Coronavirus-Pandemie Corona-Ticker: Merkel begründet längeren Lockdown mit Virus-Mutation

Bund und Länder haben sich auf einen längeren Lockdown und eine schärfere Maskenpflicht geeinigt. Bundeskanzlerin Merkel begründet das mit der Virus-Mutation. Zudem plant der Bund Nachbesserungen bei Unternehmenshilfen. Der Virologe Kekulé hält eine Zero-Covid-Strategie für illusorisch. Die AfD fordert ein sofortiges Ende des Lockdowns. Die Zahl der Neuinfektionen ist auf den niedrigsten Stand seit Oktober gesunken.

Unser Ticker am Dienstag, 19. Januar 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:47 Uhr | Merkel: Inzidenz von 50 bis Mitte Februar möglich

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält es nach den Beschlüssen des Corona-Gipfels für möglich, bis Mitte Februar in Deutschland die angestrebte Sieben-Tage-Inzidenz von maximal 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner zu erreichen. Es sei nicht richtig zu sagen, dieses Ziel liege außerhalb der Reichweite, sagte Merkel: "Wir würden es nicht beschließen, wenn man sagen würde, es hat überhaupt gar keine Chance."

22:40 Uhr | Sachsen und Sachsen-Anhalt kündigen Umsetzung an

Auch Sachsen und Sachsen-Anhalt wollen die Vereinbarungen von Bund und Ländern umsetzen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte: "Wir haben uns vorgenommen, bis zum 14. Februar, das sind jetzt vier Wochen, sehr konsequent Kontakte runterzufahren und diszipliniert zu sein." Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff forderte zudem alle Kreise und kreisfreien Städte mit einem Inzidenzwert von über 200 auf, härtere Regeln zu beschließen.

22:32 Uhr | Ramelow kündigt Umsetzung in Thüringen an

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat nach den Beratungen mit seinen Länderkollegen und Bundeskanzlerin Angela Merkel angekündigt, die Beschlüsse der Runde im Freistaat umsetzen zu wollen. "Ich sehe keine Veränderung, die nicht dem MPK-Beschluss von heute entsprechen würde", sagte Ramelow .

22.05 Uhr | Merkel: Der Gefahr des mutierten Virus vorbeugen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Februar mit der Gefahr des mutierten Coronavirus begründet. Merkel sagte nach den Beratungen mit den Ministerpräsidenten: "Wir müssen jetzt handeln". Noch sei Zeit, der Gefahr vorzubeugen. Sonst könnten die Zahlen stark steigen. Bisherige Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass dieses mutierte Virus sehr viel ansteckender sei.

21:47 Uhr | Arbeitgeber müssen Homeoffice ermöglichen

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie müssen Arbeitgeber ihren Beschäftigten künftig das Arbeiten im Homeoffice überall dort ermöglichen, wo es die Tätigkeiten zulassen.

21:44 Uhr | Medizinische Masken in Geschäften und in der Bahn

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie wird die Maskenpflicht verschärft. In öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften müssen künftig sogenannte OP-Masken oder Mund-Nase-Bedeckungen mit den Standards KN95/N95 oder FFP2 getragen werden. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder am Dienstag vereinbart.

21:42 Uhr | Merkel: Lockdown bis zum 14. Februar

Der bis Ende Januar befristete Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland wird bis Mitte Februar verlängert. Das teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder mit.

21:30 Uhr | Update: Offenbar Differenzen beim Thema Schulschließung

In der Debatte von Bund und Ländern hat es offenbar Differenzen zwischen Bundeskanzlerin Merkel und den Ministerpräsidenten über eine weitere Schließung von Schulen gegeben. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, man sei sich zwar mittlerweile einig, dass die Schulen bis zum 14. Februar prinzipiell geschlossen bleiben. Es gebe aber Differenzen bei möglichen Ausnahmen. Die Nachrichtenagentur DPA berichtet, einige Länder wollten den härteren Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht mitgehen. Merkel, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hätten dann in kleiner Runde darüber beraten, wie ein Kompromiss erzielt werden könnte. Laut "Bild"-Zeitung war auch Finanzminister Olaf Scholz dabei. Ein Ende der Beratungen ist noch nicht absehbar.

20:46 Uhr | Zahl der Toten in den USA über 400.000

Die Zahl der Corona-Toten in den USA hat zum Ende der Amtszeit von Präsident Donald Trump die Schwelle von 400.000 überstiegen. Das geht aus Angaben der Johns-Hopkins-Universität hervor. Mit mehr als 24 Millionen Infektionen gibt es in den USA mehr registrierte Ansteckungen als in jedem anderen Land der Welt.

19:52 Uhr | Neuer Höchststand an Todesfällen in Großbritannien

Großbritannien hat einen neuen Höchststand an Coronatoten verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden wurden in dem Land 1.610 Todesfälle gemeldet. Laut Gesundheitsbehörde ist das die höchste Zahl seit Beginn der Coronavirus-Pandemie. Die Anzahl der Neuinfektionen lag mit etwas über 33.000 Fällen niedriger als in den vergangenen Tagen. Die Behörde sprach von einem Zeichen dafür, dass die Lockdown-Maßnahmen griffen. Doch ähnlich wie bei den Todesfällen zeigt die Tendenz bei der Zahl der Krankenhauseinweisungen weiterhin nach oben. 

19:40 Uhr | Kretschmer: Längerer Lockdown und schärfere Maskenpflicht

Bund und Länder haben sich im Kampf gegen die Corona-Pandemie auf eine schärfere Maskenpflicht verständigt. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer sagte dem MDR, in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften müssten medizinische Masken getragen werden. Das seien sogenannte OP-Masken oder auch FFP2-Masken. Die sogenannten Alltagsmasken aus Stoff reichten künftig nicht mehr. Laut Kretschmer sollen Ausgangsbeschränkungen nicht weiter verschärft werden. Einig sind sich Bund und Länder demnach, den Lockdown bis 14. Februar zu verlängern.

19:20 Uhr | Kipping kritisiert Arbeitgeber wegen Homeoffice

Linken-Chefin Kipping hat den Widerstand der Arbeitgeber gegen die geplante Ausweitung der Homeoffice-Möglichkeiten scharf kritisiert. Kipping sagte in Berlin, sie habe den Eindruck, die Arbeitgeberseite mache hier auf Corona-Verharmlosung. Ihre Reaktion auf die Pläne der Bundesregierung sei verantwortungslos hoch zehn. Die Arbeitgeberverbände hatten der Bundesregierung zuvor bürokratischen Aktionismus beim Thema Homeoffice vorgeworfen. Bundesarbeitsminister Heil will die Betriebe verpflichten, ihrer Belegschaft die Möglichkeit zum Arbeiten zu Hause anzubieten, sofern es möglich ist.

18:20 Uhr | Kekulé: Zero-Covid-Strategie ist illusorisch

Der Virologe Alexander Kekulé hält es für illusorisch, die Corona-Infektionszahlen auf null drücken zu wollen. Mehrere Wissenschaftler haben Bundeskanzlerin Merkel eine "Zero Covid"-Strategie mit einem kurzen, harten Lockdown vorgeschlagen. Kekulé sagte MDR AKTUELL, die Idee sei natürlich schön. Aber das hätte man zu Beginn der Pandemie machen müssen. Beim derzeitigen Infektionsgeschehen würde es 14 Wochen dauern, um mit einem Herunterfahren des gesamten Arbeitslebens und einer weiteren Einschränkung der Kontakte die gewünschte Inzidenz von 0 zu erreichen. Um diese dann zu halten, müssten zudem alle EU-Länder mitmachen. Das halte er derzeit für ausgeschlossen.

17:55 Uhr | Gina Lollobrigida lässt sich impfen: Habt keine Angst!

Gina Lollobrigida
Gegen Corona geimpft: Gina Lollobrigida Bildrechte: imago images/Independent Photo Agency Int.

Italiens Schauspiel-Ikone Gina Lollobrigida hat sich gegen Corona impfen lassen. Die 93-Jährige sagte dem "Corriere della Sera", sie denke, "dass die Impfung eine gute Gelegenheit ist, um zu zeigen, dass wir, wenn wir alle das Richtige tun, aus der Pandemie herauskommen können." Der Star aus 50er-Jahre-Filmen wie "Fanfan, der Husar" und "Der Glöckner von Notre Dame" fügte hinzu: "Ich möchte allen sagen, dass sie keine Angst haben müssen."

17:11 Uhr | Bund plant Nachbesserungen bei Corona-Hilfen

Die Bundesregierung bessert bei den Corona-Hilfen nach. Nachdem Unternehmen und ihre Verbände über Antrags- und Auszahlungsschwierigkeiten geklagt hatten, kündigten nun Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Finanzminister Olaf Scholz an, die Corona-Hilfen aufzustocken und zu vereinfachen. So sollten etwa Abschlagszahlungen bei der Überbrückungshilfe auf 100.000 Euro verdoppelt werden. Selbstständige könnten eine höhere Kostenpauschale von 7.500 Euro bekommen. Für die Antragsberechtigung gilt laut Scholz künftig nur noch ein Kriterium: Unternehmen müssten für die Fördermonate einen Umsatzrückgang von mindestens 30 Prozent zum Vorjahr nachweisen.

16:49 Uhr | Impfzentrum in Magdeburg öffnet erst im Februar

In Magdeburg wird das Impfzentrum nicht vor Februar öffnen. Das teilte Oberbürgermeister Lutz Trümper dem MDR mit. Urspünglich war als Termin der nächste Montag geplant. Trümper sagte, dieser müsse wegen der geringeren Lieferung von Biontech/Pfizer verschoben werden. Zuerst müsse mit mobilen Teams in den Pflegeheimen zu Ende geimpft werden. Vier Heime stünden noch aus. Sobald aber neue Dosen kämen, werde es Termine für Menschen über 80 Jahre geben. Auch hochgefährdete Berufsgruppen stünden oben auf der Liste. Bei der Terminvergabe würden das Sozialdezernat der Stadt und die Krankenkassen helfen.

16:34 Uhr | Bisher nur wenig Ergebnisse aus Corona-Tests an Sachsens Schulen

Der freiwillige Corona-Schnelltest zum Schulstart der Abschlussklassen in Sachsen hat bislang wenig Resultate ergeben. Das Kultusministerium in Dresden teilte mit, bisher lägen von 12.190 Mädchen und Jungen Testergebnisse vor. 23 von ihnen seien positiv. Wie viele der insgesamt rund 50.000 Jugendlichen in den sächsischen Abschlussklassen überhaupt getestet wurden, könne noch nicht gesagt werden.

Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen lernen in Sachsen seit Montag in geteilten Gruppen wieder in der Schule. An den freiwilligen Schnelltests haben laut Kultusministerium bislang auch 3.745 Beschäftigte aus dem pädagogischen Personal teilgenommen. Von ihnen seien acht positiv getestet worden.

16:23 Uhr | EU-Kommission hält 70 Prozent Impfquote bis zum Sommer für machbar

Die EU-Kommission hat den 27 Mitgliedsländern das Ziel vorgegeben, bis zum Sommer mindestens 70 Prozent der Erwachsenen gegen das Coronavirus zu impfen. Bis März sollten mindestens 80 Prozent der Über-80-Jährigen sowie 80 Prozent der Mitarbeiter im Gesundheitswesen geimpft sein.

Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas sagte, dafür müsse die Versorgung mit Impfstoffen aufgestockt werden. Die EU arbeite mit den Herstellern zusammen, um die Produktionskapazitäten zu maximieren. "Diese Ziele sind erreichbar", versicherte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Mit den beiden bereits in der EU zugelassenen Mitteln und zwei weiteren Impfstoffkandidaten, die bald genehmigt werden könnten, stehe genug Impfstoff bereit.

16:00 Uhr | Impftourismus nach Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt gibt es 14 Impfzentren. Einige Menschen, die dort bereits einen Termin erhalten haben, kommen aber auch aus anderen Bundesländern. Woran das liegt, erklärt Reporter Ulrich Wittstock.

15:50 Uhr | Sachsen will Vergabe von Impfterminen erleichtern

In Sachsen soll es künftig leichter werden, einen Termin für die Corona-Impfung zu vereinbaren. Der Vorstandsvorsitzende des DRK Sachsen, Rüdiger Unger, sagte MDR AKTUELL, sowohl am Internetportal als auch am Callcenter würden Verbesserungen vorgenommen. Unger betonte, es sei das erste Mal, dass das DRK eine solche Impfkampagne organisiere und plane. Dabei passierten auch Fehler. Derzeit könnten jedoch ohnehin keine neuen Termine vergeben werden. Grund sei der Mangel an Impfdosen. Der Bestand werde Donnerstag oder Freitag aufgebraucht sein. Sozialministerin Petra Köpping hatte gestern zwischenzeitlich davon gesprochen, dass das Serum bis Montag reicht. Unger betonte aber, für jeden Bürger, der die erste Impfung erhalten habe, sei die zweite garantiert.

15:36 Uhr | Thüringer Grüne für schnelleres Impfen von Lehrern

Die Thüringer Grünen-Fraktionschefin im Landtag, Astrid Rothe-Beinlich, hat vorgeschlagen, Lehrer früher zu impfen als bislang geplant. Rothe-Beinlich sagte, sie glaube, das würde mehr Sicherheit geben und für mehr Ruhe sorgen. Lehrer sind in der Impfreihenfolge in der dritten Kategorie mit "erhöhter Priorität" - zusammen mit Polizisten, Feuerwehrleuten, Apothekenpersonal und Erzieherinnen. Rothe-Beinlich forderte, alle, die im Moment in Präsenz arbeiten müssen, bei der Impfreihenfolge höher zu stufen.

15:17 Uhr | Brasilien startet Corona-Impfungen

In Brasilien haben landesweit die Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Zwei Tage nach dem Impfstart im Bundesstaat São Paulo erklärte Gesundheitsminister Eduardo Pazuello, man habe entschieden, mit dem Impfen zu beginnen. Alle 27 Bundesstaaten Brasiliens würden mit Impfstoff versorgt und könnten dann sofort mit den Impfungen beginnen.

Verimpft werden zunächst sechs Millionen Dosen des chinesischen Impfstoffs CoronaVac. Dieses Mittel hatte der Gouverneur von Sao Paulo organisiert - gegen den Widerstand der Zentralregierung von Präsident Jair Bolsonaro.  Dieser wollte keinen Impfstoff aus China. Sein Versuch, in Indien den dort hergestellten Impfstoff von AstraZeneca zu kaufen, scheiterte aber. Nun muss Sao Paulo seine Impfdosen mit dem ganzen Land teilen.

14:40 Uhr | Bund-Länder-Beratungen gestartet

Am Nachmittag haben die Beratungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie begonnen. Bereits vorab zeichnete sich eine Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Februar ab. Laut der Beschlussvorlage des Bundes für das Treffen sollen auch Schulen frühestens Mitte Februar wieder öffnen. Außerdem soll im Öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen das Tragen einer medizinischen Schutzmaske Pflicht werden. Dazu gehören FFP2- und OP-Masken. Alltagsmasken sind dann nicht mehr erlaubt.

Daneben erwägen Bund und Länder, mehr Druck auf Arbeitgeber zu machen, um mehr Homeoffice zu ermöglichen. Dazu werde das Bundesarbeitsministerium eine Verordnung erlassen, heißt es in dem Papier. Uneinigkeit herrscht über mögliche Verschärfungen etwa bei Ausgangsbeschränkungen.

14:15 Uhr | Bayern - Alkoholverbot im öffentlichen Raum gekippt

In Bayern ist das landesweite Alkoholverbot im öffentlichen Raum gekippt worden. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof erklärte, dass nach dem Infektionsschutzgesetz ein Alkoholverbot nur an bestimmten öffentlichen Plätzen angemessen sei. Mit dem pauschalen Verbot habe die Landesregierung ihre Kompetenz überschritten. Seit Dezember war es nicht mehr erlaubt, im öffentlichen Raum etwa Glühwein zu trinken.

14:05 Uhr | 300 statt zehn Mitarbeiter im Dresdner Gesundheitsamt

Das Dresdner Gesundheitsamt ist für den Kampf gegen die Pandemie massiv aufgestockt worden. Nach Angaben der Stadtverwaltung sind seit Mitte Januar fast 300 Mitarbeiter mit Corona-Aufgaben befasst. Vor der Pandemie arbeiteten demnach nur zehn im Infektionsschutz. Die zusätzlichen Mitarbeiter kommen aus anderen Verwaltungsbereichen, von der Hochschule Meißen oder wurden von der Bundeswehr abkommandiert. Sie sollen bei der Kontaktnachverfolgung, der Quarantäne-Kontrolle und der Beratung von Pflegeeinrichtungen helfen.

13:20 Uhr | AfD will Lockdown beenden

Die AfD hat ein Ende des Lockdowns verlangt. In einem Papier von Abgeordneten im Bundestag und in den Landtagen heißt es: "In allen Einrichtungen und Betrieben des kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens, in denen die Hygieneregeln umgesetzt werden, muss sofort eine Öffnung erfolgen." Sofort sollen demnach Hotels, Gaststätten, Geschäfte, Kirchen, Sportstätten und kulturelle Einrichtungen öffnen. Zugleich sollten ältere und gefährdete Menschen verstärkt geschützt werden, etwa durch Sonder-Öffnungszeiten im Einzelhandel. Die AfD rief Bund und Länder auf, die "unverhältnismäßigen Grundrechtseinschränkungen" sofort zu beenden. Ähnlich hatte sich bereits AfD-Chef Chrupalla Anfang Januar bei MDR AKTUELL geäußert.

12:56 Uhr | Russischer Impfstoff angeblich 100-prozentig wirksam

Der zweite russische Impfstoff "EpiVacCorona" hat nach Angaben der Gesundheitsbehörden eine 100-prozentige Wirksamkeit. Das meldet die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf klinische Studien. Das Vakzin wurde vom sibirischen Vector-Institut entwickelt und seit November in Massentests erprobt. Der erste zugelassene russische Impfstoff "Sputnik V" hat nach offiziellen Angaben laut Zwischenergebnissen eine Wirksamkeit von 92 Prozent, er wird in mehreren Ländern eingesetzt.

12:25 Uhr | Bayern gibt FFP2-Masken an Bedürftige aus

Bayerns Gesundheitsministerium hat damit begonnen, 2,5 Millionen FFP2-Masken für sozial Schwache an die Kommunen zu verteilen. Nach Ministeriumsangaben soll jeder sozial Schwache fünf solche Masken erhalten, die einen Großteil der Coronaviren rausfiltern. Hintergrund ist der Protest von Opposition und Wohlfahrtsverbänden gegen die seit Montag in Bayern geltende Pflicht zum Tragen der relativ teuren FFP-Masken im Nahverkehr und beim Einkaufen. Bessere Schutzmasken in der Öffentlichkeit sind heute auch Thema beim Bund-Länder-Krisengipfel. Die Bundesregierung favorisiert im Einzelhandel und ÖPNV preiswertere OP-Masken.

11:49 Uhr | Verfassungsrechtler: Sonderrechte für Geimpfte zulässig

Der Thüringer Verfassungsrechtler Michael Brenner bewertet Sonderrechte für Corona-Geimpfte als grundgesetzkonform. Der Jurist an der Uni Jena sagte MDR THÜRINGEN, Menschen, die für andere keine Gefahr darstellten, dürften die vom Grundgesetz geschützten Freiheitsrechte nicht verwehrt werden. Bedingung sei jedoch, dass Geimpfte Sars-CoV-2 nicht mehr übertragen könnten. Dieser medizinische Nachweis fehle bisher. Erst dann seien sachliche Gründe für Restriktionen nicht mehr gegeben. Geimpften dann weiterhin das Reisen, den Restaurant- oder Kinobesuch zu verwehren, sei verfassungsrechtlich nicht vertretbar und könnte zu einer Klagewelle führen. Zuvor hatten sich Thüringens Innenminister Georg Maier und Außenminister Heiko Maas (beide SPD) für Privilegien Geimpfter ausgesprochen. Gegner warnen vor einer indirekten Impfpflicht, die die allgemeine Impfbereitschaft gefährde.

11:15 Uhr | Jobcenter muss Schülerin Computer stellen

Ein Jobcenter in Nordthüringen muss einer Schülerin einen internetfähigen Computer für den Online-Unterricht beschaffen. Das hat das Landessozialgericht entschieden. Dabei geht es um eine Achtklässlerin, deren Familie Hartz-IV-Hilfen bezieht. Ihre Mutter beantragte beim Jobcenter die Übernahme der Kosten für einen Computer mit Drucker und Zubehör. Doch Jobcenter und auch das Sozialgericht Nordhausen lehnten ab. Eine Beschwerde beim Landessozialgericht hatte nun Erfolg unter Verweis auf das Recht auf Bildung und Chancengleichheit auch bei geschlossenen Schulen. Allerdings muss das Jobcenter nur 500 Euro beisteuern, die Klägerin hatte mehr verlangt. Laut dem Urteil ist auch gebrauchte Technik zumutbar.

11:01 Uhr | Großbritannien hat höchste Corona-Todesrate

Großbritannien verzeichnet relativ zur Bevölkerung derzeit die meisten Corona-Todesfälle. Im Sieben-Tage-Durchschnitt waren es zuletzt mehr als 16,5 Tote pro einer Million Menschen. Das ergab eine Auswertung der Universität Oxford auf Basis der Daten der Johns Hopkins Universität in den USA. Demnach liegen die Briten knapp vor Tschechien und Portugal und deutlich vor Deutschland und den USA, die beide in diesem Zeitraum im Schnitt etwa neun Todesopfer pro einer Million Einwohner verzeichneten.

10:35 Uhr | Bund will Lockdown bis 15. Februar und medizinische Masken in Öffentlichkeit

Das Bundeskanzleramt strebt eine Verlängerung der derzeitigen Lockdown-Auflagen bis zum 15. Februar an. Das geht aus einer Beschlussvorlage für die Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Regierungschefs der Länder heute Nachmittag hervor. Im Nahverkehr und in Geschäften soll eine Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken eingeführt werden. Begründung: OP-Masken oder FFP2-Masken hätten eine höhere Schutzwirkung als Alltagsmasken aus Stoff. Neben den relativ teuren FFP2-Atemschutzmasken sollen also auch preiswerte OP-Masken erlaubt werden. Nach Reuters-Informationen sollen Schulen grundsätzlich erst nach dem 15. Februar geöffnet werden.

09:51 Uhr | Müller sieht Wirtschaft in der Pflicht

Die Länder drängen beim Krisengipfel heute mit Bundeskanzlerin Angela Merkel vor allem auf weitere Einschnitte im Arbeitsleben. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sagte im ARD-Morgenmagazin, es gebe bisher sehr harte Maßnahmen im Privatbereich, da sei das "Ende der Fahnenstange" erreicht. Spielraum sieht der Vorsitzende der MP-Konferenz im Wirtschaftsleben, etwa bei der Ausweitung von Homeoffice. Beim ersten Lockdown im März und April seien deutlich weniger Menschen auf den Straßen gewesen. Der SPD-Politiker sprach sich dafür aus, die sogenannte Präsenzpflicht "umzudrehen": Arbeitgeber müssten dann begründen, warum ihre Mitarbeiter ins Büro kommen sollen. Bundesweite Ausgangssperren sowie eine FFP2-Masken-Pflicht lehnte Müller ab.

09:10 Uhr | Wagenknecht gegen Shutdown der Wirtschaft

Die Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht lehnt ein komplettes Herunterfahren der Wirtschaft im Kampf gegen die Pandemie ab. Wagenknecht sagte MDR AKTUELL, wenn Deutschland eine Insel wäre und keinen Kontakt zur Außenwelt hätte, wäre das ein plausibler Vorschlag. Man sehe aber am Beispiel Irlands, dass eine solche Maßnahme nur sehr kurzfristig wirke. Man sollte daher vor allem die Risikogruppen besser schützen. 70 Prozent der Corona-Todesopfer seien Menschen in Pflegeheimen.

08:41 Uhr | Erstmals seit Monaten weniger als 10.000 Neuinfektionen

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen in Deutschland ist erstmals seit Oktober wieder unter die Marke von 10.000 gesunken. Das Risklayer-Projekt erfasste gestern bundesweit 9.193 Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz bundesweit sank auf 142, in Mitteldeutschland liegt sie bei 261. In Sachsen wurden 557 neue Ansteckungen erfasst, in Thüringen 446 und 318 in Sachsen-Anhalt. Jedoch ist das Niveau der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 weiter hoch, das RKI zählte 989 neue Fälle.
Regionale Meldungen zur Pandemie aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

08:20 Uhr | Brysch für Auslagerung gesunder Heimbewohner

Patientenschützer verlangen von der Politik eine Kehrtwende beim Schutz von Pflegeheimbewohnern. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", die heiminterne Trennung von Infizierten und Nichtinfizierten sei gescheitert. Daher müssten Heimbewohner mit negativem PCR-Test künftig an einen sicheren Ort verlegt werden. Brysch kritisierte, auch die diskutierten Lockdown-Verschärfungen seien zum Schutz der Heime völlig unzureichend. Es dürfe nicht sein, dass je nach Region bis zu 90 Prozent der Covid-Toten Pflegeheimbewohner seien.

07:41 Uhr | Sachsen für Lockdown bis Mitte Februar

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich offen für eine Verlängerung des Lockdowns bis 14. Februar gezeigt. Kretschmer sagte MDR AKTUELL, dafür gebe es gute Gründe. So hätten die Virusmutationen in Großbritannien und Irland eine Verzehnfachung der Infektionen bewirkt. Einen kompletten Lockdown der Wirtschaft und des Nahverkehrs schloss Kretschmer aus. Stattdessen wolle er mit seinen Länderkollegen heute über eine FFP2-Maskenplicht in Bussen und Bahnen reden. Kretschmer zufolge zeigen die bisherigen Maßnahmen Wirkung. Die Zahl der Neuinfektionen sinke, doch bis zum Niveau im letzten Sommer fehle noch einiges. Erst dann seien Lockerungen möglich.

07:28 Uhr | Lehrerverband drängt auf klaren Hygieneplan

Der Deutsche Lehrerverband fordert eine klare Regelung für den Infektionsschutz in Schulen. Präsident Heinz-Peter Meidinger sagte der "Rheinischen Post", er erwarte von Bund und Ländern heute "endlich einen an Infektionszahlen gebundenen Hygienestufenplan für den Schulbetrieb". Dieser müsse regeln, ab welchem Infektionsgeschehen welche Unterrichtsform für welche Altersgruppe möglich sei – also abgestuft Präsenzunterricht, Wechselbetrieb oder Distanzunterricht. Abschlussklassen und die Primarstufe müssten bevorzugt berücksichtigt werden. Zudem forderte Meidinger, Lehrkräfte frühzeitig zu impfen, zumindest über 60-Jährige und Lehrkräfte mit Vorerkrankungen.

07:00 Uhr | Biontech legt Lieferplan vor

Das Pharma-Unternehmen Biontech hat für die Corona-Impfungen in Deutschland einen neuen Lieferplan vorgelegt. Demnach werden in dieser Woche noch über 840.000 Impfdosen erwartet, in der nächsten Woche aber nur noch etwa 485.000. Ab dem 22. Februar will Biontech mit seinem US-Partner Pfizer dann mehr Impfstoff liefern als ursprünglich geplant. Die Zahlen beruhen bereits auf der nun zugelassenen Entnahme von sechs Dosen je Ampulle. Grund für die Lieferschwierigkeiten sind Umbauarbeiten im belgischen Pfizer-Werk Puurs. Bund und Länder hatten die kurzfristige Information dazu kritisiert.

06:45 Uhr | Bericht: Mehr ÖPNV statt weniger

Statt einer Einschränkung soll der öffentliche Nahverkehr möglicherweise erweitert werden. Wie der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg der "Welt" sagte, prüfen die Verkehrsunternehmen zusätzliche Fahrten. Damit könnte sich das Passagieraufkommen besser verteilen und das Infektionsrisiko gesenkt werden. Im ÖPNV und im Nahverkehr auf der Schiene sei eine Beschränkung der Kapazitäten kaum möglich. Laut Henckel kann man schlecht einen Teil der Sitze mit Flatterband absperren. Im Vorfeld des Bund-Länder-Treffens war diskutiert worden, ob Busse und Züge künftig weniger Reisende mitnehmen sollten und es eine FFP-2-Maskenpflicht geben sollte.

06:25 Uhr | Streit um Homeoffice-Pflicht

Der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, hat vor einer Homeoffice-Pflicht gewarnt. Hüther sagte den Zeitungen der "Funke Mediengruppe", das sei eine Scheindebatte. Dass Menschen weiterhin im Büro arbeiteten, hänge nicht nur mit den Arbeitsprozessen zusammen. Es gehe auch um die Bedingungen der Beschäftigten zu Hause und den Wunsch nach geordneten Arbeitsmöglichkeiten. Laut Hüther müssen Unternehmen bereits seit langem die Corona-Arbeitsschutzbedingungen beachten. Viele hätten weitreichend das Homeoffice ermöglicht. Die mögliche Ausweitung von Homeoffice ist heute Thema bei den Bund-Länder-Beratungen zur Verschärfung des Lockdowns.

06:15 Uhr | IWH-Chef Gropp gegen Wirtschafts-Lockdown

Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle hat sich gegen einen kompletten Lockdown ausgesprochen. IWH-Präsident Reint Gropp sagte im MDR-Podcast "Die Wirtschaftsprüfer", die Infektionszahlen seien nicht wegen vieler Ansteckungen in der Produktion so hoch. Es sei eher wahrscheinlich, dass sich die Leute im privaten Umfeld nicht an Regeln hielten. Für zu Hause habe kaum jemand ein Hygienekonzept - im Gegensatz zu den Fabriken, die noch offen seien. Gropp nannte es "Aktionismus", wenn man jetzt die Infektionszahlen runterbringen wolle, indem man alles dicht mache. Bund und Länder beraten heute über weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

06:05 Uhr | China meldet neue Infektionen

China hat 118 neue Ansteckungen gemeldet. Damit liegt die Zahl der Infektionen den siebten Tag in Folge über 100. Das ist der schwerste Ausbruch der Seuche seit März. Die meisten Neuansteckungen werden mit 43 in der Stadt Jilin registriert. Behörden führten die Ansteckungen auf einen Geschäftsmann aus der Nachbarprovinz Heilongjiang zurück, wo es mehrere Infektionsherde gibt.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 19. Januar 2021

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Januar 2021 | 06:00 Uhr

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