Coronavirus-Pandemie Ticker: KMK – Abi-Prüfungen finden statt

Die Kultusminister haben beschlossen, dass Schulabschluss-Prüfungen trotz der Corona-Krise stattfinden sollen. Mit dem Einstieg der Hausärzte ins Impfprogramm ist die Zahl der Impfungen bundesweit deutlich gestiegen. Das Divi-Intensivregister warnt vor einem Anstieg schwerer Covid-19-Fälle. Bund und Länder streiten derweil über den Ankauf des russischen Sputnik-V-Impfstoffs. Die aktuellen Entwicklungen zur Pandemie im Ticker.

Abiturienten warten 2018 auf den Beginn einer schriftlichen Prüfung.
Wenigstens darauf konnte sich die Kultusministerkonferenz einigen: Die Abi-Prüfungen finden statt. Doch bei den Schulöffnungen hat fast jedes Bundesland seine eigene Regelung. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Donnerstag, 8. April 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:00 Uhr | Moskau - Gespräche mit Deutschland über Sputnik V laufen

Nach russischen Angaben haben Verhandlungen mit Deutschland über die Lieferung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V begonnen. Wie der Hersteller auf Twitter mitteilte, führen Vertreter des russischen Staatsfonds RDIF die Gespräche. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte nach einer Absage der EU-Kommission an Russland angekündigt, dass Deutschland eigenständig mit Russland verhandeln werde.

Indes warnte Ukraines Außenminister Dmytro Kuleba die Bundesregierung vor einem Ankauf von Sputnik V. Er sagte der "Bild"-Zeitung: "Russland benutzt es als ein Werkzeug, um seinen politischen Einfluss zu vergrößern." Moskau fördere den Export des Vakzins "aggressiv", während es an Ressourcen für die eigene Bevölkerung fehle.

Die EU-Arzneimittelbehörde prüft seit Anfang März eine Zulassung von Sputnik V. Nach einer im britischen Fachblatt "The Lancet" veröffentlichten Studie schützt das Vakzin zu mehr als 90 Prozent vor einer Covid-19-Erkrankung und damit ähnlich effektiv wie die Impfstoffe von Biontech und Moderna.

21:25 Uhr | Wirtschaft noch weit von 90%-Testquote entfernt

Die Unternehmen in Deutschland erfüllen nach Umfragen der Bundesregierung noch nicht die Vorgaben zu Corona-Tests in Fabriken und Büros. Arbeits- und Wirtschaftsministerium teilten mit, nur 69 Prozent der Firmen stellten aktuell ihren Beschäftigten mindestens einen Test pro Woche bereit. Die Bundesregierung droht der Wirtschaft mit einer gesetzlichen Verpflichtung, sollten nicht mindestens 90 Prozent der Firmen regelmäßige Testmöglichkeiten schaffen, am besten zwei Tests pro Woche. Mehr zum Wirtschaftsgipfel von Wirtschaftsverbänden mit Minister Peter Altmaier im Video.

21:05 Uhr | Slowakei bemängelt russische Impfstofflieferung

Die slowakische Arzneimittelbehörde hat Zweifel an der Sicherheit einer Charge des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V geäußert. Die Lieferung habe nicht die gleichen Merkmale und Eigenschaften wie jene, zu denen klinische Testergebnisse veröffentlicht worden seien. Der Vakzin-Hersteller wies die Vorwürfe zurück. Die für die Sputnik-Vermarktung im Ausland zuständige russische Behörde wirft dem EU-Land Falschinformationen und "Sabotage" vor. Auch Deutschland prüft den Ankauf von Sputnik V.

20:05 Uhr | KMK: Abi-Prüfungen finden statt - Chaos bei Schulöffnungen

Die Abiturientinnen und Abiturienten in Deutschland sollen ihre Prüfungen in diesem Jahr trotz Corona-Krise ablegen. Das hat die Kultusministerkonferenz vereinbart. Außerdem sollen die Testmöglichkeiten an Schulen ausgebaut werden, um möglichst allen Kindern und Jugendlichen sowie Lehrkräften und sonstigen Mitarbeitern zwei Selbsttests pro Woche anbieten zu können.

Beim Schulunterricht gehen die Länder getrennte Wege. So will Sachsen ab Montag Präsenzunterricht an allen Schulen geben, unabhängig vom Inzidenzwert. In Thüringen gilt ab Montag weiterhin eingeschränkter Regelbetrieb mit zwei Selbsttests pro Woche. Sachsen-Anhalt setzt je nach Jahrgang auf Präsenz- oder Wechselunterricht sowie Schnelltests.

Dagegen starten mehrere Länder wie NRW und Baden-Württemberg nach den Osterferien ab Montag zunächst mit Distanzunterricht. In Bayern schalten Schulen ab einem Inzidenzwert von 100 von Präsenz- auf Fernunterricht um, Hamburg tut das erst oberhalb von 200. Berlin führt ab 19. April zwei verpflichtende Corona-Tests pro Woche ein. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es bis Klasse sechs weitestgehend Präsenzunterricht, in den anderen Klassenstufen Wechselunterricht.

Der Deutsche Lehrerverband und die Bundesschülerkonferenz hatten im Vorfeld eine einheitliche Linie beim Thema Schulöffnungen verlangt. Dem Robert Koch-Institut zufolge spielen Schulen und Kitas eine wachsende Rolle bei der Viruszirkulation.

19:20 Uhr | Altmaier: Unternehmen erfüllen Test-Auftrag

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ist davon überzeugt, dass die deutschen Firmen ihre Verantwortung bei den Corona-Schnelltests wahrnehmen. Er sagte nach einem digitalen Gipfel mit gut 40 Wirtschaftsverbänden, in den vergangenen Wochen sei das Testangebot für Mitarbeiter deutlich ausgebaut worden. Dadurch könnten Infektionen eher und öfter erkannt werden. Wirtschaftsvertreter sprachen sich gegen eine gesetzliche Testpflicht aus. Mehr zum Gipfel im Radio-Beitrag.

18:51 Uhr | Gaststätten im Ost-Harz dürfen öffnen

In Sachsen-Anhalt können die ersten Gastronomen am Freitag wieder öffnen. Das Wirtschaftsministerium bestätigte die Genehmigung von Modellprojekten in neun Gemeinden, darunter Blankenburg, Ilsenburg und Quedlinburg. Dort habe der Inzidenzwert am Donnerstag unter dem Grenzwert 200 gelegen. Wenn die Werte steigen oder das Gesundheitssystem überfordert wird, will der Kreis die Projekte stoppen.

18:35 Uhr | Halle: CDU-Politiker verzichtet auf Kandidatur

Der CDU-Abgeordnete Andreas Schachtschneider zieht seine Kandidatur für die Landtagswahl im Juni zurück. Das teilte die CDU nach einem Gespräch Schachtschneiders mit Landeschef Sven Schulze mit. Demnach verzichtet der 60-Jährige auf seine Kandidatur im Wahlkreis 35 (Halle I) sowie auf Platz 35 der Landesliste. Hintergrund ist die sogenannte Impfaffäre in Halle Ende Januar. Dabei war auch Schachtschneider vorzeitig geimpft worden, hatte das aber lange bestritten. Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand wurde suspendiert.

18:02 Uhr | So kommt der Grenzwert von 1.300 Covid-Patienten zustande

Die sächsische Corona-Schutzverordnung schreibt härtere Maßnahmen vor, wenn mehr als 1.300 Corona-Patienten in Krankenhäusern auf Normalstationen liegen. Am Mittwoch waren knapp 1.100 Betten belegt. Der Grenzwert 1.300 wurde als Grenzwert vom Sozialministerium gemeinsam mit Medizinern festgelegt. Professor Michael Albrecht vom Uniklinikum Dresden spricht von einem Frühwarnmechanismus, weil die Belegung auf der Normalstation eine Prognose für die Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen erlaube. Dazu habe man die Erfahrungen im Dezember 2020 analysiert. Damals seien sachsenweit knapp 3.600 Corona-Patienten stationär behandelt worden und einige Kliniken an ihre Grenzen gestoßen.

17:34 Uhr | NRW schließt Schulen

Die Schulen in Nordrhein-Westfalen unterrichten nach den Osterferien ab Montag wieder auf Distanz. Schulministerin Yvonne Gebauer sagte, das gelte vorerst für eine Woche. Nach WDR-Informationen sind Abschlussklassen davon ausgenommen. Die Inzidenz in NRW liegt aktuell bei knapp 120 und damit auf bundesweitem Niveau. Ministerpräsident Armin Laschet hatte zuletzt einen härteren "Brückenlockdown" gefordert, bis das Impfprogramm greift.

17:22 Uhr | Landrätin fordert Corona-Regeln mit Maß

Die Landrätin des Kreises Greiz, Martina Schweinsburg, hofft auf Änderungen in der Corona-Politik, wenn der Bund künftig stärker bestimmt. Die CDU-Politikerin sagte MDR AKTUELL, derzeit dominierten Bayern, Nordrhein-Westfalen und Berlin mit ihren Metropolen die Debatte um Corona-Maßnahmen. Viele der beschlossenen Regeln seien für den ländlichen Raum schlichtweg sinnlos. Dort gebe es keine Menschenmassen, die sich an Flussufern oder in Parks zum Partymachen träfen. Im ländlichen Raum ziehe nach 21 Uhr niemand mehr um die Häuser. Schweinsburg forderte, das ganze System der Corona-Regeln vom Kopf auf die Füße zu stellen.

16:41 Uhr | Hausärzte sorgen für Tagesrekord bei Impfungen

Nach dem Einstieg der Hausärzte hat sich die Zahl der Corona-Impfungen in Deutschland deutlich erhöht. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden am Mittwoch bundesweit 656.000 Dosen verabreicht – 290.000 mehr als am Vortag und so viele wie noch nie an einem Tag.

Nach Angaben aus Sachsen-Anhalt erhielten gestern in Hausarztpraxen etwa 11.000 Menschen ihre Erstimpfung, mehr als in den Impfzentren. Thüringen meldete etwa 7.600 Impfungen durch Hausärzte zusätzlich zu den knapp 9.000 Impfungen in den Zentren. Damit sind in Deutschland jetzt knapp 14 Prozent der Menschen mindestens einmal geimpft. Knapp sechs Prozent haben eine Zweitimpfung erhalten.

Ist die Ampulle von Biontech einmal geöffnet, muss der Impfstoff innerhalb weniger Stunden verimpft werden. Mal eben eine Corona-Impfung im Praxisalltag dazwischenschieben, geht damit kaum.
Ist die Ampulle von Biontech einmal geöffnet, muss der Impfstoff innerhalb weniger Stunden verimpft werden. Mal eben eine Corona-Impfung im Praxisalltag dazwischenschieben, geht damit kaum. Bildrechte: MDR/Martin Kliemank

16:05 Uhr | Kretschmer offen für Sputnik V

Sachsens Ministerpräsident  Michael Kretschmer begrüßt Verhandlungen des Bundes mit Russland über den Ankauf von Impfstoff. Er betonte, er habe nicht die geringsten Zweifel an den Fähigkeiten russischer Wissenschaftler. Der Sputnik-V-Impfstoff müsse aber erst in der EU zugelassen werden und ein Ankauf sollte vom Bund koordiniert werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Verhandlungen mit Russland angekündigt. Bayern und Mecklenburg-Vorpommern wollen sich unabhängig davon Millionen Impfdosen sichern. Anderes Bundesländer sehen das skeptisch. So sprach sich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow gegen Alleingänge aus.

15:51 Uhr | WHO fordert mehr Impfstoff für Afrika

Die Weltgesundheitsorganisation kritisiert die mangelhafte Versorgung Afrikas mit Impfstoffen gegen Covid-19. Regionaldirektorin Matshidiso Moeti beklagte, weniger als zwei Prozent aller weltweit ausgelieferten Impfdosen seien bislang an Menschen in Afrika verabreicht worden. Mehr als eine Milliarde Afrikaner stünden bei den globalen Impfkampagnen im Abseits.

15:26 Uhr | Kommunen verschieben Modellversuche

Mehrere Städte in Niedersachsen wollen ihre Modellversuche zur Öffnung von Innenstädten verschieben. Die Städte Oldenburg und Hildesheim kündigten an, die Beratungen von Bund und Ländern zu einer möglichen Lockdown-Verschärfung abzuwarten. Eigentlich wollten beide Städte ab 12. April Geschäfte und Kultureinrichtungen bei Vorlage eines aktuellen Negativtests und mit Terminvergabe wieder öffnen.

15:02 Uhr | Galerie Alte Meister und Grassi-Museum öffnen wieder

Als erste Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Sachsen öffnen die Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden und das Grassi Museum für Völkerkunde in Leipzig ab Freitag wieder für Besucher. Dabei gelten besondere Besuchs- und Infektionsschutzvorschriften. So gibt es Zeittickets und die Besucher müssen einen tagesaktuellen Corona-Schnelltest vorlegen. Alle anderen Museen der Kunstsammlungen bleiben vorerst geschlossen. 

Update 14:09 Uhr | Experten schlagen Alarm

Wegen der wieder stark wachsenden Belastung der Intensivstationen in Deutschland schlagen Fachleute Alarm. "Liebe Entscheidungsträger, wie hoch sollen die Zahlen denn noch steigen bevor Ihr reagieren wollt???", schrieb der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, auf Twitter. Städte wie Bonn, Bremen und Köln hätten kaum noch freie Betten für den nächsten Herzinfarkt, Verkehrsunfall oder Covid-19-Patienten. Der Charité-Virologe Christian Drosten leitete den Text des Intensivmediziners bei Twitter mit dem Kommentar "Dies ist ein Notruf" weiter. Seit Mitte März steigt bundesweit die Zahl der Intensivpatienten.

Berlins Universitätsklinikum Charité kündigte bereits an, wegen der Belastung in den Intensivstationen ab kommender Woche wieder die Zahl planbarer Eingriffe zurückzufahren.

13:27 Uhr | Dermatologen: Besser Desinfektionsmittel als Seife

Bei der Handhygiene sollte aus Sicht von Dermatologen öfter Desinfektionsmittel statt Seife verwendet werden. Darauf hat der Leiter der Jenaer Uni-Klinik für Hautkrankheiten, Peter Elsner, bei MDR AKTUELL hingewiesen. Elsner sagte, häufiges Händewaschen mit Seife sei belastend für die Haut. Seifen enthielten Stoffe, die schützende Fette aus der Haut herauslösten. Elsner verwies darauf, dass eine Umfrage des Berufsverbands der Dermatologen ergeben habe, dass die Zahl der Patienten mit Handekzemen gestiegen sei. Das führe man auf das intensivere Händewaschen zurück. Solche Probleme ließen sich aber vermeiden, wenn man die Hände nach dem Waschen gut pflege, etwa mit Cremes.

12:48 Uhr | Keine Öffnung von Schulen und Kitas in Wartburgkreis und Eisenach

In der Wartburgregion bleiben Schulen und Kindergärten auch nach den Osterferien geschlossen. Nach Angaben des Landratsamts ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter sehr hoch. Die Auslastung der Kliniken und der Intensivbetten bewege sich am Limit. Es seien derzeit keine Beatmungsbetten mehr verfügbar. Er bezeichnete es als unverantwortlich, Schulen und Kindergärten in dieser Situation wieder zu öffnen. Betroffen ist neben dem Wartburgkreis auch die Stadt Eisenach. Eine Notbetreuung soll es wie bisher geben. Die neue Regelung muss noch vom Land genehmigt werden.

12:36 Uhr | Arche-Gründer: Generation der Verlierer gezüchtet

Der Gründer des christlichen Kinder- und Jugendhilfswerks "Die Arche", Bernd Siggelkow, hat die Bildungspolitik der Länder in der Corona-Pandemie scharf kritisiert. Im Deutschlandfunk sagte der Pfarrer, man habe seit zwölf Monaten ein Schulsystem, das kollabiere. Kinder, die vorher abgehängt waren, seien nun noch schlechter in der Schule, weil sie keine Förderung erfahren hätten.

Siggelkow kritisierte, dass Kinder während der Pandemie nicht zumindest einmal pro Woche in die Schule geschickt worden seien, etwa in Kleingruppen. Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten hätten den Kopf in den Sand gesteckt. Aus Sicht des Pfarrers hätte man etwa Lehramtsstudenten in den Schuldienst integrieren können, um abgehängte Schüler und deren Eltern zu unterstützen. Nun habe man eine Generation der Verlierer gezüchtet.

12:28 Uhr | Rasanter Anstieg der Corona-Zahlen bei "Impfweltmeister" Chile

Trotz einer hohen Impfquote steigen die Corona-Infektionszahlen in Chile rapide an. Innerhalb von 24 Stunden seien 8.000 neue Infektionen gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Landesweit seien rund 95 Prozent aller Intensivbetten belegt. Staatspräsident Sebastián Piñera rief die Menschen auf, möglichst zu Hause zu bleiben und sich zu isolieren. Die für das Wochenende geplanten Wahlen eines Verfassungskonvents sowie von Gouverneuren, Bürgermeistern und Gemeindevertretern wurden kurzfristig auf Mitte Mai verschoben.

Chile gehört neben Israel zu den Impfweltmeistern. Bereits 22 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft. Etwa 38 Prozent der Menschen über 18 Jahren haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Für den aktuellen Anstieg der Infektionszahlen macht das Gesundheitsministerium vor allem das Auftreten der ansteckenden brasilianischen Virusmutation verantwortlich.

11:20 Uhr | Fahrgastzahlen um die Hälfe gesunken

Die Zahl der Fahrgäste im Nah- und Fernverkehr ist im vergangenen Jahr massiv eingebrochen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren 2020 nur halb so viele Menschen mit Bussen und Bahnen unterwegs wie 2019. Das Fahrgastaufkommen lag demnach noch bei ingesamt 88 Millionen Passagieren. Im Fernverkehr der Bahn gab es 46 Prozent weniger Fahrgäste. Bei Fernbussen waren es 71 Prozent weniger. Im Nahverkehr brachen die Fahrgastzahlen um fast ein Drittel ein.

10:41 Uhr | Händel-Festspiele in Halle fallen auch 2021 aus

Die Händel-Festspiele in Halle müssen auch in diesem Jahr coronabedingt abgesagt werden. Das teilten die Veranstalter von Sachsen-Anhalts größter Musikveranstaltung heute mit. Bei einer international vernetzten Veranstaltung wie den Händel-Festspielen könne man eine Entscheidung nicht länger aufschieben, erklärte die Festspielorganisation. Das wäre ein zu hohes Risiko, sowohl finanziell als auch organisatorisch. Die Händel-Festspiele in Halle gehören zu den renommiertesten Musikveranstaltungen der Welt.

10:32 Uhr | Gespräche mit Russland über Sputnik V

Die Bundesregierung hat Gespräche mit Russland über die Lieferung des Corona-Impfstoffs Sputnik V angekündigt. Gesundheitsminister Jens Spahn sagte dem WDR, die EU-Kommission wolle zu Sputnik keine Verträge schließen wie mit anderen Herstellern. Deutschland werde daher zunächst bilateral mit Russland reden und zwar darüber, wann welche Impfstoff-Mengen kommen könnten. Um in der aktuellen Lage tatsächlich zu helfen, müsste eine Lieferung schon in den nächsten zwei bis fünf Monaten kommen. Spahn verwies zugleich darauf, dass Sputnik V erst von der EU zugelassen werden müsse.

10:15 Uhr | Sachsen: Impfwillige ab 60 können Astrazeneca-Termine buchen

In Sachsen können über 60-Jährige seit heute Termine für eine Corona-Impfung buchen. Wie das Sozialministerium in Dresden mitteilte, wird in den Impfzentren dabei ausschließlich der Astrazeneca-Wirkstoff verabreicht. Die Impfungen würden dann morgen beginnen. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA und die WHO hatten gestern erklärt, der Impfstoff werde weiter empfohlen. Es gebe zwar einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Wirkstoff und sehr seltenen Fällen von Hirnvenen-Thrombose. Der Nutzen überwiege aber die Risiken. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommision Astrazenceca nur für Menschen ab 60.

09:30 Uhr | Stiko ändert Astrazeneca-Empfehlung nicht

Die Ständige Impfkommission (Stiko) bleibt bei ihrer Empfehlung, den Impfstoff von Astrazeneca weiter nur bei Menschen über 60 einzusetzen. Stiko-Chef Thomas Mertens sagte im ZDF, die EMA bewerte auf Grundlage des Public-Health-Gedankens – also auf Grundlage der Frage, was für die gesamte Bevölkerung der EU von Vorteil sei. In Deutschland sei die Situation etwas anders, Deutschland sei nicht so abhängig von Astrazeneca. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hatte gestern trotz sehr seltener Fälle von Blutgerinnseln in Hirnvenen jüngerer Menschen weiterhin uneingeschränkt grünes Licht für die Anwendung des Impfstoffs gegeben.

Die Stiko empfiehlt Jüngeren, die bereits eine Erstimpfung mit Astrazeneca bekommen haben, auch weiter eine Zweitimpfung mit dem Vakzin von Biontech oder Moderna. Viele glaubten, dass dann zwei Impfstoffe im Körper um die Wette arbeiteten. Das sei aber nicht so. Vielmehr sei der eigentliche Impfstoff schnell aus dem Körper verschwunden. "Was bleibt, ist die Immunantwort."

09:13 Uhr | Zoo Erfurt gibt Sommer-Pläne auf

Der Erfurter Zoo hat für diesen Sommer alle festen Veranstaltungen abgesagt. Die Corona-Pandemie lasse eine Planung und Verträge mit Künstlern nicht zu, sagte Zooparkdirektorin Sabine Merz MDR THÜRINGEN. Betroffen sind das Kinderfest im Juni und die Tropenächte Mitte Juli. Einzig die Eigenveranstaltungen im Herbst ohne Bühnenauftritte wie die "Erfurter Zootage" im Oktober und die "Magischen Lichternächte" im November seien noch nicht gestrichen.

08:55 Uhr | Leuna erhält mehr als 1.300 Impfdosen

Für Impfungen im Chemiestandort Leuna hat das Land Sachsen-Anhalt 1.350 Impfdosen von Astrazeneca zur Verfügung gestellt. Wie das Sozialministerium in Magdeburg dem MDR mitteilte, ist der Einsatz von mehreren tausend Beschäftigten für Wartungsarbeiten an der Raffinerie geplant. Diese kämen auch aus anderen EU-Ländern. Mit den Impfungen sollten bereits im Vorfeld potentielle Hotspots verhindert werden.

08:49 Uhr | Stiko sieht Bayerns Beschaffungsplan skeptisch

Der Vorsitzende der ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, sieht Bayerns Alleingang beim Bezug des russischen Impfstoffes Sputnik V skeptisch. Prinzipiell sei es gut, dass man jetzt versuche, sich Impfstoff zu sichern, sagte Mertens im ZDF. "Dass das jetzt wieder als bayerischer Alleingang sozusagen geplant sein sollte, wenn das denn so ist, davon bin ich nicht so sehr überzeugt." Bayern hat einen Vorvertrag für den Bezug von 2,5 Millionen Dosen von Sputnik V abgeschlossen, die EMA hat den Impfstoff noch nicht zugelassen. Mertens ist da aber optimistisch. Die bislang publizierten Daten über Sputnik V sähen "sehr gut" aus.

08:10 Uhr | Einheitliche Regeln für Schulen gefordert

Vor der Sitzung der Kultusministerkonferenz (KMK) am Nachmittag haben Lehrerverbände und Schülervertreter die Ministerinnen und Minister aufgefordert, bundeseinheitliche Regeln bei Schulöffnungen und Corona-Tests aufzustellen. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, es brauche eine Testpflicht für alle Schüler in Deutschland sowie eine einheitlich Linie bei Schulöffnungen. Meidinger forderte, dass Schüler mindestens zwei Mal pro Woche getestet werden. Oberhalb einer Inzidenz von 100 müssten die Schulen geschlossen werden. Auch der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, verlangte eine einheitliche, für alle verbindliche Linie beim Thema Schulöffnungen. Die Schulen sollten überall da, wo es vertretbar ist, offen bleiben.

Die Kultusminister der Länder beraten am Nachmittag darüber, wie es in den Schulen weitergehen soll. In Sachsen gibt es bereits eine Testpflicht für Schüler. Auch in Sachsen-Anhalt werden Tests ab Montag verbindlich.

07:32 Uhr | Brot und Brötchen kaum teurer geworden

Die Preise für Brot und Brötchen sind während der Corona-Pandemie nicht oder kaum gestiegen. Das haben Nachfragen von MDR AKTUELL ergeben. So kosteten Weizenbrötchen so viel wie vor der Pandemie. Brot ist wenige Cent teurer geworden. Die Geschäftsführerin des Landesinnungsverbands der Bäcker in Sachsen, Manuela Lohse, sagte, sie habe keine großen Preis-Erhöhungen beobachtet. Bäckereien, die Cafés betrieben, litten zwar unter dem Lockdown. Das werde aber nicht über höhere Brot und Brötchenpreise ausgeglichen. Der Verband Deutscher Großbäckereien geht davon, dass ein moderater Preisanstieg noch kommt. Das hänge mit den Folgen der Pandemie, Rohstoffpreisen und Tarifverhandlungen zusammen.

07:10 Uhr | Klage gegen Briefwahl wird verhandelt

Das Verfassungsgericht von Sachsen-Anhalt verhandelt heute darüber, ob die Landtagswahl im Juni wegen der Corona-Pandemie auch als reine Briefwahl stattfinden kann. Die AfD-Abgeordneten im Landtag haben gegen eine entsprechende Änderung des Wahlgesetzes geklagt. Der Professor für Öffentliches Recht an der Uni Halle, Winfried Kluth, sagte MDR AKTUELL, die Frage, ob eine reine Briefwahl verfassungswidrig sei, lasse sich nicht mit Ja und Nein beantworten. Man müsse hier mit Prognosen arbeiten, etwa zur Auswirkung auf die Wahlteilnahme und zu möglichen Gefahren.

06:40 Uhr | Verfassungsrechtler: Impfprivilegien rechtlich vertretbar

Nach Ansicht des sächsischen Ex-Verfassungsrichters Christoph Degenhart sind Privilegien für Corona-Geimpfte rechtlich möglich. Degenhart sagte MDR AKTUELL, es spreche einiges dafür, Geimpfte anders zu behandeln. Die bisherigen Beschränkungen seien massive Eingriffe in die Grundrechte gewesen – und nur zur Bekämpfung einer Gefahr gerechtfertigt. Wenn ein Geimpfter aber keine Gefahr mehr darstelle, dann greife das nicht mehr. Nach Einschätzung Degenharts ist es rechtlich vertretbar, wenn Geimpfte ohne Schnelltest das Gleiche tun dürfen wie Menschen mit einem negativen Schnelltest.

06:30 Uhr | Erleichterungen für geimpfte Heimbewohner gefordert

Nach Weichenstellungen zu generellen Erleichterungen für Menschen mit Corona-Impfung fordert die Deutsche Stiftung Patientenschutz auch entsprechende Freiheiten in Pflegeheimen. "Bisher haben Bund und Länder nicht verbindlich festgelegt, unter welchen Bedingungen stationär versorgte und vollumfänglich geimpfte Pflegebedürftige ihre Grundrechte zurückbekommen", sagte der Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

06:15 Uhr | Montgomery begrüßt EMA-Entscheidung

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, begrüßt die Entscheidung der EU-Behörde EMA zum Astrazeneca-Impfstoff und fordert eine Auswahlmöglichkeit bei Vakzinen. Der "Rheinischen Post" sagte Montgomery, es sei gut, "dass die EMA klare Kante zeigt". Das Risiko der Impfung sei deutlich geringer als das Risiko der Erkrankung. Aus europäischer Sicht sollte jetzt noch mehr auf Biontech, Moderna und Johnson & Johnson gesetzt werden, um Irritationen in der Bevölkerung vorzubeugen. "Und man muss den Menschen so bald wie möglich ein Wahlrecht für den Impfstoff einräumen", sagte Montgomery.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 8. April 2021

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen im Lauf des Tages hier.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. April 2021 | 06:00 Uhr

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