Coronavirus-Pandemie Ticker: EMA verschärft Richtlinien für Biontech-Impfungen

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat ihre Richtlinien für Impfungen mit dem Mittel von Biontech/Pfizer verschärft. Unterdessen spitzt sich der Streit zwischen EU und dem Impfstoffhersteller Astrazeneca zu. In Deutschland sollen Hartz-IV-Empfänger je zehn kostenlose FFP2-Masken bekommen. Aktuelle Entwicklungen im Coronavirus-Ticker.

Unser Ticker am Donnerstag, 28. Januar 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:41 Uhr | Bildband zeigt Kunstschaffende in der Krise

Amateurfotografin Juliane Naumann aus Dessau-Roßlau hat einen Bildband herausgebracht, der verschiedene Künstler ihrer Region und deren Gedanken zum Corona-Lockdown zeigt. Der Erlös kommt Musikschulen zugute.

22:33 Uhr | US-Regierung will medizinisches Personal im Ruhestand mobilisieren

Die US-Regierung will Ärzte und Krankenschwestern im Ruhestand an der Corona-Impfkampagne beteiligen. Das Gesundheitsministerium erklärte, es gebe eine Ausnahmeregelung. Diese gelte für alle, deren Zulassung in den vergangenen fünf Jahren ausgelaufen sei. Mediziner, die impfen wollen, müssten zuvor ein Training absolvieren.

22:13 Uhr | Jenaer Stadtrat diskutiert Kürzungen bei Kultur

Wegen Corona ist die Stadt Jena finanziell angeschlagen. Käme ein Haushaltssicherungskonzept, müssten viele Millionen Euro eingespart werden. Auch bei Sozialleistungen und Kultur. Und das macht viele Jenaer wütend.

21:53 Uhr | Corona-Impfpass: EU-Staaten in zentralen Punkten einig

Die Europäische Union treibt die Einführung von Corona-Impfpässen voran. Wie die EU-Kommission mitteilte, haben sich die Mitgliedsstaaten auf Empfehlungen geeinigt, welche Informationen solche Dokumente enthalten sollen. Ziel sei die Vergleichbarkeit und gegenseitige Anerkennung in den EU-Staaten. Neben Personalien, dem verwendeten Impfstoff und der ausstellenden Behörde sollen die Impfpässe eine Art elektronisches Siegel enthalten. Dadurch soll der Impfstatus einer Person rasch und eindeutig ausgelesen werden können. Wann die vergleichbaren Zertifikate eingeführt werden, ist noch offen.

21:23 Uhr | Dänemark verlängert Lockdown bis Ende Februar

Dänemark verlängert seinen Lockdown bis Ende Februar. Wie Regierungschefin Mette Frederiksen sagte, bleiben damit die Schulen und die meisten Geschäfte bis zum 28. Februar geschlossen. Für Grundschulen könnte der Präsenzunterricht voraussichtlich früher beginnen.

21:08 Uhr | Frist für Abgabe der Steuererklärung verlängert

Wegen der Corona-Pandemie wird die Frist zur Abgabe der Steuererklärung 2019 verlängert. Der Bundestag beschloss, dass die Unterlagen bis spätestens Ende August abgegeben werden müssen. Das gilt allerdings nur in Fällen, in denen ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein tätig wird. Wer seine Steuererklärung selbst macht, musste sie bereits im vergangenen Juli abgeben. Der Bundestag beschloss zudem, dass die Pflicht für einen Insolvenzantrag bis Ende April ausgesetzt bleibt.

20:51 Uhr | Linke und Grüne fordern Freigabe von Impfstoff-Lizenzen

Angesichts der Probleme bei der Impfstoff-Lieferung haben Linke und Grüne gefordert, die Hersteller notfalls zur Freigabe der Lizenzen zu zwingen. Linken-Chefin Katja Kipping sagte, wenn die Unternehmen dies nicht freiwillig täten, sollten ihnen die Patente entzogen werden. Die Grünen erklärten in einem Positionspapier, man setze zuerst auf Abnahmegarantien und Zusammenarbeit. In letzter Konsequenz hätte die Bundesregierung aber über verpflichtende Freigabe von Lizenzen die Möglichkeit, die Beteiligten zur Kooperation zu zwingen. In die Impfstoffproduktion müssten alle Pharmakonzerne einbezogen werden. Alle Kapazitäten müssten genutzt werden. Die schnellstmögliche Produktion von Impfdosen sei die zentrale Herausforderung des Jahres.

20:19 Uhr | Schärfere Richtlinien für Biontech-Impfungen

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat die Richtlinien für die Anwendung des Corona-Impfstoffes von Biontech/Pfizer verschärft. Laut EMA muss die zweite Dosis innerhalb von drei Wochen gespritzt werden. Zuvor hatten die Experten empfohlen, dass zwischen der ersten und zweiten Impfdosis mindestens 21 Tage liegen sollten. Nun wird deutlich von drei Wochen gesprochen und es wird davon abgeraten, die Zeitspanne zu verlängern.

Verschiedene Länder hatten wegen des Mangels an Impfstoffen beschlossen, die zweite Biontech-Dosis erst nach etwa sechs Wochen zu spritzen. Dadurch sollten mehr Menschen geimpft werden können. Die EMA weist nun mit Nachdruck darauf hin, dass bei einer längeren Pause die Wirksamkeit nicht sicher sei. Es gebe dazu noch keine klinischen Daten.

20:05 Uhr | Kanzleramt: Impfgipfel am Montag

Angesichts der Probleme bei den Corona-Impfungen planen Bund und Länder ein Spitzentreffen am kommenden Montag. Ein Regierungssprecher sagte, die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten würden dann per Videokonferenz beraten. Auch die Vertreter der Impfstoffhersteller sowie der betreffenden Verbände würden teilnehmen.

In Deutschland wurden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bislang mehr als 2,1 Millionen Impfdosen verabreicht. Zuletzt war die Versorgung mit Impfstoffen jedoch ins Stocken geraten.

19:47 Uhr | Portugal will Grenze zu Spanien schließen

Portugals Regierung hat wegen hoher Corona-Infektionszahlen eine Schließung der Grenze zu Spanien angekündigt. Wie Innenminister Eduardo Cabrita mitteilte, soll die Schließung bereits ab morgen für zunächst zwei Wochen gelten. Die Grenze dürfe in diesem Zeitraum nur noch bei Notfällen überschritten werden. Sie war während der ersten Corona-Welle im Frühjahr bereits mehrere Monate dicht.

In Portugal liegt die 14-Tage-Inzidenz nach Daten der Weltgesundheitsorganisation aktuell bei 1.583 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. In Deutschland liegt der Wert bei 240.

18:56 Uhr | Thüringer Reha-Klinik entlastet Covid-Krankenhäuser

In Thüringen ist die erste Reha-Klinik in die Akutbehandlung von Covid-19-Patienten einbezogen worden. Laut Gesundheitsministerium handelt es sich um die m&i-Fachklinik in Bad Liebenstein. Mehrere Patienten seien dorthin verlegt worden. Mit einer weiteren Einrichtung liefen Gespräche.

Reha-Kliniken sollen die Corona-Schwerpunktkrankenhäuser in Thüringen entlasten. Nicht alle sind jedoch dafür geeignet. Bedarf an einer Verlegung besteht laut Ministerium für Menschen, die nach dem Krankenhausaufenthalt noch nicht fit genug sind für eine stationäre Nachbehandlung. Auch Personen, die nach der Entlassung aus dem Krankenhaus nicht zu Hause versorgt werden können, könnten in Reha-Kliniken behandelt werden.

18:27 Uhr | Virologe Kekulé zu einem Jahr Pandemie und Ausblick

Was wusste man vor einem Jahr in Deutschland über Sars-CoV-2 – und was nicht? Wie gut wirken Impfstoffe gegen Mutationen, was bringen Reisebeschränkungen dagegen? Und: Ab welcher Inzidenz sollten Wochenmärkte öffnen?

17:09 Uhr | Bundesregierung bereitet Impfgipfel vor

Die Bundesregierung will ein Spitzentreffen mit den Ministerpräsidenten zum Thema Impfen organisieren. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Planungen dafür liefen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärte auf Twitter, auf dem Impfgipfel sollte über die Lage, die Ziele und das weitere Vorgehen beraten werden. Dazu sollten auch Vertreter der Pharma-Industrie und der Hersteller eingeladen werden. Geklärt werden sollte, welche Kooperationen es in der Industrie schon gebe und wie man helfen könne. Spahn bat angesichts der Impfstoff-Knappheit um Geduld. Man werde noch durch mindestens zehn harte Wochen gehen müssen.

16:36 Uhr | Astrazeneca will offenbar Impfstoffvertrag veröffentlichen

Der Pharmahersteller Astrazeneca ist offenbar bereit, den Impfstoffvertrag mit der Europäischen Union zu veröffentlichen. Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" arbeiten Juristen derzeit an einem Vorschlag, welche heiklen Passagen geschwärzt werden sollen. Dieser solle dann mit der EU abgestimmt werden. Die Veröffentlichung ist für morgen geplant.

Die Europäische Union hatte bei Astrazeneca insgesamt 400 Millionen Impfdosen bestellt. Im ersten Quartel sollen aber weit weniger geliefert werden als vereinbart. Die Ständige Impfkommission in Deutschland empfahl heute, den Impfstoff nur für Personen unter 65 Jahren zuzulassen.

16:03 Uhr | Charité-Vorstandschef optimistisch zu Fortschritten bei Covid-19-Behandlung

Charité-Vorstandschef Heyo Kroemer rechnet mit baldigen Fortschritten bei der Behandlung von Covid-19-Patienten. Kroemer verwies in Berlin unter anderem auf die Entwicklung von speziellen Antikörpertherapien. Die deutschen Universitätskliniken hatten sich zu einem Corona-Forschungsnetzwerk zusammengeschlossen und tauschen unter anderem Behandlungsdaten und Therapieerfahrungen miteinander aus.

15:37 Uhr | Fast 40 Milliarden Schulmahlzeiten weltweit durch Pandemie ausgefallen

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind weltweit mehr als 39 Milliarden Schulmahlzeiten ausgefallen. Das geht aus einem gemeinsamen Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef und des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen hervor. Der Bericht warnt außerdem vor einer weltweiten Ernährungskrise.

15:12 Uhr | Kostenlose FFP2-Masken für Hartz-IV-Empfänger

Hartz-IV-Empfänger sollen zehn kostenlose FFP2-Schutzmasken erhalten. Das teilten Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und Gesundheitsminister Jens Spahn mit. Ein Anrecht auf die Zuteilung haben rund fünf Millionen Menschen, die Sozialleistungen oder Grundsicherung beziehen. Sie bekommen einen Brief von ihrer Krankenkasse und können die Masken dann in der Apotheke abholen. Nach dem Bund-Länder-Beschluss sind medizinische Masken in Bussen, Bahnen und beim Einkaufen Pflicht.

14:55 Uhr | Impfkommission: Astrazeneca nur für Unter-65-Jährige

Die Ständige Impfkommission rät dazu, den Corona-Impfstoff von Astrazeneca nur für Menschen unter 65 zuzulassen. Das geht aus einer Stellungnahme hervor, die das Robert Koch-Institut jetzt veröffentlicht hat. Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach das Vakzin bei Menschen ab 65 Jahren nur eine sehr geringe Wirkung habe. Sowohl die Bundesregierung als auch der britisch-schwedische Hersteller wiesen das als falsch zurück. Der Impfstoff ist in Großbritannien zugelassen. Die Europäische Arzneitmittelagentur Ema wird voraussichtlich morgen über eine Zulassung in der EU entscheiden.

14:00 Uhr | Wissenschaftler fordern europaweiten Aktionsplan

Wissenschaftler sprechen sich für einen europaweiten Covid-19-Aktionsplan aus. Angesichts hoher Fallzahlen und neuer Virusvarianten müsse die Eindämmung in ganz Europa verstärkt werden, erklärten die Forscher am Donnerstag bei einer virtuellen Pressekonferenz. Dazu gehören die Göttinger Physikerin Viola Priesemann, die Braunschweiger Virologin Melanie Brinkmann und Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Sie plädieren dafür, das Homeoffice und den Online-Unterricht zu verbessern, kostenlose Tests an Schulen und Arbeitsplätzen anzubieten und möglichst "kleine, stabile soziale Blasen" zu Hause und an den Arbeitsplätzen zu schaffen. Darüber hinaus müsse das Tragen von Masken, das Abstandhalten sowie das Lüften und Verwenden von Luftfiltern konsequent betrieben werden. Bedürftige und Menschen, die nicht im Homeoffice arbeiten könnten, sollten FFP2-Masken erhalten, Reiseverkehr auf ein Minimum reduziert werden.

13:46 Uhr | Agra in Leipzig findet nicht statt

Die agra-Landwirtschaftsausstellung 2021 in Leipzig findet nicht statt. Wegen der anhaltend unsicheren Lage in der Coronavirus-Pandemie sagten die Veranstalter die Messe heute ab. Es sei nicht möglich, sie unter diesen Bedingungen in "angemessener Form" durchzuführen. Sie soll nun vom 21. bis 24. April 2022 stattfinden. Die agra findet regulär alle zwei Jahre im Frühjahr statt.

13:16 Uhr | Tausende FFP2-Masken aus Krankenhaus gestohlen

Aus einem Krankenhaus in Bergisch Gladbach in Nordrhein-Westfalen sind tausende FFP2-Schutzmasken gestohlen worden. Aus einem Lager der Klinik seien fünf Kartons mit Masken im Wert von etwa 5.000 Euro verschwunden, teilte die Polizei in der Stadt mit. Das Krankenhaus in Bergisch Gladbach habe Strafanzeige wegen Diebstahls erstattet.

13:10 Uhr | Covid-19-Patient fährt zum Einkaufen

Ein 21 Jahre alter Covid-19-Patient ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Wiesbaden nach Mainz gefahren und dort in einem Supermarkt gewesen. Wie die Bundespolizei mitteilte, hat sich der junge Mann am Dienstagabend am Mainzer Hauptbahnhof an Sicherheitskräfte gewandt und erklärt, er brauche medizinische Hilfe. Ein Rettungswagen habe ihn in eine Klinik gebracht. Ermittlungen ergaben, dass er in Wiesbaden stationär behandelt worden sei. Der Supermarkt sei abgesperrt worden. Gegen den jungen Mann laufe ein Straf- und ein Ordnungswidrigkeitsverfahren.

13:03 Uhr | Mutiertes Virus auch in Thüringen gefunden

Die erstmals in Großbritannien aufgetauchte Mutation des Coronavirus ist nun auch in Thüringen nachgewiesen worden. Betroffen ist nach den Angaben der Staatskanzlei ein achtjähriges Mädchen aus Jena. Die Virus-Variante B.117 gilt als deutlich ansteckender. An der Universitätsklinik in Jena wird Testmaterial gezielt auch auf Mutationen untersucht.

12:27 Uhr | Lage an der Charité hat sich entspannt

Die Belastung durch Covid-19-Intensivpatienten an der Charité in Berlin hat sich nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Heyo Kroemer leicht entspannt. Zum Jahreswechsel habe man noch 156 Intensivpatienten gehabt, nun seien es 130, sagte Kroemer. Auch seien inzwischen 3.000 von 19.000 Mitarbeitern des Klinikums geimpft.

11:46 Uhr | Unfall wegen verrutschter FFP2-Maske

Im bayerischen Gundelfingen hat eine 72 Jahre alte Frau einen Autounfall verursacht, weil ihre FFP2-Maske verrutscht ist. Wie die Polizei mitteilte, war sie abgelenkt, kam von der Fahrbahn ab und prallte mit ihrem Auto gegen eine Straßenlaterne. Warum die Frau, die allein in ihrem Auto unterwegs gewesen sei, die Maske trug, konnte die Polizei zunächst nicht erklären. Sie sei aber unverletzt geblieben.

11:03 Uhr | Einreise-Beschränkungen nächste Woche möglich

Die Bundesregierung will wegen der Coronavirus-Mutationen anscheinend bereits nächste Woche die Einreisen aus einschlägigen Hochrisikogebieten drastisch einschränken. Laut "Bild"-Zeitung hat das Bundeskabinett jetzt Innenminister Horst Seehofer (CSU) mit der Erarbeitung einer Verfügung beauftragt, die bis morgen mit den anderen Ressorts abgestimmt werden solle. Reuters meldet, betroffen sein könnten Reisende aus Großbritannien, Brasilien und Südafrika.

10:20 Uhr | Biontech: Impfstoff gegen Mutationen wirksam

Der Biontech-Impfstoff ist gegen die in Großbritannien und Südafrika aufgetauchten Coronavirus-Mutanten wirksam. Das teilten das Mainzer Unternehmen und sein US-Partner Pfizer mit. In-Vitro-Tests hätten gezeigt, dass die Entwicklung eines neuen Impfstoffs dafür nicht notwendig sei. Auftauchende Varianten würden jedoch weiterhin auf mögliche Resistenzen gegen die Impfung beobachtet. Laut Pfizer ergab die Laborstudie der medizinischen Abteilung der Universität von Texas, dass die Impfung nur wenig von seiner Effektivität einbüße.

09:41 Uhr | Beratungen über Impfgipfel mit den Ländern

Bundeskanzlerin Angela Merkel befürwortet nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert das von Gesundheitsminister Jens Spahn angeregte Spitzentreffen mit den Ministerpräsidenten zum Impfen. "Die Bundesregierung ist für einen solchen Impfgipfel", teilte Seibert mit. Mit den Ländern werde das noch heute abgestimmt.

09:01 Uhr | Sieben-Tage-Inzidenz wieder unter 100

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei der Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland hat jetzt erstmals seit drei Monaten wieder unter der Marke von 100 gelegen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sank der Wert am Donnerstag auf 98, nachdem er zuletzt am 29. Oktober unter 100 gelegen hatte. Der Inzidenz-Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen an sieben Tagen pro 100.000 Einwohner an.

08:39 Uhr | WHO untersucht Pandemie-Beginn in Wuhan

Nach einer zweiwöchigen Quarantäne haben Experten der Weltgesundheitsorganisation heute im chinesischen Wuhan ihre Untersuchung der Ursprünge des Coronavirus begonnen. Dem WHO-Team gehört auch Fabian Leendertz vom Robert Koch-Institut an. In der Millionenmetropole war Ende 2019 der weltweit erste Infektionsherd des neuartigen Erregers festgestellt worden. Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus, dass Fledermäuse die ersten Wirte des Virus waren. Ungeklärt ist aber, wie die Übertragung auf den Menschen ablief.

08:36 Uhr | Forderung nach "Click & Collect" in Sachsen

Die Industrie- und Handelskammer Leipzig ist enttäuscht über die neue Corona-Schutzverordnung. IHK-Präsident Kristian Kirpal sagte, es sei frustrierend, dass Sachsen als einziges Bundesland den Einzelhändlern nicht erlaube, den sogenannten "Click & Collect"-Service zu nutzen. Damit können Waren über das Internet bestellt und am unter Abstands- und Hygieneregeln abgeholt werden. Auch der Oberbürgermeister von Limbach-Oberfrohna, Jesko Vogel (Freie Wähler), ist dafür, das System zuzulassen. Er sagte dem MDR, es sei durchaus vertretbar. Das Land will es nach Aussagen von Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) allerdings erst zulassen, wenn der Inzidenzwert auf 50 gesunken ist.

07:05 Uhr | Disput um Notstandsgesetz in Sachsen

Sachsen plant ein Gesundheitsnotstands-Gesetz, um Behörden mehr Handlungsfreiheit zu geben. Zeitungsberichten zufolge könnten etwa Unternehmen verpflichtet werden, überlebenswichtige Güter herzustellen, Hilfsorganisationen angewiesen werden, Einsatzkräfte bereitzustellen. Linke-Fraktionschef Rico Gebhardt kritisierte bei MDR AKTUELL den Gesetzentwurf, weil der Landtag bei der Feststellung des Notstands nicht beteiligt werden solle. Der sozialpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Alexander Dierks, betonte, es sei noch nichts entschieden, der Entwurf noch in einem sehr frühem Stadium.

07:00 Uhr | Kritik an Corona-Urteil des Weimarer Amtsgerichts

Das Urteil des Weimarer Amtsgerichts sorgt weiter für Diskussion. In dem Urteil heißt es, der Lockdown und das Kontaktverbot im Frühjahr seien eine politische Fehlentscheidung und verfassungswidrig gewesen. Der Jenaer Jura-Professor Michael Brenner hält das für problematisch. Er sagte MDR AKTUELL, in dem Urteil fänden sich zum Teil dramatische Sätze. Der zuständige Richter habe anscheinend Privates und Berufliches vermischt. Es stehe ihm nicht zu, politische Entscheidungen in solcher Weise zu würdigen und in ein Urteil einfließen zu lassen. Medienberichten zufolge hatte der Richter selbst schon zweimal erfolglos gegen die Auflagen geklagt. Gegen sein Urteil hat die Staatsanwaltschaft Erfurt eine Rechtsbeschwerde beantragt.

06:30 Uhr | Neue Regeln in Sachsen und im Kreis Hildburghausen

In Sachsen gelten ab heute neue Schutzregeln. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums müssen beim Einkaufen sowie in Bus und Bahn OP- oder FFP2-Masken getragen werden. Auch in Kirchen und Gesundheitseinrichtungen ist das nun Pflicht. Städte und Landkreise können die nächtlichen Ausgangssperren aufheben, wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an fünf Tagen hintereinander unter 100 sinkt.

In Thüringen gelten neue Regeln im Landkreis Hildburghausen. So dürfen sich die Bewohner wieder weiter als 15 Kilometer von ihrer Wohnung entfernen. Bestehen bleibt allerdings das Einreiseverbot für Tagestouristen in den Landkreis. Laut Landratsamt können Gottesdienste und andere religiöse Veranstaltungen wieder stattfinden, mit maximal zehn Teilnehmern.

6:14 Uhr | Keine Lösung in Krisengespräch mit Astrazeneca

Im Streit zwischen der EU und dem Pharma-Unternehmen Astrazeneca ist keine Lösung in Sicht. EU-Kommissarin Stella Kyriakides twitterte nach einem weiteren Krisengespräch gestern Abend, es gebe noch immer keine Klarheit über einen Lieferplan. Die EU hatte bei Astrazeneca 400 Millionen Impfdosen bestellt. Nach Angaben von EU-Politikern sollen im ersten Quartal statt 80 Millionen Dosen aber nur 31 Millionen oder noch weniger kommen. Die EU-Zulassung des Impfstoffs wird für morgen erwartet.

06:00 Uhr | Kommunen: Corona-Krise gut gemeistert

Deutschland hat nach Ansicht des Städte- und Gemeindebunds die Coronavirus-Pandemie gut gemeistert. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte MDR AKTUELL, das zeige sich besonders im europäischen Vergleich. Natürlich seien aber auch Fehler gemacht worden. So hätten Schutzkonzepte für Alten- und Pflegeheime früher und konsequenter auf den Weg gebracht werden müssen. In den Zeitungen der Funke-Mediengruppe warnte Landsberg vor zu frühen Lockerungen. Diese solle es erst geben, wenn "die Zahl der Gesundheitsämter mit niedrigen Inzidenzen weiter deutlich zunimmt und zu einer flächendeckenden Entwicklung führt".

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 28. Januar 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. Januar 2021 | 06:00 Uhr

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