Coronavirus-Pandemie Ticker vom Dienstag: Rückkehr zu Sport-Großveranstaltungen

Die Politik will Sport-Großveranstaltungen wieder erlauben. In Thüringen sind mehr als 9.000 Jugendliche bereits geimpft. Zudem scheint der Neustart der Kinos geglückt zu sein. Der Ethikrat hält es für zu früh, um über eine Rückkehr zur Normalität zu sprechen. Sachsens Gesundheitsministerin Köpping ist gegen Strafen für Impfschwänzer. Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Ticker.

Zuschauer mit Mund-Nasen-Schutz und unter Einhaltung der Corona-Abstandsregeln in der Red-Bull-Arena in Leipzig.
Fußball unter Corona-Bedingungen - Änderungen sind in Sicht Bildrechte: imago images/Picture Point LE

Unser Ticker am Dienstag, 6. Juli 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:58 Uhr | Biden appelliert an Ungeimpfte

Der amerikanische Militärarzt Isaiah Horton bekommt als einer der Ersten das Pfizer COVID-19 Vaccinations geimpft.
Impfkampagne in den USA Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus hat US-Präsident Joe Biden die Amerikaner erneut eindringlich zum Impfen aufgerufen. Die potenziell gefährlichere Delta-Variante sei in manchen Teilen der Vereinigten Staaten bereits für die Hälfte aller Infektionen verantwortlich, sagte Biden und sprach von neuen Maßnahmen seiner Regierung, um die Impfquote zu erhöhen.

So sollen unter anderem Helfer in Gemeinden von Tür zu Tür gehen, um über Impfungen zu informieren. Auch mobile Kliniken sollen verstärkt zum Einsatz kommen. Der US-Präsident kündigte an, dass bis Ende dieser Woche 160 Millionen der rund 330 Millionen Amerikaner vollständig geimpft sein würden.

19:36 Uhr | Athen schränkt Nachtleben ein

Ein Mann geht im Stadtteil Plaka an geschlossenen Geschäften vorbei, Griechenland
Leere Straßen während des Lockdowns in Griechenland Bildrechte: dpa

Ab Donnerstag gelten in griechischen Bars wieder strikte Corona-Maßnahmen. Bei Zuwiderhandlungen soll es nach Angaben des Zivilschutzes hohe Strafen geben. Grund ist der starke Anstieg der Corona-Neuinfektionen. Die Zahlen haben sich in Griechenland innerhalb einer Woche mehr als verdoppelt, betroffen sind vor allem junge Leute. Das durchschnittliche Alter der neu Erkrankten beträgt 27 Jahre.

Heute hatte die griechische Gesundheitsbehörde 1.797 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Vergangene Woche waren es noch zwischen 600 und 700 Neuinfektionen täglich.

18:23 Uhr | Virologe Kekulé warnt vor Panik

Der Virologe Alexander Kekulé sieht Meldungen über eine geringere Wirksamkeit des Impfstoffs von Biontech/ Pfizer gegen die Delta-Variante gelassen. Kekulé sagte MDR AKTUELL: "Das ist nichts, weswegen wir jetzt alle in Panik geraten müssen." Es sei völlig klar, dass die Impfstoffe gegen neue Varianten nicht die gleiche Wirksamkeit erzielten wie gegen Ursprungsvarianten: "Ich bin wirklich der Meinung, wir müssen uns da entspannen und sagen, okay, das sind halt die Impfstoffe, die wir haben. Auch bei einem geringeren Impfschutz ist das Immunsystem in einer besseren Ausgangslage als ohne Impfung."

Kekulé betonte, dass die israelische Wirksamkeitsstudie noch nicht veröffentlicht und die Daten möglicherweise vorläufig seien. Zudem gebe es andere Studien etwa aus England, die eine Wirksamkeit von 88 Prozent gegen die Delta-Variante ergeben hätten.

17:37 Uhr | Weiter steigende Fallzahlen in Großbritannien

In Großbritannien haben die Gesundheitsbehörden 28.773 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden registriert, so viele wie seit dem 29. Januar nicht mehr. Am Tag zuvor waren es 27.334 Neuinfektionen. Die Zahl der Ansteckungen steigt seit über einem Monat an. In Großbritannien kursiert die Delta-Variante, die erstmals in Indien nachgewiesen wurde. Bislang wurden den Behörden zufolge 86,2 Prozent aller Erwachsenen einmal geimpft, 64,3 Prozent sind vollständig geimpft.

16:33 Uhr | Thailand öffnet Ko Samui wieder für Urlauber

Ko Similan Insel
Inselparadies in Thailand Bildrechte: IMAGO

In Thailand will nach Phuket auch die Insel Ko Samui ab kommende Woche erstmals wieder Touristen empfangen. Das Fremdenverkehrsamt des Landes teilte mit, zugelassen würden ab 15. Juli Bürger aus 67 Ländern, darunter Deutschland. Die Gäste müssten vollständig geimpft sein und strikte Regeln befolgen. Unter anderem müssten sie einen negativen PCR-Test vorweisen und sich auch während des Urlaubs mehrfach testen lassen. Zudem sei der Nachweis einer speziellen Krankenversicherung Pflicht. Die ersten drei Tage dürfen die Besucher das Gelände ihres Hotels nicht verlassen.

15:55 Uhr | Bald wieder bis zu 25.000 Fans in den Stadien

Die Länder wollen wieder Sport-Großveranstaltungen erlauben. Das geht aus einem Beschluss der Staatskanzleien hervor. Damit könnten in der neuen Bundesliga-Saison wieder deutlich mehr Fußball-Fans in die Stadien zurückkehren. Dem Beschluss zufolge dürfen die Arenen zu maximal 50 Prozent ausgelastet werden, wobei die Gesamtzahl der Zuschauer vorerst bei 25.000 gedeckelt ist.

Voraussetzung für die Zuschauer-Rückkehr ist die Freigabe durch die zuständigen Behörden. Dabei werden die Inzidenzzahlen berücksichtigt. Außerdem müssen Besucher, die nicht geimpft oder nach einer Corona-Erkrankung genesen sind, einen negativen Corona-Test vorlegen.

15:03 Uhr | 8,8 Prozent der Jugendlichen in Thüringen geimpft

In Thüringen sind 8,8 Prozent der 12- bis 17-Jährigen bereits gegen das Coronavirus geimpft. Das teilten Sozialministerin Heike Werner und Bildungsminister Helmut Holter bei der Vorstellung einer Kampange für die Impfungen von Jugendlichen mit. In Zahlen entspricht das 9,257 Schülern. Werner sagte, bei der Verbesserung der Quote setze sie auf niedrigschwellige Angebote wie etwa Familien-Impftage, die im Freistaat bereits zweimal stattgefunden hätten. Dabei seien insgesamt 20.000 Termine wahrgenommen worden.

Werner und Holter betonten zudem, dass es in Thüringen keine Sanktionen gegen Menschen geben soll, die Ihren Impftermin ungenutzt verstreichen ließen. Vielmehr arbeite die Landesregierung mit der KVT an einem neuen Internetportal "Impfrettung", mit dessen Hilfe für überschüssige Dosen innerhalb kürzester Zeit Impfinteressierte gefunden werden können.

11:35 Uhr | Stiko-Chef kritisiert Einmischung der Politik

In der Debatte um Impfungen für Kinder wehrt sich die Ständige Impfkommission (Stiko) gegen Einmischung von außen. Stiko-Chef Thomas Mertens erklärte, es gehöre zur ständigen Aufgabe der Stiko, Empfehlungen zu überprüfen (nicht nur bei Corona), dazu bedürfe es keiner Aufforderung von Politikern.

Die Stiko ist im Gesetz bewusst als unabhängige Kommission angelegt. Die laute Einmischung der Politik ist kontraproduktiv und nützt niemandem.

Stiko-Chef Thomas Mertens

Zuvor hatte unter anderem SPD-Chefin Saskia Esken die Ständige Impfkommission aufgefordert, ihre Haltung zur Impfung von Jugendlichen zu überdenken. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte sich in diese Richtung.

Mertens betonte, eine Aktualisierung der Impfempfehlung könne es erst geben, wenn aussagekräftige Daten zum Risiko durch die Impfung und zum Risiko durch Delta vorliegen. Das erfordere Zeit und Sorgfältigkeit für die Sammlung der Daten, Analyse und Bewertung und Konsensbildung.

11:20 Uhr | Filmfestspiele in Cannes beginnen am Abend

Nach einem Jahr Corona-Pause beginnen am Abend im südfranzösischen Cannes die 74. internationalen Filmfestspiele. Bei dem Festival an der Côte d'Azur konkurrieren 24 Filme um die Goldene Palme, die am 17. Juli verliehen wird. Mit dabei ist eine Produktionsfirma aus Leipzig mit ihrem in Magdeburg gedrehten Film. Den Jury-Vorsitz in Cannes hat als erster Schwarzer der US-Regisseur Spike Lee. Der 64-Jährige war dafür bereits im vergangenen Jahr vorgesehen, wegen der Corona-Pandemie fielen die Filmfestspiele aber aus.

11:01 Uhr | Kinos mit Neustart zufrieden

Die Kinos in Deutschland sind mit ihrem Restart unter Corona-Auflagen zufrieden. Wie der Branchenverband HDF Kino mitteilte, wurden von Donnerstag bis Sonntag rund 830.000 Besucherinnen und Besucher in den Kinos gezählt. Das sei "ein unter den bestehenden Auflagen sehr gutes Ergebnis". Für den Kinobesuch gelten weiterhin Auflagen, die sich in den Regionen unterscheiden können zwischen Tests-, Abstand- und Maskenpflicht.

Update 10:25 Uhr | Tausende Gastro-Mitarbeiter haben gewechselt

In Sachsen und Thüringen haben wegen der Pandemie Tausende Beschäftigte das Hotel- und Gaststättengewerbe verlassen. In Sachsen sind nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) binnen eines Jahres rund 8.800 Köche, Servicekräfte und Angestellte gegangen. Das seien rund 12 Prozent. In Thüringen seien es etwa 4.400 Beschäftigte gewesen. Damit habe jeder siebte Arbeitnehmer der Branche den Rücken gekehrt. Ein NGG-Sprecher erklärte, problematisch seien vor allem die Einkommenseinbußen während des Lockdowns gewesen. Viele Beschäftigte seien gezwungen gewesen, sich beruflich neu zu orientieren. Gravierende Probleme habe es aber auch schon vor der Pandemie gegeben, etwa die geringe Bezahlung und ungeregelte Arbeitszeiten. Das Gastronomie-Gewerbe müsse durch Tarifverträge attraktiver gemacht werden, so die Gewerkschaft.

09:15 Uhr | Allianz warnt vor neuen Flugrisiken

Mit Blick auf die allmähliche Normalisierung des Luftverkehrs warnt Deutschlands größter Versicherer, die Allianz, vor potenziellen neuen Gefahren nach der über einjährigen Zwangspause. Dazu gehören ihrer Einschätzung zufolge außer Übung geratene Piloten und mögliche Schäden an den Flugzeugen, beispielsweise Nester in den Triebwerken, aber auch tobende Maskenverweigerer an Bord.

Was Piloten und Flugzeuge betrifft, beziehen sich die Bedenken vor allem auf das Fliegen mit kleineren Maschinen vom Geschäftsflug über den Touristenrundflug bis zum Einsatz des Rettungshubschraubers. Im englischsprachigen Raum macht bereits das Schlagwort von den "rusty pilots" die Runde - eingerostete Piloten.

08:20 Uhr | Kommunen verzeichnen Überschüsse

Die Städte, Gemeinden und Kreise in Mitteldeutschland haben im vergangenen Jahr trotz der Corona-Pandemie Überschüsse erzielt. Das ergab der Kommunale Finanzreport der Bertelsmann Stiftung. Danach wurden in Sachsen-Anhalt 150 Millionen Euro mehr eingenommen als ausgegeben. In Sachsen waren es 130 Millionen Euro und in Thüringen 60 Millionen Euro. Grund sind die Hilfsprogramme von Bund und Ländern in der Pandemie. Als Beispiele werden in der Studie die Übernahme der Gewerbesteuerausfälle durch den Bund und die Erstattung von Kita-Beiträgen durch die Länder genannt. Die Bertelsmann Stiftung schätzt den finanziellen Schaden der Corona-Krise für die Kommunen auf mindestens 17 Milliarden Euro.

07:35 Uhr | Stendal: Bis zu 20 Prozent Impftermine verfallen

Nicht wahrgenommene Impftermine sorgen in Sachsen-Anhalt derzeit nur lokal für Probleme. Das hat eine Umfrage von MDR SACHSEN-ANHALT ergeben. Wie der Landkreis Stendal mitteilte, werden dort 10 bis 20 Prozent der Termine für die Zweitimpfung nicht wahrgenommen. Eine Sprecherin erklärte weiter, in den seltensten Fällen würden Termine dabei abgesagt – und schließlich zu 90 Prozent verfallen. Im Altmarkkreis Salzwedel werden dagegen aktuell bis zu zehn Impftermine am Tag nicht wahrgenommen - was rechnerisch nur etwa zwei Prozent ausmache.

Sachsen-Anhalts Sozialministerium erklärte, es werde keine landesweite Statistik darüber geführt, wie viele Impftermine verfallen.

07:10 Uhr | Köpping: Impfschwänzer nicht bestrafen

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping hat sich gegen Strafen für Impfschwänzer ausgesprochen. Die SPD-Politikerin sagte MDR SACHSEN, sie sei der Meinung, man müsse auf die Menschen zugehen. Sie habe es am Wochenende selbst erlebt, wie ein kleines mobiles Impfteam in Leipzig auf die Straße gegangen sei, weil noch Impfdosen übrig waren und die Impfdosen seien alle noch verimpft worden. Man müsse Anreize schaffen und die Menschen überzeugen.

06:40 Uhr | Wachstum der Großstädte gebremst

Die Corona-Pandemie hat das Wachstum der Großstädte in Deutschland ausgebremst. Zu dieser Einschätzung kommen Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig nach einer Auswertung von Einwohnermeldedaten der 15 größten deutschen Städte. Verantwortlich dafür seien eine geringere Zuwanderung, weniger Geburten und mehr Sterbefälle im ersten Corona-Jahr 2020, schreiben die Forscher um Prof. Dieter Rink in einem Diskussionspapier. Auch für 2021 sehen die Wissenschaftler eher negative Vorzeichen.

06:25 Uhr | Montgomery: Keine baldige Herdenimmunität

Nach Ansicht von Weltärztebund-Präsident Frank Ulrich Montgomery ist eine Herdenimmunität gegen das Coronavirus kurzfristig nicht erreichbar. Montgomery sagte den Funke-Medien, man müsse die Menschen überzeugen, die skeptisch seien. Die zehn Prozent, die sich nicht impfen lassen wollten, würden ihre Immunität erreichen, indem sie eine Erkankung durchmachten. Für eine Herdenimmunität müsse der Anteil der Geimpften und Genesenen nach neuen Rechenmodellen bei rund 85 Prozent liegen.

06:20 Uhr | Ehtikrat: Noch nicht von Normalität sprechen

Der Deutsche Ethikrat hält es für zu früh, um über eine Rückkehr zur Normalität zu sprechen. Der stellvertretende Vorsitzende Volker Lipp sagte MDR AKTUELL, die Entwicklung in anderen Ländern mahne zur Vorsicht. Man wolle nicht zwischen den Extremen Lockdown und völliger Freiheit hin und her schwanken.

Bundesaußenminister Heiko Maas sprach sich dagegen für eine Aufhebung aller Corona-Einschränkungen aus. Der SPD-Politiker sagte, sobald alle Menschen in Deutschland ein Impfangebot hätten, gebe es rechtlich und politisch keine Rechtfertigung mehr für irgendeine Einschränkung. Damit sei im Laufe des August zu rechnen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 6. Juli

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Quelle: dpa, AFP, epd, MDR Aktuell

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Juli 2021 | 06:00 Uhr

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