Coronavirus-Pandemie Ticker: Sachsen begrenzt Teilnehmerzahl bei Demonstrationen

Als Reaktion auf die "Querdenken"-Demonstration in Leipzig erlässt Sachsen neue Auflagen für Versammlungen. Das Oberverwaltungsgericht Bautzen hat inzwischen seine Entscheidung begründet, warum die Demo in der Innenstadt stattfinden durfte. Mehr als 3.000 Covid-19-Patienten werden inzwischen auf Intensivstationen behandelt. Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Ticker.

Tausende nehmen an der Demonstration der Stuttgarter Initiative „Querdenken“ auf dem Augustusplatz teil.
Sachsen will künftig nur noch Demonstrationen mit maximal 1.000 Teilnehmern erlauben. Bei mehr Teilnehmern müssen bestimmte Auflagen erfüllt werden. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Dienstag, 10. November 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:30 Uhr | Eilantrag gegen Schließung von Fitnessstudio erfolgreich

Das Hamburger Verwaltungsgericht hat einem Eilantrag gegen die Schließung von Fitnessstudios stattgegeben. Die zuständige Kammer befand, dass das Infektionsschutzgesetz des Bundes nicht für einen derart schwerwiegenden Grundrechtseingriff genüge. Die Entscheidung gilt nur für die Antragstellerin, die in Hamburg mehrere Fitnessstudios betreibt. Andere Kammern am gleichen Gericht hatten zuvor die Eilanträge von Betreibern anderer Fitnessstudios und eines Tattoo-Studios abgelehnt, die sich ebenfalls gegen ihre Schließung wehrten.

21:20 Uhr | Corona-Testlabore und Gesundheitsämter überlastet

Die Corona-Testlabore kommen nicht hinterher, alle Proben zeitnah zu testen. Viele Proben können erst bearbeitet werden, wenn die Quarantäne fast vorbei ist. Gleichzeitig schaffen es die Gesundheitsämter kaum noch, alle Kontakte nachzuverfolgen. Mehr zu dieser Problematik lesen Sie im aktuellen Corona-Newsletter.

20:20 Uhr | Ungarn verlängert Corona-Notstand

Das ungarische Parlament hat nahezu einstimmig die Verlängerung des Corona-Notstands für 90 Tage gebilligt. Die Regierung von Ministerpräsident Victor Orban hatte den Notstand vergangene Woche entsprechend der Verfassung für zunächst 15 Tage verhängt. Mit der Zustimmung des Parlaments erhält Orban nun weitere 90 Tage freie Hand. Er kann damit per Verordnung Anti-Corona-Maßnahmen einführen. Bereits im Frühjahr hatte sich Orban unbefristete Vollmachten für den Kampf gegen die Corona-Krise geben lassen. Das Parlament kippte das später wieder. In der Nacht zu Mittwoch tritt der von Orban angekündigte neue Lockdown in Kraft. Er umfasst eine nächtliche Ausgangssperre sowie die Schließung von Restaurants und Hotels. Ab der 8. Klasse findet der Unterricht digital statt.

19:15 Uhr | OVG Bautzen sah ausreichend Platz bei Leipziger Demo

Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hat seine Entscheidung zur Leipziger "Querdenken"- Demonstration mit der Gefahrenprognose der Polizei begründet. Das Gericht in Bautzen erklärte, die Richter seien deshalb von geschätzten 16.000 Teilnehmern ausgegangen. Am geplanten Versammlungsort in der Innenstadt seien mehr als 111.000 Quadratmeter Fläche für die Demonstration nutzbar gewesen. Damit sei auch mit erforderlichem Mindestabstand ausreichend Platz für 16.000 Menschen gewesen.

Das Oberverwaltungsgericht hatte eine von der Stadt Leipzig verfügte Verlegung der "Querdenken"-Demonstration auf das Gelände der Neuen Messe kassiert. Dafür war es heftig kritisiert worden. In Leipzig hatten am Sonnabend mindestens 20.000 Menschen weitgehend ohne Maske und Mindestabstand gegen die Corona-Regeln der Bundesregierung demonstriert. Als die Polizei die Demo auflöste, kam es zu Ausschreitungen.

19:02 Uhr | Sachsen-Anhalt plant 14 Corona-Impfzentren

Sachsen-Anhalt plant 14 Corona-Impfzentren. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne sagte, jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt bekomme eine solche Anlaufstelle. Außerdem prüfe die Landesregierung mobile Teams für Risikogruppen. Details würden mit der Kassenärztlichen Vereinigung, mit den Krankenhäusern und Apothekern bis Ende Dezember abgestimmt. Bund und Länder hatten verabredet, bundesweit Corona-Impfzentren einzurichten.

18:42 Uhr | Sachsens oberster Ärztefunktionär mit Coronavirus infiziert

Der Präsident der sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck, hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Nach Angaben der Kammer hat der 53-Jährige leichte Erkältungssymptome und befindet sich in häuslicher Quarantäne. Die für Mittwoch geplante Kammerversammlung solle wie vorgesehen online stattfinden.

18:33 Uhr | "Lockdown" in Großbritannien "Wort des Jahres"

Das britische Collins-Wörterbuch hat den Begriff "Lockdown" zum Wort des Jahres erklärt. Zur Begründung hieß es, das Wort fasse die geteilte Erfahrung von Milliarden Menschen zusammen. Sprache spiegle die Welt wider, und 2020 sei von der globalen Pandemie bestimmt. Mit dem Wort würden umgangssprachlich die Beschränkungen zum Schutz vor dem Coronavirus beschrieben. In Deutschland steht die Wahl zum Wort des Jahres noch aus. Sie wird von der Gesellschaft für deutsche Sprache gegen Ende des Jahres vorgenommen.

18:00 Uhr | Eichsfeld verbietet Vereinssport für Kinder wieder

Der Eichsfeldkreis in Thüringen hat den Sport im Verein für Kinder wieder verboten. Das Landratsamt untersagte ab sofort organisiertes Training für Kinder und Jugendliche. Die Verordnung gilt bis Ende November. Als Grund nannte das Landratsamt die hohen Infektionszahlen. In der jüngsten Corona-Verordnung des Landes war Vereinssport für Kinder und Jugendliche ermöglicht worden.

17:40 Uhr | Zwickau sagt Weihnachtsmarkt und Bergparade ab

In Zwickau wird es in diesem Jahr doch keinen Weihnachtsmarkt geben. Darauf haben sich nach Angaben des Veranstalters Kultour Z. die Beteiligten mit der Stadt geeinigt. Ende Oktober hatten die Organisatoren angekündigt, an dem Weihnachtsmarkt festzuhalten. Die Stadt sagte zudem die Bergparade ab. Dennoch sollen zumindest ab 23. November die Lichter am Weihnachtsbaum auf dem Hauptmarkt erleuchten. Auch Schwibbogen, die Zwickauer Pyramide und die Schaukrippe sollen in der Altstadt zu sehen sein.

17:15 Uhr | Sachsen begrenzt Teilnehmerzahl bei Demonstrationen

Sachsen ändert die Regeln für Versammlungen und Demonstrationen. Wie Regierungssprecher Ralph Schreiber mitteilte, sollen Versammlungen künftig auf 1.000 Teilnehmer begrenzt werden. Im Einzelfall sollen auch größere Kundgebungen möglich sein. Dann müssten aber technische und organisatorische Maßnahmen getroffen werden, um das Infektionsrisiko zu reduzieren. Bisher sieht die sächsische Corona-Schutzverordnung keine Begrenzung bei Versammlungen vor. Die neue Verordnung soll ab Freitag gelten.

Anlass für die Regeländerung ist die "Querdenken"-Demonstration am Sonnabend in Leipzig. Dabei hatten mindestens 20.000 Menschen im Zentrum der Stadt gegen die Corona-Politik der Bundesregierung demonstriert. Die meisten Teilnehmer trugen nach Angaben der Polizei keine Mund-Nase-Maske. Abstandsregeln seien nicht eingehalten worden.

17:02 Uhr | Kekulé rechnet im April mit ersten Impfungen

Der Hallesche Virologe Alexander Kekulé rechnet trotz der Erfolgsmeldung bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs erst im April 2021 mit ersten Impfungen. Kekulé sagte im Podcast von MDR AKTUELL, die Mitteilung der Hersteller Biontech und Pfizer müsse noch wissenschaftlich überprüft werden. Zudem dauere das europäische Zulassungsverfahren länger als in den USA, weil die Behörden hier ein bisschen gründlicher seien. Das Mainzer Biotechunternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten gemeldet, dass sie noch im November die Zulassung ihres Impfstoffs in den USA beantragen wollen.

16:42 Uhr | Soforthilfen in Sachsen jetzt auch für Klubs

Sachsen weitet seine Corona-Soforthilfen für Kultureinrichtungen aus. Kulturministerin Barbara Klepsch sagte, zum einen werde die Förderrichtlinie für Härtefälle in der Kultur bis Ende 2021 verlängert. Zum anderen solle das Programm auch für Einzelpersonen zugänglich werden, die Clubs und andere Spielstätten betreiben. Der Zuschuss betrage in der Regel 10.000 Euro. In bestimmten Fällen könnten auch bis zu 50.000 Euro ausgereicht werden. Das Geld muss über die Sächsische Aufbaubank SAB beantragt werden.

16:12 Uhr | Gastronomen scheitern mit Klagen gegen Lokal-Schließung

In Berlin sind mehrere Gastronomen mit Eilanträgen gegen die Schließung ihrer Lokale vorerst gescheitert. Das Berliner Verwaltungsgericht wies die Beschwerden ab. Die Kläger wollen nun einen Einspruch beim Oberverwaltungsgericht prüfen. Insgesamt waren gegen die neue Corona-Schutzverordnung rund 100 Eilanträge eingegangen, knapp 80 davon von Gastronomen.

16:06 Uhr | Sportplätze und Schwimmhallen bleiben in Erfurt für Kinder geschlossen

Entgegen der Landesregeln ist Kinder- und Jugendsport in Erfurt derzeit nicht möglich. Die Sportanlagen und Schwimmhallen bleiben nach Angaben der Stadt geschlossen. Ein Sprecher sagte, Grund sei die angespannte Corona-Lage. Eigentlich dürfen in Thüringen Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre wieder in Vereinen trainieren. In allen Fällen sind Hygienekonzepte einzuhalten.

15:10 Uhr | Mehr als 3.000 Covid-Patienten auf Intensivstationen

Die seit mehreren Wochen anhaltend hohe Zahl der Corona-Neuinfektionen macht sich zunehmend auf den Intensivstationen bemerkbar. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) meldete am Dienstag mit 3.059 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen einen neuen Höchststand. Mit 1.737 mussten etwas mehr als die Hälfte der Patienten künstlich beatmet werden.

Der Höchststand in der ersten Corona-Welle lag Mitte April mit 2.933 deutlich niedriger. Anders als damals erwarten Experten in den kommenden Tagen kein Abflauen. Der Anstieg werde sich vielmehr vorerst fortsetzen, sagte DIVI-Präsident Uwe Janssens. Der Grund sei, dass sich die jeweilige Zahl an Neuinfektionen erst verzögert in schweren Verläufen und schließlich in der Belegung der Intensivstationen niederschlage.

14:50 Uhr | Maskenpflicht für Eltern in Sachsen-Anhalts Kitas

In Sachsen-Anhalt müssen die Eltern künftig einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn sie ihre Kinder in die Kita bringen oder abholen. Das sehen neue Corona-Schutzregeln vor, die das Gesundheitsministerium veröffentlichte. Demnach müssen die Kita-Räume drei Mal pro Stunde gelüftet werden. Kinder mit Erkältungssymptomen dürfen weiter betreut werden. Das Ministerium erklärte, die Vorgaben sollten helfen, eine Schließung wie im Frühjahr zu vermeiden. Die Regeln sollten von den Einrichtungen im Laufe der Woche umgesetzt werden.

13:15 Uhr | Erschwerte Bedingungen für Tafeln

Die für die Lebensmittelversorgung armer Menschen sorgenden Tafeln klagen über erschwerte Bedingungen wegen des seit Anfang November geltenden Teil-Lockdowns. Dieser führe vielerorts zu weniger Lebensmittelspenden, einem Rückgang der aktiven Ehrenamtlichen und mehr Aufwand für Schutzmaßnahmen, erklärte die Organisation. Die meisten der bundesweit 950 Tafeln seien aktuell aber geöffnet. Jochen Brühl, Vorsitzender der Tafel Deutschland, erklärte, die Helfer hätten sich in den vergangenen Monaten auf eine Lebensmittelausgabe unter Pandemie-Bedingungen eingestellt. Mehr als 90 Prozent der Tafeln berichteten aber von einem stark gestiegenen Aufwand bei einem gleichzeitigen Rückgang der Helfer. Für den Winter rechne er mit einer Verschärfung der Situation.

13:00 Uhr | Thüringen: Keine Maskenpflicht im Unterricht

In Thüringen steht eine allgemeine Maskenpflicht im Unterricht derzeit nicht zur Debatte. Wer eine Maske auch im Unterricht tragen möchte, könne das auf freiwilliger Basis jederzeit tun, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums MDR THÜRINGEN. Eine Verpflichtung dazu oder eine Änderung der entsprechenden Vorschriften seien nicht vorgesehen. An den Schulen gilt allerdings überall dort Maskenpflicht, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen. So müssen Schüler und Lehrer zum Beispiel in den Fluren oder im Schulbus einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

12:08 Uhr | EU-Kommission: Verträge mit Biontech fertig ausgehandelt

Die EU-Kommission hat sich mit den Pharma-Unternehmen Biontech und Pfizer auf die Lieferung eines Impfstoffes geeinigt. Die Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides sagte, die Verhandlungen seien abgeschlossen. Ziel sei es, die Verträge in den kommenden Tagen zu unterzeichnen. Die EU hatte bereits 300 Millionen Dosen reserviert. Der Impfstoff soll nach der Zulassung allen EU-Mitgliedern gleichzeitig und je nach Bevölkerungsgröße zur Verfügung gestellt werden. Das Serum soll nach Angaben von Biontech und Pfizer zu mehr als 90 Prozent vor Corona schützen.

Deutschland möchte bis zu 100 Millionen Dosen erhalten. Damit sei die Bundesregierung in den Gesprächen in der EU angetreten, teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Dienstag mit. Für eine Immunisierung sollen zwei Impfdosen pro Person nötig sein.

12:00 Uhr | Deutsche Post profitiert von der Krise

Die Deutsche Post profitiert vom Boom im Online-Handel in der Corona-Krise. Nach korrigierten Angaben des Konzerns wurden von Juli bis September in Deutschland 367 Millionen Pakete verschickt – das seien 11,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Weniger geworden seien allerdings Brief- und Werbesendungen. Der Gesamtumsatz sei im dritten Quartal dennoch um 4,4 Prozent auf gut 16 Milliarden Euro gestiegen. Für das Jahr 2020 erwartet der Bonner Konzern einen operativen Gewinn zwischen 4,1 und 4,4 Milliarden Euro.

11:55 Uhr | Die Lage in den Ländern

Auch heute informieren Sie die Kolleginnen und Kollegen aus den Landesfunkhäusern in Live-Tickern umfassend über die Corona-Lage in den drei mitteldeutschen Bundesländern:

11:45 Uhr | Faktencheck: Übersterblichkeit durch Covid-19?

An und mit Covid-19 sind in der Bundesrepublik bisher etwa 11.350 Menschen gestorben. Das meldete am Montag das Robert Koch-Institut. Gibt es mehr Tote als sonst? Über die Frage der sogenannten Übersterblichkeit wird gestritten. MDR AKTUELL hat sich deshalb die Zahlen genauer angeschaut – in Deutschland, aber auch in Nachbarländern wie Deutschland oder Italien.

11:15 Uhr | Deutsche Industrie besorgt über Chinas neue Einreise-Regelungen

Die deutsche Industrie befürchtet wegen verschärfter Einreise-Regelungen in China negative Folgen für ihre Geschäfte. Angesichts steigender Corona-Infektionen in vielen Ländern hat China seine Einreisebestimmungen auch für Deutschland verschärft. Das chinesische Außenministerium sprach von einer vorübergehenden Maßnahme. Seit Freitag müssen Reisende aus Deutschland und aus weiteren, von der Pandemie besonders betroffenen Ländern vor einem Flugantritt nach China einen negativen Corona- sowie Antikörper-Test vorweisen, die nicht älter als 48 Stunden sein dürfen. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Joachim Lang, befürchtet, dass die neue Verpflichtung zu Mehrfach-Tests Geschäftsreisen unmöglich mache. In der Praxis bedeuteten die Einschränkungen für viele Unternehmen einen faktischen Einreisestopp. China ist einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands.

11:00 Uhr | Mehr als 500 Eilanträge gegen Teil-Lockdown im November

Allein in der ersten Woche der verschärften Corona-Maßnahmen sind mehr als 500 Eilanträge gegen die Neuregelungen bei den deutschen Verwaltungsgerichten eingegangen. Wie die Funke Mediengruppe berichtet, zogen allein in Berlin mehr als 90 Kläger vor die Verwaltungsgerichte. Beschwerdeführer sind demnach hauptsächlich Unternehmen aus den vom Lockdown betroffenen Branchen, wie etwa Gastronomie, Veranstaltungsbetriebe und Hotels. Der Geschäftsführer des Deutschen Richterbunds, Sven Rebehn, rechnet damit, dass die Anzahl der Klagen gegen die Maßnahmen weiter wächst.

Seit dem Beginn der Pandemie erreichten laut Richterbund mehr als 5.000 Klagen und Eilanträge gegen die Corona-Maßnahmen die Justiz. Jedoch seien im Schnitt nur rund zehn Prozent der Rechtsmittel erfolgreich.

10:50 Uhr | Zwei weitere Corona-Fälle im Weißen Haus

Im Umfeld des US-Präsidenten Donald Trump gibt es zwei weitere Corona-Infektionsfälle: Wie der Sender ABC am Montag (Ortszeit) berichtete, wurde Bauminister Ben Carson wegen seiner Infektion in das Militärkrankenhaus bei Washington gebracht, in dem auch Trump wegen Covid-19 behandelt worden war. Positiv getestet wurde laut dem Sender NBC auch der Präsidentenberater David Bossie.

09:40 Uhr | Mehr als 16.000 Corona-Neuinfektionen

In Deutschland sind am Montag 16.568 Neuinfektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus gemeldet worden. Nach Daten des Risklayer-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie stieg der 7-Tage-Schnitt damit weiter auf durchschnittlich 18.341 neue Fälle pro Tag.

In Sachsen wurden 1.080 neue Fälle gemeldet, in Sachsen-Anhalt 182 und in Thüringen 168.

09:25 Uhr | Kretschmer für maximal 1.000 Teilnehmer bei Demos

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich dafür ausgesprochen, während der Corona-Pandemie bei Demonstrationen nur noch höchstens 1.000 Teilnehmer zuzulassen. Veranstaltungen in der Größenordnung der "Querdenken"-Demonstration in Leipzig seien unverantwortlich, sagte er der "Sächsischen Zeitung". Eine Beschränkung der Teilnehmer würde es der Polizei dann auch ermöglichen, Auflagen durchzusetzen. In Leipzig hatten am Wochenende gut 20.000 Menschen größtenteils ohne Masken und ohne Abstand gegen die Corona-Beschränkungen protestiert.

09:10 Uhr | Baugewerbe trotzt der Krise

Der Bau in Deutschland trotzt weiterhin der Corona-Krise. Zwar sank der Umsatz im Bauhauptgewerbe im August um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dabei sei aber das sehr hohe Niveau des Vorjahres zu beachten, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 1,4 Prozent. Von Januar bis August 2020 kletterte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent. Auch die Zahl der Mitarbeiter legte um 1,5 Prozent zu. Wesentliche Effekte der Corona-Krise auf Umsatz und Beschäftigung im Bauhauptgewerbe konnten nicht beobachtet werden, teilte die Behörde weiter mit.

08:30 Uhr | Wie rentabel sind die mitteldeutschen Flughäfen?

Die Corona-Pandemie schränkt den Flugverkehr massiv ein. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will daher in den kommenden Wochen über ein Rettungspaket für Flughäfen in Höhe von einer Milliarde Euro mit dem Bundesfinanzministerium und den Ländern diskutieren. Doch bereits vor der Pandemie waren nur fünf Flughäfen bundesweit profitabel. Die drei mitteldeutschen Flughäfen Leipzig/Halle, Dresden und Erfurt-Weimar gehörten nicht dazu.

07:35 Uhr | FAKT IST! – Verschärfte Corona-Maßnahmen: angemessen oder nicht?

Sind die gegenwärtigen Verschärfungen zur Bekämpfung von Corona geeignet? Hätte die "Querdenken"-Demo in Leipzig stattfinden dürfen? Und hätte man sich auf die zweite Welle nicht besser vorbereiten können? Darum ging es am Montagabend auch bei FAKT IST! aus Erfurt. Zu Gast waren Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, Staats- und Verwaltungsrechtlerin Andrea Edenharter sowie der Jenaer
Infektionsmediziner Mathias Pletz.

07:15 Uhr | Streit in der Koalition nach Demo-Debakel in Leipzig

Nach dem Demonstrations-Debakel in Leipzig gibt es in der schwarz-rot-grünen Regierungs-Koalition in Sachsen Streit. Justizministerin Katja Meier von den Grünen sagte MDR AKTUELL, es dürfe nicht der Eindruck entstehen, der Staat kapituliere vor solchen Exzessen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Innenminister Roland Wöller müssten dazu heute im Kabinett Stellung nehmen. Rücktrittsforderungen an Wöller wollte sich Meier nicht anschließen. SPD-Generalsekretär Henning Homann forderte Wöller auf, seine Haltung zur Polizei-Strategie zu überdenken. Die Fernsehbilder und Videos hätten gezeigt, dass es sich nicht um eine friedliche Demonstration gehandelt habe. Zugleich äußerte Homann ebenso wie die CDU Unverständnis für die Entscheidung der Justiz, die Demonstration doch in der Innenstadt zu erlauben. CDU-Generalsekretär Alexander Dierks warnte vor einseitigen Schuldzuweisungen. So könne man in einer Koalition nicht miteinander umgehen.

07:10 Uhr | Maskenpflicht oder Wechselunterricht an Schulen?

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat sich für eine allgemeine Maskenpflicht im Unterricht an allen Schulen ausgesprochen. Das halte sie in der aktuellen Phase hoher Infektionszahlen für "zumutbar", auch an den Grundschulen, sagte Karliczek der "Rheinischen Post". Die Ministerin räumte ein, dass das Maskentragen über den Tag hinweg "natürlich lästig" sei. Doch sei das Tragen von Atemschutz aus ihrer Sicht das effektivste Mittel, um den Fortgang des Präsenzunterrichts zu ermöglichen.

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken plädierte im ARD-"Morgenmagazin" dafür, in Schulen nur noch kleinere Gruppen im Wechsel zu unterrichten. Für Kinder und Jugendliche sei es wichtig, ihre Lehrer und Mitschüler regelmäßig zu treffen. Konzepte mit einem sogenannten hybriden Wechselunterricht – abwechselnd im Präsenz- und im Fernunterricht – könnten dabei helfen, offene Schulen und Infektionsschutz zu vereinen.

07:00 Uhr | Spahn will Vertrag für Corona-Impfstoff

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die EU aufgefordert, so schnell wie möglich einen Vertrag über den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer abzuschließen. Spahn sagte im "Heute Journal" des ZDF, bisher gebe es einen Vorvertrag mit dem Mainzer Unternehmen und dessen US-Partner. Einen Abschluss habe man noch nicht. Er könnte es als Gesundheitsminister nur schwer erklären, wenn ein in Deutschland produzierter Impfstoff in anderen Regionen der Welt schneller verimpft würde als in Deutschland selbst.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen twitterte, man werde mit Biontech und Pfizer schon bald einen Vertrag über bis zu 300 Millionen Impfdosen abschließen.

Biontech und Pfizer wollen noch diesen Monat in den USA eine Zulassung für ihren Impfstoff beantragen.

06:50 Uhr | Menschen mit Depressionen leiden unter Corona-Maßnahmen

Depressive sind in Deutschland übermäßig von den Folgen der Corona-Beschränkungen betroffen. Das geht aus der jährlichen Untersuchung der Stiftung Depressionshilfe hervor. Demnach haben etwa drei Viertel der Menschen mit Depression den ersten Lockdown im Frühjahr als bedrückend erlebt. In der Allgemeinbevölkerung seien es 59 Prozent gewesen. Zum Beispiel sei die fehlende Tagesstruktur ein größeres Problem für Depressive gewesen. Zudem hätten sie den Kontakt zu anderen noch stärker vermisst. Für die Untersuchung wurden etwa 5.000 Menschen zwischen 18 und 69 Jahren befragt. Fünf Millionen Menschen in Deutschland gelten der Stiftung zufolge als depressiv.

06:40 Uhr | Kein Geld für Luftfilter in Thüringen

Thüringens Schulen erhalten vom Bildungsministerium kein Fördergeld für Luftreinigungsanlagen. Das Ministerium teilte dem MDR mit, dafür stünden derzeit keine Landesmittel zur Verfügung. Eltern- und Schülervertreter hatten solche Anlagen gefordert, weil sie im regelmäßigen Lüften eine Erkältungsgefahr sehen. Das Ministerium erklärte, das entbehre einer medizinischen Grundlage. Außerdem könnten nicht alle 17.000 Klassenräume in Thüringen in kurzer Zeit mit Luftreinigern ausgestattet werden. Bisher wird in vier Ländern der Kauf solcher Geräte gefördert.

06:30 Uhr | Keine Präsenzvorlesungen an der Uni Magdeburg

An der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg finden bis auf Weiteres alle Vorlesungen nur online statt. Wie eine Hochschulsprecherin mitteilte, können Seminare, Übungen, Tutorien oder Praktika unter den geltenden Hygienebestimmungen in Präsenz stattfinden, sofern es nötig sei. Generell ist das Semester als Hybrid geplant – mit Anwesenheit und Lehre per Computer.

Andere Hochschulen in Sachsen-Anhalt haben wegen der aktuell geltenden Kontaktbeschränkungen ihre Maßnahmen ebenfalls verschärft. So finden beispielsweise an der Hochschule Harz bis Ende November alle Lehrveranstaltungen nur online statt.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 10. November 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten. 

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. November 2020 | 06:00 Uhr

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