Coronavirus-Pandemie Ticker vom Donnerstag: Drosten sieht Anzeichen für nahendes Ende der Pandemie

Der Berliner Virologe Christian Drosten sieht mit Blick auf Südafrika und Großbritannien Hinweise für ein nahendes Ende der Pandemie. Ungeachtet dessen breitet sich die infektiösere, aber auch ungefährlichere Omikron-Variante auch in Deutschland weiter aus. Die Kultusministerkonferenz der Länder berät am Mittwoch außerplanmäßig über die Corona-Lage an den Schulen. In Magdeburg untersagt die Polizei Corona-"Spaziergänge". Die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin
Drosten: "Hinweise, dass sich pandemische Situation zu einer endemischen entwickelt." Bildrechte: imago images / Reiner Zensen

Unser Ticker am Donnerstag, 30. Dezember 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:18 Uhr | Südafrika hat Omikron-Höhepunkt überschritten

Südafrika hat den Höhepunkt der vierten Welle, die von der Omikron-Variante ausgelöst wurde, für überschritten erklärt. In einer Mitteilung des Kabinetts heißt es, die bislang zwischen Mitternacht und 4:00 Uhr morgens geltende Ausgangssperre werde mit sofortiger Wirkung beendet. Auch Spirituosengeschäfte dürften fortan wieder nach 23:00 Uhr geöffnet bleiben.

20:22 Uhr | Drosten sieht Hinweise für nahendes Ende der Pandemie

Der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten, äußert sich verhalten optimistisch zur möglichen Pandemie-Entwicklung. Mit Blick auf Daten aus Südafrika sagte Drosten im ZDF "Heute Journal": "In gewisser Weise kann uns das beruhigen. Südafrika ist sicher ein Blick in eine Zukunft, in eine endemische Situation, die sich dort gerade einstellt. Nur sind wir leider noch ein ganzes Stück davon entfernt."

Auch die Entwicklung in Großbritannien ist nach Einschätzung von Drosten ermutigend, "denn die Zahl der schweren Erkrankungen scheint geringer zu sein." Es gebe Hinweise darauf, dass sich die pandemische Situation hin zu einer endemischen entwickelt: "Endemische Situation heißt: Dieses Virus wird zu einem Erkältungsvirus [...] Es ist natürlich eine gute Situation, wenn man ein Virus hat, das nicht mehr so krank macht, das aber gut übertragbar ist, so dass es im Prinzip alle Immunitätslücken in der Bevölkerung [...] findet."

19:52 Uhr | München und Stuttgart verbieten Corona-Proteste

München hat Corona-Proteste auch für mehrere Tage im neuen Jahr untersagt. Die bayerische Landeshauptstadt erließ eine Allgemeinverfügung, mit der am 1., 3. und 5. Januar alle unangemeldeten Veranstaltungen verboten werden.

Polizei kesselt Gegner der Corona-Politik in München ein
Polizei kesselt am Mittwoch in München Gegner der Corona-Politik ein. Bildrechte: dpa

In Baden-Württemberg erließen Stuttgart und Bruchsal ebenfalls Verbote. Zuvor hatten bereits Mannheim, Karlsruhe und Schwäbisch Hall "Spaziergänge" gegen die Corona-Maßnahmen und eine Impfpflicht untersagt. Gestern waren in München mehrere tausend Protestierende durch die Innenstadt gelaufen. Genehmigt war aber nur eine ortsfeste Kundgebung. Die Polizei stoppte viele Demonstranten und stellte die Personalien fest.

18:58 Uhr | Ministerium: Schnelltests wirken bei Omikron "in den allermeisten Fällen"

Das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, dass Corona-Schnelltests auch bei der Omikron-Variante des Coronavirus von Nutzen sind. Ein Ministeriumssprecher teilte auf Anfrage der Nachrichten-Website "Business Insider" mit, Antigen-Schnelltests würden die Omikron-Variante "in den allermeisten Fällen" zuverlässig erkennen.

Zuvor hatte die Gesundheitsbehörde der USA, die Food and Drug Administration FDA, Zweifel an der Wirkung von Corona-Schnelltests bei der Omikron-Variante aufgeworfen. Demnach hätten Antigen-Tests bei der neuen Virus-Variante eine geringere Empfindlichkeit. Sie ist ein Maß dafür, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Test bei einer bestehenden Infektion ein positives Ergebnis anzeigt.

18:10 Uhr | RKI sieht Omikron auch in Deutschland auf dem Vormarsch

Der Anteil der Omikron-Variante nimmt auch bei den Corona-Infektionen in Deutschland rasant zu. Das geht laut Robert Koch-Institut aus Meldedaten der Bundesländer hervor, die sich auf speziell analysierte Proben beziehen. In der vergangenen Woche sei bei 17,5 Prozent die Omikron-Variante nachgewiesen worden. In der Woche davor sei dies nur bei 3,1 Prozent der Fall gewesen.

Zwischen den einzelnen Bundesländern gibt es dem RKI zufolge große Unterschiede. So habe Bremen einen Omikron-Anteil von 65 Prozent gemeldet, Sachsen nur von einem Prozent. Laut RKI werden die Zahlen aber auch durch unterschiedlich häufige Testungen und die Auslastung der Labore beeinflusst.

17:53 Uhr | 2G im Einzelhandel von Brandenburg bleibt

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat einen Eilantrag gegen die 2G-Regelung im brandenburgischen Einzelhandel zurückgewiesen. Ein Textilhandeslsunternehmen mit zahlreichen Filialen hatte geklagt, dass zur Kontrolle von Impfpässen und Ausweisen durch Personal eine Ermächtigungsgrundlage fehle. Außerdem seien die Vorgaben unverhältnismäßig, denn die Ansteckungsgefahr im Einzelhandel sei gering. Zudem verstoße die 2G-Regel gegen den Gleichheitsgrundsatz, da sie nicht für alle Geschäfte gelte. Außerdem verwies der Kläger auf eine zunehmende Aggressivität bis hin zu körperlichen Übergriffen bei der Einlasskontrolle. Das in Berlin ansässige OVG teilte dazu mit, es teile die Einwände des Unternehmens nicht. (Az. OVG 11 S 109/21)

In Bayern war am Mittwoch die 2G-Regel für Bekleidungsgeschäfte durch den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gekippt worden. Nach Ansicht der Münchner Richter dienen sie genauso wie Buchhandlungen oder Blumenläden der "Deckung des täglichen Bedarfs". Zuvor hatte das OVG Niedersachsen die 2G-Regel im Einzelhandel komplett kassiert.

17:09 Uhr | Auch Portugal verkürzt Quarantäne-Dauer auf sieben Tage

Nach Spanien kürzt nun auch Portugal die Corona-Quarantäne von zehn auf sieben Tage. Wie die Gesundheitsbehörde DGS mitteilte, gilt die Reduzierung für positiv getestete Personen ohne Symptome sowie für Menschen mit einem noch nicht bestätigten Verdacht auf eine Corona-Infektion. In Spanien gilt die Verkürzung der Quarantäne-Dauer nach einem positiven Corona-Test übrigens auch für Infizierte mit leichten Symptomen, wie spanische Medien unter Berufung auf das Gesundheitsministerium berichteten.

Vor Spanien und Portugal hatten bereits Großbritannien und die USA die Quarantänezeiten bei einem positiven Corona-Test von zehn auf sieben bzw. fünf Tage herabgesetzt.

16:42 Uhr | "Virusvariantengebiete" sollen abgeschafft werden

Die Bundesregierung wird wahrscheinlich ab Dienstag keine "Virusvariantengebiete" mehr ausweisen, für die wegen der Omikron-Variante besonders strenge Reisebeschränkungen gelten. Wie das Robert Koch-Institut RKI mitteilte, werden die so eingestuften Länder dann voraussichtlich als Hochrisikogebiete geführt. Das würde deutliche Erleichterungen für Reisende aus Großbritannien und acht Staaten des südlichen Afrikas bringen. Bislang gilt für sie eine 14-tägige Quarantänepflicht, auch wenn sie geimpft oder genesen sind.

Bei Einreisen aus Hochrisikogebieten müssen nur Ungeimpfte in eine zehntägige Quarantäne, unabhängig davon, ob sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden oder nicht. Ein Freitesten ist für Symptomlose erst nach fünf Tagen möglich.

16:15 Uhr | Polizei Magdeburg untersagt Corona-"Spaziergänge"

Die Polizeiinspektion Magdeburg untersagt de facto sämtliche "Spaziergänge" gegen die Corona-Maßnahmen. Laut einer neuen Allgemeinverfügung der Versammlungsbehörde der Polizei dürfen "nicht angemeldete Versammlungen" ab dem Silvestertag nur noch "ortsfest" stattfinden. Dabei gilt für alle Teilnehmer außer Kinder eine Maskenpflicht. Außerdem müssen 1,5 Meter Abstand eingehalten werden. Die neue Allgemeinverfügung gilt zunächst bis einschließlich 10. Januar 2022.

In Magdeburg waren zuletzt bis zu 5.000 Menschen bei Protest-"Spaziergängen" gegen die Corona-Politik und eine drohende Impfpflicht auf die Straßen gegangen.

Update 15:46 Uhr | Sondersitzung der Kultusminister zur Corona-Lage vereinbart

Die Kultusminister der Länder beraten am kommenden Mittwoch (5. Januar 2022) außerplanmäßig per Videokonferenz über die Corona-Lage an den Schulen. Das teilte ein Sprecher der Kultusministerkonferenz (KMK) nach einer digitalen Sitzung des Präsidiums mit.

Zwei Schülerinnen mit Mund- und Nasenschutz beraten sich im Unterricht in einem Geographie-Seminar in der Jahrgangsstufe elf am staatlichen Gymnasium Trudering über ein Arbeitsblatt.
Die Kultusminister beraten am 5. Januar, wie es an den Schulen weitergehen soll. Bildrechte: dpa

Das Gremium, dem 6 der 16 Ressortchefs angehören, habe noch einmal bekräftigt, dem Präsenzunterricht an Schulen weiterhin höchste Priorität einzuräumen. Bis auf Thüringen würden auch alle Länder nach den Weihnachtsferien in Präsenz starten wollen. Die künftige KMK-Vorsitzende, Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU), sagte: "Die Schulen sollten das Letzte sein, was noch einmal flächendeckend geschlossen wird."

15:00 Uhr | Welche Kontaktbeschränkungen über Silvester gelten

Große Silvesterfeiern und Feuerwerke sind auch in diesem Jahr untersagt. Doch auch im privaten Kreis gelten erhebliche Einschränkungen. Was an Kontakten erlaubt ist und was nicht - ein kurzer Überblick.

14:25 Uhr | Oberverwaltungsgericht Weimar lehnt Eilantrag gegen Distanzunterricht ab

Für Kinder und Jugendliche in Thüringen beginnt die Schule nach den Weihnachtsferien wie geplant mit Distanzunterricht. Das Oberverwaltungsgericht in Weimar lehnte am Donnerstag einen Eilantrag als unzulässig ab, mit dem ein Schüler Präsenzunterricht durchsetzen wollte. Nach Angaben einer Sprecherin wollte der Schüler erreichen, dass vom 3. bis zum 14. Januar in seiner Grundschule Präsenzunterricht angeboten wird. Da der Antrag aber offenließ, gegen welche Regelung der Thüringer Corona-Verordnung er sich richtete, wurde er abgelehnt.

13:32 Uhr | Virologe: Omikron-Variante belastet Krankenhäuser weniger

Der Virologe Klaus Stöhr rechnet bei der Omikron-Variante mit weniger Druck auf Krankenhäuser als bei der Delta-Variante. Stöhr sagte MDR AKTUELL, die Fallzahlen würden zwar zunehmen. Es handle sich dabei aber hauptsächlich um asymptomatische und milde Fälle. Auch die Zahl der Toten werde geringer bleiben als bei Delta. In England habe man gesehen, dass die Wahrscheinlichkeit ins Krankenhaus zu kommen, um 20 bis 25 Prozent niedriger sei. Ähnlich habe man das in Südafrika beobachtet.

Stöhr sagte weiter, dennoch seien Impfungen genauso notwendig wie Kontaktbeschränkungen. In Deutschland müsse es endlich Überlegungen für die nächsten Wochen und Monate geben.

12:42 Uhr | England schafft Extra-Betten für Covid-Patienten

In England sollen Tausende zusätzliche Betten für Covid-Patienten bereitgestellt werden. Das kündigte der Gesundheitsdienst NHS an und erklärte, noch in dieser Woche werde mit dem Ausbau der Strukturen begonnen. So sollen auf dem Gelände von acht Krankenhäusern jeweils 100 zusätzliche Betten entstehen. Zudem solle geprüft werden, wo Sporthallen oder Bildungseinrichtungen in provisorische Krankenstationen umgewandelt werden könnten. Die Extra-Betten sollen Patienten aufnehmen, die bereits auf dem Wege der Besserung sind.

In den englischen Krankenhäusern werden aktuell mehr als 10.000 Covid-Patienten behandelt. Gestern meldeten die Behörden mit 183.037 Neuinfektionen Fällen einen neuen Höchststand. Allein in England wurden demnach an einem Tag 138.287 Menschen mit einer Neuansteckung registriert.

12:28 Uhr | Mehr Schwarzfahrer als Maskenmuffel in Bus und Bahn

Gemeinsam mit Polizeibeamten haben die Kommunen in Sachsen-Anhalt seit Anfang Dezember bei mehr als 20 Schwerpunktkontrollen die Einhaltung der 3G-Regeln kontrolliert. Das Ergebnis: Die Kontrolleure haben mehr Fahrgäste ohne einen Fahrschein festgestellt als ohne einen Mund-Nasen-Schutz.

11:41 Uhr | Italien und Malta neue Hochrisikogebiete

Der Markusplatz in Venedig
Der Markusplatz in Venedig - Italien ist ab Sonnabend Hochrisikogebiet Bildrechte: dpa

Die Bundesregierung stuft Italien und Malta wegen hoher Corona-Infektionszahlen ab Sonnabend als Hochrisikogebiete ein. Das gilt auch für Kanada und San Marino, wie das Robert Koch-Institut am Donnerstag bekannt gab. Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien.

11:12 Uhr | Sachsens AfD beantragt Landtagssitzung zu Demos

Der Sächsische Landtag wird sich am 5. Januar mit dem Versammlungsrecht in der Corona- Pandemie befassen. Wie das Parlament mitteilte, hat die AfD-Fraktion eine Sondersitzung beantragt. AfD-Fraktionschef Jörg Urban erklärte, die Wiederherstellung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit dulde keinen weiteren Aufschub. Die aktuelle Corona-Verordnung laufe am 9. Januar aus. Nur eine zügige Sondersitzung des Landtags könne verhindern, dass die "massiven Grundrechtseinschränkungen" auch in der nächsten Verordnung enthalten seien. Aktuell sind in Sachsen nur Demonstrationen an einem festen Standort und mit maximal zehn Teilnehmern erlaubt. Urban erklärte, die Beschränkung habe den Frieden im Land nachhaltig gestört: "Durch diese Regelung geraten Versammlungsteilnehmer und protestierende Spaziergänger automatisch mit der Polizei aneinander."

10:50 Uhr | Geraer Firma stellt FFP2-Masken für den Bund her

Die Textilveredelungs-Firma Thorey aus Gera hat einen Auftrag des Bundes für FFP2-Masken erhalten. Wie Geschäftsführer Andreas Ludwig dem MDR sagte, hat der Bund zunächst 200.000 Masken bestellt. Sie sollen unter anderem dem Technischen Hilfswerk und Bundesbehörden zur Verfügung gestellt werden. Ludwig zufolge kommt das komplette Zubehör für die Herstellung aus Deutschland. Die zertifizierte FFP2-Maske habe eine zusätzliche Schicht, die gegen viele Arten von Staub schütze. Das sei deutschlandweit einzigartig. Das Unternehmen hat die Maske gemeinsam mit der TU Ilmenau entwickelt.

10:40 Uhr | Australien meldet weiter Höchstzahlen

In Australien hat die Zahl täglicher Neuinfektionen auch am Donnerstag einen neuen Höchststand erreicht. Das australische Gesundheitsministerium meldete 21.340 neue Fälle. Das sind noch einmal 3.000 mehr als gestern. Australien, das lange mit strikten Kontaktbeschränkungen erfolgreich war, hat in den letzten vier Wochen genau so viele Neuinfektionen registriert wie in der gesamten übrigen Pandemiezeit. Als Grund gelten die Delta- und nun die Omikron-Variante. Die Impfquote ist deutlich höher als in Deutschland. Mehr als 91 Prozent der Über-16-Jährigen ist mindestens zweimal geimpft.

10:02 Uhr | Arbeitsschutz geht vor FFP2-Pflicht in öffentlichen Räumen

Beschäftige in öffentlich zugänglichen Räumen müssen in Sachsen nicht in jedem Fall eine FFP2-Maske tragen. Darauf wies das Sozialministerium hin. Die FFP2-Pflicht gelte nur, wenn Beschäftigte sie weniger als 75 Minuten tragen müssen oder bei längerer Tragezeit nach 75 Minuten eine 30-minütige Pause einlegen können. Wo das nicht gehe, reiche laut Verordnung ein medizinischer Mund-Nasenschutz.

In Sachsen gilt seit Dienstag eine FFP2-Maskenpflicht in allen öffentlich zugänglichen Räumen wie etwa in Geschäften, beim Friseur oder auf dem Amt.

09:51 Uhr | Italien: Lockdown für Ungeimpfte bis Ende März

Italien bekommt strengere Corona-Regeln und wird gleichzeitig die Quarantänepflicht lockern. Wie die Regierung mitteilte, wird ab dem 10. Januar u.a. in Hotels und Kongresszentren, im öffentlichen Nah- und Fernverkehr, in Skiliften und auf Festen die 2G-Regel gelten. Der sogenannte Lockdown für Ungeimpfte soll bis zum 31. März gelten. Zugleich wird für geimpfte und genesene Kontaktpersonen die vorsorgliche Quarantäne ausgesetzt.  

In Italien schossen die Corona-Infektionszahlen in den vergangenen Tagen in die Höhe. Am Mittwochabend meldeten die Behörden rund 98 000 Neuinfektionen.

09:31 Uhr | Studie: Johnson & Johnson schützt vor schwerem Verlauf

Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson schützt einer südafrikanischen Studie zufolge nach einer Auffrischung auch bei der Virusvariante Omikron mit hoher Wirksamkeit vor einem schweren Krankheitsverlauf. Laut Untersuchung steigt der Schutz davor, im Krankenhaus behandelt werden zu müssen, 14 Tage nach der Booster-Impfung von 63 auf 84 Prozent.

Nach südafrikanischen Angaben wurden 69.000 Beschäftigte im südafrikanischen Gesundheitswesen untersucht, die sich mit Omikron infiziert haben. Die Studie wurde allerdings noch nicht von unabhängigen Experten begutachtet.

09:03 Uhr | Rufe nach Aufweichen der Quarantäne-Regeln werden lauter

In Deutschland nimmt die Debatte um Änderungen der Quarantäne-Regelungen Fahrt auf. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek schlägt vor, Kontaktpersonen, die bereits geboostert sind, von der Quarantäne-Pflicht zu befreien. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte am Mittwochabend in den "Tagesthemen" im Ersten bestätigt, dass es Überlegungen zur künftigen Quarantänedauer gebe.

Hintergrund sind Befürchtungen, dass es durch Omikron zu einem starken Anstieg der Infektionszahlen und damit auch bei leichteren Verläufen zu Personalengpässen etwa im Gesundheitswesen, bei Polizei und Feuerwehr oder in Teilen der Wirtschaft kommt. Derzeit empfiehlt das Robert Koch-Institut bei einer Ansteckung mit der Omikron-Variante noch, dass sich Infizierte und ihre Kontaktpersonen für 14 Tage isolieren beziehungsweise in Quarantäne begeben sollen. Das schließt auch Geimpfte und Genesene ein.

08:10 Uhr | Weltärztebundchef für strengere Kontakteinschränkungen

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, plädiert für weitere Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Variante Omikron. Montgomery sagte im Deutschlandfunk: "Das einzige, was bisher schnell gewirkt hat in allen Wellen und in allen Ländern, war immer die Einschränkung von Kontakten mit anderen Menschen." Er fügte hinzu, das müsse ja nicht "bis zum totalen Lockdown" wie in der ersten Welle gehen.

07:35 Uhr | 1.300 Platzverweise bei Demo in München

In München haben sich am Mittwochabend trotz eines Versammlungsverbotes Tausende Menschen zu Corona-Protesten getroffen. Die Polizei erteilte rund 1.300 Platzverweise und stellte etwa 700 Ordnungswidrigkeiten fest. Rund 20 Demonstranten erhielten Anzeigen, unter anderem wegen Körperverletzung.

07:20 Uhr | Esken gegen Lockdown für Geimpfte

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat sich gegen einen Omikron-Lockdown auch für Geimpfte ausgesprochen. Esken sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: " Wir denken, dass Gaststätten, Kultureinrichtungen und Einzelhandel für Geimpfte nach Möglichkeit geöffnet bleiben sollten." Zudem lehnte sie Schulschließungen ab. Die Schulen offen zu halten, habe für sie allerhöchste Priorität. Sonst fehle nicht nur der Unterricht, sondern auch der Austausch untereinander. Am 7. Januar beraten Bund und Länder über weitere Corona-Maßnahmen.

06:56 Uhr | Kommunen fordern mehr Testkapazitäten

Der Deutsche Städtetag hat Bund und Länder aufgefordert, mehr Tests und Laborkapazitäten zu ermöglichen, um die Corona-Datenlage zu verbessern. Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, Bund und Länder müssten dafür sorgen, dass niedergelassene Praxen die nötigen PCR-Tests auch an Feiertagen wie Weihnachten und Neujahr sicherstellen und auch genügend Laborkapazitäten an diesen Tagen zur Verfügung stehen.

Dedy betonte, nicht die Gesundheitsämter seien das Nadelöhr in der Meldekette. Die Ämter arbeiteten auch zwischen Weihnachten und Neujahr. Doch weil viele Arztpraxen und Labore aktuell im Weihnachtsurlaub seien, werde dort zurzeit weniger getestet. Zudem sei in den Laboren der Zeitaufwand größer, um bei positiven Proben durch Sequenzierung eindeutig die Omikron-Variante festzustellen.

06:40 Uhr | Über 800 Disko-Besucher in Quarantäne

In Schleswig-Holstein müssen mehr als 800 Besucher einer Diskothek für 14 Tage in Quarantäne. Wie der Kreis Segeberg mitteilte, hat sich bei mindestens einem Gast eine Corona-Infektion mit der Omikron-Variante bestätigt. Jeder, der Heiligabend oder am 1. Weihnachtsfeiertag in der Disko gewesen sei, gelte als enge Kontaktperson. In der Diskothek in Henstedt-Ulzburg galten beim Einlass die 2G+-Regel. Drinnen konnte dann ohne Mund-Nasen-Schutz und ohne Abstand gefeiert werden.

06:27 Uhr | Amtsärzte-Chefin: Realistische Zahlen erst Mitte Januar

Die Verbandschefin der Amtsärzte, Ute Teichert, geht davon aus, dass es erst in der zweiten Januar-Woche wieder realistische Corona-Zahlen geben wird. Sie sagte MDR AKTUELL, die Gesundheitsämter arbeiteten auch über die Feiertage. Das Personal reiche aber nicht. Die Kapazitäten könnten auch nicht von jetzt auf gleich hochgefahren werden. Man greife bereits auf die Hilfe von Bundeswehrsoldaten und Studenten zurück. Das größte Problem sei aber, dass ein Teil der Labore noch immer nicht digital mit den Ämtern vernetzt sei.

06:22 Uhr | RKI und Risklayer melden unterschiedliche Inzidenz-Entwicklung

Das Robert Koch-Institut und das Risklayer-Datenprojekt melden heute eine unterschiedliche Entwicklung der Corona-Inzidenz. Nach Angaben des RKI stieg der Wert leicht von 205,5 auf 207,4. Risklayer zufolge sank die Inzidenz hingegen heute von 228 auf 223 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche. Beide weisen darauf hin, dass während der Feiertage und zum Jahreswechsel weniger getestet wird.

06:15 Uhr | Pflegeheime können wegen Personalnot keine neuen Fälle aufnehmen

Viele mitteldeutsche Pflegeheime können wegen Personalmangels keine neuen Bewohner aufnehmen. Das ergab eine Abfrage von MDR AKTUELL unter Trägern von Pflegeeinrichtungen. Demnach müssen überall Ausfälle durch Quarantäne kompensiert werden. Mehrere Dienste berichten zudem von längeren Krankheitszeiten beim Personal. Der Altenhilfe-Verantwortliche der Diako Thüringen, Karsten Stüber, sagte, die Nachfrage nach Plätzen sei groß und es gebe Wartelisten. Man könne jedoch wegen der angespannten Personalsituation teilweise nicht aufnehmen. Besonders problematisch stellt sich die Lage im ländlichen Raum dar. So schrieb die Arbeiterwohlfahrt Sachsen, dort würden Ausfälle dafür sorgen, dass eine Einrichtung schließen müsse.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 30. Dezember 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. Dezember 2021 | 06:00 Uhr

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