Coronavirus-Ticker 18. Juni: Regelbetrieb an Schulen nach den Sommerferien

Nach den Sommerferien sollen Schulen in Deutschland wieder in den Regelbetrieb gehen können - unter gewissen Voraussetzungen. In Magdeburg muss indes eine weitere Schule vorerst wieder schließen. Der SPD-Gesundheitsexperte Heidenblut hat die Corona-Warn-App gegen Kritik verteidigt. Im Kreis Gütersloh wächst nach dem Coronaausbruch der Druck auf den Schlachtbetrieb Tönnies. Die Entwicklungen im Überblick:

Erstklässer sitzen im Unterricht auf auseinandergerückten Einzelplätzen, während die Lehrerin mit Mundschutz unterrichtet.
Je nach Infektionsgeschehen soll nach den Sommerferien auch der Mindestabstand von 1,5 Metern an Schulen wegfallen. Bildrechte: dpa

Unser Ticker vom Donnerstag endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie in unserem Ticker am Freitag.

23.45 Uhr | Maskenpflicht in Kalifornien

Im US-Bundesstaat Kalifornien gilt ab sofort eine Maskenpflicht. Gouverneur Gavin Newsom hat eine entsprechende Verordnung für "die meisten Orte außerhalb des Hauses" erlassen. Mit Ausnahmen wie Restaurants gilt dies auch in geschlossenen Räumen. Newsom erklärte, es würden zu wenige Menschen Masken tragen, was die Fortschritte im Kampf gegen die Pandemie gefährde. Laut der Johns Hopkins Universität gab es bisher in Kalifornien, im mit rund 40 Millionen Menschen bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA, mehr als 163.000 Corona-Infektionen. Knapp 5.300 Menschen starben.

22:11 Uhr | Corona-Ausbruch in Kasseler Wohnhaus

In einem Wohnhaus im hessischen Kassel haben sich mindestens 20 Bewohnerinnen und Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Nach Angaben der Stadt sind darunter auch zwei Grundschulkinder. Als Vorsichtsmaßnahme bleibe ihre Schule und ein Hort im betroffenen Stadtteil am Freitag geschlossen. Weitere Menschen würden getestet, Ergebnisse standen am Abend noch aus.

21:38 Uhr | Weitere Corona-Fälle in Augustusburg

Nach einer Corona-Infektion einer Lehrerin am Regenbogen-Gymnasium im mittelsächsischen Augustusburg sind weitere 24 Corona-Fälle nachgewiesen worden. Seit Dienstag waren zunächst die direkten Kontaktpersonen der infizierten Lehrerin getestet, anschließend auch weitere Schüler und Beschäftigte des Gymnasiums. Morgen gehen dem Landratsamt zufolge die Tests bei Angehörigen der Schüler weiter.

21:16 Uhr | Magdeburg will Ausbruch ohne Lockdown bekämpfen

In Magdeburg wird es nach dem jüngsten Corona-Ausbruch vorerst keinen Lockdown geben. Das sagte Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne dem MDR. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper habe bereits das getan, was das Ministerium empfohlen habe. Als Beispiel nannte Grimm-Benne die erfolgten Schulschließungen. Außerdem hätten Altenpflegeheime und Krankenhäuser ihre Besuche wieder eingeschränkt.

20:52 Uhr | Video belegt Corona-Verstöße bei Tönnies

Im Tönnies-Schlachtbetrieb im Kreis Gütersloh ist offenbar schon vor Monaten schwer gegen die Corona-Vorgaben des Landes verstoßen worden. Das belegt ein Video, das dem SWR vorliegt. Es soll von Anfang April stammen. Unter anderem sei zu sehen, wie hunderte Mitarbeiter dicht gedrängt in der Kantine sitzen. Ein Sprecher des Kreises teilte mit, das entspreche nicht dem Pandemie-Konzept des Unternehmens. Tönnies habe auch keine Sondergenehmigung gehabt, Hygieneregeln außer Kraft zu setzen. Das Unternehmen selbst bestätigte dem SWR die Echtheit des Videos.

20:31 Uhr | Tuifly will Flotte mehr als halbieren

Beim Ferienflieger Tuifly wird der Abbau hunderter Arbeitsplätze immer wahrscheinlicher. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi hat der Aufsichtsrat dem Sparkurs des Managements mehrheitlich zugestimmt. Den bisherigen Plänen zufolge will Tuifly wegen der Corona-Krise und der gesunkenen Nachfrage rund 900 der knapp 2.000 Vollzeitstellen streichen. Die Flotte soll auf 17 Flugzeuge mehr als halbiert werden. Konzern-Chef Oliver Lackmann erklärte, die Entscheidung mache sich niemand leicht, aber die Flotte sei für die Kundenzahl des deutschen Tui-Reiseveranstalters zu groß.

19:56 Uhr | Sachsen-Anhalt verlängert Regelung zu Sonntagsöffnungen

In Sachsen-Anhalt dürfen Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Apotheken und Zeitungsläden weiter an Sonn- und Feiertagen öffnen. Das Landesverwaltungsamt verlängerte die entsprechende Regelung bis zum 12. Juli. Sie war wegen der Corona-Pandemie erlassen worden.

19:12 Uhr | Regulärer Unterricht in Schulen nach den Ferien

Spätestens mit Beginn des neuen Schuljahrs soll der reguläre Schulbetrieb überall in Deutschland wieder aufgenommen werden. Es werde angestrebt, "dass alle Schülerinnen und Schüler spätestens nach den Sommerferien wieder in einem regulären Schulbetrieb nach geltender Stundentafel in den Schulen vor Ort und in ihrem Klassenverband oder in einer festen Lerngruppe unterrichtet werden", heißt es in einem Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) vom Donnerstagabend.

"Die Länder stimmen dabei überein, dass hierfür die Abstandsregelung von 1,5 Metern entfallen muss, sofern es das Infektionsgeschehen zulässt", erklärten die Minister weiter. Weiterhin seien aber Hygienemaßnahmen und deren "situationsadäquate Anpassung vor Ort" notwendig. Die KMK werde "rechtzeitig" einen gemeinsamen Rahmen für aktualisierte Schutz- und Hygienemaßnahmen beschließen.

18:27 Uhr | Bundeswehr soll bei Corona-Tests bei Tönnies helfen

Nach dem Corona-Massenausbruch in einem Tönnies-Schlachtbetrieb hat der Kreis Gütersloh die Bundeswehr um Hilfe gebeten. Wie Landrat Adenauer sagte, sollen ab morgen rund zwei Dutzend Soldaten bei Reihentests auf das Virus helfen. Getestet werden müssen noch rund 5.300 Beschäftigte aus dem Stammwerk des Fleischkonzerns. Dort wurden bei rund 1.100 Tests bislang 730 Neuinfektionen festgestellt.

Die sogenannte 7-Tages-Inzidenz stieg im Kreis Gütersloh nach Angaben einer Sprecherin inzwischen auf den Wert von 213. Dieser Wert zeigt an, wieviele Neuinfektionen in den vergangenen 7 Tagen pro 100.000 Einwohner gemeldet wurden. Der Wert darf eigentlich nicht über 50 steigen, ansonsten müssen Lockerungen im Kreis wieder rückgängig gemacht werden.

18:05 Uhr | Magdeburg schließt elfte Schule und Freizeiteinrichtungen

Stühle stehen in einem leeren Klassenzimmer
Am Freitag soll in Magdeburg bereits die elfte Schule wieder geschlossen werden. Bildrechte: dpa

Um die weitere Ausbreitung des Coronavirus in Magdeburg zu bremsen, schließt die Stadt eine weitere Grundschule und mehrere Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche. Es ist die elfte Schule, die von den jüngsten Schließungen betroffen ist. Nach Angaben der Stadt war ein Mitarbeiter positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, der im gesamten Gebäude der Grundschule "Westerhüsen" Reinigungsarbeiten verrichtete. Ab Freitag bis zum 3. Juli werde die Schule daher geschlossen. Bis zum 1. Juli werden zudem vorsorglich sieben Freizeiteinrichtungen geschlossen. Dort hätten sich viele Kinder und Jugendliche aus Familien aufgehalten, in denen das Virus nachgewiesen worden sei.

17:49 Uhr | Nato trifft Vorbereitungen für mögliche zweite Corona-Welle

Die Nato wappnet sich mit einem Notfallplan für eine mögliche zweite Welle in der Corona-Pandemie. Die Verteidigungsminister der 30 Mitgliedstaaten beschlossen unter anderem, einen Vorrat an medizinischer Ausrüstung anzulegen. Dazu gehören Material für Intensivstationen, Beatmungsgeräte und Schutzmasken. Wo die Vorräte angelegt werden, ist den Angaben zufolge nicht abschließend entschieden.

Ein Krisenfonds in Höhe von mehreren Millionen Euro soll zudem im Notfall den Transport von Material, aber auch von Patienten finanzieren.

17:08 Uhr | SPD weist Kritik an der Corona-Warn-App zurück

Der SPD-Gesundheitsexperte Dirk Heidenblut sieht keinen Nachbesserungsbedarf bei der Corona-Warn-App. Der Bundestagsabgeordnete wies bei MDR AKTUELL Kritik des Paritätischen Wohlfahrtsverbands zurück, dass die App ältere und arme Menschen außen vor lasse. Ein Großteil der Bevölkerung habe ein Smartphone, auf dem die App funktioniere. Wenn nur ein Teil sie dann nutze, helfe das Infektionsketten besser zu verfolgen. Heidenblut zufolge kann man so auch diejenigen wirksamer schützen, die kein Smartphone haben. Außerdem sei es wichtig, dass die App sicher sei und Datenschutz-Standards einhalte. Das sei nur mit neueren Betriebssystemen möglich.

Bis Donnerstagmittag wurde die App nach Angaben des Robert Koch-Instituts 7,9 Millionen Mal heruntergeladen. Auf Twitter schrieb das RKI, jede Nutzerin und jeder Nutzer leiste einen wichtigen Beitrag zu weiteren Eindämmung der Pandemie.

16:34 Uhr | Laschet: Menschen Schuld am Virus zu geben, verbietet sich

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat auf Kritik an seiner Aussage zum Coronaausbruch beim Schlachtbetrieb Tönnies reagiert. "Menschen gleich welcher Herkunft irgendeine Schuld am Virus zu geben, verbietet sich", teilte der CDU-Politiker mit. Das sei für ihn und die gesamte Landesregierung selbstverständlich.

Gestern hatte Laschet auf die Frage, was der Ausbruch über die bisherigen Lockerungen aussage, geantwortet: "Das sagt darüber überhaupt nichts aus, weil Rumänen und Bulgaren da eingereist sind und da der Virus herkommt. Das wird überall passieren." Unter anderem die SPD und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) forderten umgehend eine Entschuldigung dafür. Der nordrhein-westfälische NGG-Chef Mohamed Boudih sprach von einer beschämenden und empörenden Schuldumkehr. Die Aussage Laschets diskriminiere jene Menschen, "die unter skandalösen Umständen die Versorgung der Bevölkerung von NRW und Deutschland mit Fleisch sicherstellen".

16:15 Uhr | Elternproteste gegen Tönnies in Gütersloh

Wegen der Schulschließungen nach dem Coronaausbruch beim Schlachtereibetrieb Tönnies haben Dutzende Eltern und Lehrer demonstriert. Vor dem privaten Tönnies-Anwesen, einem Werk des Schlachtbetriebs sowie einer Kirche in Rheda-Wiedenbrück hielten sie Schilder mit Aufdrucken wie "Stoppt die Ausbeute bei Tönnies" hoch. Der Vorstandsvorsitzende der Caritas Gütersloh, Volker Brüggenjürgen, sagte, das System Tönnies gefährde den sozialen Zusammenhalt. Man kritisiere seit Jahren die Arbeits- und Wohnbedingungen dort.

Von Tönnies heißt es, man habe Verständnis für den Unmut. Man habe mit den Leuten vor dem Werk gesprochen und sich entschuldigt. Man tue alles, um das Virus wieder loszuwerden. Die Polizei Gütersloh appellierte indes an die Teilnehmer der Demonstrationen, die Versammlungen anzumelden.

15:26 Uhr | Über eine Million Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA

Die Corona-Pandemie hat in den USA weiterhin erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums stellten in der vergangenen Woche erneut rund 1,5 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe.

In den USA wurden Mitte März weite Teile der Wirtschaft stillgelegt, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Seitdem verloren mehr als 40 Millionen Menschen zumindest zeitwese ihre Jobs. Teils wurden innerhalb einer Woche mehr als sechs Millionen Erstanträge verzeichnet. Inzwischen dürfen viele Geschäfte, Fabriken und Restaurants unter Auflagen wieder öffnen.

15:04 Uhr | Erstmals seit Anfang Mai mehr als 1.000 Neuinfektionen

Am gestrigen Mittwoch haben die Kreise und Städte in Deutschland zum ersten Mal seit dem 8. Mai wieder mehr als 1.000 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Laut der Datenbank des am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelten Projekts "Risklayer" wurden 1.042 Fälle gemeldet. Davon entfielen allein mehr als 570 auf den Kreis Gütersloh, wo es in einem Schlachtbetrieb des Fleisch-Konzerns Tönnies einen Corona-Ausbruch gegeben hatte. Aufgrund des dynamischen Geschehens in Gütersloh oder auch Göttingen ist auch im Laufe des aktuellen sowie der nächsten Tage mit zahlreichen neugemeldeten Infektionen zu rechnen.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts zuletzt bei 0,86 (berücksichtigt wurde dabei der Datenstand vom 17. Juni, 0 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Auch bei diesem Wert ist in den kommenden Tagen mit einem Anstieg zu rechnen. Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,89. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, muss der Wert langfristig unter 1,00 gehalten werden.

Institutionen wie "Risklayer" oder die Johns-Hopkins-Universität stützen sich auf die durch die Gesundheitsämter oder andere staatliche Behörden vermeldeten Infektionsfälle. Diese Daten sind oftmals aktueller als jene des Robert Koch-Instituts, das seine Daten über eine längere Meldekette erfasst und nur einmal am Tag aktualisiert veröffentlicht.

14:20 Uhr | 14 Neuinfektionen in Magdeburg

In Magdeburg sind von gestern zu heute Vormittag 14 neue Coronavirus-Infektionen festgestellt worden, sowie je einer im Landkreis Börde und im Burgenlandkreis. Nach Angaben des Sozialministeriums stieg die Zahl der Ansteckungen landesweit damit auf 1.819, 57 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus. In Magdeburg sind wegen des Ausbruchs derzeit zehn Schulen geschlossen und mehrere Spielplätze sowie Kinder- und Jugendeinrichtungen gesperrt. Insgesamt wurden in Magdeburg rund 200 Infektionen seit Beginn der Pandemie bekannt.

13:30 Uhr | Peking meldet Entwarnung

China hat nach dem jüngsten Coronavirus-Ausbruch in Peking Entwarnung gegeben. Der staatliche Chefepidemiologe Wu Zunyou erklärte, die Epidemie sei unter Kontrolle. Seit Mittwoch wurden demnach 21 neue Ansteckungen bekannt. Die ersten neuen Fälle waren vor einer Woche nach einem Ausbruch auf einem Großhandelsmarkt aufgetreten. Daraufhin hatten die Behörden mehrere Stadtteile abgeriegelt. Hunderttausende Einwohner wurden binnen weniger Tagen getestet.

13:05 Uhr | Ansehen der Forschung gestiegen

Während der  Coronavirus-Pandemie ist das Ansehen von Wissenschaft und Forschung in der Bevölkerung deutlich gestiegen. Wie die "FAZ" unter Berufung auf eine Allensbach-Studie meldet, wird nach Ärzten und Richtern nun Wissenschaftlern das größte Vertrauen entgegengebracht. Das Vertrauen in die Aussagen von Forschern stieg demnach von 30 auf 43 Prozent. Laut der Umfrage wollen die Bürger aber nicht den Experten alle wichtige Entscheidungen überlassen. Mehr als die Hälfte sehen deren Meinung als eine von vielen, die Politiker berücksichtigen sollten.

12:30 Uhr | Neuer Ausbruch in Göttingen

Wegen etwa 100 neuer Coronavirus-Infektionen in einem Göttinger Hochhaus wird der Gebäudekomplex komplett unter Quarantäne gestellt. Wie die Stadt mitteilte, sind knapp 700 Bewohner betroffen. Nach zunächst zwei Neuinfektionen in dem Hochhaus hatte die Stadt am Montag und Dienstag insgesamt 700 mögliche Kontaktpersonen getestet, teils auch von außerhalb des Komplexes. Dabei wurden Dutzende Ansteckungen festgestellt. Weitere etwa 60 Testergebnisse stehen noch aus. In Göttingen war es zuvor schon in einem anderen Hochhauskomplex zu einem Corona-Ausbruch und Massentests gekommen. Mehrere Schulen mussten schließen.

12:00 Uhr | Thüringen: Nach Neuinfektionen Besuchsverbot in Pflegeheim

Nach dem Coronaausbruch in einem Weidaer Pflegeheim gilt ein striktes Besuchsverbot. Insgesamt sind 35 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Seit Anfang der Woche kamen nach Angaben des Landratsamtes sieben neue Fälle hinzu: Drei Mitarbeiter und vier Bewohner des Heims. Seit Beginn des Ausbruchs am 8. Juni sind alle 43 Bewohner und 43 Mitarbeiter getestet worden und stehen unter Quarantäne.

11:40 Uhr | Prognose: Deutlich höhere Arbeitslosigkeit

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) erwartet durch die Corona-Krise in diesem Jahr einen Einbruch der Wirtschaftsleistung um 6,8 Prozent und den Verlust von etwa einer Million Arbeitsplätzen. Laut der neuen Konjunkturprognose verliert die deutsche Wirtschaft durch die Pandemie mehr als eine viertel Billion Euro, mit den erwarteten Folgen bis ins nächste Jahr sogar mehr als 390 Milliarden Euro. Dem Rekordeinbruch bei der Wirtschaftsleistung soll den Schätzungen zufolge dann 2021 ein kräftiges Plus von 6,3 Prozent folgen.

11:15 Uhr | Leipziger Messe zurück im Geschäft

Die Leipziger Messe nimmt nach der mehrmonatigen Zwangspause ihr Geschäft wieder auf. Die Messe reagiert auf die neue sächsische Corona-Schutzverordnung, wonach Messen bei Einhaltung der Hygieneauflagen wieder erlaubt seien. Messe-Geschäftsführer Martin Buhl-Wagner sagte, das Hygienekonzept der Messe sei vom Gesundheitsamt der Stadt bestätigt worden. Damit könne man die Arbeit wieder aufnehmen und Ausstellern sowie Kunden Planungssicherheit geben. Sachsen ist das erste Bundesland, das Messen und Kongresse wieder möglich macht.

11:00 Uhr | Drei Millionen Kinder gehen beim Bonus leer aus

Die Familien von etwa 3,1 Millionen Kindern werden vom geplanten Kinderbonus nichts haben. Hintergrund ist die Verrechnung der Zahlung bei der Steuer. Je höher das Einkommen der Familie ist, desto weniger bleibt von der Sonderzahlung. Die 300 Euro extra pro Kind sind nach Regierungsangaben gezielt für Familien mit kleinen und mittleren Einkommen gedacht. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey zufolge werden rund 18 Millionen Kinder profitieren. Die vollen 300 Euro erhalten demnach zum Beispiel verheiratete Eltern mit einem Kind, die über ein Jahreseinkommen von bis zu 67.800 Euro verfügen.

10:20 Uhr | Türkei weitet Maskenpflicht aus

Wegen steigender Corona-Fallzahlen hat die Türkei die Maskenpflicht ausgeweitet. In den Metropolen Istanbul, Ankara und in Bursa müssen die Einwohner seit Donnerstag in der Öffentlichkeit und auch im Freien einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Damit gilt eine generelle Maskenpflicht in 45 von 81 Provinzen. Landesweit sind offiziell 183.000 Coronavirus-Infektionen und knapp 4.900 Todesfälle bestätigt. Für das beliebte Urlaubsland besteht aktuell eine Reisewarnung.

10:10 Uhr | Merkel: EU muss Corona-Krise für Reformen nutzen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die EU-Staaten aufgefordert, die Corona-Krise für Reformen zu nutzen. In einer Regierungserklärung zur bevorstehenden deutschen EU-Ratspräsidentschaft sagte Merkel im Bundestag, wie Europa die Krise bewältige, werde über seinen Wohlstand und seine Rolle in der Welt entscheiden. Zugleich betonte sie, kein Land könne die Krise allein bestehen. Noch nie sei Solidarität so wichtig gewesen. Die Pandemie habe gezeigt, wie fragil das europäische Projekt sei. Europa dürfe nicht wirtschaftlich auseinanderdriften.

Merkel kündigte an, die Verhandlungen für ein europäisches Klimaschutzgesetz voranzutreiben. Deutschland werde sich dafür einsetzen, das Ziel Klimaneutralität in Europa bis 2050 rechtlich verbindlich festzuschreiben. Zugleich rief sie vor dem EU-Gipfel in zwei Wochen zu einem schnellen Kompromiss beim geplanten europäischen Corona-Hilfsfonds auf. Die EU-Kommission hat einen Wiederaufbauplan von 750 Milliarden Euro vorgeschlagen.

09:15 Uhr | Kreis Sonneberg ruft Bürger zur Vorsicht auf

Der Thüringer Landkreis Sonneberg hat seine Einwohner aufgerufen, auch bei kleinsten Krankheitsanzeichen zum Arzt zu gehen und sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Vizelandrat Jürgen Köpper sagte, nur ein Abstrich könne Sicherheit bieten. Wer sich krank fühle, solle sich sofort freiwillig in Quarantäne begeben. In einem Sonneberger Kindergarten ist nach einem Kind nun auch eine Erzieherin einer anderen Gruppe positiv auf das Coronavirus getestet worden. Im Landkreis Sonneberg gelten wegen gehäufter Infektionen verschärfte Auflagen.

08:40 Uhr | Sachsen will Veranstaltungsverbot im Juli lockern

In Sachsen sollen Volksfeste und Jahrmärkte unter Hygieneauflagen ab Mitte Juli erlaubt werden und ab September dann auch wieder Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern möglich sein. Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte dem MDR, Ziel sei es, auch Sportveranstaltungen wieder für Zuschauer zu öffnen. Bund und Länder hatten am Mittwoch grundsätzlich vereinbart, dass Massenveranstaltungen bis Ende Oktober untersagt bleiben, jedoch mit Ausnahmemöglichkeiten.

08:35 Uhr | Sachsen: Zahlreiche Infektionen am Gymnasium

Am Regenbogen-Gymnasium in Augustusburg sind mindestens 16 Corona-Fälle nachgewiesen worden. Das teilte Bürgermeister Dirk Neubauer mit. Nachdem eine Lehrerin positiv auf das Coronavirus getestet worden war, hatte das Gesundheitsamt die Schule geschlossen. Am Dienstag und Mittwoch wurden zunächst drei Klassen mit insgesamt 75 Schülern sowie alle Lehrer auf das Coronavirus getestet. Jetzt sollen auch die restlichen Schüler getestet werden.

08:10 Uhr | Ramelow mahnt zur Achtsamkeit

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat die Beibehaltung von Mindestabstand und Maskenpflicht in bestimmten Bereichen trotz der niedrigen Corona-Infektionszahlen verteidigt. Ramelow sagte MDR AKTUELL, man habe erlebt, dass es auch sehr schnell wieder in die andere Richtung gehen könne, wie beim Schlachtbetrieb Tönnies. Es gebe auch immer wieder Ausbrüche in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Das Virus sei noch da. Man könne aber in die Normalität übergehen, wenn man achtsam sei. Thüringen hatte als erstes Bundesland die Kontaktbeschränkungen weitgehend aufgehoben.

07:50 Uhr | Brasilien: Erneut mehr als 1.200 Tote

Brasilien hat den zweiten Tag in Folge mehr als 1.200 Corona-Tote binnen 24 Stunden registriert. Das Gesundheitsministerium meldete 1.269 neue Todesopfer. Landesweit sind damit 46.510 Todesfälle nach einer Infektion bestätigt. Die Zahl der Ansteckungen insgesamt stieg auf etwa 955.000. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

07:35 Uhr | Verschärft Pandemie den Lehrermangel?

Der befürchtete Ausfall von Lehrkräften wegen der Corona-Pandemie ist aus Sicht des sächsischen Landesamts für Schule und Bildung ausgeblieben. Demnach waren im Mai nur drei Prozent der 8.700 Pädagogen an Grundschulen wegen Corona freigestellt. Das Amt hält diesen Wert auch auf die anderen Schularten für übertragbar. Das bezweifelt der Landeselternrat. Vorsitzender Michael Gehrhardt sagte MDR AKTUELL: "Ich glaube, die Lücke in den weiterführenden Schulen ist größer." Denn in den MINT-Fächern an Oberschulen und Gymnasien gebe es viele ältere Lehrkräfte.

Am Donnerstag wollen Kultusministerinnen und -minister der Länder mit Fachleuten über die geplante Rückkehr zum Regelbetrieb nach den Sommerferien beraten.

07:00 Uhr | Wohlfahrtsverband: Corona-App grenzt Arme aus

Der Paritätische Wohlfahrtsverband beklagt, dass bei der neuen Corona-Warn-App sozial schwache Menschen außen vor blieben. Verbandschef Ulrich Schneider sagte MDR AKTUELL, vor allem ältere Menschen benutzten gar kein Smartphone. Jüngere und ärmere Menschen hätten wiederum oft nicht das Geld, sich neue Geräte zu leisten, auf denen die App laufe. Schneider verwies in dem Zusammenhang auf eine Studie, nach der arme Menschen ein deutlich höheres Risiko hätten, an Covid-19 zu erkranken. Die Corona-Warn-App des Bundes steht seit Dienstag zum Download bereit.

06:00 Uhr | Mehr als 100 Infektionen in bayerischen Schlachtbetrieben

Bei Corona-Reihenuntersuchungen an allen großen Schlachthöfen in Bayern sind 110 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Gesundheitsministerin Melanie Huml zufolge besteht angesichts dieser Zahlen in den betroffenen Regionen keine fachliche Notwendigkeit für einen erneuten Lockdown für die Allgemeinbevölkerung. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass sich in einer Fleischfabrik in Nordrhein-Westfalen Hunderte Mitarbeiter infiziert haben. Im Landkreis Gütersloh wurde für 7.000 Menschen Quarantäne angeordnet.

05:30 Uhr | Bund und Länder vereinbaren gemeinsame Linie

Bund und Länder haben sich wieder auf eine gemeinsame Grundstrategie in der Corona-Pandemie verständigt. Hauptpunkte sind:

  • Festhalten am Mindestabstand von 1,5 Metern, an Kontaktbeschränkungen, Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen Räumen und Hygienemaßnahmen
  • bei höherem Infektionsgeschehen können weitergehende Maßnahmen erlassen werden
  • die Länder wollen spätestens nach den Sommerferien zum Regelbetrieb in Schulen und möglichst zeitnah in Kitas zurückkehren
  • Großveranstaltungen wie Volks- und Straßenfeste oder größere Konzerte bleiben noch bis mindestens Ende Oktober verboten; im Einzelfall sind bei kontrollierbaren Veranstaltungen Ausnahmen möglich
  • mehr gezielte Testungen, vor allem in besonders anfälligen Einrichtungen.

05:10 Uhr | Gastgewerbe will mehr Hilfen

Viele Gaststätten und Hotels haben trotz der Corona-Lockerungen zu kämpfen. Der Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes in Sachsen, Axel Klein, sagte MDR AKTUELL, in Städten wie Leipzig oder Dresden sei die Situation auch nach der Corona-Zwangspause schwierig. Das fehlende Kongress- und Tagungsgeschäft treffe dort die Branche besonders hart. Hoffnungsvoller sehe es in Regionen aus, in denen der Tourismus wieder angelaufen sei. Der Verbandspräsident von Sachsen-Anhalt, Michael Schmidt, forderte, bei den Corona-Hilfen nachzujustieren. Derzeit bekämen viele Hotel- und Gastro-Betriebe nur Kredite, bräuchten aber direkte Finanzhilfe.

3:55 Uhr | Qantas stellt internationalen Betrieb fast komplett ein

Die australische Fluggesellschaft Qantas hat bis Ende Oktober die meisten ihrer Flüge gestrichen. Die Fluggesellschaft erklärte, man werde in den kommenden Monaten noch einige Flüge über die Tasmanische See planen. Grund sei die erwartete Reisemöglichkeit zwischen Australien und Neuseeland. Die australische Regierung hatte angekündigt, die Grenzschließung wegen des Coronavirus bis 2021 zu verlängern.

1:03 Uhr | WHO stellt klinische Hydroxychloroqin-Studie ein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die klinische Studie des Medikaments Hydoxychloroquin im Kampf gegen das Coronavirus endgültig eingestellt. Studien hätten gezeigt, dass das Mittel die Sterblichkeit von Covid-19-Patienten nicht senke. Hydroxychloroquin ist ein Malariamittel. Sein Einsatz bei der Behandlung von Covid-19-Patienten ist seit Längerem umstritten. Kürzlich hatte auch die US-Arzneimittelbehörde FDA eine Sondergenehmigung zum Einsatz gegen das Coronavirus zurückgezogen.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. Juni 2020 | 06:00 Uhr

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