Coronavirus-Pandemie Ticker vom Donnerstag: Grünes Licht für zwei Covid-Medikamente

Zwei neue Medikamente gegen Covid-19 stehen kurz vor der Zulassung in der EU - mit der Empfehlung durch die EMA ist dafür eine wichtige Hürde genommen. In Deutschland setzt sich der explosionsartige Anstieg an Neuinfektionen fort. Das Robert Koch-Institut warnt vor der Dynamik und empfiehlt, Kontakte wieder so weit wie möglich zu reduzieren. Alle aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Reportage im Johanniter Krankenhaus am Kreuzacker 1-7 in Rheinhausen. 2 Pflegerinnen betreuen eine Intensivpatientin auf der Coronastation Intensivstation , die beiden bringen die Patientin in die Bauchlage.
Die neuen Medikamente sollen im Fall einer Covid-19-Erkrankung möglichst einen schweren Verlauf verhindern. Bildrechte: imago images/Reichwein

Unser Ticker am Mittwoch, 11. November 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:48 Uhr | Corona-Lage macht Kliniken zunehmend zu schaffen

Über 50.000 Corona-Neuinfektionen wurden am Donnerstag vom Robert Koch-Institut gemeldet. Auch in Mitteldeutschland spitzt sich die Lage auf den Intensivstationen nach und nach zu. Planbare Operationen müssen bereits wieder verschoben werden.

21:58 Uhr | So geht der Altmarkkreis Salzwedel mit den hohen Infektionszahlen um

Nirgendwo in Sachsen-Anhalt infizieren sich derzeit so viele Menschen mit dem Coronavirus wie im Altmarkkreis Salzwedel, wo die Sieben-Tage-Inzidenz inzwischen bei über 500 liegt. Macht sich die Corona-Lage im Alltag, in den Krankenhäusern und beim Impfen in Salzwedel bemerkbar? Ein Ortsbesuch.

21:41 Uhr | RKI: Veranstaltungen absagen und Kontakte reduzieren

Angesichts der aktuellen Corona-Entwicklung rät das Robert Koch-Institut von größeren Veranstaltungen ab. Im Wochenbericht des RKI heißt es, die Lage sei sehr besorgniserregend. Veranstaltungen sollten deshalb gemieden werden. Alle anderen nicht notwendigen Kontakte sollten reduziert werden. Sollten Kontakte nicht gemieden werden können, sei ein Test sinnvoll, unabhängig vom Impf- oder Genesenen-Status. Auch die Nutzung der Corona-Warn-App sei möglich.

Heute hatte das RKI erstmals in der Pandemie mehr als 50.000 Neuinfektionen an einem Tag veröffentlicht. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf den neuen Höchstwert von 249,1.

20:53 Uhr | Thüringen zieht Umsetzung von 2G offenbar vor

Die 2G-Regel soll in Thüringen eine Woche früher als bisher geplant flächendeckend gelten. Wie die "Thüringer Allgemeine" berichtet, soll die 2G-Regel bereits ab kommendem Donnerstag in ganz Thüringen eingeführt werden. Darauf habe sich die Regierungsspitze geeinigt. Dem Bericht zufolge will das Kabinett die Verordnung am Dienstag beschließen und bis dahin weitere Details klären. Nur noch Geimpfte und Genesene sollen in gastronomische Betriebe, Hotels, Sportstätten oder kulturelle Einrichtungen dürfen. Es werde aber auch diskutiert, die Regel auf den Einzelhandel und Dienstleister auszuweiten.

19:25 Uhr | Dresden will Impfzentrum wiedereröffnen

Die Dresdner Stadtverwaltung will das zentrale Corona-Impfzentrum auf dem Messegelände wiedereröffnen. Die Behörde teilte mit, damit solle ein ergänzendes Angebot zu den niedergelassenen Arztpraxen geschaffen werden. Lange Warteschlangen bei den dezentralen Impfaktionen sollten der Vergangenheit angehören. Ebenso der langsame Impf-Fortschritt. Nach Angaben von Gesundheitsbürgermeisterin Kristin Klaudia Kaufmann laufen die Gespräche mit dem Freistaat und den medizinischen Partnern auf Hochtouren. Der Betrieb könne in der übernächsten Woche aufgenommen werden.

In Sachsen hatte es bis September insgesamt 13 Impfzentren gegeben.

18:57 Uhr | Impfskeptiker Aiwanger ist vollständig geimpft

Mit Bayerns Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger hat sich einer der prominentesten Impfskeptiker Deutschlands gegen Covid-19 impfen lassen. Der Chef der Freien Wähler und Wirtschaftsminister in Bayern erklärte, er sei mittlerweile geimpft und könne noch im November 2G-Termine wahrnehmen. Das ist 14 Tage nach vollständiger Impfung möglich.

Aiwanger begründete seine Entscheidung mit der schwierigen Lage in den Kliniken, die mit schnell steigenden Zahlen von Covid-Intensivpatienten konfrontiert sind. Bei den schweren bis tödlichen Verläufen sind derzeit fast alle ungeimpft.

18:19 Uhr | Leipziger Uniklinik verschärft Besucherregeln

Das Uniklinikum Leipzig verschärft seine Besucherregeln. Wie das Klinikum mitteilte, gibt es keinen vollständigen Stopp. Besuche sollten aber auf das Notwendige beschränkt werden. Zugelassen seien unter anderem Besuche von Kindern, Schwerkranken und Sterbenden. Es gelte ein erwachsener Besucher pro Tag und Patient.

Auch andere sächsische Kliniken reagierten bereits auf die sich zuspitzende Lage. Die Krankenhausgesellschaft Sachsen rechnet damit, dass Covid-19-Patienten zur Behandlung bald in andere Bundesländer verlegt werden müssen.

17:47 Uhr | Wie Portugal und Spanien sich aus der Pandemie impfen

Spanien und Portugal könnten die Corona-Pandemie bald hinter sich lassen. Die Impfquoten liegen teilweise bei 98 Prozent. Experten vermuten folgende Gründe für die Impfbereitschaft: Solidarität, Vertrauen und Struktur.

17:34 Uhr | EMA gibt grünes Licht für zwei Covid-Medikamente

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat den Weg frei gemacht für die Zulassung von zwei neuen Medikamenten gegen Covid-19. Wie die Behörde mitteilte, handelt es sich um die Antikörper-Therapie Ronapreve des Schweizer Pharmaunternehmens Roche sowie das Mittel Regkirona des südkoreanischen Herstellers Celltrion.

Beide Arzneimittel sollen in frühen Stadien der Infektion eingesetzt werden, wenn die infizierte Person ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf hat. Die Fachleute der EMA prüften und bewerteten alle Daten der Hersteller aus Studien über Wirksamkeit und mögliche Nebenwirkungen der Mittel. Eine endgültige Zulassung durch die EU-Kommission gilt nach der EMA-Empfehlung als Formsache. Bisher ist erst ein Medikament zur Behandlung von Covid-19-Patientinnen und Patienten in der EU zugelassen.

17:05 Uhr | CDU-Gesundheitspolitiker zuversichtlich für Einigung im Bundestag

Der CDU-Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel ist zuversichtlich, dass der Bundestag in der kommenden Woche möglichst einvernehmlich neue Corona-Maßnahmen beschließen kann. Der bisherige Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Rüddel, sagte MDR AKTUELL, der Entwurf der Ampelparteien gehe in die richtige Richtung - müsse aber nachgeschärft werden: Rüddel nannte unter anderem das Recht der Arbeitgeber, den Impfstatus der Beschäftigten erfragen zu dürfen. Zudem müsse die Vor-Ort-Kontrolle der Corona-Maßnahmen sichergestellt sein. Das könne auf dem geplanten Bund-Länder-Treffen vereinbart werden.

SPD, Grüne und FDP wollen die epidemische Lage von nationaler Tragweite zum Monatsende auslaufen lassen und durch einen kleineren Maßnahme-Katalog für die Länder ersetzen.

16:21 Uhr | DRK Sachsen: Impfstoff reicht - Personal nicht

Das DRK in Sachsen beklagt fehlendes Personal für mehr Corona-Impfungen. DRK-Sprecher Kai Kranich sprach im MDR von unzumutbaren Zuständen. Täglich würden Personen wieder ohne Impfung nach Hause geschickt. Bei den Teams bildeten sich lange Schlangen. Man versuche das Problem mit der Vergabe von Terminkarten zu lösen. Außerdem brauche das DRK in Städten und Landkreisen räumlich besser geeignete Impfstationen.

Kranich ergänzte, an Impfstoff mangele es nicht. Er forderte die Kassenärztliche Vereinigung auf, für die Einsätze mehr medizinisches Personal bereitzustellen.

15:37 Uhr | Jurist ordnet Rechte und Pflichten in der Pandemie ein

Die vierte Corona-Welle schlägt mit voller Wucht zu. Die Inzidenz ist bundesweit so hoch wie noch nie in dieser Pandemie. Vor allem in Mitteldeutschland sind nicht nur die Infektionszahlen hoch, auch die Zahl der belegten Intensivbetten in den Krankenhäusern ist besorgniserregend. Trotzdem soll Ende November die sogenannte epidemische Lage nationaler Tragweite enden. Welche juristischen Folgen das hat, beantwortet Rechtsexperte Gilbert Häfner.

14:55 Uhr | Halle schließt städtische Einrichtungen für bessere Kontaktnachverfolgung

In Halle sind die Musikbibliothek und das Stadtmuseum geschlossen worden. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, wird das Personal zur Kontaktnachverfolgung bei Corona-Infektionen eingesetzt. Dabei konzentriere man sich vor allem auf die besonders gefährdeten Gruppen oder Fälle in Alten- und Pflegeheimen.

14:10 Uhr | Söder fordert Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat einen bundesweiten Beschluss zu einer partiellen Impfpflicht, etwa für Bedienstete im Gesundheitswesen, gefordert. Die Ministerpräsidentenkonferenz, die am nächsten Donnerstag tagen wird, müsse einen entsprechenden Beschluss fassen, sagte Söder am Donnerstag. Söder forderte zudem eine möglichst flächendeckende Hochstufung der Zugangsvoraussetzungen zu öffentlichen Veranstaltungen auf 2G – Zugang also nur noch für Geimpfte und Genesene, nicht mehr für negativ Getestete.

Zum besseren Schutz vor Impfdurchbrüchen wünscht sich Bayerns Ministerpräsident außerdem die sogenannten Booster-Impfungen gegen Corona bereits nach fünf Monaten. Man sehe an den Erfahrungen mit den Auffrischungsimpfungen in Israel, "dass Booster Entlastung gebracht haben". Söder hatte sich bereits in den vergangenen Tagen wiederholt für Booster-Impfungen für alle ausgesprochen.

13:57 Uhr | Sächsische Regierung will Testpflicht an Schulen ausweiten

Das sächsische Kultusministerium will die Testpflicht an den Schulen ausweiten. Nach Informationen von MDR SACHSEN wird dies aktuell in der Regierung diskutiert. Dazu müsste die Corona-Verordnung angepasst und zusätzliches Geld bereitgestellt werden. Nach der aktuellen Corona-Verordnung für Schulen wird es ab der kommenden Woche noch zwei Tests pro Woche geben. Ab der übernächsten Woche sollen es nach dem Willen des Kultusministeriums mit einer Neuregelung wieder drei sein. Wieder in den Wechselunterricht zu gehen, ist aktuell anscheinend keine Option.

13:40 Uhr | Montgomery übt scharfe Kritik an der FDP

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, kritisiert die FDP nach Angaben von RTL/ntv scharf: Die Ampelkoalitionäre verkauften es als Freiheit, den Leuten möglichst viele Möglichkeiten zu geben, sich anzustecken, sagt er laut Mitteilung des Senders. "Für mich ist das ein völlig falscher Freiheitsbegriff. Das ist die Freiheit zum krank werden und sterben und nicht die Freiheit zum Leben, die wir doch eigentlich brauchen und wollen." Er fügt hinzu, es gebe eine moralische Impfpflicht in einigen Berufen: "Pflegende, Ärzte, Altenpfleger, aber auch Köche in Altenpflegeheimen sollten meines Erachtens geimpft sein, weil die wirklich lebensbedrohliche Infektionsbomben sein können für die alten Menschen." Eine rechtliche Impfpflicht könne er sich aber ebenso wenig wie einen erneuten Lockdown vorstellen.

13:30 Uhr | "3 Fragen zum Infektionsschutzgesetz"

Warum soll die epidemische Lage nicht verlängert werden? Welche Maßnahmen sollen die Länder beschließen können? Und welche Kritik gibt es? MDR-Reporter Torben Lehning beantwortet drei Fragen zum Infektionsschutzgesetz der Ampel-Koalition.

12:55 Uhr | Patientenschützer kritisiert Ampel-Ankündigungen als unzureichend

Der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, kritisiert die Ankündigungen der Ampel-Parteien zur Bekämpfung der Pandemie als unzureichend. SPD, Grüne und FDP würden die 900.000 Pflegeheimbewohner und eine Million zu Hause professionell versorgten Menschen nicht genug schützen, sagt Brysch dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. "Dafür braucht es unabhängig vom Impfstatus eine tägliche Testpflicht für Personal, Besucher und Pflegebedürftige. Denn auch Geimpfte können das Virus weitergeben." Impfen schütze vornehmlich einen selbst, Testen vornehmlich andere.

11:50 Uhr | Mehr Impfungen, aber regionale Unterschiede

In Deutschland werden wieder deutlich mehr Impfungen gegen das Coronavirus vorgenommen. Am Mittwoch ließen sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 368.000 Menschen eine Spritze verabreichen (Stand: Donnerstag, 11.22 Uhr). Allein 246.000 davon waren Auffrischungsimpfungen. Am Dienstag ließen sich bereits 312.000 Menschen impfen – so viele wie seit August nicht mehr.

Inzwischen sind mindestens 67,3 Prozent der Bevölkerung (56,0 Millionen Menschen) vollständig geimpft. 69,9 Prozent (58,1 Millionen Menschen) haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Eine dritte sogenannte Booster-Impfung haben demnach bereits 3,3 Millionen Menschen erhalten.

Weiterhin gibt es starke regionale Unterschiede. Während in Bremen 81,5 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft ist, sind es in Sachsen lediglich 59,4 Prozent. Gleiches zeigt sich auch beim vollständigen Impfschutz, auch hier liegt Bremen an der Spitze (79,0), während Sachsen auch hier das Schlusslicht ist (57,3).

11:45 Uhr | Alice Weidel nach Corona-Infektion in Quarantäne

Die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel, hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Weidel habe sich, "nachdem sie grippeähnliche Symptome feststellte, einem Corona-Test unterzogen", sagte ihr Sprecher Daniel Tapp am Donnerstag. Sie habe sich umgehend in häusliche Quarantäne begeben, fügte er hinzu. Weidel hatte im Bundestagswahlkampf Grundrechtseinschränkungen zur Eindämmung der Pandemie beklagt und dabei stets betont, sie selbst sei noch nicht gegen Covid-19 geimpft.

11:10 Uhr | Schülervertreter: Impfunwillige frustrieren junge Generation

Der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, hat die älteren Generationen aufgefordert, sich gegen das Corona-Virus impfen zu lassen.

Ich glaube, dass die Frustration in der jungen Generation zunehmend größer wird gegen diejenigen, die sich nicht impfen lassen.

Dario Schramm, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz

Im Vorfeld einer Plenartagung der Bundesschülerkonferenz sagte Schramm, der Frust der jüngeren Generationen wachse. Die jüngeren Menschen in der Gesellschaft hätten eineinhalb Jahre lang bei vielen Dingen zurückstecken müssen. Das sei auch ihre Pflicht gewesen. "Aber jetzt ist der Impfstoff da und jetzt gilt es auch für die anderen, dass sie ihren Beitrag leisten", sagte Schramm. Es sei an der Zeit, dass alle, die sich impfen lassen könnten, diese Möglichkeit auch wahrnehmen, "auch zugunsten der jungen Generation".

Von Donnerstag an treffen sich Schülervertreterinnen und -vertreter aus fast ganz Deutschland in Erfurt bei einer Plenartagung der Bundesschülerkonferenz.

10:50 Uhr | Intensivmediziner befürchtet Triage in den Kliniken

Stefan Kluge, Präsidiumsmitglied der Intensivmedizinervereinigung Divi, warnte im Sender RTL am späten Mittwochabend davor, dass die mit Covid-Patienten überlasteten Krankenhäuser vielleicht schon bald nicht mehr alle Intensivpatienten aufnehmen können. Schlaganfallpatienten, Herzinfarkte, Unfallopfer und auch Tumor-Operationen bei Krebspatienten müssten ja auch versorgt werden, so Kluge. "Ich habe insofern große Sorge davor, dass wir in eine Art auch latente Triage reinkommen. Dass wir dann wirklich genau schauen, wen können wir dann noch in welches Krankenhaus verlegen und wen können wir aufnehmen", sagte Kluge, der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ist.

Es gebe zwar viele Intensivbetten in Deutschland, aber eben auch deutlich weniger Personal als im vergangenen Jahr. Die Lage auf den Intensivstationen in der Bundesrepublik ist unterschiedlich, in einigen Regionen ist die Situation schon angespannt.

10:30 Uhr | Impfpflicht in England: Zehntausenden droht Jobverlust

Zehntausende ungeimpfte Pflegekräfte dürfen seit Donnerstag nicht mehr in Heimen in England arbeiten. Die von der Regierung gesetzte Frist, sich vollständig gegen das Coronavirus impfen zu lassen, ist nun verstrichen. Schätzungen von britischen Medien zufolge haben mehr als 50.000 Beschäftigte in Alten- und Pflegeheimen bisher das Angebot nicht genutzt. Mehr als die Hälfte davon soll aber bisher zumindest eine Dosis erhalten haben. Einige Tausend haben Ausnahmen beantragt, weil sie sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen könnten. Die genauen, offiziellen Zahlen sollten am Nachmittag veröffentlicht werden.

Bis April müssen zudem Angestellte des Gesundheitsdiensts NHS in England nachweisen, dass sie vollständig geimpft sind. Den ungeimpften Beschäftigten in Heimen droht nun der Verlust ihres Arbeitsplatzes. Sie können auch auf Stellen versetzt werden, bei denen sie keinen Kontakt zu Bewohnern haben. Wie die Zeitung "Guardian" berichtete, spüren einige Heime aber bereits den Mangel an Pflegekräften.

10:15 Uhr | Scholz kündigt Ministerpräsidentenkonferenz zur Corona-Lage an

Vizekanzler Olaf Scholz hat für kommende Woche eine Ministerpräsidentenkonferenz zur Corona-Lage angekündigt. Darüber sei er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel einig, sagte Scholz am Donnerstag im Bundestag. Bund und Länder sollten über die Umsetzung der Corona-Schutzmaßnahmen sprechen.

Scholz hält weitere Corona-Einschränkungen für nötig, um Deutschland in der Pandemie winterfest zu machen. "Wir müssen eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme am Arbeitsplatz treffen", sagte der Bundesfinanzminister. Dort solle künftig die 3G-Regel gelten – Zugang also nur für Geimpfte, Genesene und Getestete. Er äußerte Sympathie für 2G-Regelungen in den Bundesländern, etwa in Restaurants oder bei Veranstaltungen. Dabei wird nur Geimpften und Genesenen Zugang gewährt. Wichtig sei aber, diese Regelungen auch zu kontrollieren. "Es muss auch umgesetzt werden."

10:00 Uhr | Kretschmer: Ampel verkennt "Dramatik der pandemischen Lage"

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat der Ampel-Koalition vorgeworfen, zu lange zu zögern und die Dramatik der pandemischen Lage zu unterschätzen. In Sachsen hingegen setze man "auf 2G, Vorwegnahme kostenloser Bürgertests, Unterstützung durch Bundeswehr & Bundespolizei, verstärkte Kontrolltätigkeit, Ausweitung der Impfangebote".

Angesichts der stark steigenden Corona-Infektionszahlen forderte Kretschmer außerdem die Absage von Weihnachtsmärkten. Bund und Länder müssten Bürgermeistern, Landräten und Marktbetreibern diese schwere Entscheidung jetzt abnehmen, wird der CDU-Politiker von den Sendern RTL und ntv zitiert. "Man kann sich doch nicht vorstellen, dass man auf dem Weihnachtsmarkt steht, Glühwein trinkt, und in den Krankenhäusern ist alles am Ende und man kämpft um die letzten Ressourcen."

09:35 Uhr | Leipziger Mediziner rät zu freiwilligem Lockdown

Der Leipziger Mediziner Christoph Josten hat die Bevölkerung in Sachsen zu einem freiwilligen Lockdown aufgerufen. "Es hilft weiterhin, die sozialen Kontakte auf das familiär Notwendige zu beschränken, Abstand zu halten, Maske zu tragen und – ganz wichtig – sich impfen zu lassen, durch Grundimmunisierung oder Boosterung", sagte er der "Leipziger Volkszeitung". Josten, Medizinischer Vorstand des Leipziger Universitätsklinikums, hatte schon Anfang November vor einer "Tsunami-Welle" an Infektionen gewarnt.

Inzwischen liegt die täglich in Sachsen gemeldete Zahl an Neuinfektionen bei mehr als 6.000. Aufgrund der hohen Belastung hat das Uniklinikum Leipzig inzwischen seine Leistungen reduziert. Planbare Operationen werden verschoben, Ambulanz-Sprechstunden fallen aus.

08:55 Uhr | Unionsfraktionsvize: Corona-Plan der Ampel ist zu wenig

Die Corona-Pläne von SPD, Grünen und FDP reichen aus Sicht des stellvertretenden Vorsitzenden der Unionsfraktion, Thorsten Frei, nicht aus. "Jedenfalls brauchen wir mehr als das, was die Ampel vorsieht", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag vor der Bundestagsdebatte über die vorgeschlagenen Änderungen des Infektionsschutzgesetzes im ARD-"Morgenmagazin".

Thorsten Frei im Portrait.
Unionsfraktionsvize Thorsten Frei. Bildrechte: IMAGO / Political-Moments

Die voraussichtlichen Ampel-Koalitionspartner wollen gegen den Willen der noch amtierenden Kanzlerin Angela Merkel die epidemische Lage von nationaler Tragweite am 25. November auslaufen lassen. Diese Rechtsbasis für Corona-Beschränkungen soll ersetzt werden durch einen kleineren Katalog möglicher Maßnahmen, die die Länder ergreifen können.

SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese verteidigte das Vorhaben. Er verwies darauf, dass heute ein großer Teil der Bevölkerung gegen Corona geimpft sei. Mit Blick auf die bisherige Regelung und die epidemische Lage sagte er, die Länder sollten einen "zielgerichteten Instrumentenkasten" bekommen, um den hohen Corona-Zahlen zu begegnen.

08:20 Uhr | Karnevalsvereine starten unter Corona-Bedingungen in die Saison

Trotz stark gestiegener Corona-Inzidenzen wird heute die neue Karnevalssaison mit Tausenden Feiernden eröffnet. In den Hochburgen Köln und Düsseldorf gelten strenge Auflagen. In den abgesperrten Feierzonen sowie Kneipen gilt die 2G-Regel. Ordnungsamt und Polizei kündigten verschärfte Kontrollen an. In Mitteldeutschland findet der Auftakt in die Faschingssaison meist nur in abgespeckter Version und mit weniger Teilnehmern statt. Der Präsident der Thüringer Karnevalsvereine, Michael Danz, sagte, für die heutigen Eröffnungsveranstaltungen seien von 2G über 3G bis 3G+ alle Optionen angedacht. Ein Viertel der Vereine im Freistaat verzichte komplett auf einen Auftakt. Der Landesverband Karneval Sachsen-Anhalt betonte, seine Vereine würden auch unter Corona-Bedingungen feiern.

07:55 Uhr | Ethikrat rät zu Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen

Angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage rät der Deutsche Ethikrat, eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen zu prüfen. Der Rat nannte konkret Menschen, die schwer oder chronisch Kranke sowie hochbetagte Menschen versorgen – "wie ärztliches und pflegendes Personal, aber auch Mitarbeitende des Sozialdienstes, der Alltagsbegleitung oder der Hauswirtschaft". Diese trügen "eine besondere Verantwortung dafür, die ihnen Anvertrauten nicht zu schädigen", teilte der Ethikrat am Donnerstag mit.

07:40 Uhr | Göring-Eckardt sieht Impfpflicht in der Pflege als eine Option

Grünen-Co-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat sich offen für eine Impfpflicht für Personal im Pflegebereich und etwa in Kitas gezeigt. "Für mich ist das eine Möglichkeit, über die wir dringend reden müssen", sagt sie im Deutschlandfunk. Darüber müsse man auch mit der FDP sprechen. Es gebe keine Zahlen, welcher Prozentsatz des Personals geimpft sei. Die Impfpflicht sei aber keine schnelle Lösung, weil sie für einen Impfschutz sechs bis zehn Wochen brauche. Deshalb seien Tests sehr wichtig.

07:25 Uhr | Erstmals mehr als 50.000 Infektionen in Deutschland

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat erstmals seit Beginn der Pandemie die Schwelle von 50.000 überschritten. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 50.196 neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erreichte mit 249,1 einen neuen Höchstwert.

Das in Karlsruhe ansässige Datenprojekt Risklayer hat zuletzt 45.022 positive Corona-Fälle erfasst. Das entspricht einem Anstieg von 69 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt demnach bei 256,8.

Institutionen wie "Risklayer" stützen sich auf die durch die Gesundheitsämter oder andere staatliche Behörden vermeldeten Infektionsfälle. Diese Daten sind aktueller als jene des Robert Koch-Instituts, das seine Daten über eine längere Meldekette erfasst und nur einmal am Tag aktualisiert veröffentlicht.

07:00 Uhr | Landkreistag fordert strengere Kontrollen in der Gastronomie

Angesichts der steigenden Infektionszahlen appelliert der Präsident des Deutschen Landkreistages (DLT), Reinhard Sager, an die Gastronomie- und Veranstaltungsbranche, geltende Regeln strenger zu kontrollieren. "Die Sorge, mögliche Kunden zu verlieren, sollte deutlich geringer sein als die Sorge vor den Konsequenzen, die drohen, wenn weiterhin nur ein kleiner Teil dieser Kontrollpflichten umfassend erfüllt wird. Denn dann drohen weitere Restriktionen, auch Bußgelder und am Ende womöglich ein teilweiser Lockdown", sagt Sager der Zeitung "Rheinische Post". Der Staat könne nicht eine umfassende Kontrolle aller Corona-Regeln in den unterschiedlichen privaten Bereichen gewährleisten.

06:45 Uhr | Marburger Bund: Impfentscheidung keine Privatsache mehr

Die Chefin des Marburger Bundes, Susanne Johna, sieht in der Ablehnung einer Corona-Impfung unsolidarisches Verhalten. Johna sagte MDR AKTUELL, es gehe nicht darum, Ungeimpfte an den Pranger zu stellen. Man sitze aber zusammen in einem Boot, das auf Kollisionskurs sei. Die Impfentscheidung sei keine Privatsache, sondern betreffe die gesamte Bevölkerung. Das werde besonders deutlich, wenn planbare Operationen in Krankenhäusern wieder zurückgestellt werden müssten. Ein Impfpflicht hält Johna derzeit für nicht angebracht. Sie könne aber eine letzte Maßnahme sein.

06:30 Uhr | Kliniken in Mitteldeutschland verschieben OPs

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen prüfen Krankenhäuser wegen der Corona-Lage wieder, welche Operationen verschoben werden können. Das bestätigten die Krankenhausgesellschaften der drei Länder MDR AKTUELL. Die Uniklinik Leipzig reduziert Operationen und Therapien um 30 Prozent. In den Oberlausitz-Kliniken in Bautzen und Bischofswerda wurde die Zahl um die Hälfte gekürzt. Not- und Akutfälle wie Infarkte oder Krebserkrankungen sollen aber weiterhin behandelt werden. Der Geschäftsführer der Thüringen Krankenhausgesellschaft verweist zudem auf die hohe Belastung des Personals. Die Beschäftigten seien durch die letzten drei Corona-Wellen kräftetechnisch aufgezehrt.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 11. November 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. November 2021 | 06:00 Uhr

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