Coronavirus-Pandemie Ticker vom Dienstag: Städtetagspräsident warnt vor zweitem Corona-Winter

Städtetagspräsident Jung fordert mehr Anstrengungen bei den Impfkampagnen, um möglichst sicher durch den Winter zu kommen. Eine Unicef-Umfrage zeigt die Pandemiefolgen auf die Psyche von Kindern. Aktuelle Entwicklungen lesen Sie im Coronavirus-Ticker.

Auf einer Broschüre zum Thema impfen gegen Corona stehen in einem kleinen Stoffsäckchen drei gläserne Impfflaschen. Diese Pakete haben 300 Mitarbeiter des Impfzentrums Vogtland zum Abschied und Ende des Impfzentrums als Erinnerung erhlaten.
Schätzungen zufolge müsste die Impfquote bei 85 Prozent liegen, um die Herdenimmunität zu erreichen. Bildrechte: Bernd Schädlich

Unser Ticker am Dienstag, 5. Oktober 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:06 Uhr | Johnson & Johnson beantragt Zulassung für Booster-Impfung in USA

Der Pharmakonzern Johnson & Johnson hat bei der US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung von Auffrischungsimpfungen mit seinem Corona-Impfstoff für Menschen über 18 Jahren beantragt. Konzerneigene Untersuchungen hätten ergeben, dass eine Booster-Impfung die Schutzwirkung des Impfstoffs auf 94 Prozent erhöhe, teilte das Unternehmen mit. Im Gegensatz zu anderen Vakzinen genügt bei diesem Impfstoff offiziell eine Dosis. Die FDA teilte mit, dass ihr Expertenausschuss am 14. und 15. Oktober zusammentreten werde, um die Anträge von Johnson & Johnson und Konkurrent Moderna zu prüfen.

20:40 Uhr | EMA erwägt baldige Prüfung des Merck-Medikaments

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA könnte schon bald mit der Prüfung des Corona-Medikaments vom US-Pharmakonzern Merck beginnen. EMA-Experten erwägen, "in den nächsten Tagen eine fortlaufende Prüfung für diesen Wirkstoff einzuleiten". Der Pharmakonzern Merck hatte bereits am Freitag angekündigt, so bald wie möglich eine Notfallzulassung in den USA und anderswo beantragen zu wollen.

Das Medikament mit dem Wirkstoff Molnupiravir soll ersten Daten zufolge die Gefahr einer schweren Covid-19-Erkrankung reduzieren. Dadurch will man unter anderem erreichen, dass weniger Menschen mit schweren Verläufen im Krankenhaus behandelt werden müssen.

17:40 Uhr | Berlin: Keine Besucherobergrenze mehr bei 2G-Veranstaltungen

Bei Großveranstaltungen in Berlin gelten ab Sonntag keine Obergrenzen mehr für Besucherzahlen, wenn alle Teilnehmer gegen Corona geimpft oder genesen sind – also die 2G-Regelung gilt. Das beschloss der Berliner Senat. Galt zuvor eine Obergrenze von 25.000 Menschen, so könnte nach den neuen Regeln etwa das Olympiastadion wieder komplett gefüllt werden – und die Teilnehmer müssten keine Maske tragen.

Schon seit einiger Zeit gilt in Berlin, dass etwa Betreiber von Restaurants oder Veranstalter selbst entscheiden können, ob sie den Zutritt zu ihren Innenräumen Geimpften, Genesenen und Getesteten (3G) erlauben oder nur noch Geimpften und Genesenen (2G). Im Falle von 2G entfällt die Maskenpflicht. Ergänzend dazu beschloss der Senat, dass bei einer 2G-Veranstaltung auch Personal mit unmittelbarem Kundenkontakt geimpft oder genesen sein muss.

17:30 Uhr | Hunderte mutmaßlich falsche Corona-Impfungen in Bayern

In Bayern haben offenbar mehrere hundert Menschen falsch ausgestellte Corona-Impfbescheinigungen in einer Hausarztpraxis erhalten. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft sowie das Landratsamt in Donauwörth mit. Ein Hausarzt werde verdächtigt, seinen Patienten und Patientinnen Impfausweise ausgestellt zu haben, ohne tatsächlich einen Impfstoff gespritzt zu haben. Es gebe einerseits Betroffene, die nur für einen Stempel im Impfbuch in die Praxis gegangen seien. Andererseits gebe es Patienten, die davon ausgegangen seien, korrekt geimpft worden zu sein. Seit gestern würden diese getestet, ob sie Antikörper gebildet haben. Dem Mediziner wurde die weitere Öffnung seiner Praxis untersagt.

17:10 Uhr | Studie liefert neue Daten zur Immunität nach Impfungen

Welche Menge an Antikörpern im Blut schützt nach der Corona-Impfung noch vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2? Überall auf der Welt suchen Forscher aktuell nach diesem sogenannten Immun-Korrelat, dem Wert, der ablesbar macht, wann Auffrischungsimpfungen gegen Covid-19 sinnvoll wären. Eine Studie von Wissenschaftlern aus Oxford ist nun in einer Fachzeitschrift erschienen. Mehr zu der komplexen Materie bei MDR WISSEN:

15:51 Uhr | 75 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft

In Deutschland sind nun 79 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Vollständig geimpft sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts 75 Prozent der Erwachsenen. Unter den Kindern und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren haben inzwischen 42 Prozent mindestens eine erste Spritze bekommen. 35 Prozent sind bereits vollständig geimpft.

Zudem haben circa 817.000 Menschen in Deutschland mittlerweile eine Auffrischungsimpfung erhalten. Sie wird unter anderem älteren Menschen und Risikogruppen angeboten, bei denen die vollständige Impfung schon mindestens sechs Monate zurückliegt.

15:35 Uhr | Sachsen-Anhalt: Mehr Einfluss von Rechtsextremen bei Anti-Corona-Protesten

Dem aktuellen Verfassungsschutzbericht des Landes Sachsen-Anhalt zufolge kam es 2020 zu einer verstärkten Einflussnahme von Rechtsextremisten bei Anti-Corona-Protesten. Mehrere rechtsextremistische Protagonisten und Organisationen hätten dazu aufgerufen, sich an Protesten gegen staatliche Eindämmungsmaßnahmen zu beteiligen und so auch außerhalb der rechtsextremistischen Szene in der Öffentlichkeit Präsenz zu zeigen.

"Seit Beginn der Corona-Pandemie zeigt sich, dass Verfassungsfeinde die damit verbundenen Ängste und Sorgen der Menschen für eigene Zwecke missbrauchen, um die Spaltung der Gesellschaft gerade in unsicheren Zeiten voranzutreiben", sagte Innenministerin Tamara Zieschang.

15:20 Uhr | Kekulé: Deutschland braucht wieder eine Schutzkommission

Der Virologe Alexander Kekulé hat die künftige Bundesregierung aufgefordert, zur besseren Bewältigung von Pandemien wieder eine Schutzkommission ins Leben zu rufen. Er sagte MDR AKTUELL: "Die Schutzkommission brauchen wir." Das Gremium habe von 1951 bis 2015 Bundesregierung und Parlament in Fragen des Zivil- und Katastrophenschutzes beraten. Dann sei es aufgelöst worden. "Das war deshalb ein wichtiges Gremium, weil das Wissenschaftler waren, die rein wissenschaftlich vorgegangen sind", so Kekulé.

Mit einer solchen Kommission hätte Deutschland vor allem am Anfang der Pandemie "das gehabt, was asiatische Staaten ja auch haben - nämlich ein klares Konzept", sagte Kekulé. Zudem forderte der Virologe, dass der Bund die Führung bei überregionalen Katastrophen übernehmen müsse. Nötig sei auch ein Bundesamt mit mehr Richtlinienkompetenz in Seuchenfragen.

14:50 Uhr | Sachsen: Kretschmer trifft Corona-Patienten aus Bergamo

Ministerpräsident Michael Kretschmer hat einen Corona-Intensivpatienten aus Bergamo getroffen, der in Sachsen behandelt worden war. Der Italiener Felice Perani sagte bei einem Empfang in Rom, die deutschen Ärzte hätten ihm das Leben gerettet. Kretschmer sagte, die Hilfe sei selbstverständlich gewesen. Sachsen hatte Perani im Frühjahr 2020 aus Bergamo einfliegen lassen, weil die dortigen Krankenhäuser voll waren. Am Ende lag Perani 76 Tage auf der Intensivstation der Leipziger Uniklinik.

13:16 Uhr | DGB fordert längere Tilgungsfrist für Corona-Kredite

Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Sachsen hat eine längere Tilgungsfrist für die Corona-Kredite gefordert. DGB-Chef Markus Schlimbach sagte in Dresden, der Tilgungszeitraum müsse von den derzeit acht auf 50 Jahre verlängert werden. Dazu brauche es eine Reform der Schuldenbremse. Die Ministerien dürften nicht zu Sparhaushalten gezwungen werden.

Wegen der Corona-Krise durften die sächsischen Ministerien Kredite von bis zu sechs Milliarden Euro aufnehmen. Nach zwei tilgungsfreien Jahren ist die erste Tranche von knapp 300 Millionen Euro übernächstes Jahr fällig. So ist es in der sächsichen Landesverfassung festgeschrieben. Auch Grüne und SPD haben sich für eine längere Rückzahlungsfrist ausgesprochen.

12:43 Uhr | Uni Magdeburg beklagt Einbruch von Studierendenzahlen

Die Zahl der Studienanfänger an der Uni Magdeburg ist nach Ansicht von Rektor Jens Strackeljan zu niedrig. Er sagte der "Volksstimme", man hätte für das Wintersemester gern 2.200 Erstsemester gehabt. Jetzt würden es etwa 1.800. Der Zulauf an die Uni war im vergangenen Corona-Jahr laut Strackeljan um 15 Prozent eingebrochen.

10:49 Uhr | Astrazeneca beantragt Zulassung für Corona-Prophylaxe-Mittel

Astrazeneca will in den USA ein Mittel zur Vorbeugung von Covid-19 auf den Markt bringen. Der Pharma-Konzern beantragte bei der Arzneimittelbehörde FDA eine Notfall-Zulassung für das Medikament. Studiendaten von Astrazeneca zufolge senkt die Antikörper-Therapie das Risiko für eine symptomatische Covid-19-Erkrankung um 77 Prozent. Forschungs-Chef Mene Pangalos sagte, damit sei man einen Schritt näher an einer zusätzlichen Option zu Impfstoffen zum Schutz vor Covid-19.

10:31 Uhr | Zunehmende Normalisierung bei Reisebuchungen

Der neue TUI-Deutschland-Chef Stefan Baumert sieht eine zunehmende Normalisierung bei Reisebuchungen. Er sagte der Funke-Mediengruppe, vor allem die Nachfrage nach Wintersportreisen sei quasi wie früher. Über Weihnachten und Silvester sei es an den beliebten Zielen jetzt schon eng.

08:41 Uhr | Lehrerverband für einheitliche Corona-Regeln an Schulen

Der Lehrerverband hat ein Ende der unterschiedlichen Corona-Regelungen an Schulen gefordert. Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger sagte der "Rheinischen Post", es müsse einheitliche Kriterien geben für Maskenpflicht, Testungen und Mindestabstand. Die Infektions- und Quarantänezahlen müssten bundesweit wöchentlich erfasst werden. Meidinger sagte, derzeit gebe es bei den Corona-Maßnahmen in den Schulen wieder einen Rückfall in die wildeste Kleinstaaterei. Der Virologe Klaus Stöhr sprach sich in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" für ein Ende der Corona-Maßnahmen für Minderjährige aus, weil diese nicht schwer erkrankten.

07:57 Uhr | RKI-Befragung: Fünf Prozent Ungeimpfte bei Klinikpersonal

Fünf Prozent des Krankenhauspersonals in einer Online-Befragung des Robert Koch-Instituts sind im Sommer noch nicht gegen Corona geimpft gewesen. Vollständig geimpft waren demnach 91 Prozent der Teilnehmenden, weitere vier Prozent waren im Studienzeitraum von Ende Juni bis Ende Juli noch unvollständig geimpft.

An der Befragung nahmen knapp 17.000 Beschäftigte von 111 Kliniken auf freiwilliger Basis teil. Den höchsten Teil der Ungeimpften gab es den Angaben zufolge beim Pflegepersonal mit sechs Prozent. Am seltensten kam das im ärztlichen Dienst mit zwei Prozent vor.

07:13 Uhr | Städtetagspräsident warnt vor zweitem Corona-Winter

Städtetagspräsident Burkhard Jung hat alle Bundesländer zu größeren Anstrengungen bei den Corona-Impfungen aufgerufen. "Vor dem Winter müssen wir noch mehr Menschen zur Impfung motivieren, nur dann können wir relativ sicher durch die kalte Jahreszeit kommen", sagte Jung den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Impfangebote der Städte in Einkaufszentren oder bei Sportveranstaltungen müssten daher weiterlaufen. Schulen und Kitas müssten unbedingt offenbleiben, doch für mehr Sicherheit seien weitere 2G-Regeln erforderlich. Wer auf den Weihnachtsmarkt, oder in Kinos, Clubs oder ein Fitnessstudio gehen wolle, solle sich impfen lassen.

06:42 Uhr | Unicef-Umfrage: Pandemie schadet Kinder-Psyche

Die Corona-Pandemie hat sich negativ auf die psychische Gesundheit vieler junger Menschen ausgewirkt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des UN-Kinderhilfswerks Unicef unter Kindern und Jugendlichen aus 21 Ländern. Demnach fühlte sich bei den 15- bis 24-Jährigen jeder fünfte häufig depressiv oder hatte wenig Interesse, Dinge zu unternehmen. Weltweit hätten zudem mehr als 1,6 Milliarden Kinder einen Bildungsverlust erlitten. Die Unterbrechung von Routinen sowie die Sorge um die Gesundheit verursache bei vielen jungen Menschen Zukunftsängste.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 5. Oktober 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. Oktober 2021 | 06:00 Uhr

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