Coronavirus-Ticker 11. Juni: Thüringen erlaubt Mannschaftssport

In Thüringen dürfen ab Sonnabend Sportler wieder gemeinsam trainieren. In Magdeburg wird eine Schule wegen Corona-Infektionen geschlossen. In Sachsen scheiterte eine Lehrerin vor Gericht, die Mindestabstände in Grundschulen gefordert hatte. Im Landkreis Sonneberg gelten ab Freitag strengere Corona-Regeln als im übrigen Thüringen. Einer Studie zufolge könnte sich der Verlauf einer Covid-19-Erkrankung mit zwei Typen von Abwehrzellen im Blut vorhersagen lassen.

Kinder einer Fußballmannschaften trainieren auf einem Fußballplatz großen Abständen.
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Unser Ticker vom Donnerstag endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie in unserem Ticker am Freitag.

21:34 Uhr | DLRG warnt vor unbewachten Badestellen

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt vor der Benutzung von unbewachten Badestellen in diesem Sommer. Sie befürchtet, dass durch die wochenlang geschlossenen Schwimmbäder und die ausgefallenen Schwimmkurse die Schwimmfertigkeit gesunken ist.

21:23 Uhr | US-Regierung gegen zweiten Lockdown

Die US-Regierung lehnt einen erneuten Lockdown bei einer möglichen zweiten Coronavirus-Infektionswelle ab. Finanzminister Steven Mnuchin sagte im Sender CNBC, die Regierung habe gelernt, dass man mehr Schaden verursache, wenn man die Wirtschaft dicht mache. Die Coronavirus-Pandemie hat in den USA eine verheerende Wirtschaftskrise ausgelöst. Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums haben seit Beginn der Coronavirus-Pandemie rund 44,2 Millionen Menschen neu Arbeitslosenhilfe beantragt. Allerdings wurden auch mehr als zwei Millionen Coronavirus-Infektionen und mehr als 113.000 Todesfälle bestätigt.

19:58 Uhr | Update um 21:03 Uhr: Reisewarnung für Schweden bleibt wohl bestehen

Die Reisewarnung für Touristen bleibt für Schweden wahrscheinlich über den 15. Juni hinaus bestehen. Das Auswärtige Amt weist auf seiner Internetseite darauf hin, dass das EU-Land derzeit die Pandemiekriterien für eine Aufhebung der Warnung nicht erfüllt. Die Zahl der Neuinfizierten lag dort in den letzten sieben Tagen höher als 50 Fälle pro 100.000 Einwohner. Schweden meldete heute die bislang höchste Anzahl von Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Laut Gesundheitsbehörde kamen fast 1.500 Erkrankungen hinzu. Der Rekordanstieg wurde mit vermehrten Tests begründet. Dadurch seien auch Fälle erfasst worden, bei denen die Betroffenen nur milde Symptome gezeigt hätten. Den Angaben zufolge gibt es in Schweden nunmehr 48.300 bestätigte Corona-Infektionen. Mehr als 4.800 Menschen starben infolge einer Infektion. Pro Kopf sind das deutlich mehr als in den benachbarten nordeuropäischen Ländern. Schweden hatte anders als die meisten Länder mehr auf freiwillige Maßnahmen statt auf Verbote und Vorschriften gesetzt.

19:30 Uhr | Keine Abschlussprüfungen für russische Schüler

In Russland fallen für Millionen Schüler und Schülerinnen wegen der Corona-Krise die Abschlussprüfungen aus. Ministerpräsident Michail Mischustin unterzeichnete dazu ein Dekret. Danach können Jugendliche, die eine Ausbildung beginnen möchten, mit ihrem Abschlusszeugnis an eine Berufsschule wechseln. Potenzielle Studenten müssen jedoch an den Universitäten eine Aufnahmeprüfung ablegen. In Russland sind die Schulen wegen der Pandemie seit Mitte März geschlossen. Die Abschlussprüfungen waren mehrfach verschoben worden. Inzwischen haben die Sommerferien begonnen.

18:40 Uhr | Schulschließung nach Corona-Fall in Magdeburg

In Magdeburg müssen eine Grundschule und ein Hort wegen mehrerer Corona-Infektionen schließen. Nach Angaben der Stadt bleiben sie voraussichtlich bis 26. Juni zu. Grund sei, das sechs Erwachsene und ein Kind positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurden. Die Mutter des Kindes habe an einer Elternversammlung teilgenommen, auf der 15 andere Eltern und eine Reihe von Pädagoginnen und Pädagogen anwesend gewesen seien. Der Amtsarzt empfiehlt allen Kindern der Einrichtung, sich in freiwillige häusliche Quarantäne zu begeben. Die Betroffene aus der Grundschule könnten sich in der Fieberambulanz testen lassen.

18:10 Uhr | Thüringen erlaubt Mannschaftssport

In Thüringen dürfen Sportler ab Sonnabend wieder gemeinsam trainieren. Außerdem sind Wettkämpfe erlaubt. Nach Angaben des Sportministeriums tritt dann eine entsprechende Verordnung in Kraft. Sie erlaube den Sportbetrieb in allen öffentlichen und nichtöffentlichen Sportanlagen sowie im Freien. Voraussetzung sei ein Infektionsschutzkonzept. Im Freien dürfen auch mehr als elf Menschen trainieren, wenn sie den Mindestabstand einhalten. Die Teilnehmer müssen notiert werden. Die Listen müssen nach vier Wochen vernichtet sein. Wettkämpfe und andere Sportveranstaltungen mit Zuschauern bleiben weiterhin verboten. Über Ausnahmen können die Gesundheitsämter entscheiden.

17:10 Uhr | Ägypten öffnet Badeorte für Touristen

Ägypten öffnet ab 1. Juli einige seiner Urlaubsorte wieder für Touristen aus dem Ausland. Nach Angaben der Regierung soll dann der Flugverkehr in die "am wenigsten vom Virus betroffenen" Küstenregionen wieder aufgenommen werden.

Strandbereich eines Hotels in Hurghada
Nach Hurghada dürfen ab Juli wieder ausländische Touristen. Bildrechte: imago/Eibner

Der staatlichen Nachrichtenseite "Al-Ahram" zufolge sind dies Marsa Matruh am Mittelmeer, der Süden der Sinai-Halbinsel sowie das Rote Meer. Dort liegen auch Ägyptens beliebteste Badeorte Hurghada und Scharm el Scheich. Die Bundesregierung hatte die Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der EU - darunter auch Ägypten - bis zum 31. August aber verlängert.

16:46 Uhr | Einreisestopp in die EU soll ab Juli gelockert werden

Einreisen in die EU sollen ab Juli aus bestimmten Ländern wieder möglich sein. Die EU-Kommission schlug vor, den im März verhängten Einreisestopp in die EU bis Ende Juni zu verlängern. Danach soll er schrittweise aufgehoben werden. Bis dahin sollen die EU-Staaten eine Liste mit Ländern erarbeiten, für die die Beschränkungen am 1. Juli aufgehoben werden können. Das könnten alle Drittstaaten sein, deren Corona-Situation im Vergleich zur EU ähnlich oder besser ist. Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hatten sich Mitte März alle EU-Staaten außer Irland sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island darauf geeinigt, nicht zwingend notwendige Reisen in die EU zunächst zu verbieten.

Für Deutschland hatte die Bundesregierung die Reisewarnung für mehr als 160 Länder außerhalb der EU bis Ende August verlängert. Ausnahmen können für einzelne Länder gemacht werden, in denen die Verbreitung des Coronavirus ausreichend eingedämmt ist. Bundesaußenminister Heiko Maas versicherte, dass die Entscheidung immer wieder überprüft werde. Für 31 europäische Länder hat Deutschland mittlerweile die Aufhebung der Reisewarnung beschlossen.

16:15 Uhr | Haseloff fordert flächendeckende Grippeimpfung

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff setzt sich für eine möglichst flächendeckende Grippeschutzimpfung im Land ein. Haseloff sagte in einer Regierungserklärung, das Coronavirus werde auch im Herbst und im Winter da sein. Deshalb sollten zusätzliche Belastungen durch die normale Grippe vermieden werden. Angesichts der relativ alten Bevölkerung in Sachsen-Anhalt müsse eine Grippewelle während der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vermieden werden. Zudem würde ein gleichzeitiges Auftreten von Grippe und Coronavirus die Diagnose und damit auch die angemessene Behandlung erschweren. Eine flächendeckende Grippeschutzimpfung sei daher ein dringendes Gebot.

15:56 Uhr | Weltkarte informiert über Reisebestimmungen der Länder

Eine interaktive Weltkarte informiert über die neusten Reisebestimmungen in jedem Land. Die Karte wurde vom Dachverband der Fluggesellschaften (IATA) aufgelegt. Nach Angaben des Verbandes wird die Karte 200 Mal am Tag aktualisiert.

15:31 Uhr | Kreis Sonneberg gibt sich eigene Quarantäne-Regel

Im thüringischen Landkreis Sonneberg gelten ab Freitag strengere Corona-Regeln als im übrigen Freistaat. Das Landratsamt hat eine Allgemeinverfügung erlassen, sich von derjenigen unterscheidet, die ab Sonnabend für das restliche Thüringen gilt. Danach müssen im Landkreis Menschen mit Symptomen wie Husten oder Fieber nicht nur sofort zum Corona-Test, sondern auch automatisch in Quarantäne. Die Isolation gilt, bis das Testergebnis negativ ausfällt. Im Falle eines positiven Testergebnisses bleibt die häusliche Quarantäne aufrechterhalten und das Gesundheitsamt entscheidet neu.

15:17 Uhr | Günther wirbt für ökologische Wende in Sachsen

Sachsens Umweltminister Wolfram Günther hat für einen ökologischen Neustart der Wirtschaft nach der Corona-Krise geworben. Der Grünen-Politiker sprach bei einer Regierungserklärung im Landtag von einem "Green New Deal". Er sagte, jetzt sei der Moment, umzusteuern. Es gehe darum, Arbeitsplätze mit Zukunft zu schaffen. Günther kündigte an, Wasserstoff-Technologien sowie den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben. Zudem werde Sachsen mehr Elektro-Fahrzeuge im landeseigenen Fuhrpark einsetzen.

15:05 Uhr | Corona-Fall in Thüringer Flüchtlingsheim

In Sondershausen in Thüringen ist in einem Flüchtlingsheim ein Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Landratsamt Kyffhäuserkreis erklärte, die Unterkunft werde gesperrt. Alle rund 100 Bewohner würden nun getestet.

14:45 Uhr | Corona-Tracing-App kostet 20 Millionen Euro

Die Corona-Tracing-App wird rund 20 Millionen Euro kosten. Das berichten übereinstimmend mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Angaben aus der Bundesregierung. Der laufende Betrieb kostet demnach zwischen 2,5 und 3,5 Millionen Euro, unter anderem für den Betrieb von zwei Hotlines bei der Deutschen Telekom. Dort sollen sich Anwender bei der Installation der App auf Deutsch, Englisch und Türkisch helfen lassen können. Außerdem sollen sie telefonisch ein positives Test-Ergebnis in die App eintragen lassen. Die Infizierten erhalten dabei von dem Callcenter einen Freischaltcode. Die Kosten für die Entwicklung der App bewegen sich damit am unteren Ende der von der Bundesregierung prognostizierten Größenordnung. Die App zum Nachverfolgen von Infektionsketten soll nächste Woche vorgestellt werden. Sie wird vom Softwarekonzern SAP und der Deutschen Telekom entwickelt.

14:00 Uhr | Biontech bekommt EU-Kredit für Impfstoff

Das Unternehmen Biontech in Mainz bekommt für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus bis zu 100 Millionen Euro von der Europäische Investitionsbank (EIB). Wie die EU-Kommission mitteilte, wird Biontech den Kredit unter anderem zur Erweiterung seiner Produktionskapazität verwenden, um den Impfstoff im Fall einer erfolgreichen Testphase schnell zur Verfügung zu stellen.

13:30 Uhr | Gesetzgebung im Eilverfahren

Mit einer Sondersitzung des Bundeskabinetts wsoll am Freitag ein Gesetzgebungsverfahren im Eiltempo angestoßen werden, um unter anderem die Mehrwertsteuer wie geplant am 1. Juli für sechs Monate zu senken. Wie heute aus Kreisen der Koalition verlautete, soll trotz noch ungelöster Details der Bundestag kommende Woche erstmals über die Vorlage beraten, die am 29. Juni in Sondersitzungen von Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden soll. Im Gesetz stehen viele weitere Punkte des Corona-Konjunkturpakets, darunter der Kinderbonus von 300 Euro, der ebenfalls ab 1. Juli fließen soll.

12:52 Uhr | Kein Mindestabstand in Grundschulen

In sächsischen Grundschulen muss der Mindestabstand von 1,5 Metern zum Schutz vor Ansteckung nicht eingehalten werden. Die mit der aktuellen Verordnung im Land geltende Regelung sei rechtmäßig, entschied das sächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) heute in Bautzen. Es wies die Klage einer Lehrerin zurück, die ihr Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit verletzt sah (Az.: 3 B 194/20).

Das Gericht erklärte, eine Gefährdung der Lehrkräfte sei wissenschaftlich nicht eindeutig erwiesen. Die Infektionszahlen in Sachsen seien aber gering. Kinder im Grundschulalter könnten den Mindestabstand noch nicht einhalten. Ihre dauernde Beschulung zu Hause hindere nicht nur Eltern am Arbeiten, was deren Grundrecht auf Berufsfreiheit berühre. Sie könne für die Kinder auch "zu schwerwiegenden Entwicklungsdefiziten" führen.

Laut der aktuellen Corona-Verordnung des Landes gilt der sonst empfohlene Mindestabstand nicht in Schulen. Diese sollen sich mit anderen Maßnahmen schützen, kleinere Klassen und Gruppen bilden und trennen. Die Land habe "ein detailliertes Maßnahmenbündel", das die Infektionsgefahr für Schüler und Lehrkräfte vermindere, hieß es vom OVG. Eine unzumutbare Gefährdung für Lehrkräfte sei nicht festzustellen. Die Entscheidung kann nicht angefochten werden.

12:18 Uhr | Noch immer wenige Neu-Infektionen

Am gestrigen Mittwoch haben die Kreise und Städte in Deutschland 417 Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet. Das geht aus der Datenbank des am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelten Projekts "Risklayer" hervor. Insgesamt haben danach 84 Prozent der Landkreise aktuelle Fallzahlen gemeldet. Damit ist die Zahl der Neu-Infektionen im Vergleich zum Mittwoch der Vorwoche leicht gestiegen, als 334 Fälle gemeldet worden waren.

Die Reproduktionszahl, (R-Wert), lag nach jüngsten Angaben des Robert Koch-Instituts zuletzt bei 0,86 (Datenstand 10. Juni, 00:00 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf eine längere Zeit und unterliegt daher weniger Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag der Wert bei 0,86. Um das Virus einzudämmen, muss er langfristig unter 1,0 bleiben.

11:55 Uhr | Gewinneinbrüche der Auto-Konzerne

In der Corona-Krise schrumpfen die Gewinne der Auto-Konzerne massiv. Der Gesamtgewinn der 17 größten der Welt sank im ersten Quartal 2020 um 58 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2019 auf 7,5 Milliarden Euro. Laut Analyse der Beratungsgesellschaft EY ist das der niedrigste Stand seit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009. Der Umsatz sank demnach um neun, die Menge verkaufter Neuwagen um 21 Prozent. Allerdings hätten die meisten Konzerne finanzielle Polster. Ende März verfügten sie laut EY alle zusammen über liquide Mittel von 207 Milliarden Euro - 13 Prozent mehr als drei Monate zuvor.

11:04 Uhr | Dänemark rechnet mit Ansturm

Bei der Öffnung seiner Grenzen für Touristen wird in Dänemark ein Ansturm deutscher Ferienhaus-Urlauber erwartet. Allein am Montag werden Deutsche in rund 14.000 Ferienhäusern erwartet, meldete der Radiosender DR mit Verweis auf Zahlen vom Branchenverband. 2019 hatten Deutsche gut 13,3 Millionen Übernachtungen in dänischen Ferienhäusern, fast zwei Drittel aller Übernachtungen. Ab Montag können nun deutsche, norwegische und isländische Urlauber wieder nach Dänemark, die mindestens sechs Übernachtungen außerhalb Kopenhagens gebucht haben. Nur Einwohner von Schleswig-Holstein dürfen wieder ohne diese Bedingung einreisen.

10:30 Uhr | "Katastrophe" für Krippen in Italien

In Italien fehlen mindestens 200.000 Krippenplätze. Grund sind laut heutigem Bericht der Zeitung "La Repubblica" fehlende Richtlinien, geringe oder verspätete öffentliche Zuschüsse und fehlende Beiträge der Eltern. Bei den derzeitigen Aussichten werde wohl jede zweite private Einrichtung dauerhaft schließen. Gestern demonstrierten Mitglieder eines privaten Trägerverbands zum zweiten Mal vor dem Parlament in Rom. Sie beklagten ihre "katastrophale Lage" und fehlende Unterstützung, während Strände, Läden, Restaurants und sogar Clubs wieder öffnen. Eine erste grobe Richtlinie für Krippen während der Pandemie habe Familienministerin Elia Bonetti erst vor knapp einer Woche vorgestellt - auf ihrer Facebook-Seite.

09:54 Uhr | Grüne fordern "Nothilfe-Bafög"

Die Grünen verlangen einen monatlichen Bafög-Zuschuss von 450 Euro für Studenten, die in der Corona-Krise ihren Job verloren haben. Der "Rheinischen Post" sagte Bundestags-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt: "Viele Studis sind unter massivem Druck", weil ihre Nebenjobs weg seien und die Eltern nicht einspringen könnten.

Weiter sagte sie dazu: "Nothilfe-Bafög heißt unmittelbar, schnell und nicht als Kredit, sondern als Zuschuss." Diesen dürften nach Angaben der Politikerin maximal 1,2 Millionen Studierende beantragen, weil etwa 40 Prozent der rund drei Millionen Studenten ihre Jobs verloren hätten. Auch solle das laufende Semester nicht auf die für das Bafög relevante Regelstudienzeit angerechnet werden. An vielen deutschen Universitäten habe kein reguläres Semester stattgefunden.

09:48 Uhr | Dresdner Porzellansammlung öffnet

Nach knapp zwei Monaten Zwangspause öffnet am Freitag die Dresdner Porzellansammlung wieder - mit einem neu gestalteten Böttger-Saal, dem Herzstück des Museums im Zwinger.

09:30 Uhr | Informationen aus den Regionen

In Thüringen feiern Katholiken heute wegen der Infektionsschutz-Maßnahmen ihr Fronleichnamsfest anders als gewohnt. Darüber berichten unsere Kollegen dort. Auch der MDR SACHSEN hält uns im Ticker auf dem Laufenden über die aktuellen Entwicklungen.

08:55 Uhr | Lehramts-Studenten sollen aushelfen

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) befürwortet den Einsatz von Lehramts-Studenten in den wegen der Pandemie-Regeln überlasteten Schulen. Mit einigen Bundesländern gebe es Gespräche darüber, sie als Unterstützung in den Unterricht einzubinden. Im ARD-"Morgenmagazin" sagte Karliczek, die Idee sei "auf dem Weg". Grünen-Chefin Annalena Baerbock hatte gestern vorgeschlagen, auch Studenten heranzuziehen, um den erhöhten Personalbedarf während der Pandemie decken zu können. Zudem solle das freiwillige soziale Jahr ausgebaut werden, auch um mehr Personal in Kitas zu haben.

08:40 Uhr | Experten warnen vor Fake-Corona-Apps

IT-Experten warnen vor betrügerischen Corona-Apps, die echt aussehen, aber Nutzerdaten ausspähen. Weltweit gebe es gut ein Dutzend solcher Apps, teilte das kalifornische Unternehmen Anomali mit. Einmal auf dem Smartpohne, seien diese Apps ein Einfallstor für Schadsoftware oder greifen die Daten der Nutzer ab.

Viele Länder entwickeln derzeit Corona-Warn-Apps. In Deutschland soll kommende Woche eine starten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine "breit angelegten Kampagne" angekündigt, um für die Verwendung der App zu werben. Sie soll strenge Vorgaben für Datenschutz und Sicherheit erfüllen.

06:30 Uhr | Sachsens Grüne wollen mehr Mitsprache

Die Grünen im sächsischen Landtag wollen mehr Mitsprache bei der Pandemie-Politik. Der parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Valentin Lippmann, sagte MDR AKTUELL, bei künftigen Verordnungen müsse das Parlament stärker beteiligt werden. Es dürfe nicht weiter außen vor bleiben, wenn die Regierung auch Eingriffe in Grundrechte vollziehe. Auch die parlamentarische Geschäftsführerin der SPD, Sabine Friedel, betonte die Kontrollfunktion des Landtags. Kontrolle finde aber meist im Nachhinein statt. Insofern sei es sinnvoll, Regierungsentscheidungen in den Fachauschüssen zu diskutieren und dann eventuell zu ändern.

06:15 Uhr | Mehr Kita-Personal gefordert

Der Präsident des Landkreistags in Brandenburg, Wolfgang Blasig, warnt vor zu wenig Personal bei der Öffnung der Kitas für alle Kinder. "Das wird ein Problem werden", auch weil Erzieherinnen und Erzieher zu Risikogruppen gehören können. Der SPD-Politiker und Landrat des Kreises Potsdam-Mittelmark forderte deshalb vom Landtag, jetzt Weichen für mehr Personal zu stellen: "Das kann nur flankiert werden mit einer temporären Änderung des Kita-Gesetzes, dass die Betreuungsschlüssel erhöht werden."

06:00 Uhr | Schülervertreter: Zu viele Tests und Arbeiten

Der Landeschülerrat Sachsen-Anhalt beklagt zu viele Tests und Klassenarbeiten nach der Corona-Pause. Vorstandsmitglied Moritz Eichelmann sagte MDR AKTUELL, derzeit gingen viele Beschwerden über das Pensum ein. Nach einer so langen Phase ohne Unterricht sei das für viele Schüler nicht zu stemmen. Der Landeschülerrat schlage deshalb vor, Arbeiten auf Kernfächer wie Deutsch, Mathe und die erste Fremdsprache zu beschränken. Das Bildungsministerium in Sachsen-Anhalt wies darauf hin, dass pro Woche nicht mehr als drei Leistungserhebungen stattfinden dürfen.

05:30 Uhr | Studie: Blutwerte erlauben Prognose

Bei einer Covid-19-Erkrankung lässt sich anscheinend mit zwei Typen von Abwehrzellen im Blut vorhersagen, ob ein Patient einen schweren Verlauf oder nur milde Symptome entwickeln wird. Das ergab eine Studie an 40 Covid-19-Patienten im chinesischen Wuhan. Die Befunde seien in Deutschland bei mehreren Patienten bestätigt worden, sagte Ko-Autor Ulf Dittmer, Chef-Virologie an der Uni-Klinik in Essen.

Bei einem der Immunzell-Typen handelt es sich um sogenannte T-Zellen. Sie töten infizierte Körperzellen ab und stören so die Vermehrung von Viren. "Wenn die Patienten nur wenige von diesen Zellen haben, haben sie ein hohes Risiko, schwere Symptome wie etwa eine Lungenentzündung oder Gerinnungsstörungen zu entwickeln", sagte Dittmer. Der zweite Zelltyp sind sogenannte Neutrophile. Sie wehren Bakterien ab, können aber auch T-Zellen in ihrer Funktion unterdrücken. Je mehr es von ihnen gibt, um so schlechter könnte die Immunreaktion auf ein Virus sein.

04:45 Uhr | Sachsen-Anhalt hilft Kommunen

Sachsen-Anhalts Finanzministerium hat den Kommunen des Landes weitere Millionenhilfen überwiesen, um neue Belastungen durch die Corona-Pandmie abzufedern. Die elf Landkreise und drei Städte bekämen insgesamt 70 Millionen Euro, sagte ein Sprecher. Demnach ist das Land nun am Wohngeld für Menschen in der Grundsicherung beteiligt. Wegen der Corona-Krise war der Kreis der Bezieher deutlich erweitert worden. Normalerweise teilen sich Bund und Kommunen zur Hälfte die Kosten für Wohngeld, Heizkostenzuschüsse und ähnliches. Die neuen Zahlungen sind Teil des vom Landtag gebilligten Nachtrags von 500 Millionen zum laufenden Doppelhaushalt.

03:15 Uhr | Weltärzte-Chef: WHO braucht Geld für Afrika

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sorgt sich um den Kampf gegen das Coronavirus in Afrika. Die Lage dort sei "dramatisch", vielen Ländern fehlten schlicht die Mittel für die Gesundheitsversorgung, sagte Montgomery der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er forderte, dass die WHO-Mitgliedsstaaten mehr Geld zur Verfügung stellen. Die USA hatten indes mitten in der Corona-Krise der WHO die Zusammenarbeit aufgekündigt. Montgomery sagte in dieser Richtung, die WHO müsse von politischer Einflussnahme befreit und zu einem "Weltgesundheitsamt" ausgebaut werden.

03:00 Uhr | Zwei Millionen Infizierte in den USA

In den USA ist jetzt die Marke von zwei Millionen Infizierten seit Beginn der Pandemie überschritten worden. Das ging in der Nacht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität hervor. Landesweit starben demnach 113.000 Menschen in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19, die das Virus auslösen kann. Hinter den USA liegt Brasilien mit rund 772.000 Infizierten, gefolgt von Russland mit knapp einer halben Million. Die zweithöchste Zahl der Todesfälle meldete zuletzt Großbritannien mit rund 41.000, knapp vor Brasilien.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. Juni 2020 | 06:00 Uhr

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