Coronavirus-Pandemie Ticker vom Dienstag: Sorge vor Corona in Hochwassergebieten

In Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wächst die Sorge vor stark steigenden Corona-Zahlen in den Überschwemmungsgebieten. Dort sind viele Menschen auf engem Raum in Notunterkünften untergebracht. Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery warnt vor zu schnellen Öffnungen. Das sei brandgefährlich. Die bundesweite Inzidenz steigt weiter an. Mehr im Coronavirus-Ticker.

Helfer gehen durch den Ortskern in Bad Münstereifel
Hilfsaktionen und viele Menschen in Notunterkünften: In Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wächst die Sorge vor steigenden Corona-Zahlen. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Dienstag, 20. Juli 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:33 Uhr | Rasanter Anstieg der Fallzahlen in Großbritannien

Die Zahl der Neuinfektionen in Großbritannien ist im Verlauf der vergangenen Woche um 40,7 Prozent im Vergleich zur Vorwoche gestiegen. Den Regierungsangaben zufolge wurden dabei zuletzt 46.558 neue Fälle an einem Tag gemeldet.

Der massive Anstieg von Neuinfektionen und die gleichzeitige Aufhebung fast aller Corona-Maßnahmen führt in England zu immer mehr Schwierigkeiten. Weil sich Hunderttausende Menschen derzeit als Kontaktpersonen in Selbstisolation befinden, fallen Züge aus, werden Läden geschlossen und gehen Schulen vorzeitig in die Sommerferien.

20:29 Uhr | Infektionszahlen auf Mallorca steigen

Die Coronazahlen auf Mallorca steigen weiter an. Das spanische Gesundheitsministerium meldete am Abend 335 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner. Am Vortag hatte der Wert bei 310 und am vergangenen Freitag noch bei 270 gelegen.

Touristen schwimmen und sonnenbaden am Strand Can Pastilla in Palma de Mallorca.
Der Strand Can Pastilla in Palma de Mallorca Anfang Juli. Bildrechte: dpa

Die Infektionen sind vor allem durch junge und zumeist noch ungeimpfte Menschen hochgegangen. Daher will die Regionalregierung der Balearen, zu denen neben Mallorca auch Menorca, Ibiza und Formentera gehören, das Nachtleben ab dem Wochenende stark einschränken.

Insgesamt sind mehr als 80 Prozent der neuen Fälle in ganz Spanien in den vergangenen fünf Wochen Gesundheitsministerin Carolina Darias zufolge bei Ungeimpften aufgetreten. Nur gut fünf Prozent seien bei komplett Geimpften aufgetreten.

18:51 Uhr | EMA prüft Corona-Impfstoff von Sanofi

Der Sitz des Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) in London.
Arzneimittelbehörde EMA prüft Vidprevtyn von Sanofi Bildrechte: dpa

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat ein schnelles Prüfverfahren für den Corona-Impfstoff des französischen Herstellers Sanofi Pasteur eingeleitet. Nach den bisher vorliegenden Daten aus Laborstudien und klinischen Versuchen könnte das Präparat Vidprevtyn vor einer Covid-19-Erkrankung schützen, teilte die EMA mit. Wann das Verfahren abgeschlossen sein wird, ist unklar.

Vidprevtyn ist ein proteinbasierter Impfstoff. Er soll den Körper in die Lage versetzen, Antikörper gegen das Virus zu bilden. Zur Zeit werden noch vier andere Corona-Impfstoffe geprüft, darunter sind der russische Impfstoff Sputnik V und das chinesische Vakzin Sinovac.

17:40 Uhr | 15 Fälle im AKW Brunsbüttel

Im abgeschalteten Kernkraftwerk Brunsbüttel sind 15 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie das Energieministerium in Kiel mitteilte, bleibt die Anlage deshalb bis Ende der Woche geschlossen. Arbeiten zum Abbau der Anlagen seien vorläufig ausgesetzt worden. Brunsbüttel war 2007 vom Netz genommen worden.

15:18 Uhr | Kretschmer wünscht sich "Ruck" beim Impfen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer bittet die Menschen, jetzt alle Möglichkeiten zum Impfen zu nutzen.

Leere Ampullen des Impfstoffs von Johnson & Johnson
Grimma impft Johnson & Johnson Bildrechte: imago images/Eibner Europa

Der CDU-Politiker sagte nach einem Impfgipfel in Dresden, die Anzahl der Geimpften sei noch nicht genug. Er sei aber guten Mutes, dass man jetzt einen Ruck bekomme.

Das Impfzentrum in Grimma bietet ab morgen Impfungen für Kurzentschlossene an. Dann wird nach Angaben des DRK der Impfstoff von Johnson & Johnson verabreicht – mit und ohne Termin. Am 31. Juli wird das Impfzentrum in Grimma dann geschlossen.

In Sachsen wurden heute die bestehenden Corona-Regeln unverändert bis zum 25. August verlängert. 13:42 Uhr | 60 Prozent mindestens einmal geimpft

13:42 Uhr | 60 Prozent mindestens einmal geimpft

In Deutschland sind inzwischen 60 Prozent der Bürgerinnen und Bürger mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens auf Twitter Spahn mit. Den vollen Impfschutz haben demnach 46,7 Prozent. Spahn rief dazu auf, die Impfungen weiter wahrzunehmen. Für einen sicheren Herbst und Winter brauche man mehr Geimpfte. Die Kassenärztliche Vereinigung in Sachsen registriert eine deutlich nachlassende Impfbereitschaft.

11:12 Uhr | Impfbus im Katastrophengebiet Ahrtahl

Aus Sorge vor einer Ausbreitung der Corona-Pandemie im Katastrophengebiet haben Landesregierung und Kreisverwaltung im Ahrtal einen Impfbus gestartet. Ohne Anmeldung für einen Termin können sich Bewohnerinnen und Bewohner der Region dort impfen lassen. Das teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag in Mainz mit. In dem Bus gibt es auch die Möglichkeit zu Corona-Schnelltests.

10:48 Uhr | Mütter verlagerten Arbeitszeiten häufiger als Väter

Die Kinderbetreuung und das Homeoffice haben während der Corona-Pandemie vor allem bei Müttern die Arbeit teilweise auf den Abend oder das Wochenende verlagert. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag veröffentlichte Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB). Dies sei bei rund 52 Prozent der Mütter mit Kindern unter 14 Jahren zu Beginn der Pandemie im April 2020 geschehen. Dagegen sei dies nicht einmal bei einem Drittel der Väter so gewesen. Der Anteil bei den Frauen sei bis Oktober auf 26 Prozent gesunken, bei den Männern auf rund 18 Prozent. Laut IAB haben insgesamt 33 Prozent der Beschäftigten, die im April 2020 Kinder unter 14 Jahren zu betreuen hatten, ihre Arbeitszeiten zumindest teilweise verlagert.

09:24 Uhr | Inzidenz in Sachsen geht leicht zurück

Die Ansteckungsrate mit dem Coronavirus ist in Sachsen wieder leicht zurückgegangen. Das Robert Koch-Institut meldete am Dienstag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 3,5, nachdem dieser Wert am Montag bei 3,9 lag. Im bundesweiten Vergleich hat der Freistaat den zweitniedrigsten Wert nach Sachsen-Anhalt (3,2). Da sich in Sachsen wie auch in anderen Bundesländern eine nachlassende Impfbereitschaft abzeichnet, hat Ministerpräsident Michael Kretschmer für Dienstag zu einem Impfgipfel eingeladen. Mit einer Inzidenz von 10,2 ist das landesweite Infektionsgeschehen in Dresden am höchsten. Den geringsten Wochenwert hat der Erzgebirgskreis mit 0,6.

08:20 Uhr | Bericht: Mallorca plant wieder schärfere Maßnahmen

Wegen stark gestiegener Corona-Zahlen sollen die Regeln auf Mallorca wieder verschärft werden. Wie die "Mallorca-Zeitung" schreibt, sollen Strände und Parks von 22 bis 6 Uhr geschlossen werden. Das soll Partys und Trinkgelage im Freien verhindern. Bei Verstößen drohen 1.000 Euro Bußgeld. Auch Restaurants und Kneipen sollen wieder etwas früher schließen müssen und die Gästezahl an den Tischen beschränkt werden.

07:59 Uhr | Weitere australische Stadt im Lockdown

Nach Sydney und Melbourne muss auch die australische Großstadt Adelaide in den Lockdown. Das kündigte die Regierung am Dienstag an. Zuvor waren fünf Neuansteckungen mit dem Coronavirus innerhalb des Bundesstaats South Australia registriert worden. Der Lockdown gelte ab Dienstag um 18 Uhr (Ortszeit), sagte der Regierungschef von South Australia, Steven Marshall. Die damit verbundenen Corona-Beschränkungen würden voraussichtlich für mindestens sieben Tage gelten.

07:53 Uhr | Corona-Zahlen in Indien gehen zurück

In Indien geht die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen zurück. Das Gesundheitsministerium registriert 30.093 neue Fälle – das ist der niedrigste Stand seit vier Monaten. Insgesamt haben sich bisher mehr als 31,17 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt, weltweit ist das der zweithöchste Wert nach den USA. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt binnen 24 Stunden um 374 auf 414.482.

07:47 Uhr | Gericht erklärt Impfpflicht an US-Universität für rechtmäßig

Ein US-Bundesrichter hat am Montag die Corona-Impfpflicht einer Universität für rechtmäßig erklärt. Acht Studenten hatten gegen die verpflichtende Impfung für die 90.000 Studenten und 40.000 Angestellten der Indiana University vor dem Gericht in South Bend geklagt. Die Entscheidung des Richters kann noch vor dem Obersten Gerichtshof angefochten werden.

Die Universität hatte die Impfpflicht erlassen, Ausnahmen aus religiösen oder medizinischen Gründen aber zugelassen. Die US-Verfassung erlaube "einen angemessenen und gebührenden Impfprozess im legitimen Interesse der öffentlichen Gesundheit", heißt es in der Urteilsbegründung.

07:37 Uhr | Minister: Impfangebot wird Nachfrage bald übersteigen

Die Gesundheitsministerien von Bund und Ländern erwarten, dass das Impfstoffangebot die Nachfrage schon bald deutlich übersteigt. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Videoschalte der Ministerinnen und Minister. Grund sei ein Rückgang der Nachfrage in Impfzentren, Arztpraxen und in Betrieben. Wirkstoff, der nicht zum Einsatz komme und gelagert werden könne, solle an Drittstaaten gespendet werden. Zudem sollen die Bemühungen verstärkt werden, bisher Ungeimpfte zu erreichen.

07:26 Uhr | Sorge vor Corona in Hochwassergebieten

In den Landesregierungen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wächst die Sorge vor stark steigenden Corona-Zahlen in den Überschwemmungsgebieten. Grund sind Hilfsaktionen und, dass viele Menschen auf engem Raum in Notunterkünften untergebracht sind. Ein Sprecher des Kommunikationsstabs der Staatskanzlei in Rheinland-Pfalz sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, man müsse aufpassen, dass dies nicht zu einem Superspreader-Event werde. Das Landesgesundheitsministerium bereite nun eine Sonderimpfaktion in den Katastrophengebieten vor. Auch in Nordrhein-Westfalen wird ein steigendes Infektionsrisiko befürchtet. Zusätzlich Sorge bereitet, dass auch viele Hausarztpraxen zerstört wurden.

07:00 Uhr | Befragung: Zwei Drittel für Impfpflicht bei Gesundheitspersonal

Eine mögliche Impfpflicht in Deutschland wird zurzeit heiß diskutiert. Der Großteil der MDRfragt-Mitglieder ist sich einig: Zwei Drittel sagen "ja" zur Impfpflicht für das Personal im Gesundheitswesen und in Schulen und Kitas. Bei der Impfpflicht für alle gehen die Meinungen allerdings stärker auseinander. Hier stimmt nur etwas über die Hälfte zu. Das ist das Ergebnis der aktuellen Befragung von MDRfragt, an der sich knapp 24.000 Menschen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beteiligt haben. Alle Details finden Sie im Artikel:

06:55 Uhr | Neun weitere Corona-Fälle bei Olympia

Vor Beginn der Olympischen Spiele von Tokio haben die Organisatoren neun weitere Corona-Fälle registriert. Darunter sei ein Athlet im olympischen Dorf, teilte das Organisationskomitee in seinem am Dienstagmorgen veröffentlichten Corona-Tagesbericht mit. Die Zahl der seit 1. Juli ermittelten positiven Tests stieg damit insgesamt auf 67. Bereits am Montag hatte das Nationale Olympische Komitee Tschechiens mitgeteilt, dass Beachvolleyballspieler Ondrej Perusic positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Der 26-Jährige wurde zur Isolation in ein für solche Fälle bestimmtes Hotel gebracht.

06:48 Uhr | Neue Corona-Fälle in China

China meldet ein Wiederaufflammen des Virus in der Grenzregion zu Myanmar. Das chinesische Festland verzeichnet binnen 24 Stunden 65 neue bestätigte Fälle, verglichen mit 31 am Vortag. Das teilte die Nationale Gesundheitskommission mit. Das war die höchste Zahl an Neuinfektionen seit dem 30. Januar, als 92 Ansteckungen gemeldet wurden. Bei 41 der neuen Fälle handele es sich um chinesische Staatsbürger, die kürzlich aus Myanmar zurückgekehrt waren, heißt es weiter.

06:41 Uhr | Bundesweite Inzidenz bei 10,9

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut leicht angestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Dienstagmorgen mitteilte, lag die Inzidenz bei 10,9. Am vergangenen Dienstag betrug der Wert noch 6,5.

06:24 Uhr | Weltärzte-Präsident warnt vor zu frühen Lockerungen

Angesichts von erneut rapide steigenden Infektionszahlen warnt Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery vor zu schnellen Öffnungen. Schon die kleineren Öffnungsschritte der vergangenen Wochen hätten die Inzidenzwerte anwachsen lassen, sagt Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Momentan verdoppele sich die Zahl der Infizierten im Wochenrhythmus.

Jetzt die Einschränkungen unserer Kontakte einfach fallenzulassen und 'alles zu öffnen' wäre brandgefährlich.

Frank Ulrich Montgomery, Präsident Weltärztebund

Wer zu früh lockere, riskiere den Einstieg in die vierte Welle. Stattdessen plädiert Montgomery für ein schrittweises und kontrolliertes Vorgehen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 20. Juli 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Quelle: dpa, AFP, epd, MDR Aktuell

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Juli 2021 | 06:00 Uhr

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