Coronavirus-Pandemie Ticker vom Dienstag: Zahl der Omikron-Fälle in Deutschland verdreifacht

Die Zahl der Omikron-Fälle hat sich in Deutschland innerhalb einer Woche mindestens verdreifacht. In Frankreich ist eine neue Coronavirus-Variante entdeckt worden, die Ähnlichkeiten zu Omikron aufweist. Das RKI registriert steigende Infektionszahlen, vor allem im Nordwesten. Aktuelle Entwicklungen zur Pandemie in unserem Corona-Ticker.

Omikron-Schriftzug hinter Spritze und Test
Die Omikron-Variante könnte schon bald die dominante Coronavirus-Variante in Deutschland sein – binnen einer Woche haben sich die Fälle verdreifacht. Bildrechte: IMAGO / Martin Wagner

Unser Ticker am Dienstag, 4. Januar 2022, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

21:23 Uhr | Drosten: Booster macht im Kampf gegen Omikron den Unterschied

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin
Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin Bildrechte: dpa

Der Virologe Christian Drosten sieht die Booster-Impfung als effektivste Waffe im Kampf gegen die sich rasch ausbreitende Omikron-Variante des Coronavirus. "Was richtig schützt gegen Omikron ist die Dreifach-Impfung", sagte der Wissenschaftler von der Berliner Charité am Dienstag im Podcast "Coronavirus-Update" bei NDR-Info.

Folglich sei die starke Konzentration auf die Booster-Impfungen in Deutschland richtig und wichtig. Mit Blick auf bisherige Beobachtungen, nach denen Omikron mutmaßlich mildere Krankheitsverläufe verursache, sagte Drosten: "Ich denke, man kann das inzwischen sagen, dass das so ist." Erhobene Daten wiesen darauf hin, dass bei Omikron-Infektionen ein kleinerer Anteil der Infizierten ins Krankenhaus müsse.

20:48 Uhr | Mehr als 200.000 Neuinfektionen in Großbritannien

In Großbritannien sind erstmals mehr als 200.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages verzeichnet worden. Binnen 24 Stunden wurden 218.724 Fälle gemeldet, wie die Regierung mitteilte. Zudem seien 48 Sterbefälle registriert worden. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS warnte wegen der vielen unter Quarantäne stehenden Mitarbeiter vor einer Überlastung der Krankenhäuser. Mindestens sechs Krankenhäuser meldeten "kritische Vorfälle", was bedeutete, dass die Situation die vorrangige Versorgung beeinträchtigen könnte.

Großbritannien zählt mit insgesamt fast 149.000 Corona-Todesfällen zu den am schwersten von der Pandemie betroffenen Ländern in Europa. Das Vereinigte Königreich sieht sich derzeit mit immer neuen Rekordzahlen bei den Neuinfektionen konfrontiert. Dies liegt vor allem an der hoch ansteckenden Omikron-Variante des Virus. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen Covid-19 steigt seit einiger Zeit wieder an, hat aber lange nicht die Spitzenwerte vorheriger Pandemie-Wellen erreicht. 

20:30 Uhr | Faeser für hartes Durchgreifen bei Corona-Protesten

Bundesinnenministerin Nancy Faeser plädiert für ein hartes Durchgreifen im Fall von Bedrohungen und Gewalt bei Protesten gegen die Corona-Politik. "Es gilt natürlich das Versammlungsrecht. Und ich bin sicher, dass die Sicherheitsbehörden das auch überall umsetzen", sagte die SPD-Politikerin dem ARD-Hauptstadtstudio. Das bedeute, dass eine Versammlung aufgelöst werde, wenn sie nicht angemeldet sei. "Wenn Menschen radikal und ausfallend werden, dann finde ich, ist eine Grenze erreicht. Dann muss der Rechtsstaat auch mit aller Härte durchgreifen."

Faeser betonte, ein übergroßer Teil der Bevölkerung halte sich seit 22 Monaten an die Corona-Schutzmaßnahmen, weshalb man keine gespaltene Gesellschaft sehe. Bei den Demonstranten müsse man sehr genau differenzieren. Nur eine ganz kleine Minderheit sei radikal. An die Teilnehmer der Kundgebungen appellierte sie: "Gucken Sie genau hin, mit wem gehen Sie denn da demonstrieren. Natürlich ist Kritik in einer Demokratie immer sehr erwünscht, solange sie auf dem Boden der Verfassung stattfindet."

20:03 Uhr | Sachsen verlängert Corona-Verordnung um eine Woche

Sachsen verlängert seine aktuelle Corona-Verordnung unverändert um eine Woche bis 14. Januar. Das kündigte Gesundheitsministerin Petra Köpping nach der Kabinettssitzung in Dresden an. Köpping sagte, zum einen habe man dann eine bessere Datenlage. Außerdem wolle man Entscheidungen auf Bundesebene abwarten. Noch in dieser Woche würden der Expertenrat der Bundesregierung, die Gesundheitsministerkonferenz, die Ministerpräsidentenkonferenz und der Krisenstab von Bund und Ländern beraten.

In Sachsen gelten schon seit Mitte November strenge Corona-Regeln. Sämtliche Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie Klubs, Bars und Diskotheken sind seitdem geschlossen, touristische Übernachtungen sind nicht möglich. Sachsen hat laut RKI eine Sieben-Tage-Inzidenz von 287. Für Sachsen-Anhalt wurde die Inzidenz heute mit 286 angegeben, für Thüringen mit 403.

18:57 Uhr | Thüringen: Fast alle Schulen starten mit Präsenzunterricht

In Thüringen starten fast alle Schüler am morgigen Mittwoch in den Präsenzunterricht. Das teilte das Bildungsministerium in Erfurt mit. Nur einzelne Schulen würden mit Wechselunterricht beziehungsweise Unterricht in festen Lerngruppen beginnen. In Thüringen sollten die Schüler nach den Weihnachtsferien am Montag und Dienstag zunächst zu Hause lernen. Die Schulen sollten in dieser Zeit entscheiden, wie es mit Blick auf die Corona-Lage ab Mittwoch weitergeht. Die AfD-Fraktion hatte beim Thüringer Verfassungsgerichtshof einen Eilantrag mit dem Ziel gestellt, den Präsenz-Unterricht zu gewährleisten.

18:18 Uhr | Studie: Effektive Corona-Schnelltests statt Kita-Schließungen

Mit einem geeigneten Testkonzept lässt sich verhindern, dass Kitas geschlossen werden müssen. Das zeigt eine deutsche Studie, an der mehrere Kitas in Würzburg teilgenommen haben. Die Kinder müssten regelmäßig auf Corona getestet und die Tests schnell ausgewertet werden, damit Kitas nicht zu Pandemie-Beschleunigern werden. Wichtig sei ein effektives Schnelltestkonzept, das vor allem von Eltern und Kindern akzeptiert werde – Speicheltests eigneten dafür besser als Nasenabstriche. Die neue Omikron-Variante spielte in der Studie allerdings noch keine Rolle.

17:20 Uhr | Kekulé für Verkürzung der Quarantäne

Der Virologe Alexander Kekulé fordert, die Quarantäne und Isolierung bei Corona-Infektionen auf fünf Tage zu verkürzen. Kekulé sagte MDR AKTUELL, zum Beenden der Maßnahmen solle allerdings ein negativer Test nötig sein. Das sollte pauschal gelten, sobald Omikron dominant sei. Er schätze, dass das bereits nächste Woche der Fall sei. Zur Begründung sagte Kekulé, bei der Omikron-Variante gehe es nicht um die Reduktion der Infektionszahlen, sondern es gehe wirklich darum, die Infrastruktur aufrecht zu erhalten. Daher sei es völlig richtig, dass die Bundesregierung über eine Verkürzung von Quarantäne und Isolation nachdenke.

17:00 Uhr | Omikron-Fälle in Deutschland verdreifachen sich

Die Zahl der nachgewiesenen Omikron-Fälle in Deutschland hat sich binnen einer Woche mehr als verdreifacht. Das geht aus der neuen Auswertung des RKI hervor. Danach werden inzwischen mehr als 35.500 Fälle der neuen Coronavirus-Variante zugeordnet. Vor einer Woche waren es noch gut 10.400 Fälle. Das RKI rechnet für die laufende und die zurückliegende Woche aber mit vielen Nachmeldungen. In Deutschland wird allerdings nur ein kleiner Teil der positiven Proben auf Varianten untersucht.

15:46 Uhr | Israel: Vierte Impfdosis erhöht Antikörper um das Fünffache

Die vierte Impfdosis mit dem Präparat von Biontech/Pfizer erhöht die Zahl der Antikörper gegen die neue Variante Omikron laut einer israelischen Studie binnen einer Woche um das Fünffache. Der israelische Ministerpräsident Naftali Bennett stellte dieses Ergebnis am Dienstag bei einem Besuch im Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv gemeinsam mit der Studienleiterin Gili Regev vor. "Die vierte Impfung ist sicher und effektiv", sagte Bennett. Allerdings lässt sich von der Höhe des Zuwachses an Antikörpern nicht automatisch darauf schließen, inwieweit sich der tatsächliche Schutz vor Infektion oder Erkrankung verbessert.

Israel hatte am Montag bereits eine Impfkampagne für über 60-Jährige und medizinisches Personal gestartet, die nun eine vierte Vakzindosis erhalten können. Rund 10.000 Israelis hätten sich bereits mit der vierten Dosis impfen lassen, rund 100.000 hätten einen Impftermin vereinbart, sagte Bennett.

15:03 Uhr | Hamburg verschärft Corona-Regeln

Angesichts weiter rasant steigender Pandemie-Zahlen verschärft Hamburgs rot-grüner Senat einmal mehr die Corona-Regeln. So würden die bisherigen 2G-Regeln weitgehend durch 2G+-Regeln ersetzt, wie Senatssprecher Marcel Schweitzer sagte. Das betreffe die Gastronomie, die Kultur, den Sport in Innenräumen, aber nicht den Einzelhandel. Ausgenommen von der von Montag an geltenden Testpflicht auch für Geimpfte und Genesene seien Personen, "die eine Auffrischungsimpfung haben".

Großveranstaltungen im Profisport wie der Fußballbundesliga müssen künftig auch in Hamburg wegen Corona als Geisterspiele abgehalten werden. Bislang hatte es eine vom Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz abweichende Ausnahmeregelung gegeben.

14:45 Uhr | Corona-Inzidenz in Spanien klettert auf über 1.300

Trotz einer hohen Impfquote klettert die Corona-Inzidenz auch in Spanien weiterhin rasant. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche sei nun auf den neuen Höchstwert von 1.348 gestiegen, wie das Gesundheitsministerium in Madrid mitteilte. Bei der letzten Veröffentlichung amtlicher Zahlen am vergangenen Donnerstag hatte die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 1.086 gelegen. Seitdem seien mehr als 372.000 neue Ansteckungen erfasst worden, hieß es. Zum Vergleich: Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug am Dienstag in Deutschland knapp 240.

13:35 Uhr | Gefahr durch neue Corona-Variante B.1.640.2 unklar

Experten sind sich noch unsicher bei der Bewertung einer in Frankreich entdeckten neue Coronavirus-Variante. Der Virologe Richard Neher von der Uni Basel sagte, diese neue Variante B.1.640.2 müsse wie andere auch beobachtet werden. Er sehe aber "keinen Grund, speziell über diese Variante besorgt zu sein". Der US-Epidemiologe Eric Feigl-Ding schrieb auf Twitter, er bezweifle, dass sich die neue Variante gegen Omikron oder Delta durchsetze.

Französische Forscher vom Institut IHU Méditerranée Infection hatten die neue Variante bei zwölf Patienten im Südosten Frankreichs nachgewiesen. Nach ihren Erkenntnissen könnte sich ein Patient in Kamerun infiziert haben. Dem Bericht zufolge hat B.1.640.2 einige Mutationen im sogenannten Spike-Protein, die bereits von der besonders ansteckenden Omikron-Variante bekannt sind. Zudem sei es möglich, dass Impfstoffe ihre Wirkung verlieren. Jedoch sei es noch zu früh, um über Eigenschaften der neuen Variante und mögliche Gefahren zu spekulieren. Die Vorab-Studie wurde bislang nicht von Fachleuten begutachtet.  

13:10 Uhr | Buschmann sieht offene Fragen vor Impfpflicht

Aus Sicht von Bundesjustizminister Marco Buschmann ist es noch unklar, ob eine allgemeine Corona-Impfpflicht ein sinnvolles Instrument zur Bekämpfung der Pandemie ist. Der FDP-Politiker sagte der Wochenzeitung "Die Zeit", wenn es im Februar/März belastbare Anhaltspunkte gebe, dass die Impfpflicht den Freiheitsspielraum für alle vergrößere, dann spreche viel dafür. Buschmann mahnt zugleich: "Wenn das Impfen hingegen absehbar nur für zwei, drei Monate helfen sollte, aber ansonsten im Grunde alles bleibt, wie es ist, dann spricht das eher gegen eine Impfpflicht."

Der Justizminister sieht erste Hinweise, "dass wir mit Omikron in eine neue Phase der Corona-Pandemie steuern". Er habe sich im Streit um eine Impfpflicht selbst noch nicht festgelegt. Der Bundestag hatte im vergangenen Jahr eine Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegepersonal beschlossen. Sie gilt ab Mitte März.

12:41 Uhr | Ärztekammer – AHA-Regeln gelten auch nach Boosterimpfung

Die Bundesärztekammer pocht auf die Einhaltung von Hygiene-Regeln und betont deren Wichtigkeit auch nach einer Booster-Impfung. Präsident Klaus Reinhardt sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, auch dreifach Geimpfte müssten Abstand halten und Maske tragen, um das Virus nicht zu verbreiten und womöglich ältere Menschen und Risikopatienten zu gefährden. Reinhardt bekräftigte zugleich die Wirkung einer Booster-Impfung. Sie schütze zwar nicht verlässlich vor einer Infektion mit dem Coronavirus, aber sehr gut vor einem schweren Krankheitsverlauf.

11:30 Uhr | Kreuzfahrtschiff nach Corona-Ausbruch wieder in Deutschland

Das Kreuzfahrtschiff "MS Amera" ist nach dem coronabedingten Abbruch seiner Atlantik-Reise in Bremerhaven eingelaufen. Dem Veranstalter Phoenix zufolge sind mindestens acht Crewmitglieder positiv auf das Coronavirus getestet worden. Unter den insgesamt 349 Passagieren seien bislang keine Ansteckungen nachgewiesen worden. Die infizierten Crewmitglieder waren Ende vergangener Woche beim Stopp auf Gran Canaria von Bord gegangen und in Quarantäne gebracht worden. 82 Passagiere traten mit Flügen von dort aus vorfristig die Heimreise an. Die übrigen 267 Passagiere gingen nun von Bord. Eigentlich sollte die Tour fünf Tage länger dauern. Auch andere Kreuzfahrtschiffe mussten Reisen abbrechen, darunter die "Aida Nova".

10:39 Uhr | Mehr als eine Million Corona-Neuinfektionen in den USA

In den USA sind erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als eine Million Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages erfasst worden. Nach Daten der Johns-Hopkins-Universität gab es am Montag 1,084 Millionen neue Positiv-Tests. Im Vergleich zur Vorwoche ist das fast eine Verdopplung. Damals waren rund 544.000 Neuinfektionen gemeldet worden.

Bisher hatte der Tageshöchstwert bei etwa 590.000 gelegen. Nach Schätzungen der Gesundheitsbehörde CDC macht die Omikron-Variante des Virus bereits seit Ende Dezember mehr als die Hälfte aller neuen Corona-Fälle aus. Die landesweite 7-Tage-Inzidenz liegt über 1.000.

10:01 Uhr | Großbritannien – relativ milde Krankheitsverläufe

Corona-Infizierte in Großbritannien haben derzeit meist weniger schwere Krankheitssymptome. Gesundheitsministerin Maggi Throup sagte Sky News: "Die Zahl der belegten Krankenhausbetten ist ungefähr halb so hoch wie vor einem Jahr. Das beweist die Kraft des Impfstoffs." Auch der Epidemiologe Neil Ferguson am Imperial College London erklärte, die Covid-Impfung biete Schutz vor schweren Erkrankungen bei der Virusvariante Omikron. Wegen der hohen Infektionszahlen stehe das Gesundheitssystem aber weiter unter Druck. Großbritannien hat aktuell eine 7-Tage-Ansteckungsinzidenz von 1.784.

09:15 Uhr | Impfpanne: Kinder erhalten Erwachsenen-Dosis

In einem Impfzentrum in Hannover haben 42 Mädchen und Jungen den Impfstoff mit der höheren Konzentration für Erwachsene bekommen. Eigentlich war für die Kinder der Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige vorgesehen. Einer Sprecherin der Region Hannover zufolge wurden die Eltern sofort informiert. Laut Gesundheitsamt sind allenfalls Nebenwirkungen wie Schmerzen an der Einstichstelle oder Fieber zu erwarten. Die Abläufe im Impfzentrum würden überprüft, damit sich der Fehler nicht wiederhole. Mehr dazu bei NDR-Online.

08:24 Uhr | Infektionszahlen ziehen weiter an

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Dienstag deutschlandweit 30.561 Corona-Neuinfektionen erfasst – knapp 9.500 mehr als vor einer Woche. Die bundesweite Inzidenz stieg von 232 auf 240 Neuansteckungen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen. 356 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Zugleich verweist das RKI auf eine unbekannte Dunkelziffer durch weniger Tests und Meldeverzug zum Jahreswechsel. Verlässliche Zahlen sollen bis zur Ministerpräsidentenkonferenz am Freitag vorliegen.

Der Anstieg der Zahlen geht vor allem auf die Ausbreitung des Virus im Nordwesten Deutschlands zurück. Grund dürfte die Omikron-Virusvariante sein, die in Großbritannien, Dänemark, den Niederlanden und Frankreich grassiert. Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 516 den höchsten Inzidenzwert. Die Zahlen stiegen aber auch in Schleswig-Holstein auf inzwischen knapp 300. Das Land hatte über Monate die niedrigste Inzidenz.

07:46 Uhr | Impfpassfälschungen im großen Stil

Wegen des Verdachts der Fälschung von Covid-Impfnachweisen laufen in Niedersachsen Hunderte Verfahren. Allein etwa 130 Fälle gibt es laut Staatsanwaltschaft in Osnabrück. Die Landeshauptstadt Hannover bestätigte Verfahren im unteren dreistelligen Bereich, Oldenburg meldete etwa 30 Verfahren. Nach Angaben des niedersächsischen Gesundheitsministeriums drohen in besonders schweren Fällen der Urkundenfälschung bis zu fünf Jahre Haft.

07:32 Uhr | China – weitere Millionenstadt abgeriegelt

In China ist nach Corona-Fällen über eine weitere Großstadt ein kompletter Lockdown verhängt worden. In Yuzhou in der zentralchinesischen Provinz Henan gilt seit Montagabend eine Ausgangssperre. Die Behörden kündigten strikte Kontrollen durch Wachposten an. In der 1,2-Millionen-Einwohnerstadt Yuzhou waren drei Ansteckungsfälle entdeckt worden. Die nördliche Metropole Xi'an ist bereits seit zwei Wochen abgeriegelt. Xi'an verzeichnete offiziell mehr als 1.600 Infektionen, zuletzt waren dort die Zahlen wieder rückläufig. Die Behörden wollen das Virus unbedingt eindämmen, bevor im Februar die Olympischen Winterspiele in Peking beginnen.

07:00 Uhr | Wieder Proteste – wieder Polizisten verletzt

In Mitteldeutschland haben erneut Tausende Menschen gegen die Corona-Politik protestiert. In Lichtenstein bei Zwickau kam es dabei zu Ausschreitungen. Nach Angaben der Polizei hatten sich rund 60 gewaltbereite Teilnehmer unter die Demonstranten gemischt. Diese hätten sich massiv widersetzt und die Einsatzkräfte angegriffen, als ihre Identität festgestellt werden sollte. 14 Beamte seien verletzt worden.

In Magdeburg versuchten Demonstranten, gewaltsam eine Polizeiabsperrung zu durchbrechen. Laut Polizei wurden auch Flaschen und Pyrotechnik auf Beamte geworfen. Unzulässige Demonstrationen gab es unter anderem auch in Dresden, Leipzig und Bautzen sowie in Gera, Altenburg und Saalfeld.

Bundesweit gab es am Montag weitere Protestaktionen. In Rostock wurden 4.000 Teilnehmende gezählt. Die Polizei setzte gegen Gewalttäter Schlagstöcke ein. Die bayerische Polizei meldete größere Veranstaltungen in Nürnberg mit rund 4.200 sowie in Ulm/Neu-Ulm und Ansbach mit jeweils mehr als 1.000 Menschen.

06:50 Uhr | Sächsische Polizei mit Demos ausgelastet

Sachsens Polizeipräsident Horst Kretzschmar hat eingeräumt, dass in der Polizeiarbeit derzeit große Abstriche gemacht werden müssen. Kretzschmar sagte MDR AKTUELL, Hauptaufgabe sei derzeit die Umsetzung der Notverordnung. Dazu gehöre, unerlaubte Kontakte aufzulösen, die Gesundheits- und Ordnungsämter zu unterstützen oder Demonstrationen zu begleiten. Deshalb sei unter anderem die Präventionsarbeit an Schulen reduziert worden. Es gebe auch weniger Verkehrskontrollen. Kretzschmar betonte, das Kerngeschäft werde aber nicht vernachlässigt. So gebe es bei Notfällen keine Einschränkungen.

06:40 Uhr | Thüringer Kliniken erwarten Personalengpässe

Die Pläne der Bundesregierung, die Quarantäneregeln anzupassen, werden in Mitteldeutschland unterschiedlich aufgenommen. Der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft in Thüringen, Rainer Poniewaß, sagte MDR AKTUELL, man rechne wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus in den nächsten zwei Wochen mit einem zunehmenden Personalausfall. Er begrüße deshalb, für geimpftes Personal die Isolation zu verkürzen, wenn es regelmäßig getestet werde. Der Sächsische Pflegerat forderte eine einheitliche Neuregelung für alle. Vorsitzender Michael Junge sagte, eine Sonderregelung nur für Pflegepersonal sei nicht nachvollziehbar.  Bund und Länder wollen am Freitag unter anderem über eine Änderung der Quarantäne-Regeln beraten.

06:25 Uhr | GB und Südafrika nicht mehr Virusvariantengebiet

Deutschland hat die Einreise-Beschränkungen für Großbritannien und acht Länder im südlichen Afrika gelockert. Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, gelten diese Staaten seit Mitternacht nicht mehr als Omikron-Variantenregionen, sondern als Hochrisikogebiete. Das bedeutet, dass Einreisende von dort nicht mehr für volle zwei Wochen in Quarantäne müssen. Stattdessen beträgt die Isolationszeit zehn Tage und gilt nur noch für Ungeimpfte. Nach fünf Tagen können sich Rückkehrer freitesten. Damit gilt diese Varianten-Warnung der Bundesregierung für kein Land der Welt mehr. Grund ist, dass sich Omikron auch in Deutschland rasant ausbreitet.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 4. Januar 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Januar 2022 | 06:00 Uhr

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