Coronavirus-Ticker 9. Juni: Bundesregierung verlängert Reisewarnung für Nicht-EU-Länder

Die Bundesregierung bleibt vorerst bei ihren Reisewarnungen für Nicht-EU-Länder. In Sachsen-Anhalt haben mehr als 36.000 Unternehmen Soforthilfe erhalten. Thüringen will die Verordnung von Kontaktbeschränkungen zugunsten von Empfehlungen aufheben. Die Krankenkassen kündigen eine schnelle Einführung von Tests an. In den USA werden weiter steigende Zahlen von Todesopfern erwartet. Die Entwicklungen im Überblick.

Zusammengeklappte Sonnenschirm an einem Strand in der Türkei
Zusammengeklappte Sonnenschirme an einem Strand in der Türkei. Das Land wäre von einer verlängerten Reisewarnung betroffen. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Dienstag endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie in unserem Ticker am Mittwoch.

03:55 Uhr | Arizona reaktiviert Notfallpläne

Der US-Bundesstaat Arizona aktiviert erneut die Notfallpläne für Krankenhäuser. Das medizinische Netzwerk "Banner Health" warnte, dass die Bettenkapazität auf den Intensivstationen erschöpft sei. Nach den Lockerungen in den USA im Umgang mit dem Virus hat der Bundesstaat für die vergangene Woche einen Anstieg der Neuinfektionen um 40 Prozent vermeldet. "Seit dem 15. Mai hat sich die Zahl der auf künstliche Beatmung angewiesenen Covid-19-Patienten vervierfacht", schreibt Banner Health auf Twitter. Zuletzt wurden die Notfallpläne am 25. März aktiviert.

02:26 Uhr | Lufthansa-Piloten bekräftigen Bereitschaft zu Gehaltsverzicht

Die Piloten der Lufthansa bieten ihrem Arbeitgeber weiter einen freiwilligen Gehaltsverzicht an. Vor einem Treffen des Lufthansa-Managements mit Gewerkschaften am Mittwoch erneuerte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ihr Angebot zu Kosteneinsparungen von etwa 350 Millionen Euro. "Wir wollen den Kranich in der Luft halten", sagte VC-Präsident Markus Wahl mit Blick auf die deutlichen coronabedingten Umsatzeinbußen der Fluggesellschaft. "Wegen der bestehenden Schwierigkeiten sind wir bereit, unser Paket im angebotenen Umfang und ohne weitere Bedingungen zunächst bis Ende 2020 umzusetzen."

23:25 Uhr | Frankreich will im Juli Gesundheitsnotstand beenden

Die französische Regierung will den seit Ende März geltenden Gesundheitsnotstand am 10. Juli beenden. Premierminister Edouard Philippe ließ am Abend mitteilen, dass am Mittwoch ein entsprechender Gesetzentwurf vorgelegt werde. Zur Begründung verwies die Regierung auf die derzeit "positive Entwicklung" der Coronavirus-Pandemie in Frankreich. Der seit 24. März geltende Gesundheitsnotstand gibt der Regierung die Möglichkeit, im Kampf gegen das Virus Maßnahmen wie etwa Ausgangssperren oder Beschlagnahmungen im Schnellverfahren umzusetzen. Sie kann zudem rasche Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft in der Krise beschließen.

22:03 Uhr | Krankenkassen kündigen schnelle Einführung von Tests an

Mensch untersucht Proben in einem Labor.
Untersuchung von Laborproben Bildrechte: imago images/Westend61

Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung hat eine schnelle Einführung von Massentests auf das Coronavirus angekündigt. Verbandsvorstand Stefanie Stoff-Ahnis sagte dem "Handelsblatt", die gezielte Ausweitung der Tests sei der richtige Ansatz. Die Kassen würden nun für eine rasche und reibungslose Umsetzung der Verordnung sorgen. Künftig soll auch getestet werden, wenn Menschen keine Krankheitssymptome haben - so etwa in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Schulen und Kitas. Die Kosten von 50 Euro pro Test übernimmt die Gesetzliche Krankenversicherung.

21:30 Uhr | Forderung nach gemeinsamen Pandemie-Vorräten

Die Staats- und Regierungschef von sechs EU-Ländern rufen zum Aufbau eines europäischen Vorrats an wichtigen Medikamenten und medizinischer Ausrüstung auf, um die Gemeinschaft besser gegen Gesundheitskrisen zu wappnen. Die Vertreter Deutschlands, Spaniens, Dänemarks, Frankreichs, Belgiens und Polens plädieren in ihrem Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zudem für die gemeinsame Forschung und Entwicklung von Impfstoffen und Arzneimitteln.

21:15 Uhr | Bundesregierung verlängert Reisewarnung

Die Bundesregierung will die Reisewarnung für mehr als 160 Länder außerhalb der EU bis zum 31. August verlängern. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sowie von Reuters sollen aber Ausnahmen für einzelne Länder gemacht werden können, die bestimmte Kriterien erfüllen. Berücksichtigt würden dabei die Infektionszahlen, die Leistungsfähigkeit der Gesundheitssysteme, Testkapazitäten, Hygieneregeln und Einreisebeschränkungen. Zu den betroffenen Ländern außerhalb der EU zählen demnach auch Hauptreiseländer der Deutschen, allen voran die Türkei als drittbeliebtestes Urlaubsland.

19:29 Uhr | Corona-Auflagen weiter gelockert - ein Überblick

Nach wochenlangen erheblichen Einschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie gibt es nun immer mehr Lockerungen. Bund und Länder haben weitere Erleichterungen beschlossen. Die konkrete Umsetzung ist Ländersache, teils entscheiden die Kommunen. Wie die Situation in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen derzeit ist und was sich weiter ändern soll, lesen Sie in unserem Überblick.

19:00 Uhr | Papst Franziskus spendet eine Million Euro

Papst Franziskus will Bedürftigen in Rom helfen, die von der Corona-Krise besonders betroffen sind. Er richtete dazu einen Fonds mit zunächst einer Million Euro ein und rief zu weiteren Spenden auf. Das Geld soll an arbeitslose Tagelöhner, Saison- und Hilfskräfte sowie Kleinstunternehmer fließen, die keine staatliche Unterstützung bekommen.

17:58 Uhr | Maskenpflicht am Frankfurter Flughafen

Am größten deutschen Flughafen herrscht ab sofort eine Maskenpflicht. Wie das Frankfurter Gesundheitsamt mitteilte, gilt die Mund-Nase-Maskenpflicht innerhalb aller Terminalbereiche für drei Monate. Gesundheitsdezernent Stefan Majer begründete den Schritt mit der Aufhebung der Reisewarnung für EU-Staaten, Großbritannien und Schengen-assoziierte Staaten ab Mitte Juni und die damit erwartete Zunahme des Flugverkehrs. Mit den steigenden Passagierzahlen sei für bestimmte Bereiche des Flughafens ein Mindestabstand nicht einzuhalten.

17:26 Uhr | Der Eiffelturm öffnet bald wieder

Der Eiffelturm in Paris soll ab 25. Juni wieder für Besucher zugänglich sein. Der Betreiber teilte mit, die Besucher könnten zunächst nur über die Treppen bis in den zweiten Stock des Eiffelturms, die Spitze und die Aufzüge würden vorerst noch geschlossen bleiben. Ab elf Jahren gelte eine Maskenpflicht. Damit der Kontakt zwischen den Menschen möglichst gering ist, wird der Aufstieg auf den Eiffelturm auf der Osttreppe und der Abstieg auf der Westtreppe erfolgen. Die Sehenswürdigkeit war am 13. März für Besucher geschlossen worden.

16:55 Uhr | Sachsen gibt 68 Millionen Euro für Kultur und Tourismus

Der Freistaat Sachsen will den Kultur- und Tourismusbereich in der Corona-Krise mit 68 Millionen Euro zusätzlich unterstützen. Allein 30 Millionen Euro davon sollen an freie Theater, Festivals und kulturelle Vereine gehen. Sieben Millionen sind für die Kulturstiftung des Landes gedacht, um unter anderem freie Künstler zu fördern. Zwei Millionen Euro sind für die Veranstaltungsbranche vorgesehen. Der Tourismus bekommt fünf Millionen Euro zusätzlich.

15:45 Uhr | 283 Millionen Euro Soforthilfen in Sachsen-Anhalt

Das Land Sachsen-Anhalt hat 283 Millionen Euro an Soforthilfen an die Unternehmen im Land ausgezahlt. Das sagte Wirtschaftsminister Armin Willingmann auf einer Pressekonferenz. Insgesamt seien rund 47.200 Anträge eingegangen, davon seien 36.100 positiv beschieden worden. Das Land hätte 50 Millionen Euro übernommen, die restlichen 234 Millionen der Bund.

Konkret wurden rund 36.000 Unternehmen mit den Hilfen bedacht, vor allem Solo-Selbstständige und Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten. Im Durchschnitt wurden Willingmann zufolge rund 7.800 Euro ausgezahlt.

15:30 Uhr | Jubel für kubanische Helfer

Auf Kuba sind Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern mit großem Jubel begrüßt worden, die zu einem Corona-Einsatz in Italien waren. Präsident Díaz Canel überreichte den 52 medizinischen Fachkräften nach ihrer Landung am Flughafen von Havanna eine Medaille und eine rote Rose. Die Rückkehrer müssen nun für 14 Tage in Quarantäne.

15:23 Uhr | Wenig Verständnis für Corona-Proteste in Mitteldeutschland

Trotz Lockerungen protestieren regelmäßig bundesweit tausende Menschen gegen Coronamaßnahmen. Mit 71 Prozent zeigt der Großteil der mdrFRAGT-Gemeinschaft in der aktuellen Befragung wenig bis kein Verständnis für die Proteste. Zudem findet der Großteil der Befragten die Maßnahmen, die seit Aufkommen der ersten Pandemiefälle ergriffen wurden, rückblickend richtig.

14:39 Uhr | Spanien lässt 10.900 deutsche Urlauber einreisen

Nach dem Abflauen der Corona-Krise sollen deutsche Touristen als erste ausländische Urlauber ab Montag wieder nach Spanien einreisen dürfen. Das teilte die Regionalpräsidentin der Balearen, Francina Armengol, mit. Die Zahl der Urlauber sei auf 10.900 und die Gültigkeit auf die Baleareninseln begrenzt, also beispielsweise Mallorca. Spanischen Medien zufolge wurde Deutschland ausgewählt, weil die epidemiologische Lage dort sehr gut und ähnlich wie auf den Balearen ist. Eine zweiwöchige Quarantäne, wie zurzeit noch für alle aus dem Ausland nach Spanien Einreisenden vorgeschrieben, soll es auf den Balearen nicht geben.

14:10 Uhr | Sachsen beschließt zusätzlichen Pflegebonus

Beschäftigte in der Altenpflege in Sachsen sollen wie angekündigt einen zusätzlichen Pflegebonus in Höhe von 500 Euro bekommen. Das sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) heute nach der Kabinettssitzung. Damit kommen für rund 70.000 Pflegekräfte in Sachsen zu 1.000 Euro vom Bund bis zu 500 Euro hinzu. Die Kosten für das Land belaufen sich laut Köpping auf rund 30 Millionen Euro.

Zudem plant die die Koalition aus CDU, SPD und Grünen trotz drohender Einnahmeverluste weiter mit einem Etat 2021/2022 auf dem bisherigen Niveau von etwa 20,7 Milliarden Euro. Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) sagte: "Dabei müssen wir bedenken, dass wir die Steuerausfälle mit Schulden kompensieren."

13:50 Uhr | Ruhiges Infektionsgeschehen in Deutschland

Abgesehen von einzelnen Ausbrüchen bewegt sich die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland weiter auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Aus 124 von 412 Landkreisen wurden dem Robert Koch-Institut nach dessen Angaben in den vergangenen sieben Tagen keine neuen Fälle mehr gemeldet. Das entspricht einem Anteil von rund 30 Prozent. Kein Landkreis überschreitet demnach den Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Institutionen wie "Risklayer" oder die Johns-Hopkins-Universität stützen sich auf die durch die Gesundheitsämter oder andere staatliche Behörden vermeldeten Infektionsfälle. Diese Daten sind aktueller als jene des Robert Koch-Instituts, das seine Daten über eine längere Meldekette erfasst und nur einmal am Tag aktualisiert veröffentlicht.

13:27 Uhr | Normaler Betrieb in Kitas und Schulen

Ab 15. Juni sollen in Thüringen die Kindergärten und Grundschulen wieder täglich für alle Kinder öffnen. Für das neue Schuljahr werde ein Regelbetrieb an Schulen und Kindergärten geplant, teilte das Kabinett heute in Erfurt mit. Ähnlich wie in Sachsen soll es in Kitas und Grundschulen aber feste Gruppen und Bezugspersonen geben und möglichst keine Kontakte zu anderen Gruppen oder Klassen.

13:08 Uhr | Thüringen beendet Kontaktbeschränkungen

In Thüringen werden die wegen der Corona-Pandemie erlassenen Kontaktbeschränkungen am 13. Juni aufgehoben. In einer neuen Grundverordnung wird lediglich noch empfohlen, sich nur mit einem weiteren Haushalt oder mit maximal zehn Menschen zu treffen. Das hat das rot-rot-grüne Kabinett heute beschlossen und angekündigt.

12:59 Uhr | Neuer Todesfall im Kreis Sonneberg

Im Thüringer Kreis Sonneberg gibt es einen weiteren Todesfall nach einer Corona-Infektion. Ein 81 Jahre alter Mann sei gestern Abend im Klinikum Suhl gestorben, teilte das Landratsamt heute mit. Die Zahl der Todesfälle im Landkreis ist damit auf 21 insgesamt gestiegen.

12:30 Uhr | Moskauer dürfen jetzt wieder raus

Erstmals seit mehr als zwei Monaten haben die Bewohner von Moskau heute wieder ihre Häuser verlassen dürfen. Bei Sonnenschein waren viele auf den Straßen der russischen Hauptstadt. Seit Ende März war das Verlassen der Wohnungen nur in dringenden Fällen und mit Passierschein möglich. Bürgermeister Sergej Sobjanin begründete die Lockerung der Corona-Beschränkungen in der Zwölf-Millionen-Stadt jetzt damit, dass sich die Pandemie "nun seit mehreren Wochen langsam abschwächt". Zunächst müssen auch auf den Straßen nun aber Atemschutzmasken getragen werden, in öffentlichen Gebäuden und Transportmitteln zudem auch Handschuhe. Für ganz Russland meldeten die Behörden zuletzt einen Anstieg der Infektionen um 8.595 innerhalb von 24 Stunden auf 485.253 insgesamt.

12:15 Uhr | Täglich aktuelle Informationen aus den Ländern

In Thüringen werden heute weitere Lockerungen für Schulen erwartet. Das Vorhaben stößt auf Zustimmung und Kritik. Auch im Morgenticker aus Magdeburg geht es um das weitere Vorgehen in den Schulen in Sachsen-Anhalt, während unsere Kollegen in Dresden alle wichtigen Nachrichten zur Pandemie in Sachsen sammeln.

12:00 Uhr | Debatte über Demonstrationen

Nach den großen Anti-Rassismus-Kundgebungen am Wochenende wird über Infektionsschutz bei Demonstrationen debattiert. Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) schloss auch die Auflösung von Demos nicht aus, falls Auflagen nicht eingehalten werden. Im Deutschlandfunk sagte er, es brauche Auflagen und damit "auch eine Einschränkung des Demonstrationsgrundrechts".

In Berlin soll der Senat laut Grünen-Politikerin Antje Kapek über ein "ausreichendes Konzept für pandemiekonforme Demonstrationen" nachdenken. Auch der Berliner SPD-Innenexperte Tom Schreiber forderte klare Vorgaben. Da die Abstandsregel aber kaum einzuhalten sei, plädierte er im Inforadio des RBB dafür, nur Mund-Nase-Schutz vorzuschreiben. SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sprach im "Tagesspiegel" von einem "Sargnagel" für die Regeln. Sprechchöre verteilten Aerosole auf engstem Raum: "Zu viele Leute, zu wenige Masken, zu wenig Abstand, das ideale Super-Spreading-Event!" Es sei "besser, nur mit Plakaten und Bannern zu demonstrieren".

11:22 Uhr | Versorgungslücken in der häuslichen Pflege

Nach Angaben des Bundesverbands der privaten Anbieter sozialer Dienste sind viele der geschätzt rund 300.000 Hauswirtschafts- und Pflegehelferinnen aus Osteuropa wegen der Coronavirus-Pandemie abgereist und nicht wieder zurückgekehrt. Laut Geschäftsführer Bernd Tews, reißt das Versorgungslücken in der häuslichen Pflege auf. Viele der Helferinnen arbeiten in deutschen Haushalten, nicht wenige auch schwarz. Tewes zufolge hat die Pandemie aber auch erhebliche Auswirkungen auf die legale Zuwanderung von Pflegefachkräften.

10:52 Uhr | Polen schließt Kohle-Bergwerke

In Polens schlesischem Kohlerevier sind heute zwölf große Kohle-Bergwerke für drei Wochen geschlossen worden. Grund dafür ist, dass es mit bisherigen Maßnahmen nicht gelungen ist, die stärkere Coronavirus-Ausbreitung in Bergwerken der Region aufzuhalten.

10:30 Uhr | Sommer kritisiert Absage an Auto-Kaufprämie

Ex-DGB-Chef Michael Sommer hat das Nein der SPD-Führung zu einer neuen Autokauf-Prämie kritisiert. Sommer sagte MDR AKTUELL, damit stoße die Partei, der auch er angehöre, die Beschäftigten einer Kern-Industrie in Deutschland vor den Kopf. Sommer erinnerte dabei an die sogenannte Abwrack-Prämie in der Finanzkrise 2008, die "extrem erfolgreich" gewesen sei und geholfen habe, die Wirtschaft schnell wieder nach oben zu bringen.

10:11 Uhr | Frankreich hilft der Luftfahrtbranche

Frankreich will seiner Luftfahrtindustrie mit rund 15 Milliarden Euro helfen. Die Branche sei ein "nationaler Stolz", sagte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire. Der Sektor, zu dem auch Europas Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus gehört, dürfe nicht Konkurrenten in den USA oder China überlassen werden. Die stark von der Corona-Krise betroffene Branche hat in Frankreich fast 200.000 Mitarbeiter.

09:58 Uhr | Quarantäne für Schweden-Rückkehrer in Bayern

Auch Bayern schickt Schweden-Rückkehrer in Isolation. Das teilte das bayerische Gesundheitsministerium heute mit. Zuvor hatten bereits Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein eine Quarantäne-Pflicht für Menschen verhängt, die aus Schweden einreisen. Als Grund wird genannt, dass es in den vergangenen sieben Tagen in Schweden mehr als 50 Infizierte pro 100.000 Einwohner gegeben habe. Rückkehrer müssen den Regeln zufolge unverzüglich in die eigene Wohnung und dort 14 Tage bleiben. Außerdem muss das Gesundheitsamt informiert werden.

08:50 Uhr | Sachsen-Anhalt: Reguläre Schule nach den Ferien

In Sachsen-Anhalt soll nach den Sommerferien für alle Schüler wieder regulärer Unterricht stattfinden. Das kündigte Bildungsminister Marco Tullner (CDU) im MDR an. Er sagte aber, der Unterricht solle nicht mit regulärem Stoff starten, sondern mögliche Defizite aufarbeiten. Das Land hat den Unterricht bisher nur bis zum Schuljahresende geregelt. An Grundschulen soll es Mitte Juni wieder Präsenz-Unterricht für alle geben, an den übrigen bis zu den Ferien ein Wechselmodell.

08:37 Uhr | Deutschlands Ex- und Importe eingebrochen

Deutschlands Exporte sind im April um mehr als 30 Prozent eingebrochen. Wie das Statistische Bundesamt meldete, gingen die Ausfuhren wegen der Pandemie-Krise gegenüber April 2019 um 31,1 Prozent auf einen Wert von 75,7 Milliarden Euro zurück. Im Vergleich mit dem Vormonat ging es um 24 Prozent nach unten. Die Importe verringerten sich demnach um 21,6 Prozent gegenüber dem April im Vorjahr auf 72,2 Milliarden Euro. Den Angaben zufolge war das der "größte Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im August 1990".

07:10 Uhr | Angehörige in Italien fordern Konsequenzen

Angehörige von am Coronavirus gestorbenen Menschen in Italien erheben schwere Vorwürfe gegen die Behörden. Zu viele seien wegen Fahrlässigkeit und Inkompetenz gestorben, erklärte die Gruppe Noi Denunceremo ("Wir prangern an") vor auslandischen Journalisten in Rom. Sie setzt sich aus Familien von Menschen zusammen, die an der Lungenkrankheit starben. Im norditalienischen Bergamo wollten sie heute symbolisch 50 Strafanzeigen gegen Unbekannt einreichen.

"Wir erwarten, dass jemand Verantwortung übernimmt", sagte Cristina Longhini, die in Bergamo ihren 65 Jahre alten Vater verlor. Dessen Hausarzt habe einen Besuch abgelehnt und eine Ambulanz sei tagelang nicht gekommen, um ihn ins Krankenhaus zu bringen. "Zu viele Patienten sind zu spät in Krankenhäuser gekommen", sagte sie. Vor allem die Regionalregierung der Lombardei wurde kritisiert, weil sie nicht rechtzeitig mit Abgriegelungen reagiert habe. Sie weist die Vorwürfe zurück und auf die Regierung in Rom, die solche Entscheidungen hätte treffen müssen.

06:30 Uhr | Kulanz bei Pendler-Tickets gefordert

Der Fahrgastverband Pro Bahn Mitteldeutschland fordert für nicht genutzte Pendler-Tickets wegen der Corona-Krise Kulanz-Regelungen. Der Vorsitzende Ronny Hausdorf sagte MDR AKTUELL, die Pendler seien während der Pandemie größtenteils bei der Stange geblieben. Das müsse entsprechend honoriert werden, durch einen Ausgleich oder ein Sonderkündigungsrecht. Wer ein Pendlerticket etwa wegen Heimarbeit nicht nutzt, kann den Vertrag meist nicht kündigen. Auch Abonnement-Unterbrechungen sind kaum möglich.

06:15 Uhr | Mehr Tests in Bayern geplant

Weil die Pandemie in Bayern bisher glimpflicher verlaufen ist als befürchtet, werden einige extra errichtete Hilfskrankenhäuser wieder abgebaut. Die Testkapazitäten hingegen sollen massiv ausgebaut werden. Wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) ankündigte, sollen vor allem Personen mehr getestet werden, die als besonders gefährdet gelten oder in kritischen Berufen arbeiten.

05:15 Uhr | TK führt Video-App zur Fernbehandlung ein

Die Techniker Krankenkasse (TK ) bietet als erste gesetzliche Krankenkasse ärztliche Fernbehandlungen über eine Video-App an. "Unsere zum Jahresbeginn gestarteten Pilotversuche haben sich bewährt und stehen von jetzt an allen Versicherten zur Verfügung", sagte Kassenchef Jens Baas dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Gerade in Zeiten von Corona, aber auch darüber hinaus, wollen die Patienten einen unkomplizierten und komfortablen Zugang zum Arzt ohne Ansteckungsgefahr." Bei der Online-Sprechstunde stehen den mehr als zehn Millionen TK-Versicherten verschiedene Fachärzte zur Verfügung - für Krankheitsbilder vom grippalen über Magen-Darm-Infekte bis zu Rückenschmerzen und Corona-Symptomen. Dabei könnten auch Medikamente verordnet und Arbeitsunfähigkeit bescheinigt werden.

05:00 Uhr | Schutzmasken als Müll ein Problem

In Sachsen werden Schutzmasken zunehmend unachtsam weggeworfen. Das Landesumweltministerium rief deshalb bei MDR AKTUELL dazu auf, die Masken nur im Restmüll zu entsorgen, eingepackt in Papier- oder Kunststoffbeutel. Wer sie woanders hinwerfe, begehe eine Ordnungswidrigkeit. Auch für die Müllabfuhren sind die Masken ein Problem. Der Präsident des Verbands kommunaler Unternehmen, Patrick Hasenkamp, sagte, wenn sie auf den Straßen herumliegen, seien sie ein Infektionsrisiko. Zudem warnen Umweltverbände vor Kunststoffen und Drähten in den Masken und vor einer Gefahr auch für Tiere.

03.45 Uhr | USA: Forscher erwarten bis August 145.000 Tote

Laut einer Prognose der Johns-Hopkins-Universität könnten in den USA bis August etwa 145.000 Menschen dem Virus erlegen sein. Zu den Staaten mit den stärksten Zuwächsen gehören laut der Studie Michigan und Arizona, während Virginia, Rhode Island und Nebraska die stärksten Rückgänge aufweisen. Die Experten rechnen damit, dass die Massenproteste in US-Großstädten nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd erneute Ausbrüche auslösen könnten.

00:00 Uhr | "Bild": Fahrplan für Konjunkturpaket

Für die Umsetzung des 130 Milliarden Euro schweren Corona-Konjunkturpakets steht laut "Bild"-Zeitung jetzt ein Fahrplan. Demnach soll es in drei Teilen durch Bundestag und Bundesrat. Damit der erste Teil mit Mehrwertsteuersenkung, Kinderbonus und Steuererleichterungen für Unternehmen am 1. Juli in Kraft treten könne, sei eine Bundestags-Sondersitzung am 12. Juni geplant.

Der zweite Teil mit der nötigen Grundgesetzänderung für die Übernahme von Unterbringungskosten von Hartz-IV-Beziehern in Kommunen solle zum 1. Oktober kommen. Beratungen könnten vor der Sommerpause im Bundestag beginnen und im September auch im Bundesrat beschlossen werden. Alles weitere, etwa die Soli-Reduzierung und Änderung bei der Kfz-Steuer, könne im Herbst beraten werden und zum 1. Januar 2021 gelten.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Juni 2020 | 06:00 Uhr

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