Coronavirus-Pandemie Ticker: Vorbereitungen für Impfungen in Mitteldeutschland

In Mitteldeutschland werden die Angaben zu den bevorstehenden Impfungen konkreter. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer stimmt die Menschen auf harte Wochen ein. Das Robert Koch-Institut appelliert an die Bundesbürger, über Weihnachten nicht zu verreisen und wenig Kontakte zu haben. Die Polizeigwerkschaft fordert ein Demoverbot vor Impfzentren. Die aktuellen Entwicklungen zur Pandemie hier im Ticker.

Unser Ticker am Dienstag, 22. Dezember 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:30 Uhr | Biden schwört US-Amerikaner auf harte Zeiten ein

Der künftige US-Präsident Joe Biden hat die Bürger seines Landes auf harte Zeiten eingeschworen. Biden sagte, die einfache Wahrheit sei: "Die dunkelsten Tage im Kampf gegen Covid liegen noch vor uns, nicht hinter uns." Es werde noch einige Monate dauern werden, bis die rund 330 Millionen Menschen in Amerika gegen Corona geimpft seien. Daher sei es wichtig, über die Feiertage und darüber hinaus weiter alle Vorsichtsmaßnahmen zu beachten.

Zugleich kündigte Biden an, dem Kongress nach seiner Amtseinführung am 20. Januar ein weiteres Corona-Hilfspaket vorzulegen. Biden sagte, mit der Verabschiedung eines zweiten milliardenschweren Maßnahmenpakets in dieser Woche habe das Parlament "seinen Job gemacht". Er könne und müsse die Abgeordneten bitten, "dies im nächsten Jahr wieder zu tun".

22:20 Uhr | Krematorium in Zittau überfüllt

In Zittau müssen wegen hoher Corona-Todeszahlen Leichen außerhalb des Krematoriums zwischengelagert werden. Wie die Stadt im Osten von Sachsen mitteilte, explodierte die Zahl der Toten im Dezember. Demnach starben in diesem Monat bislang 115 Menschen. Im Dezember 2019 waren es 45 gewesen. Schon im November hatte sich Zahl der Toten im Jahresvergleich von 52 auf 110 verdoppelt. Die Stadt forderte beim Landkreis Görlitz und der Landesregierung Sachsen Hilfe für den Fall einer weiteren Verschlechterung der Lage an. Der Krematoriums-Geschäftsführer Daniel Brendler erklärte, die Lage sei derzeit noch beherrschbar, müsse aber mit Blick auf eine weitere Entwicklung jetzt entsprechend organisiert werden.

21:55 Uhr | Spahn warnt vor Corona-Risiko durch Besuche in Osteuropa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor einem Corona-Risiko durch heim- und zurückreisende Menschen aus ost- und südosteuropäischen Ländern gewarnt. Spahn sagte den Sendern RTl und ntv, es fänden "wieder sehr viele Heimat- und auch Verwandtschaftsbesuche statt in Osteuropa, Balkan, Türkei". Man müsse miteinander sehr aufpassen, dass durch die Rückreise nicht gleich eine neue Welle entstehe. Spahn ergänzte, er sei deshalb Bayern dankbar. Alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten unterliegen ab Mittwoch in Bayern einer Corona-Testpflicht. Dies hat am Dienstag das bayerische Kabinett in München beschlossen.

21:05 Uhr | Ostdeutsche Wirtschaft schrumpft um 4,4 Prozent

Die Wirtschaft in Deutschland wird wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr um 5,1 Prozent schrumpfen. Das errechnete das ifo-Institut. Für Ostdeutschland gehen die Wirtschaftswissenschaftler von einem Minus von 5,1 Prozent aus. Ein struktureller Nachteil im Osten erweise sich in dieser Hinsicht als kleiner Vorteil, sagen Experten.

21:01 Uhr | Schnelltests - trügerische Sicherheit?

Vor Weihnachten wächst die Nachfrage nach Antigen-Schnelltests. Doch Wissenschaftler und Mediziner raten zur Vorsicht. Die Tests hätten zwei Nachteile gegenüber dem PCR-Verfahren.

20:55 Uhr | Thüringer um Hilfe bei Pflege gebeten

Das Thüringer Gesundheitsministerium bittet die Bevölkerung, in der Pflege mitzuhelfen. Unterstützt wird der Aufruf von Pflegeverbänden. Wie das Ministerium mitteilte, werden vor allem Menschen gesucht, die eine medizinische Ausbildung oder Erfahrung auf diesem Gebiet haben. Es sei aber jede helfende Hand willkommen.

Die Lage im Thüringer Gesundheitswesen spitzt sich zu. Der Betriebsrat der Kliniken rechnet über die Weihnachtstage mit problematischen Engpässen. Viele der Corona-Patienten in den Standorten in Saalfeld, Rudolstadt und Pößneck zeigten inzwischen schwere Krankheitsverläufe. Die verbliebenen Ärzte und das Pflegepersonal seien mental und körperlich voll gefordert.

20:46 Uhr | App für Rückmeldung von Impf-Verträglichkeit

Zum Start der Corona-Impfungen in Deutschland sollen Geimpfte über eine App mögliche Nebenwirkungen melden können. Wie das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut mitteilte, steht die App in den App-Stores zum Download bereit. Die Informationen könnten dazu beitragen, weitere Erkenntnisse über Corona-Impfstoffe zu gewinnen. Teilnehmer sollen in bestimmten zeitlichen Abständen über die App nach gesundheitlichen Beschwerden befragt werden. Auch werde gefragt, ob die Impfung gegen eine Infektion geschützt habe, oder noch eine Erkrankung aufgetreten sei.

19:50 Uhr | Tschechien verlängert Notstand bis 22. Januar

In Tschechien kann der Notstand um weitere 30 Tage verlängert werden. Das tschechische Parlament stimmte mit den Stimmen der Minderheitsregierung aus ANO und Sozialdemokraten sowie mit denen der Kommunisten für die Verlängerung. Die Notstands-Vollmachten gelten bereits seit dem 5. Oktober. Sie erlauben der Regierung etwa Versammlungsverbote oder Reiseeinschränkungen. Tschechien erlebt seit einiger Zeit wieder steigende Zahlen von Neuinfektionen. Am Dienstag wurden 7.860 Neuansteckungen ermittelt. Das sind etwa 2.700 mehr als am gleichen Tag der Vorwoche.

18:20 Uhr | FDP-Finanzpolitiker: Corona-Hilfen kommen zu spät

Der FDP-Haushaltsexperte Klein hält es für ein schlechtes Zeichen, dass aus dem Konjunkturpaket bislang nur die Hälfte der Gelder ausgezahlt wurde. Der Bundestagsabgeordnete sagte MDR AKTUELL, der Staat sei zu langsam. Als Beispiel nannte er die Corona-Novemberhilfen, die erst in großen Teilen im Januar überwiesen werden. Für viele Unternehmen sei das zu spät. Klein erklärte, der Sommer sei nicht genutzt worden, um den zweiten Lockdown vorzubereiten. Außerdem seien viele Programme der Bundesregierung noch nicht von der EU genehmigt worden. Der FDP-Politiker schlug vor, über Steuerentlastungen Unternehmen schnell zu helfen.

17:55 Uhr | Verkaufsverbot für Silvesterfeuerwerk in Kraft

Das bundesweite Verbot für den Verkauf von Silvesterfeuerwerk ist amtlich. Das Bundesinnenministerium teilte mit, die entsprechende Verordnung sei am Dienstag in Kraft getreten. Damit werde ein Beschluss von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Länderregierungschefs vom 13. Dezember umgesetzt.

Ziel der Regelung sei es, Verletzungen beim Abbrennen von Feuerwerk in der Silvesternacht zu verhindern, um die aufgrund der Corona-Pandemie ohnehin stark beanspruchten Krankenhäuser und Notfallambulanzen zu entlasten.

17:45 Uhr | GEW Sachsen: Infektionsherd Schule ernst nehmen

Das Corona-Infektionsgeschehen an Schulen ist nach Ansicht von Sachsens GEW-Chefin Ursula Kruse lange nicht ernst genommen worden. Kruse sagte MDR AKTUELL, Lehrerinnen und Lehrer hätten sich drei Mal so häufig angesteckt wie der Durchschnitt der Bevölkerung. Das liege vor allem am fehlenden Abstand zu den Schülern. Der Freistaat Sachsen hat laut Kruse sehr lange gewartet, bis er Maßnahmen ergriffen habe. Natürlich brauchten Kinder andere Kinder und Bildung, aber man dürfe das nicht wieder überreizen wie Ende November und Anfang Dezember. Man müsse jetzt diskutieren, wie schnell man nach den Ferien wieder zum Präsenzunterricht zurückkehre.

17:28 Uhr | Kekulé #133: So wird Weihnachten sicher

Was weiß man über die neue Coronavirus-Mutation aus Großbritannien und was nicht? Wie sollte man sich Weihnachten verhalten? Und: Werden wir 2021 wieder weitgehend zur Nomalität zurückkehren können?

16:55 Uhr | Intensivmediziner: Peak in zwei bis drei Wochen

Die deutschen Intensivmediziner gehen für die kommenden Wochen von einer weiteren Zunahme der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen aus. Auf einer Pressekonferenz der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) sagte Christian Karagiannidis von den Kliniken Köln: "Wir rechnen mit dem Peak in den nächsten zwei bis drei Wochen." Er gehe von 6.000 Intensivpatienten aus, und dann könne es wirklich eng werden. Derzeit werden laut Divi-Tagesregister 5.216 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen behandelt.

Steffen Weber-Carstens von der Berliner Charité betonte aber, momentan gebe es keine Triage in Kliniken, auch nicht in Sachsen. Zugleich appellierte Divi-Präsident Uwe Janssens an die Politik, eine gesetzliche Grundlage für eine Triage zu schaffen, um den Ärzten Rechtssicherheit zu geben.

16:27 Uhr | Thüringen bekommt 19.500 Impfdosen pro Woche

Das Thüringer Gesundheitsministerium hat Einzelheiten zur Corona-Impfung bekannt gegeben. Danach erhält Thüringen für die letzte Dezemberwoche 19.500 Impfdosen des Biontech-Impstoffs. Für die Kalenderwochen 1 bis 7 des Jahres 2021 seien ebenfalls jeweils 19.500 Dosen vorgesehen. Für eine Immunisierung gegen das Coronavirus sind zwei Impfungen im Abstand von etwa drei Wochen notwendig.

Die Impfungen beginnen laut Ministerium wie geplant am 27. Dezember, zunächst in Alten- und Pflegeheimen. Wer geimpft werden möchte, muss sein Einverständnis auf einem Einwilligungsbogen dokumentieren. Ab dem 4. Januar beginnt über eine Hotline und das Online-Portal der Kassenärztlichen Vereinigung die Terminvergabe für weitere Personen mit höchster Impfpriorität wie Über-80-Jährige und Pflegekräfte.

Das Gesundheitsministerium in Sachsen-Anhalt erwartet bis zum Jahreswechsel über 9.700 Impfdosen. Bei der Verteilung bekommt das Land Unterstützung vom Technischen Hilfswerk. Sachsen bekommt noch im Dezember 44.000 Dosen und wird nach den Worten von Gesundheitsministerin Petra Köpping mit der Impfung in Pflegeheimen in Radeberg, im Erzgebirgskreis und im Landkreis Zwickauer Land beginnen.

15:46 Uhr | Thüringen lässt mehr Sonntagsarbeit zu

Thüringen wird wegen der Corona-Krise mehr Sonn- und Feiertagsarbeit zulassen. Wie das Arbeitsministerium dem MDR mitteilte, soll die Lockerung für den Großhandel sowie die Belieferung von Lebensmittelläden und Apotheken gelten und zunächst bis zum 10. Januar befristet werden. Die Weihnachtsfeiertage seien nicht von der Lockerung betroffen.

15:27 Uhr | Polizeigewerkschaft will Demoverbot vor Impfzentren

Die Deutsche Polizeigewerkschaft fordert ein Demonstrationsverbot vor Impfzentren. Der Gewerkschaftsvorsitzende Wendt warnte bei MDR AKTUELL vor Coronaleugnern und Impfgegnern. Ihren Gedankengänge seien nicht nachvollziebar. Insofern könne man auch nur schwer vorhersagen, wann und wo etwas passieren könnte. Wendt betonte, es dürfe nicht sein, dass jetzt Tausendschaften von Bereitschaftspolizisten die Impfzentren gegen Demonstranten verteidigten. Es sei schon eine große Herausforderung, die Zentren und auch die Transporte der Impfstoffe vor Kriminellen zu schützen.

15:12 Uhr | Sachsen - Abholdienst in Geschäften verboten

Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hat die Öffnung von Geschäften für die Abholung zuvor online bestellter Waren abgelehnt. In einem Eilverfahren entschied das Gericht, nur die Öffnung von Geschäften und Märkten des täglichen Bedarfs sowie der Grundversorgung sei erlaubt.

Die Richter wiesen die Klage einer Inhaberin von vier Elektronikfachmärkten ab. Sie erklärten, der seit November geltende Teillockdown habe nicht dazu geführt, dass das Infektionsgeschehen zurückgegangen sei. Sie verwiesen auf die drohende Belastungsgrenze des Gesundheitssystems und urteilten, das von der Klägerin geforderte Abholsystem liefe dem Ziel zuwider, dass die Bevölkerung im Freistaat Sachsen ihre Unterkunft möglichst wenig verlasse.

Der Beschluss ist unanfechtbar. Das OVG ist zudem überzeugt, dass die Entscheidung  einer möglichen Normenkontrollklage standhalte.

14:43 Uhr | Brüssel gegen Reiseverbote von und nach Großbritannien

Die EU-Kommission hat die Mitgliedstaaten der Union aufgefordert, die wegen der Coronavirus-Mutation erlassenen strikten Reiseverbote von und nach Großbritannien zurückzunehmen. Die Brüsseler Behörde erklärte: "Verbote von Flug- und Zugreisen sollten angesichts der Notwendigkeit, essenzielle Reisen zu gewährleisten und Unterbrechungen der Versorgungskette zu vermeiden, ausgesetzt werden." Von nicht unbedingt notwendigen Reisen solle aber "abgeraten" werden.

13:57 Uhr | Erste Impfungen in Sachsen in drei Heimen

Sachsen beginnt mit den Impfungen gegen das Coronavirus am 27. Dezember in drei Pflegeheimen in Radeberg, dem Landkreis Zwickauer Land und im Erzgebirgskreis. Das kündigte Gesundheitsministerin Petra Köpping an. Nach ihren Angaben soll Sachsen zunächst 20.000 Impfdosen erhalten. Am 29. Dezember solle es eine zweite Lieferung mit 24.000 Impfdosen geben, Anfang Januar würden 34.000 folgen. Köpping zufolge wird zunächst nur in Pflege- und Altenheimen sowie Krankenhäusern geimpft. Die Impfzentren würden später zum Einsatz kommen.

13:42 Uhr | Jugendherbergen geben wegen Corona auf

In Sachsen-Anhalt haben in diesem Jahr drei Jugendherbergen coronabedingt aufgeben müssen. Das sagte der Geschäftsführer des Jugendherbergswerkes, Burkhard Fieber, dem MDR. Nach seinen Angaben handelt es sich um die Häuser in Radis im Landkreis Wittenberg, Meisdorf im Landkreis Harz und Quedlinburg. Die Übernachtungen seien insgesamt um fast zwei Drittel zurückgegangen, die Zahl der Klassenfahrten sogar um 90 Prozent. In Sachsen-Anhalt gibt es noch zwölf Jugendherbergen mit rund 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

13:26 Uhr | Kretschmer befürchtet neue Infektionswelle

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer befürchtet nach Weihnachten und Silvester eine neue Infektionswelle. Der CDU-Politiker sagte in Dresden, es werde eine dritte Welle geben. Wie groß die neue Welle werde und welchen Schaden sie anrichte, "haben die Menschen in Sachsen und in Deutschland selbst in der Hand". Kretschmer betonte, "vor uns liegen die zehn härtesten Wochen der Pandemie". Die Abstandsregel müsse in Fleisch und Blut übergehen. Er habe den Eindruck, dass der Respekt vor der Erkrankung auch aus persönlichem Erleben wachse. Es sei zu hoffen, dass alle diese Einsicht hätten.

13:06 Uhr | Slowenien testet großflächig

In Slowenien hat ein großer Corona-Test begonnen. In der Hauptstadt Ljubljana und in zwölf weiteren Städten können sich alle Einwohner bis Donnerstag kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Nach Weihnachten soll dann noch eine zweite Testreihe starten, die sich vor allem an wichtige Berufsgruppen wie Lehrer, Polizisten und Soldaten richtet. Die slowenische Regierung hofft darauf, dass sich ein Viertel der zwei Millionen Einwohner testen lassen.

In Ljubljana standen am ersten Tag hunderte Menschen vor einem Testzentrum im Stadtzentrum Schlange. Das Testergebnis wird den Teilnehmern über eine Handy-Nachricht mitgeteilt. Slowenien war vergleichsweise gut durch die erste Infektionswelle gekommen, seit dem Herbst steigen die Infektionszahlen aber stark an. Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden in dem kleinen EU-Land mehr als 107.000 Infektions- und mehr als 2.400 Todesfälle verzeichnet.

12:12 Uhr | Intensivpatient aus Sachsen nach Rostock verlegt

Die Unimedizin Rostock hat nach eigenen Angaben einen Corona-Intensivpatienten aus Sachsen aufgenommen. Ein zweiter schwer an Covid-19 Erkrankter soll demnächst nach Rostock verlegt werden. Der ärztliche Vorstand der Unimedizin, Christian Schmidt, sagte, man habe aktuell noch ausreichend Kapazitäten, um den sächsischen Kollegen und Patienten zu helfen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Mecklenburg-Vorpommern werden in den kommenden Tagen bis zu zehn Patienten aus Sachsen im Land erwartet. Die genaue Zuordnung werde anhand der Schwere der Erkrankung und der Kapazitäten in den Krankenhäusern gesteuert. So soll auch die Universitätsmedizin Greifswald Patienten aufnehmen, wenn es notwendig werden sollte.

12:02 Uhr | RKI-Experte: Impfstoff schützt

Der RKI- Impfexperte Ole Wichmann hat für den zugelassenen Corona-Impfstoff geworben. Er sagte, die Impfung schütze in "einem hohen Maße davor", an Covid-19 zu erkranken. Man wisse auch, "dass der mRNA-Impfstoff unsere Gene nicht verändert". Zugleich betonte Wichmann aber auch, es werde Monate dauern, bis so viele Menschen geimpft seien, dass die Zirkulation des Virus verringert werde. Solange sei es notwendig, sich weiter an Abstandhalten, Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen zu halten.

11:40 Uhr | Impfstoffforscher aus Leipzig im Interview

Der Impfstoffforscher Torben Schiffner arbeitet am Universitätsklinikum Leipzig an Wirkstoffen gegen Sars-CoV-2. Im Interview erklärt er die Unterschiede zwischen den Coronavirus-Mutationen in Südafrika und England, mögliche Auswirkungen auf Sars-CoV-2-Impfstoffe und auf das Infektionsgeschehen in Deutschland. Das Interview zum Nachlesen:

10:46 Uhr | Kassenärzte: Private Corona-Teststationen sinnvoll

Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen hält private Corona-Testzentren für sinnvoll. Vorsitzender Klaus Heckemann sagte MDR AKTUELL, der Grundgedanke sei vernünftig. Mittlerweile gebe es auch genügend solcher Schnelltests, so dass man nicht jemandem einen wegnehme, der ihn vielleicht dringender brauche. Allerdings müssten positive Schnelltests dann auch an die Gesundheitsbehörden gemeldet werden. Dazu gebe es momentan keine Verpflichtung. Private Corona-Testzentren gibt es inzwischen in mehreren mitteldeutschen Städten, darunter Halle und Leipzig.

10:07 Uhr | RKI-Chef Wieler: Kontakte auf Minimum reduzieren

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat eindringlich an die Bundesbürger appelliert, ihre Kontakte über die Weihnachtsfeiertage auf das absolute Minimum zu reduzieren und nicht zu reisen. Dadurch schütze man sich und andere. Wieler sagte, zur Zeit verschlechtere sich die Situation weiter. Es werde vermutlich noch mehrere Wochen dauern, bis die Fallzahlen zurückgingen. Wieler betonte, das Virus lebe "von unseren Kontakten". Er betonte: "Wir müssen die Verbreitung des Virus eindämmen". Die Zahl der Neuinfektionen müsse gesenkt werden.

Mit Blick auf die in Großbritannien aufgetretene neue Variante des Coronavirus sagte Wieler, man könne die Bedeutung der Variante für das Infektionsgeschehen noch nicht genau einschätzen. Man beobachte das.

09:56 Uhr | Deutsche Post meldet neuen Paketrekord

Die Deutsche Post hat in der vergangenen Woche von Montag bis Samstag mehr als 61 Millionen Pakete sortiert - so viele wie nie zuvor innerhalb von sechs Tagen. Das sagte ein Sprecher des Unternehmens den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Durch die mit dem Lockdown verbundene weitgehende Schließung der Einzelhandelsgeschäfte verlagerten Verbraucher ihre Weihnachtseinkäufe offenbar ins Internet.

Die Deutsche Post überbot mit den 61 Millionen bearbeiteten Paketen ihren gerade erst vor zwei Wochen aufgestellten Rekord von 56 Millionen Sendungen. Im Jahr 2019 waren in der stärksten Woche 47 Millionen Pakete bearbeitet worden.

09:35 Uhr | Biontech: Liefern in nächsten Tagen aus

Das Unternehmen Biontech will seinen in der EU zugelassenen Impfstoff in den nächsten Tagen ausliefern. Ein Vorstandsmitglied sagte bei einer Pressekonferenz, dass alle Länder in der EU, die Impfstoffdosen angefordert hätten, diese in den kommenden fünf Tagen erhielten. Bis Ende des Jahres stünden 12,5 Millionen Dosen für die EU bereit. Weitere Lieferungen würden folgen.

In Deutschland soll der Impfstoff an 25 Verteilzentren gehen. Von dort aus werde er weiter verteilt.

08:56 Uhr | Britischer Einzelhandel befürchtet Engpässe

Der britische Einzelhandelsverband warnt vor Engpässen bei bestimmten Produkten, sollte der Warenverkehr am Ärmelkanal nicht innerhalb eines Tages wieder aufgenommen werden. Ein Sprecher sagte der BBC, direkt nach Weihnachten könnte es an frischen Produkten wie Salat, Gemüse und Obst mangeln. Diese kämen in dieser Jahreszeit hauptsächlich vom Festland. Das Problem seien leere Lastwagen, die auf der englischen Seite des Kanals steckenblieben. Sollten sie sich nicht noch am Dienstag wieder in Bewegung setzen, kämen Früchte wie Himbeeren oder Erdbeeren nicht mehr rechtzeitig an.

Die Regierung in London hofft auf eine rasche Einigung mit Paris, um den Warenverkehr wieder aufzunehmen. Frankreich hatte am Sonntag den Warenverkehr aus Großbritannien am Ärmelkanal gestoppt. Grund ist eine neue Variante des Coronavirus, die sich in England rasch ausbreitet.

08:11 Uhr | Appell der Intensivmediziner

Die Intensivmediziner in Deutschland haben an die Bundesbürger appelliert, zu Weihnachten auf Treffen im größeren Kreis zu verzichten. Der Präsident der Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Uwe Janssens, sagte, das wäre eine große Hilfe für alle Pflegekräfte auf Intensivstationen. Diese hätten Angst, dass sonst 14 Tage später alles noch schlimmer werde.

Die Polizei will die Präsenz im öffentlichen Raum erhöhen, um die Einhaltung der Corona-Beschränkungen zu Weihnachten und Silvester scharf zu kontrollieren. Das kündigte der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, in der "Süddeutschen Zeitung" an. Zugleich sagte Radek, man werde nicht von Haus zu Haus gehen und nachzählen, wie viele Leute am Tisch säßen. Aber wenn man Hinweise bekommen, dass irgendwo Regeln verletzt würden, dann gehe man dem nach.

07:43 Uhr | Wittenberg verstärkt Kontrollen

Die Lutherstadt Wittenberg verstärkt ihre Kontrollen der Corona-Auflagen im Stadtgebiet. Das hat die Stadtverwaltung angekündigt. Ab sofort seien etwa doppelt so viele Mitarbeiter beim Ordnungsdienst im Einsatz - insgesamt neun Zweierteams. Sie sollen neben Maskenpflicht und Abstandsregeln auch die Einhaltung der nächtlichen Ausgangssperre ab 21 Uhr kontrollieren. Mit einem Inzidenzwert von etwa 300 ist der Landkreis Wittenberg aktuell der Corona-Hotspot in Sachsen-Anhalt.

06:42 Uhr | Ausreichend Personal für Corona-Impfungen

In Sachsen steht offenbar ausreichend Personal für den Start der Corona-Impfungen bereit. Das Deutsche Rote Kreuz teilte auf Anfrage von MDR AKTUELL mit, dass man für die Impfzentren rund 3.000 Bewerbungen auf 300 Stellen erhalten habe. Das sei ein Zeichen, dass sich viele Menschen an der Bekämpfung der Pandemie beteiligen wollten. Derzeit würden die Bewerbungsgespräche geführt. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen gibt es auch bei den niedergelassenen Ärzten ein erhebliches Interesse. Auch die Kassenärztlichen Vereinigungen in Sachsen-Anhalt und Thüringen sprachen von mehreren hundert Ärzten, sie sich bereiterklärt hätten, mitzuarbeiten. Nach der Zulassung des Impfstoffs von Biontech und Pfizer in der EU sollen die ersten Impfungen in Deutschland noch in diesem Jahr erfolgen.

06:37 Uhr | Biontech: Impfung hilft vermutlich auch gegen neue Variante

Das Mainzer Unternehmen Biontech ist optimistisch, dass sein Impfstoff auch gegen die neuartige Coronavirus-Variante aus Großbritannien wirkt. Firmenchef Ugur Sahin sagte, aus wissenschaftlicher Sicht sei die Wahrscheinlichkeit dafür hoch. Der Impfstoff sei bereits gegen 20 andere Virus-Varianten erfolgreich getestet worden. Es werde etwa zwei Wochen dauern, bis für die neue Mutation Ergebnisse vorlägen. Prinzipiell könne der Impfstoff aber schnell an neue Varianten angepasst werden.

06:34 Uhr | USA setzen Moderna-Impfstoff ein

In den USA haben die ersten Menschen den Corona-Impfstoff des US-Unternehmens Moderna bekommen. Im Kurznachrichtendienst Twitter posteten Krankenhäuser Fotos von Ärzten und Pflegern, die den Impfstoff erhielten. Die USA sind das weltweit erste Land, im dem der Moderna-Impfstoff regulär eingesetzt wird. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA will am 6. Januar ihre Bewertung zum Moderna-Impfstoff abgeben. Danach kann die EU-Kommission über die Zulassung entscheiden. Der Moderna-Impfstoff gilt als ähnlich wirksam wie das Präparat von Biontech und Pfizer. Er muss aber nicht bei minus 70 Grad gelagert werden.

06:31 Uhr | Unstrut-Hainich-Kreis verschärft Auflagen

Im Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen gelten ab heute strengere Corona-Regeln. Landrat Harald Zanker sagte dem MDR, wegen des hohen Infektionsgeschehens seien jetzt die Spielplätze geschlossen und Besuche in Krankenhäusern untersagt. Entgegen der Landesvorgabe würden die Kontaktbeschränkungen an den Weihnachtsfeiertagen auch nicht gelockert. Die Höchstzahl von fünf Erwachsenen aus zwei Haushalten bleibe bestehen. Die neuen Regeln sollen bis 10. Januar gelten. Laut Zanker ist die Hufeland-Klinik bei Bettenzahl und Personal an ihre Grenzen gekommen. Auch in Nachbarkliniken seien kaum noch Covid-Patienten unterzubringen.

06:20 Uhr | Schärfere Reisebeschränkungen in Kraft

Deutschland schränkt den Reiseverkehr aus Großbritannien und Südafrika weiter ein. Grund ist das mutierte Coronavirus, das sich in beiden Ländern ausbreitet. Die Verordnung der Bundesregierung trat um Mitternacht in Kraft. Danach ist es Verkehrsunternehmen untersagt, Personen via Flugzeug, Bahn, Bus oder Schiff nach Deutschland zu bringen. Die Regelung gilt zunächst für rund zwei Wochen. Wer von heute an nach Deutschland kommt und sich in den letzten zehn Tagen in Großbritannien oder Südafrika aufgehalten hat, muss einen negativen Corona-Test dabei haben.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag 22. Dezember 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses mit dem Elektronenmikroskop gemachte und nachträglich eingefärbte Bild zeigt den Erreger SARS-CoV-2 (gelb eingefärbt). Das Foto hat das National Institute of Allergy and Infectious Diseases der USA bereits im Januar veröffentlicht. mit Video
Dieses mit dem Elektronenmikroskop gemachte und nachträglich eingefärbte Bild zeigt den Erreger SARS-CoV-2 (gelb eingefärbt). Das Foto hat das National Institute of Allergy and Infectious Diseases der USA bereits im Januar veröffentlicht. Bildrechte: imago images / ZUMA Wire / NIAID-RML

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Dezember 2020 | 06:00 Uhr

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