Coronavirus-Pandemie Ticker am Donnerstag: Schulen im Landkreis Stendal ab Montag wieder dicht

Ab Montag bleiben im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt die Schulen geschlossen. Grund sind die hohen Corona-Zahlen. Mecklenburg-Vorpommern verhängt ab Montag die "Corona-Notbremse". Die Ständige Impfkommission warnt vor einer Aufhebung der Impf-Priorisierung. Der Bundestag hat die Immunität des CSU-Abgeordneten Nüßlein erneut aufgehoben. Ab sofort gibt es keine Grenzkontrollen zu Tschechien mehr. Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Ticker.

An eine Schultafel in einem Klassenzimmer wurde mit Kreide das Wort Lockdown geschrieben und ein Virussymbol gemalt. An der Tafel hängt eine Mund-Nasenmaske. Im Vordergrund sind die Stühle auf die Tische gestellt.
Ab Montag bleiben im Landkreis Stendal die Schulen für die meisten Schüler geschlossen. Bildrechte: imago images / Fotostand

Unser Ticker am Donnerstag, 15. April 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:45 Uhr | Corona-Maßnahmen haben Auswirkungen auf Kriminalstatistik

75.023 Wohnungseinbrüche wurden 2020 registriert, fast 14 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Grund für den Rückgang ist laut Innenminister Horst Seehofer (CSU) die Corona-Pandemie. Andere Straftaten stiegen wiederum an.

22:30 Uhr | Mecklenburg Vorpommern zieht "Corona-Notbremse" und macht dicht

Mecklenburg-Vorpommern zieht ab Montag die sogenannte Corona-Notbremse. Wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) in Schwerin ankündigte, dürfen dann private Treffen landesweit nur noch mit höchstens einer Person außerhalb des eigenen Hausstandes stattfinden, Kinder bis 14 Jahre zählen nicht mit. Außerdem sollen die Schulen schließen. Lediglich für die Abschlussklassen soll es weiterhin Präsenzunterricht geben. Auch alle Museen und Freizeiteinrichtungen sowie die meisten Geschäfte müssen schließen. Lediglich Lebensmittelläden, Apotheken und Drogerien, Baumärkte, Buch- und Blumengeschäfte dürfen noch offen bleiben. Friseure können ebenfalls geöffnet bleiben. Fahrschulen müssen hingegen weitgehend schließen.

Laut Schwesig sollen die entsprechenden Vorschläge am morgigen Freitag dem Landtag zur Bestätigung vorgelegt werden. Noch am selben Tag sollen die Maßnahmen dann in eine Verordnung gegossen werden. Eine landesweite nächtliche Ausgangssperre soll es nicht geben, da das rechtlich nicht möglich sei. Dies müssten die einzelnen Landkreise und kreisfreien Städte verhängen.

22:20 Uhr | Bob-Team von Francesco Friedrich war Corona-positiv getestet

Eigentlich lacht Francesco Friedrich immer. Nach der Saison verging dem Dominator im Eiskanal die gute Laune. Sein komplettes Team wurde positiv auf Corona getestet. Jetzt sprach der Sachse erstmals darüber.

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22:16 Uhr | Dresdner Verwaltungsgericht lehnt "Querdenken"-Antrag ab

Das Dresdner Verwaltungsgericht hat das Verbot der geplanten "Querdenken"-Versammlungen am Samstag bestätigt. Wie das Gericht am Abend mitteilte, wurde ein Eilantrag der "Querdenken"-Bewegung abgelehnt. Zur Begründung hieß es, nach den Erfahrungen früherer Demonstrationen sei nicht damit zu rechnen, dass sich die Teilnehmer an die Auflagen hielten. Auch sämtliche Ersatzveranstaltungen bleiben untersagt. Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Sächsischen Oberverwaltungsgericht eingelegt werden. Die Stadt Dresden hat auch eine für Samstag geplante Protestaktion der AfD verboten.

21:01 Uhr | Seehofer erwartet "Querdenken"-Beobachtung

Bundesinnenminister Horst Seehofer erwartet, dass die sogenannte Querdenken-Bewegung der Kkitiker der Corona-Maßnahmen bundesweit zum Beobachtungsobjekt für den Verfassungsschutz wird. Der CSU-Politiker sagte mit Blick auf "Ausschreitungen" und die "systematische Verletzung von Auflagen", er würde vermuten, dass es dazu komme. Es nütze nicht, jedes Mal festzustellen, dass es sich nicht wiederholen dürfe und es sich dann doch wiederhole. Er sei daher auch dafür, "dass wir da ganz energisch gegen vorgehen, auch mit stärkster Polizeipräsenz". Notwendig sei eine "rigorose Vorgehensweise des Rechtsstaats".

20:28 Uhr | RKI will Regelbetrieb in Kliniken weiter einschränken

Auf den Intensivstationen herrscht Notstand. Das Robert-Koch-Institut hat sich deshalb dafür ausgesprochen, den Regelbetrieb in den Kliniken einzuschränken, um Kapazitäten für Corona-Patienten freizuhalten.

20:22 Uhr | Bildungsforscher hält Lehrplankürzungen für notwendig

Der OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher hält Sachsens Pläne für richtig, den Lernstoff für Schüler zu reduzieren. Schleicher sagte MDR AKTUELL, durch die Corona-Pandemie sei viel an Lernzeit verloren gegangen. Eine Anpassung der Lehrpläne sei realistisch und notwendig. Der Bildungsexperte ergänzte, schon vor der Pandemie seien die Lehrpläne in ganz Deutschland überfrachtet gewesen. Eine Reform sei längst überfällig. Es gehe nicht darum, ganze Fächer abzuschaffen, sondern um mehr Zeit, die Dinge in der notwendigen Tiefe zu bearbeiten. Er hoffe, dass auch andere Ministerien offen seien für ähnliche Schritte wie in Sachsen, sagte Schleicher.

20:09 Uhr | Hertha-Trio um Trainer Pal Dardai positiv auf Coronavirus getestet

Beim abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten Hertha BSC sind Trainer Pal Dardai, Co-Trainer Admir Hamzagic und der Offensivspieler Dodi Lukebakio positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Berliner Fußballverein drei Tage vor dem wegweisenden Kellerduell beim FSV Mainz 05 mit. Ob das Spiel stattfinden kann, ist noch offen. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll es nach dem heutigen Training einen weiteren Corona-Verdachtsfall unter den Hertha-Spielern gegeben haben. Der Verein bestätigte die Meldung bislang aber nicht.

19:50 Uhr | Der Corona-Newsletter vom 15. April

Im Corona-Newsletter von heute: Jetzt ist die Zeit zum Handeln – Intensivmediziner warnen nachdrücklich vor den nächsten Wochen, und Gesundheitsminister Jens Spahn sagt, niemand dürfe auf die Bundesnotbremse warten. Und: Was tun nach der Erstimpfung mit Astrazeneca, wenn man jünger als 60 ist?

19:10 Uhr | Viele Thüringer Schulen warten auf Selbsttests

Viele Thüringer Schulen warten noch immer auf Corona-Selbsttests. Grund seien anhaltende Lieferengpässe, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums. Dadurch könne nicht garantiert werden, dass jede Schule zweimal pro Woche Tests anbieten kann. Dem Sprecher zufolge gibt es mehrere Gründe für die Lieferprobleme. So sei eine größere Lieferung bspw. beim österreichischen Zoll bei der Einfuhr in die EU aufgehalten worden. Andere Lieferanten hätten Probleme wegen der tagelangen Blockade des Suez-Kanals durch ein aufgelaufenes Containerschiff. Hinzu kämen Produktionsengpässe im Ausland. Aus Sicht des Thüringer Lehrerverbandes führen die fehlenden Tests dazu, dass die Schulen wieder geschlossen werden müssen.

18:35 Uhr | Schulschließungen im Landkreis Stendal ab Montag

Im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt bleiben wegen hoher Corona-Zahlen ab Montag die Schulen geschlossen. Wie das Bildungsministerium in Magdeburg mitteilte, gilt die Maßnahme für alle öffentlichen Schulen und Schulen in freier Trägerschaft. Für die Klassen 1 bis 6 aller Schulformen sowie ab Klasse 7 in den Förderschulen werde eine Notbetreuung angeboten. Die Jahrgangsstufen 7 bis 13 der übrigen allgemeinbildenden Schulen sowie der Berufsschulen sollen in den sogenannten Distanzunterricht wechseln. Für Abschlussklassen gebe es zur Prüfungsvorbereitung "Präsenzunterricht". Dem Risklayer-Projekt zufolge lag die sogenannte 7-Tage-Inzidenz für den Landkreis Stendal am heutigen Donnerstag bei 232.

18:22 Uhr | Corona-Maßnahmen hatten Einfluss auf Kriminalstatistik

Die Corona-Maßnahmen haben auch die Kriminalitätsentwicklung in Deutschland beeinflusst. Das geht aus der Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts für 2020 hervor. Demnach ging die Zahl der Diebstähle und Einbrüche wohl aufgrund der vielen Heimarbeitszeiten im Vergleich zu 2019 deutlich zurück. Andererseits führte die erhöhte Nachfrage im Onlinehandel zu einem Kriminalitätsanstieg in diesem Bereich. So stieg die Zahl der Warenbetrugsdelikte um 11,5 Prozent. Beim Subventionsbetrug sind die Fallzahlen von 318 im Jahr 2019 auf rund 7.600 regelrecht explodiert. Einen deutlichen Anstieg registrierter Fälle gab es auch im Bereich sexuellen Kindesmissbrauchs.

16:45 Uhr | Kekulés Corona-Kompass – Folge 170

Ansteckender, aber nicht tödlicher? Wie sind neue Studien zur B.1.1.7 zu interpretieren? Und: Asthma-Mittel verringert schwere Krankheitsverläufe bei Covid19. Diese und andere Fragen beantwortet Virologe und Epidemiologe Alexander Kekulé in seinem aktuellen Podcast.

15:58 Uhr | Update: Keine Grenzkontrollen zu Tschechien mehr

Die stationären Kontrollen an der Grenze zu Tschechien sind eingestellt worden. Das Bundesinnenministerium begründete das mit der deutlich gesunkenen Zahl der Corona-Infektionen im Nachbarland.

Die Bundespolizei in Pirna erklärte, die Fahrzeuge würden nun wieder aus dem fließenden Verkehr heraus kontrolliert. Es seien weiterhin ein digitales Formular und ein negatives Testergebnis vorzulegen. Die Bundespolizei verwies zugleich darauf, dass Tanken und Zigarettenkaufen kein triftiger Grund für Fahrten nach Tschechien seien. Bei der Wiedereinreise nach Sachsen drohe dann Quarantäne.

15:28 Uhr | Update: Noch tausende freie Impf-Termine in Sachsen

In den Impfzentren in Sachsen gibt es aktuell tausende freie Impf-Termine. Das ergaben Recherchen von MDR AKTUELL. Allerdings gibt es auch Impfzentren, die keine freien Termine haben, wie zum Beispiel Grimma oder Dippoldiswalde (Stand Donnerstagmittag). Gesundheitsministerin Petra Köpping sagte dazu, die Impfstoffe anders zu verteilen, sei nicht möglich. Die Zuteilung richte sich nach der Einwohnerzahl der Landkreise. Nach Angaben der SPD-Politikerin soll ab der kommenden Woche die Prioritätsgruppe 3 geöffnet werden. Dazu gehören unter anderem Beschäftigte im Lebenmittelhandel oder Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr.

Nach Angaben des DRK Sachsen werden in den großen Impfzentren in Leipzig, Chemnitz und Dresden weiter Termine für Über-60-Jährige mit Astrazeneca angeboten. Alle anderen Impfzentren würden schrittweise auf mRNA-Impfstoffe umgestellt. Dort würden dann bis Monatsende neue Termine angeboten.

DRK Sachsen-Pressesprecher Kai Kranich empfiehlt, für Impftermine das Online-Buchungssystem des Sächsischen Impfportals zu nutzen. Heute Abend ab 20 Uhr wird das Portal jedoch vorübergehend wegen eines Updates nicht zu erreichen sein. Terminbuchungen oder Registrierungen sollen aber ab Freitag wieder möglich sein.

13:49 Uhr | Stiko warnt vor Aufhebung der Impf-Priorisierung

Die Ständige Impfkommission (Stiko) warnt vor einer Aufhebung der Impf-Priorisierung. Es müssten mit den begrenzten Impfstoffmengen weiter möglichst Menschen mit hohem Risiko vor einem schweren Covid-19-Verlauf geschützt werden, etwa Vorerkrankte, sagt Stiko-Chef Thomas Mertens der "Rheinischen Post". Damit schütze man auch die Intensivstationen. Durch Impfungen könne die aktuelle dritte Welle aber nicht wesentlich beeinflusst werden. "Dazu hätte man viel früher viel mehr Impfstoff haben müssen."

Die Landesärztekammer Thüringen hingegen fordert mehr Flexibilität in der Impfkampagne. Präsidentin Ellen Lundershausen sagte, gerade mit Blick auf den Impfstoff von Astrazeneca sei es sinnvoll, die Priorisierung aufzuheben. Es dürften nicht am Ende noch Impfstoffe verfallen, weil gerade niemand von der vorgeschriebenen Gruppe verfügbar gewesen sei.

13:40 Uhr | Impfaffäre: Halles CDU-Fraktion schließt Stadtrat aus

In der Impfaffäre in Halle hat die CDU-Fraktion Stadtrat Andreas Schachtschneider ausgeschlossen. Die Fraktion teilte mit, die anonyme Abstimmung sei einstimmig gefallen. Grund für den Ausschluss sei Schachtschneiders Verhalten während der Impfaffäre. In Halle waren Oberbürgermeister Bernd Wiegand und mehrere Stadträte geimpft worden, lange bevor sie an der Reihe waren. Schachtschneider soll seine Partei darüber belogen haben. Seine Kandidatur für den Landtag in Sachsen-Anhalt hatte er bereits vergangene Woche zurückgezogen.

13:14 Uhr | Pandemie führt zu Rückgang bei Existenzgründungen

Die Gründungstätigkeit in Deutschland ist im Corona-Jahr 2020 nach Angaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zurückgegangen. Mit 537.000 Existenzgründungen haben sich 68.000 weniger Menschen selbstständig gemacht als 2019. Das entspricht einem Minus von gut elf Prozent, teilte die Bank mit.

13:02 Uhr | Sachsen-Anhalt impft Wahlhelfer vorrangig

Ehrenamtliche Wahlhelfer bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt können vorrangig gegen Corona geimpft werden. Darauf haben sich das Sozialministerium und die Landeswahlleitung geeinigt. Sozialministerin Petra Grimm-Benne sagte in Magdeburg, das freiwillige Engagement zur Wahl sei unentbehrlich. Mit den Impfungen werde man einen Beitrag zum Infektionsschutz in den Wahllokalen leisten. Landesweit werden zur Wahl am 6. Juni mehr als 20.000 Wahlhelfer benötigt.

12:11 Uhr | Bundestag hebt erneut Immunität von Nüßlein auf

Der Bundestag hat erneut die Immunität des unter Korruptionsverdachts stehenden Abgeordneten Georg Nüßlein aufgehoben. Das Parlament machte damit den Weg für weitere Maßnahmen, wie Kontopfändungen und Durchsuchungen, gegen den ehemaligen CSU-Parlamentarier frei.

Nüßlein soll im Zusammenhang mit Corona-Schutzmasken Provisionen in sechsstelliger Höhe kassiert haben. Gegen ihn ermittelt die Münchner Generalstaatsanwaltschaft unter anderem wegen des Anfangsverdachts der Bestechlichkeit. Nüßlein weist die Vorwürfe zurück. Seine Immunität war bereits Ende Februar aufgehoben worden. Das muss jedoch neu geschehen, wenn Ermittlungsbehörden Schritte unternehmen wollen, die über die bisherigen hinausgehen.

11:42 Uhr | Corona-Impfungen für alle sächsischen Lehrer

In Sachsen können sich von Freitag an alle Lehrerinnen und Lehrer gegen das Coronavirus impfen lassen. Damit erweitert der Freistaat den Kreis der Impfberechtigten, wie das Sozialministerium in Dresden mitteilte. Das Angebot gelte nun für alle Beschäftigten an allgemein- und berufsbildenden Schulen. Bisher waren nur Beschäftigte in Kitas, der Kindertagespflege sowie an Grund- und Förderschulen impfberechtigt.

Thüringen hatte die Impfberechtigung bereits am Mittwoch auf alle Beschäftigten an Schulen und Berufsschulen erweitert.

11:31 Uhr | Bund fördert Corona-Medikament aus Braunschweig

Das Braunschweiger Start-up Corat Therapeutics, das ein Corona-Medikament entwickelt, wird nach Worten von Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann künftig vom Bund gefördert. "Das Unternehmen steht kurz vor dem Start der ersten klinischen Testphase seines Antikörper-Medikaments zur Behandlung von Covid-19", sagte der CDU-Politiker. Wenn das Medikament jetzt in die Produktion komme, könne es vielleicht bis zum Jahresende zur Verfügung stehen.

11:03 Uhr | Macher der Luca-App stellen Programmcode komplett online

Die Entwickler der Luca-App haben den Quellcode ihres Systems zur Corona-Kontaktverfolgung vollständig unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht. Seit Mittwochabend ist der Code der beiden App-Versionen (Android und iOS) sowie des Backend-Systems auf der Plattform GitLab einsehbar. Er kann damit nun von unabhängigen Stellen überprüft werden. Man wolle eine transparente Analyse und Weiterentwicklung der Software ermöglichen, erklärte die Culture4life GmbH, das Unternehmen hinter dem Luca-System.

10:57 Uhr | Unternehmen bereiten Verfassungsklage vor

Eine Gruppe von Händlern und Gastronomen will gegen die geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes und der Einführung einer bundesweiten Corona-Notbremse klagen. "Die Regierung zwingt uns, weitere juristische Schritte zu unternehmen, weil wir schlicht am Ende sind", sagte Alexander von Preen, Vorstandschef des Sporthandelsverbunds Intersport, dem "Handelsblatt".

"Wir sind jetzt an dem Punkt, wo wir überlegen, die gesetzlichen Regelungen vom Bundesverfassungsgericht prüfen zu lassen", erklärte von Preen. Ziel sei eine Rücknahme des Lockdowns für den Handel oder eine Entschädigung für die erlittenen Verluste.

10:29 Uhr | Wirtschaftsforscher senken Wachstumsprognose deutlich

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose deutlich nach unten korrigiert. In ihrem Frühjahrsgutachten prognostizieren sie einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 3,7 Prozent im laufenden Jahr. Im Herbst waren sie noch von Wachstum von 4,7 Prozent ausgegangen. Die Institute erklärten, der erneute Corona-Lockdown verzögere die wirtschaftliche Erholung. Sobald die Infektionsgefahren durch das Impfen gebannt seien, werde aber eine kräftige Erholung einsetzen.

10:08 Uhr | Wieler: Meiste Neuinfektionen bei unter 50-Jährigen

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat angesichts der aktuellen Lage zum Handeln aufgerufen. Wieler sagte in Berlin, die Situation in den Kliniken werde dramatischer. Es sei jetzt zwingend notwendig, die Kontakte weiter zu reduzieren. Wieler zufolge betreffen die meisten Neuerkrankungen Menschen im Alter von 15 bis 49 Jahren. Er verwies zugleich darauf, dass die ansteckende britische Variante einen Anteil von 90 Prozent erreicht hat.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rief die Länder auf, die Corona-Notbremse sofort umzusetzen. Er sagte, es sei gut, dass es bald eine bundesweit einheitliche und nachvollziehbare Regelung gebe. Mit der Umsetzung müsse man nicht warten, bis der Bundestag das Gesetz nächste Woche beschlossen habe. Impfen und Testen alleine reichten nicht, um die dritte Corona-Welle zu brechen.

09:52 Uhr | Weimar: Vor allem Frauen ließen sich testen

Die Stadtverwaltung Weimar hat nach dem Öffnungs-Modellprojekt erste Daten veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die angebotenen Schnelltests mehrheitlich Frauen genutzt haben. An den vier Tagen waren jeweils bis zu 64 Prozent der Getesteten weiblich. Außerdem zeigen die Daten, dass die Tests nicht immer zuverlässig waren. Einige positive Befunde bestätigten sich bei einem genaueren PCR-Test nicht. Woran das liegt, wird noch ermittelt. In Weimar waren die Geschäfte und das Bauhaus-Museum vom 29. April bis 1. März geöffnet. Insgesamt wurden 12.500 Schnelltests durchgeführt.

09:24 Uhr | Thüringer Verfassungsschutz für bundesweite "Querdenken"-Beobachtung

Der Thüringer Verfassungsschutzchef Stephan Kramer hat eine bundesweite Einstufung der "Querdenken"-Bewegung als Extremismus-Verdachtsfall gefordert. "Wir haben es mit einer Bestrebung zur Diffamierung und Delegitimierung der freiheitlich demokratischen Grundordnung und der Institutionen dieses Staates zu tun", sagte Kramer dem ARD-Politikmagazin "Kontraste". Es gebe hinreichende Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen.

Eine Einstufung als Verdachtsfall würde den Einsatz nachrichtendienstlicher Mittel wie die Anwerbung von V-Leuten möglich machen. Bislang würden Teile der Protestbewegung gegen die Corona-Schutzmaßnahmen nur in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg und seit kurzem in Berlin vom Verfassungsschutz beobachtet, hieß es. Eine Einstufung durch das Bundesamt für Verfassungsschutz stehe noch aus.

09:15 Uhr | Lufthansa will Mitarbeiter selbst impfen

Die Lufthansa will ihre Mitarbeiter selbst gegen das Coronavirus impfen. Das Unternehmen hat an den Standorten Frankfurt, München und Hamburg Impfzentren aufgebaut, wie ein Sprecher berichtete. Die Einheiten seien ab Montag einsatzbereit und könnten in eigener Regie bis zu 400 Menschen täglich impfen. Noch wartet die Fluggesellschaft allerdings auf Impfstoff. Man wolle sich dort nicht vordrängen und warte selbstverständlich auf die Zuteilung, erklärte der Sprecher. Zuerst sollen die Mitarbeiter mit direktem Kundenkontakt geschützt werden.

08:59 Uhr | Griechenland will Quarantänepflicht für Touristen aufheben

Für Touristen aus EU-Ländern soll von kommendem Montag an die einwöchige Quarantänepflicht bei der Einreise nach Griechenland wegfallen. Dem Vorhaben der Regierung müsse am Freitag noch der Corona-Expertenstab zustimmen, berichtete die Tageszeitung "Kathimerini".

Voraussetzung sei, dass die Einreisenden entweder vollständig geimpft sind oder einen aktuellen, negativen PCR-Test vorweisen können. Auch wird ein Teil der Ankommenden weiterhin per Zufallsprinzip noch einmal getestet. Im Land selbst müssen sich die Touristen an die geltenden Corona-Regeln halten.

08:30 Uhr | Mitteldeutschland: 408 Infizierte trotz Corona-Impfung

In Mitteldeutschland haben sich bislang 408 Menschen trotz kompletter Corona-Impfung mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert. Das ergaben Nachfragen von MDR AKTUELL bei den Gesundheitsministerien der Länder. Danach infizierten sich in Sachsen-Anhalt 112 Menschen trotz zweiter Impfung, in Thüringen waren es 94 und in Sachsen 202.

Das Sozialministerium in Dresden teilte mit, dass es bei 115 Infizierten auch zu Symptomen kam. Experten zufolge ist dies nicht überraschend. Das Paul-Ehrlich-Institut erklärte, nach jetzigem Kenntnisstand komme es durch die Impfung nicht zu einer vollständig sterilen Immunität. Es müsse davon ausgegangen werden, dass Menschen nach Kontakt mit dem Virus trotz Impfung symptomatisch oder asymptomatisch infiziert werden können und dabei das Virus Sars-CoV-2 ausscheiden. Dies ist aber relativ selten.

Bezogen auf die Zahl der vollständig Geimpften in Mitteldeutschland haben sich trotz zweiter Impfung 0,07 Prozent der Menschen mit Corona infiziert.

08:02 Uhr | Weniger Kirchenaustritte im Corona-Jahr 2020

Im Corona-Jahr 2020 sind deutlich weniger Menschen aus der evangelischen Kirche ausgetreten als im Jahr zuvor. Nach vorläufigen Zahlen hätten 10 bis 20 Prozent weniger Mitglieder der Kirche den Rücken gekehrt, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, der Deutschen Presse-Agentur. Die Kirchensteuereinnahmen seien aufgrund der niedrigeren Einkommen in der Corona-Krise allerdings deutlich geringer ausgefallen.

07:36 Uhr | Schlechte Homeoffice-Bedingungen machen krank

Mehr als jeder dritte Homeoffice-Nutzer klagt einer neuen Umfrage zufolge über gesundheitliche Probleme wegen eines schlechten Arbeitsplatzes. In einer Erhebung des Forschungsinstituts Forsa im Auftrag des Stuttgarter Prüfkonzerns Dekra gaben 36 Prozent der befragten Heimarbeiter an, dass bei ihnen aufgrund eines "mangelhaften, nicht-ergonomischen Arbeitsplatzes" Verspannungen sowie Rücken- oder Kopfschmerzen aufgetreten seien. Frauen sind davon etwas häufiger betroffen als Männer. Die Umfrageergebnisse lagen der Deutschen Presse-Agentur vorab vor.

34 Prozent der Befragten bemängelten eine fehlende oder unzulängliche Arbeitsausstattung, zum Beispiel einen zu kleinen Bildschirm oder instabiles Internet. 32 Prozent stellten bei sich längere Arbeitszeiten oder Arbeitsphasen zu für sie untypischen Zeiten, etwa am Abend oder am Wochenende, fest.

Nach einer Erhebung der Krankenkasse DAK-Gesundheit aus dem Februar ist 2020 bundesweit allein die Zahl der Krankheitstage von Arbeitnehmern wegen Rückenschmerzen um 7 Prozent gestiegen.

07:26 Uhr | Juristen im Kanzleramt äußern Bedenken gegen Notbremse

Juristen im Bundeskanzleramt haben offenbar rechtliche Bedenken gegen die geplante Corona-Notbremse des Bundes. Wie die Bild-Zeitung meldet, stellen mehrere Referate die Verhältnismäßigkeit von nächtlichen Ausgangssperren in Frage. Kritisiert werde zudem, dass sich der Entwurf allein an der Inzidenz orientiere. Als besonders problematisch werde auch die automatische Schließung von Kitas und Schulen eingestuft, da sie das Recht auf Bildung nicht angemessen berücksichtige.

07:11 Uhr | EMA plant Risikoanalyse zu Astrazeneca

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA plant zum Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca eine Risikoanalyse. Das teilte die Behörde nach einem Treffen der EU-Gesundheitsminister mit. Bei der Analyse werde man Risiken und Nutzen des Impfstoffs untersuchen. Sie solle für die nationalen Gesundheitsbehörden eine Entscheidungshilfe sein. Trotz einiger seltener Fälle von Hirnvenenthrombosen gibt die EMA bisher uneingeschränkt grünes Licht für den Wirkstoff.

06:36 Uhr | Antikörper-Medikamente bisher kaum eingesetzt

Die in den USA eingekauften Antikörper-Medikamente für Corona-Patienten werden in Deutschland kaum eingesetzt. Wie MDR AKTUELL vom Bundesgesundheitsministerium erfuhr, wurden bisher von den 200.000 nur 1.500 Dosen angefordert. Im Uniklinikum Leipzig wurden bisher nicht einmal fünf Patienten mit Antikörper-Mitteln behandelt.

Der Lungenarzt Hubert Wirtz sagte, die Hoffnungen hätten sich nur zum Teil erfüllt. Die Mittel müssten möglichst rasch nach Ausbruch der Infektion verabreicht werden, wenn die Patienten meist noch nicht im Krankenhaus seien. Der Bund hatte für die Mittel Anfang des Jahres 400 Millionen Euro bezahlt. Ziel war es, besonders schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden.

06:28 Uhr | Intensivmediziner: "Wir haben fünf nach zwölf"

Intensivmediziner fordern zur Eindämmung der dritten Corona-Welle erneut schnelles Handeln. "Wir können es uns nicht leisten, noch wochenlang zu diskutieren", warnte der wissenschaftliche Leiter des Intensivbettenregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Christian Karagiannidis, im "Tagesspiegel".

Der frühere Präsident der Vereinigung, Uwe Janssens, sagte an die Politik gewandt im Fernsehsender Phoenix: "Wir haben fünf nach zwölf, ihr müsst jetzt handeln, es muss jetzt eine Strategie verfolgt werden, die bundesweit einheitlich gilt." Wären die vor Wochen beschlossenen Maßnahmen flächendeckend umgesetzt worden, hätte man die aktuelle Entwicklung mit einem starken Anstieg der Infektionszahlen noch abschwächen können. Karagiannidis sagte, den Tod seien Intensivmediziner zwar gewohnt - "aber so etwas hat es noch nicht gegeben."

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 15. April 2021

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. April 2021 | 12:00 Uhr

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