Coronavirus-Pandemie Ticker vom Donnerstag: Rekord-Neuinfektionen auf den Balearen

Die Balearen haben so viele Neuinfektionen innerhalb eines Tages wie noch nie seit Ausbruch der Pandemie verzeichnet. Millionen Kinder weltweit haben wegen der Pandemie im vergangenen Jahr keine Routineimpfungen gegen andere Krankheiten erhalten. Vorpommern macht Urlaubern an der Ostsee ein Impfangebot. In Frankreich und Griechenland haben Tausende Menschen gegen die Corona-Regeln protestiert. Die aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Ticker.

Touristen genießen die Sonne an einem Strand auf der spanischen Insel Mallorca.
Binnen 24 Stunden sind auf den Balearen 795 Ansteckungen mit dem Coronavirus erfasst worden. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Donnerstag, 15. Juli 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:12 Uhr | US-Regierung fordert Vorgehen gegen Falschinformationen auf Facebook

Soziale Netzwerke wie Facebook müssen nach Ansicht der US-Regierung mehr gegen Falschinformationen im Zusammenhang mit Corona und der Impfung gegen das Virus tun. Facebook müsse schneller Beiträge entfernen, die gegen die Richtlinien verstießen und falsch seien, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Donnerstag. Einige Beiträge würden tagelang online bleiben. Das sei zu lange, Informationen verbreiteten sich zu schnell, so Psaki. Auch in den USA sind die Corona-Zahlen zuletzt wieder angestiegen. Gleichzeitig stockt der Impffortschritt im Land.

21:19 Uhr | Testpflicht für Tourismus-Personal auf griechischen Inseln

Für ungeimpfte Mitarbeiter in Restaurants und Tourismus-Fachkräfte auf einigen griechischen Urlaubsinseln besteht demnächst Corona-Testpflicht. Nach einem Anstieg von Neuinfektionen wegen der ansteckenden Delta-Variante solle das Personal regelmäßig getestet werden, teilt der zuständige Minister mit. Die Tests seien ab Samstag zwei Mal wöchentlich vorgesehen.

20:18 Uhr | Paris: Eiffelturm öffnet wieder für Besucherinnen und Besucher

Erstmals seit rund neun Monaten öffnet der Pariser Eiffelturm am Freitag wieder für Besucher. Das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt war wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Nun gilt für Besucher eine Maskenpflicht. Zudem müssen Touristen ab Mittwoch der kommenden Woche eine vollständige Corona-Impfung, eine überstandene Infektion oder einen negativen Test nachweisen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Montag aufgrund der wieder deutlich steigenden Infektionszahlen unter anderem in Paris verschärfte Corona-Auflagen angekündigt.

18:45 Uhr | Merkel: In der Krise wachsam bleiben

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dazu aufgerufen, in der Corona-Krise weiter wachsam zu bleiben. Das Virus sei noch nicht aus der Welt, sagte Merkel am Donnerstag in Washington. Die Kanzlerin wurde dort mit der Ehrendoktorwürde der Johns-Hopkins-Universität ausgezeichnet. Merkel sagte zur Pandemie, viele sehnten ein Ende des Schreckens herbei.

Wir wollen unsere Normalität zurück.

Angela Merkel

Man dürfe gerade jetzt aber nicht nachlassen und müsse wie am ersten Tag Zahlen, Daten und Fakten auswerten und analysieren. Merkel dankte der Johns-Hopkins-Universität, die viele Daten zur Pandemie geliefert habe.

17:10 Uhr | Rekord-Neuinfektionen auf den Balearen

Die Balearen mit Mallorca als liebster Urlaubsinsel der Deutschen haben so viele Neuinfektionen innerhalb eines Tages wie noch nie seit Ausbruch der Pandemie verzeichnet. Binnen 24 Stunden seien 795 Ansteckungen mit dem Coronavirus erfasst worden, teilten die Gesundheitsbehörden der spanischen Mittelmeerinseln am Donnerstag in Palma mit. Es waren 115 Fälle mehr als am Vortag. Die bisher höchste Zahl war zuvor am 19. Januar mit 776 registriert worden

15:17 Uhr | Immer mehr russische Regionen setzen Impfpflicht durch

Immer Regionen in Russland schließen sich einer Impfpflicht für kontaktintensive Bereiche wie Gastronomie, Handel und Kultur an. Medienberichten zufolge haben sich derzeit 20 von rund 80 russischen Regionen dieser Strategie angeschlossen, damit die Impfkampagne wieder an Fahrt gewinnt. Seit Einführung der Regelung sind die Impfzahlen wieder in die Höhe geschossen. Jedoch floriert inzwischen auch der Schwarzhandel mit gefälschten Impfzertifikaten. Allein in der Hauptstadt Moskau wurden zuletzt zwei Dutzend Strafverfahren gegen Zertifikate-Fälscher eingeleitet. Zuletzt warnte die Staatsanwalt in Moskau, dass sich auch Käufer von gefälschten Impfnachweisen strafbar machen können. In Russland sind derzeit rund 20 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, in Deutschland sind es gerade rund 58 Prozent.

13:45 Uhr | Corona-Lockerungen in Schweden

Schweden hat weitere Corona-Beschränkungen aufgehoben. So fallen Begrenzungen der Passagierzahlen im Fernverkehr mit Bus und Bahn weg. Geschäfte, Museen, Vergnügungsparks und Fitnessstudios müssen sich bei Kunden- und Besucherzahlen nicht mehr an der Quadratmeterfläche orientieren. Staatsepidemiologe Tegnell mahnte, es liege aber weiter in der Verantwortung dieser Betriebe, dass kein Gedränge entstehe. Man befinde sich weiter mitten in einer Pandemie.

13:16 Uhr | Indonesien: Mehr tägliche Neuinfektionen als Indien

Indonesien hat in dieser Woche Indien als am stärksten von Corona betroffenes Land Asiens überholt. Die täglichen Neuinfektionen lagen bei mehr als 54.000 Fällen, wie das Nachrichtenportal "Jakarta Post" berichtet. Die neue Welle sei auf die Delta-Variante von Covid-19 zurückzuführen. In Indien habe man in dieser Woche zwischen 32.000 und 37.000 Neuinfektionen registriert.

In Indonesien sind die Hauptstadt Jakarta und die bevölkerungsreiche Insel Java am stärksten betroffen. In Java seien die Krankenhäuser überlastet und in Jakarta seien vier von fünf speziell für Corona-Tote angelegten Friedhöfen nahezu voll belegt, berichtet das Nachrichtenportal.

11:40 Uhr | Spanien gedenkt der 81.000 Corona-Toten

Spanien hat mit einer Trauerfeier in Madrid Abschied von seinen mehr als 81.000 Corona-Toten genommen. Im Mittelpunkt stand die Ehrung der Mitarbeiter des spanischen Gesundheitssystems.

102 Sanitäter, Pflegerinnen und Ärzte hatten sich bei der Behandlung von Patienten und Patientinnen angesteckt und starben mit Covid-19. Ihnen wurde posthum das Großkreuz des Zivilverdienstordens verliehen. König Felipe forderte die Bevölkerung auf, sich impfen zu lassen. Die Impfstoffe seien die Hoffnung im Kampf gegen das Virus.

11:07 Uhr | Im August startet "Lange Nacht des Impfens" in Berlin

In Berlin soll es im August ein besonderes Impfangebot für junge Leute geben. In der Arena in Treptow soll eine "Lange Nacht des Impfens" stattfinden. Dazu sollen abends und nachts in der Arena DJs auflegen, während man sich impfen lassen kann.

"Wir planen das gerade mit relevanten Größen aus der Clubszene und der Gesundheitsverwaltung", sagte ein Sprecher der Berliner Clubcommission. Die Idee eines "Impf-Happenings" sei bereits im Mai aus der Clubszene gekommen. Die Arena sei eine etablierte Location und dort sei es möglich, auch unter Corona-Auflagen mit Licht- und Toneffekten zu arbeiten, erklärte der Sprecher.

Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hatte schon am Dienstag die Aktion angekündigt – jedoch ohne konkrete Daten zu nennen. Mit der Aktion will die Stadt Berlin möglichst viele junge Menschen erreichen.

10:54 Uhr | Thüringen startet Impfkampagne in neun Sprachen

Thüringen hat eine Corona-Impfkampagne in mehreren Fremdsprachen gestartet. Auf der Internetseite der Integrationsbeauftragten Annett Roswora sind jetzt Informationen auf Polnisch, Rumänisch und Russisch zu finden. In Kürze sollen auch Flyer in Sprachen wie Arabisch, Farsi aus dem Iran oder Tigrinisch hinzukommen. Tigrinisch wird in Äthiopien und Eritrea gesprochen.

Insgesamt sind Flyer in neun Sprachen geplant, wie das Thüringer Integrationsministerium mitteilte. Das Ministerium möchte mit der Aktion das Vertrauen in die Impfung stärken und fördern. Roswora sagte, jede und jeder solle wissen, warum und vor allem wie er sich gegen Covid-19 impfen lassen könne. Egal, welche Sprache sie oder er spreche.

10:30 Uhr | Bayern: Zwei Verhaftungen wegen Betrugs mit Schutzmasken

Wegen mutmaßlichen Betrugs mit Corona-Schutzmasken sind in Bayern zwei Männer verhaftet worden. Wie die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth mitteilte, handelt es sich um die Geschäftsführer einer Firma aus der Oberpfalz.

Sie sollen im April vergangenen Jahres zehn Millionen minderwertige medizinische Masken an das bayerische Landesamt für Gesundheit verkauft haben. Laut Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass die Masken anders als angegeben nicht dem europäischen Schutzstandard entsprachen. Die Beschuldigten hätten gefälschte Qualitätszeugnisse vorgelegt. Der Schaden soll im Millionen-Bereich liegen.

08:29 Uhr | Millionen Kinder haben Routineimpfungen verpasst

Millionen Kinder weltweit haben wegen der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr keine Routineimpfungen gegen andere Krankheiten erhalten. Wie die Weltgesundheitsorganisation und das Unicef mitteilten, verpassten 2020 insgesamt 23 Millionen Kinder grundlegende Impfungen.

Die Gefahr einer Ausbreitung von potentiell tödlichen Krankheiten, die ansonsten durch Impfung vermeidbar sind, sei groß, warnten die UN-Organisationen. Bisher seien die ungeimpften Kinder durch die Corona-Beschränkungen geschützt gewesen, sagte die Leiterin der WHO-Impfstoffabteilung, Kate O'Brien. Nun gebe es zunehmend Kinder, die nicht immun seien und gleichzeitig wegen der zu frühen Lockerungen immer mehr Infektionsfälle. "Wir müssen jetzt handeln, um diese Kinder zu schützen", forderte O'Brien.

Ausgangssperren, geschlossene Gesundheitseinrichtungen und andere Beschränkungen hätten im vergangenen Jahr für einen deutlichen Rückgang der Routineimpfungen gesorgt, hieß es in dem Bericht der WHO. Viele Eltern hätten zudem Kliniken und Praxen gemieden, weil sie Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus hatten.

08:15 Uhr | Impfen im Ostseeurlaub möglich

In Vorpommern können sich jetzt auch Urlauber und Besucherinnen gegen das Coronavirus impfen lassen. Wie ein Sprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald erläuterte, bietet der Landkreis solche Impfungen in Zinnowitz und Heringsdorf auf der Ostseeinsel Usedom sowie in den Impfzentren in Greifswald und Pasewalk an.

Geimpft werden Menschen, die in Deutschland privat oder gesetzlich krankenversichert sowie amtlich gemeldet sind. Dazu zähle auch eine berufliche Tätigkeit in Deutschland. Geimpft werden könne unter anderem mit dem Präparat von Biontech/Pfizer.

06:50 Uhr | Proteste gegen Corona-Maßnahmen in Frankreich und Griechenland

In Frankreich und Griechenland haben am Mittwoch Tausende Menschen gegen die Corona-Maßnahmen ihrer Regierungen protestiert. Die Demonstrierenden kritisierten unter anderem die Einführung einer Corona-Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte.

In Frankreich protestierten am Nationalfeiertag landesweit etwa 19.000 Menschen; in Paris gingen gut 2.250 Menschen auf die Straße. Auch in Griechenland protestierten Tausende Menschen gegen die verschärften Corona-Auflagen. Im Zentrum der Hauptstadt Athen versammelten sich nach Polizeiangaben am Mittwochabend etwa 4.000 Demonstrierende.

06:40 Uhr | Fast 850 Corona-Verfahren an Sachsens Verwaltungsgerichten

Bei den sächsischen Verwaltungsgerichten sind bisher rund 850 Klagen, Berufungen und Eilanträge mit Bezug zur Corona-Pandemie eingegangen. In 213 Fällen wurde seit März 2020 gegen Allgemeinverfügungen und Schutzverordnungen des Freistaates geklagt, wie das Sächsische Oberverwaltungsgericht in Bautzen mitteilte.

Viele der Fälle betrafen aber auch Schließungen von Geschäften, Hotels, Lokalen oder Freizeiteinrichtungen, aber auch Test- und Maskenpflicht oder Schulschließung. Dazu kamen Beschwerden gegen Demonstrationsverbote.

06:30 Uhr | Lob für Wegfall der Maskenpflicht beim Einkauf in Sachsen

Gewerkschaften und Handel in Sachsen haben sich erleichtert gezeigt, dass bei niedriger Inzidenz ab Freitag die Maskenpflicht beim Einkaufen aufgehoben wird. Ein Sprecher der IHK Chemnitz sagte, die Maske sei für viele Kunden und Kundinnen ein Hemmnis gewesen beim Einkaufen und Bummeln. Ähnlich äußerte sich der Handelsverband Sachsen.

Die Gewerkschaft Verdi begrüßt die Neuregelung, fordert jedoch, weiter Abstand zu halten. Fachbereichsleiter Jörg Lauenroth-Mago sagte außerdem, auch eine direkte Berührung zwischen Kundschaft und Kassiererinnen dürfe es nicht geben. Infektiologen und das Sozialministerium Dresden appellieren an die Eigenverantwortung der Menschen. Wo es voll sei, solle man trotzdem eine Maske tragen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 15. Juli

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Quelle: dpa, AFP, epd, MDR Aktuell

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Juli 2021 | 06:00 Uhr

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