Coronavirus-Pandemie Ticker: Hotel-Restaurants müssen geschlossen bleiben

Hotels dürfen ihren Übernachtungsgästen kein Essen im Restaurant servieren. Einen entsprechenden Eilantrag lehnte das Verwaltungsgericht ab. Die neue Thüringer Corona-Verordnung gilt bis 15. März und damit eine Woche länger, als beim letzten Bund-Länder-Gespräch vereinbart. Nächtliche Ausgangssperren fallen ab Freitag allerdings weg. In Sachsen soll künftig das Personal von Kindertagesstätten einmal pro Woche auf Corona getestet werden. Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Ticker.

Blick in den Gastraum eines Restaurants.
Hotels dürfen ihren Übernachtungsgästen kein Essen im Restaurant anbieten – einen entsprechenden Eilantrag lehnte das Verwaltungsgericht Dresden ab. Bildrechte: imago/Peter Widmann

Unser Ticker am Donnerstag, 18. Februar 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:32 Uhr | Kekulé: Astrazeneca ist Impfstoff 2. Klasse

Der Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca sorgt in Deutschland weiter für Diskussion. Der Hallesche Virologe Alexander Kekulé nannte das Serum bei MDR AKTUELL einen Impfstoff 2. Klasse. Dabei verwies er auf die Studienlage. Das Astrazeneca-Vakzin sei mit 60 Prozent weniger wirksam als andere. Auch schütze es weniger deutlich vor der südafrikanischen Virusvariante.

Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, widersprach. Den Astrazeneca-Impfstoff zweitklassig zu nennen, sei sowohl wissenschaftlich als auch von der öffentlichen Wirkung völlig daneben. Das Mittel sei sehr gut. Watzl regte aber an, nach einer Zweifach-Impfung mit Astrazeneca mit einem anderen Mittel nachzuimpfen.

21:21 Uhr | Afrika: Start der Impfungen steht in 20 Ländern kurz bevor

Afrikas Impfstoff-Offensive gegen das Coronavirus steht der panafrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC zufolge unmittelbar vor dem Start. Die Auslieferung der ersten Million Dosen auf dem Kontinent soll kommende Woche beginnen, teilte die Institution am Donnerstag bei einer Pressekonferenz an. Der Astrazeneca-Impfstoff werde an insgesamt 20 Länder gehen, die damit vorrangig ihr Gesundheitspersonal impfen wollen.

21:21 Uhr | Biontech/Pfizer testen Impfstoff an Schwangeren

Die Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer haben eine klinische Studie gestartet, um ihren Corona-Impfstoff bei Schwangeren zu testen. Bei der Phase-2/3-Studie werden 4.000 schwangere Frauen unter anderem in den USA, Großbritannien, Spanien, Brasilien und Südafrika geimpft, teilten die Unternehmen am Donnerstag mit. Erste Teilnehmerinnen seien in den USA bereits geimpft worden. 

20:51 Uhr | Anteil britischer Corona-Variante in Frankreich bei 36 Prozent

Auch in Frankreich breitet sich die britische Coronavirus-Variante schnell aus: 36 Prozent aller positiv Getesteten sind inzwischen damit infiziert, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstagabend in Paris. Vor gut einem Monat lag der Anteil noch bei rund einem Prozent, allerdings wurden die Tests auch weniger mit Blick auf Mutanten analysiert. In Deutschland liegt der Anteil der britischen Variante derzeit nach Angaben der Bundesregierung bei über 22 Prozent.

Schärfere Grenzkontrollen, wie sie an den Grenzen zu Tschechien und Tirol durchgeführt werden, seien Bundesaußenminister Heiko Maas zufolge erst einmal nicht vorgesehen. "Die Bundesländer, die an der französischen Grenze liegen [...] sind gegen diese Grenzschließungen", sagte er bei einem Besuch in Paris.

20:51 Uhr | Thüringen: Verschiedene Gründe für höhere Inzidenz

Mit einem Wert von 120 steht Thüringen bundesweit an der Spitze der Sieben-Tage-Inzidenz. Das Gesundheitsministerium sieht für die gestiegene Zahl an Neuinfektionen mehrere mögliche Ursachen. So könnte der Wintereinbruch dazu geführt haben, dass weniger Menschen mit Symptomen zum Arzt gingen, um sich testen zu lassen, und dies nun nachholten. Zudem könnten die ansteckenderen Virus-Varianten zu mehr Infektionen führen.

Die meisten Ansteckungen erfolgten im privaten Bereich, wo offenbar die AHA-Regeln nicht konsequent umgesetzt würden. Der Rückgang in Pflegeheimen wird auf das Impfprogramm zurückgeführt.

20:24 Uhr | Sachsen plant Schnelltests für Kita-Personal

In Sachsen soll künftig auch das Personal von Kindertagesstätten einmal pro Woche auf Corona getestet werden. Nach MDR-Informationen will der Freistaat den Trägern kostenlos Schnelltests zur Verfügung stellen. Diese Tests müssten durch geschultes Personal vorgenommen werden. Die Organisation und die Durchführung lägen in der Hand der jeweiligen Einrichtungen und der Kommune. Anfang März solle es mit den Schnelltests losgehen.

20:07 Uhr | Mobilität im Februar weiter gesunken

Die Mobilität in Deutschland ist in der ersten Februar-Hälfte noch stärker zurückgegangen als im Januar. Das ergab eine Sonderauswertung von Mobilfunkdaten durch das Statistische Bundesamt. Demnach liegen die durchschnittlichen Bewegungen aktuell 19 Prozent unter dem Vorkrisen-Niveau. Im Januar waren es 16 Prozent.

Im Ländervergleich sank die Mobilität in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg mit je 27 Prozent besonders stark. In den eher dünn besiedelten Ländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern fiel der Rückgang mit drei und vier Prozent am schwächsten aus.

Forschende sprachen sich zuletzt zunehmend für eine NoCovid-Strategie aus: Statt rascher Öffnungen ist dabei das Ziel, die Infektionszahlen sehr weit nach unten zu drücken und dann langfristig niedrig zu halten.

Grenzkontrollen wegen Corona-Pandemie in Burghausen, Oberbayern, 3 min
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NoCovid: Forscher wollen statt raschen Öffnungen eine Strategie, die langfristig die Coronazahlen sehr niedrig hält.

MDR KULTUR - Das Radio Mo 01.02.2021 20:11Uhr 03:18 min

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19:12 Uhr | Urteil: Hotel-Restaurants müssen geschlossen bleiben

Hotel-Restaurants und Frühstücksräume müssen auch für hauseigene Gäste geschlossen bleiben. Das hat das Verwaltungsgericht Dresden bestätigt. Eine Dresdner Hotelgesellschaft hatte per Eilantrag (AZ.: 6 L 84/21) durchsetzen wollen, dass sie ihren Gästen Speisen und Getränke im Restaurant servieren darf. Der Roomservice als Alternative sei nicht besser, weil es dabei mehr Kontakte als im Restaurantbetrieb gebe. Außerdem seien Hotelrestaurants mit Betriebskantinen vergleichbar, die unter bestimmten Umständen öffnen dürften. Das Verwaltungsgericht lehnte den Eilantrag ab. Derzeit sind Hotelübernachtungen nur aus beruflichen Gründen erlaubt.

19:03 Uhr | Pandemie verkürzt Lebenserwartung in den USA deutlich

Die durchschnittliche Lebenserwartung in den USA ist im ersten Halbjahr 2020 deutlich gesunken. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler vom Nationalen Zentrum für Gesundheitsstatistik. Der untersuchte Zeitraum betrifft den Beginn und den ersten Höhepunkt der Corona-Pandemie. Demnach verkürzte sich die statistische Lebensdauer schwarzer Amerikaner um 2,7 Jahre. Bei Latinos sind es 1,9 Jahre, bei weißen Amerikanern 0,8 Jahre. Eine ähnlich dramatische Absenkung der Lebenserwartung erlebten die USA zuletzt im Zweiten Weltkrieg. Seit Beginn der Pandemie sind in den USA rund 490.000 Infizierte gestorben.

18:56 Uhr | Kritik an britischer Human-Challenge-Studie

Der Hallesche Medizinrechtler Hans Lilie ist dagegen, Menschen für Forschungszwecke absichtlich mit Corona zu infizieren. Er kritisierte bei MDR AKTUELL solche Pläne in Großbritannien als ethisch bedenklich. Gerade bei Corona sei das Risiko zu hoch.

Zudem ist es nach Lilies Worten fraglich, ob die dabei erzielten Ergebnisse tatsächlich wissenschaftlich verwertbar seien. Eine Infektion in einer streng kontollierten Umgebung sei etwas ganz anderes als im normalen gesellschaftlichen Umfeld.

Großbritannien will für eine Studie 90 jüngere Freiwillige gezielt mit dem Coronavirus infizieren, um die Wirksamkeit von Impfstoffen besser testen zu können.

18:01 Uhr | Thüringen: Neue Corona-Verordnung ab Freitag

In Thüringen fällt die nächtliche Ausgangssperre weg und Fahrschulen dürfen wieder unterrichten. Das sind zwei der Lockerungen in der neuen Corona-Verordnung in Thüringen, die am Freitag in Kraft tritt. Darüber informierte das Gesundheitsministerium am Donnerstagnachmittag. Auch bei standesamtlichen Hochzeiten oder Bestattungen gibt es eine Neuerung: Erlaubt sind 25 statt bisher 15 Personen. Das gilt allerdings nicht für anschließende Feiern. Auch die Mensen des Studierendenwerks dürfen wieder Essen anbieten.

Weitere Lockerungen gelten ab 1. März: Dann dürfen unter anderem Friseurbetriebe, Baumschulen, Gartenmärkte, Gärtnereien- und Floristikbetriebe wieder öffnen. Die neue Verordnung gilt bis 15. März – und damit eine Woche länger als beim Bund-Länder-Gespräch vor einer Woche vereinbart.

17:42 Uhr | Kein Versicherungsschutz bei Fehlen von Covid-19 im Vertrag

Stehen Covid-19 oder Coronavirus nicht ausdrücklich im Versicherungsvertrag, muss die Versicherung Gastronomen nicht entschädigen, deren Betriebe in der Pandemie geschlossen wurden. Das entschied das Stuttgarter Oberlandesgericht (OLG) am Donnerstag in zwei konkreten Fällen. Die Versicherungsbedingungen enthielten nicht erweiterbare Kataloge, lautete die Begründung.

Zwei baden-württembergische Gastwirte hatten das OLG angerufen, nachdem sie vor Landgerichten keinen Erfolg hatten (AZ.: 7 U 335/20 und 7 U 351/20). Beide schlossen Verträge mit Versicherungen ab, in denen auch Betriebsschließungen nach dem Infektionsschutzgesetz abgesichert sind. Darin sind mehrere Krankheiten aufgezählt, Covid-19 allerdings nicht. Darum fielen die aktuellen Schließungen nicht unter den Versicherungsschutz, entschied das OLG. In einem Fall ließ es eine Revision zum Bundesgerichtshof zu.

17:33 Uhr | Vatikan-Bediensteten droht bei Impf-Ablehnung die Entlassung

Den rund 5.000 Bediensteten des Vatikans droht bei einer Verweigerung der Corona-Impfung die Entlassung. Das geht aus einem Dekret hervor, das am Donnerstag vom Kirchenstaat veröffentlicht wurde. Wer keine medizinischen Gegen-Indikationen vorweise und die Impfung gegen das Coronavirus verweigere, müsse mit mehr oder weniger schweren Konsequenzen rechnen, die bis zur Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses führen könnten, heißt es in dem Dekret.

Das Papier bezieht sich auch auf künftige Bewerber für eine Tätigkeit im Vatikan. Wer eine Impfung verweigere, könne zum Risiko für andere werden. So würden die Risiken für die öffentliche Gesundheit erhöht.

16:52 Uhr | Studie: Verstorbene Covid-19-Patienten hatten oft Vorerkrankung

Die meisten Covid-19-Patienten mit einem schweren Verlauf sterben durch Vorerkrankungen und aufgrund ihres hohen Alters an der Virusinfektion. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Instituts für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Die Mediziner hatten dafür im vergangenen Jahr 735 Obduktionen durchgeführt, 618 Personen sind an Covid-19 gestorben.

Wie aus der Studie hervorgeht, hatten 88 Prozent der an Covid-19 Verstorbenen mindestens drei bis vier Vorerkrankungen gehabt. Die große Mehrheit aller Todesopfer sei zudem älter als 76 Jahre gewesen. Die verstorbenen Männer waren demnach zahlenmäßig mehr und auch etwas jünger als die Frauen. 20 Prozent der Verstorbenen wiesen zudem ein krankhaftes Übergewicht auf. Bei einigen Todesfällen seien schon die neuen Covid-19-Mutationen obduziert worden, erklärten die UKE-Wissenschaftler.

15:56 Uhr | Lauterbach lässt sich mit Astrazeneca impfen

Der SPD-Gesundheitsexperte und Mediziner Karl Lauterbach wird Ende der kommenden Woche als Impfarzt in einem Leverkusener Impfzentrum arbeiten und dabei den Impfstoff von Astrazeneca verabreicht bekommen. "Ich werde mich dort, wie alle Mitglieder des Impfzentrums, natürlich mit Astrazeneca impfen lassen", sagte er dem "Tagesspiegel": "Wir wollen ein klares Bekenntnis zu Astrazeneca abgeben, das ist ein sicherer und guter Impfstoff."

15:14 Uhr | Europäisches Netz zu Impfstoffen wird aus Köln koordiniert

Die Universität und die Uniklinik Köln leiten künftig ein EU-weites Netz zur Impfstoff-Forschung. An dem Netz "Vaccelerate" seien bisher 26 Partner-Institutionen aus 21 Ländern Europas beteiligt, teilte die Universität am Donnerstag mit. Die Europäische Union fördert die Einrichtung für drei Jahre mit insgesamt zwölf Millionen Euro.

Da es bei Corona noch viele offene Fragen unter anderem zur Sicherheit, Wirksamkeit und eventuell notwendiger Anpassung der Impfstoffe an Virusmutationen gebe, bestehe ein hoher Bedarf an Impfstoffstudien. Diese Studien sollen künftig über das neue Forschungsnetzwerk koordiniert werden.

14:25 Uhr | Seehofer rechnet mit Verlängerung von Grenzkontrollen

Die Grenzkontrollen zu Tschechien und Tirol werden nach Einschätzung von Bundesinnenminister Horst Seehofer wahrscheinlich über den 23. Februar hinaus verlängert. Angesichts des Infektionsgeschehens sei das zu erwarten, sagte Seehofer bei einem Besuch an der deutsch-tschechischen Grenze nahe dem sächsischen Gottleuba. "Aber entschieden ist es nicht", betonte der CSU-Politiker. Darüber würden Bund und die betroffenen Länder Anfang nächster Woche beraten.

14:10 Uhr | Mediziner kritisieren Schnelltest-Offensive

Die von der Bundesregierung angekündigte Einführung kostenloser, flächendeckender Corona-Schnelltests stößt bei den Medizinern im öffentlichen Gesundheitsdienst auf Vorbehalte. "Es bringt bei der Pandemie-Bekämpfung nichts, einfach nur viele kostenlose Tests anzubieten", sagt die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Ute Teichert, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe".

Es müsse geklärt werden, wie sich bei einem positiven Testergebnis zu verhalten sei. Auch sei offen, bei wem sich diese Personen melden müssten. Bislang gebe es zudem keine Antwort auf die Frage, ob Kinder von infizierten Eltern in die Schule gehen dürften oder ob in diesen Fällen für die ganze Familie Quarantänepflicht gelte.

13:50 Uhr | Statistiker: Hälfte der Südafrikaner infiziert

Rund die Hälfte aller Menschen in Südafrika könnte nach Berechnungen von Statistik-Fachleuten eine Corona-Infektion hinter sich haben. Auch die Sterberate könnte nach Angaben des Südafrikanischen Medizinischen Forschungsrats deutlich höher liegen als angenommen. Seit Mai 2020 starben dem Rat zufolge 140.000 mehr Menschen als üblich. Die größte private Krankenversicherung des Landes Discovery schätzt, dass rund 90 Prozent dieser Todesfälle auf eine Covid-19-Erkrankung zurückzuführen sind. Damit wären mehr als 120.000 Menschen in Südafrika nach einer Infektion gestorben und nicht nur rund 48.500, wie die Behörden angeben.

Südafrika ist das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land des Kontinents. Die Erkenntnisse der Statistikexperten stimmen weitgehend mit Studien zu Antikörpern überein.

13:44 Uhr | Zwickau: Polizei löst Geburtstagsparty auf

Die Polizei hat in Zwickau eine Geburtstagsfeier mit 32 Gästen beendet. Den Angaben zufolge wurden die Beamten gestern Abend wegen Lärm zu einem Haus gerufen. Dort seien 16 Erwachsene und 18 Kinder angetroffen worden. Sie stammten aus neun verschiedenen Haushalten. Gegen die Volljährigen sei Anzeige wegen Verstoßes gegen die Corona-Schutzverordnung gestellt worden. Der Gastgeber muss sich zudem wegen des Lärms verantworten.

13:30 Uhr | Haseloff dankt Bürgerinnen und Bürgern

Die strengen Corona-Regeln haben nach Einschätzung von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff in den vergangenen Wochen einen Kollaps des Gesundheitssystems verhindert. Die Maßnahmen wirkten, sagte der CDU-Politiker in einer Regierungserklärung im Landtag. Das hätten auch die zuletzt deutlich sinkenden Infektionszahlen gezeigt. Haseloff dankte den Menschen für ihre Disziplin und ihr solidarisches Verhalten. Zugleich räumte er ein, dass die Geduld der Bevölkerung durch die neuesten Bund-Länder-Beschlüsse weiter strapaziert werde. Die AfD hatte die Sondersitzung des Landtags beantragt.

13:17 Uhr | Steinmeier sieht Zeichen der Hoffnung

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zu mehr Geduld in der Pandemie aufgerufen. Steinmeier sagte bei einem Videogespräch mit Pflegekräften sowie Ärztinnen und Ärzten aus Sachsen, es sei nicht einfach einzuschätzen, wo das Land in diesen Tagen stehe. Die Lage sei wegen der Mutationen unsicher. Dennoch wachse die Ungeduld im Land. Impfungen und Schnelltests seien aber ein Zeichen der Hoffnung.

Der Präsident dankte dem Pflegepersonal und der Ärzteschaft für ihren Einsatz. Sie leisteten einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (l) nimmt im Schloss Bellevue an einer Videokonferenz zur Lage im Gesundheits- und Pflegedienst in Sachsen teil.
Bundespräsident Steinmeier im Gespräch mit medizinischem Personal aus Sachsen. Bildrechte: dpa

13:06 Uhr | Viele positive Schnelltests in Halle

Die Einwohner von Halle können sich seit dem heutigen Donnerstag kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Die Stadt bietet seit dem Morgen Schnelltests an. Das Land beteiligt sich an den Kosten. Der Anteil der positiven Testergebnisse war gleich zu Beginn überraschend hoch: Einsatzleister Daniel Schöppe sagte, von den ersten 40 Tests seien 90 Prozent positiv ausgefallen. Viele kämen mit Symptomen zum Test, entsprechend seien auch die Ergebnisse. Falls ein Schnelltest positiv sei, werde unmittelbar ein regulärer Test zur Überprüfung eingesetzt.

Bundesweit will Gesundheitsminister Jens Spahn ab 1. März kostenlose Schnelltests für alle anbieten. Sie sollen von medizinisch geschultem Personal in Testzentren, Apotheken und Arztpraxen vorgenommen werden. Die Kosten soll der Bund übernehmen.

12:06 Uhr | Immunologen und Ärzte werben für Astrazeneca-Impfstoff

In der Diskussion um die Wirksamkeit des Impfstoffs von Astrazeneca sind Fachleute weiter bemüht, Zweifel an dem Präparat zu zerstreuen. Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, sagte der "Augsburger Allgemeinen": "Zu sagen, der Astrazeneca-Impfstoff, wäre zweitklassig, ist sowohl wissenschaftlich als auch von der öffentlichen Wirkung völlig daneben." Das Mittel von Astrazeneca sei ein sehr guter Impfstoff, "auch wenn die anderen noch ein bisschen besser sind."

Wegen der Skepsis mancher Menschen schlägt Watzl gleichwohl eine garantierte Nachimpfung mit einem mRNA-Impfstoff vor. "Man kann die Immunität, die man mit dem Astrazeneca-Impfstoff ausgelöst hat, ohne Probleme mit einem mRNA-Impfstoff später noch einmal verstärken", sagte er. Immunologisch sei das kein Problem.

Am Mittwoch hatten bereits der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, sowie Gesundheitsminister Jens Spahn für den Impfstoff geworben.

11:39 Uhr | Blutverdünner helfen nachweislich

Untersuchungen von Gestorbenen bestätigen nach Angaben des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf die positive Wirkung von Blutverdünnungsmitteln bei der Covid-19-Therapie. "Zwar haben unsere Obduktionen der Verstorbenen gezeigt, dass die Covid-19-Erkrankten trotz der Gabe von Blutverdünnungsmitteln noch Blutgerinnsel in den Lungenschlagadern aufweisen konnten", sagte der Leiter des Instituts für Rechtsmedizin, Benjamin Ondruschka, am Donnerstag. In der statistischen Auswertung hätten sich aber längere Überlebenszeiten seit einer Therapieumstellung gezeigt. Die positiven Effekte müssten nun noch durch Studien an Patientinnen und Patienten bestätigt werden, die eine Behandlung auf der Intensivstaion überlebten.

Bereits im Mai vergangenen Jahres war bei den Hamburger Obduktionen aufgefallen, dass Covid-19 zu ungewöhnlich vielen Thrombosen und Lungenembolien führt. Daraufhin waren die bundesweit geltenden Behandlungsleitlinien geändert worden. Seitdem wird Ärzten empfohlen, Patienten nach individueller Risikoeinschätzung mit einem Blutverdünnungsmittel zu behandeln.

10:39 Uhr | Pandemie sorgt für Streaming-Boom

Die Deutschen schauen in der Pandemie immer mehr Filme und Serien via Internet. Davon profitieren Streaminganbieter. Dieses Jahr werde der Umsatz mit den Videoübertragungen auf 3,8 Milliarden Euro steigen, schätzt das Marktforschungsunternehmen Goldmedia in einer am Donnerstag veröffentlichten Prognose – ein Plus von einen Viertel gegenüber dem Vorjahr. Bereits 2020 habe der Umsatz um 28 Prozent auf rund drei Milliarden Euro zugelegt.

Nach Analyse der Marktforscher trägt die Schließung der Kinos deutlich zum Wachstum bei, auch weil aktuelle Kinofilme nun zuerst bei Netflix, Amazon Prime und Co. veröffentlich werden.

10:11 Uhr | Sächsische Arbeitgeber kritisieren Grenzschließung scharf

Ungewöhnlich scharf kritisiert erneut die Vereinigung der sächsischen Wirtschaft die Grenzschließung zu Tschechien. Arbeitgeberpräsident Jörg Brückner sagte MDR Aktuell, er sei fassungslos, dass die sächsische Staatsregierung offenbar über keine Informationen zu wirtschaftlichen Problemen aufgrund der Grenzschließung zu Tschechien verfüge. Diese Fehleinschätzung stimme mit der Realität in der Grenzregion, vor allem dem Erzgebirge, nicht überein.

Der Personen- und der Warenverkehr sei empfindlich gestört. Viele Firmen müssten unverschuldet den wirtschaftlichen Schaden tragen. Brückner hält die Maßnahmen für völlig überzogen, weil es genügend Angebote und Vorbereitungen der Unternehmen gebe, damit die Pendler sicher an ihre Arbeitsplätze und zurück nach Hause gelangen könnten. Man habe dies seitens der Staatsregierung stets zurückgewiesen.

Das geht zu weit. So geht sächsisch nicht.

Jörg Brückner Präsident Arbeitgeberverband Sachsen

09:11 Uhr | Über 9.500 neue Fälle

Die Gesundheitsämter haben am gestrigen Mittwoch deutschlandweit 9.596 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Das geht aus Daten des Risklayer-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie hervor. Der Sieben-Tage-Durchschnitt lag bei 7.295 – er stagniert damit in etwa seit Wochenbeginn. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner betrug laut Risklayer im bundesweiten Schnitt 61,4.

In Mitteldeutschland gab es am Mittwoch den Daten zufolge 1.529 neue Fälle. Die sächsischen Gesundheitsämter meldeten 734 Neuinfektionen, in Thüringen waren es 540 in Sachsen-Anhalt 318.

08:23 Uhr | Industrie trotzt Krise

Die deutsche Industrie geht mit einem wachsenden Puffer in das zweite Corona-Jahr. Ihr Auftragsbestand legte im Dezember bereits den siebten Monat in Folge zu, und zwar um 0,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Im Vergleich zum Februar 2020 – dem Monat vor Beginn der ersten Einschränkungen in Deutschland – ist der Bestand inzwischen saison- und kalenderbereinigt um 3,6 Prozent höher.

08:21 Uhr | Dutzende Weimarer Polizeibeamte in Quarantäne

In Weimar sind 30 Beamtinnen und Beamte der Polizeiinspektion in Quarantäne. Sie seien nach drei positiven Fällen in der Polizeiinspektion und bei der Kriminalpolizei in Isolation geschickt worden. Der Dienstbetrieb werde uneingeschränkt aufrechterhalten.

08:02 Uhr | Viele Todesfälle in Leipziger Pflegeheim

In einem Pflegeheim in der Leipziger Südvorstadt hat es im Januar einen schweren Corona-Ausbruch gegeben. Wie die "Leipziger Volkszeitung" berichtet, starben dabei 16 Menschen. Sie hatten demnach erst wenige Tage zuvor ihre erste Corona-Schutzimpfung erhalten. Der Infektiologe Michael Borte vermutet, dass das Virus zu diesem Zeitpunkt bereits im Heim grassierte. Nach Aussage von Stefan Eckner, Geschäftsführer der Städtische Altenpflegeheime GmbH, hatte der Ausbruch am 18. Januar begonnen. Insgesamt hätten sich 46 Bewohner und 21 Mitarbeiter infiziert. Aktuell gebe es keine Fälle. Seit dem 10. Februar ist die Quarantäne für das Heim in der Brandvorwerkstraße wieder aufgehoben.

07:53 Uhr | Thüringen: Kommunen in finanziellen Schwierigkeiten

Kommunen stehen aus Sicht des Gemeinde- und Städtebunds Thüringen in nächster Zeit schwierige Entscheidungen bevor. Geschäftsführer Ralf Rusch sagte: "Es gibt viele Einnahmeausfälle, viele haben wegen der Corona-Krise weniger Bußgelder wegen Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung eingenommen, und Steuereinnahmen gehen zurück." Hinzu käme die Ungewissheit über die weitere Entwicklung der Pandemie. Das treffe auch die Haushaltsplanung. Als erstes müssten Städte und Gemeinden stets bei freiwilligen Aufgaben sparen, also etwa bei Kultur-, Sport- und Freizeitangeboten. "Es gibt keine Stelle, wo Kürzungen nicht weh tun werden", erklärte Rusch.

07:35 Uhr | Kurzarbeit in einem Drittel der Unternehmen

Der aktuelle Lockdown hat laut einem Zeitungsbericht zu Kurzarbeit in rund einem Drittel der Unternehmen in Deutschland geführt. Im Januar beantragten 31 Prozent der Betriebe die staatlichen Lohnzuschüsse für Kurzarbeit, wie nach Angaben der "Augsburger Allgemeinen" vom Donnerstag eine Umfrage des Münchner ifo-Instituts ergab. Im Dezember waren es noch 28 Prozent gewesen.

07:22 Uhr | FDP fordert öffentliche Impfung von Merkel und Steinmeier

Die FDP hat eine rasche Impfung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel gegen das Coronavirus gefordert. Damit könne um Vertrauen in die Impfungen geworben werden, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Michael Theurer der "Bild". Eine öffentliche Impfung des Bundespräsidenten und der Kanzlerin wäre ein "sehr positives Signal" für die Impfkampagne, betonte der FDP-Politiker.

07:10 Uhr | Kretschmer bleibt bei Nein zu Reisen über Ostern

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer bleibt dabei, dass es Urlaubsreisen zu Ostern in diesem Jahr nicht geben sollte. Der CDU-Politiker sagte am Abend in der ARD, das Virus habe sich nicht verändert. Im Gegenteil – es gebe die Mutation, die wesentlich ansteckender sei. Man dürfe nicht das leichtfertig aufs Spiel setzen, was man bitter und psychisch schwierig erreicht habe. Wenn zu Ostern das ganze Land in Bewegung sei und sich alles durchmische, werde das große Auswirkungen für den Rest des Jahres haben.

06:52 Uhr | Apotheken unterstützen Plan für Schnelltests

Apotheker in Mitteldeutschland unterstützen den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, ab 1. März kostenlose Schnelltests anzubieten. Der Vize-Chef des sächsischen Apothekerverbandes, Reinhard Groß, sagte MDR AKTUELL, darauf habe die Branche gewartet. Es sei ganz wichtig, dass dieses Angebot gemacht werde. Nun müsse jede Apotheke für sich entscheiden, ob sie Tests durchführe. Die Schnelltests sollen Spahn zufolge von geschultem Personal in Apotheken, Testzentren und Arztpraxen angeboten werden.

Der Städte- und Gemeindebund warnte derweil vor zu großen Hoffnungen, dass es überall schnell Tests gebe. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte den Funke-Medien, der Impfstart habe gezeigt, dass Organisation und Verteilung für viele Millionen Menschen gleichzeitig eine Mammutaufgabe sei.

06:48 Uhr | Diäten sinken erstmals

Die Diäten der Abgeordneten im Bundestag müssen offenbar zum 1. Juli erstmals gesenkt werden. Grund ist laut "Bild-Zeitung" der coronabedingte Konjunktureinbruch im vergangenen Jahr. Demnach fiel nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes der Nominal-Lohnindex um 0,6 Prozent. Weil sich die Diätenentwicklung am Index orientiert, müssten auch die Bezüge der Bundestagsabgeordneten gesenkt werden - von derzeit rund 10.100 Euro brutto im Monat um etwa 61 Euro.

06:33 Uhr | Skepsis an Astrazeneca-Impfstoff

Der Impfstoff von Astrazeneca stößt auch in Mitteldeutschland teils auf Skepsis. Ein Sprecher des Deutschen Rotes Kreuzes (DRK) in Sachsen sagte MDR AKTUELL, die Aufklärungsgespräche dauerten in der Regel länger als bei Impfstoffen anderer Hersteller. Knapp 50 Patienten hätten es abgelehnt, mit dem Vakzin geimpft zu werden. Bisher seien 1.000 Dosen verabreicht worden. Weitere 2.500 seien allein in dieser Woche noch verfügbar. Dass es so viele freie Termine gibt, liegt nach Auffassung des DRK aber nicht an Astrazeneca. Vielen sei einfach nicht bewusst, dass sie an der Reihe seien. Anders als die Impfstoffe von Moderna oder Biontech wird Astrazeneca nur Menschen unter 65 verabreicht.

Auch andere Bundesländer melden vereinzelt Absagen von Impfterminen mit dem Astrazeneca-Impfstoff. So seien in Nordrhein-Westfalen in der vergangenen Woche etwa 600 Termine nicht angenommen oder versäumt worden, wie das dortige Gesundheitsministerium bestätigte.

Gesundheitsminister Jens Spahn, Virologen, Ärzte und andere Fachleute werben indes für den Imfpstoff. Er sei gut und wirksam, betonten etwa der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, und der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 18. Februar 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. Februar 2021 | 20:30 Uhr

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