Coronavirus-Pandemie Ticker vom Dienstag: Corona bleibt laut WHO Notlage internationaler Tragweite

Für die Weltgesundheitsorganisation dauert die Corona-Pandemie noch lange an und bleibt eine internationale Notlage. WHO-Chef Tedros rief die Länder auf, weiterhin sämtliche Schutzmaßnahmen anzuwenden. Das Pharma-Unternehmen Biontech will ab Mitte 2022 eine Impfstoff-Fabrik in Ruanda aufbauen. China stellt die Millionenstadt Lanzhou unter Corona-Quarantäne. Die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Ein medizinischer Mitarbeiter trägt einen Schutzanzug im City Clinical Hospital Nr. 7, wo COVID-19-Patienten behandelt werden.
Die WHO hat die Länder aufgerufen, wegen der Corona-Pandemie alle Schutzmaßnahmen weiterhin anzuwenden. Die Pandemie sei noch lange nicht vorbei. Bildrechte: dpa

  • Wenige Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele stellt China die Millionenstadt Lanzhou unter Quarantäne.
  • Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat Moderna-Auffrischungs-Impfungen für Erwachsene genehmigt.
  • Intensivmediziner warnen vor einer zunehmenden Belastung der Krankenhäuser durch Corona-Patienten.

Unser Ticker am Dienstag, 26. Oktober 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

21:10 Uhr | WHO: Corona bleibt Notlage internationaler Tragweite

Die Corona-Pandemie bleibt für die Weltgesundheitsorganisation eine Notlage von internationaler Tragweite. Das teilte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf mit. Man folge damit der Empfehlung des unabhängigen Notfallausschusses, der alle drei Monate die Lage neu beurteilt. Mit der Erklärung einer Notlage sind unter anderem besondere Meldepflichten der Mitgliedsstaaten verbunden. Der Ausschuss hatte das Ausrufen einer internationalen Notlage wegen des neuen Coronavirus Sars-CoV-2 Ende Januar 2020 empfohlen. Es handelt sich dabei um das höchste Alarmsignal, das die WHO geben kann. Tedros rief zugleich alle Länder auf, weiterhin sämtliche Schutzmaßnahmen anzuwenden. Die Pandemie sei noch lange nicht vorbei.

20:40 Uhr | Ursache für schweren Covid-19-Verlauf entdeckt

Bei Menschen mit einem schweren Covid-19-Verlauf wird ein bestimmter Botenstoff zu früh ausgeschüttet, der die Immunreaktion des Körpers wieder herunterfährt. Das beschreiben Forscher der Berliner Charité und des Leibniz-Instituts DRFZ im Magazin "nature" in einer neuen Studie. Danach schüttet das Immunsystem den Botenstoff aus, wenn es einen Krankheitserreger erfolgreich bekämpft hat. Der Botenstoff sorgt dann unter anderem dafür, dass die Immunreaktion wieder heruntergefahren wird. Bei Patienten mit einem schweren Covid-19-Verlauf wird der Botenstoff aber offenbar zu früh ausgeschüttet. Dadurch kann das Virus zunächst nicht richtig bekämpft werden, breitet sich weiter aus und richtet die typischen Schäden an.

20:20 Uhr | Impfdurchbruch bei Bayerns Ex-Ministerpräsident Stoiber

Bayerns Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber, der doppelt geimpft ist, hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Ein Sprecher sagte, Stoiber habe ganz leichte Symptome. Hin und wieder müsse der 80-Jährige husten, zudem habe er etwas Schnupfen. Stoiber sei in häuslicher Quarantäne und bleibe bis Ende nächster Woche zu Hause. Stoiber ist den Angaben zufolge mit dem Impfstoff von Astrazeneca doppelt geimpft. Wo sich Stoiber angesteckt habe, sei unklar.

18:50 Uhr | Russlands Krankenhäuser kommen an Belastungsgrenze

In Russland kommen die Krankenhäuser wegen der dramatischen Corona-Lage zunehmend an ihre Belastungsgrenze. Gesundheitsminister Michail Muraschko sagte laut Agentur Interfax, rund 90 Prozent der Betten für Covid-19-Patienten seien belegt. Insgesamt stünden 292.000 Klinik-Plätze bereit. Jeder zehnte Patient befinde sich in einem ernsten Zustand.

Nach Angaben von Muraschko sind derzeit mehr als 1,3 Millionen Menschen in Russland an Corona erkrankt. Am Dienstag wurden binnen 24 Stunden wurden 36.400 Neuinfektionen registriert. 1.106 Menschen starben binnen 24 Stunden mit dem Virus - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020.

17:40 Uhr | Maskenpflicht auf Berliner Weihnachtsmärkten

Auf den Weihnachtsmärkten in Berlin soll in diesem Jahr eine Maskenpflicht gelten. Die Betreiber von Weihnachtsmärkten können aber auch mit 2G-Regeln öffnen – also nur für Geimpfte und Genesene. Dann müssen nach Angaben der Gesundheitsverwaltung des Berliner Senats Besucher keine Maske tragen. Mit der neuen Corona-Infektionsschutzverordnung wird zudem die absolute Obergrenze von maximal 25.000 Besuchern bei Veranstaltungen in Berlin gestrichen. Veranstaltungsorte dürfen aber weiterhin nur zur Hälfte ausgelastet werden.

16:15 Uhr | Biontech baut ab Mitte 2022 Produktionsstätte in Afrika

Das Pharmaunternehmen Biontech will Mitte kommenden Jahres mit dem Bau einer Produktionsstätte für seine mRNA-Impfstoffe in Afrika beginnen. Das Unternehmen hat dazu nach eigenen Angaben eine Absichtserklärung mit der ruandischen Regierung und einem Institut im Senegal unterzeichnet. Geplant sei zunächst eine Fertigungsstraße mit einer Kapazität für etwa 50 Millionen Covid-19-Impfstoffdosen pro Jahr. Nach und nach sollen demnach die Kapazitäten erweitert werden und Produktionsstätten in ganz Afrika aufgebaut werden. Im August hat Biontech bereits erklärt, dass es beim Aufbau von Produktionsstätten in Afrika nicht nur um Corona-Impfstoffe geht, sondern auch um mRNA-basierte Malaria- und Tuberkuloseimpfstoffe.

14:50 Uhr | Thüringer Ilm-Kreis mit Alarmstufe Rot

In Thüringen ist wegen steigender Corona-Fallzahlen auch im Ilm-Kreis die Alarmstufe Rot ausgerufen worden. Das ist nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums die dritte und höchste Stufe im Corona-Warnsystem, die gezielte Eindämmungsmaßnahmen erlaubt. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Ilm-Kreis ist auf 330,5 geklettert. Die Hospitalisierungsrate liegt bei 12,3. Bisher gibt es die Alarmstufe Rot in Thüringen bereits im Kyffhäuserkreis. Thüringenweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 235,7 - das ist der bundesweite Höchst-Wert. Auf Platz zwei folgt Sachsen mit 191,7. Sachsen-Anhalt verzeichnet laut Robert-Koch-Institut eine Sieben-Tage-Inzidenz von 107,8.

13:55 Uhr | Kinderärzte: Bei Kinder-Impfungen auf EMA und Stiko-Empfehlung warten

Während Corona-Impfungen für Kinder ab fünf Jahren in den USA Anfang November beginnen könnten, müssen sich impfwillige Eltern in Deutschland voraussichtlich auf einen deutlich späteren Start einstellen. Der Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Jakob Maske, rechnet mit einer Zulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer durch die EU-Arzneimittelbehörde EMA frühestens Mitte November. Man wolle auf die Stiko-Empfehlung warten. Für Deutschland sei die Frage der Bewertung des Impfstoffs für Fünf- bis Elfjährige noch offen, sagte der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens.

13:20 Uhr | Chinesische Provinz will noch in diesem Jahr Millionen Kinder impfen

In der ostchinesischen Provinz Zhejiang sollen 5,5 Millionen Kinder im Alter von drei bis elf Jahren noch in diesem Jahr vollständig gegen Corona geimpft werden. Die erste Dosis sollen sie nach Angaben lokaler Behörden bis zum 20. November erhalten, die zweite bis zum 20. Dezember. Auch in einigen anderen chinesischen Provinzen laufen Impfungen in der Altersgruppe an, allerdings in kleinerem Umfang. Insgesamt sind bislang etwa 76 Prozent der 1,4 Milliarden Einwohner Chinas vollständig gegen Corona geimpft.

09:25 Uhr | China stellt Millionenstadt Lanzhou unter Quarantäne

Im Kampf gegen eine neue Corona-Infektionswelle stellt China die Millionenstadt Lanzhou unter Quarantäne. Die vier Millionen Einwohner der Stadt im Nordwesten des Landes dürften ihre Wohnungen nur noch in Notfällen verlassen, erklärte die Stadtverwaltung am Dienstag. Zuvor waren in ganz China 29 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Bereits am Vortag waren in der Hauptstadt Peking gut hundert Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele neue Corona-Beschränkungen verhängt worden. Die Bewohner Pekings wurden aufgefordert, die Stadt nur noch in dringenden Fällen zu verlassen und auf größere Menschenansammlungen zu verzichten. Der für kommenden Sonntag geplante Marathon in Peking wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Mehrere Wohnkomplexe wurden abgeriegelt. 

08:31 Uhr | Mehr als 23.000 Corona-Tote in Bulgarien

Bulgarien verzeichnet einen Höchstwert bei den täglichen Corona-Todeszahlen und Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden kletterte die Zahl der Toten den nationalen Behörden zufolge um 243 auf nunmehr 23.316. Zudem wurden innerhalb eines Tages 5.863 weitere Ansteckungen mit dem Virus registriert. Auf Corona-Stationen lagen am Dienstag mehr als 7.100 Patienten, 608 von ihnen befanden sich in Intensivbetreuung. Mehr als 90 Prozent der Patienten waren nicht geimpft. Bulgarien steckt mitten in einer vierten Corona-Welle. Die Impfskepsis in dem Land ist hoch, vollständig geimpft sind gerade einmal 24 Prozent der Erwachsenen. In der Europäischen Union sind es durchschnittlich 74 Prozent.

08:15 Uhr | Geimpfte dürfen ab November wieder in die USA einreisen

Die USA erlauben ab dem 8. November wieder die Einreise. Bedingung ist nach Angaben des Weißen Hauses allerdings eine Immunisierung mit einem international anerkannten Impfstoff gegen das Coronavirus. Akzeptiert werden demnach alle Präparate, die eine Zulassung oder Notfallzulassung der US-Arzneimittelbehörde FDA oder der Weltgesundheitsorganisation haben. Das gilt derzeit unter anderem für die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Astrazeneca, Moderna sowie Johnson & Johnson. Reisende müssen ihren Impfstatus vor Abflug bei der Airline nachweisen, die Fluggesellschaften müssen die Kontaktinformationen aufbewahren.

07:00 Uhr | Divi-Präsident Marx warnt vor vollen Intensivstationen

Intensivmediziner warnen vor einer zunehmenden Belastung der Krankenhäuser durch Corona-Patienten. Der Präsident der Deutschen Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Gernot Marx, sagte MDR AKTUELL, derzeit lägen 1.600 Covid-Patienten auf den Intensiv-Stationen. Das sei noch beherrschbar. Für Herbst und Winter rechne man aber mit mehr Patienten. Das Problem sei, dass inzwischen 4.000 Intensiv-Betten weniger zur Verfügung stünden als zu Jahresbeginn. Grund dafür sei, dass Pflegekräfte ihren Beruf beendet oder Arbeitszeit reduziert hätten. Sollten die Kapazitäten ausgeschöpft sein, müssten wieder OPs abgesagt werden.

06:50 Uhr | Bericht: Deutschland hat mehr als 17 Millionen Impfdosen gespendet

Deutschland hat einem Medienbericht zufolge bislang 7,6 Millionen Corona-Impfdosen des Herstellers Astrazeneca anderen Ländern zur Verfügung gestellt. Hinzu kämen noch einmal zehn Millionen Dosen, die der Bund im Rahmen der Impfstoffinitiative "Covax" der Weltgesundheitsorganisation (WHO) übergeben habe, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die meisten Dosen hat demnach Vietnam auf direktem Wege erhalten (2,6 Millionen), es folgen die Ukraine (1,5), Ägypten, Ghana (beide 1,5) und Namibia (0,2). Die Bundesregierung hatte zugesagt, 100 Millionen Impfdosen verschiedener Hersteller anderen Ländern unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.

06:48 Uhr | EMA lässt Moderna-Auffrischungsimpfung für über 18-Jährige zu

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat Corona-Auffrischungs-Impfungen für Erwachsene mit dem Impfstoff des US-Unternehmens Moderna genehmigt. Die Behörde erklärte, eine dritte Dosis mit dem Mittel Spikevax führe zu einem Anstieg des Antikörperspiegels. Die Auffrischungs-Impfung sollte sechs bis acht Monate nach der zweiten Dosis verabreicht werden. Damit können nun auch die Gesundheitsbehörden der EU-Länder offizielle Empfehlungen abgeben.

Anfang Oktober hatte die EMA bereits grünes Licht für Auffrischungsimpfungen mit dem Biontech-Impfstoff für Erwachsene gegeben. Für den Moderna-Impfstoff gab es zunächst nur eine Empfehlung für Menschen mit schwer geschwächtem Immunsystem.

06:42 Uhr | Kurz vor Öffnung: Thailand meldet sinkende Zahlen

Wenige Tage vor der Öffnung für den internationalen Tourismus hat Thailand erstmals seit Monaten weniger als 8.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Die Behörden meldeten am Dienstag 7.706 neue Fälle - das ist der niedrigste Wert seit dem 8. Juli. 66 Menschen starben in Zusammenhang mit Covid-19. Der Verlauf des jüngsten Ausbruchs in dem südostasiatischen Urlaubsland mit 70 Millionen Einwohnern war lange ungewöhnlich: Zwar waren die Zahlen seit August gesunken, jedoch stagnierten sie wochenlang zwischen 9.000 und 12.000 neuen Fällen am Tag.

06:30 Uhr | Ärzte fordern Tempo bei Auffrischimpfungen für Risikogruppen

Ärzteverbände und Patientenschützer fordern deutlich mehr Tempo bei den Corona-Auffrischimpfungen für Hochbetagte und Vorerkrankte. "Boosterimpfungen für die vulnerablen Gruppen werden gerade mit Blick auf die steigenden Zahlen dringend gebraucht", sagte Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des Virchowbundes der niedergelassenen Ärzte, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". In der Pflicht stehe insbesondere der Hausärzteverband, der schon früh die Schließung der Impfzentren gefordert habe. Das sei ein Fehler gewesen, sagte Heinrich. Auch Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, beklagte den "schleppenden Verlauf" der Auffrischimpfungen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 26. Oktober 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Oktober 2021 | 06:00 Uhr

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