Coronavirus-Pandemie Ticker: Deutschlandweit mehr als 3.000 Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen ist am Montag bundesweit auf etwa 3.100 geklettert. Die Bundesländer streiten über innerdeutsche Reisebeschränkungen. Für den Impfstoffkandidaten von Biontech startet der Zulassungsprozess. US-Präsident Trump ist zurück im Weißen Haus. Die aktuellen Entwicklungen zur Pandemie im Ticker.

Auf Straߟenschildern sind die Richtungen für die innenstädtischen Bezirke Kreuzberg und Mitte angezeigt.
Berlin entwickelt sich immer stärker zujm Hotspot in Deutschland. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Dienstag, den 6. Oktober 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zur Pandemie und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:24 Uhr | Trump stoppt Gespräche über Corona-Hilfen

US-Präsident Donald Trump hat die Verhandlungen mit den oppositionellen Demokraten über ein neues Corona-Hilfspaket bis nach der Präsidentenwahl am 3. November abgesagt. An den US-Börsen kam es zu Kursverlusten.

Unmittelbar nachdem ich gewonnen habe, werden wir ein großes Konjunkturpaket verabschieden, das sich auf hart arbeitende Amerikaner und kleine Geschäfte konzentriert.

Donald Trump US-Präsident

Die Demokraten hatten vorgeschlagen, rund 2,2 Billionen Dollar auszugeben. Die Trump-Regierung hat dies als "unseriös" bezeichnet, aber ihr Angebot zuletzt dennoch auf fast 1,6 Billionen Dollar erhöht.

21:10 Uhr | Zahl der Corona-Toten steigt in Spanien stetig

In Spanien sind innerhalb von 24 Stunden so viele Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus erfasst worden, wie seit fünfeinhalb Monaten nicht mehr. Innerhalb eines einzigen Tages seien aus den verschiedenen Regionen insgesamt 261 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Abend mit. Das ist der höchste Wert seit dem 25. April. Damals wurden 280 Todesopfer gezählt.

18:33 Uhr | Berlin und Frankfurt ziehen die Zügel an

Nach Informationen der dpa gelten wegen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen in Berlin bald neue Einschränkungen für den Aufenthalt im Freien. Künftig dürfen sich von 23 bis 6 Uhr nur noch fünf Personen versammeln. Das habe der Senat beschlossen, berichet die Agentur unter Berufung auf Koalitionskreise.

Auch Frankfurt am Main führt nach einem rasanten Anstieg der positiven Corona-Tests voraussichtlich ab Freitag neue Beschränkungen ein. So wird unter anderem eine Sperrstunde von 22 bis 6 Uhr gelten, der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum ist verboten und private Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen werden nach Angabem der Stadt auf höchstens 25 Teilnehmer beschränkt. In Einkaufspassagen und großen Einkaufsstraßen gelte Maskenpflicht.

16:09 Uhr | Brandenburg verschärft seine Corona-Regeln

Ein Hinweis zur Maskenpflicht hängt am Landratsamt Garmisch Partenkirchen.
Ein Hinweis auf die Maskenpflicht Bildrechte: dpa

Angesichts steigender Infektionszahlen verschärft Brandenburg seine Corona-Regeln. Ministerpräsident Dietmar Woidke teilte mit, ab Sonntag gelte eine Maskenpflicht nicht nur in öffentlichen Bussen und Bahnen und im Einzelhandel, sondern auch in Bürogebäuden - allerdings erst ab einem bestimmten regionalen Grenzwert für neue Infektionen.

Wenn es in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt mehr als 35 neue Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gibt, soll demnach der Mund-Nasen-Schutz in Büro- und Verwaltungsgebäuden gelten, wenn man nicht am festen Platz ist und der Mindestabstand von 1,50 Metern nicht eingehalten werden kann. Gleichzeitig gilt dann auch, dass nur noch 50 Menschen an Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen teilnehmen können. Für zuhause in Wohnung oder Garten liegt die Obergrenze in diesem Fall bei 25 Menschen.

16:02 Uhr | Nur 300 Zuschauer beim Länderspiel erlaubt

Das Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen die Türkei am Mittwoch in Köln kann nur vor maximal 300 Zuschauern stattfinden. Das teilte die Stadt Köln mit. Die 7-Tage-Inzidenz lag mit 38,6 pro 100.000 Einwohner weiter über dem Grenzwert von 35.

14:47 Uhr | Polen will Verstöße strenger ahnden

Ein Wohnmobil überquert den Grenzübergang Ahlbeck - Swinemünde. Aus dem Fahrerfenster weht eine polnische Flagge.
Verstöße sollen in Polen härter bestraft werden Bildrechte: dpa

Polen will bei Verstößen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen konsequenter vorgehen. Gesundheitsminister Adam Niedzielski sagte, wer keine Maske trage, wo diese vorgeschrieben sei, müsse künftig entweder ein ärztliches Attest über Befreiung von der Maskenpflicht vorzeigen oder mit einem Bußgeld rechnen. Ein Vertreter der Polizei sagte, bislang hätten es die Beamten bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in den meisten Fällen bei Ermahnungen belassen, künftig solle häufiger ein Bußgeld verhängt werden. Ab Sonnabend soll zudem in Regionen mit einem hohen oder sehr hohen Infektionsgeschehen die Maskenpflicht auch im Freien gelten.

14:10 Uhr | Virologe: Trumps Behandlung passt nicht zu mildem Verlauf

Der Chefarzt am St. Georg Klinikum Leipzig, Christoph Lübbert, hat den Umgang von US-Präsident Trump mit seiner Covid-19-Erkrankung kritisiert. Der Virologe sagte MDR AKTUELL, Trump habe so viele unterschiedliche Informationen gestreut, dass keiner mehr gewusst habe, was die Wahrheit sei. Die Medikamente, die der US-Präsident bekommen habe, passten nicht zu dem angeblich milden Krankheitsverlauf. Sie würden normalerweise nur bei schweren Erkrankungen eingesetzt.

Lübbert sagte weiterhin, es könne allerdings sein, dass Trump viel mehr Angst vor dem Virus habe, als er öffentlich zugebe und deswegen alles nehme, was verfügbar sei.

13:55 Uhr | China vor Reisewelle in der "Goldenen Woche"

China hat neun Monate nach Beginn der Corona-Pandemie die Pandemie laut offiziellen Angaben überwunden. Es werden keine lokalen Infektionen mehr verzeichnet. Das Land bereitet sich nun auf die "Goldene Woche" mit acht freien Tagen zum Nationalfeiertag und Mondfest vor. Dabei werden in China rund 600 Millionen Reisen erwartet, wie die Zeitung "China Daily" berichtet. Das seien 70 bis 80 Prozent der Vorjahresreisen.

13:05 Uhr | Coronavirus befällt auch das Gehirn

Das Coronavirus kann einer Studie zufolge neben Lunge, Herz und Nieren auch Entzündungen im Gehirn verursachen. Das berichten Forscher aus Hamburg und Freiburg nach Untersuchungen von 43 infizierten Todesopfern im Fachblatt "The Lancet Neurology". Bei der Hälfte der Untersuchten wurden demnach Coronaviren oder Proteine davon im Hirnstamm oder dort entspringenden Nerven nachgewiesen. Die Virusmengen seien zwar sehr gering gewesen, doch es habe eine Immunreaktion gegeben. Daraus schließen die Forscher, dass Entzündungszellen für neurologische Symptome von Riechstörungen über Kopfschmerzen bis hin zu Schlaganfällen verantwortlich sein könnten.

12:10 Uhr | In Deutschland mehr als 3.000 Neuinfektionen

Am Montag sind bundesweit 3.114 Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 registriert worden. Das geht aus Zahlen des am Karlsruher Instituts für Technologie angesiedelten Projekts Risklayer hervor. Demnach überstieg der Wert der Neuinfektionen erstmals seit Mitte April die Marke von 3.000 Infektionen an einem Tag. Der 7-Tage-Schnitt klettert auf 2.291 Fälle täglich. Regionaler Hotspot bleibt den Daten zufolge Berlin.

11:45 Uhr | Steinmeier: Fake-News wirken wie Superspreader

In einer Pandemie wirken falsche Informationen wie ein Superspreader. Und spätestens wenn der gläubige Maskenverweigerer oder Impfgegner sich infiziert hat, schlägt die Realität zurück.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier laut Redemanuskript bei der Eröffnung eines Neubaus des Axel-Springer-Verlags in Berlin

11:05 Uhr | Biontech-Impfstoff im Zulassungsprozess

Der vom Mainzer Unternehmen Biontech entwickelte Corona-Impfstoffkandidat geht ins Zulassungsverfahren. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA werde den Wirkstoff BNT162b2 in einem sogenannten Rolling-Review-Verfahren prüfen, teilten Biontech und der Partner Pfizer mit. Bei diesem beschleunigten Verfahren werden Daten aus der klinischen Prüfung fortlaufend eingereicht und bewertet.

09:45 Uhr | Russland: Viele Neuinfektionen – relativ wenig Tote

In Russland ist die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen binnen 24 Stunden um 11.615 auf insgesamt fast 1,24 Millionen gestiegen. Laut Behörden wurde ein Drittel der Ansteckungen allein in Moskau registriert. Nach den USA, Indien und Brasilien hat Russland die meisten Ansteckungen weltweit, jedoch offiziell bislang verhältnismäßig wenig Covid-19-Todesfälle, nämlich 21.663, etwa doppelt so viele wie Deutschland.

08:50 Uhr | Industrie auf Erholungskurs

Deutschlands Industrie hat im August erneut mehr Aufträge erhalten, aber noch nicht das Vorkrisenniveau erreicht. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lag der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe um 4,5 Prozent höher als im Juli. Das Bundeswirtschaftsministerium sieht nach der Lockerung des Lockdowns im April eine "stetige Erholung", getragen vor allem von der Nachfrage aus dem Ausland.

07:30 Uhr | Irland verschärft Kontaktbeschränkungen

Wegen hoher Infektionsraten hat die irische Regierung die Schutzmaßnahmen deutlich verschärft. Landesweit dürfen Restaurants und Pubs ab sofort keine Gäste mehr in Innenräumen bedienen. Die Bürger sind aufgerufen, auf Inlandsreisen zu verzichten. Angestellte sollten möglichst zu Hause arbeiten. Auch Gottesdienste müssen wieder online stattfinden.

07:00 Uhr | Ramelow kritisiert innerdeutsche Reisebeschränkungen

Politiker verschiedener Parteien haben die Quarantäne-Vorschriften einiger Bundesländer für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten kritisiert. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sagte dem "Spiegel", Reisebeschränkungen im Inland seien das falsche Signal und nicht hilfreich. Auch Politiker von CDU und SPD monierten, die unterschiedlichen Regelungen seien verwirrend. Steigende Infektionszahlen in Deutschland bereiten zum Start der Herbstferien Sorgen. Vor allem die Lage in Berlin wird von den Ländern unterschiedlich beurteilt. Mehrere Bezirke der Hauptstadt werden als Risikogebiet eingestuft. Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz haben Einreisebeschränkungen mit Quarantäneregeln und Pflichttests festgelegt. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und einigen weiteren Bundesländern gelten Übernachtungsverbote in Hotels und Pensionen für Gäste, die aus den Hotspots kommen.

06:30 Uhr | Trump zurück im Weißen Haus

Nach drei Tagen im Krankenhaus ist der mit Corona infizierte US-Präsident Donald Trump ins Weiße Haus zurückgekehrt. Trump lief am Montagabend durch die goldene Pforte des Militärkrankenhauses Walter Reed nahe Washington. Der 74-Jährige ballte eine Faust, reckte den Daumen in die Höhe und wurde dann mit einem Hubschrauber zum Weißen Haus geflogen. Dort nahm er demonstrativ seine Schutzmaske ab, obwohl er nach wie vor ansteckend ist. In einem Video auf Twitter bekräftigte Trump seinen Appell an die US-Bürger, sich nicht vor dem Coronavirus zu fürchten. Die USA hätten "die besten Medikamente der Welt", bald gebe es einen Impfstoff. Trotz der Pandemie sollten die Menschen "rausgehen", jedoch "vorsichtig" sein.

06:15 Uhr | Sozialverbände fürchten Einschnitte wegen Coronakrise

Sozialverbände und Polizei in Sachsen befürchten, dass in ihren Bereichen gespart werden soll, um zusätzliche Corona-Ausgaben zu finanzieren. Der Landesgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Michael Richter, sagte MDR AKTUELL, es gebe einen erheblichen Anstieg an sehr alten Menschen. Dieser massive demografische Wandel sei eine Herausforderung – mit oder ohne Corona. Die Gewerkschaft der Polizei Sachsen mahnte, man brauche dringend zusätzliche Stellen und eine modernere Ausstattung. Die sächsische Landesregierung berät in dieser Woche über den Haushalt für 2021.

06:00 Uhr | Der Ticker vom Dienstag

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Oktober 2020 | 06:00 Uhr

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