Coronavirus-Pandemie Corona-Ticker vom Dienstag: EU-Behörde empfiehlt weiter Johnson & Johnson-Impfstoff

In Europa kann der Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson eingesetzt werden. Die zuständige EU-Behörde gab nach einer Prüfung grünes Licht. Sachsen hebt die Priorisierung für Impfungen mit Astrazeneca auf. Die mitteldeutschen Länder plädieren für eine bundeseinheitliche Befreiung geimpfter Menschen von Testpflichten. Die aktuellen Entwicklungen in der Coronavirus-Pandemie auch heute hier im Ticker.

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson
Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hält den Nutzen des Impfstoffs Janssen des US-Herstellers Johnson & Johnson für höher als die Risiken. Sie gab deshalb grünes Licht für seinen Einsatz. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Dienstag, 20. April 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:05 Uhr | Trotz hoher Infektionszahlen - Niederlande lockern

Die Niederlande lockern trotz anhaltend hoher Infektionszahlen die Corona-Beschränkungen. Ministerpräsident Mark Rutte sagte, die abendliche Ausgangssperre werde aufgehoben. Die Terrassen der Cafés und die Geschäfte dürften unter Auflagen wieder öffnen. Die Lockerungen sollen ab dem 28. April gelten. Rutte räumte ein, dass die Lockerung angesichts der steigenden Zahlen riskant sei. Mit rund 280 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen sind die Niederlande nach wie vor ein Hochinzidenzland. Der derzeit geltenden Beschränkungen waren Ende Januar eingeführt worden.

21:07 Uhr | Virologin Ciesek: Gefahr durch Impfung wird überschätzt

Die Gefahr von Impfnebenwirkungen wird nach Ansicht der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek in der Bevölkerung überschätzt.

Prof. Dr. Sandra Ciesek
Sandra Ciesek Bildrechte: imago images/rheinmainfoto

Sie sagte im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update", das gelte auch für die Sinusvenenthrombosen nach einer Impfung mit Astrazeneca. Das Problem sei, dass durch die Medienberichte und die Aufmerksamkeit auf dieses Thema das eigene Risiko, an einer Thrombose zu erkranken, überschätzt werde.

Ciesek wies auf einen "Risiko-Rechner" der Universität Cambridge in England hin. Der vergleicht für bestimmte Altersgruppen, wie groß das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung ist und wie hoch das Risiko ist, nach einer Impfung mit Astrazeneca eine solche Thrombose zu bekommen. Die Berechnung zeige, dass der Impfstoff bei weitem sicherer sei als das Risiko einer Covid-19-Infektion.

20:05 Uhr | Norwegen lässt weiter keine Touristen ins Land

Norwegen lässt Touristen aus dem Ausland weiter nicht einreisen. Die Regierung verlängerte die Corona-Regelung zunächst bis zum 12. Mai. Obwohl das skandinavische Land vergleichsweise niedrige Ansteckungszahlen hat, sind die Vorschriften sehr streng. Im Wesentlichen ist nur registrierten Ausländern die Einreise gestattet. Selbst ausländische Familienmitglieder, Partner und Geschäftsreisende sind in der Regel nicht willkommen.

19:25 Uhr | Johnson & Johnson will Impfstoff-Lieferung aufnehmen

Ampulle und Spritze mit Johnson & Johnson Impfstoff
Johnson & Johnson will seinen Impfstoff nach Europa liefern. Bildrechte: imago images/Aviation-Stock

Der US-Hersteller Johnson & Johnson will die Markteinführung seines Corona-Impfstoffes in Europa fortsetzen. Das teilte das Unternehmen mit. Zuvor hatte die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) grünes Licht für das Präparat gegeben. Der Pharmakonzern hatte vor einer Woche erklärt, den Marktstart in Europa zunächst zu verzögern, weil es Berichte über seltene Sinusvenenthrombosen in den USA gebe. Jetzt sollen die Lieferungen in die EU wieder gestartet werden. Der Beipackzettel des Impfstoffs werde aber aktualisiert. Die EMA hatte erklärte, der Wirkstoff könne tatsächlich in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen.

17:55 Uhr | Kekulé: Nicht wegen indischer Coronavirus-Mutation verrückt machen lassen

Der Epidemiologe Alexander Kekulé hat davor gewarnt, sich wegen der neuen indischen Coronavirus-Mutation verrückt machen zu lassen. Kekulé sagte im Corona-Kompass von MDR AKTUELL, eine solche weitere Mutation sei komplett erwartbar und überhaupt kein Aufreger. Wahrscheinlich sei das indische Virus infektiöser. Gefährlicher sei es deshalb – bei den vorliegenden Daten – nicht. Kekulé zufolge passt sich das Virus an und optimiert sich. Das werde dazu führen, dass es ein infektiöserer Erreger sei, aber einer, der weniger häufig Menschen krank mache, auch deshalb, weil das menschliche Immunsystem dann nicht mehr komplett naiv gegenüber dem Virus sei.

Kekulé sieht in der indischen Mutation einen weiteren Kandidaten, bei dem die Möglichkeit hoch sei, dass er den Impfschutz durchbrechen könnte. Er sagte, bei Laborexperimenten mit Menschen, die die Krankheit durchgemacht hätten, sei bei einigen Personen das Virus nicht so gut neutralisiert worden. Das Risiko für ein Durchbrechen des Impfschutzes sei aber auch bei der neuen Mutation nicht höher als bei anderen Virusvarianten.

Kekulé betonte zugleich, die Wahrscheinlichkeit sei sehr hoch, dass geimpfte Personen eine deutlich mildere Infektion durchmachten, sollten sie das neue Virus abbekommen. Das neue Virus sei aber ein weiterer Grund dafür, dass man wahrscheinlich im Herbst die Impfstoffe anpassen müsse.

17:35 Uhr | Indische Corona-Variante in Sachsen nachgewiesen

Die indische Variante des Corona-Virus ist erstmals in Sachsen nachgewiesen worden. Das hat das Robert-Koch-Institut auf MDR-Anfrage bestätigt. Unklar ist weiterhin, wo die Variante nachgewiesen wurde. Das RKI erklärte, die indische Variante B.1.617 stehe derzeit unter Beobachtung. Möglicherweise könnten Geimpfte und Genesene vor einer Ansteckung mit dieser Variante weniger gut geschützt sein. Für eine Einstufung als „besorgniserregend“ fehle bislang aber die entsprechende Gewissheit. Im März waren acht Fälle der indischen Variante in Deutschland nachgewiesen worden. In Sachsen-Anhalt und Thüringen wurde sie bislang nicht nachgewiesen. Das teilten die Gesundheitsministerien beider Länder dem MDR mit.

16:45 Uhr | EU-Behörde empfiehlt weiter Johnson & Johnson-Impfstoff

Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson kann in der EU uneingeschränkt verwendet werden. Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) gab dafür nach einer Prüfung grünes Licht. Sie bewertet den Nutzen des Impfstoffs mit dem Namen Janssen höher als Risiken. Sie erklärte, der Impfstoff könne in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen. Ein entsprechender Warnhinweis solle beigefügt werden. Die EMA sieht zudem Ähnlichkeiten zu Fällen, die bei dem Impfstoff von Astrazeneca aufgetreten seien.

Die US-Behörden hatten vor einer Woche nach dem Auftreten seltener Thrombosen zu einer vorübergehenden Aussetzung von Impfungen mit dem Mittel geraten. Johnson & Johnson verschob darauf die Auslieferung des Impfstoffs in die EU. Die EMA war zuvor schon Berichten über Thrombosen nachgegangen.

16:10 Uhr | Härtefallfonds in Sachsen auf dem Weg

Sachsen will von Anfang Mai an Härtefallhilfen an Unternehmen zahlen, die bisher von Corona-Geldern ausgeschlossen waren. Die Landesregierung hat den Bund-Länder-Fonds zu Härtefällen in der Corona-Pandemie abgesegnet. Der Fonds mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro und wird zu gleichen Teilen vom Bund und den Ländern getragen. Auf Sachsen entfallen nach Angaben des Wirtschaftsministeriums rund 65 Millionen Euro.

Die Härtefallhilfen sollen für einen Zeitraum von Juni 2020 bis Juni 2021 gezahlt werden. Eine Voraussetzung ist, dass der Antragsteller durch die Pandemie in seiner Existenz bedroht ist und bisher keine Unterstützung aus Bundesprogrammen erhielt. Die Härtefallhilfe soll als Zuschuss zu bestimmten betrieblichen Fixkosten in Anlehnung an die Überbrückungshilfen gezahlt werden. Insgesamt können pro Unternehmen bis zu 100.000 Euro möglich sein.

15:57 Uhr | Thüringen fordert mehr Bundesgeld für Corona-Notbremse

Die Thüringer Landesregierung fordert wegen der geplanten Corona-Notbremse mehr Geld vom Bund. Staatssekretär Malte Krückels sagte, vor allem die Testpflicht in Schulen verursache hohe Kosten.

SARS-CoV-2 Antigentest im Klassenzimmer Themenbild
Thüringen kosten die Coronatests an Schulen bis zum Sommer rund 50 Millionen Euro. Bildrechte: imago images/Eibner

Bis zu den Sommerferien müsse der Freistaat dafür rund 50 Millionen Euro aufwenden. Außerdem bedeute der neue Grenzwert von 165, dass nahezu alle Schulen im Freistaat schließen müssten. Dennoch werde Thüringen das geplante Bundesgesetz nicht blockieren. Scharfe Kritik kam von den Thüringer Oppositionsparteien. Der AfD-Politiker Denny Jankowski sprach von einer bildungspolitischen Katastrophe. FDP-Fraktionschef Thomas Kemmerich sagte, Thüringen brauche keine Notbremse, sondern mehr Tempo beim Impfen, Testen und Nachverfolgen von Kontakten.

15:35 Uhr | Abi-Prüfungen in Sachsen mit Test, aber ohne Maske

Für die Abiturprüfungen in Sachsen müssen sich die Schüler vorab testen lassen. Während der Prüfungen müssen sie aber keine Masken tragen. Das teilte das Kultusministerium mit.

Um die Anforderungen des Infektionsschutzgesetzes zu erfüllen, würden Schüler gegebenenfalls auf mehrere Räume verteilt. Nach Angaben des Ministeriums legen in diesem Jahr knapp 10.700 Schüler die Prüfungen ab. Sie beginnen am Freitag.

Um Nachteile auszugleichen, haben die Schüler unter anderem 30 Minuten mehr Zeit für sämtliche Prüfungen und können auf einen möglichen Zweittermin ausweichen. Die Zweit- und Drittkorrekturen finden an der jeweiligen Schule statt. Das soll eine faire Benotung sichern, falls Inhalte coronabedingt nicht ausreichend behandelt werden konnten.

15:12 Uhr | Thüringer Verwaltungsgericht bestätigt Maskenpflicht in Schulen

Das Verwaltungsgericht in Weimar hat die Maskenpflicht im Unterricht an Thüringer Schulen bestätigt. Es lehnte einen Eilantrag ab, mit dem die neu eingeführte Pflicht gekippt werden sollte. Die Richter begründeten, es handele sich um eine geeignete und erforderliche Maßnahme, um Übertragungswege des Coronavirus zu unterbrechen. Durchgreifende gesundheitliche Bedenken sehe man nicht.

Zuvor hatte eine Entscheidung des Amtsgerichts Weimar für Aufmerksamkeit gesorgt. Es hatte die Maskenpflicht an zwei Thüringer Schulen aufgehoben. Das Verwaltungsgericht nannte diesen Beschluss offensichtlich rechtswidrig. Amtsgericht sei für solche Fälle nicht zuständig gewesen. Es sei hier um eine Anordnung einer Behörde gegangen, ihre Kontrolle obliege allein einem Verwaltungsgericht.

14:40 Uhr | Sachsen weitet Impfangebot aus

In Sachsen können sich alle Menschen unter 60 Jahren mit dem Impfstoff von Astrazeneca impfen lassen. Der Freistaat hebt die Priorisierung für diesen Impfstoff auf. Die Impfung erfolgt nach Angaben des Sozialministeriums in den Arztpraxen. Sie darf nur nach einer ausführlichen Beratung erfolgen. Sowohl der Arzt als auch der impfwillige Bürger müssen zustimmen. Bisher wurde der Impfstoff nur Menschen im Alter ab 60 Jahren verabreicht.

Eine Patientin wird in einer Hausarztpraxis gegen Corona geimpft
Eine Patientin wird in einer Hausarztpraxis gegen Corona geimpft. Bildrechte: imago images/Wilhelm Mierendorf

Außerdem können sich in Sachsen ab sofort alle Menschen, die zur Impf-Priorisierungsgruppe 3 gehören, mit anderen Impfstoffen z.B. von Biontech impfen lassen. Wie das Sozialministerium mitteilte, können sie am Mittwochvormittag entsprechende Termine in den Impfzentren buchen. Zur Priorisierungsgruppe 3 gehören entsprechend der Impfverordnung des Bundes unter anderem Menschen, die im Lebensmitteleinzelhandel und in der Kinder- und Jugendhilfe tätig sind. Zudem bekommen auch Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Asthma oder Herzinsuffizienz ein Impfangebot.

14:30 Uhr | Zu große Demonstrationen in Sachsen

In sächsischen Städten hat es am Montagabend Proteste gegen die Corona-Schutzmaßnahmen gegeben. Die Zahl der Teilnehmer reichte laut Polizei von 30 in Königsbrück bis zu rund 500 in Freiberg. Es habe viele Verstöße gegen die Maskenpflicht und Abstandsregeln gegeben. Zahlreiche Anzeigen seien deshalb aufgenommen worden.

In Freiberg sei die Polizei aggressiv angegangen worden, hieß es weiter. In Meißen sei unter den rund 270 Demonstranten auch Pyrotechnik gezündet worden. Und nach einer Versammlung mit etwa 90 Menschen in Leißnig habe der Staatsschutz Ermittlungen gegen einen Redner wegen des Verdachts der Volksverhetzung aufgenommen. In Annaberg-Buchholz versammelten sich laut Polizei 220 Menschen am Markt, obwohl wegen hohen Inzidenzen im Erzgebirgskreis maximal zehn Teilnehmer erlaubt sind.

14:24 Uhr | Frankreich fordert Lockerungen

Frankreich hat sofortige Lockerungen der Auflagen in Teilen des Grenzgebiets gefordert. "Es gibt keinen öffentlichen Verkehr mehr zwischen Mosel und Saar", kritisierte der Europaminister Clément Beaune. Zumindest für Fahrten zur Schule müsse der Grenzübertritt erleichtert werden. Die Bundesregierung hatte den französischen Verwaltungsbezirk Moselle zum "Virusvariantengebiet" erklärt, weil dort eine hoch ansteckende Mutation aus Südafrika grassierte.

Anfang März traten strenge Einreisebeschränkungen und Testpflichten in Kraft. Der grenzüberschreitende Nahverkehr wurde ausgesetzt. Inzwischen hat sich die Lage in dem Grenzgebiet zum Saarland und zu Rheinland-Pfalz wieder etwas entspannt.

14:06 Uhr | Landrat in Zwickau fordert Impf-Freigabe

Landrat Zwickau Christoph Scheurer
Landrat Christoph Scheurer Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Angesichts der hohen Infektionszahlen im Landkreis Zwickau hat Landrat Christoph Scheurer gefordert, die Impfungen gegen das Coronavirus für alle Bewohner des Kreises freizugeben. "Jeder Geimpfte trägt zur Entspannung der Situation bei", sagte der CDU-Politiker. Dabei verwies er auf den Vogtlandkreis, wo sich schon länger alle Erwachsenen impfen lassen können. Scheurer sprach von einem "dramatischen Infektionsgeschehen" in seinem Kreis, wofür vor allem die Nähe zum Vogtland der Grund sei.

13:59 Uhr | Forderungen nach Impfungen für Eltern

Auch die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag hat sich dafür ausgesprochen, Eltern schneller zu impfen. Fraktionschef Mario Voigt sagte: "Wenn Eltern schneller geimpft werden, können ihre Kinder wieder in Kindergärten und Schulen". Vergangene Woche hatte die Fraktionschefin der Grünen im Landtag, Astrid Rothe-Beinlich, eine ähnliche Forderung erhoben.

13:26 Uhr | Testzentrum im Leipziger Gewandhaus

Blick zum abendlich erleuchteten Gewandhaus Leipzig 2012
Das Leipziger Gewandhaus wird Testzentrum. Bildrechte: MDR/Marco Prosch

Auch im Leipziger Gewandhaus wird ein Testzentrum eröffnet. Direktor Andreas Schulz sagte, da das Konzerthaus derzeit kein Publikum empfangen dürfe, habe sich die Direktion entschlossen, Flächen für das Testzentrum zur Verfügung zu stellen. Die zentrale Lage des Hauses könne helfen, dass viele Menschen das Angebot nutzen. Ab Donnerstag können demnach im Gewandhaus nach Terminen kostenlose Schnelltests und PCR-Tests gemacht werden.

13:11 Uhr | Buga in Erfurt könnte am Freitag öffnen

Thüringens Landesregierung hofft auf eine Eröffnung der Bundesgartenschau am Freitag in Erfurt. Positiv reagierte sie heute auf die Beschlussempfehlung des Gesundheitsausschusses im Bundestag für die Abstimmung über das Infektionsschutzgesetz morgen. Darin heißt es, dass die Außenbereiche von Zoos und botanischen Gärten geöffnet werden dürfen, "wenn angemessene Schutz- und Hygienekonzepte eingehalten werden" und Besucher ein negatives aktuelles Test-Ergebnis vorlegen können-

12:42 Uhr | Halle: Keine zusätzlichen Polizei-Kontrollen

Die Polizei in Halle plant keine zusätzlichen Kontrollen der nächtlichen Ausgangsbeschränkung in der Stadt. Eine Sprecherin sagte heute, die Amtshilfe der Polizei verlaufe wie bisher. In der Stadt gilt seit heute erneut eine nächtliche Ausgangsbeschränkung. Zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr ist nur noch mit "gewichtigen Gründen" erlaubt, die Wohnung zu verlassen.

12:35 Uhr | Höchste Inzidenz in Bayern bei Teenagern

Die 15- bis 19-Jährigen sind inzwischen die am stärksten von Coronavirus-Neuinfektionen betroffene Altersgruppe in Bayern. Laut Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) lag die Zahl der neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner in dieser Altersgruppe zuletzt bei 321 – und bei 185 der landesweite Durchschnitt.

12:16 Uhr | Union und SPD verteidigen Inzidenzwert

Union und SPD haben den Inzidenzwert von 165 für Schulschließungen verteidigt. Von Mitgliedern der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hieß es, "dass das Infektionsgeschehen an Schulen unterhalb dieser Schwelle über regelmäßiges Testen kontrollierbar bleibt". Berücksichtigt sei auch die Belastung berufstätiger Eltern im Fall von Schulschließungen.

SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese bei einer Bundstagssitzung
SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese Bildrechte: imago images/ Political-Moments

Für die SPD-Fraktion sagte die gesundheitspolitische Sprecherin Sabine Dittmar, sie sei froh, "dass wir von den 200 weggekommen sind". Vize-Fraktionschef Dirk Wiese sagte, der Wert von 165 resultiere daraus, dass zur Zeit des Beschlusses der Durchschnitt aller 16 Bundesländer etwa bei dieser Inzidenz gelegen habe.

Der Deutsche Lehrerverband hält auch den von 200 auf 165 gesenkten Wert für zu hoch, während Sachsens Kultusminister Christian Piwarz diese Verschärfung im Infektionsschutzgesetz kritisiert (siehe unten). Diese und weitere Änderungen des Gesetzes sollen morgen im Bundestag verabschiedet werden.

11:40 Uhr | Merkel weist auf Mutationen hin

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in der Debatte um einen europäischen Impfpass darauf hingewiesen, dass auch Mutationen zu berücksichtigen seien. Vor dem Europarat sagte sie heute, es sei durchaus möglich, dass auch eine Impfung gegen bisher bekannte Coronavirus-Varianten nicht vor allen neuen schütze.

11:25 Uhr | Thüringen: Notbetrieb in vielen Kliniken

Wegen steigender Covid-19-Fallzahlen stehen Krankenhäuser in Thhüringen unter Druck und stellen wieder auf Notbetrieb um. In Gera wurde nach einer Meldung in den heutigen Corona-News aus Thüringen jetzt eine dritte Station für diese Patienten geschaffen. MDR AKTUELL hat über die Lage mit dem Epidemiologen Markus Scholz von der Universität Leipzig gesprochen.

11:05 Uhr | Software-Fehler im Kreis Anhalt-Bitterfeld

Der Landkreis Anhalt Bitterfeld ist zuletzt mit sehr niedrigen Inzidenzwerten aufgefallen. Verantwortlich dafür war jedoch nicht die geringe Zahl an neuen Infektionen mit dem Coronavirus, sondern ein Software-Fehler. Das berichten die MDR-Kollegen in Magdeburg unter Berufung auf das Sozialministerium.

10:44 Uhr | Test-Angebotspflicht für Betriebe gilt

Beschäftigte in deutschen Unternehmen haben jetzt Anspruch auf regelmäßige und kostenlose Schnelltests im Betrieb. Heute trat die Verordnung von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in Kraft. Sie sieht für alle, die nicht im Homeoffice sind, einmal wöchentlich ein Testangebot vor und für Beschäftigte mit mehr Kundenkontakt oder in körpernahen Dienstleistungen zwei Tests pro Woche.

10:15 Uhr | Landtag berät über Infektionsschutzgesetz

Der sächsische Landtag in Dresden berät am Nachmittag über die geplanten Änderungen am Infektionsschutzgesetz des Bundes. Die Sondersitzung war von der AfD-Fraktion beantragt worden. Für die Abiturienten in Sachsen beginnen in dieser Woche die Prüfungen, während Eltern in Oschatz gegen Test- und Maskenpflicht an den Schulen auf die Straße gehen. Diese und weitere neue Meldungen finden Sie im heutigen Corona-Ticker der Kollegen aus Sachsen.

10:00 Uhr | Schulschließung: Mehr Spielen und Fernsehen

Schulkinder in Deutschland haben während der Schulschließungen zu Beginn des Jahres im Schnitt 4,3 Stunden am Tag mit schulischen Tätigkeiten verbracht. Das ist laut einer Befragung des ifo-Zentrums für Bildungsökonomik in München fast eine Dreiviertelstunde mehr als während der ersten Schließungen im Frühjahr 2020 – aber rund drei Stunden weniger als an einem normalen Schultag.

Der Leiter des ifo-Zentrums, Ludger Wößmann, meinte dazu: "Besonders bedenklich ist, dass 23 Prozent der Kinder sich nicht mehr als zwei Stunden am Tag mit der Schule beschäftigt haben." Wie aus der Befragung von 2.122 Eltern hervorgeht, verbrachten deren Schulkinder mehr Zeit mit Fernsehen, Computerspielen und am Mobiltelefon, durchschnittlich insgesamt 4,6 Stunden täglich.

09:45 Uhr | Jeder Fünfte in Deutschland einmal geimpft

Bis Montag haben knapp 16,8 Millionen Menschen eine erste Impfung gegen Covid-19 bekommen, was einer Quote von 20,2 Prozent entspricht. Wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Dienstag hervorgeht, bekamen bislang fast 5,6 Millionen Menschen in Deutschland die erste und die Zweitimpfung, womit 6,7 Prozent der deutschen Bevölkerung jetzt als vollständig geimpft gelten.

09:20 Uhr | Mehr als 140 Millionen Infektionen weltweit

Weltweit sind seit dem Bekanntwerden des Coronavirus mehr als 141,7 Millionen Menschen nachweislich damit angesteckt worden. Das ergibt eine Zählung der Agentur Reuters. Demnach sind mehr als 3,16 Millionen Menschen weltweit mit Covid-19 gestorben.

09:00 Uhr | Fast 12.000 neue Infektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter haben am Montag insgesamt 11.880 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet. Nach den Daten des Risklayer-Projekts sind es in Sachsen 561 gewesen, in Sachsen-Anhalt 452 und 199 in Thüringen. Damit lag nun die Sieben-Tage-Inzidenz bei einem Durchschnittswert von 171,57 für ganz Deutschland, in Sachsen mit 253,17 bundesweit am höchsten, gefolgt von Thüringen mit 244,78 und Sachsen-Anhalt mit statistisch 197,33 neuen Infektionsfällen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen.

08:45 Uhr | Öffnungen in Österreich angekündigt

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat für Mitte Mai landesweite Öffnungsschritte angekündigt. Ihren Plan lege die Regierung Ende der Woche vor. Im ORF sagte Kurz: "Alle Bereiche brauchen endlich wieder einen Schritt Richtung Normalität." Die Öffnungen würden mit sehr strengen Auflagen verbunden.

08:30 Uhr | Reinhardt fordert weitere Kriterien

Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt hat die Bundestagsfraktionen aufgefordert, weitere Kriterien für die sogenannte Notbremse im Infektionsschutzgesetz heranzuziehen. Der "Rheinischen Post" sagte er, die Inzidenz allein sage wenig aus, da Infektionen häufig ohne oder mit nur schwachen Symptomen verliefen. Reinhardt schlug deshalb vor, auch die Zahlen der Covid-19-Intensivpatienten zu berücksichtigen.

08:16 Uhr | Deutsche geben weniger Geld aus

Die Deutschen haben laut Bericht der "Rheinischen Post" im Pandemie-Jahr 2020 durchschnittlich mindestens 1.250 Euro weniger für privaten Konsum ausgegeben als im Jahr zuvor. Wie die Zeitung unter Berufung auf das Institut der deutschen Wirtschaft schreibt, summiert sich das auf 104 Milliarden Euro.

07:52 Uhr | Auseinandersetzungen in Weimar

Bei Versammlungen in Weimar ist es nach Polizeiangaben zu Auseinandersetzungen und Körperverletzungen gekommen. Wie ein Sprecher der Polizei mitteilte, hatten sich am Montagabend etwa hundert Kritiker der Corona-Maßnahmen versammelt. Dabei soll gegen Versammlungsauflagen verstoßen worden sein. So sei etwa von Teilnehmern kein Mund-Nase-Schutz getragen worden.

Weiter hieß es, etwa 400 Gegendemonstranten hätten sich der Kundgebung in der Stadt in Thüringen in den Weg gestellt, wobei es zu den genannten Auseinandersetzungen gekommen sei.

07:10 Uhr | Länder gegen Testpflicht für Geimpfte

In der Debatte um eine Befreiung von Testpflichten für geimpfte Menschen wollen die mitteldeutschen Länder bundeseinheitliche Regelungen. Das sächsische Sozialministerium erklärte auf Anfrage von MDR AKTUELL, man prüfe zwar, vollständig geimpfte Personen mit negativ getesteten gleichzustellen. Da dies aber Auswirkungen etwa auch auf Einreise-Bestimmungen nach Deutschland hätte, sei ein einheitliches Vorgehen von Bund und Ländern sinnvoll.

Auch Thüringen verfolgt nach den Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums das Ziel einer bundesweit einheitlichen Regelung. Sachsen-Anhalt hat in seiner aktuellen Landesverordnung bereits einen Schritt zur Gleichstellung gemacht. In Schulen entfällt demnach eine Testpflicht für jene, die einen vollen Impfschutz haben. Im Entwurf zum neuen Infektionsschutzgesetz hatten sich Union und SPD bereits auf eine solche Regelung geeinigt.

06:59 Uhr | Warn-App bekommt "Check-In"-Funktion

Auch die Corona-Warn-App des Bundes bekommt eine Check-In-Funktion. Die Macher der App erklärten, damit sollten vor allem risikante Begegnungen in Innenräumen besser erfasst werden. Bisher würden nur Begegnungen mit Abstand von zwei Metern und weniger als Risiko-Kontakte registriert. Bei geschlossenen Räumen reiche das aber nicht aus. App-Nutzer könnten ähnlich wie bei der Luca-App etwa in Geschäften einchecken, indem sie einen QR-Code scannen. Außerdem könnten sie für eigene Veranstaltungen einen solchen Code erstellen. Diese Neuerungen sollen in einem Update bis spätestens Mittwoch angeboten werden.

06:35 Uhr | Studie belegt Wirkung von Ausgangssperren

Ausgangssperren können Coronavirus-Infektionen zu verhindern. Eine Untersuchung der Universität Oxford in mehreren Regionen Europas ergab, dass nächtliche Ausgangssperre den sogenannten R-Wert um zehn bis 20 Prozent reduzieren. Der R-Wert gibt an, wie viele Menschen eine infizierte Person ansteckt. Der Forscher vom Complexity Science Hub in Wien, Peter Klimek, sagte MDR AKTUELL, man könne die Wirksamkeit von Ausgangssperren aber nicht isoliert von anderen Faktoren betrachten. Deutsche Politiker und Juristen, unter anderem von der Universität in Jena, hatten Zweifel an der Verhältnismäßigkeit von Ausgangssperren geäußert.

06:30 Uhr | Streit um Grenzwert für Schulschließungen

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz hat die geplante Verschärfung des Inzidenz-Grenzwerts für Schulschließungen im Infektionsschutz kritisiert. Union und SPD im Bund hatten sich geeinigt, Schulen schon ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165 statt erst von 200 zuzumachen. Piwarz sagte der Zeitung "Die Welt", nach diesem Maßstab dürften die Schulen wohl bis zum Sommer nicht mehr öffnen. Er sei entsetzt, dass das Recht der Kinder auf Bildung und Teilhabe keine Gültigkeit mehr haben solle. Der Lehrerverband dagegen hält den Inzidenzwert von 165 noch immer für zu hoch.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 20. April 2021

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Die wichtigen Nachrichten dazu erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. April 2021 | 06:00 Uhr

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