist, blieb zunächst offen. Die EU-Kommission schloss bereits Verträge für andere Medikamente ab.

Corona Therapie in Moskau 3 min
Bildrechte: IMAGO / ITAR-TASS

20:47 Uhr | Schauspieler Wilfried Dziallas stirbt an Covid-19

Wilfried Dziallas
Wilfried Dziallas im Jahr 2003 als Polizist in der Serie "Großstadtrevier". Bildrechte: dpa

Der Schauspieler Wilfried Dziallas ist tot. Am 18. September starb Dziallas im Alter von 77 Jahren, wie das Hamburger Ohnsorg-Theater mitteilte. Dort hatte er seine Theater-Karriere begonnen, die ihn später auch zu Film und Fernsehen führte. Wie Dziallas Agentin sagte, starb der Schauspieler nach kurzer schwerer Krankheit nach einer Coronainfektion. Allerdings sei er zweifach geimpft gewesen. Darüber hatte zunächst die "Bild" berichtet.

Der gebürtige Hamburger war durch Rollen in zahlreichen TV-Serien einem Millionenpublikum bekannt. Unter anderem war er in den ARD-Serien "Großtstadtrevier" und "In aller Freundschaft" zu sehen.

18:23 Uhr | Argentinien lockert

Die argentinische Regierung hat Lockerungen der Coronavirus-Maßnahmen angekündigt. Das Tragen einer Maske sei im Freien nicht länger verpflichtend, sagte Gesundheitsministerin Carla Vizzotti am Dienstag. Aktivitäten seien bei Einhaltung der Abstandsregeln, regelmäßigem Lüften und mit Maske wieder zu 100 Prozent möglich. Diskotheken dürfen für Geimpfte mit einer Auslastung von 50 Prozent wieder öffnen. Ab 1. Oktober werden auch Großveranstaltungen wieder erlaubt. Zudem öffnet Argentinien schrittweise wieder seine Grenzen für Ausländer.

Vergangenes Jahr hatte das Land sehr strenge Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Pandemie verhängt. Die Ausgangsbeschränkungen galten zudem so lange wie in kaum einem anderen Staat. Zuletzt sanken die Infektionszahlen deutlich. Fast 45 Prozent der Argentinier sind vollständig geimpft.

18:00 Uhr | Impfquoten bleiben niedrig

Die Impfkampagne in Mitteldeutschland hinkt weiter dem Bundesdurchschnitt hinterher. Am Dienstag überschritt der Anteil der vollständig Geimpften etwa in Sachsen-Anhalt zwar die 60-Prozent-Marke – andernorts haben den vollen Impfschutz aber schon deutlich mehr Menschen. So waren im Nachbarland Niedersachsen laut Robert Koch-Institut (RKI) schon 65,3 Prozent der Menschen vollständig geimpft, in Schleswig-Holstein waren es sogar 67,9 Prozent. Niedriger als in Sachsen-Anhalt ist die Impfquote noch in Sachsen mit rund 54 Prozent, in Brandenburg (57,2 Prozent) und in Thüringen (57,8 Prozent).

17:28 Uhr | Kekulé gegen "Freedom Day"

Der Virologe Alexander Kekulé ist dagegen, alle Corona-Schutzmaßnahmen zum jetzigen Zeitpunkt abzuschaffen. Kekulé warnte bei MDR AKTUELL davor, den sogenannten "Freedom Day" in Großbritannien einfach auf Deutschland zu übertragen. Man wisse noch nicht genau, ob das auf der Insel wirklich geklappt habe. Dort sei der Ausstieg gezielt in den Sommer und die Ferien gelegt worden. Es sei jetzt die Frage, ob die Fallzahlen im Herbst hochgingen. Es sei zu riskant, das gleiche Experiment in Deutschland im Winter und und wenn die Schule laufe, zu wiederholen. Kekulé plädierte für einen Ausstieg frühestens Ende Mai.

17:03 Uhr | Schulen in Sachsen sollen offen bleiben

In Sachsen sollen die Kitas und Schulen auch im Herbst im Regelbetrieb bleiben – selbst wenn die Infektionszahlen steigen. "Der Präsenzunterricht bleibt oberste Maxime", betonte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Dienstag. Regelmäßige Corona-Tests und Maskenpflicht in bestimmten Bereichen bleiben bestehen, für Mädchen und Jungen gilt die Schulbesuchspflicht. Das sieht die vom Kabinett parallel zur Corona-Schutzverordnung am Dienstag verabschiedete Schul- und Kita-Coronaverordnung vor. Die Regeln gelten bis zum 20. Oktober.

An den Schulen sind zweimal pro Woche Corona-Tests vorgesehen. Die Selbsttests sollen weiterhin kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 gilt wie bisher an den weiterführenden Schulen Maskenpflicht im Unterricht. Geimpfte und Genesene sind prinzipiell von der Testpflicht befreit. Eingeschränkter Regelbetrieb für Schulen und Kitas ist erst bei der sogenannten Überlastungsstufe vorgesehen. Also dann, wenn in Sachsen mindestens 1.300 Krankenhausbetten auf den Normalstationen oder 420 Betten der Intensivstationen mit Covid-Patienten belegt sind.

16:53 Uhr | Weniger Zuschauer bei RB

Zum Fußball-Bundesliga-Spiel RB Leipzig gegen Hertha BSC dürfen am Samstag lediglich 23.500 Fans ins Stadion. Das hat der Verein auf seiner Homepage mitgeteilt. Grund sei die zuletzt gestiegene Inzidenz in der Stadt. Beim letzten Heimspiel vor anderthalb Wochen gegen Bayern Müchen durften noch alle Dauerkarten-Inhaber wieder ins Stadion. Die "3G"-Regel gilt weiter. Das bedeutet, dass neben Geimpften und Genesenen auch Personen mit tagesaktuellem Corona-Test Eintritt erhalten.

16:28 Uhr | Paul-Ehrlich-Preis für Biontech-Forscher

Die Gründer der deutschen Pharmafirma Biontech, Özlem Türeci und Ugur Sahin, erhalten den renommierten Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis. Wie der Stiftungsrat der Paul-Ehrlich-Stiftung am Dienstag in Frankfurt am Main bekanntgab, werden sie gemeinsam mit der Biochemikerin Katalin Karikó im kommenden Jahr für ihre Erforschung und Entwicklung von Messenger-RNA zu präventiven und therapeutischen Zwecken ausgezeichnet. Die mRNA-Technologie ist auch Grundlage des Corona-Impfstoffs von Biontech.

15:48 Uhr | Entsetzen über mutmaßlichen Mord wegen Maskenpflicht

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hat sich entsetzt über zustimmende Reaktionen nach der Bluttat in Idar-Oberstein gezeigt. "Es ist empörend und widerlich, wenn die furchtbare Bluttat von Idar-Oberstein nun im Netz für noch mehr Hass und noch mehr Menschenverachtung missbraucht wird", erklärte die SPD-Politikern am Dienstag.

Christine Lambrecht
Bildrechte: dpa

Der Radikalisierung von gewaltbereiten Corona-Leugnern muss sich unser Rechtsstaat mit allen Mitteln entgegenstellen.

Christine Lambrecht, SPD Bundesjustizministerin

Auch andere Spitzenpolitiker reagierten erschüttert. Grünen-Chefin Annalena Baerbock sagte: "Die Radikalisierung des Querdenkermilieus bereitet mir große Sorgen." Alle seien gefordert, sich gegen den zunehmenden Hass zu stellen.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak sprach von einem "unfassbaren Maß an Radikalisierung".

15:41 Uhr | Wien verschärft Zugangsbeschränkungen

In Wien werden ab Oktober die Eindämmungsmaßnahmen verschärft. Die Behörden begründen das mit einer zunehmenden Auslastung der Intensivstationen. Für die Nachtgastronomie sowie Veranstaltungen von über 500 Personen soll dann die "2G-Regel" gelten. Das bedeutet, dass nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt bekommen. Für Mitarbeiter soll zusätzlich ein Nachweis mittels PCR-Test möglich sein.

Für den Handel wird darüber hinaus wieder eine FFP2-Masken-Pflicht verordnet. Die Maßnahmen sollen vorerst für ein Monat gelten. Die Stadtregierung greift damit den Maßnahmen der Bundesregierung voraus, die erst ab einer 15-prozentigen Auslastung der Intensivbetten die "2G"-Regel beschlossen hat.

15:24 Uhr | Zwei Corona-Optionsmodelle ab Oktober in Thüringen vorgesehen

Thüringer Gastronomen und Veranstalter sollen ab Oktober zwischen zwei Formen der Zugangsbeschränkung entscheiden dürfen. Für Restaurants und Veranstaltungen im Innenbereich stünden die Optionen 2G und 3G Plus zur Wahl, sagte Sozialministerin Heike Werner (Linke) am Dienstag nach einer Sitzung des rot-rot-grünen Kabinetts in Erfurt. Die Pläne würden nun dem Landtag zur Beratung vorgelegt.

Bei beiden Optionen haben Genesene und Geimpfte Zutritt. Wer auch Getesteten den Zugang zum Innenbereich gestatte (3G Plus), dürfe künftig die Räumlichkeiten nur zu 75 Prozent auslasten. Das Plus bei 3G erkläre sich, weil ursprünglich dafür eine Obergrenze von 50 Prozent vorgesehen gewesen sei, erklärte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Dass es zwei Regelungen gebe, entspringe unterschiedlichen Sichtweisen innerhalb der Branche.

Kinder bis zu sechs Jahren bräuchten keinen Test, hieß es. Für Heranwachsende und Jugendliche unter 18 Jahre reiche ein einfacher Antikörpertest. Alle Erwachsenen – so sie nicht zu den Genesenen oder vollständig Geimpften zählten – müssten dagegen einen aktuellen PCR- oder vergleichbaren Test vorlegen, erläuterte Werner. Ihr sei es immer darum gegangen, auch in Corona-Zeiten allen Menschen die größtmögliche Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben zu ermöglichen, unterstrich die Linken-Politikerin.

13:23 Uhr | Hamburg: Volle Stadien mit 2G-Modell

In Hamburg können die Fußballstadien unter 2G-Bedingungen ab dem Wochenende wieder bis zum letzten Platz gefüllt werden. Auch in Hamburger Clubs dürften geimpfte und genesene Gästen wieder ohne Maske und Abstand tanzen, sagte die Vize-Sprecherin des Hamburger Senats, Julia Offen, heute. Die Hansestadt war die erste in Deutschland, die das 2G-Optionsmodell eingeführt hatte.

13:18 Uhr | Kabinett in Dresden beschließt 2G-Option

Auch Sachsen ermöglicht das 2G-System, also die Option, nur noch geimpften und genesenen Menschen einen Zutritt zu Gastrononmie oder Veranstaltungen zu gewähren. Nach der im Landeskabinett heute beschlossenen neuen Schutzverordnung soll es die Option für die Innengastronomie, für Veranstaltungen in Innenräumen und solche bis zu 5.000 Personen, für Hallenbäder und Saunen sowie für Diskotheken und Clubs geben. Maskenpflicht und Abstandsgebot können dann entfallen, allerdings muss Einlasskontrolle stattfinden. Kinder unter 16 Jahren sollen generell ausgenommen bleiben.

11:32 Uhr | Erste große Publikumsmesse in Leipzig

Mit der Modell-Hobby-Spiel steht in Leipzig die erste große Publikumsmesse seit Beginn der Coronavirus-Pandemie an. Vom 1. bis zum 3. Oktober werden rund 320 Aussteller und viele Besucher erwartet. "Wir können viel Sicherheit auf dem Gelände bieten", sagte Projektleiterin Heike Fischer. Demnach gilt die 3G-Regel, Besucher müssten also geimpft, genesen oder negativ getestet sein, was auch kontrolliert werde. Zudem bestehe Maskenpflicht und Tickets würden vorab nur online verkauft.

11:05 Uhr | IAB-Studie zu Infektionsrisiken

Die Gefahr einer Coronavirus-Infektion ist nicht nur in den Gesundheitsberufen höher. Wie aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht, ist das Risiko in Gesundheitsberufen um 35 Prozent höher als der Durchschnitt. Aber auch in Reinigungsberufen sei die Infektionsgefahr um 18 Prozent erhöht, in Sicherheitsberufen um knapp acht Prozent – wegen des Kontakts mit Oberflächen und Gegenständen sowie dem Umgang mit infizierten Menschen.

#MDRklärt Das sind die Berufsgruppen mit den häufigsten und die mit den seltensten Krankschreibungen wegen Corona

Die Pflegekräfte in Sachsen-Anhalt sind in der Corona-Pandemie am häufigsten belastet. Im vergangenen Jahr sind sie die Berufsgruppe mit den meisten Krankschreibungen wegen Covid-19 gewesen.

Das sind die Berufsgruppen mit den häufigsten und die mit den seltensten Krankschreibungen wegen Corona
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Das sind die Berufsgruppen mit den häufigsten und die mit den seltensten Krankschreibungen wegen Corona
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Neun der zehn Berufsgruppen mit den häufigsten Krankschreibungen wegen Corona sind Sozial- und Gesundheitsberufe. Ärzte fehlten seltener, aber auch überdurchschnittlich oft.
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Unter den zehn Berufsgruppen mit den seltensten Krankschreibungen wegen Corona finden sich kontaktarme Berufe sowie Berufe der Gastrobranche, die während der Lockdowns stillstand.
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MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 09. März 2021 | 10:00 Uhr

Quelle: Niko Nowak
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Auch für Lehrkräfte und Erzieherinnen gebe es eine um rund fünf Prozent erhöhte Ansteckungsgefahr. Die fünf Berufsgruppen mit dem insgesamt höchsten Risiko seien die Human- und Zahnmedizin mit 69 Prozent, gefolgt von Arzt- und Praxishilfen mit 66 Prozent, Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe mit 63 Prozent. An fünfter Stelle der Berufsgruppen mit einem höheren Risiko liegt das Bestattungswesen mit 45 Prozent.

Die Studie schlüsselt indes noch genauer auf: In der Kategorie "Betreuender Umgang mit Menschen" sei das Risiko für Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen mit 49 Prozent genauso hoch wie in Human- und Zahnmedizin. Der Indikator "Enger Körperkontakt mit Menschen" bringe das Risiko in der Altenpflege auf 25 Prozent.

10:25 Uhr | Rüddel: Ende der Beschränkungen ab März

Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Erwin Rüddel, erwartet ein Ende der Pandemie-Beschränkungen ab dem Frühjahr. "Ich rechne mit vollständiger Normalität ab März 2022", sagte Rüddel dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Bis dahin müssen die Ungeimpften abwägen, was ihnen wichtig ist."

Einen "Freedom Day" nach britischem Vorbild, wie ihn der Kassenärzte-Chef Andreas Gassen verlangt hatte, schloss der CDU-Politiker aus. Das sei "nicht hilfreich in der aktuellen Situation, kurz vor einer möglichen vierten Welle". Sobald aber Kinder ab fünf Jahren ein Impfangebot hätten, müsse man zurück zur Normalität, sagte Rüddel. Bis dahin sei "das 2G-Optionsmodell der richtige Weg", um "mit der Hospitalisierungsrate als Leitindikator ohne weitere Einschränkungen durch Herbst und Winter zu kommen".

10:00 Uhr | Braun weist Vorwurf der Übertreibung zurück

Kanzleramtsminister Helge Braun hat Vorwürfe von "Horror-Prognosen" in der Coronavirus-Pandemie zurückgewiesen. Seine Warnung im Juli, dass die Inzidenz bis zur Bundestagswahl auf 850 steigen könnte, sei vielmehr der Grund für Änderungen der Politik gewesen, schreibt der CDU-Politiker in der "Bild"-Zeitung. Bund und Länder hätten danach die 3G-Regeln und 2G-Optionen beschlossen. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte vor hohen Sieben-Tage-Inzidenzen im September und Oktober gewarnt.

09:29 Uhr | Versicherer für unterschiedliche Tarife

Der Vorstandschef der genossenschaftlichen R+V-Versicherung, Norbert Rollinger, schlägt unterschiedliche Tarife für geimpfte und ungeimpfte Verischerte vor: "Das sind schließlich Kosten der Gemeinschaft: Wenn jemand wegen Corona auf der Intensivstation landet, ist das deutlich teurer als eine Impfung", sagte Rollinger in einem Interview mit t-online. Schon jetzt dürften Krankenkassen auch zwischen Rauchern und Nichtrauchern unterscheiden.

09:00 Uhr | Höhere Strafen in Neuseeland

Neuseeland geht mit deutlich höheren Geld- und Haftstrafen gegen Personen vor, die gegen Pandemie-Regeln verstoßen. "Unser Erfolg basiert auf der Tatsache, dass die Menschen im Großen und Ganzen konform waren", sagte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern. Wer in Neuseeland vorsätzlich eine Covid-19-Verordnung nicht befolgt, etwa ohne Erlaubnis reist, begeht dort eine Straftat und muss mit einer Geldstrafe von bis zu 12.000 Neuseeland-Dollar (etwa 7.200 Euro) oder sechs Monaten Haft rechnen. Die Höhe der Geldstrafe ist das Dreifache von dem, was bislang fällig war.

08:22 Uhr | Baustellen-Stopp in Melbourne

Australische Behörden schließen alle Baustellen in der Fünf-Millionenstadt Melbourne für zwei Wochen. Hunderte Menschen hatten am Wochenende trotz strengen Lockdowns gegen eine Impfpflicht für Bauarbeiter protestiert. Die nicht genehmigte Demonstration war dann in Gewalt umgeschlagen. Die größten australischen Städte Sydney, Melbourne und die Hauptstadt Canberra sind bereits seit Wochen im Lockdown.

08:00 Uhr | Ex-Ethikrats-Chef gegen "Freedom Day"

Der ehemalige Chef des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock, hält aktuelle Forderungen nach einem Ende aller Corona-Maßnahmen für unsolidarisch gegenüber dem Pflegepersonal. Er sagte im Gespräch mit MDR AKTUELL, für einen "Freedom Day" sei es noch zu früh. Er könne sich das nur bei einer Impfquote von etwa 85 Prozent vorstellen, wovon man aber noch weit entfernt sei. Eine andere Möglichkeit sei es zu warten, bis es Impfungen für Kinder unter zwölf Jahren gebe. Dann könne man über einen "Freedom Day" sprechen, den der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, für Ende Oktober gefordert hatte.

Auch die Vorsitzende der Ärztevereinigung Marburger Bund, Susanne Johna, hat die Forderung zurückgewiesen. Sie sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, sie finde es nicht kollegial, die zunehmende Belastung von Kliniken durch mehr Covid-19-Patienten "einfach zu ignorieren, weil man das Maskentragen leid ist."

07:15 Uhr | Sachsen-Anhalt: Schulkinder in Quarantäne

Vor gut zweieinhalb Wochen hat in Sachsen-Anhalt die Schule wieder begonnen. Aktuell sind mehr als 1.000 Kinder in Quarantäne, also doppelt so viele wie vor einer Woche. Etwa 260 sind mit dem Coronavirus infiziert, nach 104 vor einer Woche.

07:00 Uhr | 2G-Modell Thema in Sachsen und Thüringen

Die sächsische Landesregierung will heute eine neue Pandemie-Schutzverordnung beschließen. Veranstalter und Gastronomen sollen die Möglichkeit bekommen, das 2G-Modell anwenden zu können. Das bedeutet, dass nur geimpfte und genesene Gäste einen Zutritt bekommen. Dafür können Maskenpflicht und Abstandsgebot wegfallen. Mit dem 2G-Modell beschäftigt sich heute auch das Kabinett in Thüringen. Über den Stand der Diskussion informieren im Anschluss dann Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke).

06:30 Uhr | Unterschiedliche Test-Konzepte an Unis

Hochschulen und Universitäten in Mitteldeutschland gehen nach dem Wegfall kostenloser Covid-19-Schnelltest in drei Wochen unterschiedliche Wege. Die Hochschule Magdeburg-Stendal bietet an beiden Standorten kostenlose Tests an. Wie auf Anfrage von MDR AKTUELL mitgeteilt wurde, hat damit jeder die Möglichkeit, an Präsenzveranstaltungen teilzunehmen. An der Universität Halle dagegen gibt es keine kostenlosen Tests. Rektor Christian Tietje erklärte, die primäre Verantwortung der Uni liege darin, für die Masse der Studierenden die Lehrveranstaltungen in Präsenz anzubieten, und das seien die geimpften. In Erfurt soll es eine Zeit lang möglich sein, eigene Selbsttests unter Aufsicht durchzuführen. In Sachsen werden derzeit noch Nachweis-Pläne erarbeitet.

06:15 Uhr | Westerfellhaus gegen Impfpflicht in der Pflege

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat sich gegen eine Impfpflicht für Pflegekräfte ausgesprochen. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte er, die Debatte sei unnötig. Richtig sei es allerdings, nach dem Impfstatus fragen zu dürfen, damit ungeimpftes Personal keinen direkten Kontakt mehr zu Pflegebedürftigen habe. Laut Westerfellhaus ist die Lage auf den Pflegestationen derzeit beherrschbar. Dennoch blicke die Branche mit Sorge auf den kommenden Herbst.

06:10 Uhr | Veranstalter setzen auf Eigenverantwortung

Veranstalter von größeren Events in Mitteldeutschland setzen zunehmend auf die Eigenverantwortung von Besuchern. Das hat eine Umfrage von MDR AKTUELL ergeben. Der Sprecher der Stadt Chemnitz, Matthias Nowak, sagte dazu, dass sich nicht alle Besucher an Vorgaben hielten. Das sei für Veranstalter nicht einfach. Er betonte aber, dass das Ordnungsamt kontrolliere und bei Verstößen die Besucher und nicht der Veranstalter sanktioniert werde. Der Geschäftsführer der Quarterback-Immobilien-Arena Leipzig, Michael Kölmel, erklärte, für Kontrollen habe man mehr Sicherheitspersonal organisiert. Damit seien Sicherheitschecks minutiös möglich.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 21. September 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie hier in unserem Ticker über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten:

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 21. September 2021 | 06:30 Uhr

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