Coronavirus-Pandemie Ticker vom Donnerstag: Stiko-Chef lehnt Covid-Impfpflicht ab

Der Chef der Ständigen Impfkommission, Mertens, lehnt die geplante Covid-Impfpflicht ab. Sie spalte die Gesellschaft. Auch Ethikrats-Vorsitzende Buyx sprach sich gegen eine Impfpflicht aus. Der Bundestag hat den Weg für leichtere Quarantäne-Regeln frei gemacht. In den USA hat das Oberste Gericht die Impf-Vorgaben von Präsident Biden für Unternehmen gestoppt. Der Chef des Corona-Krisenstabs rechnet mit Engpässen bei Tests. Die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Thomas Mertens
Stiko-Chef Mertens: "Impfpflicht spaltet die Gesellschaft." Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Donnerstag, 13. Januar 2022, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:39 Uhr | Bundestag beschließt leichtere Quarantäne-Regeln

Der Bundestag hat die Voraussetzungen für leichtere Quarantäne-Regeln geschaffen. Das Parlament beschloss die Tags zuvor verabschiedete sogenannte Schutzmaßnahmen-Ausnahmeverordnung der Bundesregierung.

Die Verordnung sieht eine grundsätzliche Befreiung von Geboosterten von Quarantäne-Auflagen vor. Für nicht geboosterte Kontaktpersonen von Infizierten soll die Quarantäne nach zehn, statt bisher nach 14 Tagen enden. Zudem sollen sich Infizierte sowie Kontaktpersonen bereits nach sieben Tagen durch einen PCR- oder zertifizierten Antigen-Schnelltest "Freitesten" können. Für Schüler und Kitakinder kann die Quarantäne als Kontaktperson bereits nach fünf Tagen durch einen PCR- oder Antigen-Schnelltest beendet werden. Umgesetzt werden müssen die neuen Quarantäne- und Isolationsregeln durch Länderverordnungen.

22:22 Uhr | Abwahl des Freiberger Baubürgermeisters Reuter gescheitert

Freibergs Baubürgermeister Holger Reuter bleibt trotz kritischer Aussagen zur Corona-Politik im Amt. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, erhielt ein Abwahl-Antrag nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit. Lediglich 19 der 34 Stadträte hätten gegen den 65-jährigen CDU-Politiker gestimmt. Reuter hatte wiederholt an "Corona-Spaziergängen" teilgenommen und die Einschränkungen scharf kritisiert. In einem Zeitungsbeitrag hatte er Parallelen zum türkischen Völkermord an den Armeniern gezogen. Daraufhin musste Reuter als Chef des Freiberger CDU-Stadtverbandes zurücktreten.

22:08 Uhr | Sächsische Landeskirche kritisiert Corona-Regeln

Die Evangelische Landeskirche in Sachsen hat die neue Corona-Verordnung im Freistaat kritisiert. Darin wird unter anderem festgelegt, dass für die Seelsorge ein 3G-Nachweis erforderlich ist. Landesbischof Tobias Bilz sagte, die Seelsorge in Notsituationen sei nicht planbar. Wenn Menschen etwa nach einem schweren Verkehrsunfall eine Begleitung verweigert werde, weil sie keinen aktuellen Nachweis erbringen könnten, sei eine Grenze überschritten. Bilz kritisierte außerdem die Obergrenze von 20 Personen bei Beerdigungen. Auch die katholische Kirche sieht darin eine zu starke Beschränkung.

21:35 Uhr | Stiko-Chef lehnt Covid-Impfpflicht ab

Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, lehnt die geplante Covid-Impfpflicht ab. Mertens sagte der "Stuttgarter Zeitung", diese Maßnahme spalte die Gesellschaft. Da werde zu viel Druck aufgebaut. Zudem gibt es laut Mertens keine Garantie dafür, dass das anvisierte Ziel durch eine Pflicht wirklich erreicht werden kann. Er setze deshalb auf weitere Überzeugungsarbeit und Aufklärung.

Ebenso wie der Stiko-Chef sprach sich auch die Ethikrats-Vorsitzende, Alena Buyx, gegen eine baldige Corona-Impfpflicht aus. Die vom Rat formulierten Voraussetzungen dafür seien noch nicht erfüllt, sagte Buyx dem "Spiegel". So gebe es bislang keine echte Zielgruppen-spezifische Strategie.

21:28 Uhr | US-Gericht stoppt Bidens Impf-Vorgaben für große Unternehmen

Das Oberste Gericht der USA stoppt eine Vorgabe von US-Präsident Joe Biden, die 80 Millionen Angestellte von großen Unternehmen zum Impfen oder Testen verpflichtet hätte. Dagegen lässt der Supreme Court eine Verordnung zu, die eine Impfpflicht für etwa 10,3 Millionen Angestellte in gewissen Einrichtungen wie Krankenhäuser und Altersheimen vorsieht.

20:36 Uhr | Impfpflicht für Ältere tritt in Griechenland in Kraft

Wer in Griechenland über 60 und ungeimpft ist, muss künftig mit einer monatlichen Geldbuße von 100 Euro rechnen. Ein Regierungssprecher sagte, die Maßnahme trete am Sonntag in Kraft. Die Impflicht für ältere Menschen sei notwendig, weil 90 Prozent aller Corona-Todesfälle diese Altersgruppe beträfen. Die griechische Regierung hatte die Impflicht für über 60-Jährige Ende November angekündigt. Damals waren rund 67 Prozent der Bevölkerung geimpft.

19:50 Uhr | Ein Drittel von Sachsens Pflegern ungeimpft

Fehlen sächsischen Pflegeheimen bald Arbeitskräfte für den Betrieb? Diese Frage treibt viele in der Branche um. Mit Blick auf die Impfpflicht für Pfleger könnte aktuell etwa ein Drittel der Belegschaft nicht arbeiten.

16:50 Uhr | Virologe Kekulé hält Priorisierung bei PCR-Tests für notwendig

Der Virologe und Epidemiologe Prof. Dr. Alexander Kekulé hat sich angesichts knapper werdender Testkapazitäten für eine Priorisierung bei PCR-Tests ausgesprochen. Kekulé sagte MDR AKTUELL, Pläne dafür hätten schon längst in der Schublade liegen müssen. Eine Priorisierung mache vor allem bei solchen Berufsgruppen Sinn, die mit vulnerablen Gruppen arbeiteten. So sollten etwa Berufstätige in Krankenhäusern oder Pflegeheimen einen priorisierten Zugang zu PCR-Tests erhalten. Zur Entlastung der Testlabore schlug Kekulé außerdem vor, darauf zu verzichten, jeden positiven Antigen-Test durch einen PCR-Test zu bestätigen.

16:17 Uhr | Opposition kritisiert Corona-Kurs der Ampel-Regierung

Oppositionspolitiker im Bundestag haben Gesundheitsminister Karl Lauterbach von der SPD und den Corona-Kurs der Ampel-Regierung kritisiert. Der CDU-Abgeordnete im Gesundheitsausschuss, Tino Sorge, sagte, es sei keine Politik der ruhigen Hand, sondern der eingeschlafenen Füße. So habe Lauterbach wichtige Fragen bislang nicht beantwortet. Unklar sei etwa, welches primäre Ziel mit einer Impfpflicht erreicht werden solle.

Die AfD erneuerte ihre grundsätzliche Ablehnung der bestehenden Corona-Maßnahmen. Die Linken-Politikerin Kathrin Vogler kritisierte, die Bundesregierung habe mit großem Bohei eine Corona-Prämie für Pflegekräfte angekündigt. Nun werde aber langwierig hinterfragt, wer genug belastet gewesen sei, um sie überhaupt verdient zu haben.

16:03 Uhr | Pflegekräfte fliehen massenhaft aus dem Job

Der Altenpflege in Deutschland droht der Kollaps. Laut einer neuen Studie "Altenpflege im Fokus" wollen 40 Prozent der Pflegekräfte aus dem Beruf aussteigen. Für die vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe und dem Altenpflege-Fachverlag Vincentz Network initiierte Studie wurden im August und September 2021 insgesamt 686 Beschäftigte in der stationären Pflege befragt.

Nach Angaben des Altenpflege-Fachverlags errechneten Experten, dass rund 500.000 Pflegekräfte bis 2030 fehlen werden. 73 Prozent der Befragten meinten, der Personalmangel und die Herausforderungen hätten sich in den zwei Jahren der Corona-Pandemie verschärft. 96 Prozent der Befragten glaubten zudem nicht, dass die Politik die Lage verstanden habe und bemüht sei, diese zu verbessern.

15:36 Uhr | Deutsche Forscher arbeiten an Covid-19-Medikament

Während die Covid-Impfungen bereits milliardenfach verabreicht wurden, fehlen immer noch effektive Medikamente gegen die Krankheit. Deutsche Forscher arbeiten an einem Wirkstoff, der sogar doppelt schützen kann.

15:25 Uhr | Großer Corona-Protest in Dresden erwartet

Die Polizei in Dresden bereitet sich auf einen größeren Einsatz wegen Protesten gegen die Corona-Politik vor. Polizeisprecher Thomas Geithner sagte MDR SACHSEN, seit Tagen werde in Telegram-Gruppen zu einem "Spaziergang" aufgerufen. Man rechne mit einer höheren Zahl von Teilnehmern und habe sich auf zahlreiche Identitätsfeststellungen eingestellt. Es wird mit Verkehrseinschränkungen in Dresden gerechnet. Den Polizeiangaben zufolge haben Unterstützer der Proteste auch in den angrenzenden Landkreisen Meißen und Sächsischen Schweiz zu Aktionen aufgerufen.

14:56 Uhr | Regelstudienzeit in Thüringen erneut verlängert

In Thüringen wird die Regelstudienzeit wegen der Corona-Lage erneut pauschal verlängert. Wie das Wissenschaftsministerium mitteilte, wird das laufende Wintersemester nicht mit angerechnet. Das habe auch schon für die beiden vorangegangenen Semester gegolten. Studierende mit Bafög bekommen dadurch auch ein halbes Jahr länger Geld. Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee von der SPD sagte, der Schritt sei wegen der weitgehenden Abkehr von der Präsenzlehre und den damit verbundenen Belastungen notwendig.

13:54 Uhr | Stiko empfiehlt Corona-Auffrischimpfung nun ab zwölf Jahren

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt angesichts der rasanten Verbreitung der Omikron-Variante nun auch allen Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren eine Covid-19-Auffrischimpfung. Die dritte Impfdosis mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer sollte in einem Mindestabstand von drei Monaten zur vorangegangenen Impfung verabreicht werden, teilte die beim Robert-Koch-Institut angesiedelte Stiko mit.

Der Schutz vor einer Corona-Infektionen durch die derzeit verfügbaren Impfstoffe nehme auch in der Altersgruppe der zwölf- bis 17-Jährigen nach wenigen Monaten ab. Bei der Omikron-Variante sei die Wirksamkeit der Impfung zudem deutlich geringer. Bisher hatte die Stiko eine Booster-Impfung nur allen Erwachsenen ab 18 Jahren empfohlen.

12:53 Uhr | Rettungsschwimmer fehlen wegen Corona in Mitteldeutschland

Die Corona-Pandemie stellt die Ausbildung von Rettungsschwimmerinnen und -schwimmern in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vor große Herausforderungen. Wie der sächsische Landesverband der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), dem MDR mitteilte, fehlen der Gesellschaft allein in Sachsen mehr als 800 ehrenamtliche Einsatzkräfte. Auch unter den 1.900 qualifizierten Rettungsschwimmern seien nicht alle wirklich einsatzfähig, sagte Landesgeschäftsführer Sebastian Knabe. Grund seien die aktuellen Notverordnungen und Schwimmhallenschließungen. Rettungsschwimmern fehle deshalb der Nachweis ihrer Rettungs- und Einsatzfähigkeit, der alle zwei Jahre erneuert werden müsse.

11:01 Uhr | Frankreichs Lehrer streiken aus Protest gegen chaotische Corona-Regeln

Angesichts von Rekordzahlen bei den Neuinfektionen haben die Lehrer und Lehrerinnen in Frankreich am Donnerstag mit einem landesweiten Streik gegen das Corona-Management der Regierung an den Schulen protestiert. "Erschöpfung und Verzweiflung der gesamten Bildungsgemeinschaft haben ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von elf Gewerkschaften. Bildungsminister Jean-Michel Blanquer und die Regierung hätten eine chaotische Situation verursacht. Die Vorgaben zum Schutz der Schüler und des Personals seien ständig geändert worden. Zudem fehle es an geeigneten Instrumenten, um einen ordentlichen Ablauf an den Schulen zu gewährleisten. Lehrkräften, Schulverwaltungen und Eltern macht besonders zu schaffen, dass kurz vor der Rückkehr aus den Weihnachtsferien neue Testanforderungen angekündigt und seitdem zweimal geändert wurden.

Mit den zuletzt rasant steigenden Infektionszahlen in Frankreich im Zuge der Ausbreitung der Omikron-Variante ist auch die Zahl der Ansteckungen in den Schulen sprunghaft gestiegen. Die Behörden hatten zuletzt mit fast 370.000 Neuinfektionen erneut einen Tageshöchststand gemeldet.

10:51 Uhr | 780.000 Corona-Impfungen am Mittwoch

Die Impfungen gegen das Coronavirus kommen in Deutschland etwas schneller voran. Am Mittwoch wurden 780.000 Impfdosen verabreicht, rund 66.000 mehr als am Tag zuvor. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervor. Im Schnitt der vergangenen sieben Tage habe es täglich 593.000 Impfungen gegeben. Damit sind dem RKI zufolge mindestens 60,1 Millionen Menschen oder 72,3 Prozent der Gesamtbevölkerung zweifach geimpft oder haben die Einmalimpfung von Johnson & Johnson erhalten. Die Bundesregierung strebt 80 Prozent bis Ende Januar an.

37,5 Millionen oder 45,1 Prozent haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten. Den höchsten Anteil von Auffrischungsimpfungen haben das Saarland mit 54,1 Prozent sowie Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein mit 49,2 bis 49,6 Prozent. Den niedrigsten Booster-Anteil haben Sachsen mit 35,7 Prozent und Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen mit 38,4 bis 39,6 Prozent.

10:20 Uhr | Durchsuchungen wegen mutmaßlich falscher Impfbescheinigungen

Die Polizei hat in vier Bundesländern die Wohnungen von mehr als 100 Personen durchsucht, die sich falsche Impfbescheinigungen besorgt haben sollen. Wie ein Sprecher MDR AKTUELL sagte, gab es Aktionen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Es seien unter anderem Impfausweise und Smartphones sichergestellt worden. Zudem sei den Beschuldigten Blut entnommen worden, um den Impfstatus zu klären. Ausgangspunkt der Durchsuchungen ist der Fall eines Hausarztes im bayerischen Landkreis Donau-Ries. Er soll Scheinimpfungen verabreicht und Impfbescheinigungen ohne Impfung ausgestellt haben.

10:07 Uhr | Kultusminister: Keine Prüfungsnachteile wegen Corona

Eine Klasse voller Schüler bei der Prüfung
Bald geht es für viele Schüler in Deutschland wieder um ihre Abschlüsse - erneut unter Corona-Bedingungen. Bildrechte: colourbox

Auch im dritten Corona-Jahr sollen sich Schülerinnen und Schüler in Deutschland keine Sorgen um ihre Abschlüsse machen. Das geht aus einem Beschluss der Kultusministerinnen und -minister hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach werden die diesjährigen Prüfungen und Abschlüsse in allen Bundesländern anerkannt und sind im Vergleich zu früheren und kommenden Jahrgängen als gleichwertig anzusehen. Zudem können die Länder laut KMK-Beschluss verschiedene Maßnahmen ergreifen, um Schülern angesichts der Pandemiebedingungen entgegenzukommen. Prüfungen könnten beispielsweise verschoben oder deren Dauer verlängert werden.

09:17 Uhr | Ifo-Umfrage: Kleinstunternehmen leiden besonders unter Pandemie

Die Stimmung bei Kleinstunternehmen und Soloselbständigen ist einer Umfrage zufolge wegen der wirtschaftlichen Folgen der anhaltenden Corona-Pandemie besonders schlecht. Das Barometer für das Geschäftsklima sank im Dezember um 1,3 auf minus 7,7 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner monatlichen Umfrage mitteilte. "Die Kleinstunternehmen leiden besonders stark unter dem aktuellen Pandemieverlauf", sagte der Leiter der Ifo-Umfrage, Klaus Wohlrabe. Sie schätzten ihre aktuelle Lage nochmals merklich schlechter ein, während der Pessimismus mit Blick auf die kommenden Monate etwas abgenommen habe. Rund 25 Prozent der Kleinstunternehmen mit weniger als neun Mitarbeitern und Soloselbständigen sehen sich demnach gegenwärtig in ihrer Existenz bedroht.

09:00 Uhr | Bundesweit mehr als 1.200 Anträge auf Schadenersatz wegen Corona-Impfung

Seit Beginn der Corona-Impfkampagne sind bundesweit 1.219 Anträge auf staatliche Versorgungsleistungen nach möglichen Impfschäden gestellt worden. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" nach einer Abfrage von Zahlen aus allen 16 Bundesländern. Von den eingegangenen Anträgen wurden bisher 54 entschieden und davon wiederum 18 bewilligt, 30 abgelehnt, drei zuständigkeitshalber abgegeben und einer aus sonstigen Gründen erledigt. Zu Einzelfällen und somit der etwaigen Schwere der Schäden oder der Höhe von Entschädigungen machten die Behörden keine Angaben.

Der Zeitung zufolge stehen die 1.219 Anträge im Verhältnis zu 155,4 Millionen Impfungen. Anspruch auf Versorgungsleistungen wegen Impfschäden ergeben sich aus dem Infektionsschutzgesetz. Nicht darunter fallen Impfreaktionen wie Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder Fieber, die häufig auftreten.

08:37 Uhr | Sachsen: Genesene Grundimmunisierte von Testpflicht befreit

In Sachsen sind Menschen, die doppelt geimpft und dann genesen sind, von der Testpflicht ausgenommen – genauso wie Geboosterte. Das ergibt sich aus einer Liste des Sozialministeriums zur 2G+-Testpflicht, die MDR AKTUELL vorliegt. Demnach wird der Fall mit zweifacher Impfung und überstandener Corona-Infektion als "natürlicher Booster" gelistet. Als Nachweis gilt hier ein positiver PCR-Test, der nicht älter als drei Monate sein darf. In anderen Bundesländern wird das strenger gehandhabt.

07:54 Uhr | Wieder Rekord bei Neuinfektionen

Das RKI hat den zweiten Tag in Folge einen Rekord bei der Anzahl der Neuinfektionen gemeldet. Registriert wurden insgesamt 81.417 Corona-Neuinfektionen, rund 1.000 mehr als am Tag zuvor. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 427,7 von 407,5 am Vortag.

Bei den Inzidenzen liegt Sachsen bundesweit am niedrigsten. Das RKI gab den Wert mit 228 an. Vor Sachsen rangieren demnach Sachsen-Anhalt (240) und Thüringen (249).

Das Risklayer-Projekt, dessen Zahlen in der Regel aktueller sind als die des RKI, meldete ebenfalls mehr als 80.000 Neuinfektionen.

Risklayer gibt die Inzidenz in Sachsen mit 264 an, in Thüringen mit 291 und in Sachsen-Anhalt mit 262. Bremen liegt mit einem Wert von 1.388 bundesweit bei der Inzidenz am höchsten.

07:20 Uhr | Chef des Corona-Krisenstabs rechnet mit Engpässen bei Tests

Wegen der rasant steigenden Infektionszahlen stehen im Kampf gegen die Omikron-Welle nach Einschätzung des Leiters des Corona-Krisenstabes der Bundesregierung, Generalmajor Carsten Breuer, bald voraussichtlich nicht mehr genügend Testkapazitäten für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung. "Wir werden mit Sicherheit wie bei allen knappen Ressourcen Kapazitäten bündeln müssen, wo es erforderlich ist", sagte Breuer der "Süddeutschen Zeitung". Das gelte auch für Tests. "Sobald es irgendwo eng wird, muss ich priorisieren. Da haben Beschäftigte in der kritischen Infrastruktur Vorrang", sagte er weiter. Das Ziel sei aber, das bisherige Testregime so lange wie möglich aufrecht zu erhalten.

Auch die Medizinlabore erwarten Probleme. "Die hohen Infektionszahlen gehen mit vielen Tests einher. Weil derzeit kaum priorisiert wird bei PCR-Tests, stoßen die Labore in Deutschland zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen", sagte der Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin, Michael Müller, der "Rheinischen Post". Das sei für Kranke und Krankenhäuser kritisch. "Daher ist es zwingend, dass insbesondere die Arztpraxen und Testzentren dazu angehalten werden, sich an der Nationalen Teststrategie auszurichten", forderte Müller. Bei knappen Kapazitäten müssten PCR-Tests entsprechend den dortigen Empfehlungen erfolgen.

06:50 Uhr | Frankreichs Senat billigt verschärfte Corona-Regeln

In Frankreich hat der Senat in der Nacht mehr Einschränkungen für Ungeimpfte beschlossen. Sie bekommen demnach keinen Zugang mehr zu Gastronomie- und Kultureinrichtungen und können keine Fernzüge und Flüge mehr nutzen. Bislang war dies noch mit einem aktuellen negativen Test möglich. Ziel der strengeren Regeln ist dem Senat zufolge die Eindämmung der fünften Corona-Welle. Deshalb sind die Regelungen auch begrenzt. Sie gelten nur so lange, wie mehr als 10.000 Corona-Patienten in französischen Kliniken behandelt werden. Aktuell sind es rund 24.000 Patienten. Außerdem hat sich der Senat dagegen ausgesprochen, dass Gastronomen die Identität ihrer Gäste überprüfen müssen. Das dürfe nur die Polizei.

06:39 Uhr | Gewalt bei Corona-Protest in Salzgitter

Bei einem Protest gegen die Corona-Politik im niedersächsischen Salzgitter haben Demonstranten versucht, gewaltsam eine Polizeikette zu durchbrechen. Laut den Einsatzkräften waren bei der Versammlung etwa 50 Menschen. Auch Kinder seien darunter gewesen. Viele Teilnehmer hätten die Maskenpflicht ignoriert. Die Polizei berichtete von einer aufgeheizten und aggressiven Stimmung. Ersten Ermittlungen zufolge waren auch Angehörige der rechten Szene dabei.

06:34 Uhr | Impfpflicht: Nur wenige Ärzte kündigen konkrete Praxisschließung an

In Sachsen haben wegen der kommenden Impfpflicht für medizinisches Personal bisher nur wenige Ärzte die Schließung ihrer Praxis angekündigt. Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, Klaus Heckemann, sagte MDR AKTUELL, die meisten Ankündigungen seien unkonkret oder auch anonym. In einigen wenigen Fällen sei aber auch schon die Zulassungsrückgabe schriftlich mitgeteilt worden. Heckemann sieht da ein größeres Problem entstehen.

Landesärztekammer-Präsident Erik Bodendieck befürchtet keinen drohenden Versorgungs-Engpass. Er gehe davon aus, dass 95 bis 97 Prozent der niedergelassenen Ärzte geimpft seien. Mögliche Schließungs-Ankündigungen der übrigen sieht Bodendieck gelassen. Er sagte, in anderen Ländern sei die Abwanderung aus dem Beruf am Ende auch nicht so groß gewesen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 13. Januar 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Januar 2022 | 06:00 Uhr

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