Coronavirus-Ticker 12. Mai: Länder lockern weiter

Die mitteldeutschen Länder lockern weiter die Corona-Auflagen. In Sachsen-Anhalt dürfen ab Montag Gaststätten öffnen, in Thüringen die Kitas. Sachsen zieht einige Lockerungen auf Freitag vor. Die Entwicklungen im Ticker. Der jüngste Anstieg der Reproduktionszahl geht nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts auf einzelne Corona-Ausbrücke zurück. Die Entwicklungen im Ticker.

Unser Ticker am Dienstag endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und Covid-19 finden Sie im Ticker am Mittwoch.

21:58 Uhr | Thüringen untersagt bis Anfang Juni professionellen Mannschaftssport

In Thüringen bleibt professioneller Mannschaftssport bis zum 5. Juni untersagt. Das teilte Gesundheitsministerin Heike Werner mit. Diese Entscheidung betrifft auch die Wiederaufnahme des Spielbetriebs von Fußball-Drittligist Carl Zeiss Jena. Gleichzeitig wird damit das Ansinnen des Deutschen Fußball-Bundes weiter erschwert, die Saison in der 3. Liga am 26. Mai fortzusetzen. Carl Zeiss Jena ist einer von acht Vereinen, die bei der Abstimmung der 20 Drittliga-Klubs gegen eine Fortsetzung der Spielzeit votiert hatten. Zehn Klubs sprachen sich für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs aus. Auch Sachsen-Anhalts Drittligisten Hallescher FC und 1. FC Magdeburg hatten sich gegen eine Fortsetzung der Spielzeit ausgesprochen. Beide Teams können sich aktuell nur in Kleingruppen auf den geplanten Drittliga-Start vorbereiten. Mannschaftstraining und Wettkampfbetrieb im Land sind vorerst weiter ausgesetzt - auch im Profifußball.

21:02 Uhr | Facebook und Twitter warnen vor Falschinformationen

Das Online-Netzwerk Facebook hat allein im April 50 Millionen Beiträge mit falschen oder zweifelhaften Inhalten über das Coronavirus mit Warnhinweisen versehen. Der Konzern erklärte, die Maßnahme zeige Erfolg. 95 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer klickten die mit Warnhinweisen versehenen Inhalte nicht an. Gelöscht würden Beiträge nur, wenn konkrete Schäden für Menschen drohten.

Auch der Kurznachrichtendienst Twitter teilte mit, dass er umstrittene oder irreführende Inhalte sowie Verschwörungstheorien zum Coronavirus mit Warnhinweisen versehen werde. Zusätzlich soll ein Link auf eine von Twitter kuratierte Seite oder zu einer externen Quelle führen, die weitere Informationen über die in dem Tweet aufgestellten Behauptungen enthalte. Abhängig vom Schadensrisiko und der Art der irreführenden Information könne den Tweets auch eine Warnung vorgeschaltet werden, die der Nutzer vor dem Lesen der Kurznachricht sieht. Twitter erklärte, Ziel sei es, Nutzern den Zugang zu glaubwürdigen Informationen zu erleichtern und die Verbreitung potenziell gefährlicher und irreführender Inhalte zu begrenzen.

20:44 Uhr | Halle hebt Haushaltssperre auf

Die Stadt Halle hat ihre Haushaltssperre aufgehoben. Oberbürgermeister Bernd Wiegand teilte mit, die Kommune habe aus Sachsen-Anhalts Finanzausgleichsgesetz 37,4 Millionen Euro erhalten. Halle hatte die Sperre Anfang April wegen der Kosten der Corona-Pandemie verhängt. Wiegand sagte, eine weitere Haushaltssperre hänge von der Pandemielage ab. Sachsen-Anhalts Finanzminister Michael Richter hatte entschieden, wegen der finanziellen Belastung durch die Krise das Geld aus dem Finanzausgleich vorzeitig zu zahlen. Die Rate war eigentlich erst im Dezember fällig.

19:57 Uhr | Malariamittel in weiterer Studie wirkungslos

Auf einer Tablette steht HCQS
Auf das Malaria-Mittel Hydrochloroquin wurden große Hoffnung gesetzt. Bildrechte: imago images/Fotoarena

Das Malariamittel Hydrochloroquin hat sich in einer weiteren Studie als wirkungslos bei Covid-19 erwiesen. Das berichtet das "Ärzteblatt". Demnach behandelte eine US-Klinik in New York mehr als 800 schwerstkranke Patienten mit dem Mittel. Fast ein Drittel von ihnen verstarb oder muss nach über einem Monat Behandlung weiter maschinell beatmet werden. Bei Patienten, die kein Hydrochloroquin erhielten, lag dieser Wert nur bei knapp 15 Prozent. Bei Einsatz des Malariamittels bestand demnach ein mehr als doppelt so hohes Risiko auf einen ungünstigen Ausgang. In Hydrochloroquin waren große Hoffnungen gesetzt worden, da zu Beginn der Corona-Pandemie Ärzte aus China und Frankreich Erfolge damit gemeldet hatten. Inzwischen mehren sich aber gegenteilige Studien.

19:22 Uhr | Russland überholt Großbritannien und Spanien

Russland hat bei der Zahl der Corona-Infektionen Großbritannien und Spanien überholt. Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Behördenangaben berichtet, gibt es inzwischen mehr als 230.000 Fälle. Nur in den USA gebe es mehr. Dort haben sich mehr als 1,3 Millionen Menschen infiziert.

In Russland breitet sich das neuartige Coronavirus derzeit rasant aus. Seit über einer Woche werden jeden Tag mehr als 10.000 Neuinfektionen gemeldet, am Dienstag sogar fast 11.000. Die russischen Behörden erklären die stark steigenden Infektionszahlen mit einer Ausweitung der Tests.

Unter den Infizierten in Russland sind auch mehrere Regierungsmitglieder. Am Dienstag teilte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow, mit, dass er infiziert sei. Er werde im Krankenhaus behandelt. Er arbeitete seit einiger Zeit von zu Hause aus. Auch Regierungschef Michail Mischustin, Bauminister Wladimir Jakuschew und Kulturministerin Olga Ljubimowa machten eine Corona-Infektion öffentlich.

18:26 Uhr | Haseloff kritisiert DFB wegen Umgang mit 3. Liga

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat den Deutschen Fußball-Bund scharf kritisiert. Haseloff sagte, der DFB übe unerträglichen Druck auf Politik und Vereine aus, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. Er bezog sich auf die Pläne des DFB für einen Wiederbeginn der 3. Liga am 26. Mai. Haseloff betonte, in Sachsen-Anhalt sei der Trainings- und Spielbetrieb noch bis zum 27. Mai ausgesetzt. Damit dürfen der 1. FC Magdeburg und der Hallesche FC nur in Kleingruppen von maximal fünf Personen trainieren. Der DFB wies die Vorwürfe zurück. Beim Thema Wiederbeginn der Saison hätten sich die Drittligisten stark gespalten gezeigt.

18:08 Uhr | Bußgeld bei Verstoß gegen die Maskenpflicht in Thüringen

Wer in Thüringen gegen die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht verstößt, muss ab Mittwoch 50 Euro Bußgeld zahlen. Das sieht die neue Verordnung der Landesregierung vor. Die Maskenpflicht gilt bereits seit mehreren Wochen in Geschäften und im Nahverkehr. Bei Verstößen gab es aber bisher kein Bußgeld. Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner sagte MDR AKTUELL, es sei im Sinne der Gerechtigkeit wichtig, Verstöße zu sanktionieren. Das sei schließlich auch bei Geschwindigkeitsüberschreitungen mit dem Auto üblich.

17:52 Uhr | Weimarer Zwiebelmarkt wird verkleinert

Der Weimarer Zwiebelmarkt wird im Oktober wegen der Coronavirus-Pandemie in einer abgespeckten Variante stattfinden. Oberbürgermeister Peter Kleine sagte, man mache aus der Not eine Tugend. Man werde im Oktober einen Zwiebelmarkt mit seinem ursprünglichen Charakter erleben. Nach bisherigen Planungen soll der Zwiebelmarkt auf Marktplatz, Theaterplatz und Schillerstraße begrenzt bleiben. An bis zu 90 Ständen sollen kunstvoll geflochtene Zwiebelzöpfe, Kräutersträuße, Gemüse und Obst angeboten werden. Auf sonstige Attraktionen und das kulturelle Begleitprogramm wird Kleine zufolge verzichtet. Normalerweise bieten Händler an rund 500 Marktständen in der gesamten Innenstadt ihre Waren feil.

17:14 Uhr | Virologe Kekulé: "Coronavirus-Tests für alle sind beste Versicherung"

Der hallesche Virologe Alexander Kekulé hat sich dafür ausgesprochen, dass Coronavirus-Tests schnellstmöglich für alle vorhanden sind. Im MDR-AKTUELL-Podcast bezeichnete er die Tests als wichtigstes Instrument, um diesen unsichtbaren Feind für die Menschen sichtbar zu machen. Kekulé kritisierte, dass Patienten weiterhin nur bei Symptomen kostenlos getestet würden. Dabei sei das Geld für die Tests mindestens so gut angelegt wie wirtschaftliche Hilfen. Die Tests seien für den Einzelnen und für die Gesellschaft derzeit die beste Versicherung.

16:37 Uhr | Kein weiterer positiver Test bei Dynamo Dresden

Bei Dynamo Dresden gibt es bislang keinen weiteren positiven Test auf das Coronavirus. Das teilte der Fußball-Zweitligist nach der insgesamt vierten Testreihe mit. Am Sonnabend waren zwei Dynamo-Profis positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden. Das Gesundheitsamt Dresden ordnete daraufhin für den gesamten Kader sowie den Trainer- und Betreuerstab eine zweiwöchige Quarantäne an. Die beiden am Sonnabend positiv getesteten Spieler seien weiterhin symptomfrei, teilte Dynamo mit. Gleiches gelte für den dritten Spieler, bei dem bereits eine Woche zuvor das Virus nachgewiesen worden war.

15:53 Uhr | Tausende Selbstständige warten auf Zuschuss-Bescheid

In Sachsen-Anhalt warten rund 10.000 Soloselbstständige und Kleinunternehmer auf einen Bescheid für den beantragten Zuschuss aus dem Corona-Soforthilfeprogramm. In Thüringen sind es rund 5.000. In Sachsen sind alle Anträge beschieden. Das ergab eine Umfrage des MDR-Magazins "Umschau" bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt, der Thüringer sowie der Sächsischen Aufbaubank. Das unterschiedliche Bearbeitungstempo erklären die drei Förderbanken vor allem mit unterschiedlichen Antragsverfahren und unterschiedlicher Personalausstattung.

15:32 Uhr | Mecklenburg-Vorpommern will keine Gäste aus Risikogebieten

Mecklenburg-Vorpommern will nach dem geplanten Neustart des Tourismus am 25. Mai keine Touristen aus deutschen Corona-Risikogebieten ins Land lassen. Das kündigte Wirtschaftsminister Harry Glawe an. Hotels, Pensionen, Campingplätze und Vermieter von Ferienwohnungen sollen dies über die Postleitzahlen der Heimatorte anreisender Gäste kontrollieren.

Zwei Strandkörbe am Stand an der Ostsee.
An die Ostsee dürfen keine Gäste aus Risikogebieten. Bildrechte: Colourbox.de

Als Risikogebiet gelten dann jene Landkreise, in denen beim Robert-Koch-Institut mehr als 50 neue Corona-Infektionen in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden. Wer sich nicht an das Einreiseverbot hält, muss mit einem Bußgeld von 500 Euro rechnen. Sollten Touristen bereits in Mecklenburg-Vorpommern sein, wenn ihr Heimatlandkreis den Schwellenwert übersteigt, sollen sie am Urlaubsort zum Arztbesuch aufgefordert werden. Die Regelung gilt vorerst bis zum 15. Juni.

Mecklenburg-Vorpommern will touristische Unterkünfte vom 18. Mai an für einheimische Gäste freigeben. Dann dürfen auch auswärtige Besitzer von Ferienhäusern und Ferienwohnungen wieder ins Land. Eine Woche später sollen auch auswärtige Touristen ins Land kommen dürfen.

15:22 Uhr | 800-qm-Regel in Sachsen ungültig

Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hat die 800-Quadratmeter-Regelung für Geschäfte in der Corona-Schutz-Verordnung des Landes gekippt. Die Richter gaben damit den Anträgen von vier Elektronikfachmärkten statt, die wegen der Vorschrift nicht wie andere Geschäfte öffnen durften.

(Aktenzeichen: 3 B 177/20, 3 B 178/20, 3 B179/20 und 3 B180/20)

In der Corona-Schutz-Verordnung vom 30. April hatte die  Landesregierung die Öffnung von Geschäften mit mehr als 800 Quadratmetern Fläche nur dann erlaubt, wenn diese Waren des täglichen Bedarfs, wie etwa Lebensmittel anbieten, oder der Grundversorgung dienen. Die Richter des OVG erklärten nun, die Regierung habe bei den Festlegungen zur Grundversorgung nicht ausreichend erläutert, warum bestimmte Läden von der Flächenbegrenzung ausgenommen wurden. Als Beispiele nannten sie Möbelhäuser und Sonnenstudios, die öffnen durften. Sie verwiesen unter anderem darauf, dass Möbelgeschäfte und Elektronikgeschäfte vergleichbar seien.

15:04 Uhr | Gaststätten in Sachsen-Anhalt dürfen öffnen

In Sachsen-Anhalt können Gaststätten ab Montag wieder öffnen. Sie müssen dafür aber strenge Auflagen erfüllen. Wie die Landesregierung mitteilte, müssen die Landkreise und kreisfreien Städte vorab in jedem Lokal einzeln prüfen, ob die Schutzkonzepte eingehalten werden. Ab 22. Mai sollen dann alle Gastwirtschaften öffnen dürfen, mit Ausnahme von Kneipen und Bars. Hotels und Pensionen dürfen auch erst ab 22. Mai wieder Sachsen-Anhalter beherbergen - ohne Einzelfallprüfung. Campingplätze und Ferienwohnungen können ab 15. Mai öffnen.

14:44 Uhr | Sachsen zieht Lockerungen vor

Sachsen will die meisten der bereits angekündigten Corona-Lockerungen schon auf diesen Freitag vorziehen. Das kündigte die Regierung nach einer Kabinettssitzung an. Nach der neuen Schutzverordnung sollen dann Gaststätten, Biergärten, Ferienwohnungen, Hotels und Campingplätze, Theater, Kinos und Freibäder wieder öffnen. Voraussetzung ist, dass Hygiene- und Schutzvorschriften eingehalten werden. Ursprünglich war das für kommenden Montag vorgesehen. In Ausnahmefällen dürfen auch Angehörige in Alten- und Pflegeheime besucht werden. Voraussetzung sind Hygiene-Konzepte. Kitas und Schulen öffnen aber erst ab Montag wieder. Ab Freitag sind im Freistaat wieder Demonstrationen ohne begrenzte Teilnehmerzahlen. Ab Juni ist wieder das Messegeschäft erlauben. Dabei geht es zunächst um Fachmessen und -kongresse. Die bis Ende August bestehende Grenze von maximal 1.000 Besuchern bei Großveranstaltungen gilt weiter.

14:13 Uhr | Thüringen schafft Teilnehmerbegrenzung für Versammlungen ab

In Thüringen sollen ab Mittwoch wieder Demonstrationen ohne Beschränkungen der Teilnehmerzahl möglich sein. Das sieht nach Angaben des Gesundheitsministeriums eine neue Verordnung vor, die am Mittwoch in Kraft tritt. Zuletzt waren in Thüringen wegen der Corona-Pandemie nur bis zu 50 Personen bei Versammlungen unter freiem Himmel erlaubt, in geschlossenen Räumen sogar nur 30. Weiterhin sollen aber strenge Infektionsschutzregeln gelten.

Die neue Verordnung sieht auch vor, dass ab Freitag Restaurants und Kneipen wieder öffnen dürfen. Zudem will die Landesregierung den Kommunen eine Öffnung der Kindergärten ab Montag ermöglichen. Je nach Größe des Raumes sollen auch mehr als zehn Kinder in einer Gruppe betreut werden können. Bis zum 15. Juni sollten dann alle Kindertageseinrichtungen auf eingeschränkten Regelbetrieb umstellen.

13:48 Uhr | US-Regierungberater Fauci warnt vor Öffnungen

Anthony Fauci
Anthony Fauci Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Der führende Corona-Berater von US-Präsident Donald Trump, Anthony Fauci, warnt offenbar vor einer vorzeitigen Lockerung der Corona-Beschränkungen. Eine Aufhebung dieser Beschränkungen werde "nicht nur zu unnötigem Leid und Tod führen, sondern uns auch in unserem Streben nach einer Rückkehr zur Normalität zurückwerfen", zitiert die "New York Times" aus einer E-Mail des Virologen. Wenn die Lockerungen nicht schrittweise erfolgten, riskierten die Behörden "mehrere Ausbreitungsherde im ganzen Land".

Trump drängt hingegen auf eine rasche Aufhebung der Corona-Beschränkungen. Damit will er die Wirtschaft entlasten. Fauci stellt sich heute gemeinsam mit dem Direktor der Gesundheitsbehörde CDC, Robert Redfield, und dem Leiter der US-Arzneimittelbehörde FDA, Stephen Hahn, den Fragen des Senats in Washington.

13:22 Uhr | EU-Kommission für vorsichtige Grenzöffnungen

Beim Öffnen der Binnengrenzen in Europa setzt die EU-Kommission auf ein vorsichtiges und abgestimmtes Vorgehen der Mitgliedsstaaten. Wie die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf einen entsprechenden Entwurf berichtet, wirbt die Brüsseler Behörde für eine schrittweise Aufhebung der Kontrollen. So sollten gezielte Maßnahmen die pauschalen Einschränkungen ersetzen, sobald ein Land die Viruszirkulation reduziert habe. Zunächst seien Lockerungen zwischen Ländern mit einer ähnlichen Virus-Situation denkbar. Voraussetzung seien genügend Test- und Krankenhauskapazitäten. Zudem müssten Infektionsketten effektiv verfolgt werden können. Morgen will die EU-Kommission ihre Leitlinien offiziell vorlegen.

12:53 Uhr | Steinmeier: Pflegekräfte leben Solidarität vor

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum Internationalen Tag der Pflege den Pflegekräften, Ärzten und Angehörigen seinen Dank ausgesprochen. In einer Videobotschaft sagte er, sie lebten vor, was Solidarität heiße. Die Mitarbeiter und Angehörigen würden großes Leid sehen und gingen für die Betreuung der Menschen oft an ihre Grenzen.

Außerdem wandte sich Steinmeier gegen Stimmen, Ältere beiseite zu schieben oder ihr Leben als weniger schützenswert einzustufen. Sie hätten dieses Land mit aufgebaut. Jetzt in der Corona-Krise seien sie besonders gefährdet. Die Aufmerksamkeit, die sie nun erhielten, entscheide über die Menschlichkeit des Landes.

11:57 Uhr | Corona-Massentest in Sonneberg

In der Thüringer Stadt Sonneberg ist angesichts besonders vieler Infektionsfälle mit einem Corona-Massentest begonnen worden. Nach Angaben des Landratsamtes sollen von etwa 600 Beschäftigten des Gesundheitscampus Abstriche genommen werden. Der Gesundheitscampus gilt als Schwerpunkt des aktuellen Ausbruchs.

Zuletzt lag die Infektionsrate in der Stadt bei mehr als 70 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Nach einem Beschluss von Bund und Ländern müssen regional wieder striktere Beschränkungen eingeführt werden, sobald die Quote auf über 50 steigt.

11:45 Uhr | Norwegen zieht positive Bilanz zu Schulöffnungen

Die Wiedereröffnung von Kindergärten und Grundschulen im April hat nach Angaben der norwegischen Gesundheitsbehörden nicht zu einer beschleunigten Ausbreitung des Coronavirus geführt. Hätten sich die Öffnungen negativ ausgewirkt, wäre dies inzwischen am Infektionsgeschehen sichtbar geworden, sagte Frode Forland vom norwegischen Institut für öffentliche Gesundheit. Dasselbe gelte für Friseursalons, Physiotherapeuten und andere Gesundheitsdienste. Auswirkungen auf die Krankenhauseinweisungen ließen sich aber noch nicht abschätzen.

Norwegen hatte als eines der ersten europäischen Länder am 20. April die Kindergärten wieder geöffnet, eine Woche später auch die Grundschulen. Es gelten jedoch strenge Hygienevorschriften.

11:23 Uhr | Gespräche über Lockerungen im Grenzverkehr

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben offenbar über Lockerungen im Grenzverkehr beider Länder beraten. Nach Informationen des "Hauptstadt Briefings" streben beide eine Lösung an, die sowohl für deutsche als auch für französische Bürger gleichermaßen gilt. Regierungssprecher Steffen Seibert bestätigte, dass Merkel und Macron am Montagabend miteinander telefoniert haben.

Seit Wochen dürfen Menschen nur nach Deutschland einreisen, wenn sie einen triftigen Grund vorweisen können, beispielsweise Berufspendler.

11:05 Uhr | RKI: Infektionsniveau nähert sich Plateau an

Das Robert Koch-Institut will die sogenannte Reproduktionszahl künftig mit einem weiteren Wert angeben. RKI-Vizepräsident Lars Schaade sagte, durch den zweiten Wert bei der Reproduktionszahl sollten langfristige Trends besser wiedergegeben werden.

Zuletzt war die Reproduktionszahl wieder über den wichtigen Wert 1 gestiegen. Damit steckt rein rechnerisch ein Infizierter mehr als eine andere Person an. Schaade relativierte dies aber und sagte, dass auch die Zahl der Neuinfektionen und der täglichen Tests wichtige Parameter seien. Zudem hätten einzelne Corona-Ausbrüche etwa in Schlachthöfen den R-Wert erhöht. Nach Schätzungen des RKI werde die Reproduktionszahl auch in den kommenden Tagen bei etwa 1 liegen, da die Zahl täglicher Neuinfektionen sich kaum mehr verringere und sich einem Plateau nähere.

10:38 Uhr | Sachsens Museen ziehen negative Bilanz

Eine Woche nach Wiedereröffnung vieler Museen in Sachsen ist die Bilanz nach Einschätzung des Sächsischen Museumsbundes eher negativ. Vorsitzender Joachim Breuninger sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Besucherzahlen lägen in der Regel bei etwa zehn Prozent des normalerweise zu erwartenden Zuspruchs.

Der ruhige Anlauf sei zwar insofern gut gewesen, dass sich alle an die neue Situation gewöhnen konnten. Die Hygienekonzepte funktionierten. Nun seien aber doch mehr Besucher wünschenswert.

10:22 Uhr | Hautärzte warnen vor Ekzemen

Nach Einschätzung von Hautärzten werden durch das häufige Händewaschen in der Corona-Pandemie mehr Menschen juckende Hand-Ekzeme entwickeln. Der Dermatologe Christoph Skudlik sagte der Deutschen Presse-Agentur, Seife greife die Hautbarriere an. Wer Hautprobleme entwickele, sollte auf jeden Fall zum Facharzt gehen.

09:55 Uhr | Ryanair plant wieder mehr Flüge

Europas größter Billigflieger Ryanair will sein Flugangebot zum Sommer wieder deutlich ausweiten. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen ab 1. Juli 40 Prozent der regulären Flüge wieder stattfinden. Voraussetzung sei, dass die Regierungen die Reisebeschränkungen für Flüge innerhalb der EU lockern und an den Flughäfen Sicherheitsmaßnahmen zum Gesundheitsschutz eingeführt würden. Täglich solle es dann fast 1.000 Flüge gegeben, die 90 Prozent der Strecken abdeckten, die Ryanair vor der Corona-Krise angesteuert hatte.

Auf den Flügen soll für Passagiere und Crew Maskenpflicht gelten. Zudem sollen Reisende beim Check-In ihre Kontaktdaten und die Dauer ihres Aufenthalts angeben.

09:40 Uhr | Weniger Verkehrsunfälle durch Einschränkungen

Während der Einschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie sind auf Deutschlands Straßen deutlich weniger Unfälle passiert. Das zeigen Zahlen von Autoversicherern, Luftrettern und Polizei. Die R+V-Versicherungsgruppe etwa meldet für April einen Rückgang der Kfz-Schäden im Vergleich zum Vorjahresmonat um 20 Prozent.

Die ADAC-Luftretter verzeichneten im Zeitraum von Januar bis Anfang Mai einen Rückgang an Einsätzen von fast 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Insgesamt wurden sie rund 1.300 Mal wegen Verkehrsunfällen gerufen. Seit Ende April hat die Zahl der Staus dem ADAC zufolge aber wieder zugenommen.

09:30 Uhr | Aktuelle Zahlen der Neuinfektionen

Gestern sind bundesweit knapp 700 neue Infektionsfälle gemeldet worden. Nach Angaben der Risklayer GmbH haben 94 Prozent der Kreise Zahlen gemeldet.

09:18 Uhr | Krankenkassen fordern Unterstützung

Die gesetzlichen Krankenkassen fordern wegen der Corona-Krise staatliche Unterstützung. In einem Positionspapier heißt es, durch die Aufstockung von Intensivbetten und Corona-Tests entstünden Zusatzkosten. Außerdem entgingen den Krankenkassen Einnahmen wegen Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit. Die Politik müsse Steuergeld zur Verfügung stellen. Andernfalls drohten spätestens zum Jahresende Liquiditätsengpässe. Das führe zu Schließungen von Krankenkassen mit geringen Reserven und zu Beitragssteigerungen.

Nach Angaben des Spitzenverbands der Krankenkassen gab es gestern bereits ein Gespräch mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Die Vorstandsvorsitzende Doris Pfeiffer sagte, man sei sich einig gewesen, dass sich der Bund mehr beteiligen müsse.

09:01 Uhr | Frankreich holt Europäer aus Zentralamerika

Frankreich hat mehr als 150 Europäer aus Zentralamerika Richtung Paris ausgeflogen. Wie die französische Botschaft in Panama mitteilte, waren unter den Passagieren auch 18 Deutsche, die wegen der Corona-Pandemie festsaßen. Die Reisenden wurden den Angaben zufolge aus Panama und Honduras geholt. Ursprünglich hätten 300 Bürger aus 22 europäischen Ländern in einem Flug nach Paris gebracht werden sollen. Wegen der französischen Regeln zum Mindestabstand zwischen Passagieren sei die Rückholaktion aufgeteilt worden. Ein zweites Flugzeug solle morgen starten.

08:47 Uhr | WHO warnt vor zweiter Ansteckungswelle

Die Weltgesundheitsorganisation hat angesichts weltweiter Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen zu Vorsicht aufgerufen. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte in Genf, es gebe sehr große Erfolge bei der Eindämmung. Sein Abteilungsleiter Michael Ryan verwies jedoch auf die Gefahr einer zweiten Ansteckungswelle. Die Lockerungen in zahlreichen europäischen Ländern seien ein Zeichen der Hoffnung. Neuinfektionen müssten jedoch schnell festgestellt und nachvollzogen werden.

08:15 Uhr | Stahlknecht besorgt über Einfluss von Extremisten

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht sieht in den Demonstrationen gegen die Corona-Beschränkungen eine wachsende Bedrohung. Der CDU-Politiker sagte MDR AKTUELL, Extremisten nutzten den Protest, um Falschmeldungen zu verbreiten. Pauschal verbieten oder verlegen will Stahlknecht die Demonstrationen nicht. Die Entscheidung überlasse er der jeweiligen Versammlungsbehörde. Es brauche viel Fingerspitzengefühl, da man in Grundrechte eingreifen würde. Die Abstandsgebote müssten aber eingehalten werden.

Ähnlich äußerte sich Sachsens Innenminister Roland Wöller. Der CDU-Politiker sagte der "Freien Presse", Organisatoren und Teilnehmer von Demonstrationen müssten sich fragen, ob ihr Anliegen vereinnahmt werde. Das Gewaltpotential bei den Versammlungen dürfe nicht unterschätzt werden. Wenn es verfassungsfeindliche Tendenzen in der neu gegründeten Bewegung "Widerstand 2020" gebe, werde der Verfassungsschutz die Gruppierung zum Beobachtungsobjekt machen.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann kündigte ein härteres Vorgehen an. Die Demonstrationen dürften nicht mehr in Fußgängerzonen stattfinden. Außerdem werde man mehr Polizisten einsetzen.   

08:07 Uhr | Gemischte Reaktionen auf Vorschlag zu Corona-Bonus bei Abitur

Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Armin Willingmann hat sich offen für den Vorschlag eines Corona-Bonus für den aktuellen Abitur-Jahrgang gezeigt. Er sagte MDR AKTUELL, sollten die Abiturergebnisse in diesem Jahr schlechter ausfallen, müsse das kompensiert werden. Mit einem Bonus bei der Studienzulassung hätte er keine Probleme. Das sächsische Wissenschaftsministerium reagierte dagegen mit Ablehnung. Man habe Zweifel, ob ein solcher Bonus in rechtlicher Hinsicht tragfähig sei. - Der Vorschlag kam ursprünglich vom Präsidenten des Hochschulverbands, Bernhard Kempen.

07:55 Uhr | Kritik an Geldprämie nur für Altenpflege

Die geplante Corona-Geldprämie in der Altenpflege reicht nach Ansicht von Branchenvertretern nicht aus. Der Vorsitzende des Sächsischen Pflegerats, Michael Junge, sagte MDR AKTUELL, es sei völlig unverständlich, warum nicht auch Mitarbeiter in Krankenhäusern und in Reha-Kliniken die 1.500 Euro bekämen. Außerdem sei es unwürdig, dass die Politik die Finanzierung immer noch nicht geklärt habe. Die Arbeiterwohlfahrt Dresden forderte einen bundesweit gültigen Pflege-Tarifvertrag. Betriebsrats-Vorsitzender Johannes Hermann sagte, nur wenn sich die Arbeitsbedingungen verbesserten, werde man mehr Menschen für den Beruf begeistern können. 

07:32 Uhr | Twitter kennzeichnet Falschinformationen

Twitter hat damit begonnen, Verschwörungstheorien zum Coronavirus mit Warnhinweisen zu versehen. Zwei hochrangige Twitter-Manager teilten mit, irreführende oder umstrittene Botschaften würden gekennzeichnet. Bei der Identifizierung schädlicher Inhalte arbeite man mit vertrauenswürdigen Partnern zusammen. Welche das sind, ließen die Manager offen.  

07:13 Uhr | Gericht hebt Quarantänepflicht für Rückkehrer auf

In Niedersachsen hat das Oberverwaltungsgericht des Landes die Quarantäne-Pflicht für Einreisende aus dem Ausland ausgesetzt. Das Gericht gab am späten Abend dem Eilantrag eines Mannes statt, der eine Ferienimmobilie in Schweden besitzt. Eine niedersächsische Verordnung zum Corona-Infektionsschutz wurde damit einstweilig außer Vollzug gesetzt. Als Begründung führten die Richter an, dass eine verordnete Quarantäne nur bei Kranken und konkret Krankheitsverdächtigen zulässig sei. Davon könne bei Rückkehrern aus dem Ausland aber nicht pauschal ausgegangen werden. Die Freiheit der Menschen werde dadurch in erheblichem Maße beschränkt.

6:50 Uhr | Polizeigewerkschaft beklagt Folgen des Sparens

Die Corona-Krise zeigt nach Meinung der Deutschen Polizeigewerkschaft, welche Folgen Sparmaßnahmen haben. Der Gewerkschaftssprecher für Sachsen, Reinhard Gärtner, sagte MDR AKTUELL, für Ereignisse wie die jetzige Pandemie müsse man eine Personal-Reserve haben. Wegen der Sparmaßnahmen in der Vergangenheit gebe es diese Reserve aber nicht. Das sächsische Innenministerium ist sich nach eigenen Angaben bewusst, dass die Schutzverordnungen nicht bis ins letzte Detail kontrolliert werden können. Oberstes Ziel sei, die Infektionsketten zu unterbrechen. Da helfe es schon im Einzelfall, Menschen auf Verstöße hinzuweisen und Platzverweise auszusprechen.

06:39 Uhr | Tesla plant Produktion trotz Verbots

Tesla-Chef Elon Musk hat angekündigt, das Werk des E-Autobauers in Kalifornien gegen den Willen der Behörden wieder hochzufahren. Er schrieb bei Twitter, die Produktion werde wieder aufgenommen. Notfalls werde er sich dafür festnehmen lassen. Vertreter der kalifornischen Regierung hätten die Wiederaufnahme der Produktion genehmigt. Die Behörden hätten diese Genehmigung dann aber illegal wieder aufgehoben. Musk hatte in den vergangenen Tagen gedroht, sein Stammwerk in einen anderen US-Bundesstaat zu verlegen.

05:15 Uhr | Bundeszentrale für politische Bildung will gegen Falschinformationen vorgehen

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) will verstärkt gegen Falschinformationen über die Corona-Pandemie vorgehen. Gebraucht werde "eine politische Bildung, die sich zur Wehr setzt", sagte bpb-Präsident Thomas Krüger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Diese Bildungsarbeit müsse klar machen, "dass den Hetzern in den Telegram-Gruppen und den YouTube-Videos mit ihren einfachen Erklärungen und den scheinbar klar definierten Schuldigen" kein Glauben geschenkt werden dürfe. Dieser Verantwortung stelle sich die Bundeszentrale, in dem sie Wissen liefere und keine Feindbilder, betonte Krüger.

Die Teilnehmer der jüngsten Demonstrationen gegen die Corona-Restriktionen böten allerdings kein einheitliches Bild, das "als gänzlich rechtsextrem" zu bewerten sei, betonte Krüger. Die Interessenlagen seien unterschiedlich. Zum einen handele es sich sicherlich um "schlichtweg finanziell Besorgte oder von der Situation Gebeutelte". Darüber hinaus seien versprengte Linke, Impfgegner, Esoteriker und nicht zuletzt militante Neonazis unter den Teilnehmern. Dabei bestehe die Gefahr, dass "die radikalen verschwörungstheoretischen und auch rechtsextremen Akteure ihre Dominanz weiter ausbauen und auch andere Beteiligte radikalisieren", warnte Krüger.

04:00 Uhr | Bundesstaat New York kündigt erste Lockerungen an

Der besonders heftig von der Corona-Pandemie betroffene US-Bundesstaat New York will ab Freitag seine Beschränkungen langsam wieder lockern - allerdings nur in den Regionen, die bestimmte Bedingungen erfüllen. Zu den insgesamt sieben Bedingungen gehörten unter anderem sinkende Infektionszahlen, ausreichend freie Krankenhauskapazitäten und genügend Test- und Nachverfolgungskapazitäten, erläuterte der Gouverneur des Bundesstaates, Andrew Cuomo . Er betonte, dass derzeit nur drei ländliche Regionen im Norden des Bundesstaates diese Bedingungen erfüllten. Die Millionenmetropole New York, in der rund die Hälfte der etwa 19 Millionen Einwohner des Bundesstaates wohnt, erfüllt die Bedingungen noch nicht.

02:00 Uhr | Friedensforscher erwartet Zunahme internationaler Konflikte

Der Direktor des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri, Dan Smith, hat vor einer Verschärfung der internationalen Konflikte und einer Zunahme des Terrors als Folge der Corona-Krise gewarnt. "Das trifft insbesondere auf den Irak und Syrien zu. Im Irak gibt es bereits Anzeichen für ein Wiederaufflammen der Aktivitäten der Terrormiliz "Islamischer Staat", sagte Smith der Funke Mediengruppe. "Im Jemen könnten sich die Fronten verhärten. In Afghanistan ist im Zuge der Corona-Krise mit einem Wiedererstarken der radikalislamischen Taliban zu rechnen."

Aber auch am Horn von Afrika und in Teilen Westafrikas drohten neue Spannungen, betonte Smith. Dort sei in einigen Regionen wegen der Ausbreitung der Seuche die Infrastruktur des Staates sehr geschwächt. Die Menschen bekämen nicht die nötige Unterstützung. "Einige werden sich daher gewalttätigen Milizen anschließen, die ihnen Hilfe wie etwa den Zugang zu Nahrungsmitteln versprechen", sagte Smith.

00:45 Uhr | Trump geht auf räumlichen Abstand zu Pence

US-Präsident Donald Trump erwägt, als Schutzmaßnahme gegen das Coronavirus seine Kontakte zu Vizepräsident Mike Pence zu reduzieren. Er werde mit Pence über eine mögliche Einschränkung ihrer Kontakte reden, antwortete Trump auf eine entsprechende Reporterfrage. Über eine solche Maßnahme könne er mit seinem Stellvertreter über das Telefon sprechen. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass die Sprecherin des Vizepräsidenten, Katie Miller, positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Pence selber wurde aber negativ auf den Erreger getestet, wie Trump betonte. Allerdings komme der Vizepräsident "mit vielen Menschen in Kontakt", fügte der Präsident hinzu.

00:30 Uhr | Wirtschaftsverbände sehen "beispiellose Schäden"

Die größten Wirtschaftsverbände Deutschlands, Frankreichs und Italiens haben dringende und umfassende finanzielle Hilfe von der Europäischen Union gefordert. Die Corona-Krise sei ein "gewaltiger, unerwarteter und tragischer Schlag für das öffentliche Leben, die Gesundheit, das soziale Wohlergehen und die Konjunktur", heißt es in einer Erklärung, die der "Süddeutschen Zeitung“ vorliegt und auf deutscher Seite von Dieter Kempf, dem Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), unterschrieben wurde.

Die Pandemie werde "beispiellose asymmetrische Schäden" für Wirtschaft und Gesellschaft verursachen, heißt es in dem Papier. Deshalb müsse die Reaktion der EU "das bisher bekannte Maß sprengen“. Die Verbände fordern ein "in Friedenszeiten bisher unbekanntes Maß an öffentlicher Unterstützung". Dazu zählen sie eine Aufstockung der finanziellen Mittel der EU, einen europäischen Wiederaufbaufonds und eine stark ausgeweitete Kreditvergabe über die Europäische Investitionsbank und andere Förderprogramme.

00:15 Uhr | Laschet will Lockerung der Quarantäne-Maßnahmen für Rückkehrer

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) fordert, eine weitere staatliche Einschränkung zur Eindämmung der Corona-Pandemie zurückzunehmen. Nach dem Ende des Lockdowns in Frankreich müssten in Deutschland die Quarantäne-Maßnahmen für Rückkehrer aus den europäischen Ländern gelockert werden, verlangte Laschet im Gespräch mit der "Rheinischen Post". Er sei bei dem Thema mit seiner Amtskollegin aus Rheinland-Pfalz und dem Kollegen aus dem Saarland einer Meinung. Jeder, der aus dem Ausland nach Deutschland einreist, muss sich derzeit für zwei Wochen in Quarantäne begeben. Für Menschen, die mit einer Ausnahmegenehmigung einreisen - also etwa für Berufspendler - gilt diese Pflicht allerdings nicht.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Mai 2020 | 01:00 Uhr

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