Coronavirus-Pandemie Ticker: Merkel hält im Frühjahr mehr Impfungen für möglich

Nach Ansicht von Kanzlerin Merkel stehen im Frühjahr mehr Impfdosen als derzeit bereit. Bund und Länder haben sich auf eine Verlängerung des Lockdowns mit weiteren Kontaktbeschränkungen bis Ende Januar verständigt. Sachsen erwägt, die Winterferien ausfallen zu lassen. Kanzlerin Merkel berät am Mittwoch über die Beschaffung eines Anti-Corona-Impfstoffs. In Altenheimen werden Helfer für Schnelltests gesucht. Die aktuellen Entwicklungen zur Pandemie in unserem Coronavirus-Ticker.

Unser Ticker am Dienstag, 5. Januar 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

00:15 Uhr | Thüringen und Sachsen verschieben Ferien

Zwar schließt Sachsen die Schulen und Kitas auch bis zum 31. Januar. Da aber die Winterferien verkürzt und auf die Woche vom 31 Januar bis 6. Februar vorgezogen werden, öffnen Schulen und Kitas laut Landesbildungsminister Christian Piwarz erst ab 8. Februar. Die Schüler der Abschlussklassen (10. Klasse in Realschulen, Klassenstufen 11 und 12 in Gymnasien) sollen aber in Sachsen ab dem 18. Januar wieder zur Schule gehen können. Dazu sollen die Klassen geteilt werden.

Thüringen zieht seine Winterferien von Februar auf die letzte Januarwoche vor. Damit fallen die Ferien in die Zeit des verlängerten Lockdowns, in dem es keinen Präsenzunterricht geben soll. Der eingeschränkte Regelbetrieb in Kitas und Schulen solle am 1. Februar wieder starten, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow.

22:07 Uhr | Härtere Maßnahmen auch in Dänemark und Israel

Neben Deutschland verschärfen weitere Länder ihre Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. In Dänemark dürfen sich ab Mittwoch maximal noch zehn Personen treffen.

Ministerpräsidentin Mette Frederiksen forderte ihre Landsleute auf, soziale Kontakte so weit wie möglich zu begrenzen und Menschen außerhalb des eigenen Hausstands vorübergehend nicht mehr zu treffen. Zur Begründung verwies sie auf die in Großbritannien erstmals nachgewiesene Virus-Variante. Dänemark befindet sich seit Weihnachten im Lockdown.

Auch die israelische Regierung will mit einem härteren Lockdown die Corona-Infektionen bremsen. Sie will unter anderem Schulen und Kindergärten schließen. Das Parlament muss den Maßnahmen noch zustimmen.

Auf der spanischen Ferieninsel Mallorca wird es bis zum Februar bei strikten Corona-Beschränkungen bleiben. Das kündigte die Regionalregierung an.

21:45 | Handel fordert Fahrplan zur Wiedereröffnung der Geschäfte

Der Einzelhandel fordert nach der Verlängerung des Lockdowns einen klaren Fahrplan zur Wiedereröffnung der Geschäfte. Der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands HDE, Stefan Genth, sagte, die geschlossenen Unternehmen brauchten jetzt klare Aussagen, unter welchen Bedingungen sie wann ihren Betrieb wieder aufnehmen könnten. Sie müssten entscheiden, ob sie Ware bestellten und Marketingmaßnahmen planten. Es sei zu wenig, den Lockdown einfach nur zu verlängern und keinerlei Perspektiven für eine Wiedereröffnung zu präsentieren. Genth sprach sich außerdem für Ausnahmen bei den Mobilitätsbeschränkungen in Corona-Hotspots aus, etwa für den Einkauf im Lebensmitteleinzelhandel.

21:25 Uhr | Sachsen-Anhalt setzt strengere Regeln 1:1 um

Sachsen-Anhalt wird die von Bund und Ländern vereinbarten schärferen Corona-Maßnahmen eins zu eins umsetzen. Ministerpräsident Reiner Haseloff sagte, es gebe diesmal keine Protokollnotizen und keine Eingrenzungen. Eine weitere Ausbreitung des Virus könne nicht hingenommen werden. Damit müssen ab Montag auch fast alle Schüler von zu Hause aus lernen. Ausgenommen sind die Abschlussklassen. Bildungsminister Marco Tullner sagte, für sie werde es nach den Weihnachtsferien täglichen Präsenzunterricht geben. Dabei sollten Kleingruppen gebildet werden, um die Abstands- und Hygieneregeln zu wahren. Alle anderen Kinder und Jugendlichen sollen Aufgaben und Online-Angebote für zu Hause bekommen.

21:03 Uhr | Bund sagt Impfstoff-Produzenten "jede Hilfe" zu

Bund und Länder wollen alles tun, um die Produktion von Corona-Impfstoff weiter zu steigern. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, sollten Darlehen oder Übergangsfinanzierungen nötig sein, dann werde dies kein Problem sein. Der Bund werde sich mit den Herstellern zusammensetzen und überlegen, wo man helfen könne. Die Bundesregierung hat bereits die Entwicklung der Impfstoffe der beiden deutschen Hersteller BioNTech und Curevac finanziell unterstützt. Bei der Produktion etwa von Schutzmasken hatte sie zudem Zuschüsse für den Aufbau einer Produktion in Deutschland gegeben.

19:55 Uhr | Merkel hält im Frühjahr mehr Impfungen für möglich

In Deutschland können nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel im zweiten Quartal deutlich mehr Menschen gegen das Coronavirus geimpft werden. Merkel sagte nach den Beratungen mit den Ländern, dann werde es nach menschlichem Ermessen deutlich mehr Impfdosen geben. Sie verwies unter anderem auf die mögliche Ausweitung der Produktion des Impfstoffs von Biontech sowie die Zulassung weiterer Impfstoffe anderer Hersteller.

Angela Merkel
Angela Merkel Bildrechte: dpa

Merkel warb um Verständnis dafür, dass die Regierung an ihrer Impfstrategie festhält. Man werde im 1. Quartal nur priorisierte Gruppen impfen können. Sie verteidigte, dass Deutschland die Impfungen gemeinsam mit den anderen EU-Staaten organisiere.

Merkel stellt sich zudem hinter Gesundheitsminister Jens Spahn. Sie sagte, Spahn mache einen prima Job. Die Frage, ob sie noch Vertrauen ihn habe, stelle sich nicht. Merkel berät am Mittwoch mit mehreren Ministern der Bundesregierung über die Beschaffung von Anti-Corona-Impfstoff. Spahn war für einen angeblich schleppend angelaufenen Impfstart und zu wenig bestellten Impfstoff auch von der SPD kritisiert worden.

18:56 Uhr - Update | Neue Beschränkungen und längerer Lockdown beschlossen

Der aktuelle Lockdown wird verlängert, außerdem wird es neue Beschränkungen geben. Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder zudem weitere Einschränkungen an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), kommt neben Markus Söder (CSU, l), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender, sowie Michael Müller (SPD, r), Regierender Bürgermeister von Berlin, zu der Pressekonferenz nach den Beratungen von Bund und Ländern über weitere Corona-Maßnahmen.
Kanzlerin Merkel, Bayerns Ministerpräsident Söder und Berlins Regierender Bürgermeister Müller nach den Beratungen. Bildrechte: dpa

Danach bleiben die seit Dezember gültigen Einschränkungen für den Handel bis mindestens 31. Januar bestehen. Private Zusammenkünfte werden auf eine weitere nicht im Haushalt lebende Personen gestattet. In Corona-Hotspots mit einer sogenannten 7-Tages-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner wird die Bewegungsfreiheit auf 15 Kilometer um den Wohnort begrenzt, sofern kein triftiger Grund vorliegt. Tagesausflüge werden ausdrücklich als Grund ausgeschlossen.

Die Maßnahmen, die wir beschlossen haben sind einschneidend. ( ... ) Sie sind härter.

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Merkel hält die Verlängerung Lockdown unter anderem mit Blick auf die Lage in den Krankenhäusern für unbedingt notwendig. Sie sagte, Ziel bleibe es, die Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 zu drücken, um Infektionsketten verfolgen zu können. Merkel verwies zur Begründung zudem auf den in Großbritannien aufgetretenen mutierten Coronavirus, der deutlich ansteckender ist.

18:35 Uhr | Kritik am Massentourismus am Rennsteig

Landräte und Bürgermeister aus der thüringisch-bayerischen Grenzregion haben den Massentourismus am Rennsteig kritisiert. In einem gemeinsamen Appell heißt es, die Krankenhäuser der Region seien wegen vieler Covid-19-Patienten kaum noch aufnahmefähig. Menschenansammlungen wie in den vergangenen Tagen im Thüringer Wald konterkarierten alle Bemühungen, die Pandemie einzudämmen.

18:10 Uhr | Taxis hoffen auf Fahrten zu Corona-Impfzentren

Das Taxi-Gewerbe hofft, mit Fahrten zu Corona-Impfzentren einen Teil seiner Umsatzeinbußen in der Corona-Krise auszugleichen. In Berlin fahren Taxis seit dieser Woche alte Menschen auf Kosten des Landes zur Impfung. Der Bundesverband Taxi und Mietwagen teilte mit, dieses Modell sei auch bundesweit möglich. Die Fahrer trügen Masken, Folien trennten sie von den Fahrgästen. Das Gewerbe leidet nach Angaben des Verbands unter Umsatzeinbußen von bis zu 90 Prozent.

17:50 Uhr | 20 Tote in Weimarer Pflegeheim

Ein Pflegeheim in Weimar hat sich zum Corona-Hotspot entwickelt. Nach Angaben der Amtsärztin sind inzwischen 20 der 94 Bewohner an oder mit dem Coronavirus gestorben. Viele Betagte hätten Vorerkrankungen gehabt. Nur elf Bewohner seien noch nicht infiziert. Auch etliche Mitarbeiter hätten sich angesteckt.

17:32 Uhr | Apotheker eröffnen Test-Zentrum im Vogtland

Im vogtländischen Ellefeld ist ein Corona-Schnelltest-Zentrum eröffnet worden. Das Projekt haben mehrere Apotheker zusammen mit der Gemeindeverwaltung auf den Weg gebracht. Mit dem Angebot sollen vor allem die Ärzte der Region entlastet werden. Getestet werden aber nur Personen, die keine erkennbaren Krankheits-Symptome aufweisen.

17:10 Uhr | Wirtschaft kritisiert Testpflicht für Pendler in Sachsen

Die sächsische Wirtschaft hat die geplante Corona-Testpflicht für Berufspendler aus Polen und Tschechien kritisiert.

Corona-Schnelltest
Grenzpendler müssen sich in Sachsen künftig testen lassen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sachsens Arbeitgeberpräsident Jörg Brückner erklärte, für die Testpflicht gebe es keinen sachlichen Grund und sei auch rechtlich nicht haltbar. Er forderte eine bundesweit einheitliche Regelung. Ein sächsischer Alleingang senke keinesfalls Infektionsrisiken, sondern führe nur dazu, dass Betroffene über andere Bundesländer nach Sachsen einreisen. Ab 11. Januar müssen sich Grenzpendler, die aus Sachsen in die Nachbarländer oder umgekehrt einreisen, mindestens zweimal wöchentlich auf eigene Kosten testen lassen.

16:50 Uhr | Luxemburg öffnet Geschäfte, Schulen und Kultureinrichtungen

Luxemburg lockert seine Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Premierminister Xavier Bettel kündigte an, dass ab Montag Geschäfte, Sport- und Kultureinrichtungen unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen. In den Schulen soll dann wieder der Präsenzunterricht starten. Gelockert wird auch die nächtliche Ausgangsbeschränkung. Die Gastronomie bleibt dagegen bis Ende Januar geschlossen. Auch bei strengen Kontaktbeschränkungen wird es bleiben. Bettel erklärte, die Zahlen der Corona-Neuinfektionen seien im Vergleich zu Anfang Dezember von durchschnittlich 550 auf 167 Neuinfektionen pro Tag zurückgegangen.

16:20 Uhr | Lockdown offenbar länger - Kontakte weiter begrenzt

Bund und Länder haben sich offenbar auf eine Verlängerung des aktuellen Lockdowns bis Ende Januar verständigt. Wie verschiedene Nachrichtenagenturen berichten, bleibt es bei der seit dem 16. Dezember geltende Schließung von weiten Teilen des Handels, der Gastronomie und von Schulen sowie Kindertagesstätten.

Manuela Schwesig sitzt vor einem Monitor, auf dem Angela Merkel und Michael Müller zu sehen sind.
Die Ministerpräsidenten der Länder berieten mit Kanzlerin Merkel bei Videokonferenz. Bildrechte: dpa

Die Ministerpräsidenten der Länder und Kanzlerin Angela Merkel sollen zudem beschlossen haben, die privaten Kontakte weiter einzuschränken. Private Treffen sollen danach nur noch mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person erlaubt sein. Diese Regelung soll nicht an eine bestimmte Inzidenzzahl geknüpft.

Außerdem soll den Berichten zufolge in Corona-Hotspots die Bewegungsfreiheit der Bewohner eingeschränkt werden. In Landkreisen mit einer sogenannten 7-Tages-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner soll der Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort beschränkt werden, sofern es keinen triftigen Grund gibt. Tagesausflüge sind kein triftiger Grund.

16:10 Uhr | Weiter Schlachtstau wegen Corona in Schlachthöfen

Die Landwirte und Schlachthöfe in Sachsen-Anhalt sind noch immer mit dem Schweinerückstau beschäftigt, der sich seit dem Frühjahr aufgebaut hat. Der Präsident des Landesbauernverbands, Olaf Feuerborn, sagte MDR AKTUELL, durch Corona-Ausbrüche sei es zu Ausfällen in der Schlachtindustrie gekommen. Dadurch habe sich in den Betrieben nach und nach ein Schweinebestand aufgebaut, der eigentlich schon hätte geschlachtet werden müssen. Aktuell sei man acht bis zehn Tage in der Rückhand. Diesen Stau werde man auch im absatzschwachen Januar nicht abarbeiten können. Frühestens Mitte des Jahres werde man wieder bei plus/minus Null sein.

15:30 Uhr | Merkel berät mit Ministern über Impfstoff-Beschaffung

Bundeskanzlerin Angela Merkel macht die Beschaffung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus offenbar zu Chefsache. Am Mittwoch berät sie mit den zuständigen Fachministern, wie mehr beschafft werden kann. Das teilte ein Sprecher von Gesundheitsminister Jens Spahn mit. An dem Treffen wird neben Spahn auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier, Finanzminister Olaf Scholz und Kanzleramtschef Helge Braun teilnehmen.

Wegen des holprigen Starts der Impfungen und der zu wenigen Mengen an Impfstoff der Firma Biontech war Spahn zuletzt in die Kritik geraten. Es gibt Vorwürfe, es sei nicht genügend Impfstoff bestellt worden. Auch Koalitionspartner SPD will vom CDU-Politiker wissen, warum es nicht mehr Impfstoff gibt, und kritisiert die Impfstrategie. Spahn verteidigt die Impfstrategie. Er sagte unter anderem, es sei klar gewesen, dass der Impfstoff zu Beginn knapp sein werde.

15:08 Uhr | Erneut Probleme mit Lernplattform "Lernsax"

In Sachsen hat es bei der Lernplattform "Lernsax" erneut Störungen gegeben. Das Kultusministerium nannte als Ursache ein technisches Problem im Rechenzentrum, Kapazitätsprobleme gebe es jedoch nicht. Zudem sei am Montag ein Hackerangriff auf die Plattform abgewehrt worden. die Lernplattform fürs Homeschooling ist während der Corona-Pandemie für Schüler und Lehrer eine wichtige Kommunikationsplattform. Über das Internet werden Informationen ausgetauscht, wird Unterricht erteilt und Lernstoff abgerufen. Es gab schon mehrere Störungen. Im Dezember hatte ein Hackerangriff für zwei Tage zu massiven Störungen bei "Lernsax" geführt.

14:40 Uhr | Kommunen fordern zweites Hilfspaket

Der Städte- und Gemeindebund fordert ein zweites Corona-Hilfspaket für die Kommunen in Deutschland. Verbandspräsident Ralph Spiegler sagte, eine Schätzung vom Herbst komme auf Steuerausfälle von neun Milliarden Euro in diesem Jahr. In der Berechnung fehlten aber noch die Daten des zweiten Lockdowns. Deshalb sei mit einer weiteren Verschlechterung zu rechnen. Nötig sei vor allem, das Minus bei der Gewerbesteuer als auch bei der Einkommensteuer auszugleichen. Bund und Länder hatten im vergangenen Herbst ein erstes Hilfspaket für die Kommunen beschlossen. Es fängt unter anderem Ausfälle bei der Gewerbesteuer auf. Auch an einigen Sozialausgaben beteiligt sich der Bund seitdem stärker.

13:42 Uhr | Weg frei für TUI-Rettung

Der von der Corona-Krise hart getroffene Reisekonzern TUI wird durch Finanzspritzen seiner Aktionäre und des Staates vor einer Pleite bewahrt. Die Anteilseigner gaben auf einer außerordentlichen Hauptversammlung grünes Licht für eine Kapitalerhöhung um gut 500 Millionen Euro sowie weitere Schritte. TUI ist durch die Reisebeschränkungen in Existenznot geraten. Der Bund stützt den weltgrößten Reisekonzern mit insgesamt 4,3 Milliarden Euro, darunter rund drei Milliarden Euro Kredit und bis zu 1,3 Milliarden Euro in Form von stillen Einlagen.

13:02 Uhr | Deutsch-russische Impfstoffproduktion?

Russlands Präsident Wladimir Putin hat mit Kanzlerin Angela Merkel über eine engere Zusammenarbeit in der Corona-Pandemie gesprochen. Wie der Kreml mitteilte, ging es bei dem Telefonat um die mögliche gemeinsame Herstellung von Impfstoffen. Die Gesundheitsministerien beider Staaten sollten die Gespräche dazu fortsetzen. Russland hatte Mitte August den Covid-Impfstoff "Sputnik V" zur Anwendung in der Bevölkerung freigegeben. Mittlerweile wurde ein zweiter Impfstoff registriert.

12:25 Uhr | Lehrer gegen Streichung der Winterferien

Der Sächsische Lehrerverband lehnt Pläne des Kultusministeriums zur Streichung der Winterferien ab. Die angedachte Verlängerung der Osterferien um vier Tage sei kein akzeptabler Ersatz, teilte der Verband mit. Schüler und Lehrkräfte brauchten eine Ruhephase vor dem Start ins zweite Halbjahr. Die Erstellung und Betreuung häuslicher Lernaufgaben bedeuteten einen enormen Zeitaufwand für die Lehrerinnen und Lehrer, auch an den Wochenenden. Zudem könnten nicht alle Eltern ihren für die Winterferien genehmigten Urlaub problemlos verschieben.

11:53 Uhr | Sachsen prüft Streichung der Winterferien

Sachsen denkt über eine Streichung der Winterferien nach. Nach dpa-Informationen will die Landesregierung heute darüber beraten. Zuvor hatte die "Freie Presse" über den Vorschlag berichtet. Demnach sollen die Schüler nach dem Lockdown möglichst schnell wieder unterrichtet werden. Als Ausgleich könnten die Osterferien um eine Woche verlängert werden und bereits in der Karwoche ab dem 29. März beginnen. Vor den Bund-Länder-Beratungen heute zeichnet sich eine Verlängerung des Lockdowns bis Februar ab. Auch ein geplanter Stufenplan für die Schulen wird Thema sein.

Die Linksfraktion im Landtag lehnt eine mögliche Streichung der Winterferien ab. Die Abgeordnete Luise Neuhaus-Wartenberg nannte es einen Irrglauben, dass die häusliche Lernzeit für Schüler und Eltern nicht anstrengend gewesen sei. Sie forderte stattdessen, dem Thüringer Vorbild zu folgen und die Winterferien um eine Woche nach vorn zu ziehen.

11:15 Uhr | Impftermine binnen Minuten ausgebucht

In Schleswig-Holstein ist am Dienstag das nächste Kontingent für eine Impfung gegen Covid-19 binnen 24 Minuten verteilt worden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums waren "bis 8:24 Uhr alle Termine über die Webseite und telefonisch über die 116117 ausgebucht". Insgesamt habe es 15.000 Termine zur Erst- beziehungsweise Zweitimpfung gegeben. Informationen zur Impfanmeldung in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hier.

11:00 Uhr | Schnelltester für Alten- und Pflegeheime gesucht

Die Bundesregierung will bis zu 30.000 zusätzliche freiwillige Helfer in die Alten- und Pflegeheime schicken. Wie die "Rheinische Post" schreibt, sollen sie dort Schnelltests unterstützen. Kanzlerin Angela Merkel wolle heute dazu Details mit den Ministerpräsidenten beraten. In jedem Alten- und Pflegeheim sollen demnach zwei Helfer eingestellt werden, um die Heime bei den Schnelltests zu entlasten. Die Arbeitsagenturen sollten mit Hilfe des Deutschen Roten Kreuzes die Verteilung der Helfer auf die Heime organisieren.

10:05 Uhr | SPD-Länder fordern von Spahn Antworten zum Impfstoff-Mangel

Die SPD-regierten Bundesländer fordern Aufklärung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur schleppenden Versorgung mit Impfstoffen. Nach Reuters-Informationen stellen sie in 24 Punkten detaillierte Fragen zur Beschaffung, Produktion und Verimpfung. Sie wollen unter anderem wissen, warum die Europäische Kommission im Vergleich zu anderen Industrieländern "insgesamt so wenige Dosen vorbestellt und nicht auch größere Mengen an Optionen gesichert" habe. Zudem fragen die SPD-Länder, warum nicht auch in der EU eine zusätzliche Lizenzproduktion des Impfstoffs von Biontech-Pfizer möglich sei.

09:42 Uhr | Städtetag für konsequenten Lockdown

Vor dem Bund-Länder-Gipfel am Nachmittag plädiert der Präsident des Deutschen Städtetages, Burkhard Jung, für weiterhin strikte Eindämmungsmaßnahmen. Der Leipziger OB sagte der Funke-Mediengruppe, man dürfe erste Effekte des Lockdowns nicht durch vorschnelle Lockerungen gefährden. Die Einschränkungen müssten solange gelten, bis es in ganz Deutschland einen stabilen Abwärtstrend der Neuinfektionen gebe. Zugleich forderte der SPD-Politiker die Bundesregierung auf, schnell genügend Impfstoff für die Menschen zu besorgen.

09:15 Uhr | Holter: Vorgezogene Winterferien rechtlich möglich

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter hält kurzfristig vorgezogene Winterferien rechtlich für möglich. Holter sagte MDR THÜRINGEN, das habe eine erste Prüfung ergeben. Endgültig entscheide die Landesregierung im Laufe des Tages. Der Linken-Politiker hatte vorgeschlagen, die Winterferien vom eigentlichen Starttermin 8. Februar um eine Woche vorzuziehen. Angesichts hoher Infektionszahlen könnte dadurch Zeit gewonnen werden für einen möglichen Neustart des Präsenzunterrichts. Holter sagte, er wisse um die Probleme für Arbeitgeber und Eltern durch vorgezogene Ferien. Es gehe aber darum, eine Krise zu bewältigen. Deshalb seien auch unorthodoxe Entscheidungen nötig. Mehr dazu im Corona-Ticker von MDR THÜRINGEN.

08:42 Uhr | Einzelhandel legt trotz Pandemie stark zu

Der deutsche Einzelhandel hat seinen Umsatz im vergangenen Jahr trotz der Corona-Krise so kräftig gesteigert wie noch nie. Das Statistische Bundesamt erwartet ein Plus um voraussichtlich 5,3 Prozent im Vergleich zu 2019. Das wäre der kräftigste Zuwachs seit Beginn dieser Statistik 1994. Auch preisbereinigt wird eine Umsatzsteigerung um mehr als vier Prozent vorausgesagt. Basis sind die Daten bis November, aber auch der Lockdown im Dezember wird berücksichtigt. Getragen wird das Plus demnach vom Online- und Versandhandel, der den Umsatz um 24 Prozent steigern konnte.

08:05 Uhr | Spahn weist Kritik an Impfstrategie zurück

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Kritik an der deutschen Corona-Impfstrategie zurückgewiesen. Der CDU-Politiker sagte im ARD-Morgenmagazin, die derzeit verfügbaren Impfdosen seien "genau die Größenordnung, die ich seit Wochen ankündige" und die im Kabinett auch besprochen worden sei. Wegen der zunächst relativ geringen Zahl müsse bei der Impfung priorisiert werden. Daher seien zuerst Pflegeheime dran und dort seien die Impfungen "etwas aufwändiger". Dieses "Zwischenziel" sei wichtig, betonte Spahn: "Wenn wir es im Januar schaffen würden, in allen Pflegeheimen alle Bewohnerinnen und Bewohner zu impfen, dann macht das in dieser Pandemie einen echten Unterschied." Langfristiges Ziel bleibe, so viele Menschen zu impfen wie möglich.

Zur Kritik von Politikern wie SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil an Problemen beim Impfprogramm sagte Spahn, in "dieser echt schweren Phase der Pandemie" erwarteten die Bürger Geschlossenheit und Entschlossenheit ihrer Regierung. Die SPD könne nicht zugleich Regierung und Opposition sein, das funktioniere seit 20 Jahren nicht.

07:44 Uhr | Dezember-Hilfe wird jetzt ausgezahlt

Erste Gelder der Corona-Dezemberhilfen sollen ab heute bei betroffenen Firmen und Selbstständigen ankommen. Das Bundeswirtschaftsministerium teilte mit, die Überweisung von Abschlagszahlungen habe begonnen. Firmen bekommen zunächst bis zu 50.000 Euro, Solo-Selbstständige bis zu 5.000 Euro. Die Bundesregierung hat milliardenschweren Hilfen für Unternehmen beschlossen, die ihren Betrieb wegen des Teil-Lockdowns seit Anfang November einstellen mussten. Erstattet werden Umsatzausfälle von bis zu 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

07:20 Uhr | USA mit mehr als 200.000 Neuinfektionen

In den USA ist die Zahl der Corona-Infektionsfälle binnen 24 Stunden um mindestens 218.021 auf nun insgesamt 20,82 Millionen gestiegen. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 stieg nach Daten der Johns Hopkins Universität um knapp 2.000 auf mehr als 353.000. Die USA haben weltweit die meisten Ansteckungen und Todesfälle. Zum Vergleich: Deutschland mit einem Viertel der US-Einwohnerzahl verzeichnet seit Beginn der Pandemie 1,8 Millionen Infektionen und knapp 36.000 Todesfälle – also etwa ein Zehntel.

07:00 Uhr | Zwei Drittel der Deutschen für längeren Lockdown

Eine große Mehrheit der Deutschen ist für eine Verlängerung des Corona-Lockdowns. Das ergab eine repräsentative Online-Umfrage für die Nachrichtenagentur dpa. 65 Prozent sprachen sich demnach dafür aus, die Einschränkungen über den 10. Januar hinaus fortzuführen. 24 Prozent waren sogar für eine Verschärfung. 17 Prozent sprachen sich für eine Lockerung und elf Prozent für eine Aufhebung aus.

Heute wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel mit die Ministerpräsidenten der Länder Beschlüsse fassen. Nach Reuters-Informationen wollen fast alle Bundesländer den Lockdown bis Ende Januar verlängern. Die Runde muss auch klären, ob einige Bundesländer ihre Grundschulen kommende Woche wieder öffnen dürfen.

06:45 Uhr | Lehrer-Kritik am Stufenplan

Der Deutsche Lehrerverband hat den Stufenplan der Kultusminister zur Wiederöffnung von Schulen kritisiert. Präsident Heinz-Peter Meidinger forderte im Redaktionsnetzwerk Deutschland Nachbesserungen. Vor allem fehlten Angaben, ab welchem Inzidenzwert welche Stufe greife. Ohne einen geregelten Plan drohten alle paar Wochen neue Entscheidungen und eine Spirale mit immer höheren Infektionszahlen. Sicherheit habe jetzt Vorrang vor Präsenzunterricht. Die Kultusminister hatten gestern beschlossen, dass eine Wiederaufnahme des Schulbetriebs in drei Stufen möglich ist.

06:20 Uhr | Neuer Lockdown in Großbritannien

Die britische Regierung hat einen neuen Lockdown verhängt. Premier Boris Johnson sagte am Abend in einer TV-Ansprache, der Schritt sei nötig, um die neue Corona-Variante in den Griff zu bekommen. Die Menschen sollen ihre Häuser nur noch für notwendige Aktivitäten verlassen, auch die Schulen werden geschlossen. Die Auflagen sollen laut Johnson bis Mitte Februar gelten.

06:10 Uhr | Nächste Woche Impfzentren einsatzbereit

Sachsen und Sachsen-Anhalt öffnen am kommenden Montag ihre Impfzentren, Thüringen am 13. Januar. Das ergaben Recherchen von MDR AKTUELL. Für Impfwillige gibt es keine einheitlichen Regeln. In Sachsen öffnen die 13 Impfzentren zunächst nur für Personal aus der ambulanten Pflege und dem Rettungsdienst. Das DRK Sachsen erklärte, wer über 80 sei, werde wohl erst Ende Januar drankommen. Dann würden Termine im Internet und telefonisch vergeben. In Sachsen-Anhalt sollen Termine ab Montag zunächst telefonisch vergeben werden, später auch online. Es gibt 14 Anlaufstellen, je eine pro Kreis und kreisfreier Stadt. Thüringen vergibt schon seit vergangener Woche online Termine für die insgesamt 29 Impfstellen, daneben werden telefonisch Anmeldungen angenommen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 5. Januar 2021

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. Januar 2021 | 06:00 Uhr

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland