Coronavirus-Pandemie Ticker: EMA sieht keine Hinweise auf Blutgerinnsel durch Astrazeneca

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat bislang keine Hinweise darauf, dass der Coronavirus-Impfstoff von Astrazeneca Blutgerinnsel verursacht. Die Entscheidung, die Coronavirus-Schutzimpfungen mit dem Astrazeneca-Präparat auszusetzen, hat Kritik und anhaltende Debatten ausgelöst. Viele Impftermine müssen nun abgesagt werden. Das Paul-Ehrlich-Institut verteidigte allerdings seine Empfehlung, während weitere EU-Länder heute der Vorsichtsmaßnahme folgten.

Hinweis auf den Stopp der Immunisierungen mit dem Mittel von Astrazeneca am Impfzentrum auf dem Messegelände in Erfurt
Das Impfzentrum auf dem Messegelände in Erfurt heute Morgen: Bei einem Treffen von Bund und Ländern am Mittwoch sollte es darum gehen, die Impfungen in Deutschland zu beschleunigen. Nach dem Stopp des Astrazeneca-Impfstoffs wird daraus vorerst nichts. Bildrechte: MDR/Corinna Ritter

Unser Ticker am Dienstag, 16. März 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:35 Uhr | Nicaragua erhält Astrazeneca über WHO-Programm

Nicaragua erhält die erste Lieferung von Astrazeneca-Impfdosen aus dem Covax-Programm der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Es seien 137.000 Dosen eingegangen, sagt Vize-Präsidentin Rosario Murillo. Bis Ende des Monats werde mehr Impfstoff über Covax geliefert. Die ersten Mittel erhielt das Land mit 6,5 Millionen Einwohnern im Februar in Form des Sputnik-V-Impfstoffes aus Russland. Indien hat seinerseits 200.000 Dosen Astrazeneca gespendet und weitere 300.000 Dosen zugesagt.

In Deutschland wirft der vorläufige Impfstopp mit dem Präparat von Astrazeneca die Impfkampagne gewaltig zurück. Mehr dazu:

22:07 Uhr | Wöller nimmt Polizei nach Demo in Dresden in Schutz

Nach den teils eskalierten Protesten gegen die Corona-Politik in Dresden sieht Sachsens Innenminister Roland Wöller kaum Versäumnisse der Polizei. Die Beamten hätten in einer sehr schwierigen, hochdynamischen Gemengelage besonnen agiert. Der CDU-Politiker sagte auch, er habe kein Verständnis, wenn sich der Protest in Gewalt und Aggression entlade. Am Sonnabend waren in Dresden bis zu eintausend Menschen durch die Innenstadt gezogen, obwohl die Demonstration zuvor verboten worden war. Die Polizei stellte über 940 Ordnungswidrigkeiten und fast 50 Straftaten fest. Insgesamt wurden zwölf Einsatzkräfte verletzt.

21:40 Uhr | EU-Kommission hofft auf baldige Astrazeneca-Impfungen

Die EU-Kommission hofft darauf, dass die Astrazeneca-Impfungen ab Donnerstag wieder aufgenommen werden können. Das wurde nach einer Videokonferenz mit den Gesundheitsministern der Mitgliedsstaaten bekannt. Die zuständige Kommissarin Stella Kyriakides sagte, die Arzneimittelagentur EMA werde dann ihre abschließende Einschätzung zur Sicherheit des Mittels vorstellen. Das warte man ab und folge dann dem Rat der EMA. Diese sieht weiterhin keine Hinweise darauf, dass der Astrazeneca-Impfstoff Blutgerinnsel verursacht. Kyriakidis rief die EU-Staaten auf, im Vertrauen auf die Einschätzung der EMA alle verfügbaren Impfdosen zu nutzen.

20:45 Uhr | Scholz rechnet mit Beschleunigung der Impfkampagne

Trotz des derzeitigen Mangels an verfügbaren Corona-Impfdosen in Deutschland geht Vizekanzler Olaf Scholz von einer rasanten Beschleunigung der Impfkampagne in den kommenden Wochen aus. Bereits im April werde es "viele Millionen" Impfstoffdosen pro Woche geben, sagte Scholz im ZDF. Er rechne mit "vielleicht zehn Millionen Impfdosen pro Woche" im Juli. "In den nächsten Wochen und Monaten wird es immer mehr Impfstoff geben", prognostizierte Scholz. Beim Impfgipfel am Freitag müsse es deshalb vor allem darum gehen, die "große logistische Operation" vorzubereiten, in der möglichst viele Bürger möglichst schnell geimpft werden sollten.

20:25 Uhr | EMA erhält Hilfe von nationalen Behörden

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) erhält als Teil ihrer Untersuchung etwaiger Nebenwirkungen des Astrazeneca-Impfstoffes zusätzliche Hilfen von den nationalen Behörden. Damit sollen so schnell wie möglich fehlende und unvollständige Informationen ergänzt werden, teilt die EMA mit.

20:21 Uhr | USA wollen überschüssigen Impfstoff verteilen

Die USA führen Präsident Joe Biden zufolge Gespräche über die Verteilung ihres überschüssigen Impfstoffes. "Wir sprechen bereits mit mehreren Staaten", sagt Biden. Er werde sehr bald mehr dazu bekanntgeben. Die US-Regierung will erst dann anderen Staaten Dosen liefern, wenn jeder Amerikaner die Gelegenheit zu einer Impfung hatte. Die US-Seuchenbehörde CDC gab bekannt, inzwischen mehr als 110 Millionen Impfungen verabreicht zu haben. In den USA leben gut 328 Millionen Menschen.

20:05 Uhr | Kretschmer: Lockerungsversuch ist gescheitert

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ist dafür, wieder stärker auf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu hören. Der erste Lockerungsversuch von Bund und Ländern vor zwei Wochen ist seiner Ansicht nach gescheitert. Der Versuch sei ein Fehler gewesen und müsse abgebrochen werden, sagte Kretschmer am Dienstagabend bei einer Onlineveranstaltung zur psychischen Gesundheit in der Pandemie.

Kretschmer pochte außerdem auf mehr Sicherheit durch mehr Tests. Erst dann könne weiter geöffnet werden. Auf psychischer Ebene sehe er das Problem, dass die Bevölkerung im Hinblick auf die staatlichen Maßnahmen eine Ohnmacht empfinde.

19:50 Uhr | Bürgermeister schreiben offenen Brief an Kretschmer

Die Bürgermeister aus dem Erzgebirgskreis haben sich mit einem offenen Brief an den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer gewandt. In dem Schreiben, das im Vorfeld einer für den 17. März geplanten Videokonferenz am Montag veröffentlicht wurde, kritisieren sie die derzeitige Corona-Politik der Landesregierung. Der Schneeberger Bürgermeister Ingo Seifert etwa betonte, es sei an der Zeit, auf die Stimmung in der Bevölkerung hinzuweisen.

19:45 Uhr | Regionale Unterschiede bei Zahl der Corona-Teststationen

Seit dem 8. März hat jeder Bundesbürger einen Anspruch auf einen kostenlosen Corona-Schnelltest pro Woche. Doch das Testen läuft nur schleppend an und in manchen Regionen in Sachsen ist es nach wie vor überhaupt nicht möglich.

18:50 Uhr | Italien will Impfungen nach positiver EMA-Bewertung wieder aufnehmen

Italien will bei einer positiven Beurteilung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) schnell wieder Astrazeneca-Impfungen aufnehmen. Er habe sich entsprechend mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron abgesprochen, sagt Ministerpräsident Mario Draghi.

18:39 Uhr | Sachsen erleichtert Einreise aus Tschechien

Sachsen hat die Einreiseregeln für Menschen aus Tschechien erleichtert. Der Freistaat folge damit den Vorgaben des Bundes und den aktuellen Regeln in Bayern, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping. Angesichts der neuen Regeln und wegen steigender Infektionszahlen gerade in den Grenzregionen habe sie jedoch Bedenken.

Voraussetzung ist ein täglicher negativer Corona-Test, der ab Mittwoch Pflicht ist. Arbeitgeber müssen die Tests zur Verfügung stellen. Die Erleichterungen betreffen laut Verordnung etwa Beschäftigte im Gesundheitswesen und all jene, die zur "Aufrechterhaltung der Betriebsabläufe unabdingbar" sind.

17:45 Uhr | Vorerst keine Corona-"Notbremse" in Sachsen-Anhalt

Die Corona-Regeln in Sachsen-Anhalt bleiben trotz gestiegener Infektionszahlen bis mindestens zum nächsten Dienstag unverändert. Ausnahme sei die am Dienstag beschlossene Aussetzung der Präsenzpflicht an weiterführenden Schulen, sagte ein Parlamentssprecher. Die Landesregierung wolle noch mehrere Gesprächsrunden zwischen Bund und Ländern sowie weitere Erkenntnisse zum Astrazeneca-Impfstoff abwarten, bevor sie über das weitere Vorgehen entscheidet, sagte der Sprecher.

Am Donnerstag steht eine Sitzung der Ministerpräsidentenkonferenz an, am Freitag dann der Impfgipfel von Bund und Ländern. Am kommenden Montag wollen sich Bund und Länder zu ihrer nächsten Corona-Runde zusammenschalten. Am darauf folgenden Dienstag soll die Landesregierung dann in einer nächsten Kabinettssitzung die Folgeregelungen für die Corona-Landesverordnung beschließen.

17:30 Uhr | Impfstoff-Produktion in Dessau soll im April starten

Die Produktion des Corona-Impfstoffs vom US-Pharmakonzern Johnson & Johnson in Dessau soll im April beginnen. Die Vorbereitungen dafür liefen bereits, sagte ein Sprecher der Firma IDT Biologika. Es werde drei bis vier Wochen dauern, bis IDT in Dessau die ersten Ampullen mit dem Impfstoff befüllen könne. Die Firma soll das Präparat in Ampullen abfüllen und verpacken. Entwickelt wurde der Impfstoff von der Johnson-&-Johnson-Tochter Janssen. Die belgische Firma bestätigte die Kooperation mit IDT am Dienstag, wollte aber keine Details zum Zeitplan und den Produktionsmengen mitteilen. Die Firma habe ein globales Netz an Produktionsstätten aufgebaut, um den Impfstoff möglichst schnell weltweit anbieten zu können, sagte eine Sprecherin.

16:39 Uhr | Alexander Kekulé zum Stopp von Astrazeneca

Ein Jahr Kekulés Corona-Kompass: In der Jubiläumsfolge geht es um die neuen Entwicklungen zum Astrazeneca-Impfstoff. Professor Kekulé erklärt außerdem, wo er mit seinen Prognosen vor einem Jahr falsch lag. Hier geht's zum Podcast:

16:35 Uhr | Vor allem Frauen von Hirnvenenthrombosen betroffen

Von den sieben Fällen seltener Hirnvenenthrombosen nach der Impfung mit Astrazeneca sind nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vorwiegend Frauen betroffen. Demnach sind sechs Frauen, bei denen mit einer Sinusvenenthrombose eine besondere Form von Hirnvenenthrombosen auftrat, und ein Mann im Alter von etwa 20 bis 50 Jahren betroffen. Die Erkrankungen seien vier bis 16 Tage nach der Impfung aufgetreten. Das PEI bestätigte, dass drei Personen gestorben sind. Die Zahl der Fälle sei statistisch signifikant höher als die Anzahl von Hirnvenenthrombosen, die normalerweise in der Bevölkerung ohne Impfung auftreten. Ob ein kausaler Zusammenhang bestehe, werde derzeit noch untersucht.

16:10 Uhr | Sachsen startet Corona-Testpflicht an Schulen

In Sachsen gilt ab Mittwoch für Schülerinnen und Schüler ab Klasse fünf eine Corona-Testpflicht. Es seien ausreichend Tests verteilt worden, sagte Kultusminister Christian Piwarz. Wer einen Test ablehne, dürfe die Schule nicht betreten. Die Testpflicht sollte ursprünglich schon am Montag in Kraft treten.

16:04 Uhr | Moderna testet Impfstoff an Kindern

Der Impfstoff-Hersteller Moderna hat eine große Studie zur Wirkung seines Corona-Vakzins bei Babys und Kindern begonnen. In den nächsten Wochen soll das Mittel dafür 6.750 Minderjährigen von sechs Monaten bis zwölf Jahren in den Vereinigten Staaten und Kanada injiziert werden, teilte das US-Unternehmen am Dienstag mit.

Die Immunisierung von Minderjährigen wird als ein Schlüssel für das Erreichen einer Herdenimmunität in der Corona-Pandemie gesehen. Die Impfung von Kindern unter 16 Jahren ist mit den bislang in den Vereinigten Staaten zugelassenen Corona-Impfstoffen nicht erlaubt. Modernas Mittel ist ausschließlich für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen. Allein in den USA wurden bereits mehr als 50 Millionen Dosen des Vakzins verabreicht.

15:58 Uhr | Karl Lauterbach über Astrazeneca-Stopp

SPD-Gesundheitexperte Karl Lauterbach geht davon aus, dass jeder Deutsche bis Ende September ein Impfangebot erhalten wird. Den Stopp des Astrazeneca-Wirkstoffs bezeichnete er im ARD-Morgenmagazin als "unglücklich":

15:54 Uhr | Long Covid und Spätfolgen: Genesen heißt nicht gesund

In Deutschland gelten die meisten Coronavirus-Infizierten irgendwann als "genesen". Dabei werden die Menschen, die eine Infektion überstanden haben, gar nicht offiziell erfasst. Folgeerscheinungen wie das Post-Covid-Syndrom berücksichtigt die Zahl der Genesenen ebenso wenig wie die Dunkelziffer bei den Infektionen.

15:35 Uhr | Rund 47.500 Impftermine in Sachsen fallen aus

Nach dem vorsorglichen Stopp von Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca fallen rund 47.500 Impftermine in Sachsen aus. Die Dosen befänden sich im Lager, erklärte Gesundheitsministerin Petra Köpping am Dienstag. Wie lange die Pause dauere, sei noch unklar. Allein 12.500 Dosen waren für ein Modellprojekt mit Hausärzten vorgesehen, das am Montag beginnen sollte. Auch in den Impfzentren fallen sämtliche Termine für Erstimpfungen aus, das Deutsche Rote Kreuz habe alle Betroffenen schriftlich informiert. Für Zweitimpfungen stehen in Sachsen derzeit 55.000 Impfdosen von Biontech sowie rund 8.000 Dosen von Moderna zur Verfügung. Bisher wurden in Sachsen rund 463.500 Impfdosen geimpft – das entspricht 7,8 Prozent der Bevölkerung.

15:00 Uhr | Impfgipfel findet am Freitag statt

Der Impfgipfel von Bund und Ländern soll nun am Freitag stattfinden. Das kündigte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Mainz an. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) wolle sich am Donnerstag erneut ein Bild zum Einsatz des Astrazeneca-Impfstoffs machen. "Dann haben wir hoffentlich Klarheit", sagte Dreyer.

14:21 Uhr | EMA: Keine Hinweise auf Blutgerinnsel durch Astrazeneca

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat bislang keine Hinweise darauf, dass der Coronavirus-Impfstoff von Astrazeneca Blutgerinnsel verursacht. Auf einer Pressekonferenz heute sagte Behörden-Chefin Emer Cooke, die Zahl der aufgetretenen Fälle von Thrombosen sei nicht höher als ihr Anteil an der nicht mit dem Mittel geimpften Bevölkerung. Die Vorteile der Impfung überwiegen demnach mögliche Risiken. Sei sei weiter "zutiefst überzeugt" von dem Impfstoff.

Die EMA untersuche auch, ob nur einzelne Chargen des Impfstoffs betroffen sind, so Cooke.

13:35 Uhr | Österreich impft weiter mit Astrazeneca

Österreich wird den Impfstoff von Astrazeneca vorerst weiter verabreichen lassen. Die Entscheidung will Gesundheitsminister Rudolf Anschober dem nationalen Impfgremium und der EU-Arzneimittelbehörde EMA überlassen. "Es wird keine Entscheidung geben, wo ich im Widerspruch zu dem handle, was uns das nationale Impfgremium empfiehlt", sagte der Grünen-Politiker heute. Das Impfgremium hatte am Montagabend empfohlen, die Nutzung des Astrazeneca-Impfstoffs fortzuführen, bis eine weiterführende Einschätzung der EMA vorliegt.

13:47 Uhr | Modellversuche in Thüringen abgelehnt

Die Thüringer Städte Erfurt, Weimar und der Kreis Sonneberg müssen ihre Modellkonzepte für die Öffnung von Geschäften und Freizeiteinrichtungen überarbeiten. Das Gesundheitsministerium des Landes sieht noch einigen Nachbesserungsbedarf.

13:31 Uhr | Bundesregierung fürchtete angeblich Klagen

Die Bundesregierung soll auch aus juristischen Gründen keine Alternative zur Aussetzung der Impfungen mit dem Astrazeneca-Mittel gehabt haben. Die Nachrichtenagnetur Reuters berichtet mit Verweis auf ungenannten Quellen in Regierungskreisen, dass nach der Mitteilung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) andernfalls Klagen gedroht hätten, da es um eine staatliche Impfkampagne gehe. Als bereits fünf europäischen Länder die Impfungen ausgesetzt hatten, berichtete das PEI am Montag von insgesamt sieben Fällen seltener Thrombosen in Hirn-Blutgefäßen in Deutschland, die mit den Impfungen im Zusammenhang stehen könnten – nach rund 1,6 Millionen verabreichten Astrazeneca-Dosen.

13:01 Uhr | Noch mehr Termine in Thüringen abgesagt

Nach dem Stopp des Impfstoffs von Astrazeneca fallen in Thüringen noch mehr Termine aus. War zunächst von wöchentlich etwa 10.000 abzusagenden Impfterminen pro Woche die Rede, so sind es nach neueren Angaben des Gesundheitsministeriums wöchentlich sogar 20.000, vor allem in den zentralen Impfzentren in Gera und Erfurt. Einer Sprecherin zufolge geht es bisher nur um Erstimpfungen. Man hoffe, dass schnell entschieden werde, wie es weitergehe.

12:54 Uhr | EMA-Pressekonferenz angesetzt

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA wird nach Angaben der EU-Kommission um 14.00 Uhr eine Pressekonferenz geben. Derzeit untersucht sie die Sicherheit des Impfstoffs von Astrazeneca.

12:36 Uhr | WHO-Äußerung zu Astrazeneca erwartet

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird sich möglicherweise noch heute zu der Aussetzung der Impfungen mit dem Astrazeneca-Mittel äußern. Das sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier.

12:14 Uhr | Italienische Behörde: Astrazeneca ist sicher

Die italienische Arzneimittelaufsicht Aifa stuft den Impfstoff von Astrazeneca als sicher ein. Das Verhältnis von Nutzen zu Risiko sei "weitgehend positiv", sagt Aifa-Direktor Nicola Magrini der Zeitung "La Repubblica". Die Entscheidung mehrerer Länder, darunter auch Italiens, das Impfen damit auszusetzen, sei politisch gewesen.

12:07 Uhr | Söder für "Notbremse"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder wirbt für ein Festhalten an der von Bund und Ländern Anfang März vereinbarten "Notbremse", sollte die Inzidenz die Schwelle von 100 übersteigen. Der Lockdown könne zwar auf Dauer nicht die einzige Perspektive sein, sagt der CSU-Politiker, ein Freilaufen aber auch nicht akzeptiert werden. Der Beschluss von Bund und Ländern sah neben Lockerungen vor, ab bestimmten Inzidenzen zu Lockdown-Regeln zurückzukehren.

11:33 Uhr | Hamburg setzt mobile Impfungen aus

Wegen des Stopps der Impfungen mit dem Mittel von Astrazeneca müssen mobile Teams in Hamburg vorerst pausieren. Vorerst nicht geimnpft werden unter anderem Pflegebedürftige und behinderte Menschen, die nicht in Heimen leben. Von der Gesundheitsbehörde hieß es, die Entscheidung sei "schwierig, schwer und schmerzhaft", aber sorgfältig abgewogen worden. Da der Impfstoff von Biontech wegen seiner tiefen Kühlung schwer zu handhaben sei, werde er vorerst nur noch im zentralen Impfzentrum verabreicht, um mit dem von Moderna den Astrazeneca-Ausfall ausgleichen.

11:27 Uhr | Hektik bei Absage von Impfterminen

Bei den kurzfristigen Absagen von Astrazeneca-Impfterminen ist einer Mitarbeiterin des Impfzentrums im Ennepe-Ruhr-Kreis eine Datenschutz-Panne unterlaufen. Wie der Landkreis in Nordrhein-Westfalen mitteilte, versandte sie am Montag eine Sammel-Mail mit den sichtbaren Mailadressen aller rund 1.500 Adressaten.

10:42 Uhr | Schweden und Lettland ziehen nach

Auch Schweden und Lettland haben Impfungen mit dem Astrazeneca-Mittel heute ausgesetzt. Das teilten die jeweiligen Gesundheitsbehörden der beiden EU-Länder mit.

10:12 Uhr | Hamburg nimmt Impftermin-Absagen zurück

Im zentralen Hamburger Impfzentrum werden ab Mittwoch vereinbarte Impftermine auch nach dem Stopp des Astrazeneca-Impfstoffs eingehalten. Wie die Gesundheitsbehörde mitteilte, ist das durch die Verwendung andere Impfstoffe möglich. Allerdings könnten deshalb derzeit keine neuen Termine mehr vereinbart werden. Die Stadt hatte am Montag zunächst alle Termine für Impfungen mit dem Astrazeneca-Mittel abgesagt.

10:00 Uhr | Tausende Impftermine in Thüringen abgesagt

In Thüringen werden wegen des Stopps des Astrazeneca-Impfstoffs rund 10.000 vereinbarte Impftermine pro Woche abgesagt. Diese Zahl nannte Gesundheitsministerin Heike Werner bei MDR AKTUELL. An Terminen für die Zweitimpfungen halte man zunächst fest. Sollte Astrazeneca nicht wieder zugelassen werden, sei jedoch das Ziel, bis Ostern zehn Prozent der Bevölkerung in Thüringen zu impfen, nicht haltbar. Die Linke-Politikerin, die den Stopp des Astrazeneca-Mittels als "Katastrophe" bezeichnet, erwartet im April und Mai größere Lieferungen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs in Thüringen. Man hoffe, dann wieder einen guten Rhythmus zu erreichen.

09:45 Uhr | Deutschland schafft Klimaschutzziel 2020

Die Bundesrepublik hat wegen der Coronavirus-Pandemie ihr Klimaschutzziel für 2020 nun doch noch einhalten können. Das Umweltbundesamt teilte heute mit, Deutschland habe im vergangenen Jahr knapp 739 Millionen Tonnen Treibhausgase ausgestoßen, rund 70 Millionen oder 8,7 Prozent weniger als 2019. Im Vergleich zu 1990 seien die Emissionen damit um 40,8 Prozent zurückgegangen. Ziel seien 40 Prozent gewesen. Das Umweltamt geht allerdings davon aus, dass gut ein Drittel der Minderungen auf die Folgen der Pandemie zurückzuführen sind. Ohne die Lockdowns wäre das deutsche Klimaziel aber wohl verfehlt worden.

09:30 Uhr | Fußball-Saison in Sachsen-Anhalt beendet

In Sachsen-Anhalt ist die Fußball-Saison auf Landesebene im Herrenbereich wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie beendet. Mit seinem Beschluss dazu folgte der Vorstand des Fußballverbands Sachsen-Anhalt (FSA) nach eigenen Angaben dem Wunsch der Mehrheit der Vereine. Hier Details der aus dem FSA-Beschluss folgenden Regelungen, etwa zu Auf- und Abstiegen.

09:00 Uhr | Impfgipfel von Bund und Ländern ist abgesagt

Der für Mittwochabend geplante Impfgipfel von Bund und Ländern wird verschoben. Das teilte ein Sprecher der Bundesregierung heute Morgen mit. Es solle zunächst eine Entscheidung der europäischen Arzneimittelbehörde EMA über den weiteren Einsatz des Impfstoffs von Astrazeneca abgewartet werden. Ein neuer Termin für das Bund-Länder-Treffen stand deshalb vorerst noch nicht fest.

08:45 Uhr | Astrazeneca-Stopp angeblich abgesprochen

Nach mehreren anderen EU-Ländern wie Deutschland und Frankreich haben heute nun auch Luxemburg und Zypern den Einsatz des Astrazeneca-Impfstoffs ausgesetzt. Dabei sprach auch das luxemburgische Gesundheitsministerium von einer Vorsichtsmaßnahme, bis eine neue Analyse der europäischen Arzneimittelbehörde EMA vorliege. Man schließe sich den Entscheidungen anderer EU-Staaten an.

Deutschland und Frankreich hatten die Impfungen mit Astrazeneca nach anderen EU-Staaten gestern gestoppt. Die Entscheidung sei in Abstimmung mit anderen europäischen Ländern getroffen worden, sagte die französische Industrieministerin Agnes Pannier-Runacher heute im Radiosender France Info. Hintergrund sind Meldungen von Blutgerinnseln im zeitlichen Zusammenhang mit den Impfungen des Präparats, dessen Sicherheit allerdings der britisch-schwedische Pharmakonzern nach wie vor betont.

08:15 Uhr | Epidemiologe sieht exponentielles Wachstum

Der RKI-Epidemiologe Dirk Brockmann sieht das aktuelle Infektionsgeschehen in Deutschland schon wieder in einem exponentiellen Wachstum, weshalb er die Lockdown-Lockerungen kritisierte. Bei den Fallzahlen gebe es derzeit einen Zuwachs von 20 Prozent im Vergleich zur Vorwoche, sagte der Experte des Robert Koch-Instituts in der ARD: "Wir sind genau in der Flanke der dritten Welle. Da gibt es gar nichts mehr zu diskutieren." Und in diese hinein sei Infektionsschutz nun gelockert worden.

08:08 Uhr | Australien impft weiter

Australien setzt seine Impfkampagne mit dem Astrazeneca-Mittel trotz Sorgen wegen möglicher schwerer Nebenwirkungen fort. Der Oberste Gesundheitsbeamte des Landes, Paul Kelly, sagte mit Blick auf die EU: "Während die Europäische Arzneimittelbehörde diese Ereignisse untersucht, hat sie ihre Ansicht bekräftigt, dass der Impfstoff von Astrazeneca erfolgreich vor Covid-19 schützt und weiterhin in der Impfkampagne verwendet werden sollte."

07:53 Uhr | Kassenärzte setzen weiter auf Astrazenaca

Die niedergelassenen Ärzte hoffen weiter auf einen Start der Impfungen in den Praxen und auf den Impfstoff von Astrazeneca. Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Frank Bergmann, sprach in der "Rheinischen Post" von einer Vorsichtsmaßnahme, die Immunisierungen mit dem Impfstoff vorerst auszusetzen: "Wenn das Paul-Ehrlich-Institut seine Untersuchungen innerhalb der nächsten beiden Wochen mit der Empfehlung abschließt, die Impfungen mit Astrazeneca wiederaufzunehmen, können wir wie geplant ab 29. März mit der ersten Phase des Impfens in den Praxen beginnen."

07:32 Uhr | Viele Indigene in Kolumbien gestorben

In Kolumbien sind nach einem Bericht des Portals "El Espectador" bereits fast 1.200 Indigene an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Wie das Nationale Gesundheits-Institut INS meldete, sind mindestens 80 indigene Völker von der Pandemie betroffen.

07:10 Uhr | Sorge wegen wachsender Jugendarbeitslosigkeit

Angesichts steigender Jugendarbeitslosigkeit hat der Deutsche Gewerkschaftsbund die Unternehmen zum Handeln aufgefordert. Sachsens DGB-Chef Markus Schlimbach sagte MDR AKTUELL, über Jahre habe die Wirtschaft den Fachkräftemangel beklagt. Jetzt dürften die Unternehmen nicht auf das Ende der Corona-Krise warten. Die jungen Menschen brauchten schnellstmöglich eine Perspektive. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen waren im Februar mehr als 26.000 jungen Leute unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 17,6 Prozent mehr als vor einem Jahr.

06:58 Uhr | Paul-Ehrlich-Institut verteidigt Astrazeneca-Stopp

Das Paul-Ehrlich-Institut hat die Empfehlung zur Aussetzung von Astrazeneca-Impfungen verteidigt. Präsident Klaus Cichutek sagte gestern Abend in der ARD, drei der sieben Fälle in Deutschland mit Thrombosen in Hirn-Venen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung seien tödlich verlaufen. Die deutschen Befunde seien nun im europäischen Vergleich zu diskutieren und abzugleichen.

06:36 Uhr | Schmude warnt vor Mallorca-Ansturm

Der Münchner Reiseforscher Jürgen Schmude befürchtet durch einen Ansturm auf Mallorca ein zweites Ischgl. Wie er dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" sagte, dieser Ansturm sei eine Katastrophe. In Ischgl habe man gesehen, was passieren könne. Es würde ihn nicht wundern, wenn Mallorca in drei Wochen wieder in den harten Lockdown müsse. Deutschland hatte die Reisewarnung für Mallorca vergangene Woche aufgehoben. Seitdem steigt die Zahl der Flug- und Hotelbuchungen. Der österreichische Wintersport-Ort Ischgl war im Winter 2020 zum Coronavirus-Hotspot geworden.

06:15 Uhr | Verschärfungen in sächsischen Landkreisen

Seit heute gelten neue Allgemeinverfügungen im Erzgebirgskreis und im Landkreis Zwickau. Sie sehen verschärfte Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen vor. Außerdem ist der Alkoholkonsum im öffentlichen Raum wieder verboten. Beide Landkreise mussten handeln, weil die Sieben-Tage-Inzidenz anhaltend über 100 liegt. Zugleich melden die Kollegen aus Sachsen in ihrem heutigen Corona-Ticker aber, dass der Tourismusverband Vogtland auf viele Urlaubsbuchungen hofft.

06:12 Uhr | Viele Rechnungen nach Rückholaktion noch offen

Ein Jahr nach der großen Rückholaktion hat die Bundesregierung von betroffenen Urlaubern erst ein Fünftel der Gesamtkosten kassiert. Nach Angaben des Auswärtigen Amts zahlten in der ersten Welle der Coronavirus-Pandemie gestrandete Deutsche und EU-Bürger bislang 17,9 Millionen Euro zurück. Allerdings seien wegen erschwerter Arbeitsbedingungen in der Pandemie etwa 21.000 Rechnungen noch gar nicht verschickt worden. Etwa 240.000 Touristen waren 2020 zurück nach Deutschland geholt worden, die meisten jedoch von Reiseveranstaltern. Der Bund hatte 67.000 Menschen zurückgeholt, nachdem kurzfristig Grenzen geschlossen und Flugverbindungen gekappt worden waren.

06:09 Uhr | Kritik an Impfstopp für Astrazeneca-Präparat

Die Entscheidung der Bundesregierung, die Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca auszusetzen, hat Kritik ausgelöst. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland", es spreche vieles dafür, dass die als Begründung angeführten Thrombosefälle in keinem kausalen Zusammenhang mit der Impfung stünden.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, kritisierte, so werde massiv Vertrauen in der Bevölkerung verspielt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigte den Beschluss als Vorsichtsmaßnahme. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA will nun über das weitere Vorgehen beraten.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 16. März 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. März 2021 | 06:00 Uhr

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