Coronavirus-Pandemie Ticker vom Dienstag: Hamburg ermöglicht Ausschluss von Ungeimpften von Veranstaltungen

In Hamburg können Veranstalter ab Samstag Ungeimpfte ausschließen, um weniger Corona-Regeln erfüllen zu müssen. Sachsen wechselt die Strategie. Kreta und weitere griechische Inseln gelten seit heute als Hochrisikogebiet. Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus finden Sie hier im Ticker.

Passanten sind am Abend an der Reeperbahn in der Straße "Große Freiheit" unterwegs.
Viel Verkehr auf der Reeperbahn in Hamburg. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Dienstag, 24. August 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:13 Uhr | Thüringen: Diskussion um Testpflicht an Schulen

Das Thüringer Bildungsministerium von Minister Helmut Holter (Linke) erwägt derzeit eine Corona-Testpflicht für die ersten zwei Wochen nach den Ferien. Nach dieser Frist soll die Pflicht nur gelten, wenn eine Region die höchste Warnstufe erreicht hat, erklärte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Den Überlegungen zufolge würde es mittelfristig also nur zu einer Testpflicht kommen, wenn eine Region eine Inzidenz von mehr als 200 hat und dazu noch kritische Schwellenwerte überschreitet bei Covid-19-Krankenhauseinweisungen und Intensivpatienten. "Wir rechnen nicht damit, dass das irgendwo der Fall sein wird", sagte der Sprecher.

Genau das stößt auf Kritik. SPD-Politiker Thomas Hartung warf Holter vor, auf eine Durchseuchung in den Schulen zu setzen. "Das ist verantwortungslos", sagte Hartung am Dienstag ebenfalls der DPA. Ohne Tests müsse man damit rechnen, dass sich an Schulen alle, die nicht geimpft oder genesen seien, mit dem Coronavirus infizierten. Nach derzeitiger Lage seien das zwischen 150.000 und 200.000 Schüler. Zehn Prozent davon könnten Long Covid bekommen, rechnete Hartung vor, was dann 15.000 bis 20.000 Schülern entspräche.

Die Schule startet in Thüringen am 6. September.

21:47 Uhr | Weltweit fünf Milliarden Impfdosen verabreicht

Weltweit sind mehr als fünf Milliarden Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Das geht aus einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP hervor, die dafür alle bis Dienstagnachmittag vorliegenden Angaben offizieller Stellen in den verschiedenen Ländern auswertete. Mit 1,96 Milliarden verabreichten Impfdosen liegt China in Ländervergleich weiterhin vorn. Dahinter folgen mit großem Abstand Indien (589 Millionen) und die USA (363 Millionen).

Insgesamt wird die weltweite Impfkampagne noch von starker Ungleichheit bestimmt. Länder mit einem hohen Einkommen haben im Schnitt 111 Dosen auf 100 Einwohner verimpft. In Ländern mit schwachem Einkommen sind es jedoch nur 2,4 Dosen auf 100 Einwohner. Drei Länder haben noch gar keine Impfkampagne gestartet: Burundi, Eritrea und Nordkorea.

20:46 Uhr | Kekulé bemängelt Abschaffung kostenloser Tests

Der Virologe Alexander Kekulé hat die Abschaffung der kostenlosen Corona-Tests für Ungeimpfte kritisiert. Kekulé sagte im Podcast "Corona-Kompass" von MDR AKTUELL, es sei keine gute Idee, die Tests auslaufen zu lassen. Sie müssten sehr niedrigschwellig angeboten werden, weil sie ansonsten von den Leute nicht genutzt würden. Zudem führten Privilegien für Ungeimpfte zu einer Spaltung der Gesellschaft.

Der Virologe äußerte sich außerdem skeptisch über die Impfempfehlung für Kinder ab 12 Jahren. Sie sei nur ein Ersatz dafür, dass sich zu wenige Erwachsene impfen ließen. Die Ständige Impfkomission selbst sage nach wie vor, dass eine Impfung von Kindern für die Pandemiebekämpfung nicht erforderlich sei.

20:36 Uhr | Sachsen plant Kampagne für Impfskeptiker

Sachsen will mit einer neuen Werbekampagne gezielt Impfskeptiker ansprechen. Das Gesundheitsministerium erklärte, dafür würden Postsendungen, Anzeigen in der Presse sowie Clips für Social Media vorbereitet. Grundlage ist eine Untersuchung, die im Erzgebirge durchgeführt wurde. Dort ist die Impfquote mit weniger als 40 Prozent besonders gering. Die Studie sollte herausfinden, wie und wo man Impfskeptiker am besten erreicht.

18:13 Uhr | Zuspruch für Abkehr von Inzidenz

Für das Vorhaben der Bundesregierung, die Corona-Maßnahmen nicht mehr so stark am Inzidenzwert auszurichten, gibt es Zuspruch von der Ärzteschaft. "Mit steigender Impfquote in Deutschland und der zunehmenden Entkopplung von Inzidenz und Krankheitslast müssen Bund und Länder ihre Corona-Politik neu ausrichten", sagte etwa der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, der "Rheinischen Post". Ähnlich äußerten sich die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, der Deutsche Hausärzteverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft.

Der bisherige Inzidenzwert von 50, der noch im Infektionsschutzgesetz als Richtwert für schärfere Maßnahmen verankert ist, soll nach den Plänen der Bundesregierung gestrichen werden. Künftig soll die Zahl der Krankenhausaufnahmen wegen Covid-19 entscheidend sein.

17:38 Uhr | Vierte Welle in der Schweiz

In der Schweiz stuft das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Situation als besorgniserregend ein. "Wir müssen die aktuelle Lage als vierte Welle bezeichnen", sagt Patrick Mathys, Leiter des Bereichs Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im BAG. Die Zahl der neuen Erkrankungen und Krankenhauseinlieferungen bewege sich auf einem Niveau, wie man es bei der dritten Welle gesehen habe, und die Situation auf den Intensivstationen sei als angespannt einzustufen.

17:06 Uhr | Hamburg startet 2G-Modell

Restaurants, Kneipen und Kultureinrichtungen in Hamburg können ihre Kapazitäten von Samstag an nahezu wieder vollständig nutzen, sofern Ungeimpfte keinen Zutritt haben. Der rot-grüne Senat beschloss am Dienstag dazu das sogenannte 2G-Optionsmodell. Die Einrichtungen können demnach entscheiden, ob sie künftig nur noch Geimpfte und Genesene einlassen und dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind, oder ob sie weiterhin das Drei-G-Modell nutzen wollen. Dieses Modell bezieht Getestete und damit Ungeimpfte mit ein.

Bürgermeister Peter Tschentscher begründete die Entscheidung des Senats damit, dass Geimpfte und Genesene im Vergleich zu den Ungeimpften keinen wesentlichen Anteil am Infektionsgeschehen hätten. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre könnten vorerst ungeimpft Zwei-G-Modelle besuchen, weil sie sich noch nicht lange impfen lassen könnten.

Wird das Zwei-G-Optionsmodell gewählt, gibt es unter anderem kein Abstandsgebot mehr, keine Testpflicht, meist keine Kapazitätsgrenzen, dafür eine freie Tisch- und Sitzplatzanordnung. Weiterhin gilt die Maskenpflicht in Innenräumen.

16:34 Uhr | Strategiewechsel in Sachsen

Sachsen will in der Corona-Pandemie künftig alles geöffnet lassen. Gesundheitsministerin Petra Köpping sagte in Dresden: "Die wichtigste Botschaft ist, dass alle Geschäfte, Einrichtungen, Veranstaltungen inzidenzunabhängig geöffnet bleiben sollen:" Das sei der Kern der neuen Corona-Schutzverordnung, die ab Donnerstag im Freistaat gelte.

Köpping zufolge gelten nur noch zwei Inzidenz-Grenzwerte für verschärfte Maßnahmen: 10 und 35. Eine größere Bedeutung kommt künftig der Bettenbelegung zu. Es gilt die Vorwarnstufe, wenn landesweit 650 Covid-Patienten stationär oder 180 auf Intensivstationen behandelt werden. Dann treten Kontaktbeschränkungen in Kraft. Die Überlastungsstufe sieht vor, dass sich nur noch zwei Haushalte treffen dürfen. Ungeimpfte werden von größeren Veranstaltungen ausgeschlossen.

13:24 Uhr | Griechenland schafft kostenlose Tests für Ungeimpfte ab

In Griechenland müssen ungeimpfte Bürgerinnen und Bürger ihre Corona-Tests vom 13. September an selbst zahlen. Das kündigte der griechische Gesundheitsminister Vasilis Kikilias in Athen an. Ausgenommen seien nur Schülerinnen und Schüler, Genesene und Geimpfte mit Krankheitssymptomen. Zudem könnten Arbeitgeber ungeimpfte Mitabeiter verpflichten, sich zwei Mal pro Woche testen zu lassen. Ein Schnelltest kostet in Griechenland zehn Euro. Kikilias begründete die Maßnahmen mit der hohen Zahl von Umgeimpften, die sich infizierten. Auf den Intensivstationen seien weit mehr als 90 Prozent der Covid-Patienten nicht geimpft.

12:13 Uhr | Apotheken stellen ab sofort digitale Corona-Genesenenzertifikate aus

Menschen, die von einer Covid-Erkrankung genesen sind, können sich von nun an ein digitales Genesenenzertifikat in einer Apotheken ausstellen lassen. Die Bundesvereinigung der Apothekververbände teilte mit, dass zahlreiche Filialen den Service anbieten. Interessierte sollten sich vorab informieren, ob das in ihrer Apotheke möglich ist. Ärzte stellen den digitalen Nachweis schon seit einiger Zeit aus. Das Zertifikat gibt es auch in gedruckter Form. Der Nachweis über eine überstandene Corona-Infektion ist für ein halbes Jahr nach der Erkrankung gültig.

09:07 Uhr | Corona-Maßnahmen sorgen für Minus im Staatshaushalt

Die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie haben im ersten Halbjahr ein riesiges Loch im deutschen Staatshaushalt hinterlassen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, gaben Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen knapp 81 Milliarden Euro mehr aus als sie einnahmen. Bezogen auf die gesamte Wirtschaftsleistung habe das Defizit bei 4,7 Prozent gelegen. Es sei das zweithöchste Minus in einer ersten Jahreshälfte seit der Wiedervereinigung gewesen. Ein größeres Minus habe es nur im ersten Halbjahr 1995 gegeben, als die Treuhandschulden übernommen worden seien. Unterdessen gewinnt die deutsche Wirtschaft weiter an Tempo. Das Bruttoinlandsprodukt stieg der Behörde zufolge im zweiten Quartal um 1,6 Prozent – im Vergleich zum Quartal davor. Grund dafür seien die Konsumlust der Verbraucher nach dem Ende des Lockdowns und staatliche Konsumausgaben.

08:39 Uhr | Kreta und weitere griechische Inseln jetzt Hochrisikogebiet

Kreta und weitere griechische Urlaubsinseln gelten seit heute als Hochrisikogebiet. Die Bundesregierung kommt wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen zu dieser Einstufung. Der Deutsche Reiseverband schätzt, dass derzeit etwas 150.000 Pauschalreisende aus Deutschland in Griechenland ihren Urlaub verbringen.Hinzu komme eine unbekannte Anzahl an Individualreisenden, hieß es vom Verband.

08:00 Uhr | Neue Corona-Verordnung in Thüringen gilt

In Thüringen werden die Corona-Vorschriften künftig nicht mehr allein auf Grundlage der Inzidenzwerte geregelt. Das sieht die neue Corona-Verordnung des Freistaats vor, die heute in Kraft getreten ist. Demnach sind für Auflagen zur Pandemiebekämpfung künftig auch die Zahl der Covid-Patienten in den Krankenhäusern entscheidend. Steigen die Werte über eine Basisstufe von einer Inzidenz über 35 tritt ein Ampelsystem in Kraft. Mehr zu den neuen Regeln finden Sie hier.

06:41 Uhr | Spahn schließt Lockdown für Geimpfte und Genesene aus

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat einen weiteren Corona-Lockdown für Geimpfte und Genesene ausgeschlossen. Er sagte in der ARD, sie sollten es im Herbst durchaus leichter haben. Außerdem verteidigte er die geplante Abkehr von der Inzidenz als Gradmesser für Einschränkungen. Nach den Impffortschritten könne jetzt die Krankenhausbelastung in den Fokus rücken. Auf den Intensivstationen liegen laut Register derzeit über 770 Infizierte. Vor einer Woche waren es noch rund 570. Die Inzidenz stieg nach RKI-Angaben leicht auf 58. Die aktuellen Coronazahlen finden Sie hier.

06:30 Uhr | Entschädigungsregelung für Selbstständige und Gründer gefordert

Der Verband der "Gründer und Selbstständigen Deutschland" fordert für künftige Pandemien vom Bund eine bessere finanzielle Absicherung. Verbandsvorstand Andreas Lutz schlug bei MDR AKTUELL ähnliche Entschädigungsprogramme vor, die es bereits in anderen EU-Staaten gibt. So könne es für betroffene selbstständige Kulturschaffende ohne Einnahmen einen pauschalen Betrag geben. Alternativ könnten die Einnahmen der vergangenen Jahre zur Berechnung möglicher Hilfen herangezogen werden. Dazu teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit, ihr Haus sei nicht zuständig. Ihr Büro verwies auf das Bundesgesundheitsministerium, weil dieses für das Infektionsschutzgesetz zuständig sei. Nach einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung wird es bis Ende des Jahres rund 300.000 Selbstständige weniger geben, als vor der Pandemie.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 24. August 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie hier in unserem Ticker über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Lauf des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 24. August 2021 | 06:00 Uhr

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