Coronavirus-Pandemie Ticker vom Dienstag: Merkel – 90 Prozent der über 60-Jährigen sollten geimpft sein

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat an alle Berechtigten appelliert, sich impfen zu lassen. Bund und Länder haben sich darauf verständigt, dass es ab dem 11. Oktober keine kostenlosen Corona-Tests für Ungeimpfte mehr geben soll. Ausnahmen soll es für Personen geben, die nicht geimpft werden können oder für die es keine Empfehlung gibt. Die Mitarbeiterin eines Impfzentrums in Friesland soll in mehr als 8.500 Fällen statt Biontech-Impfstoff Kochsalzlösung gespritzt haben.

MEnschen stehen vor einem Corona Testzentrum an.
Neben dem erneuten Aufruf an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen, haben Vertreter von Bund und Ländern beschlossen, dass Corona-Test ab dem 11. Oktober nicht mehr pauschal kostenlos sein sollen. Bildrechte: IMAGO / Ralph Peters

Unser Ticker am Dienstag, 10. August 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:08 Uhr | Grüne kritisieren Corona-Beschlüsse

Die Grünen haben die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) zur Eindämmung der Corona-Pandemie als enttäuschend bezeichnet. Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sagte einem Vorabbericht der "Rheinischen Post" zufolge: "Die Beschlüsse der MPK sind angesichts steigender Infektionszahlen und einer inzwischen dominanten, gefährlicheren Virusvariante enttäuschend". Statt Pflegeeinrichtungen und Schulen endlich sicher zu machen und statt konkrete Maßnahmen für mehr Tempo beim Impfen vorzulegen, versuche man die Menschen anstelle von überzeugenden Argumente durch Druck zum Impfen zu bewegen. So werde man eine vierte Welle nicht verhindern.

19:26 Uhr | Drei Viertel der Erwachsenen in Großbritannien geimpft

In Großbritannien sind drei Viertel der Erwachsenen mittlerweile vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Premierminister Boris Johnson bezeichnete die Zahl auf Twitter als "riesigen nationalen Erfolg". Eine erste Impfdosis haben demnach 90 Prozent der Erwachsenen erhalten.

Lange Zeit hatte Großbritannien mit seiner Impfkampagne die Nase weit vorn. Mittlerweile haben jedoch viele europäische Länder aufgeholt. In den jüngeren Altersgruppen stockt mittlerweile auch die Impfbereitschaft im Vereinigten Königreich. Mit einer Social-Media-Kampagne, Anreizen von Lieferdiensten und Impfungen in Clubs sollen Jüngere überzeugt werden, sich impfen zu lassen.

19:04 Uhr | Merkel appelliert an Ungeimpfte

Nach dem Bund-Länder-Treffen hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut für mehr Impfungen in Deutschland eingesetzt. Sie appellierte an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Merkel sagte, es gebe im europäischen Vergleich etliche Länder, die besser seien. Sie bat geimpfte Menschen, für das Impfen zu werben, "weil es einfach ein Schutz für uns alle ist".

Der Kanzlerin zufolge ist eine Impfquote von 75 bis 80 Prozent erstrebenswert, um keine einschneidenden Maßnahmen mehr ergreifen zu müssen. Besser wäre es, es seien 90 Prozent der über 60-Jährigen und 80 Prozent der Ü-12-Jährigen geimpft. In Deutschland sind derzeit 55,1 Prozent der Bevölkerung vollständig und 62,5 Prozent einmal geimpft. Der Zulauf zu den Impfangeboten sinkt aber seit Wochen.

16:09 Uhr | Bundesregierung: Keine kostenlosen Corona-Tests mehr ab 11. Oktober

Für ungeimpfte Menschen, die noch nicht an Corona erkrankt sind, soll es ab dem 11. Oktober 2021 keine kostenlosen Corona-Tests mehr geben. Darauf haben sich nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel Vertreter von Bund und Ländern bei einem gemeinsamen Corona-Treffen geeinigt. Demnach sollen die Tests ab einer Inzidenz von 35 Infektionsfällen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche kostenpflichtig werden. Ausnahmen gebe es für Personen, die sich nicht impfen lassen könnten und für die es keine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission gebe.

Weiterhin würde für Nicht-Geimpfte und Nicht-Genesene ein negativer Corona-Test zur Voraussetzung für viele Aktivitäten in Innenräumen. Dies betreffe zum Beispiel das Essen in Restaurants, den Besuch beim Friseur oder Sport im Fitnessstudio oder Schwimmbad. Ausnahmen könne es demnach für regelmäßig getestete Schüler und Regionen mit niedrigen Inzidenzen geben.

15:47 Uhr | EU genehmigt 550-Millionen-Hilfe für die Deutsche Bahn

Die EU-Kommission hat grünes Licht für Beihilfen von 550 Millionen Euro an die Deutsche Bahn gegeben. Damit sollen Corona-Schäden ausgeglichen werden, die zwischen Mitte März und Juni 2020 entstanden seien. Neben dem Staatskonzern sollen auch dessen Tochterunternehmen profitieren können. Brüssel hält die Maßnahme für angemessen, "da die vorgesehene Entschädigung nicht über die zur Deckung der Schäden erforderliche Höhe hinausgeht". Jeder Euro, der über den tatsächlichen Schaden hinausgehe, müsse an Deutschland zurückgezahlt werden.

15:07 Uhr | Tochter trotz Corona in Klinik besucht: Mutter freigesprochen

Eine Frau, die trotz des Verdachts auf eine Corona-Infektion ihre Tochter in einem Klinikum im Harz besucht hat, ist vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs und der versuchten gefährlichen Körperverletzung freigesprochen worden. Das Amtsgericht Quedlinburg folgte damit dem Antrag der Verteidigung. Die Staatsanwaltschaft hatte für die 72-Jährige sechs Monate auf Bewährung gefordert.

Die Frau war nach einer Anzeige des Klinikums von der Staatsanwaltschaft angeklagt worden. Der Anklage nach hatte die positiv auf das Coronavirus getestete Frau Anfang Oktober ihre erwachsene, operierte Tochter besucht. Die Angeklagte gab vor Gericht an, sie habe sich Sorgen um ihre Tochter gemacht.

14:11 Uhr | Impfskandal in Friesland: 8.557 Menschen womöglich nicht geimpft

Im Landkreis Friesland sind offenbar bis zu 8.557 Menschen nicht richtig geimpft worden. Womöglich erhielten sie nicht den vollen oder gar keinen Impfschutz, teilte Landrat Sven Ambrosy mit. Bei den Betroffenen soll es sich vor allem um über 70 Jahre alte Menschen handeln, die zwischen dem 5. März und 20. April ins Impfzentrum Schortens-Roffhausen kamen. Eine Mitarbeiterin soll statt Vakzinen Kochsalzlösung gespritzt haben. Noch unklar ist, ob es sich um eine politisch motivierte Tat handelt. Am 21. April war bekannt geworden, dass die verdächtigte Mitarbeiterin sechs Menschen Kochsalzlösung statt den Biontech-Impfstoff gespritzt hatte. Der Skandal weitete sich schnell aus und die Zahl der Betroffenen stieg. Die Frau soll in den sozialen Meiden als Kritikerin der Corona-Politik aufgefallen sein. Das Fachkommissariat für politisch motivierte Kriminalität übernahm die Ermittlungen.

13:10 Uhr | Mehr als eine Million Zwölf- bis 17-Jährige geimpft

In Deutschland haben bisher mehr als eine Million Zwölf- bis 17-Jährige eine erste Corona-Impfung erhalten. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter mit. Das entspreche 22,5 Prozent dieser Altersgruppe. Bund und Länder haben angekündigt, mehr Impfgelegenheiten für Kinder und Jugendliche anzubieten, auch in den Impfzentren. Eine generelle Empfehlung für Kinder durch die Ständige Impfkommission gibt es bisher aber nicht. Sie empfiehlt Impfungen ab 12 Jahren vorerst nur bei bestimmten Vorerkrankungen.

12:38 Uhr | Infektionszahlen in Israel steigen

Erstmals seit einem halben Jahr sind in Israel wieder mehr als 6.000 Coronainfektionen an einem Tag nachgewiesen worden. Das teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Auch die Zahl der schwer Erkrankten steigt und nähert sich der Marke von 400 an. Gut 58 Prozent der gut 9,4 Millionen Israelis sind vollständig geimpft. Vor kurzem hatte das Gesundheitsministerium Zahlen vorgelegt, nach denen die Effektivität der in Israel verwendeten Biontech/Pfizer-Impfung seit Anfang Juni stark nachgelassen hat. Nach Angaben des Ministeriums verhindert die Impfung eine Corona-Infektion nur noch zu 39 Prozent und schwere Erkrankungen zu 91 Prozent. Gleichzeitig verbreite sich im Land die ansteckendere Delta-Variante.

11:07 Uhr | Corona-Lage in den USA spitzt sich wieder zu

In den USA werden durch die neue Corona-Welle wieder rund 100.000 Neuinfektionen pro Tag verzeichnet. Die Intensivbetten werden knapp. Täglich sterben mehr als 450 Menschen an der Krankheit. Der US-Bundesstaat Texas hat wegen der steigenden Infektionszahlen alle Krankenhäuser gebeten, alle nicht absolut notwendigen medizinischen Eingriffe zu verschieben. Aus anderen Bundesstaaten soll medizinisches Personal angefordert werden, um die Covid-Patienten zu versorgen. Die Lage in Texas hat sich durch die hochansteckende Delta-Variante deutlich verschärft. Die Zahl der Neuinfektionen liegt hier bei 12.000 – nach Angaben der Behörden werden gut 9.000 Menschen wegen einer Covid-Erkrankung in Krankenhäusern behandelt. Auch in anderen Bundesstaaten ist die Lage extrem angespannt. Im US-Bundesstaat Arkansas etwa sind nur noch acht Intensivbetten frei, teilte Gouverneur Asa Hutchinson per Twitter mit.

06:40 Uhr | Betroffene wünschen Long-Covid-Ambulanzen

Betroffene und Mediziner setzen sich für eine bessere Versorgung von Menschen mit dem neuen Krankheitsbild Long Covid ein. So fordert die Betroffenen-Initiative "Long Covid Deutschland" in einer Online-Petition die Bundesregierung dazu auf, in allen Regionen fächerübergreifende Ambulanzen einzurichten. Die Petition wurde schon mehr als 50.000 Mal unterschrieben. Von Long Covid spricht man, wenn nach einer überstandenen Infektion neue Symptome hinzukommen oder diese länger als vier Wochen bestehen. In Deutschland sind mehr als 300.000 Menschen betroffen.

06:31 Uhr | Sauerstoff-Ausfall: Neun Tote auf südrussischer Covid-Station

Auf einer südrussischen Covid-Station ist es zu einer tödlichen Panne gekommen. Wie der Regierungschef der Teilrepublik Nordossetien, Sergej Minjailo, mitteilte, starben dabei neun Patienten. Das Unglück ereignete sich einer Klinik in der Gebietshauptstadt Wladikawkas. Aus noch unbekannter Ursache war ein Sauerstoff-Versorgungsrohr gerissen. Dadurch fiel die Beatmung der Covid-Kranken aus.

06:28 Uhr | Dehoga Sachsen hält weitere Schließung der Gastronomie für unnötig

Der sächsische Hotel- und Gaststättenverband sieht es nicht als notwendig an, dass die Gastronomie bei steigenden Corona-Zahlen im Herbst noch einmal schließen muss. Dehoga-Regionalgeschäftsführer Axel Klein sagte MDR AKTUELL, man wisse inzwischen, dass außer dem Inzidenzwert in Zukunft andere Werte in Betracht gezogen werden müssten – zum Beispiel die Impfquote und wie viele Menschen wegen einer Erkrankung im Krankenhaus seien. Diese Erkenntnisse würden die Lage wesentlich verändern.

06:15 Uhr | Pläne: Keine kostenlosen Coronatests mehr ab Oktober

In Deutschland soll es ab Oktober für die meisten Bürger offenbar keine kostenlosen Corona-Tests mehr geben. Das geht nach übereinstimmenden Medienberichten aus der Beschluss-Vorlage für die heutige Bund-Länder-Konferenz hervor. Ausnahmen soll es für Menschen geben, die nicht geimpft werden können oder für die keine Empfehlung vorliegt, also etwa Schwangere oder Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Zudem soll der Druck auf Ungeimpfte erhöht werden. So sollen laut Beschluss-Vorlage nur noch Geimpfte, Genesene oder Getestete Zutritt haben etwa zu Veranstaltungen, Hotels und Innengastronomie sowie zu Krankenhäusern und Pflegeheimen. Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder wollen am Mittag in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 10. August 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 10. August 2021 | 06:00 Uhr

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