Coronavirus-Pandemie Ticker: Sachsen verschärft Regeln bei Einreise aus ausländischen Risikogebieten

Sachsen verlangt ab Januar bei der Rückkehr aus ausländischen Risikogebieten einen negativen Corona-Test. Bundesgesundheitsminister Spahn hat betont, dass die Gehälter von Ärzten und Pflegepersonal in Kliniken gesichert sind. Das Dresdner Krematorium ist an seine Belastungsgrenze gestoßen. CDU-Gesundheitsexpertin Maag kritisiert die Terminvergabe für die Impfungen. Der Landkreis Sonneberg hat den Katastrophenfall ausgerufen. Die aktuellen Entwicklungen zur Pandemie im Ticker.

Unser Ticker am Dienstag, 29. Dezember 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:20 Uhr | Spahn verteidigt Impf-Tempo

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Kritik am Tempo der Corona-Impfungen in Deutschland und die Menge des zur Verfügung stehenden Impfstoffs zurückgewiesen. Spahn sagt der Bild-Zeitung, der Impfstoff sei für alle knapp. Deutschland habe aber viel Impfstoff bestellt. Man erwarte von den Herstellern Biontech und Moderna zusammen über 130 Millionen Impfdosen. Diese allein würden reichen, um im nächsten Jahr jedem, der geimpft werden will, ein Impfangebot zu machen. Zudem kaufe Deutschland alle Impfdosen auf, die andere Länder aus dem EU-Kontingent nicht nehmen würden. Spahn sagte, er sei sehr gespannt darauf, ob er nicht in einigen Monaten dafür kritisiert werde, dass Deutschland zu viel Impfstoff habe.

20:15 Uhr | Sachsen verlangt negativen Test bei Rückkehr aus ausländischen Risikogebieten

Sachsen verschärft die Corona-Regeln bei der Einreise aus ausländischen Risikogebieten. Gesundheitsministerin Petra Köpping sagte, ab 11. Januar sei nicht nur wie bisher häusliche Quarantäne Pflicht. Es müsse auch ein Corona-Test beim Gesundheitsamt vorgelegt werden. Die Testung dürfe bei der Einreise nicht länger als 24 Stunden zurückliegen. Sie könne aber auch bei der Einreise vorgenommen oder bis zu 48 Stunden danach nachgeholt werden. Die Kosten seien von den Reisenden selbst zu tragen. Danach müssen sich die Einreisenden für zehn Tage in häusliche Quarantäne begeben. Nach frühestens fünf Tagen können sie mit einem negativen Testergebnis die Quarantäne vorzeitig beenden. Grenzpendler müssen sich regelmäßig auf eigene Kosten testen lassen, mindestens zweimal wöchentlich.

19:15 Uhr | Klinik-Betten im Süden Sachsen-Anhalts werden knapp

Im Süden von Sachsen-Anhalt werden die Krankenhausbetten knapp. Die Naumburger Amtsärztin Ina Schmidt sagt, beispielsweise im Burgenlandkreis sei die Aufnahme von Corona-Patienten eingeschränkt - und zwar nicht nur für Intensivpatienten. Drei Kliniken im Kreis hätten zudem mit Personalsorgen zu kämpfen. So seien in Naumburg und Zeitz rund 90 Klinik-Beschäftigte selbst an Corona erkrankt oder wegen eines Ansteckungsverdachts in Quarantäne. Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand berichtete ebenfalls von einer angespannten Lage in den Kliniken der Stadt und in Merseburg. Vier von sechs Krankenhäusern meldeten bei der Auslastung die höchste Alarmstufe rot.

17:55 Uhr | Andrang im Thüringer Wald

Zahlreiche Spaziergänger zieht es zurzeit in den verschneiten Thüringer Wald. Die Stadt Suhl sieht deshalb die Kapazitäten bei den Parkplätzen am Limit, vor allem am Schneekopf. Zugleich wurden die Ausflügler aufgerufen, sich wegen der Corona-Pandemie an die geltenden Abstands- und Kontaktregeln zu halten.

17:25 Uhr | Klinik-Direktor appelliert an Kollegen: Lasst euch impfen

Der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Halle, Thomas Moesta, hat an medizinisches Personal appelliert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Moesta sagte MDR AKTUELL, Ärzte und Pflegepersonal sollten beispielhaft vorangehen. Skepsis und Vorsicht seien zwar bis zu einem gewissen Grad normal. Medizinisches Personal sei jedoch auch am nächsten an den Informationen zur Impfung. Laut Moesta wird die Impfung am Uniklinikum Halle von den Ärzten gut angenommen. Bis die gesamte Belegschaft die Möglichkeit erhalte, könne es noch bis Ende Februar dauern.

16:35 Uhr | Betrüger geben sich als Impfteam aus

Die Polizei warnt vor Betrügern im sächsischen Vogtlandkreis, die sich als vermeintliches Corona-Impfteam ausgeben. Anlass ist ein Fall aus Treuen im Vogtland. Wie die Polizei mitteilte, hatte ein Einwohner gemeldet, dass zwei Männer in weißen Jacken und mit Koffern bei ihm geklingelt hätten und vorgaben, ihn gegen Corona impfen zu wollen. Der Mann habe die mutmaßlichen Betrüger abgewimmelt und die Beamten informierte.

Die Polizei riet, Unbekannte nicht ins Haus zu lassen, die ohne Ankündigung vor der Tür stünden und sich als medizinisches Personal ausgäben. In Deutschland werden zunächst nur Bewohner von Pflegeheimen und medizinisches Personal geimpft. Er später erfolgt die Impfung weiterer Bevölkerungsgruppen in sogenannten Impfzentren.

16:05 Uhr | Dresdner Krematorium stößt an Kapazitätsgrenze

Das Dresdner Krematorium ist durch die hohe Übersterblichkeit in der Corona-Pandemie an seiner Belastungsgrenze angelangt. Nach Angaben der Stadt werden normalerweise 50 bis 60 Verstorbene pro Tag zur Einäscherung in das Krematorium gebracht. Derzeit sei es die doppelte Anzahl. Nach einem technischen Defekt könne das Krematorium zudem derzeit nur drei Viertel seiner Kapazität schaffen. Deshalb müssten 100 Tote nun in andere Krematorien Sachsens und zu einer Einrichtung in Thüringen gebracht werden.

15:35 Uhr | Werner kritisiert Debatte um Sonderrechte für Corona-Geimpfte

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner hat die Debatte über Sonderrechte für Corona-Geimpfte kritisiert.

Heike Werner (Die Linke), Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie
Heike Werner Bildrechte: dpa

Die Linken-Politikerin sagte, Privilegien seien kein gutes Argument, um die Impf-Akzeptanz zu erhöhen. Das schüre vielmehr das Misstrauen. Um viele Menschen für den Impfschutz zu erreichen, seien stattdessen mehr Aufklärung und Informationen nötig. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht sagte, solange nicht allen ein Impfangebot gemacht werden könne, seien Sonderrechte weder einzufordern noch anzubieten. Dies sei ein Gebot der Fairness und der Solidarität.

Der Präsident des Bundesverbands der Konzertveranstalter, Jens Michow, sprach sich gegen eine Trennung von geimpften und nicht geimpften Besuchern aus. Michow sagte MDR AKTUELL, er sehe dabei rechtliche Bedenken. Impfprivilegien widersprächen dem Grundsatz der Gleichbehandlung. Seine Branche habe im Moment allerdings andere Probleme und brauche eine wirtschaftliche Perspektive. Die Bundesregierung prüft derzeit ein gesetzliches Verbot von Sonderrechten für Menschen, die gegen das Coronavirus geimpft sind.

15:15 Uhr | Update: Spahn gibt Gehälter-Garantie für Kliniken ab

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat den Krankenhäusern garantiert, dass sie trotz finanzieller Nöte die Gehälter weiterzahlen können. Spahn sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland, die Regierung werde die Zahlungsfähigkeit der Krankenhäuser in der Krise sichern. Darauf könnten sich die Beschäftigten verlassen.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hatte gewarnt, dass viele Kliniken bald die Gehälter nicht mehr zahlen könnten. Laut dem neuen Krankenhaus-Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts ist ein großer Teil der Häuser in der Corona-Pandemie in Geldnot geraten – unter anderem, weil geplante Operationen verschoben werden mussten.

15:00 Uhr | Eisenacher Klinik stoppt Aufnahme von Corona-Patienten

Das Eisenacher St.-Georg-Klinikum nimmt vorerst keine Corona-Patienten mehr auf. Geschäftsführer Thomas Breidenbach sagte dem MDR, die Zahl der Betroffenen sei in den vergangenen Tagen stark auf jetzt 77 gestiegen. Um die normale Versorgung der Menschen in der Region nicht zu gefährden, habe er das Krankenhaus bei der Leitstelle für Corona-Erkrankte abgemeldet. Es müssten auch Patienten mit Beinbruch oder Herzinfarkt behandelt werden können.

14:05 Uhr | Erneut Anzeigen am Fichtelberg

Die Polizei will auch in den kommenden Tagen verstärkt die Einhaltung der Corona-Regeln am Fichtelberg kontrollieren. Nach Weihnachten hatte es dort einen regelrechten Ansturm von Ausflüglern gegeben. Die Sprecherin der Polizei in Chemnitz sagte, auch gestern seien 24 Anzeigen aufgenommen worden. Am Sonntag seien es 64 gewesen. Außerdem seien rund 200 Platzverweise ausgesprochen worden. In Sachsen gilt wegen der hohen Corona-Zahlen ein harter Lockdown mit Ausgangsbeschränkungen. Ohne triftigen Grund darf die Wohnung nicht verlassen werden.

13:55 Uhr | Ab Januar Impfpass in Russland

Russland will einen Impfpass für Menschen einführen, die sich gegen das Coronavirus haben impfen lassen. Laut Agentur Interfax plant das Gesundheitsministerium damit ab Januar. Vorgesehen ist demnach ein entsprechender Vermerk in einem staatlichen Internetportal. Viele Russen haben dort ein Konto mit allen persönlichen Daten, über das etwa staatliche Dienstleistungen abgewickelt werden können. Ob Geimpfte mit dem Impfpass Vorteile erhalten, ist zunächst nicht gesagt worden. In Russland sind Impfungen wie in Deutschland freiwillig.

13: 15 Uhr | Landkreis Sonneberg ruft Katastrophenfall aus

Der Landkreis Sonneberg hat den Katastrophenfall ausgerufen. Als Hauptgrund nannte Landrat Hans-Peter Schmitz die angespannte Situation in mehreren Pflege- und Betreuungseinrichtungen, im Rettungswesen sowie in den Krankenhäusern. Es gebe coronabedingt erhebliche Personalnot. Ziel der Maßnahme sei es, die zur Verfügung stehenden Kräfte zu bündeln. Zur Koordinierung sei eine Sanitätseinsatzleitung gebildet worden. Zudem sichere die Feststellung des Katastrophenfalles die ehrenamtlichen Helfer rechtlich ab.

12:25 Uhr | Kritik an Terminvergabe für Impfungen

Die CDU-Gesundheitsexpertin Karin Maag hat die Terminvergabe für die Corona-Impfung als zum Teil chaotisch bezeichnet. Die Bundestagsabgeordnete sagte in der "Augsburger Allgemeinen", es könne nicht sein, dass man eine Impfkampagne starte und dann keine Termine bekomme. Sie habe vergebens versucht, für ihre 85-jährige Mutter einen Impftermin unter der Nummer 116 117 zu reservieren. Sie sei auf die gleichnamige Handy-App verwiesen worden, wo die Terminvergabe aber noch nicht freigeschaltet sei.

In den Bundesländern ist die Terminvergabe unterschiedlich geregelt. In einigen Ländern lassen sich telefonisch oder im Internet bereits Termine vereinbaren, in anderen noch nicht. Seit heute können sich zum Beispiel in Schleswig-Holstein berechtigte Patienten bereits einen Termin geben lassen.

In Sachsen verweist das Deutsche Rote Kreuz als Betreiber der Impfzentren darauf, dass voraussichtlich bis Mitte Januar keine individuellen Termine für eine Corona-Schutzimpfung vergeben werden. Auch in Sachsen-Anhalt soll der Betrieb der Impfzentren erst in einigen Wochen anlaufen. Das Land hat angekündigt, zum Start der Terminvergabe eine Website freizuschalten. Termine können dann auch telefonisch vereinbart werden.

11:47 Uhr | Verschärfte Auflagen auch im Unstrut-Hainich-Kreis

Auch der Unstrut-Hainich-Kreis verschärft die Corona-Regeln und greift dabei zu einer Ausgangssperre auch tagsüber. Nach einer seit heute geltenden Allgemeinverfügung dürfen die Einwohner in dem Landkreis nur noch aus triftigen Gründen ihre Wohnungen verlassen und sich nur noch mit Angehörigen des eigenen Haushalts im Freien aufhalten. Ähnlich strenge Beschränkungen gelten seit gestern im Eichsfeldkreis.

11:25 Uhr | Minister verspricht stabile Lernplattform

Zum Schulstart in Sachsen-Anhalt am 11. Januar soll die digitale Lernplattform Moodle wesentlich flüssiger laufen als zuletzt. Wie Bildungsminister Marco Tullner (CDU) im MDR ankündigte, wird ein eigentlich erst für Februar geplanter Server-Umzug vorgezogen. Die Probleme vor Weihnachten waren dem Minister zufolge wegen zu geringer Serverkapazitäten entstanden. Zugleich erklärte Tullner, er gehe davon aus, dass Schülerinnen und Schüler noch bis Februar von zu Hause aus unterrichtet werden müssen.

10:30 Uhr | Polens Skispringer doch bei Vierschanzen-Tournee dabei

Die polnischen Skispringer dürfen nun doch beim Auftakt der Vierschanzentournee starten. Das gaben die Veranstalter am Morgen bekannt. Eine weitere Corona-Testreihe bei der Mannschaft um Titelverteidiger Dawid Kubacki und Olympiasieger Kamil Stoch war zuvor negativ ausgefallen. Das zuständige Gesundheitsamt Oberallgäu hatte daraufhin die Quarantäne für das Team aufgehoben. Die Tournee beginnt heute Nachmittag.

10:08 Uhr | Landkreis Nordhausen sagt Wahlen ab

Die Landratswahlen im Landkreis Nordhausen und die Bürgermeisterwahlen in Hohenstein und Werther sind nun offiziell abgesagt worden. Sie waren ursprünglich für den 28. Februar 2021 geplant. Hintergrund ist die angespannte Corona-Lage. Dadurch wären sowohl die Vorbereitung als auch die Wahl selbst erschwert worden, begründete das Landratsamt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

Update 09:31 Uhr | RKI erfasst bislang fast 42.000 Impfungen

Die Bundesländer kommen bei den Impfungen gegen das Coronavirus sehr unterschiedlich voran. Das zeigt eine Tabelle des Robert Koch-Instituts (RKI), die täglich aktualisiert wird. Demnach wurden bis zum Montagabend zum Beispiel in Brandenburg nur 107 Menschen geimpft, in Nordrhein-Westfalen dagegen mehr als 7.000. In Thüringen waren es 257 Impfungen, in Sachsen 857 und in Sachsen-Anhalt bereits fast 4.000. Insgesamt wurden bisher 41.962 Impfungen erfasst (Stand 29. Dezember 08:00 Uhr).

Das RKI lässt die Daten zur Impfung elektronisch erfassen. Autorisiertes Personal der Impfzentren und Impfteams könnten über die Webanwendung "Digitales Impfquotenmonitoring" die Daten eingeben und über eine gesicherte Internetverbindung täglich an die Bundesdruckerei übermitteln, wo im Auftrag des RKI die Daten zwischengespeichert und täglich abgerufen werden.

09:23 Uhr | Bundeswehr hilft in Zittauer Klinikum

Etwa 80 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr werden bis Mitte Januar das medizinische Personal im Klinikum Oberlausitzer Bergland unterstützen. Nach Informationen von MDR SACHSEN ist die Corona-Situation in der Zittauer Einrichtung weiterhin dramatisch. Vor zwei Wochen hatte der Ärztliche Leiter des Krankenhauses, Mathias Mengel, bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Er hatte öffentlich gesagt, dass Ärzte in seinem Klinikum wegen knapper Kapazitäten schon mehrfach die Triage anwenden mussten, also entscheiden, welchen Patienten bevorzugt medizinisch geholfen wird. Gestern bekräftigte er seine Äußerung.

08:46 Uhr | Krankenhäuser in Finanznot

Die deutschen Krankenhäuser warnen davor, bald schon die Gehälter ihrer Mitarbeiter nicht mehr bezahlen zu können. Nach Einschätzung der Deutschen Krankenhausgesellschaft befinden sich die Kliniken in einer dramatischen Situation. Präsident Gerald Gaß sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, die Bundesregierung müsse ihre Hilfen deutlich erhöhen. Von den geplanten Ausgleichszahlungen würden nur 25 Prozent der Kliniken erfasst. Im Frühjahr hatte es einen Rettungsschirm für alle Krankenhäuser gegeben, die Betten freihielten.

Nach den Plänen des Bundesgesundheitsministeriums sollen Klinken in besonders stark von der Pandemie betroffenen Gebieten Ausgleichszahlungen erhalten, wenn sie auf aufschiebbare Eingriffe verzichten und damit Betten freihalten.

Update 07:34 Uhr | Lage in Kliniken angespannt

Nach dem Impfstart in Deutschland bleibt die Auslastung der Krankenhäuser hoch. "Die Lage auf den Intensivstationen ist nach wie vor wirklich sehr angespannt", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung der Intensivmediziner (DIVI), Uwe Janssens, im ZDF. So gebe es etwa im Raum Aachen oder auch in Köln unter zehn Prozent freie Intensivbetten. Allein im Norden sei die Lage mit rund 30 Prozent freien Betten noch gut.

Zugleich warnte Janssens davor, dass sich der Mangel an Pflegekräften in Krankenhäusern infolge der Corona-Pandemie verstärken könnte. "Wir befürchten durch die monatelangen Belastungen, die die Pflegekräfte jetzt mitgemacht haben auf den Intensivstationen, dass wir Anfang kommenden Jahres Leute haben werden, die unter der Last zusammenbrechen und nicht mehr resilient genug sind und tatsächlich dann ins Aus gehen", sagte er.

07:20 Uhr | Appell für weiteren Ausgleich für Kommunen

Der Deutsche Städtetag warnt vor Finanzierungslücken in den Kommunen und pocht auf Entlastung durch Bund und Länder. Der Präsident des Städtetags und Leipziger Oberbürgermeister, Burkhard Jung, sagte, er appelliere deshalb an Bund und Länder, ihre gute Entscheidung aus 2020 zu erneuern. "Wir brauchen auch 2021 und 2022 einen Ausgleich der Gewerbesteuerverluste der Kommunen." Im neuen Jahr werde das Aufkommen der Gewerbesteuer bundesweit um etwa 6,6 Milliarden Euro geringer ausfallen als ursprünglich erwartet.

07:08 Uhr | RKI meldet weitere 850 Tote

Dem Robert Koch-Institut sind am Montag 852 neue Corona-Todesfälle gemeldet worden. Der bisherige Höchststand war Mitte Dezember mit 952 Toten registriert worden. Die Zahl der neuen Corona-Fälle stieg laut Risklayer-Projekt innerhalb eines Tages um 13.676. Das sind etwa 9.000 weniger als vor einer Woche. Allerdings sind die Werte wegen der zurückliegenden Feiertage und weniger Tests nur bedingt vergleichbar.

07:00 Uhr| Gesundheitsämter warten auf Bundeszuschüsse

Zahlreiche Gesundheitsämter warten noch immer auf das vom Bund versprochene Geld für die digitale Ausstattung. Das erklärte der Bundesverband der Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes auf Anfrage von MDR AKTUELL. Vorstandsvorsitzende Ute Teichert sagte, das Geld sei noch nicht flächendeckend ausgezahlt worden. Der Landkreistag von Sachsen-Anhalt bestätigte, dass die Verträge über insgesamt 1,4 Millionen Euro erst im Januar fertig werden sollen. In Sachsen wurden nach Angaben des Sozialministeriums bereits rund 2,5 Millionen Euro ausgezahlt.

Der Bund hatte im Mai insgesamt 50 Millionen Euro für die Digitalisierung der Gesundheitsämter zugesichert. Bislang melden viele Ämter die Coronainfektionszahlen noch per Fax.

06:45 Uhr | Gesetz gegen Sonderrechte für Geimpfte wird geprüft

Die große Koalition prüft ein gesetzliches Verbot von Sonderrechten für Corona-Geimpfte bei Privatunternehmen. Der rechtspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Fechner, sagte der "Welt", Ungleichbehandlungen von Menschen mit und ohne Impfschutz müssten ausgeschlossen werden. Es sei nicht hinnehmbar, dass etwa Fluggesellschaften nur Geimpfte mitnähmen oder Restaurants Nicht-Geimpften den Zutritt verwehrten. CSU-Rechtsexperte Volker Ullrich verwies darauf, dass für den Staat schon jetzt ein allgemeines Diskriminierungsverbot gilt. Im privatwirtschaftlichen Bereich gebe es dagegen eine Regelungslücke, die man schließen müsse.

06:25 Uhr | Deutlich mehr Fälle von Diskriminierung

Die Corona-Pandemie hat offenbar zu mehr Fällen von Diskriminierung geführt. Wie der Leiter der zuständigen Bundesbehörde, Bernhard Franke, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" sagte, ist der Bedarf nach Beratung drastisch gestiegen. Bis Ende November seien mehr als 6.000 Fälle registriert worden. Im Vorjahreszeitraum seien es nur 3.200 gewesen. Zunächst seien Menschen mit asiatischem Aussehen diskriminiert worden. Dann habe es Sinti und Roma getroffen, deren Wohnhäuser abgeriegelt worden seien. Außerdem hätten sich Menschen mit türkischem oder arabischem Hintergrund unter Generalverdacht gestellt gefühlt. Grund seien Infektionen auf Hochzeiten gewesen. In Krisen gibt es laut Franke die Tendenz, Sündenböcke zu suchen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 29. Dezember 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Dezember 2020 | 06:00 Uhr

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