Coronavirus-Pandemie Ticker vom Donnerstag: EMA – Variante My könnte resistent sein

Europas Arzneimittelbehörde stuft die neue Virusvariante My als "potenziell besorgniserrend" ein: Die aktuellen Impfstoffe könnten nicht mehr schützen. Einer Umfrage zufolge sind durch die Pandemie bei vielen Deutschen die Geldsorgen gestiegen. Bei Kindern und Jugendlichen gibt es mehr Essstörungen. Die Gesundheitsämter in Deutschland können derzeit nicht mehr alle Kontaktpersonen von Infizierten nachverfolgen.

Die Grafik zeigt ein wissenschaftliches genaues Modell der neuen Coronavirus Sars-CoV-2 ein eine hohen Auflösungsstufe, bei der sogar einzelne Atome des Virus erkennbar sind.
Virus-Modell von Sars-CoV-2 Bildrechte: Visual Science

Unser Ticker am Donnerstag, 9. September 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:35 Uhr | USA: Impf- und Testpflicht für Unternehmen

Die US-Regierung will die Corona-Pandemie mit verschärften Regeln beim Impfen eindämmen. Nach Angaben des Weißen Hauses soll Firmen mit mehr als 100 Mitarbeitern vorgeschrieben werden, dass ihre Beschäftigten geimpft sein müssen oder sich mindestens einmal pro Woche testen lassen. Die Regelung soll für 80 Millionen Menschen in der Privatwirtschaft gelten. Zudem sollen alle Beschäftigten im Gesundheitswesen und Angestellten der Bundesregierung zur Impfung verpflichtet werden. Ausnahmen sind aus bestimmten gesundheitlichen und religiösen Gründen möglich. Die USA haben aktuell eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 300.

22:10 Uhr | Erfahrungsbericht zu Long Covid

Anna-Lena Rygula litt unter Long Covid. Sie berichtet im MDR, wie die Erkrankung ihr Leben grundlegend verändert hat. Denn bis heute gibt es für Spätfolgen durch eine Corona-Erkrankung noch keine Behandlung. Lediglich die Symptome werden bekämpft.

21:35 Uhr | Mehr Jüngere als Ältere auf Intensivstationen

In Deutschland liegen inzwischen mehr jüngere Erwachsene mit schweren Covid-Symptomen auf Intensivstationen als ältere. Wie das Robert Koch-Institut am Abend mitteilte, mussten von Mitte August bis Anfang September mehr 18- bis 59-jährige Infizierte intensivmedizinisch behandelt werden als Patienten über 60. Das könne als Effekt der Impfkampagne und der bislang noch unzureichenden Impfquote bei unter 60-Jährigen interpretiert werden. Auf den Intensivstationen wuchs demnach insgesamt die Zahl der Covid-Patienten auf 1.400. Das sei ein Anstieg um 22 Prozent im Vergleich zur Vorwoche.

20:37 Uhr | Dresden verschärft Corona-Auflagen

Auch Dresden muss seine Corona-Schutzmaßnahmen wieder verschärfen. Dort lag die Inzidenz zuletzt fünf Tage hintereinander über 35. Deshalb wird ab Sonnabend in vielen Bereichen wieder die 3G-Regel gelten. Dann haben nur Geimpfte, Genesene oder Getestete Zutritt beispielsweise zu Gaststätten oder Fitness-Studios. Bei vielen Dienstleistungen müssen wieder Kontaktdaten erfasst werden. In Alten- und Pflegeheimen, betreuten Wohngemeinschaften und Kliniken müssen das Personal, Bewohner und Besucher FFP2-oder OP-Masken tragen.

19:06 Uhr | 26 Infektionen bei 2G-Party in Münster

Bei einer Partynacht in einem Club in Münster (Nordrhein-Westfalen) haben sich mindestens 26 junge Menschen mit Corona infiziert. Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich vor allem um Impfdurchbrüche. Zu der Veranstaltung waren nur Geimpfte und Genesene zugelassen.

18:20 Uhr | Kekulé gegen Pauschalverurteilung Ungeimpfter

Der Epidemiologe Alexander Kekulé kritisiert im MDR-Podcast die Pauschalisierung aller Nichtgeimpften als "Impfmuffel". Nach seiner Einschätzung lehnen nur etwa fünf Prozent der Bevölkerung eine Covid-Impfung strikt ab. Zugleich wirbt er für das Impfen, denn auch er erwartet in den nächsten Wochen einen starken Anstieg der Fallzahlen. Ferner warnt der Experte davor, wie in Nordrhein-Westfalen die Quarantäne in Schulen de facto abzuschaffen. Durch die hochansteckende Delta-Variante bestehe die Gefahr, dass die Schulen dann massiv zur Ausbreitung beitragen könnten und die Inzidenz außer Kontrolle gerate.

17:54 Uhr | Regionalisierte neue Maßstäbe zur Bewertung der Pandemie-Lage

Der Bundesrat entscheidet morgen über die vom Bundestag beschlossene Änderung des Infektionsschutzgesetzes. Danach soll die sogenannte Hospitalisierungs-Inzidenz wichtigster Maßstab zur Bewertung der Pandemielage werden und die bisher maßgebliche Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen ablösen. Das Robert Koch-Institut bestätigte auf Nachfrage von MDR AKTUELL, dass tagesaktuelle Daten dazu demnächst abrufbar sein sollen und diese auch regionalisiert erhoben werden. Noch nicht überall möglich ist das jedoch für die regionalen Impfquoten, die neben der Infektions-Inzidenz und regionalen intensivmedizinischen Kapazitäten ebenfalls ein Indikator werden sollen. Grund ist, dass beispielsweise in Sachsen geimpfte Menschen nicht ihren Wohnorten zugerechnet werden, sondern dem Ort, an dem sie geimpft wurden.

17:18 Uhr | My-Variante "potenziell" resistent

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat die Coronavirus-Variante My als "potenziell besorgniserregend" eingestuft. Die Variante habe möglicherweise immun-evasive Merkmale, sodass Geimpfte oder Genesene nicht mehr geschützt sein könnten. Nach EMA-Angaben gibt es noch keine Daten, ob und wie stark sich die My-Variante ausbreite. Die EMA werde jedoch mit den Impfstoffentwicklern über die Wirksamkeit der verfügbaren Corona-Impfstoffe beraten. Zuvor hatte schon die Weltgesundheitsorganisation vor einer möglichen Impfstoff-Resistenz bei der My-Variante gewarnt. Sie war erstmals in Kolumbien aufgetreten.

16:45 Uhr | Afrika erhält weniger Impfstoff als geplant

Afrika wird bis Ende des Jahres ein Viertel weniger Corona-Impfstoffdosen erhalten als geplant. Nach Angaben der Regionaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO, Matshidiso Moeti, hat die internationale Hilfsinitiative Covax ihre prognostizierten Lieferzahlen für 2021 um 25 Prozent senken müssen. Grund dafür sei unter anderem Auffrischimpfungen und das Horten von Impfstoffdosen in einigen Ländern sowie die Priorisierung bilateraler Abkommen vor internationaler Solidarität. Moeti nannte es ärgerlich, dass in den USA seit März 15 Millionen abgelaufene Dosen der Vakzine weggeworfen worden seien.

16:10 Uhr | Mehr Essstörungen durch Pandemie

Während der Corona-Pandemie sind mehr Kinder und Jugendliche wegen Übergewichts oder Essstörungen behandelt worden. Das hat eine Analyse der Krankenkasse DAK zu den Corona-Folgen im vergangenen Jahr ergeben. Demnach hatten Krankenhäuser rund 60 Prozent mehr junge Patienten mit Fettleibigkeit. Zugleich sei die Zahl von stark untergewichtigen Jugendlichen um mehr als ein Drittel gestiegen. Für die Studie wurden Krankenhausdaten von knapp 800.000 Kindern und Jugendlichen ausgewertet.

15:16 Uhr | Greizer Landrätin stellt Kontaktverfolgung in Frage

Die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) sieht die Kontaktverfolgung bei positiven Corona-Tests nicht mehr als zielführend an. Die Präsidentin des Thüringer Landkreistages sagte MDR AKTUELL, fachlich gesehen sei Nachverfolgung durchaus sinnvoll. Aber es komme letztlich auf die Konsequenzen an. Viele Menschen kämen jetzt aus dem Urlaub und hätten sich wahrscheinlich dort infiziert. Mit einer Kontaktverfolgung komme man hier nicht mehr hinterher. Da eine Infektion bei vielen nahezu symptomlos verlaufe, sollte man sich lieber auf Erkrankte und ihre optimale Behandlung konzentrieren.

13:54 Uhr | Prämien für engagierte Buchläden ausgelobt

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat Prämien für Buchläden ausgelobt, die sich in der Corona-Pandemie besonders engagiert und um literarische Vielfalt verdient gemacht haben. Grütters sagte, es habe viele kreative Ideen gegeben – vom kontaktlosen Abholautomaten bis zum Fahrradzustellservice. Damit hätten die Buchhandlungen gerade angesichts der Schließungen während der Pandemie einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt des kulturellen Lebens geleistet. Sie seien "unverzichtbare Kulturorte". Bis zu 1.030 Buchhandlungen könnten die Prämie erhalten. Ausgezahlt würden zwischen 8.000 und 25.000 Euro.

12:38 Uhr | Japan verlängert Corona-Notstand für Tokio

Wegen der weiterhin schwierigen Corona-Lage verlängert Japan erneut den Notstand für Tokio und zahlreiche weitere Regionen. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtet, hat die Regierung beschlossen, den für 19 der 47 Präfekturen des Landes verordneten Notstand bis zum 30. September beizubehalten. Bei dem "Notstand" in den betroffenen Gebieten geht es vor allem darum, dass Restaurants keinen Alkohol anbieten und früher schließen müssen.

Die Präfekturen befänden sich nach wie vor in einer "schwierigen Lage", sagte der für die Corona-Maßnahmen zuständige Minister Yasutoshi Nishimura. Zwar gingen die Infektionszahlen zuletzt wieder zurück, die Krankenhäuser in den betroffenen Gebieten sind jedoch weiter überlastet. Ministerpräsident Yoshihide Suga hatte in der vergangenen Woche nach monatelanger Kritik an seinem Umgang mit der Corona-Pandemie seinen Rückzug erklärt.

11:12 Uhr | Umfrage: Deutsche fürchten Geldsorgen nach Corona

Die Mehrzahl der Deutschen befürchtet einer Umfrage zufolge die Konsequenzen der Staatsverschuldung in Folge der Corona-Pandemie. Wie es in der am Donnerstag vorgestellten Studie "Die Ängste der Deutschen" der R+V-Versicherung heißt, haben 53 Prozent der Menschen Angst davor, dass der Staat wegen der öffentlichen Schuldenlast dauerhaft Steuern erhöht oder Leistungen kürzt. Auf Platz zwei und drei der Ängste stehen "steigende Lebenshaltungskosten" und die "Kosten für Steuerzahler durch EU-Schuldenkrise" (jeweils 50 Prozent), gefolgt von einer "Überforderung des Staats durch Geflüchtete" (45 Prozent). Für die seit 1992 jährlich durchgeführte repräsentative R+V-Umfrage "Die Ängste der Deutschen" wurden zwischen Mai und Juli 2.400 Personen im Alter ab 14 Jahren befragt, davon 1.600 in West- und 800 in Ostdeutschland.

11:03 Uhr | Verfahren nach Todesfällen in Pflegeheim in Weimar eingestellt

Im Fall von mehreren Corona-Todesfällen in einem Weimarer Pflegeheim hat die Staatsanwaltschaft Erfurt das Verfahren eingestellt. Wie ein Sprecher mitteilte, stellten die Ermittler zwar Verstöße bei Hygieneregeln und Quarantäne-Anordnungen fest. Man habe aber keinem der beschuldigten Mitarbeiter nachweisen können, dass sein Verhalten für den Tod eines Heimbewohners mit ursächlich gewesen sei. Letztlich sei nicht zu klären gewesen, wo und wie sich die Betroffenen angesteckt hätten.

Die Staatsanwaltschaft hatte gegen sechs Beschäftigte des Pflegeheims ermittelt. Hintergrund war der Tod von 32 Bewohnern innerhalb weniger Wochen. Sie alle waren mit dem Coronavirus infiziert.

10:25 Uhr | Thüringer Bildungsministerium bestätigt mobile Impfteams

Das Thüringer Bildungsministerium hat bestätigt, dass an Schulen eine Impf-Möglichkeit geschaffen werden soll. Schulen könnten künftig mobile Impfteams anfordern. Diese würden dann vorbeikommen. Das Angebot für die 12- bis 17-Jährigen sei aber freiwillig. Nach Angaben eines Sprechers haben einige Bildungseinrichtungen bereits Interesse angemeldet. Die organisatorischen Details kläre man derzeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung ab. In Thüringen sind dem Robert Koch-Institut zufolge bisher 18 Prozent der Jugendlichen komplett gegen Corona geimpft, 22 Prozent einmal. Sachsen bietet Schulen ab Montag Impfungen an.

09:50 Uhr | Tourismus in Deutschland deutlich unter Vorkrisenniveau

Im Juli haben die Beherbergungsbetriebe in Deutschland einen Anstieg an Übernachtungsgästen verzeichnet – das Niveau des Vorkrisenjahres 2019 aber nicht erreicht. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurden sechs Prozent mehr Übernachtungen als im Juli 2020 verzeichnet. Im Vergleich zum Juli 2019 vor der Corona-Pandemie verbuchten die Beherbergungsbetriebe allerdings 18 Prozent weniger Übernachtungen.

Die Angaben des Bundesamtes beziehen sich auf Hotels, Pensionen, Ferienunterkünfte oder Campingplätze mit mindestens zehn Schlafgelegenheiten beziehungsweise Stellplätzen. Die Betriebe hätten dabei davon profitiert, dass das coronabedingte Beherbergungsverbot für privatreisende Gäste seit Mai 2021 schrittweise aufgehoben wurde.

09:00 Uhr | Montgomery: 2G-Regel überall einführen, wo es möglich ist

Im Kampf gegen die vierte Welle der Corona-Pandemie hat sich der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, dafür ausgesprochen, die Corona-Maßnahmen zu verschärfen. Montgomery sagte den Funke Medien, es werde kaum reichen, die Impfquote durch mobile Angebote zu erhöhen. Überall, wo das möglich sei, müsse die 2G-Regel eingeführt werden. Zugang zum Beispiel zum Restaurant hätten dann jeweils nur noch Geimpfte und Genesene. Dort, wo es nicht praktikabel wäre, Ungeimpfte auszuschließen, müsse dann zumindest eine strengere 3G-Regel gelten.

Als Beispiel nannte Montgomery den öffentlichen Nahverkehr. Ungeimpfte müssten dann einen aktuellen PCR-Test vorweisen. Ein einfacher Schnelltest dürfe nicht mehr ausreichen. Dies könne der nötige Anreiz sein, sich impfen zu lassen, fügte er hinzu. Sollten alle Warnungen und Maßnahmen nicht helfen, müsse man die Debatte über eine Impfpflicht führen. "Es gibt etliche Länder mit einer Impfpflicht, die deutlich besser dastehen als Deutschland. Die Pocken haben wir auch nur mit einer Impfpflicht ausgerottet."

Ein Virus unter einem Mikroskop 7 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

08:23 Uhr | Studie: Lockdown-Monate schaden Kindern physisch und psychisch

In fast jeder zweiten Familie haben die Einschränkungen der Lockdown-Monate einer Umfrage zufolge zu physischen und psychischen Belastungen bei den Kindern geführt. In der Erhebung für die Krankenkasse Pronova BKK gaben jeweils 46 Prozent der befragten Eltern an, dass die körperliche und auch die psychische Gesundheit ihrer Kinder gelitten habe. Außerdem hätten der Medienkonsum (79 Prozent) und auch Streitigkeiten in der Familie (36 Prozent) während des Lockdowns zugenommen.

Konkret nahmen Eltern bei ihren Kindern ab sechs Jahren vor allem Müdigkeit (47 Prozent), Antriebslosigkeit (45 Prozent) und Schwierigkeiten mit der Konzentration (43 Prozent) wahr. Auch bei den Älteren ab elf Jahren spielten den Angaben zufolge Müdigkeit und Antriebslosigkeit eine dominierende Rolle. Neben der Unruhe hätten Kinder im Grundschulalter aber auch verstärkt mit Konzentrationsproblemen, Sehschwierigkeiten und Kopfschmerzen zu kämpfen.

08:09 Uhr | EMA listet seltene Nervenerkrankung als Nebenwirkung von Astrazeneca

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat die Nervenerkrankung Guillain-Barré-Syndrom auf die Liste "sehr seltener" Nebenwirkungen für den Corona-Impfstoff Astrazeneca aufgenommen. In einer EMA-Erklärung heißt es, der Verdacht, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen einer Astrazeneca-Impfung und dem Auftreten der Krankheit gebe, sei "zumindest begründet". Die Wahrscheinlichkeit, an dem Syndrom zu erkranken, ist der EMA zufolge aber sehr gering: Von 10.000 Menschen sei weniger als einer betroffen. Bis Ende Juli wurden weltweit 833 Fälle des Guillain-Barré-Syndroms nachgewiesen – bei rund 592 Millionen verabreichten Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs. Die EMA betonte, dass die Vorteile des Impfstoffs gegenüber den möglichen Risiken weiterhin überwögen.

Das Guillain-Barré-Syndrom kann zu Lähmungserscheinungen sowie zu Atemproblemen führen. In den USA erkranken jährlich zwischen 3.000 und 6.000 Menschen an der seltenen Nervenkrankheit. Die meisten Patienten erholen sich wieder.

08:01 Uhr | Tote bei Brand auf Corona-Station in Nordmazedonien

In Nordmazedonien sind bei einem Brand in einem Behelfskrankenhaus für Corona-Patienten mindestens 14 Menschen gestorben. Zuvor war von zehn Toten die Rede. Gesundheitsminister Venko Filipce schrieb auf Twitter: "In Tetovo ist ein schrecklicher Unfall passiert, der zahlreiche Leben gekostet hat." Das Feuer in einem Behelfskrankenhaus für Covid-Patienten in der Stadt im Nordosten des Landes sei durch eine Explosion ausgelöst worden. Die Ursache würde noch ermittelt. Die Corona-Station war vergangenes Jahr errichtet worden, um das fragile Gesundheitssystem des Balkanlandes zu entlasten. Zuletzt war die Zahl der Corona-Infektionen in Nordmazedonien wieder gestiegen.

07:41 Uhr | Australien: Victoria meldet höchste Corona-Zahlen seit einem Jahr

Obwohl sich der australische Bundesstaat Victoria seit mehr als einem Monat in einem strengen Lockdown befindet, steigen die lokalen Corona-Zahlen weiter. Nach Angaben von Behörden in Melbourne gab es in der Region Melbourne am Donnerstag 324 Neuinfektionen – so viele wie seit fast 13 Monaten nicht mehr. Schlimmer als Victoria ist nur der benachbarte Bundesstaat New South Wales mit der Millionenstadt Sydney betroffen. Hier werden schon länger täglich mehr als 1.000 Neuinfektionen gemeldet.

Australien mit seinen rund 25 Millionen Einwohnern hatte viele Monate lang eine sogenannte Null-Covid-Strategie verfolgt und versucht, das Virus mit geschlossenen Außengrenzen und strikten Lockdowns komplett zu beseitigen. Mit der Ausbreitung der Delta-Variante mussten mehrere Regionalregierungen aber bereits einräumen, dass die Strategie nicht mehr aufgeht.

07:31 Uhr | Lehrerpräsident wünscht sich hohe Impfquote an Schulen

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, hofft auf die baldige Zulassung eines Corona-Impfstoffs für Kinder unter zwölf Jahren. Meidinger sagte der "Passauer Neuen Presse", es sei klar, dass eine hohe Impfquote unter Schülern die Sicherheit an Schulen enorm erhöhen würde und die Chance biete, erheblich schneller zur Normalität ohne Einschränkungen im Schulbetrieb zurückkehren zu können.

Besorgt äußerte sich Meidinger zur steigenden Zahl der Neuinfektionen bei jüngeren Menschen. Das Infektionsgeschehen in der Altersgruppe, die zur Schule gehe, sei "derzeit besonders heftig". In Nordrhein-Westfalen gebe es Städte, da näherten sich die Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen "den 1000". Wichtig sei, dass weiter auf hohen Gesundheitsschutz an Schulen geachtet werde, sagte Meidinger mit Blick auf die Maskenpflicht und regelmäßige Testungen. "Wir dürfen eine unkontrollierte Durchseuchung von zehn Millionen Schülerinnen und Schülern nicht zulassen."

06:38 Uhr | USA: Corona verschärft Hunger bei Minderheiten

In den USA ist im vergangenen Jahr die Zahl der von Hunger und Unterernährung bedrohten hispanischen und schwarzen Familien gestiegen. Wie das US-Agrarministerium mitteilte, gab es 2020 in einem von vier Schwarzen Haushalten mit Kindern zeitweise nicht ausreichend zu essen. Dies sei ein Anstieg von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl hispanischer Familien, die hungern mussten, sei im Jahresvergleich sogar um 28 Prozent gestiegen.

Die Coronavirus-Pandemie und die dadurch bedingten Entlassungen hätten die Engpässe bei der Versorgung mit Lebensmitteln vor allem im Süden des Landes verschärft. Das Agrarministerium gab nach eigenen Angaben wegen der Folgen der Pandemie vier Milliarden Dollar für Tafeln oder andere Lebensmittel-Hilfen aus. Damit sei etwa 60 Millionen Menschen geholfen worden, ein Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zu 2019.

06:34 Uhr | Gesundheitsämter: Probleme bei Nachverfolgung aller Kontaktpersonen

Die Gesundheitsämter in Deutschland können derzeit nicht mehr alle Kontaktpersonen von Infizierten nachverfolgen. "Bei einer hohen Zahl von positiv Getesteten ohne gleichzeitigen Lockdown haben die Menschen häufig so viele Kontakte, dass eine grundsätzliche und umfängliche Nachverfolgung nicht mehr zu leisten ist", sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, der Zeitung "Rheinische Post". Schon vor mehreren Tagen hatte Teichert erklärt, die Gesundheitsämter benötigten dringend mehr Personal. Bei Corona gebe es keinen Grund zur Entwarnung. Deswegen brauche man mehr Unterstützung.

06:27 Uhr | Pandemie: Mehr Nachfrage nach Haus im Grünen

Die Corona-Pandemie beflügelt die Nachfrage nach Einfamilienhäusern im Umland der Städte. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Online-Immobilienmarktplatzes "Immoscout24", aus der die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten. Demnach ist die Nachfrage nach Einfamilienhäusern am Stadtrand in den fünf größten Städten zwischen Februar 2020 und Juni 2021 um 58 Prozent angestiegen. Auch außerhalb der Metropolen ist der Effekt der Studie zufolge spürbar, hier wurden 52 Prozent mehr Kontaktanfragen nach Häusern im Grünen gestellt. Besonders begehrt ist der Wunsch nach einem Eigenheim außerhalb der Innenstadt demnach in der Hauptstadt: In Berlin stieg die Nachfrage nach Einfamilienhäusern am Stadtrand um 80 Prozent an. Aber auch Hamburg (76 Prozent) und München (71 Prozent) erlebten eine deutlich gestiegene Nachfrage.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 9. September 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie hier in unserem Ticker über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten:

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 09. September 2021 | 06:00 Uhr

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