Coronavirus-Pandemie Ticker: Deutschland führt Grenzkontrollen zu Tschechien und Tirol ein

Deutschland führt ab Sonntag generelle Grenzkontrollen zu Tschechien und zu Tirol ein. Das hat das Bundesinnenministerium bestätigt. Zuvor hatte bereits Innenminister Seehofer entsprechende Maßnahmen angekündigt. Sachsen-Anhalt verlängert den Lockdown bis 10. März. Thüringen will Schulen und Kitas bereits vor März öffnen. Die Opposition im Bundestag kritisiert die von Merkel und den Länderchefs beschlossene Lockdown-Verlängerung. Die aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Ticker.

Mehrere Bundespolizisten stehen auf vereister Straße und kontrollieren Autos, die in einer Schlage an der tschechiscen BGrenze stehen. Trotz des kalten Winterwetters fanden auch am 8.2.2021 Kontrollen in Reitzenhain statt.
Bundespolizei kontrolliert Autos an tschechischer Grenze bei Reitzenhain: Ab Sonntag gelten entlang der gesamten Grenze zu Tschechien und zu Tirol Kontrollen. Bildrechte: Harry Härtel

Unser Ticker am Donnerstag, 11. Februar 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:18 Uhr | Alle Ski-Weltcups in Norwegen abgesagt

Wegen der Corona-Einreisebeschränkungen werden alle Ski-Weltcups in Norwegen abgesagt. Das hat der Weltverband FIS mitgeteilt.

Nordische Kombination: Vinzenz Geiger (GER) and Eric Frenzel (GER)
In Lillehammer und anderen Skisportorten Norwegens finden diese Saison keine Weltcups mehr statt Bildrechte: IMAGO

Betroffen sind der Alpin-Weltcup in Kvitfjell (4. bis 7. März), das Saisonfinale der Skilangläufer in Oslo (12. bis 14. März) und Lillehammer (19. bis 21. März), der Weltcup der Kombinierer in Oslo (13./14. März) sowie die komplette Raw-Air-Tour der Skispringer und Skispringerinnen (12. bis 21. März) in Trondheim und Vikersund. Über mögliche Ersatz-Veranstaltungen hat die Fis noch nicht entschieden.

Auch das Biathlon-Saisonfinale vom 16. bis 21. März kann nicht wie geplant am Holmenkollen in Oslo stattfinden. Der zuständige Weltverband IBU will andere Optionen prüfen und womöglich einen Ersatzausrichter benennen.

21:36 Uhr | Update: Deutschland führt Grenzkontrollen zu Tschechien und Tirol ein

Deutschland führt ab Sonntag Grenzkontrollen zu Tirol und Tschechien ein. "Das österreichische Bundesland Tirol und Tschechien werden von der Bundesregierung als Virus-Mutationsgebiete ausgewiesen", teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mit. Die Wiedereinführung von "Binnengrenzkontrollen" sei erforderlich, um den "Viruseintrag nach Deutschland" möglichst zu unterbinden. Die Regierung stimme sich mit allen beteiligten Partnern insbesondere zu etwaigen Ausnahmen ab, hieß es weiter. Zuvor hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer bereits entsprechende Maßnahmen angekündigt.

20:45 Uhr | Arthritis-Mittel senkt Todesrate bei Covid-19

Ein normalerweise bei Arthritis eingesetztes Medikament hat sich bei schwer erkrankten Covid-19-Patienten als wirksam erwiesen. Das ergab eine breit angelegte Studie der Universität Oxford in England. Das Medikament Tocilizumab senke das Sterberisiko, verkürze die Genesungszeit und verringere den Bedarf an Beatmungsgeräten, heißt es darin. Studienleiter Peter Horby sagte, das Mittel nütze allen Patienten mit niedrigem Sauerstoffgehalt im Blut und signifikanten Entzündungen. In Kombination mit dem Entzündungshemmer Dexamethason senke es das Todesrisiko für solche Patienten um etwa ein Drittel. Bei Patienten mit Beatmung könne das Todesrisiko sogar halbiert werden.

20:14 Uhr | Burgenlandkreis hebt Ausgangssperre auf

Der Burgenlandkreis hebt ab dem morgigen Freitag die nächtliche Ausgangssperre auf. Landrat Götz Ulrich sagte in Naumburg, die Corona-Infektionslage habe sich deutlich gebessert. Die Sieben-Tage-Inzidenz liege inzwischen stabil unter 200, erklärte der CDU-Politiker. Als man die schmerzliche Maßnahme beschlossen habe, sei der Wert noch mehr als doppelt so hoch gewesen. Die Ausgangssperre galt bislang jeweils von 21 bis 6 Uhr.

19:33 Uhr | Dehoga Thüringen enttäuscht von Bund-Länder-Beschlüssen

Der Thüringer Hotel- und Gaststättenverband zeigt sich tief enttäuscht über den Bund-Länder-Beschluss, den Corona-Lockdown zu verlängern. Dehoga-Hauptgeschäftsführer Dirk Ellinger sagte MDR AKTUELL, die Gastronomie habe als erste Branche schließen müssen und bleibe weiter ohne eine Perspektive auf Öffnung. Die Stimmung bei den Firmen sei dramatisch und von Existenzangst getrieben. Es gebe schon Unternehmer, die aufgegeben hätten. Ellinger sagte, die Gastronomen wollten statt staatlicher Unterstützung endlich wieder Geschäfte machen. Gerade jetzt bei den guten Schneeverhältnissen wären die Bedingungen dafür in Thüringen gut.

19:28 Uhr | Lockdown-Verlängerung für Händler nicht nachvollziehbar

Frisörsalons dürfen ab März wieder öffnen. Gastronomie oder Einzelhandel bleiben jedoch weiterhin geschlossen. Wie gerecht ist das? Händler-Reaktionen auf die Lockdown-Verlängerung.

18:27 Uhr | Sachsen-Anhalt verlängert Corona-Lockdown bis 10. März

Sachsen-Anhalt verlängert den Corona-Lockdown formal bis zum 10. März. Das teilten Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) nach einer Kabinettssitzung in Magdeburg mit. Bei einer positiven Entwicklung der Infektionszahlen könne es aber schon vorher Lockerungen geben. Schulen und Kitas sollen bereits ab 1. März schrittweise wieder öffnen.

18:10 Uhr | Seehofer bereitet Einreisebegrenzungen für Tschechien und Tirol vor

Wegen des gehäuften Auftretens von Mutanten des Coronavirus bereitet die Bundesregierung Einreisebegrenzungen für Reisende aus Tschechien und Tirol vor.

Horst Seehofer
Seehofer: "Werden Einreisebegrenzungen für Tschechien und Tirol wohl so entscheiden." Bildrechte: dpa

Wie Bundesinnenminister Horst Seehofer der "Süddeutschen Zeitung" sagte, wurden die Pläne bereits mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) abgestimmt. Nach Angaben Seehofers sollen die neuen Regeln "wohl in der Nacht zum Sonntag" in Kraft treten. Bayern und Sachsen hätten die Bundesregierung gebeten, "Tirol und grenznahe Gebiete Tschechiens als Virusmutationsgebiete einzustufen und stationäre Grenzkontrollen vorzunehmen", zitiert die Zeitung den CSU-Politiker.

Die Einreiseverbote und Grenzkontrollen sollen den Regeln entsprechen, die bereits für Einreisen aus Großbritannien verhängt wurden. Durch sie soll verhindert werden, dass Virus-Mutationen über Pendler, Reisende oder Handwerker nach Deutschland kommen.

17:50 Uhr | Kommentar zu Lockdown-Verlängerung: Keine Orientierung und keine Hoffnung

MDR-Hauptstadtkorrespondent Tim Herden ist von den Ergebnissen des jüngsten Bund-Länder-Treffens tief enttäuscht: Trotz sinkender Infektionszahlen gibt es wieder nur eine Verlängerung des Lockdowns. Der versprochene Stufenplan wurde nicht verabschiedet, der den Menschen Orientierung und Hoffnung hätte geben können. Damit wird der Geduldsfaden der Menschen zum Zerreißen gespannt.

17:39 Uhr | Altmaier lädt Wirtschaftsverbände zu Corona-Gipfel ein

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) lädt Wirtschaftsverbände zu einem Corona-Gipfel ein. Wie eine Sprecherin seines Ministeriums sagte, soll das Treffen am kommenden Dienstag stattfinden. Eingeladen seien Vertreter von mehr als 40 Verbänden. Altmaier wolle mit ihnen über die aktuelle Lage der Wirtschaft, die Umsetzung von Hilfen, die Bund-und-Länder-Beschlüsse und mögliche Öffnungsperspektiven reden. Aus der Wirtschaft hatte es zuletzt massive Beschwerden über die schleppende Auszahlung von Corona-Hilfen gegeben. Für harsche Kritik sorgte auch die erneute Verlängerung des Lockdowns.

16:10 Uhr | Alle Coronaviren der Welt passen in eine Cola-Dose

Alle derzeit kursierenden Coronaviren der Welt passen nach Berechnungen eines britischen Mathematikers locker in eine halbe Cola-Dose. Wie Christian Yates von der Universität Bath im Online-Magazin "The Conversation" schreibt, haben alle zu einem einzigen aktuellen Zeitpunkt zirkulierenden Erreger Sars-CoV-2 zusammengepfercht ein Volumen von rund 160 Millilitern. Sie würden damit eine gängige Coladose, die in der Regel 330 Milliliter fasst, nicht einmal annähernd ausfüllen, so Yates. In dem von ihm aufgestellten komplizierten Rechenweg fließen die geschätzte Zahl der weltweit gleichzeitig Infizierten, die durchschnittliche Viruslast pro Infektion sowie die Größe des Coronavirus mit ein. Den Durchmesser des Covid-19-Erregers berechnet er mit 100 Nanometern. Das sind 0,0001 Millimeter.

15:35 Uhr | Ramelow will Schulen und Kitas vor März öffnen

In Thüringen sollen Schulen und Kitas nach dem Willen von Ministerpräsident Bodo Ramelow noch im Februar wieder öffnen. Der Linke-Politiker sagte, man werde nicht bis zum 7. März warten. Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz landesweit unter 100 falle, müsse es mehr Spielraum für Schulen und Kindergärten geben.

Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, sitzt in einem Konferenzraum der Thüringer Staatkanzlei.
Thüringens Ministerpräsident Ramelow will Schulen und Kitas noch im Februar öffnen. Bildrechte: dpa

Die Thüringer CDU-Fraktion forderte, die Einrichtungen am 22. Februar wieder zu öffnen. Fraktionschef Voigt sagte, Kinder und Eltern brauchten eine Perspektive. Was in Sachsen möglich sei, müsse auch in Thüringen funktionieren. In Sachsen sollen Grundschulen und Kitas bereits am kommenden Montag wieder öffnen. Sachsen-Anhalt plant bislang, die Schulen erst ab 1. März schrittweise zu öffnen.

15:12 Uhr | Söder fordert Grenzkontrollen zu Tschechien

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat Kontrollen an der Grenze zu Tschechien gefordert. Der CSU-Politiker sagte, Bayern und auch Sachsen hätten den Bund gebeten, einige tschechische Regionen und auch Tirol zu Mutationsgebieten zu erklären, was auch passieren werde. Sobald das geschehen sei, sei eine Einreise nur noch mit einem negativen Test möglich. "Und wenn das passiert, stellen wir den Antrag an den Bund, stationäre Grenzkontrollen zu etablieren."

Söder verwies darauf, dass die zumindest ansteckendere neue Coronavirus-Variante aus Großbritannien in den nordostbayerischen Regionen Hof, Wunsiedel und Tirschenreuth an der Grenze zu Tschechien bereits 40 bis 70 Prozent der positiven Testfälle ausmache.

14:20 Uhr | Update: Bundestag debattiert kontrovers über Lockdown

Der Bundestag hat kontrovers über die Verlängerung des Corona-Lockdowns debattiert. Während Kanzlerin Angela Merkel in einer Regierungserklärung die Bund-Länder-Entscheidung verteidigte, kam von der Opposition scharfe Kritik. AfD-Fraktionschefin Alice Weidel warf der Regierung Verfassungsbruch vor. Das Parlament dürfe zwar hinterher noch ein wenig diskutieren. In die Entscheidungen sei es aber nicht eingebunden.

Christian Lindner, Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion, spricht in der Plenarsitzung des Deutschen Bundestages zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
Lindner: "Ich rate davon ab, diesen Umgang mit dem Parlament zur ständigen Staatspraxis werden zu lassen." Bildrechte: dpa

Auch FDP-Vorsitzender Christian Lindner und Linksfraktionschef Dietmar Bartsch bemängelten die anhaltende Umgehung des Bundestages. Bartsch warf Merkel eine - so wörtlich - "unangebrachte Papst-Attitüde der Unfehlbarkeit" vor. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Kathrin Göring-Eckardt mahnte langfristige Strategien gegen die Pandemie an. Die Koalitionsfraktionen unterstützten dagegen das Vorgehen von Bund und Ländern. SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich meinte, die Beschlüsse seien angemessen, notwendig und gut begründet.

14:08 Uhr | Astrazeneca will Impfstoff bis Herbst verbessern

Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca will bereits im kommenden Herbst die nächste Generation seines Corona-Impfstoffes anbieten. Dieser solle noch besser vor Virus-Varianten schützen. Im Frühjahr begännen klinische Tests dazu.

13:41 Uhr | Gewandhaus verschiebt Mahler-Festival um zwei Jahre

Wegen der Corona-Pandemie verschiebt das Leipziger Gewandhaus sein für Mai geplantes Mahler-Festival. Es soll nun erst in zwei Jahren stattfinden. Zur Begründung erklärte das Konzerthaus, in der derzeitigen kritischen Corona-Lage wäre ein Festival dieser Größe nicht zu verantworten. Zudem gebe es wegen der Reisebeschränkungen große Unwägbarkeiten bei der Planung für ausländische Gastmusiker und Besucher. Bereits gekaufte Karten gelten laut Gewandhaus nicht für 2023. Sie können gegen Erstattung des Kaufpreises an den Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden.

13:24 Uhr | Run auf Friseurtermine

Nach dem Beschluss zur Wiedereröffnung der Friseursalons am 1. März hat ein Run auf die Termine eingesetzt. Der Verbandspräsident des Deutschen Friseurhandwerks, Harald Esser, sagte, man könne sich vor Kundenanfragen kaum retten. Es gebe unzählige Mails und Anrufe, weil alle schon in der ersten Woche einen Termin wollten. Esser betonte, für die gebeutelte Friseurbranche bedeute der Bund-Länder-Beschluss endlich Licht am Ende des Tunnels. Die Thüringer Landes-Innungsmeisterin Sybille Hain erklärte, alle Betriebe wollten nun wieder durchstarten. Wegen der vielen Anfragen stellten sich die Friseure auf lange Arbeitstage ein.

13:08 Uhr | Lettland schließt Grenzen für zwei Wochen

Lettland macht für zwei Wochen seine Grenzen weitgehend dicht. Seit heute dürfen nur noch Menschen einreisen, die einen triftigen Grund haben und einen negativen Corona-Test vorweisen können. Der Passagierverkehr mit Großbritannien, Irland und Portugal wurde komplett gestoppt. Damit soll eine Ausbreitung der britischen Coronavirus-Variante verhindert werden.

12:58 Uhr | Erfurt hofft auf Unterstützung vom Land gegen Groß-Demo

Die Stadt Erfurt wehrt sich gegen eine angekündigte Demo von Gegnern der Corona-Maßnahmen mit 10.000 Teilnehmern. Ein Stadtsprecher erklärte, man werde "alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um diese Großveranstaltung so nicht stattfinden zu lassen." Dafür brauche es aber die Unterstützung von Innenministerium, Staatskanzlei und Landtag.

Derzeit liefen Gespräche, um die Großversammlung aus Gründen des Infektionsschutzes zu untersagen. Ihre Bedenken begründet die Stadt insbesondere damit, dass bundesweit für die geplante Kundgebung am 27. Februar geworben wird. Zuletzt hatten am 23. Januar 1.000 Menschen auf dem Domplatz gegen die Corona-Regeln demonstriert. Davon ignorierten die meisten die geltenden Masken- und Abstandsregeln. Ein Redner rief zum Ablegen der Masken auf.

Jüngere statistische Berechnungen legen nahe, dass Großdemonstrationen der "Querdenken"-Bewegung im November als sogenannte Superspreading-Ereignisse zur zweiten Infektionswelle beitrugen.

11:57 Uhr | Sachsen prüft rechtliche Konsequenzen gegen Impf-Drängler

Nach der vorzeitigen Impfung des erzgebirgischen Landrates Frank Vogel will Sachsen rechtliche Konsequenzen prüfen. Gesundheitsministerin Petra Köpping erklärte zudem, in Zukunft müsse noch exakter gearbeitet werden, "damit es zu solchen Irritationen nicht kommen kann". Impfdosen sollten auf keinen Fall weggeworfen werden, betonte die SPD-Politikerin. Aber auch für restliche Dosen gelte eine Priorisierung. Angefragt würden dann in der Regel Krankenhäuser, nahe gelegene Arztpraxen oder Rettungsdienste.

Unter anderem auch im sachsen-anhaltischen Halle hatten zuletzt vorzeitige Impfungen von Kommunalpolitikern für heftige Kritik gesorgt. Der Katastrophenschutz-Stab der Saalestadt verteidigte unterdessen das Vorgehen.

11:36 Uhr | Ärztepräsident fordert klare Lockerungsperspektive

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, nennt die Verlängerung des Lockdowns unvermeidlich. In der "Rheinischen Post" kritisierte er zugleich das Fehlen einer klaren Öffnungsperspektive. "Wir hätten uns gewünscht, dass Bund und Länder auch Grundsatzentscheidungen darüber treffen, wie wir schrittweise mit vernünftigen Hygienekonzepten erste Eindämmungsmaßnahmen zurückfahren können, sobald sich die Infektionslage verbessert hat." Man könne sich nicht endlos von Lockdown zu Lockdown hangeln. Für Kinder, Jugendliche und Eltern bedeuteten Kita- und Schulschließungen psychosozialen Stress, der krank mache.

11:01 Uhr | Sachsen will Pendler-Verkehr mit Tschechien einschränken

Sachsen will angesichts hoher Corona-Infektionszahlen den Pendler-Verkehr mit Tschechien einschränken. Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte, die Lage im Nachbarland spitze sich zu. Es gebe dort in zwei Regionen eine Inzidenz von mehr als 1.000. Zudem sei die britische Virus-Mutation auf dem Vormarsch. Von den Einschränkungen ausgenommen würden nur tschechische Arbeitskräfte im Bereich Medizin und Pflege.

Tschechien kündigte seinerseits an, kommende Nacht drei Grenzbezirke zu Sachsen, Bayern und Polen abzuriegeln. Die Bezirke dürfen dann nicht mehr betreten oder verlassen werden. Ausnahmen gelten nur für den Weg zur Arbeit und für den Transit.

10:52 Uhr | Weniger Firmengründungen in der Corona-Krise

In Deutschland sind im Corona-Krisenjahr 2020 deutlich weniger Unternehmen neu gegründet worden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank die Zahl der Neugründungen von Betrieben um 4,5 Prozent im Vergleich zu 2019. Durch die Pandemie habe sich der in den vergangenen Jahren bereits beobachtete rückläufige Trend noch verstärkt.

10:35 Uhr | Infektiologe: Öffnung nicht nur von Inzidenz abhängig machen

Der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner sieht in der von Bund und Ländern beschlossenen Fortsetzung der Corona-Beschränkungen den richtigen Schritt. Der Chefarzt der Klinik für Infektiologie in Schwabing sagte, vor Lockerungen im größeren Stil müssten die Zahlen weiter sinken. Neben der Inzidenz sei es notwendig, auf weitere Werte zu schauen, besonders den Reproduktionswert. Dieser zeigt an, wie viele weitere Menschen jede infizierte Person im Schnitt ansteckt.

Wendtner erklärte, er favorisiere als Voraussetzung für weitere Öffnungen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 25 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Die nun angestrebte Inzidenz von 35 sei aus seiner Sicht "sehr akzeptabel", jedoch kombiniert mit einem Reproduktionswert von höchstens 0,7.

10:12 Uhr | Merkel räumt Fehler in zweiter Corona-Welle ein

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Fehler bei der zweiten Corona-Welle eingeräumt. In ihrer Regierungserklärung im Bundestag sagte Merkel, das Vorgehen zu Beginn des Herbstes sei zu zögerlich gewesen. Die Politik habe es versäumt, mit Ansteigen der Infektionszahlen das öffentliche Leben frühzeitig und konsequent herunterzufahren. In der Folge seien die Infektionszahlen explodiert.

Zugleich verteidigte sie die am Mittwoch beschlossene Verlängerung des Lockdowns. Es gehe um gravierende Einschränkungen, die aber gemäß der Demokratie beschlossen worden seien. Angesichts der Virus-Mutationen müsse man weiter sehr achtsam sein.

Aus der Opposition kam heftige Kritik an den Bund-Länder-Beschlüssen. Unter anderem Linkenfraktionschef Dietmar Barsch und FDP-Vorsitzender Christian Lindner beklagten die anhaltende Umgehung des Bundestages. Aus der Opposition kam heftige Kritik an den Bund-Länder-Beschlüssen. FDP-Generalsekretär Volker Wissing sagte am Morgen bei MDR AKTUELL, viele Branchen, die auf ein Signal für eine Perspektive gehofft hätten, seien enttäuscht worden. Man habe zwar vereinbart, einen Stufenplan zu erarbeiten, aber es sei unklar, wann er verabschiedet werde.

09:48 Uhr | Weimars Musikhochschulpräsident enttäuscht über Lockdown-Verlängerung

Im verlängerten Corona-Lockdown muss auch die Kulturszene weiter warten. Unverständnis gibt es dafür aus Weimar. Christoph Stölzl, der Präsident der Hochschule für Musik Franz Liszt, sagte MDR KULTUR, die Politiker müssten ernst nehmen, was die Wissenschaft für möglich halte: "Wir sind schon enttäuscht, dass die sehr genauen Erforschungen - beispielsweise zuletzt des Fraunhofer-Instituts im Konzertsaal in Dortmund - dass das keine Rolle gespielt hat bisher, finde ich merkwürdig. Das was an Kulturereignissen gefahrlos möglich ist, sollte doch auch machbar sein und stattfinden. In Russland zum Beispiel hat man die Museen erst mit 50 Prozent der Besucher erlaubt, je nach Infektionslage." Stölzl sagte weiter, die Kulturleute müssten drängendere Forderungen stellen - etwa genauso ernst genommen zu werden wie die Wirtschaft.

09:39 Uhr | Israel öffnet schrittweise Kitas und Schulen

Nach wochenlanger Corona-Schließung öffnet Israel schrittweise wieder Kitas und Schulen. Als erste durften heute Kindergärten und Grundschulen in Orten mit niedrigen Infektionszahlen wieder den Präsenzunterricht aufnehmen. Nach und nach sollen auch ältere Kinder wieder in die Schulen zurückkehren.

09:24 Uhr | Inzidenz sinkt weiter

Deutschlandweit haben die Gesundheitsämter am Mittwoch 9.251 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 gemeldet. Das geht aus Daten des Risklayer-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie hervor. Der Sieben-Tage-Schnitt an täglichen Ansteckungen sank damit weiter auf 8.393. Die Inzidenz liegt bei 71 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Thüringen hat mit 119 weiterhin den höchsten Wert, gefolgt von Sachsen-Anhalt (100). Sachsen (91) hat nach dem Saarland (96) den vierthöchsten Wert.

Dem Robert Koch-Institut zufolge, dessen Daten Grundlage für Corona-Beschränkungen und Lockerungen sind, liegt die bundesweite Inzidenz bei 64. Nach dem gestrigen Bund-Länder-Beschluss ist für die Öffnung zahlreicher Geschäfte sowie von kulturellen Angeboten ein Wert von höchstens 35 notwendig. Bisher hat kein Bundesland Werte unter 50 erreicht.

08:54 Uhr | Sachsens Grundschulen öffnen mit festen Klassen

Die Grundschulen in Sachsen gehen kommenden Montag mit festen Klassen in den eingeschränkten Regelbetrieb. Ein Sprecher des Landesamtes für Schule und Bildung sagte MDR AKTUELL, den Klassenverbänden seien die Lehrerinnen und Lehrer fest zugeordnet. Daher seien die Schulfächer auf Deutsch, Mathe und Sachkunde begrenzt sowie Englisch in der vierten Klasse.

Der Sächsische Lehrerverband gab an, er habe sich ein Wechsel-Modell gewünscht. Vorsitzender Jens Weichelt sagte, mit geteilten Klassen könne man Abstände in den Räumen besser einhalten.

08:47 Uhr | Haseloff begrüßt Astrazeneca-Produktion in Dessau

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat die angekündigte Produktion des Impfstoffes von Astrazeneca in Dessau als wichtigen Schritt zur Bekämpfung der Pandemie bezeichnet. Dadurch zeige sich gleichzeitig auch die Kompetenz und Leistungsfähigkeit der Biotech-Branche in Sachsen-Anhalt. Astrazeneca hatte gestern die Zusammenarbeit mit der Firma IDT Biologika in Dessau-Tornau angekündigt, um die Auslieferung des Impfstoffs ab April zu erhöhen. In Brehna wird bereits der Impfstoff von Biontech/Pfizer produziert.

08:33 Uhr | Patientenschützer fordern Strafen für Impf-Vordrängler

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert Strafen für das Vordrängeln bei Corona-Impfungen. Stiftungsvorstand Eugen Brysch sagte im Deutschlandfunk, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn habe es versäumt, in seiner Verordnung eine Aussage zu Verstößen zu treffen. In Sachsen-Anhalt gebe es Über-80-Jährige in Pflegeheimen, die noch auf einen Impftermin warteten, während ein Oberbürgermeister schon mal drankomme. Das müsse mindestens eine Ordnungswidrigkeit sein. Brysch betonte, die Folge dieser Verstöße seien das Gefühl von Ungerechtigkeit und Frust in der Bevölkerung. Mit Wartelisten und Pool-Lösungen müsse sichergestellt werden, dass der Impfstoff zunächst nur an die priorisierten Menschen gehe.

07:34 Uhr | Jeder Zehnte in den USA geimpft

In den USA haben bisher knapp 33,8 Millionen Einwohner die erste Impfdosis erhalten - jeder Zehnte der etwa 330 Millionen Einwohner. Das geht aus Daten der Gesundheitsbehörde CDC hervor. 10,5 Millionen haben bereits beide Dosen erhalten. Bei den bisher eingesetzten Impfstoffen sind zwei Impfdosen nötig, damit der volle Schutz eintritt.

Zum Vergleich: In Deutschland haben bisher rund 2,4 Millionen Menschen die erste Impfdosis erhalten. Das sind knapp 2,89 Prozent der Bevölkerung. 1,1 Millionen haben zudem bereits die zweite Dosis erhalten.

07:13 Uhr | Mexiko lässt zwei Impfstoffe aus China zu

In Mexiko sind zwei Coronavirus-Impfstoffe aus China zugelassen worden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums erhielten die Präparate der Unternehmen Cansino und Sinovac Notfallzulassungen. Damit sind in dem nordamerikanischen Land inzwischen fünf Corona-Impfstoffe zugelassen: neben den zwei chinesischen das Vakzin von Biontech und Pfizer, das von Astrazeneca sowie das russische Serum Sputnik V.

06:38 Uhr | Kritik an Bund-Länder-Beschlüssen zu Lockdown-Verlängerung

Die Bund-Länder-Beschlüsse zur Verlängerung der Corona-Einschränkungen sind bei Opposition und Verbänden auf teils heftige Kritik gestoßen. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, bemängelte in den "Funke Medien", dass keine einheitliche Regelung für eine Öffnung der Schulen vereinbart wurde. Durch eine zu frühe Öffnung müssten die Schulen möglicherweise im April oder Mai nochmals geschlossen werden. Das könne dazu führen, dass das Schuljahr komplett abgeschrieben werden müsse.

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer begrüßte die geplante Öffnung von Friseur-Betrieben Anfang März. Er warnte allerdings vor den Auswirkungen des Lockdowns für andere Firmen. Der Deutsche Reiseverband erklärte, in der Branche hätten viele bereits aufgegeben oder stünden kurz vor der Insolvenz.

Kritik kam auch aus den Reihen der Opposition. FDP-Vizechef Wolfganz Kubicki sprach im "Redaktionsnetzwerk Deutschland" von einem Rechtsbruch. Es sei unverantwortlich, Maßnahmen, die bei einer Inzidenz von 200 eingeführt worden seien, nahezu unverändert bis zu einem Wert von 35 beizubehalten. AfD-Fraktionschefin Alice Weidel nannte die Verlängerung der Corona-Auflagen fatal. Der Schaden an Wirtschaft und Gesellschaft sei unermesslich. Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch warf Kanzlerin Angela Merkel und Kanzleramtsminister Helge Braun in den "Funke Medien" vor, sich gedanklich im Lockdown eingemauert zu haben. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt nannte es unverständlich, dass sich Bund und Länder nicht auf ein gemeinsames Vorgehen bei Schulen und Kitas geeinigt hätten.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 11. Februar 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. Februar 2021 | 06:00 Uhr

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