Coronavirus-Pandemie Ticker vom Dienstag: Sieben-Tage-Inzidenz weicht Hospitalisierungs-Inzidenz

Künftig werden Corona-Beschränkungen an der Hospitalisierungs-Inzidenz gemessen. Außerdem unterliegen Beschäftigte in bestimmten Bereichen einer Auskunftsspflicht - eine Regelung, die Pflegeheime in Mitteldeutschland kritisieren. Man könne es sich nicht leisten, nicht-geimpfte Mitarbeiter irgendwo hinzuversetzen. Schleswig-Holstein lockert als erstes Bundesland die Maskenpflicht. Die aktuellen Entwicklungen zur Pandemie lesen Sie hier im Ticker.

Zwei Altenpflegerinnen stehen im Seniorenheim Pauline-Krone-Heim der Altenhilfe Tübingen für einen Antigen-Corona-Schnelltest im Zimmer eines Bewohners.
Der bekannte Personalmangel in der Pflege und in Kitas führt dazu, dass mehrere Einrichtungen die geplante Auskunftspflicht über den Impfstatus kritisieren. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Dienstag, 7. September 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

21:25 Uhr | NRW will nur infizierte Kinder isolieren

In Nordrhein-Westfalen sollen im Fall von Corona-Infektionen in Schulen und Kitas zunächst nur die erkrankten Kinder selbst in Quarantäne beziehungsweise Isolation. Dies hat das das Gesundheitsministerium des Landes mitgeteilt. "Wir schaffen eine Regelung mit Augenmaß, die sowohl die Sicherheit unserer Kinder und Jugendlichen sicherstellt, als auch ihr Recht, am Präsenzunterricht und der Betreuung teilzunehmen", erklärte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Die notwendigen Erlasse und Verordnungen sollen bis Ende der Woche veröffentlicht werden. Weiter einzuhalten sind aber die geltenden Hygienemaßnahmen wie das regelmäßige Lüften, Testen und Tragen von medizinischen Masken.

18:08 Uhr | Kekulé: Corona-Schulkonzept hat keine wissenschaftliche Basis

Der hallesche Virologe Alexander Kekulé hat die neuen Corona-Regeln für die Schulen kritisiert. Kekulé sagte im Podcast "Corona-Kompass" von MDR AKTUELL, das Konzept habe keine wissenschaftliche Basis: "Wir wissen schon länger, dass die Hauptkontakte bei den Schülern nicht im Unterricht stattfinden, sondern außerhalb - sei es die Pause, sei es der Weg zur Schule." Bloß weil einer neben einem infizierten Mitschüler sitze, sei er keine vorrangige Kontaktperson. Kekulé plädierte dafür, weiter für ganze Klassen Quarantäne anzuordnen. Das sei "der pragmatische Ansatz, wenn man Nachverfolgung und Quarantäne machen will".

Die Beschlüsse der Gesundheitsminister von Bund und Länder beurteilt er als Paradigmenwechsel. Das müsse die Politik offen diskutieren und den Eltern gegenüber transparent machen: "Wir gehen hier ein ziemlich hohes Risiko ein. Wir werden die Fälle nicht mehr nachverfolgen können. Wir nehmen in Kauf, dass die Kinder infiziert werden." Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich gestern auf einheitliche Corona-Regeln für die Schulen geeinigt. Demnach müssen sich im Infektionsfall nur noch enge Kontaktpersonen in Quarantäne begeben. Diese können sie mit einem negativen Testergebnis nach fünf Tagen beenden.

16:43 Uhr | Impfschutz-Abfrage an bestimmten Arbeitsplätzen möglich

Arbeitnehmer in bestimmten Einrichtungen wie Alten- und Pflegeheimen, Schulen und Kitas unterliegen künftig einer Auskunftspflicht über ihren Impfstatus. Der Bundestag stimmte mehrheitlich einer entsprechenden Änderung des Infektionsschutzgesetzes zu. Die Auskunftspflicht gilt für die Dauer der epidemischen Lage von nationaler Tragweite. Die Auskunft soll der Arbeitsorganisation dienen, damit auch bei der Anbahnung von Arbeitsverhältnissen, arbeitsrechtliche Konsequenzen sind dabei ausgeschlossen. Die Linken-Abgeordnete Gesine Lötzsch sprach von unausgegorenen Gesetzesänderungen, die das Vertrauen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zerstörten: "Das lehnen wir ab." Pflegeheime in Mitteldeutschland hatten im Vorfeld die geplante Impf-Auskunftspflicht für Beschäftigte in "sensiblen Bereichen" kritisiert. Man könne es sich nicht leisten, nicht-geimpfte Mitarbeiter irgendwo hinzuversetzen. Der Bundesrat muss dieser Änderung des Infektionsschutzgesetzes noch zustimmen.

16:11 Uhr | Sieben-Tage-Inzidenz weicht Hospitalisierungs-Inzidenz

Die Hospitalisierungsrate ist künftig die wichtigste Größe für die Maßnahmen von Bund und Ländern zur Eindämmung der Pandemie. Der Bundestag stimmte am Dienstag dem Abschied von der Sieben-Tage-Inzidenz als wichtigste Messlatte für Corona-Einschränkungen zu. Das Infektionsschutzgesetz wurde mit den Stimmen von Union und SPD entsprechend geändert. Damit wird die Zahl der Covid-Patienten in Krankenhäusern zum wichtigsten Gradmesser. Die sogenannte Hospitalisierungs-Inzidenz gibt an, wie viele Patienten in den Kliniken je 100.000 Einwohner in sieben Tagen eingeliefert werden. Die Länder können hierbei regionale Bewertungen vornehmen – entsprechend der Auslastung in den verschiedenen Regionen. Am Dienstag lag der bundesweite Hospitalisierungs-Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 1,69. Berücksichtigt werden sollen aber auch weitere Indikatoren wie zum Beispiel "die unter infektionsepidemiologischen Aspekten differenzierte Anzahl der Neuinfektionen", die verfügbaren intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten und die Anzahl der geimpften Menschen.

14:00 Uhr | Fußball: Keine Einschränkungen bei RB Leipzig gegen Bayern München

RB Leipzig kann das Spitzenspiel gegen die Bayern am kommenden Sonntag wie geplant vor 34.000 Zuschauern austragen. Wie der Bundesligist mitteilte, hat der am Montag auf 36,5 gestiegene Corona-Inzidenzwert noch keine Auswirkungen auf das bereits genehmigte Hygienekonzept für das Spiel. Alle Dauerkarteninhaber von RB Leipzig würden bis Mittwoch ihr Ticket erhalten. Die restlichen 3.000 Tickets gehen an die Fans der Münchner, an VIP-Gäste und Partner des Vereins.

13:58 Uhr | Gericht bestätigt Einreiseverbot trotz Sinovac-Impfung

Angehörige aus Drittstaaten, die mit dem Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinovac vollständig geimpft sind, dürfen trotzdem an den deutschen Schengen-Außengrenzen abgewiesen werden. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin in einem am Dienstag veröffentlichten Beschluss entschieden und einen entsprechenden Eilantrag einer iranischen Staatsangehörigen und ihrer Familie zurückgewiesen. Die Iranerin, die in Teheran lebt, wollte nach Angaben des Gerichts ihre in Deutschland lebende Tochter und Enkelkinder besuchen. Sie ist im Besitz eines Schengen-Visums zum Familienbesuch und verfügt über vollständigen Impfschutz. Allerdings ist der chinesische Impfstoff nicht auf der Webseite des Paul-Ehrlich-Instituts gelistet. Die Beschränkung auf die durch das Paul-Ehrlich-Institut gelisteten Impfstoffe verletze dabei die Antragsteller nicht in ihrem Gleichheitsrecht, entschied das Gericht (VG 6 L 229/21).

13:34 Uhr | Schleswig-Holstein will Maskenpflicht lockern

Schleswig-Holstein will die Maskenpflicht zum 20. September lockern. Sie soll bei Veranstaltungen, im Sport und in der Gastronomie entfallen, wo das sogenannte 3G-Prinzip – geimpft, genesen oder getestet – greift. Das kündigte Ministerpräsident Daniel Günther nach einer Kabinettssitzung in Kiel an. Er sagte: "Überall da, wo 3G in Schleswig-Holstein eingehalten werden kann, gelten in Zukunft keinerlei Beschränkungen mehr."

Den Plänen zufolge gibt es dann bei Veranstaltungen, im Kino, beim Sport oder in der Gastronomie keine Kapazitätsbeschränkungen mehr. Überall dort, wo die 3G-Regel nicht praktikabel sei wie im Einzelhandel oder im öffentlichen Nahverkehr bleibe es bei den bestehenden Regeln, sagte Günther. Neben der Sieben-Tage-Inzidenz soll künftig die Belegung der Intensivstationen mit Covid-19-Patienten stärker in den Blick rücken. Derzeit seien nur 2,2 Prozent der möglichen Intensivbetten belegt, sagte Günther. Am Montag hatte die Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein nach Angaben der Landesregierung bei 50,8 gelegen.

13:01 Uhr | Zulassungsverfahren für neuartigen Corona-Impfstoff gestartet

Einen Corona-Impfstoff auf Basis abgetöteter ganzer Viren will der österreichisch-französische Impfstoffhersteller Valneva bis Jahresende in Großbritannien auf den Markt bringen. Wie das Biotechunternehmen mitteilte, wurde dazu ein sogenanntes rollierendes Verfahren bei der britischen Zulassungsbehörde MHRA gestartet. Dabei prüft die Behörde laufend neu abgegebene Daten aus der klinischen Studie, die aktuell in Großbritannien läuft. Sollte die Studie erfolgreich sein, erwartet Valneva eine Zulassung im Vereinigten Königreich bereits bis zum Jahresende 2021.

Der Vorteil des neuartigen Corona-Impfstoffs gegenüber den bereits zugelassenen mRNA- und Vektor-Impfstoffen: Das Immunsystem bildet nicht nur Antikörper gegen das Corona-Spikeprotein, sondern es werden auch Immunantworten auf die übrigen Bestandteile des Erregers entwickelt, also etwa gegen die Virushülle. So könnte ein Totimpfstoff bei weiteren Virusmutationen etwas besser wirken. Zudem gelten Totimpfstoffe als leicht zu lagern: Bei Kühlschranktemperaturen sind sie bis zu mehreren Jahren haltbar.

12:35 Uhr | Können Corona-Schnelltests ablaufen?

Unter anderem in Thüringen und Sachsen-Anhalt müssen sich nicht geimpfte und nicht genesene Schülerinnen und Schüler in den ersten Unterrichtswochen nach Schulbeginn testen lassen. Doch manchmal funktionieren Tests nicht richtig, es braucht mehrere Anläufe, bis ein Ergebnis angezeigt wird. Die Vermutung: Corona-Schnelltests, die auf Vorrat gekauft wurden und schon eine Weile herumliegen, könnten abgelaufen sein. Dem TÜV Süd zufolge, der unter anderem Corona-Tests freigibt, gilt die jeweilige Mindesthaltbarkeit, die in den meisten Fällen verlässlich sei. Dem Gesundheitsamt im Saalekreis zufolge kann es aber vereinzelt zu Fehlanzeigen kommen. Mehr im Audio:

11:53 Uhr | Forderung: UN-Klimakonferenz wegen Corona verschieben

Rund 1.500 Umwelt-Organisationen aus 130 Ländern fordern, die UN-Klimakonferenz in Glasgow zu verschieben. Hintergrund ist der Corona-Impfstoffmangel in ärmeren Ländern. Das Netzwerk Climate Action, dem unter anderem Greenpeace angehört, erklärte, eine sichere und gerechte Klimakonferenz sei unmöglich. Für Teilnehmer aus ärmeren Ländern gebe es hohe Hürden. Viele seien nicht geimpft, könnten die hohen Reisekosten nicht aufbringen oder scheiterten an den strengen britischen Einreise-Regeln.

Ursprünglich sollte die Konferenz bereits im November 2020 stattfinden. Wegen der Pandemie wurde sie aber um ein Jahr verschoben und ist nun Anfang November in Glasgow geplant.

11:04 Uhr | USA: Infektionen bei Kindern steigen

In den USA äußern sich Kinderärzte besorgt über die steigende Zahl an Corona-Infektionen bei Kindern und Jugendlichen. Offiziellen Angaben zufolge hatten unter 18-Jährige im Frühjahr 15 Prozent der Neuinfizierten im gesamten Land ausgemacht. Im August seien es schon 22 Prozent gewesen. Im US-Bundesstaat Florida werden den Angaben zufolge pro Tag mehr als 60 Kinder mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert. Ärzte sagen nun, es sei unverantwortlich von den Erwachsenen, wenn sie sich impfen ließen und die Kinder dann litten. Mehr im Audio:

10:46 Uhr | Inzidenz in Deutschland leicht gesunken

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist leicht gesunken. Sie liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts jetzt bei 83,8. Am Vortag betrug der Wert 84,3. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI mit 1,64 an. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.


In Mitteldeutschland liegt die Inzidenz nach Zahlen des Risklayer-Datenprojekts aus Karlsruhe heute bei 27. Gestern lag sie noch bei 28. Dabei weist nach wie vor Sachsen-Anhalt mit 22 den bundesweit niedrigensten Wert auf, gefolgt von Sachsen mit 27 und Thüringen mit 30.

10:37 Uhr | Österreich: Kurz schließt neuen Corona-Lockdown für Geimpfte aus

Für Geimpfte soll es in Österreich definitiv keinen Corona-Lockdown mehr geben. Das hat Bundeskanzler Sebastian Kurz am Montagabend im Fernsehen angekündigt. Zudem solle nicht mehr die Sieben-Tage-Inzidenz der Maßstab für etwaige Einschränkungen sein. Vielmehr solle die Bettenbelegung auf den Intensivstationen der neue Leitindex für Entscheidungen werden. "Es wird sicherlich keine Lockdowns mehr geben für geimpfte Menschen", sagte Kurz. Er wolle so wenig Freiheitsbeschränkungen wie möglich. Dies bedeute für ihn, "dass die Zeit der Lockdowns vorbei sein muss". Einschränkungen solle es wenn nötig nur noch für Ungeimpfte geben - und zwar dann, wenn eine Überlastung der Krankenhäuser drohe.

10:18 Uhr | Umfrage: Geldzahlungen könnten Impfkampagne beschleunigen

Geldzahlungen oder Gutscheine könnten nach Ansicht von fast zwei Dritteln der Bevölkerung in Deutschland die lahmende Impfkampagne ankurbeln. Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag für den Lotterievermittler Lotto24 ergeben. Demnach sind 61 Prozent der Befragten überzeugt, dass Geld oder Gratisleistungen dabei helfen können, Menschen für eine Corona-Impfung zu gewinnen. Mit 24 Prozent hält demnach ein Viertel bis zu 25 Euro für ausreichend, knapp ein Fünftel bis zu 50 Euro. Neun Prozent der Befragten und damit fast jeder Zehnte fände aber auch mehr als 500 Euro "angemessen", wie Lotto24 mitteilte.

10:08 Uhr | Apotheker: Hausärzte werden auch mit Moderna impfen

Nach der Schließung der Impfzentren in Deutschland sollen die niedergelassenen Ärzte auch das Vakzin des US-Herstellers Moderna verimpfen. "Wir werden ab Oktober auch den Moderna-Impfstoff an die Arztpraxen liefern können. Da bin ich mir sehr sicher", sagt Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein, der Zeitung "Rheinische Post". Das sei wichtig, damit in den Arztpraxen auch Erst- oder Folgeimpfungen mit Moderna stattfinden könnten. Zurzeit werde der Moderna-Impfstoff nur in den Impfzentren und Kliniken verimpft.

10:03 Uhr | Deutsche Produktion steigt im Juli

Die deutsche Wirtschaft hat ihre Produktion im Juli trotz coronabedingten Materialmangels gesteigert. Wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte, stellten Industrie, Bau und Energieversorger ein Prozent mehr her als im Vormonat. Das war die erste Steigerung nach zuvor drei Rückgängen in Folge und erst das zweite Plus in diesem Jahr. Trotz des Anstiegs liegt die Produktion noch gut fünf Prozent unter dem Vorkrisenniveau. Das Ministerium erklärte, die Zahlen deuteten darauf hin, dass der Tiefpunkt überwunden sein könnte.

09:58 Uhr | GEW-Chefin fordert zum Freitesten an Schulen PCR-Tests

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft begrüßt den Beschluss der Länder für einheitliche Quarantäne-Regeln an Schulen. Die Vorsitzende Maike Finnern sagte RTL/ntv, dass es jetzt endlich einheitliche Leitlinien gebe, sei dringend überfällig. Solange es ein funktionierendes Masken- und Lüftungskonzept an Schulen gebe, sei es nachvollziehbar, nur direkte Sitznachbarn im Falle einer Corona-Erkrankung in der Klasse in Quarantäne zu schicken. Wichtig sei aber, dass das Freitesten mit einem PCR-Test und nicht mit einem Selbsttest passiere. Man wisse, dass das Ergebnis der Schnelltests nicht gut genug sei.

09:36 Uhr | Vietnamese wegen Corona-Ansteckungen zu fünf Jahren Haft verurteilt

Ein Gericht in Vietnam hat einen Mann zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, weil er Bewohner seines Dorfes mit dem Coronavirus infiziert hatte. Wie das Gericht mitteilte, war der 28-Jährige im Juli aus dem Corona-Hotspot Ho-Chi-Minh-Stadt in seine Heimatprovinz Ca Mau gereist. Dort habe er sich nicht in die vorgeschriebene Quarantäne von 21 Tagen begeben. Den Angaben zufolge steckte er "viele" andere Menschen mit dem Coronavirus an, einer davon starb.

Vietnam galt wegen seiner strengen Quarantäne-Regeln lange als Vorbild im Kampf gegen die Pandemie. Doch seit April schnellen die Ansteckungszahlen in die Höhe. Die Hauptstadt Hanoi und die Wirtschaftsmetropole Ho-Chi-Minh-Stadt, die mit Abstand die meisten Infektionsfälle verzeichneten, sind seit Monaten im Lockdown.

08:45 Uhr | Thüringen: Hildburghausen verschärft Corona-Regeln, Suhl verzichtet

Im Landkreis Hildburghausen gelten ab heute wieder strengere Corona-Regeln. Wie das Landratsamt mitteilte, wurde wegen steigenden Infektionszahlen eine neue Allgemeinverfügung erlassen. So werde für Räume in Gaststätten, Hotels, Pensionen oder Sport- und Freizeiteinrichtungen die Test- und Nachweispflicht ausgeweitet. Besucher und Besucherinnen müssten entweder ein negatives Testergebnis vorlegen oder nachweisen, dass sie geimpft oder genesen seien. Der Kreis Hildburghausen hatte mehrere Tage hintereinander die Schwellenwerte bei der Sieben-Tage-Inzidenz und bei der Anzahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern überschritten.

Die Stadt Suhl dagegen teilte mit, dass sie vorerst auf schärfere Regeln verzichten werde. Der Stadtverwaltung zufolge ist das Infektionsgeschehen nicht diffus. Es lasse sich zum Großteil auf fünf Cluster zurückführen. Die Hälfte der positiv Getesteten gehöre zum Umfeld von vier Familien. Weitere 27 Prozent der Fälle seien in der Erstaufnahmeeinrichtung festgestellt worden. Die Betroffenen wurden dort unter Quarantäne gestellt. Angesichts dieser klar eingrenzbaren Situation würden weiterführende Maßnahmen "als unverhältnismäßig und nicht notwendig erachtet".

08:31 Uhr | Kuba impft Kleinkinder gegen Coronavirus

Eine Ampulle des kubanischen Corona-Impfstoffes Abdala in einem venezolanischen Impfzentrum.
Der kubanische Impfstoff Abdala wird unter anderem auch in Venezuela verimpft. Bildrechte: dpa

Kuba hat als weltweit erstes Land damit begonnen, Kleinkinder gegen das Coronavirus zu impfen. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, begannen die Behörden in der Provinz Cienfuegos mit den Impfungen bei Zwei- bis Elfjährigen. Sie erhalten die beiden in Kuba entwickelten Corona-Impfstoffe Abdala und Soberana. Die Weltgesundheitsorganisation erkennt diese allerdings nicht an.

Wegen der Corona-Pandemie waren Kubas Schulen seit März 2020 die meiste Zeit geschlossen. Am Montag hat nun das neue Schuljahr begonnen – vorerst am Fernseher, weil nur wenige Haushalte einen Internetanschluss haben. Die Behörden planen, die Schulen ab Oktober schrittweise wieder zu öffnen, wenn bis dahin alle für eine Corona-Impfung in Frage kommenden Kinder und Jugendliche die Impfspritzen erhalten haben.

06:57 Uhr | Karliczek: Quarantäne-Einigung richtig

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat die geplanten Quarantäne-Regeln für Schulen begrüßt. Die Gesundheitsminister einigten sich am Montag darauf, dass bei einem Corona-Fall nicht mehr für die gesamte Klasse Quarantäne angeordnet werden soll. Stattdessen sollen nur noch direkte Sitznachbarn infizierter Schüler in Quarantäne geschickt werden. Symptomfreie Kinder, die als enge Kontaktpersonen in Quarantäne sind, sollen diese frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test beenden können.

Karliczek nannte den Ansatz richtig. Er werde dazu beitragen, dass der Präsenzunterricht für möglichst viele Kinder und Jugendliche aufrechterhalten werde. Wichtig sei aber auch, dass die Gesundheitsämter immer auf den Einzelfall schauten.

06:45 Uhr | Mitteldeutsche Pflegeheime kritisieren Impf-Auskunftspflicht

Mitteldeutsche Verbände und Pflegeeinrichtungen halten eine Impf-Auskunftspflicht für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für nicht sinnvoll. Der Leiter von zwei ASB-Pflegeheimen in Bernburg, Michael Fritzsching, sagte MDR AKTUELL, es fehle ohnehin an Personal. Pflegeheime könnten es sich nicht leisten, nicht-geimpfte Mitarbeiter irgendwo hinzuversetzen. Der Bautzener Verband der Volkssolidarität erklärte, in Kitas sei die Situation ähnlich.

Künftig sollen Arbeitgeber in Kitas, Schulen und Pflegeheimen die Beschäftigten fragen können, ob sie gegen das Coronavirus geimpft sind. Der Bundestag stimmt am heutigen Dienstag in seiner voraussichtlich letzten Sitzung vor der Bundestagswahl über den Plan der Großen Koalition ab.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 7. September 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie hier in unserem Ticker über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten:

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 07. September 2021 | 06:00 Uhr

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