Coronavirus-Pandemie Ticker vom Dienstag: Nächste Bund-Länder-Runde zu Corona am 10. August

Die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten beraten im August mit Kanzlerin Merkel über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. Derweil führen immer mehr Regionen in Frankreich wieder die Maskenpflicht ein. Die aktuellen Entwicklungen zur Pandemie hier in unserem Ticker.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt neben Markus Söder (CSU, l), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender, und Michael Müller (r, SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, zu der Pressekonferenz nach dem Impfgipfel im Kanzleramt. Die Bundesregierung hat mit den Länderchefs über die Impfsituation beraten.
Archivbild: Bundeskanzlerin Angela Merkel tritt nach einem sogenannten Impfgipfel im April 2021 vor die Presse. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Dienstag, 27. Juli 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:39 Uhr | US-Behörden empfehlen Geimpften Maske in Hochrisikogebieten

Aufgrund steigender Fallzahlen empfehlen US-Behörden Geimpften in Corona-Hochrisikogebieten der USA wieder Masken in Innenräumen. Die Chefin der Gesundheitsbehörde CDC Rochelle Walensky sagte, die Wirksamkeit der Impfstoffe sei auch bei der Delta-Variante hoch. Neuere, besorgniserregende Daten deuteten jedoch darauf hin, "dass in seltenen Fällen einige Geimpfte ansteckend sein und das Virus auf andere übertragen können". Weite Teile des Südens der USA weisen nach CDC-Daten eine erhebliche oder hohe Übertragungsrate auf. Im Nordosten mit höherer Impfrate, fällt sie niedriger aus. Derzeit ist in den USA die Delta-Variante für rund 90 Prozent der Infektionsfälle verantwortlich. Knapp 50 Prozent der US-Bevölkerung sind bislang vollständig geimpft.

22:25 Uhr | Portugal bittet EU-Staaten um Corona-Impfdosen

Um die Impfkampagne im eigenen Land zu beschleunigen, hat Portugal andere EU-Staaten um zusätzliche Impfdosen gegen das Coronavirus gebeten. Gesundheitsministerin Marta Temido sagte, damit solle die Impfkampagne beschleunigt werden. Bis Ende August sollen 70 Prozent der erwachsenen Portugiesen vollständig immunisiert werden. Derzeit liegt der Anteil der vollständig Immunisierten in Portugal bei rund 45 Prozent. Bereits erhalten hat das Land rund 290.000 Impfdosen aus Norwegen. Derzeit verhandelt es dem Koordinator vom nationalen Impfprogramm zufolge über weitere 300.000 Dosen. In den kommenden drei Wochen will dieser fast eine Million Impfdosen erhalten.

18:22 Uhr | Rückkehr der Maskenpflicht in Frankreich

Immer mehr Regionen in Frankreich kassieren die Aufhebung der Maskenpflicht wieder ein. In der Präfektur Gironde muss auch im Freien wieder eine Maske getragen werden. Auch in anderen Landesteilen im Osten und Südosten und auf der Mittelmeerinsel Korsika gilt wieder eine strengere Maskenpflicht.  Hintergrund sind steigende Corona-Infektionen: Nach Behördenangaben stieg die Inzidenz in der Gironde bei Bordeaux innerhalb zwei Wochen von 40 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner auf inzwischen 314. Auf Korsika betrug diese zuletzt sogar 699. Frankreich hatte Mitte Juni die Maskenpflicht im Freien landesweit aufgehoben. In Innenräumen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln galt sie weiter.

17:05 Uhr | MP-Runde mit Merkel im August

Die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder beraten am 10. August zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das teilte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, mit.

"Der Korridor, um der gegenwärtigen Entwicklung noch wirksam entgegen zu wirken, wird enger", erklärte Müller offensichtlich in Bezug auf die wieder steigenden Corona-Infektionszahlen.

Bereits für heute wurde eine Schaltkonferenz der Unions-geführten Länder einberufen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte vor Beginn des Gesprächs, der entscheidende Ansatz sei seiner Meinung nach, dass Geimpfte mehr Möglichkeiten und Freiheiten wiedererlangen.

16:12 Uhr | IWF sieht stärkere wirtschaftliche Ungleichheit

Die Corona-Krise verschärft nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) die wirtschaftliche Ungleichheit in der Welt. In einer neuen Prognose erklärt der Internationale Währungsfonds, für die Industriestaaten wie Deutschland hätten sich die Wachstumsaussichten nochmals verbessert. Dagegen würden die Aussichten für Industrie- und Schwellenländer immer schlechter.

Für kommendes Jahr erwartet der IWF ein globales Wachstum von 4,9 Prozent, eine Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte gegenüber der vorigen Prognose vom April.

15:37 Uhr | Corona-Regeln in Thüringen werden verlängert

Die aktuellen Corona-Regeln in Thüringen werden um einen weiteren Monat verlängert. Gesundheitsministerin Heike Werner und Bildungsminister Helmut Holter unterschrieben die entsprechende Verordnung. Darin empfiehlt das Land lediglich Kontakte zu beschränken und Feiern möglichst ins Freie zu verlegen. Ab 70 Teilnehmern draußen und 30 in geschlossenen Räumen muss die Privatfeier beim zuständigen Gesundheitsamt angemeldet werden.

Auch die allgemeinen Corona-Regeln wie Abstand, Hygiene und Maskenpflicht gelten weiter. Über strengere Regeln entscheiden bei Bedarf die Kreise und Kreisfreien Städte.

15:16 Uhr | Kretschmann sagt Einschränkungen für Ungeimpfte voraus

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann geht davon, dass es Einschränkungen für Nicht-Geimpfte geben wird. Der Grünen-Politiker sagte, Impfverweigerer müssten damit rechnen, dass der Zugang zu Veranstaltungen erschwert werde. Sie müssten sich außerdem darauf einstellen, sich an den Testkosten zu beteiligen.

Vollständig Geimpften werde man hingegen maximale Freiheiten geben, soweit das möglich sei. Allerdings werde man von der Einhaltung der AHA-Regeln nicht abrücken können.

15:10 Uhr | Nena-Konzert abgesagt

Die Veranstalter der sogenannten Strandkorbkonzerte in Wetzlar haben ein Konzert mit der Sängerin Nena abgesagt. Zur Begründung hieß es, es sei vertraglich vereinbart worden, dass die Konzerte nicht als politische Bühne genutzt werden dürften. Nenas Ansichten stimmten nicht mit dem Hygiene- und Sicherheitskonzept überein. Man distanziere sich von den Aussagen der Künstlerin. Die Sängerin hatte am Wochenende bei einem Konzert in Berlin die geltenden Corona-Beschränkungen scharf kritisiert.

14:07 Uhr | Staatsrechtler: Einschränkungen für Ungeimpfte sind möglich

Der Regensburger Staatsrechtler Thorsten Kingreen hält Einschränkungen für Ungeimpfte mit dem Grundgesetz vereinbar. Kingreen sagte MDR AKTUELL, er sehe keine Ungleichbehandlung oder Diskriminierung. Ungeimpfte stellten eine Gefahr für andere dar und seien selbst stärker gefährdet, an Corona zu erkranken. An dieser Stelle müsse das staatliche Gefahrabwehrrecht anknüpfen. Kingreen schränkte ein, einen Lockdown nur für Ungeimpfte könne es nicht geben. Denkbar seien aber Zugangsbeschränkungen für Theater, Kinos oder Stadien. Kanzleramtschef Helge Braun hatte am Wochenende gefordert, dass Geimpfte mehr Freiheiten erhalten sollten als Ungeimpfte.

14:03 Uhr | Scholz gegen dauerhaft kostenlose Corona-Tests

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat sich dafür ausgesprochen, Corona-Tests nicht dauerhaft kostenlos anzubieten. Scholz schrieb auf Twitter, der Zeitpunkt werde kommen, an dem jeder Impfwillige ein Angebot erhalten habe. Dann sei es nicht mehr möglich, die Tests öffentlich zu bezahlen. Jetzt komme es darauf an, möglichst viele von einer Impfung zu überzeugen.

12:50 Uhr | Appell zum Blutspenden: Reserven für Notfälle werden knapp

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben an die Bürger appelliert, schnellstmöglich Blut zu spenden. Der Bestand habe sich aufgrund der Corona-Pandemie und wegen der Urlaubszeit stark verringert. In einigen Regionen Deutschlands würden dringend Blutpräparate benötigt, um die vielen Verletzten der Flutkatastrophe versorgen zu können.

Den Blutspendediensten zufolge ist die Lage so gravierend, dass sogar schon die Reserven für Notfälle knapp werden. Erschwerend komme hinzu, dass die Infrastruktur in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten teilweise beschädigt sei und einige Blutspendedienste nun keine Termine anbieten könnten. Bürger sollten zur Blutspende alternativ auf nicht vom Hochwasser betroffene Regionen ausweichen.

12:44 Uhr | Verband: Diskriminierung von Sinti und Roma zugenommen

Die Diskriminierung von Sinti und Roma in Deutschland hat in der Corona-Pandemie zugenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine in Berlin veröffentlichte Studie der Dokumentationsstelle Antiziganismus beim Berliner Verein Amaro Foro. Viele Betroffene hätten in dieser Zeit überproportional häufig ihre Arbeit verloren. Gleichzeitig sei der Zugang zu sozialen Leistungen noch stärker erschwert worden.

Georgi Ivanov, Vorstandsmitglied von Amaro Foro, erklärte, Menschen mit selbst- oder fremdzugeschriebenem Roma-Hintergrund in Deutschland seien von vielfältigen Ausschlüssen und Stigmatisierungen betroffen. Auf diese ohnehin äußerst prekäre Situation habe die Corona-Pandemie "wie ein Brandbeschleuniger" gewirkt. So seien Menschen in prekären Wohnverhältnissen zur Zeit des Homeschoolings über Monate vom Zugang zu Bildung de facto ausgeschlossen gewesen. Die seit 2014 bestehende Dokumentationsstelle Antiziganismus hat für 2019 und 2020 zahlreiche Diskriminierungsbeispiele in Berlin aufgelistet. Pandemiebedingt habe es einen Rückgang der Meldungen gegeben.

12:33 Uhr | EU-Kommission billigt erneut Hilfen für Condor

Die Europäische Kommission hat erneut deutsche Staatshilfen an den Ferienflieger Condor gebilligt. Wie die EU-Kommission mitteilte, sollen mit den mehr als 520 Millionen Euro die Folgen der Reise-Beschränkungen in der Corona-Pandemie abgefedert werden. Außerdem könne damit die Restrukturierung finanziert werden. Eine erste positive Entscheidung war vom EU-Gericht in Luxemburg gestoppt worden. Nun besserte die Kommission bei ihrer Begründung nach. Wettbewerbskommissarin Magrethe Vestager sagte, die Hilfen ermöglichten dem Konzern das langfristige Überleben. Zuvor hatte die Fluggesellschaft Ryanair gegen die Finanzhilfen für den Konkurrenten Condor geklagt.

Update 12:04 Uhr | Regierung berät über Testpflicht für alle Reiserückkehrer

Die Bundesregierung berät derzeit über eine verschärfte Testpflicht für Reiserückkehrer. Wie eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums am Dienstag sagte, ist Minister Jens Spahn für "eine schnellstmögliche Ausweitung der Testpflichten bei Einreise". Die Abstimmungen innerhalb der Regierung dazu liefen. Spahn hatte bereits vergangene Woche deutlich gemacht, dass eine Ausweitung der Testpflicht aus seiner Sicht sehr schnell kommen solle. Eine generelle Testpflicht besteht bisher für alle Reisenden, die per Flugzeug nach Deutschland zurückkehren.

Die Funke-Zeitungen berichteten, es könnte künftig grundsätzlich ein Test von allen Rückkehrern verlangt werden, unabhängig davon, aus welchen Gebieten und mit welchen Verkehrsmitteln sie nach Deutschland kommen. Heute tritt bereits eine vom Kabinett beschlossene neue Einreiseverordnung in Kraft. Im Wesentlichen werden die bestehenden Regelungen bis vorerst 10. September verlängert.

11:24 Uhr | EU: 70 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal geimpft

In der EU sind nach amtlichen Angaben inzwischen 70 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal gegen Corona geimpft. 57 Prozent seien doppelt geimpft und damit voll geschützt, erklärte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Dienstag in Brüssel. Zugleich appellierte sie angesichts der Delta-Variante an alle, die die Möglichkeit dazu haben, sich impfen zu lassen.

In Deutschland sind dem Robert Koch-Institut zufolge 61 Prozent aller Einwohner mindestens einmal geimpft – das sind knapp 51 Millionen Menschen. 41,3 Millionen in Deutschland lebende Menschen sind demnach bereits vollständig gegen Covid-19 geschützt.

10:10 Uhr | Umfrage: Kritik an Thüringer Corona-Politik nimmt ab

In Thüringen steigt die Zustimmung zum Corona-Krisenmanagement der Landesregierung. Im neuen ThüringenTREND von infratest-dimap zeigten sich 49 Prozent der Befragten zufrieden oder sehr zufrieden damit. 48 Prozent äußerten sich kritisch.

Bei der vorangegangenen Umfrage im März hatte der Anteil der Unzufriedenen noch bei knapp drei Vierteln gelegen. In den mittleren und jüngeren Altersgruppen sind die Kritiker auch jetzt noch in der Mehrheit. Bei den Älteren über 65 Jahren überwiegt dagegen eindeutig die Zustimmung zum Regierungskurs. Einig sind sich die Thüringer hingegen darüber, dass in der Pandemie die Situation an den Schulen verbessert werden muss. So befürworten 79 Prozent Luftfilteranlagen in allen Klassenräumen.

09:42 Uhr | Südkorea startet Impfkampagne in Chip-Fabriken

Südkorea startet eine Impfkampagne in Schlüsselbetrieben der Chip-Herstellung und elektronischer Bauteile. Damit sollen Verzögerungen in den weltweiten Lieferketten vermieden werden. Die Sprecher von mehreren global agierenden Unternehmen wie Samsung Electronics, SK Hynix Inc und LG Display teilen mit, in den Werken sei mit der Impfung der Belegschaft begonnen worden.

Erst vergangene Woche musste das BMW-Werk in Leipzig wegen Chipmangels seinen Betrieb vorübergehend einstellen. Wie Unternehmenssprecher Uwe Lichte bestätigte, konnte im Werk deshalb nur an einem von fünf Tagen Autos produziert werden.

09:31 Uhr | Corona-Zahlen in Tokio explodieren

In der Olympia-Stadt Tokio ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen auf 2.848 registrierte Fälle angestiegen – so viele wie noch nie an einem einzigen Tag. Das berichtet die Nachrichtenagentur Jiji. Gestern waren 1.429 neue Corona-Fälle erfasst worden, doppelt so viele wie eine Woche zuvor. Unterdessen bereiten sich die Krankenhäuser in Tokio auf die Aufnahme zusätzlicher Covid-19-Kranken vor. Wie der Sender TBS berichtete, soll die Zahl der Betten für diese Fälle von derzeit 5.967 auf 6.406 erhöht werden.

Die Lage könnte "kritisch" werden, hieß es. Tokio befindet sich im mittlerweile vierten Corona-Notstand. Experten zufolge sind nicht die Olympia-Teilnehmer das Hauptproblem, sondern die frustrierten japanischen Einwohner. Das durch Medien geschürte Interesse an den Spielen trage dazu bei, dass viele Bürger ungeachtet der Appelle der Regierung nicht zu Hause blieben, sondern wie bei den Radrennen so nah wie möglich etwas von Olympia mitbekommen wollten.

08:45 Uhr | Lauterbach warnt vor Schulstart ohne Corona-Einschränkungen

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat vor einem Schulstart nach den Sommerferien ohne jegliche Corona-Schutzmaßnahmen gewarnt. Der "Rheinischen Post" sagte er, aus den Bundesländern habe er schon "von der Idee gehört, nach dem Sommer den Unterricht ohne jede Einschränkung auch bei hohen Inzidenzen durchzuführen". Dies sei gefährlich, weil sich sehr viele Kinder mit dem Coronavirus infizieren könnten.

Es sei unklar, wie viele Kinder nach einer Covid-19-Erkrankung mit Spätfolgen oder gar einem schwächeren Immunsystem zu kämpfen hätten, betonte Lauterbach. Der SPD-Politiker forderte die Bundesländer auf, an den bewährten Schutzmaßnahmen wie Masken, Tests, Quarantäne oder auch Wechselunterricht festzuhalten.

08:30 Uhr | Bericht: Spahn plant schärfere Auflagen für Reiserückkehrer

Das Bundesgesundheitsministerium plant einem Medienbericht zufolge eine deutliche Ausweitung der Testpflicht für Reiserückkehrer. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten, will Minister Jens Spahn Reisende künftig verpflichten, bei ihrer Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorzulegen – egal, aus welchen Gebieten und mit welchen Verkehrsmitteln sie nach Deutschland kommen. Bisher müssen nur Flugpassagiere und Einreisende aus Hochinzidenz- oder Virusvariantengebieten einen negativen Test vorlegen, wenn sie nicht vollständig gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind.

Wie eine Ministeriumssprecherin erklärte, läuft derzeit die Abstimmung in der Regierung zu einer Verschärfung der Corona-Reiseauflagen. Dem Bericht zufolge sträubt sich im Kabinett bisher vor allem Justizministerin Christine Lambrecht gegen Spahns Pläne. Sie hält die umfassende Testpflicht demnach für unverhältnismäßig.

07:51 Uhr | Sachsen: Piwarz sieht Luftfilter in Klassenräumen kritisch

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz sieht Luftfilter in Klassenräumen kritisch. Er sagte, in der Corona-Pandemie werde es nicht das Allheilmittel sein. Die Millionen-Investitionen könnten an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden. Einfaches Lüften sei wesentlich effektiver. Dennoch kündigte Piwarz an, den Einsatz von Luftfiltern zu prüfen. Das Umweltbundesamt hatte die Filter zunächst ebenfalls kritisch gesehen. Seit diesem Monat empfiehlt es aber mobile Geräte in Räumen, die anderweitig nicht gut belüftbar sind.

07:33 Uhr | Corona-Krise: Gedruckte Bücher beliebt Thüringer Bibliotheken

In der Corona-Krise haben viele Menschen in Thüringen offenbar die Liebe zum gedruckten Buch wiederentdeckt. Wie die Leiterin der Landesfachstelle für öffentliche Bibliotheken in Thüringen, Sabine Brunner, erklärte, haben die Nutzer in vielen Einrichtungen gedruckte Bücher den E-Books vorgezogen. "Bücher, die seit Jahren nicht ausgeliehen wurden, waren plötzlich wieder gefragt."

Auch die elf Universitätsbibliotheken seien gut durch die Corona-Krise gekommen, sagte die Vorsitzende im Landesverband Thüringen im deutschen Bibliotheksverband, Milena Pfafferott. Wegen der Schließungen seien die Nutzungszahlen im Jahr 2019 von 3,2 Millionen auf weniger als ein Fünftel zurückgegangen. Die Zahl der Entleihungen sank hingegen nur von 1,5 Millionen auf etwa 1,1 Millionen.

07:24 Uhr | Patientenschützer kritisieren Debatte über Impfpflicht

Patientenschützer haben die Debatte um eine Corona-Impfpflicht in Deutschland scharf kritisiert. Der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte der "Rheinischen Post", es sei "brandgefährlich", öffentlich über eine Impfpflicht nachzudenken. Niemand könne hierzulande ein Interesse haben, mit der Polizei eine Impfpflicht durchzusetzen. Impf-Skeptiker müssten mit Argumenten überzeugt werden.

Die Bundesregierung hatte einer Impfpflicht bereits eine klare Absage erteilt. Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer sagte in Berlin, eine solche Pflicht solle es auch nicht "durch die Hintertür" geben. Ausgelöst worden war die Debatte um eine Art Impfpflicht durch Äußerungen von Kanzleramtsminister Helge Braun, der Einschränkungen für Nicht-Geimpfte vorgeschlagen hatte.

06:51 Uhr | Mehr als 1.500 Neuinfektionen innerhalb eines Tages

Die deutschen Gesundheitsämter haben innerhalb eines Tages 1.545 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das teilte am Morgen das Robert Koch-Institut mit. Vor einer Woche waren es etwa 360 weniger. Den Angaben zufolge liegen auf den Intensivstationen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen derzeit 31 Infizierte.

Nach Angaben des Karlsruher Datenprojekts Risklayer stieg die bundesweite Inzidenz auf 15. Dabei liegt sie in Sachsen bei 5, in Sachsen-Anhalt bei 4 und in Thüringen bei 7.

06:40 Uhr | Spanien und Niederlande jetzt Hochinzidenzgebiete

Spanien und die Niederlande sind seit Mitternacht Corona-Hochinzidenzgebiete. Damit gelten bei der Einreise nach Deutschland zusätzliche Auflagen. Wer aus einem Hochinzidenzgebiet zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne. Sie kann aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzt werden.

Unterdessen bleiben Reisen in die USA für Europäer tabu. Die US-Regierung will die Einreisebeschränkungen wegen der Delta-Variante nicht aufheben.

06:34 Uhr | Bühnenverein offen für Corona-Impfpflicht im Theater

Der Deutsche Bühnenverein zeigt sich offen dafür, Theaterbesuche im Herbst nur noch mit einem vollständigen Corona-Impfschutz zu erlauben. Der Geschäftsführer für den Landesverband Ost, Ulrich Katzer, sagte MDR AKTUELL, er sei froh, dass die Theater- und Konzertsäle wieder offen seien. Das solle auch bei hohen Fallzahlen so bleiben. Auch wenn das bedeute, dass Ungeimpfte trotz Test keinen Einlass bekämen.

Der Hotel- und Gaststättenverband in Thüringen sieht den Vorschlag kritisch, Ungeimpften den Besuch im Restaurant zu verweigern. Geschäftsführer Dirk Ellinger erklärte, stattdessen müsse die Impfkampagne besser umgesetzt werden. Auf schärfere Einschränkungen für Ungeimpfte hatte am Wochenende Kanzleramtschef Helge Braun gedrängt.

06:20 Uhr | Sieben weitere Corona-Fälle bei Olympischen Spielen

Bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio sind sieben Neuinfektionen im Umfeld der Spiele festgestellt worden. Wie die Organisatoren mitteilten, sind darunter auch zwei positiv getestete Athletinnen oder Athleten. Damit stieg die Zahl der Neuinfektionen rund um die Spiele seit Beginn der Erfassung am 1. Juli auf 155. Die Namen der betroffenen Athletinnen und Athleten, die beide im olympischen Dorf wohnen, ließen die Veranstalter wie gewohnt offen. Einer von ihnen sei ein niederländischer Tennisspieler. Im deutschen Team hatte es am Eröffnungstag mit Radsportler Simon Geschke den ersten Corona-Infizierten gegeben.

06:11 Uhr | Thüringen will offenbar Corona-Maßnahmen verlängern

In Thüringen sollen die aktuell geltenden Corona-Maßnahmen größtenteils verlängert werden. Das sieht ein Entwurf für eine neue Corona-Verordnung vor, der bereits in der vergangenen Woche im Parlament diskutiert wurde. Die Regeln sollen nach Plänen des Thüringer Gesundheitsministeriums heute verkündet werden und morgen in Kraft treten. Anders als etwa Sachsen will Thüringen auch im August noch an der Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Personennahverkehr festhalten. Die aktuellen Corona-Regeln sehen nur noch wenige Einschränkungen vor. Allerdings verpflichten sie die Kommunen zum Handeln, wenn bestimmte Inzidenz-Grenzwerte überschritten werden. Als wichtige Schwellenwerte gelten Inzidenzen von 35, 50 und 100.

06:01 Uhr | Veranstaltungsbranche fordert Impfpflicht für Besucher und Beschäftigte

Der Verband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDVK) fordert, dass nur noch Geimpfte oder Genesene an Großveranstaltungen teilnehmen dürfen. Der geschäftsführende BDVK-Präsident Jens Michow sagte der Zeitung "Die Welt", im Bereich der Großveranstaltungen und Konzerte gebe es spätestens ab Ende September, wenn jeder ein Impfangebot bekommen habe, nur diesen Weg. Wenn das Infektionsrisiko bei Getesteten zu groß sei, müssten Veranstaltungen nur für Geimpfte und Genesene erlaubt werden. Das erlaube das Hausrecht. Wer sich weigere, geimpft zu werden, könne nicht erwarten, dass der Rest der Bevölkerung darunter leide.

Auch das Personal und die Künstler müssten für solche Veranstaltungen dann natürlich geimpft sein. Die Alternative – Veranstaltungen weiterhin nur mit Abstandsgeboten, Maskenpflicht und begrenzter Besucherzahl – ist Michow zufolge wirtschaftlich nicht durchführbar. Er warnte, dass die Branche angesichts der Pandemie "kurz vor dem endgültigen Aus" stehe. Das Problem lasse sich mit staatlichen Fördermitteln allein nicht lösen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 27. Juli 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 27. Juli 2021 | 06:00 Uhr

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