Coronavirus-Pandemie Ticker vom Dienstag: Russland plant Zwangsurlaub zur Eindämmung der Pandemie

Angesichts steigender Corona-Zahlen und Todesfälle denkt die russische Regierung für Anfang November über einen einwöchigen Zwangsurlaub für die heimische Wirtschaft nach. In Sachsen gilt ab 8. November keine Maskenpflicht an Schulen mehr. Aus Sicht von Krankenhausgesellschaft und Ärztekammer hat Deutschland die Epidemie im Griff. Die epidemische Notlage könne aufgehoben werden. Aktuelle Entwicklungen zur Corona-Pandemie in unserem Ticker.

Ein medizinischer Mitarbeiter trägt einen Schutzanzug im City Clinical Hospital Nr. 7, wo COVID-19-Patienten behandelt werden.
In Russland spitzt sich die aktuelle Corona-Lage imme rmehr zu. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Dienstag, 19. Oktober 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:15 Uhr | Moskau schickt ältere Ungeimpfte in Langzeit-Quarantäne

Angesichts der Rekordzahl von Corona-Toten in Russland reagiert die Hauptstadt Moskau mit drastischen Maßnahmen. Bürgermeister Sergei Sobjanin teilte mit, ab kommenden Montag müssten ungeimpfte Menschen über 60 Jahre und Menschen mit chronischen Erkrankungen vier Monate lang zu Hause bleiben. Betriebe müssten mindestens 30 Prozent ihres Personals ins Homeoffice schicken. Die Behörden hatten heute 1.015 Sterbefälle von Covid-Patienten in Russland gemeldet. Das ist die bislang höchste Zahl binnen 24 Stunden. Morgen will Präsident Wladimir Putin über die angespannte Lage sprechen.

22:06 Uhr | Mexiko: Präsident wirft WHO Untätigkeit bei Zulassung Impfstoffe vor

Mexikos Präsident Andrés López Obrador hat die Weltgesundheitsorganisation für ihr Vorgehen beim Zulassen von Corona-Impfstoffen kritisiert. "Sie brauchen jetzt schon ziemlich lange, ich nenne das eher Untätigkeit", sagte er. Er dringe nun bereits seit einer Woche darauf, dass die WHO endlich grünes Licht für das russische Mittel Sputnik V und das chinesische Cansino gebe. Beide Vakzine werden bereits in Mexiko verabreicht.

Solange die WHO jedoch nicht ihren Segen gegeben hat, haben mit diesen Impfstoffen geimpfte Mexikaner weiterhin Schwierigkeiten bei der Einreise in die USA. Die WHO empfielt bislang lediglich Zulassungen der Mittel von Biontech/Pfizer, Moderna, der chinesischen Stoffe Sinovac und Sinopharm sowie mehrerer Versionen des von Astrazeneca entwickelten Vakzins.

20:39 Uhr | Haseloff: Corona-Maßnahmen "mit Augenmaß" beenden

Einen schnellen Ausstieg aus den Corona-Beschränkungen wird es in Sachsen-Anhalt nicht geben. Das sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff nach einer Kabinettssitzung. "Wir arbeiten langfristig an einer Exit-Strategie, aber mit Augenmaß und so, dass wir nicht wieder zurück müssen in Zeiten, die wir nicht mehr haben wollen." Ein weiterer Lockdown für Schulen, Wirtschaft und den privaten Bereich solle unbedingt verhindert werden. Haseloff sagte zugleich: "Die Impfquote reicht nicht. Steigt sie deutlich, haben wir mehr Spielräume". Es gelte der Grundsatz: "Diese Gesellschaft schafft sich ihre Spielräume selber."

20:06 Uhr | Berlin: Corona-Ausbruch nach Clubnacht im Berghain

Rund zwei Wochen nach der seit langem ersten Clubnacht im Berliner Techno-Club Berghain ist ein Corona-Ausbruch bekannt geworden. Nach Angaben einer Sprecherin der Bezirks Friedrichshain wurden bislang rund 2.500 Menschen kontaktiert. Dies sei mit Hilfe der Anwesenheitsliste geschehen. Den Partygängern sei vom Bezirk empfohlen worden, sich testen und bei Symptomen einen PCR-Test machen zu lassen. Wie es zu dem Ausbruch gekommen war, ist laut Behörde noch unklar. Für die Veranstaltung habe die 2G-Corona-Regel gegolten. "Die Impfnachweise wurden, soweit für uns ersichtlich, vom Club gewissenhaft kontrolliert", sagte die Sprecherin.

19:16 Uhr | Britische Regierung beobachtet neue Untervariante AY.4.2

Die britische Regierung beobachtet eine neue Unterart der hoch ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus. Wie ein Sprecher sagte, beobachte die Regierung die AY.4.2-Variante sehr genau. Noch sei unklar, ob sich die neue Unterart schneller verbreitet. Die Regierung werde aber "nicht zögern, Maßnahmen zu ergreifen, wenn es nötig ist". Die Untervariante trat bislang außerhalb Großbritanniens nur vereinzelt in den USA und Dänemark auf.

18:46 Uhr | Wie kann die Superimmunität erlangt werden?

Warum verursacht Delta bei einigen Geimpften Durchbruchsinfektion, bei anderen aber nicht? Und woher haben einige Menschen Superantikörper gegen alle möglichen Varianten? Neue Studien zeigen mögliche Wege zur Superimmunität:

18:38 Uhr | Großbritannien: Zahl der Todesfälle auf höchstem Stand seit März

In Großbritannien ist die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus auf den höchsten Stand seit März gestiegen. Die britische Statistikbehörde meldete am Dienstag 223 Todesfälle, die in den vier Wochen vor ihrem Tod positiv auf Covid-19 getestet wurden. Noch höher lag die Zahl zuletzt am 9. März, als 231 Menschen in Großbritannien im Zusammenhang mit dem Virus starben.

Knapp 79 Prozent der impfberechtigten Bürgerinnen und Bürger ab zwölf Jahren sind vollständig geimpft. Am Montag wurden knapp 50.000 Neuinfektionen im Land gemeldet. Die Wocheninzidenz lag zuletzt bei 435. Von einer erneuten Einführung von Corona-Beschränkungen ist in der britischen Regierung bislang kaum die Rede. Maskenpflicht in Innenräumen oder Nachweisregeln über Impfungen oder Tests sind seit dem "Freedom Day" im Juli eher die Ausnahme.

18:09 Uhr | Ärztepräsident für ein Ende der "epidemischen Lage"

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, unterstützt den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für ein Ende der "epidemischen Lage von nationaler Tragweite". Die meisten Menschen der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen seien geimpft, die Situation in den Krankenhäusern sei stabil, sagte Reinhardt der Zeitung "Neue Westfälische". Er finde es richtig, "dass wir jetzt eine Debatte darüber führen, wann und wie wir die Beschränkungen des öffentlichen Lebens beenden können". Es bestünde aktuell kein Grund zur Panik, auch wenn die Zahlen im Herbst und Winter stiegen, sagte er. Wo Lockerungen schon jetzt ohne Gefahr möglich seien, sollten diese auch zugelassen werden.

17:45 Uhr | Verbindliches Testangebot an Thüringer Schulen

In allen Thüringer Schulen wird es nach den Herbstferien ein verbindliches Testangebot - zweimal pro Woche - geben. Das teilte Ministerpräsident Bodo Ramelow nach einer Beratung des Kabinetts mit. Schülerinnen und Schüler, die nicht geimpft, genesen oder getestet sind, werden dann in gesonderten Lerngruppen unterrichtet.

17:24 Uhr | Kekulé für Verlängerung der "Epidemischen Lage"

Der Virologe Alexander Kekulé hat sich dafür ausgesprochen, den Corona-Ausnahmezustand in Deutschland zu verlängern. Kekulé sagte MDR AKTUELL, das halte er "ohne Wenn und Aber" für den richtigen Plan. Wenn sich die Zahlen bis Ende November nicht dramatisch veränderten, sei es vernünftig, die epidemische Lage noch einmal um drei Monate zu verlängern. Zumal es mit hoher Wahrscheinlichkeit die letzten Monate seien, in denen man diese Maßnahmen brauche.

17:05 Uhr | Wieder mehr Alltagserkrankungen in Kitas und Schulen

Seit die Corona-Beschränkungen Stück für Stück gelockert wurden zirkulieren auch wieder allerlei Atemwegsinfekte und Kinderkrankheiten. Kitas und Schulen klagen über Läuse und auch auf den Kinderstationen in den Krankenhäusern haben Ärzte und Pflegerinnen alle Hände voll zu tun. Überraschend kommt diese Entwicklung keineswegs. Die US-Biologin Rachel Baker und ihr Team hatten bereits im Juni 2020 gewarnt, dass Abstands- und Hygieneregeln, die die Ausbreitung von Covid-19 bremsen sollten, zugleich bewirken, dass die Anfälligkeit der Bevölkerung für alle mögliche anderen Atemwegsinfektionen steigern könnte.

17:00 Uhr | Opposition in Bayern beantragt Untersuchungsausschuss zu Maskenskandal

Im bayerischen Maskenskandal wollen Grüne, SPD und FDP im Landtag nun mit einem Untersuchungsausschuss die mögliche Mitverantwortung von CSU-Politikern aufklären lassen. Die drei zur Opposition zählenden Fraktionen reichten einen Antrag zur Einsetzung eines Untersuchungsausschusses ein, über den morgen im Ältestenrat des Landtags beraten und dann am Donnerstag im bayerischen Landtag abgestimmt werden soll. Noch in diesem Jahr soll das Gremium eingesetzt werden. Als Zeuge soll auch Ministerpräsident und CSU-Politiker Markus Söder geladen werden.

16:49 Uhr | Welchen Einfluss hat Corona auf den Drogenkonsum?

Hat die Krise zu mehr oder zu weniger Drogenkonsum geführt? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Sicher ist nur, dass die Folgen der Corona-Krise in allen sozialen Bereichen nachhallen, auch in der Drogenberatung.

16:03 Uhr | Russland: Zwangsurlaub zur Corona-Eindämmung geplant

Angesichts steigender Corona-Zahlen denkt die russische Regierung für Anfang November über einen einwöchigen Zwangsurlaub für die heimische Wirtschaft nach. Vize-Ministerpräsidentin Tatjana Golikowa schlug vor, dass zur Viruseindämmung vom 30. Oktober bis 7. November die Arbeit ruhen sollte. Ähnliche Maßnahmen hatte Russland schon zuvor ergriffen.

Die Zahl der Neuinfektionen war in den vergangenen Tagen immer wieder auf neue Höchstwerte gestiegen. Auch die täglich gemeldeten Todeszahlen im Zusammenhang mit dem Virus hatten Höchstwerte erreicht. Die Regierung macht dafür insbesondere eine mangelnde Impfbereitschaft verantwortlich.

Diese Entwicklung hat Russlands Präsidenten Wladimir Putin auch dazu veranlasst, an dem anstehenden G20-Treffen in Italien nur per Videoschalte teilzunehmen. Das teilte das Präsidialamt in Moskau mit. Putin habe dem amtierenden G20-Vorsitzenden, Italiens Ministerpräsident Mario Draghi, seine Entscheidung in einem Telefonat mitgeteilt.

15:52 Uhr | 3G-Regel soll auch bei Bundestagsitzungen gelten

Die konstituierende Sitzung des Bundestags am 26. Oktober soll mit einer 3G-Regel stattfinden - in den Plenarsaal eingelassen werden sollen also nur Abgeordnete, die genesen, vollständig geimpft oder aktuell negativ getestet sind. Das geht aus einer Mail an die Abgeordnetenbüros hervor, welche der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Die Entscheidung über die 3G-Regel haben demnach die Fraktionen getroffen.

Weiter heißt es: "Abgeordnete, die ihren Immunisierungsstatus nicht preisgeben und sich auch nicht testen lassen möchten, erhalten Zugang zu den hierfür zur Verfügung stehenden Plätzen auf den Tribünen des Plenarsaals." Von dort können die Abgeordneten auch abstimmen und Redebeiträge halten. Der Zugang soll mittels Handgelenkbändchen kontrolliert werden.

Nach einer Umfrage der Bundestagsverwaltung unter den Parlamentariern sind 514 Abgeordnete des neugewählten Bundestag laut eigener Angabe vollständig geimpft. Auf die Frage, ob man über einen vollständigen Impfschutz gegen das Virus verfüge, antworteten 22 mit Nein, keine Antwort gaben 5. An der Umfrage nahmen 541 der 735 Abgeordneten teil.

15:32 Uhr | Ukraine: Neuer Höchststand an Corona-Toten

In der Ukraine sind am Dienstag 538 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus gemeldet worden - die höchste Zahl an Todesopfern binnen 24 Stunden, die das Land seit Beginn der Pandemie verzeichnet hat. Die ukrainische Regierung meldete außerdem über 15.500 neue Infektionen. Grund für die hohen Infektionszahlen in der Ukraine ist unter anderem die geringe Impfquote. Regierungsangaben zufolge sind erst 16 Prozent der ukrainischen Bevölkerung vollständig geimpft. Neben der geringen Impfbereitschaft in der Bevölkerung mangelt es teils auch immer noch an Impfstoff.

Seit Beginn der Pandemie haben sich in der Ukraine mehr als 2,6 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 61.000 Menschen starben im Zusammenhang mit Covid-19. Mit einer Bevölkerung von knapp 42 Millionen Einwohnern verzeichnet das Land eine der höchsten Sterblichkeitsraten in Europa.

15:17 Uhr | Sachsen-Anhalt: Knapp zwei Milliarden Euro für Corona-Folgen

Für die Bewältigung der Corona-Folgen will das Land Sachsen-Anhalt knapp zwei Milliarden Euro einsetzen. Das hat Finanzminister Michael Richter dem Kabinett vorgeschlagen. Das sogenannte "Sondervermögen Corona" soll Ministerpräsident Reiner Haseloff zufolge Bestandteil eines Nachtragshaushaltsgesetzes für das Jahr 2021 werden. CDU, SPD und FDP haben das Sondervermögen im Koalitionsvertrag verankert.

Das Corona-Sondervermögen in Höhe von 1,95 Milliarden Euro soll für 60 Maßnahmen investiert werden. Davon sind 256 Millionen Euro für die Belebung von Wirtschaft und Tourismus vorgesehen, 719 Millionen Euro für Digitalisierung und 975 Millionen Euro für das Gesundheitswesen. Ursprünglich sollte ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro nicht überschritten werden.

14:52 Uhr | Ab 8. November: Keine Maskenpflicht mehr an Sachsens Schulen

In sächsischen Schulen wird es ab 8. November für alle Unterrichtsstufen keine Maskenpflicht mehr geben. Das ist in der neuen Corona-Schutzverordnung festgelegt, die das Kabinett in Dresden beschlossen hat. Kultusminister Christian Piwarz sagte, man dürfe Kindern und Jugendlichen nicht mehr abverlangen als Erwachsenen. Die Testpflicht an Schulen werde es aber weiterhin geben.

Die neue Verordnung macht künftig auch Großveranstaltungen ohne Besucherbegrenzung möglich. Voraussetzung ist aber, dass die 2G-Regel angewandt wird und nur Geimpfte und Genesene Zutritt haben. Auch Weihnachtsmärkte sollen in diesem Jahr stattfinden können - die örtlichen Gesundheitsämter müssen hierfür aber ein Hygienekonzept genehmigen.

14:09 Uhr | Deutschland verfehlt Impfspenden-Ziel

Deutschland wird in diesem Jahr wohl nicht wie versprochen 100 Millionen Corona-Impfdosen an ärmere Länder spenden können. Das meldet die Agentur Reuters unter Berufung auf einen Brief von Gesundheitsstaatssekretär Thomas Steffen an die EU-Gesundheitsbehörde Hera. Demnach beklagt Steffen bürokratische, logistische und rechtliche Probleme. Verantwortlich dafür seien die Hersteller, die die Bedingungen für die Nutzung der Impfstoffe diktieren wollten. Zudem störten Änderungen in den Liefermengen und die Verfallsdaten eine verlässliche Planung. Daher drohten in Europa große Mengen Impfstoff zu verfallen, während sie in anderen Teilen der Welt fehlten.

13:40 Uhr | Hamburg weitet 2G-Option aus

Hamburg weitet die 2G-Regelung auf Friseure, andere körpernahe Dienstleistungen und Teile des Einzelhandels aus. Geimpfte und Genesene können teilnehmende Einrichtungen dann von Samstag an ohne Maske nutzen, Ungeimpfte haben keinen Zutritt, wie Vize-Senatssprecherin Julia Offen sagte. Ob ein Geschäft die 2G-Regelung anwendet, entscheidet der Betreiber. Andere Bundesländer wie Hessen ermöglichen die 2G-Option bereits im Einzelhandel und haben die Debatte um eine mögliche Diskriminierung Ungeimpfter angeheizt. In Sachsen etwa will Bundesligist RB Leipzig künftig nur noch Geimpfte und Genesene ins Stadion lassen. Mit der 2G-Regelung fallen Abstandsregelungen und Besucherbeschränkungen weg.

13:01 Uhr | Weitere Regionen in Thüringen mit Warnstufe 2

Drei weitere Regionen in Thüringen sind in die Warnstufe zwei des Corona-Frühwarnsystems gerutscht. Die zweite Stufe gilt nun auch für die Landkreise Saale-Holzland, Greiz und die Stadt Gera, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Zuvor hatten bereits die Kreise Schmalkalden-Meiningen und Hildburghausen Warnstufe 2 erreicht, die strengere Corona-Maßnahmen erlaubt. In der Warnstufe 3 befindet sich der Landkreis Kyffhäuser mit einer Inzidenz von über 230 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Thüringen hat mit einer Wocheninzidenz von 149 (Risklayer) bundesweit die höchste Ansteckungsrate. Die Belegung von Intensivbetten mit Covid-19-Patienten sank am Dienstag nach zwei Tagen über dem Grenzwert 6,0 leicht auf 5,9. Liegt dieser Wert drei Tage in Folge über 6 Prozent, rutschen alle Landkreise und kreisfreien Städte mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz über 100 in die Warnstufe zwei.

12:15 Uhr | Stiftung Patientenschutz sieht weiter epidemische Lage

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnt vor einem verfrühten Ende der epidemischen Lage in Deutschland. Es wäre gefährlich, sie "allein aus fragwürdigem politischen Kalkül" auslaufen zu lassen, sagte Vorstand Eugen Brysch. Die Corona-Pandemie sei nicht vorbei. Aktuell würden dreimal mehr Corona-Infizierte über 80 stationär behandelt als vor einem Jahr – trotz hoher Impfquote.

Nach einem Ende des nationalen Notstands erwartet Brysch bei Einzelentscheidungen auf Bundes- und Länderebene ein "Chaos". Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die epidemische Lage zum 25. November auslaufen zu lassen. Damit würde die Bundesregierung ihre Sonderrechte in der Pandemie verlieren, das Parlament müsste über jede Maßnahme abstimmen. Ein automatisches Aus von Maßnahmen wie der Maskenpflicht in bestimmten Bereichen wäre damit nicht verbunden.

10:38 Uhr | Impfpassfälscher aufgeflogen

Die Polizei in Essen hat zwei Impfpassfälscher vor einem Supermarkt festgenommen. Der 29-Jährige und ein 21-jähriger Komplize wollten einem Zivilpolizisten gefälschte Impfausweise mit Corona-Aufklebern verkaufen. Ein Zeuge hatte der Polizei ein entsprechendes Online-Angebot der Männer gemeldet. Um die Qualität der Pässe zu beweisen, zeigten die Betrüger dem Zivilpolizisten sogar Chatverläufe vermeintlich zufriedener Kunden.

08:55 Uhr | Forscherin Priesemann will künftig "Pandemierat"

Die Göttinger Physikerin Viola Priesemann wünscht sich bei weiteren Pandemien eine "deutlichere Trennung von politischer Abwägung und wissenschaftlicher Expertise". Die Forscherin vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", ein Pandemierat könnte das Wissen, Unsicherheiten und Szenarien zusammentragen und kommunizieren. In der aktuellen Diskussion um das 3G- oder 2G-Modell unterstützt sie ersteres. 2G (Zutritt nur für Geimpfte und Genesene) schließe Menschen aus. Der Druck durch die kostenpflichtigen Tests sei schon hoch genug.

07:30 Uhr | Weiter hohe Fallzahlen in den USA

Die Gesundheitsbehörden in den USA haben 111.393 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus stieg um etwa 1.500 auf knapp 730.000. Die Wocheninzidenz liegt aktuell landesweit bei knapp 180, etwa 56 Prozent der Bevölkerung sind komplett geimpft.

07:00 Uhr | Klinik-Gesellschaft und Ärztekammer für Ende der epidemischen Lage

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat keine Bedenken, die bundesweite Corona-Ausnahmesituation auslaufen zu lassen. Hauptgeschäftsführer Gerald Gaß sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, angesichts der hohen Impfquote in Deutschland unterstütze er den Plan. In Herbst und Winter rechne er mit weniger Covid-Patienten in den Kliniken als in der Vergangenheit. Ähnlich sieht das die Bundesärztekammer. Präsident Klaus Reinhardt sagte den Funke-Medien, die Fallzahlen stiegen jetzt zwar wieder, doch es bestehe angesichts der Impfquote und der Situation in den Krankenhäusern kein Grund zur Panik. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte am Montag angekündigt, er wolle die sogenannte epidemische Lage von nationaler Tragweite am 25. November auslaufen zu lassen.

06:46 Uhr | Inzidenz in Deutschland steigt weiter

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut gestiegen. Wie das Robert Koch-Institut am Morgen mitteilte, liegt der Wert nun über 75. Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages 6.771 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Das sind rund 1.800 positiv Getestete mehr als vor einer Woche. Die Hospitalisierungs-Inzidenz lag gestern bei 1,92.

Nach den in der Regel aktuelleren Daten des Risklayer-Projekts liegt die bundesweite Inzidenz sogar bei 78 Neuansteckungen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Spitzenreiter ist demnach weiter Thüringen mit einem Wert von 149 vor Sachsen mit 131. Sachsen-Anhalt liegt mit einer Wocheninzidenz von 76 im Mittelfeld.

06:25 Uhr | Lockdown in Lettland

Angesichts hoher Fallzahlen verschärft Lettland drastisch die Corona-Infektionsschutzmaßnahmen. Für vier Wochen werden Geschäfte, Restaurants und Schulen geschlossen. Das gab am Abend das Gesundheitsministerium nach einer Krisensitzung der Regierung bekannt. Auch solle es in dieser Zeit keine Veranstaltungen geben. Für Geimpfte sollen die Beschränkungen ab dem 15. November gelockert werden. In Lettland liegt die Wocheninzidenz aktuell über 700, zugleich hat das Land eine der niedrigsten Impfquoten in der Europäischen Union.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 19. Oktober 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 19. Oktober 2021 | 06:00 Uhr

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