Coronavirus-Pandemie Ticker vom Donnerstag: Tschechien kündigt Schritte aus dem Lockdown an

Justizministerin Lambrecht will für Geimpfte deutlich mehr Rechte als nur eine Testbefreiung. Tschechien kündigt Öffnung von Läden und Gastronomie an. In Deutschland wurde ein neuer Impfrekord erreicht. Die Sächsische Impfkommission fordert, dass Eltern schneller geimpft werden. Alle aktuellen Entwicklungen im Ticker.

Unser Ticker am Donnerstag, 29. April 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:40 Uhr | Portugal beendet Ausnahmezustand

Portugal beendet am Sonnabend nach knapp fünfeinhalb Monaten den Ausnahmezustand. Restaurants, Cafés und Bars sowie Kinos, Theater und andere Kultur- und Freizeitstätten dürfen dann auch an den Wochenenden bis 22:30 Uhr offen bleiben. Bisher galt an den Wochenenden in ganz Portugal eine Sperrstunde um 13 Uhr. Einkaufszentren dürfen werktags bis 21 und an den Wochenenden bis 19 Uhr offen bleiben. Zudem wird die Landgrenze zu Spanien wieder geöffnet. Von den Lockerungen sind nur acht der insgesamt 278 Bezirke des Landes ausgeschlossen. Betroffen ist vor allem die Urlaubsregion Algarve.

21:58 Uhr | Annaberger Kät fällt aus

Das Volksfest Annaberger Kät fällt wegen der Corona-Krise auch in diesem Jahr aus. Wie Stadtsprecherin Annett Flämig mitteilte, traf der Stadtrat die Entscheidung.

Die Annaberger Kät hätte vom 4. bis 13. Juni stattfinden sollen. Das größte sächsische Volksfest geht auf eine Wallfahrt ab dem Jahr 1520 zum Trinitatisfest zurück. Nach der Reformation wurde aus der Wallfahrt zunächst ein Totenfest, später dann Rummel und Jahrmarkt. Überlieferungen zufolge geht der Name Kät auf die mundartliche Aussprache des Wortes Dreieinigkeit (Dreiaanigkät) zurück.

21:19 Uhr | Epidemiologe für Außengastronomie und kleinere Außen-Veranstaltungen

Der Epidemiologe Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung sieht im Verbot von Großveranstaltungen den größten Einzeleffekt von Schutzmaßnahmen jenseits der Impfungen. Bei einer Anhörung im Parlamentarischen Begleitgremium Covid-19-Pandemie des Bundestags sagte er, alles andere habe nur eine halb so große Schutzwirkung. Krause erklärte zudem, kleinere Veranstaltungen mit klaren Konzepten seien draußen möglich. Auch gegen Außengastronomie mit Konzepten sei für ihn wenig einzuwenden. Für Innengastronomie aber bleibe das Ansteckungsrisiko weiter zu hoch. Für Eva Grill, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie, macht ein Ausprobieren von Öffnungsstrategien bei hohen Inzidenzen noch keinen Sinn. Sie plädierte dafür, mit mobilen Impfteams in sozial schwache Ortsteile zu gehen, und dort auch immer wieder Masken zu verteilen.

21:03 Uhr | Wissenschaftlerin erwartet Inzidenz unter 50 in den nächsten Wochen

Die Infektionszahlen werden nach Einschätzung mehrerer Wissenschaftler in Deutschland kaum noch steigen. Bei einer Anhörung im Parlamentarischen Begleitgremium Covid-19-Pandemie des Bundestags sagte die Physikerin Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut, Inzidenzen von deutlich unter 50 seien wahrscheinlich in den nächsten Wochen zu erreichen. Grund dafür sei vor allem der Impffortschritt. Etwas weniger optimistisch äußerte sich der Mobilitätsforscher Kai Nagel von der TU Berlin.

20:40 Uhr | Umfrage: Gewalt gegen Lehrkräfte gestiegen

In der Corona-Krise ist an Schulen in Sachsen die Gewalt gegen Lehrkräfte gestiegen.Das geht aus einer Mitgliederbefragung des Sächsischen Lehrerverbandes (SLV) hervor. Demnach habe vor allem die psychische Gewalt zugenommen. In drei Viertel der Fälle gingen die Angriffe auf Lehrkräfte von den Eltern aus.

20:07 Uhr | Kekulé: Impfstoffzulassung für Kinder sehr sorgfältig prüfen

Der Virologe Alexander Kekulé mahnt zu besonderer Sorgfalt bei der Zulassung von Corona-Impfstoffen für Kinder. Kekulé sagte MDR-AKTUELL, der Vorteil für die Patienten müsse die Risiken klar überwiegen. Bei der Zulassung für Erwachsene sei diese Überlegung klar zugunsten des Impfstoffs ausgegangen. Bei den Kindern müsse man das auf die Goldwaage legen. Er hoffe sehr, dass die Europäische Arzneimittelbehörde EMA das mache. Allerdings habe er ein bisschen die Sorge, dass man das jetzt im Überschwang durchwinke nach dem Motto "Impfstoff - her damit!"

Biontech hatte heute mitgeteilt, dass es nächste Woche bei der EMA die Zulassung seines Impfstoffs für Kinder ab 12 Jahren beantragen will. Bislang darf das Vakzin in Europa erst bei Jugendlichen ab 16 Jahren eingesetzt werden.

19:20 Uhr | EMA prüft Fälle von Herzmuskelentzündungen

Die EU-Arzneimittelbehörde prüft Fälle von Herzmuskelentzündungen nach einer Impfung mit den Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna. Wie die Behörde mitteilte, gibt es derzeit keinen Hinweis darauf, dass die Fälle mit den Impfstoffen zusammenhängen. Das Krankheitsbild komme aber im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung häufiger vor. Angaben über die Zahl der Fälle machte die EMA nicht. Betroffen seien die sogenannten mRNA-Impfstoffe.

Zuvor hatte Israel erklärt, dass Dutzende Fälle von Herzmuskelentzündungen in einem zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung aufgetreten seien, vor allem bei jungen Männern.

18:10 Uhr | Lambrecht will Geimpfte von Kontaktbeschränkungen ausnehmen

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht will gegen Corona Geimpfte und Genesene nicht nur negativ Getesteten gleichstellen, sondern auch von Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen befreien. Das sehe ihr Entwurf vor, sagte Lambrecht den Online-Ausgaben der Funke Mediengruppe.

Laut dem Entwurf sollen sich vollständig geimpfte und Genesene nicht mehr an die jeweils lokal geltenden Ausgangsbeschränkungen halten müssen. Auch die Beschränkung privater Zusammenkünfte soll für diese Personen wegfallen. Bei treffen mit anderen sollen sie nicht mitgezählt werden. Die Quarantäne-Pflicht bei der Einreise soll nur noch für Virusvariantengebiete gelten.

17:55 Uhr | Tschechien startet mit Lockerungen

Tschechien beginnt mit ersten Schritten aus dem harten Lockdown. Nach den Beschlüssen der Regierung in Prag werden ab Montag Friseurbesuche möglich, mit einem negativen Corona-Test. Am 10. Mai dürfen nach einem halben Jahr wieder alle Einzelhandelsgeschäfte öffnen – mit einer Beschränkung der Kunden-Anzahl und mit Hygiene- und Abstandsregeln. Eine Woche später soll die Außengastronomie folgen.  

Die Infektionslage im einstigen Corona-Hotspot Europas hat sich deutlich gebessert. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist auf etwa 150 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner gesunken. Anfang März lag sie noch bei etwa 1.000.

17:14 Uhr | Ärztekammer fordert Rücksichtnahme auf Ältere bei Impfungen

Erik Bodendieck
Mahnt bei Jagd auf Impftermine Rücksicht auf Ältere an: Erik Bodendieck Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die sächsische Landesärztekammer hat an die Bevölkerung appelliert, beim Impfen Rücksicht auf die besonders Gefährdeten zu nehmen. Präsident Erik Bodendieck sagte MDR AKTUELL, im Grunde gehörten in Sachsen nun fast alle Menschen zur Gruppe der Impfberechtigten. Man müsse sich aber darüber im Klaren sein, dass es Menschen gebe, die prioritär geimpft werden müssten. Bodendieck verwies auf jene, die besonders schwere Erkrankungen durch das Corona-Virus erleiden könnten, also die Älteren und die Kranken. Der Chef der Sächsischen Impfkommission, Grünewald, hatte darauf hingewiesen, dass es durch die Öffnung für die dritte Priorisierungsgruppe auch möglich ist, Eltern und junge Erwachsene schnell zu impfen.

17:10 Uhr | Moderna baut Produktion weiter aus

Der US-Pharma-Konzern Moderna will seine Corona-Impfstoff-Produktion massiv ausbauen. Das Unternehmen erklärte, allein in diesem Jahr würden bis zu eine Milliarde Dosen ausgeliefert. Im kommenden Jahr wolle man bis zu drei Milliarden Dosen bereitstellen - mehr als doppelt so viel wie bislang angepeilt. Dazu werde die Produktion in den USA sowie bei Partnern in der Schweiz und in Spanien hochgefahren. Das Moderna-Vakzin basiert ebenso wie der Impfstoff von Biontech/Pfizer auf der mRNA-Technologie.

17:00 Uhr | Jelinek-Stück zur Corona-Krise

Das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg plant die Uraufführung eines Stücks von Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek zur Corona-Krise. Die Proben seien abgeschlossen, teilte die Bühne mit. Sofern der Theaterbetrieb wieder zugelassen werde, solle das Stück Ende Mai oder Anfang Juni zu sehen sein. Ansonsten werde die Aufführung in die nächste Spielzeit verschoben.

Wie das Schauspielhaus weiter mitteilte, greift Jelinek in ihrem Stück "Lärm. Blindes Sehen. Blinde sehen!" erneut auf einen Stoff aus der Antike zurück. So überblende die 74-Jährige eine der berühmtesten Orgien der antiken Literatur, das Gelage bei der Zauberin Kirke, die Odysseus' Gefährten in Schweine verwandelt, mit der enthemmten, zügellosen Welt der Superspreader von Ischgl, die das Coronavirus in ganz Europa verbreiteten.

16:06 Uhr | RKI: Dritte Infektionswelle abgebremst

Die dritte Welle der Corona-Pandemie in Deutschland ist dem Robert Koch-Institut zufolge abgebremst. RKI-Präsident Lothar Wieler sagte, es gebe eine gute Entwicklung. Das exponentielle Wachstum habe sich seit Ostern nicht mehr in dem befürchteten Maß fortgesetzt. Für eine Entwarnung sei es aber noch zu früh. Die Infektionen nähmen vor allem bei Menschen unter 60 Jahren zu. Bundesgesundheitsminister Spahn sagte, es reiche insgesamt noch nicht, die Intensiv-Stationen seien noch zu voll.

15:40 Uhr | Thüringen will Gastronomie bei Inzidenz unter 100 öffnen

In Thüringen soll in Landkreisen mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 die Außengastronomie zumindest mit Terminvergabe wieder öffnen. Das berichtet die Nachrichtenagentur DPA unter Berufung auf einen Entwurf für eine neue Corona-Verordnung der Landesregierung. Auch Camping-Plätze und Ferienhäuser sollen dem Entwurf zufolge bei einer anhaltenden Inzidenz von 100 wieder öffnen dürfen - mit Infektionsschutzkonzept und Kontaktnachverfolgung. Alle anderen touristischen Übernachtungen sollen dagegen vorerst verboten bleiben. Die Regelungen können sich noch ändern, weil auch Parlamentsausschüsse den Entwurf noch beraten und anschließend Empfehlungen abgeben werden.

15:11 Uhr | 82.500 Straftaten gegen Polizisten

Das Bundeskriminalamt hat im vergangenen Jahr fast 82.500 vollendete Straftaten gegen Polizeibeamte erfasst, 5,7 Prozent mehr als 2019. Wie die Gewerkschaft der Polizei mitteilte, waren das Widerstandshandlungen gegen und tätliche Angriffe auf Polizisten. 2.750 Polizisten und Polizistinnen wurden Opfer von vollendeter oder versuchter gefährlicher und schwerer Körperverletzung. Das waren 20,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

14:32 Uhr | Mecklenburg-Vorpommern beschließt Lockerungen für vollständig Geimpfte

Menschen in Mecklenburg-Vorpommern, deren Zweitimpfung 14 Tage her ist, werden ab dem 1. Mai in bestimmten Bereichen negativ Getesteten gleich gestellt. Das teilte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nach einer Kabinettssitzung mit. Vollständig Geimpfte können demnach künftig ohne Test zum Friseur, in den Zoo oder in den Baumarkt gehen. Auch das Übernachten in Hotels oder Pensionen aus dienstlichen Gründen soll ohne Corona-Test möglich sein. 

14:04 Uhr | Sachsen: Baumärkte müssen Gartenabteilungen unverzüglich schließen

Baumärkte in Sachsen müssen bei einer Wocheninzidenz von mehr als 100 pro 100.000 Einwohner komplett und unverzüglich schließen. Wie das Sächsische Sozialministerium mitteilte, gilt das auch für Gartenabteilungen von Baumärkten. Derzeit halten viele betroffene Unternehmen im Freistaat ihre Gartencenter weiter geöffnet und haben nur ihre Bauabteilungen geschlossen. Das ist laut Ministerium aber rechtswidrig.

13:58 Uhr | Geimpfte Dessauerin starb an Hirnvenenthrombose

Eine Dessauerin, die mit dem Impfstoff Vaxzevria von Astrazeneca gegen das Coronavirus geimpft wurde, ist an einer Hirnvenenthrombose gestorben. Das habe die Obduktion der Frau bestätigt, teilte die Dessauer Staatsanwaltschaft mit. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft betonte aber: Einen Zusammenhang mit der Impfung könne bisher nicht hergestellt werden. Er sprach von einem "Anfangsverdacht". Fest stehe bisher nur, dass die Frau an einer Hirnvenenthrombose gestorben sei. Das könne auch andere Ursachen haben, wie Vorerkrankungen oder die Einnahme von Medikamenten.

13:14 Uhr | Impfrekord: Über eine Million Impfungen an einem Tag verabreicht

Am Mittwoch hat es erstmals mehr als eine Million Corona-Impfungen an einem Tag gegeben. Das sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei einer Pressekonferenz in Berlin. Zugleich sei damit erstmals an nur einem Tag deutlich mehr als ein Prozent der Bevölkerung geimpft worden. Insgesamt haben demnach nun mehr als ein Viertel aller Bundesbürger, nämlich 25,9 Prozent, mindestens eine erste Spritze erhalten. Den vollen Schutz mit einer Zweitimpfung haben 7,5 Prozent.

Am Mittwoch hätten die Arztpraxen 730.000 Impfungen gemacht und die regionalen Impfzentren der Länder 360.000 Impfungen, sagte Spahn. Es gebe aber noch eine Menge zu tun beim Impfen, schränkte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, ein. Bei den Menschen über 80 Jahre seien rund zwei Drittel geimpft, bei Menschen über 70 Jahre rund 30 Prozent.

12:00 Uhr | Deutscher Nationalpreis an Ethikrat-Chefin

Alena Buyx
Alena Buyx, Vorsitzende des Deutschen Ethikrates Bildrechte: imago images/Reiner Zensen

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, erhält den diesjährigen Deutschen Nationalpreis. Damit wird sie für ihr Engagement in der Corona-Krise geehrt. Die Deutsche Nationalstiftung teilte mit, Buyx gehöre zu den Menschen, die in dieser Zeit mit hoher Expertise und klarem Kommunikationsstil immer wieder Ängsten entgegen wirke. Der mit 30.000 Euro dotierte Preis soll am 25. Juni in Berlin durch den ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler überreicht werden.

11:47 Uhr | Heil: Deutlich mehr Tests in Unternehmen

Unternehmen in Deutschland bieten ihren Beschäftigten nach Angaben von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil inzwischen deutlich mehr Corona-Tests an. Bundesweit könne man feststellen, dass seit März die Quote massiv gestiegen sei, sagte der SPD-Politiker. Im März hätten noch ungefähr 35 Prozent ein Testangebot bekommen. Nun sei man bei "weit über 80 Prozent", sagte Heil unter Berufung auf aktuelle Befragungen von Beschäftigten.

11:35 Uhr | EU-Parlament will mit Impfzertifikat Ende von Einreisebeschränkungen

Das EU-Parlament hat der Einführung eines Impfzertifikats zugestimmt. Sobald das gemeinsame Zertifikat eingeführt ist, soll es den Abgeordneten zufolge keine zusätzlichen Reisebeschränkungen durch Mitgliedstaaten geben, wie in Brüssel bekanntgegeben wurde. Das Parlament hat damit seine Position für die anstehenden Verhandlungen mit den EU-Staaten über die Details des geplanten Zertifikats festgelegt.

Das Impfzertifikat soll zum Juni eingeführt werden. Es soll dann in allen EU-Ländern gelten und die aktuell recht unterschiedlichen Einreisereglungen ein Stück weit vereinheitlichen. Neben einer Impfung soll es auch Ergebnisse zugelassener Tests und Informationen zu überstandenen Corona-Infektionen festhalten.

10:29 Uhr | Neue Vorwürfe gegen Halles OB Wiegand

Bernd Wiegand
Bernd Wiegand, Oberbürgermeister von Halle Bildrechte: imago/VIADATA

Das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt hat neue Vorwürfe gegen Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand erhoben. Das berichtet die Deutsche Presseagentur und verweist auf ein entsprechendes Schreiben der Behörde. Wiegand soll seine Büroleiterin angewiesen haben, ein Protokoll des Katastrophenschutzstabes vom Januar wahrheitswidrig zu verändern. In mehreren Fällen soll er zudem dienstliche Ressourcen zur Wahrnehmung seiner persönlichen Interessen genutzt haben.

Wiegand war erst vor wenigen Wochen suspendiert worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachtes der veruntreuenden Unterschlagung gegen den Oberbürgermeister. Grund war seine vorzeitige Impfung gegen das Coronavirus.

10:06 Uhr | Schulen im Salzlandkreis geschlossen

Im Salzlandkreis müssen Schüler ab heute zu Hause bleiben. Auch die Kindergärten werden geschlossen. Grund ist nach Angaben des Landratsamtes die gestiegene Sieben-Tage-Inzidenz. Der Wert liegt seit drei Tagen in Folge über der Marke von 165. Auch der Einzelhandel muss wieder schließen. Zuvor hatten schon der Landkreis Harz, der Altmarkkreis Salwedel, der Landkreis Stendal, der Kreis Mansfeld Südharz, die Stadt Halle sowie der Saale- und Burgenlandkreis die Corona-Notbremse gezogen.

09:32 Uhr | Luftwaffe unterstützt Indien bei der Pandemie-Bekämpfung

Die Luftwaffe soll von Samstag an medizinische Hilfsgüter, unter anderem 120 Beatmungsgeräte, in das von der bislang schlimmsten Corona-Welle erfasste Indien fliegen. In der kommenden Woche werde zudem eine komplexe Anlage zur Herstellung von Sauerstoff mit zwei A400M-Transportflugzeugen in das Land gebracht, teilte das Verteidigungsministerium mit.

In den vergangenen 24 Stunden haben sich in Indien 379.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, wie Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums zeigen. Das ist ein weltweiter Rekord. 3.645 Menschen sind demnach im selben Zeitraum mit oder an der Krankheit gestorben.

09:24 Uhr | Biontech: Baldige Impfstoff-Zulassung für Kinder ab 12 Jahre

Der Mainzer Biotechkonzern Biontech rechnet mit einer baldigen Zulassung seines Corona-Impfstoffes für Kinder. "Wir haben die Studiendaten für die 12- bis 15-Jährigen in den USA für die bedingte Zulassung eingereicht, in Europa sind wir in den letzten Zügen vor der Einreichung", sagte Biontech-Chef Ugur Sahin dem "Spiegel".

Am Mittwoch solle bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA eine Zulassung für Kinder ab zwölf Jahren beantragt werden. Sowohl in den USA als auch in der EU ist der Impfstoff bisher für Menschen ab 16 Jahren zugelassen.

09:17 Uhr | Geringverdiener und Selbstständige leiden besonders unter Krise

Die wirtschaftliche Lage von Geringverdienern und Selbstständigen in Deutschland hat sich in der Corona-Krise laut einer Auswertung des ifo-Instituts verschlechtert. Ausschlaggebend dafür sei der fehlende Anspruch auf Kurzarbeitergeld. "Weder Selbstständige noch Geringverdiener zahlen in die Arbeitslosenversicherung ein, dieser Effekt macht sich jetzt bemerkbar", sagte Andreas Peichl, Leiter des ifo-Zentrums für Makroökonomik und Befragungen.

Jeder fünfte Geringverdiener musste im Juni 2020 den Angaben zufolge einen Einkommensrückgang hinnehmen, bei den Selbstständigen war es sogar jeder Dritte. Im Oktober und November habe sich die Lage zwar gebessert, aber "trotz dieser positiven Tendenz sind diese Befragten sehr besorgt über ihre finanzielle Situation", so Peichl.

08:33 Uhr | Nordfriesland erlaubt Übernachtungsgäste ab 1. Mai

Nordfriesland fährt den Tourismus langsam und unter strengen Auflagen wieder hoch: Am 1. Mai startet der Kreis mitsamt Inseln und Halligen als zweite und wohl größte touristische Modellregion Schleswig-Holsteins. Das Projekt läuft zunächst bis zum 31. Mai mit der Option auf Verlängerung. Mehrere Tausend kleine und größere Betriebe beteiligen sich nach Angaben des Kreises an der Modellregion.

Gäste der Region müssen sich alle 48 Stunden testen lassen. Wer in der Innengastronomie Platz nehmen will, muss ein maximal 24 Stunden altes Ergebnis vorweisen können. Testzentren sind vor Ort eingerichtet.

08:25 Uhr | Moderna weitet Impfstoffproduktion aus

Moderna hat eine Ausweitung der Produktion seines Impfstoffs angekündigt. Das US-Pharmaunternehmen stellte in Aussicht, 2022 weltweit bis zu drei Milliarden Dosen herzustellen. Für das laufende Jahr prognostiziert es die Auslieferung von 800 Millionen bis einer Milliarde Dosen. Derzeit laufen Studien für eine Anpassung des Moderna-Impfstoffs an besorgniserregende mutierte Versionen des Coronavirus. Zudem laufen Tests zur Verabreichung des Vakzins an Kinder und Jugendliche.

08:10 Uhr | Kinderärzte kritisieren "Aufholpaket" als unzureichend

Kinder- und Jugendärzte kritisieren die Pläne der Bundesregierung zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen als unzureichend. Der Präsident des Berufsverbands, Thomas Fischbach, sagte der "Rheinischen Post", der Fokus liege zu stark auf der Bekämpfung von coronabedingten Leistungsdefiziten. Es gehe aber auch um die psychischen Probleme von Kindern, die direkt auf die Pandemie zurückzuführen seien. Ähnlich äußerte sich der Verbandschef der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Michael Schroiff. Er forderte, Betreuungsangebote außerhalb von Schulen und Kitas wieder zu öffnen.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) verteidigte die Pläne der Bundesregierung. "Wir achten darauf, gerade auch die Kinder, Jugendlichen und Familien zu erreichen und zu unterstützen, die es besonders schwer haben."

Die große Koalition verhandelt derzeit über ein Förderprogramm in Höhe von zwei Milliarden Euro für Kinder und Jugendliche. Ursprünglich war geplant, das Programm am Dienstag im Kabinett auf den Weg zu bringen. Weil es noch Abstimmungsbedarf zwischen Union und SPD gibt, wurde der Beschluss auf voraussichtlich nächsten Mittwoch verschoben. Mit dem Geld sollen zur Hälfte Nachhilfe- und Förderprogramme für Schüler in den Ländern unterstützt werden. Die zweite Milliarde ist für die Aufstockung verschiedener sozialer Programme vorgesehen, um die sozialen und psychischen Krisenfolgen für Kinder und Jugendliche abzufedern.

07:24 Uhr | Wanderwitz beklagt Übergriffe auf Politiker

Der sächsische Bundestagsabgeordnete Marco Wanderwitz hat eine Verrohung des politischen Diskurses in Deutschland beklagt. Hintergrund sind Todesdrohungen gegen Abgeordnete, die im Bundestag vergangene Woche für die Notbremse gestimmt hatten. Der Ostbeauftragte sagte MDR AKTUELL, große Krisen führten leider dazu, dass einer nicht kleinen Zahl von Menschen die Sicherung durchbrenne. Er habe viel Verständnis für den Unmut der Menschen. Jedoch sei die Bundesnotbremse notwendig. Ganz offensichtlich seien die Länder nicht in der Lage gewesen, das pandemische Geschehen in den Griff zu bekommen.

07:02 Uhr | Umfrage: Jugend in Sorge um Ausbildungsstellen

Viele junge Menschen in Deutschland fürchten, in der Pandemie keinen Ausbildungsplatz zu finden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Demnach sehen mehr als zwei Drittel der Befragten ihre Chancen auf dem Ausbildungsmarkt verschlechtert. Mehr als jeder Zweite war der Meinung, dass die Politik wenig oder gar nichts für junge Leute tue, die einen Ausbildungsplatz suchten. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge war im Corona-Jahr 2020 auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gefallen.

06:45 Uhr | Sächsische Impfkommission: Eltern schnell impfen

Der Chef der Sächsischen Impfkommission, Thomas Grünewald, ist dafür, Eltern und junge Erwachsene schnell zu impfen. Grünewald sagte MDR AKTUELL, für Kinder und Jugendliche gebe es keinen Impfstoff. Deshalb wolle man die Eltern impfen, weil sie die meisten Kontakte zu Kindern hätten. Das sei in Sachsen durch die Öffnung für die dritte Priorisierungsgruppe auch möglich. Grünewald verweist auf die Bestimmungen: Demnach sind Personen, bei denen aufgrund ihrer Arbeits- oder Lebensumstände ein deutlich erhöhtes Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 besteht, impfberechtigt.

Eltern sollten sich an ihren Hausarzt wenden. Einen besonderen Nachweis braucht es Grünewald zufolge nicht. Die Schilderung der Lebensumstände reiche normalerweise aus.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat zudem an Länder und Kommunen appelliert, schneller Strategien zur Impfung von Menschen in Stadtteilen mit sozialen Brennpunkten zu entwickeln. Niemand habe etwas davon, wenn die noblen Vororte durchgeimpft seien und die Pandemie dort weiter grassiere, sagte der SPD-Kanzlerkandidat dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet forderte Aufklärungsaktionen und mobile Impfteams für soziale Brennpunkte in Großstädten. Wo Menschen in beengten Wohnverhältnissen lebten, sei die Gefahr sich anzustecken größer als im großzügig angelegten Einfamilienhaus, sagte er bei einer Landtagsdebatte.

06:42 Uhr | Indische Virusvariante in Köln nachgewiesen

In Köln sind erstmals zwei Fälle von Infektionen mit der indischen Corona-Variante nachgewiesen worden. Das teilte die Stadtverwaltung am Abend mit. In Köln werden seit einem Vierteljahr alle positiv getesteten Personen auch auf die Virusvarianten untersucht.

Bei der indischen Variante handelt es sich um eine Doppelmutation, die als besonders ansteckend gilt. In Indien hat dies zu einer heftigen Infektionswelle und einem Kollaps der Gesundheitsversorgung geführt. Viele Länder, darunter auch Deutschland, haben den Reiseverkehr aus Indien weitgehend gestoppt. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurde die indische Virusvariante bundesweit 22-mal nachgewiesen.

06:37 Uhr | Sozialministerium: 35 Prozent der Kita-Kinder in Notbetreuung

Gut ein Drittel aller Kita-Kinder in Corona-Hotspots nutzt nach Angaben des Sozialministeriums aktuell die angebotene Notbetreuung. Insgesamt 35,4 Prozent der Kinder, deren Einrichtung wegen der Pandemie nicht im Regelbetrieb laufe, seien nach den jüngsten Daten in die Notbetreuung gegangen, teilte das Ministerium mit. Die durchschnittliche Auslastung der Einrichtungen im Notbetrieb lag demnach am Stichtag 23. April bei 35,0 Prozent.

06:15 Uhr | Regierung hat keine Kenntnis von Alter der Corona-Patienten auf Intensivstationen

Die Bundesregierung hat nach eigenen Angaben keine Kenntnis vom Durchschnittsalter der Covid-19-Patienten auf deutschen Intensivstationen. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage der FDP mit. Demnach müssen die Krankenhäuser zwar täglich ihre Behandlungskapazitäten sowie etwa die Zahl der entlassenen Patienten und Patientinnen übermitteln. "Daten über das Alter von Covid-19-Patientinnen und Covid-19-Patienten mit intensivmedizinischem Behandlungsbedarf" fallen aber nicht darunter.

Anlass der Anfrage war eine Äußerung des SPD-Gesundheitspolitikers Karl Lauterbach. Dieser hatte kürzlich in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" gesagt, diejenigen, die jetzt auf den Intensivstationen behandelt werden, seien "im Durchschnitt 47 bis 48 Jahre alt". In ihrer Antwort schreibt die Regierung, dass die Altersangaben der Patienten mit intensivmedizinischem Versorgungsbedarf "in Kürze erhoben" werden sollen, da das Alter nunmehr als relevant für die Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung in Krankenhäusern angesehen werde.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 29. April 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. April 2021 | 13:00 Uhr

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