Coronavirus-Pandemie Ticker: Über eine Million Corona-Infizierte in Deutschland

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wurden in Deutschland über eine Million Menschen offiziell mit dem Coronavirus infiziert. In Berlin werden die von Bund und Ländern vereinbarten Lockerungen bei Kontaktbeschränkungen über Weihnachten und Neujahr nicht umgesetzt. Thüringen will die Weihnachtsferien wegen der Corona-Pandemie nicht verlängern. Bei der Bahn gelten ab Freitag neue Reservierungsregeln. Alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Im Zuge des teilweisen Lockdowns und erweiterter Einschränkungen des öffentlichen Lebens müssen Passanten in der Innenstadt von Stuttgart und stark frequentierten Plätzen Mund-Nase-Bedeckungen tragen
Menschen mit Mund-Nase-Bedeckung in der Stuttgarter Innenstadt: Über eine Million Menschen wurden in Deutschland bislang positiv auf Corona getestet. Bildrechte: imago images/Ralph Peters

Unser Ticker am Donnerstag, 26. November 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:55 Uhr | Morddrohungen gegen Landrat von Hildburghausen

Der Landrat des Kreises Hildburghausen, Thomas Müller (CDU), hat eine Morddrohung erhalten. Wie eine Polizeisprecherin sagte, wurde die Drohung auf Facebook verbreitet. Darin hieß es, der Landrat solle sich einen Strick nehmen. Dabei könne man ihm auch behilflich sein. Die Polizei kündigte Ermittlungen an.

In der Stadt Hildburghausen hatten am Mittwochabend Hunderte Menschen, unter ihnen zahlreiche Kinder, gegen die scharfen Corona-Einschränkungen des Landkreises protestiert. Die rund 63.000 Einwohner des Landkreises Hildburghausen dürfen bis Mitte Dezember ihre Wohnungen nicht mehr ohne triftigen Grund verlassen. Schulen und Kindergärten wurden geschlossen. Das Robert Koch-Institut gab den Inzidenzwert für den Kreis Hildburghausen am Donnerstag mit 602,9 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen an. Das ist aktuell der höchste Wert in Deutschland.

21:08 Uhr | Bislang über eine Million Corona-Infizierte in Deutschland

Die Gesamtzahl der bislang in Deutschland positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen hat laut der Datenbank des "Risklayer"-Projekts, das am Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) angesiedelt ist, die Marke von einer Million überschritten. Rein rechnerisch wäre damit seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie fast jeder 80. Deutsche mit dem Erreger Sars-Cov-2 infiziert worden. Die Dunkelziffer dürfte allerdings um einiges höher sein.

Das Risklayer-Projekt recherchiert die Daten in den 401 deutschen Kreisen und Städten mittels teilweise automatisierter Verfahren. Dadurch kann es die aktuellen und bestätigten Fallzahlen noch vor dem Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichen. Laut RKI wurden seit Beginn der Pandemie 983.588 Corona-Infektionen in Deutschland erfasst (Stand: 26.11., 00:00 Uhr).

20:40 Uhr | #MDRklärt abweichende Regelungen zu Bund-Länder-Beschlüssen

Regelmäßig treffen sich die Ministerpräsidenten der Länder mit Kanzlerin Merkel, um neue Corona-Maßnahmen zu besprechen. Trotzdem gibt es oft abweichende Regelungen in den einzelnen Bundesländern, so auch in Sachsen-Anhalt. #MDRklärt, warum das so ist.

20:30 Uhr | Der Corona-Daten-Newsletter, Donnerstag, 26. November 2020

Heute im Newsletter: In zahlreichen Ländern in Asien und Afrika ist die Pandemie mit geringen Infektionszahlen unter Kontrolle. Dazu tragen unterschiedliche Maßnahmen und Faktoren bei. Die Kultur spielt eine Rolle, aber auch die Geografie.

19:54 Uhr | Handelsverband kritisiert strengere Auflagen im Weihnachtsgeschäft

Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche dürfen ab 1. Dezember nur noch einen Kunden pro 20 Quadratmeter einlassen. Der Handelsverband Sachsen-Anhalt befürchtet Warteschlangen vor Supermärkten und damit erst Recht die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus.

19:09 Uhr | Berlin will Kontaktbeschränkungen über Feiertage nicht lockern

Die von Bund und Ländern vereinbarten Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen für private Treffen über die Feiertage werden in der Hauptstadt Berlin nicht umgesetzt. Nach Angaben aus dem Berliner Senat sind derartige Lockerungen im "Corona-Hotspot" Berlin nicht möglich.

Weihnachtsbeleuchtungen auf der Tauentzienstrasse und am Kudamm in Berlin
Eine Lockerung der privaten Kontaktbeschränkungen wird es in Berlin über Weihnachten und Silvester nicht geben. Bildrechte: imago images / Emmanuele Contini

Hintergrund ist die sogenannte Hotspot-Regelung, auf die sich Bund und Länder am Mittwoch geeinigt haben. Diese sieht vor, dass ab einer Zahl von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen die Corona-Regeln nochmals verschärft werden sollen. In Berlin liegt der Wert aktuell bei 215,6. Das hat zur Folge, dass sich in Berlin auch über die Weihnachtsfeiertage maximal fünf Personen plus Kinder bis zwölf Jahren zu privaten Zusammenkünften treffen dürfen. In Nicht-Hotspot-Gebieten sind hingegen vom 23. Dezember bis 1. Januar "im engsten Familien- oder Freundeskreis" Zusammenkünfte bis zehn Personen plus Kinder bis 14 Jahren statthaft.

17:33 Uhr | Merkel will alle Skigebiete in Europa schließen

Mit Blick auf die anstehende Wintersaison hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür ausgesprochen, alle Skigebiete in Europa zu schließen. Die CDU-Politikerin sagte im Bundestag: "Wir werden uns in Europa um eine Abstimmung bemühen, ob wir alle Skigebiete schließen könnten."

Skifahrer mit Maske vor Skilift in Kaprun Österreich
Skifahrer mit Maske vor Skilift in Kaprun im österreichischen Bundesland Salzburg. Bildrechte: imago images/Eibner Europa

Mit Blick auf die ablehnende Haltung Österreichs in der Thematik betonte Merkel: "Es sieht leider nicht so aus, wenn man die österreichischen Verlautbarungen hört, dass uns das so einfach gelingen könnte, aber wir werden es noch einmal versuchen." Widerstand an den Plänen für eine europaweite Schließung aller Skigebiete kam auch aus der Schweiz sowie von den deutschen Liftbetreibern. Der Vorstand des Verbandes Deutscher Seilbahnen (VDS), Matthias Stauch, warnte, ein Wintersportverbot wäre für die betroffenen Regionen katastrophal und zudem unverständlich.

Die Bundesregierung hatte sich auf Wunsch der Bundesländer am Mittwoch bereit erklärt, "auf europäischer Ebene zu abgestimmten Regelungen zu kommen, um bis zum 10. Januar Skitourismus nicht zuzulassen."

16:44 Uhr | Virologe Kekulé gegen Corona-Lockerungen über Weihnachten

Der Virologe Alexander Kekulé sieht die geplanten Corona-Lockerungen zu Weihnachten kritisch. Der Professor der Universität Halle-Wittenberg sagte MDR AKTUELL, er habe Zweifel, ob man derart gravierende Lockerungen bereits jetzt erlauben könne. Man wisse nicht, wie sich der Bremseffekt bei den Neuinfektionen bis dahin entwickle. Das hänge davon ab, wie die Bevölkerung mitmache. Kekulé verwies darauf, dass die erlaubten zehn Personen theoretisch auch aus zehn verschiedenen Haushalten kommen könnten. Bund und Länder hatten am gestrigen Mittwoch weniger strenge Beschränkungen für die Feiertage zum Jahreswechsel beschlossen.

16:31 Uhr | Leipziger Messe sagt Haus-Garten-Freizeit ab

Die Leipziger Messe hat zwei Veranstaltungen im Februar abgesagt. Betroffen sind die Messe Haus-Garten-Freizeit und die Mitteldeutsche Handwerksmesse.

Messebesucher der Haus-Garten-Freizeit im Februar 2015
2021 wird es keine Messe Haus-Garten-Freizeit in Leipzig geben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wie die Leipziger Messe GmbH mitteilte, ist eine weitere Planung wegen der Pandemie-Lage und der Verlängerung der Corona-Regeln nicht möglich. Die Messe habe zwar gezeigt, dass sie mit ihrem Hygienekonzept Veranstaltungen sicher durchführen könne. Man könne aber den Ausstellern und Partnern nicht mehr die nötige Planungssicherheit bieten. Die nächsten Auflagen der beiden abgesagten Messen sollen demnach im Februar 2022 stattfinden.

16:18 Uhr | Uneinigkeit über Hotel-Übernachtungen bei Familien-Weihnachtsbesuchen

Am Tag nach den Beschlüssen von Bund und Ländern ist noch unklar, ob Familienbesucher zu Weihnachten auch in Hotels oder Pensionen übernachten dürfen. Das Kanzleramt sagt nein, einige Länder planen aber offenbar anderes.

16:07 Uhr | Ab Freitag weniger Bahn-Reservierungen möglich

Als Reaktion auf die neusten Bund-Länder-Beschlüsse ändert die Deutsche Bahn ab Freitag ihr Reservierungssystem. Demnach können Fahrgäste in Großraumwagen nur noch einen Sitzplatz pro Doppelsitz reservieren. Der jeweilige Platz daneben bleibt für eine Reservierung gesperrt. Einzelreisenden werden automatisch Fenstersitzplätze zugewiesen.

Frau mit Mundschutzmaske sitzt in Zug
Vierergruppen-Plätze sind künftig nur noch für zwei Personen buchbar. Bildrechte: imago images / imagebroker

An den Tischen sind künftig nur sich schräg gegenüberliegende Plätze buchbar. In geschlossenen Abteilen mit sechs Sitzplätzen sind nur noch zwei Plätze reservierbar. Gemeinsam Reisende wie Familien und Paare können in Extra-Bereichen aber weiterhin nebeneinander liegende Sitzplätze reservieren.

Insgesamt bietet die Deutsche Bahn damit nur noch 60 Prozent der Sitzplätze zur Reservierung an. Eine Reservierungspflicht gibt es aber nicht. Der Bahn zufolge können auch weiterhin Fahrgäste ohne gebuchten Platz in den Zug steigen. Nach Angaben des Konzerns werden für den Weihnachtsverkehr zusätzliche Züge eingesetzt.

15:16 Uhr | Thüringen will Weihnachtsferien nicht verlängern

Im Gegensatz zu den anderen Bundesländern sollen in Thüringen die Weihnachtsferien wegen der Corona-Pandemie nicht verlängert werden. Demnach bleibt es im Freistaat bei dem ursprünglich geplanten Ferienzeitraum vom 23. Dezember bis 2. Januar.

Helmut Holter (Die Linke), Minister für Bildung, Jugend und Sport von Thüringen, spricht auf einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei.
Bildungsminister Holter will lediglich für ältere Jahrgänge sogenanntes Homeschooling durchsetzen. Bildrechte: dpa

Bildungsminister Helmut Holter plant allerdings ein sogenanntes Homeschooling für ältere Schüler. Laut dem Vorschlag des Linken-Politikers sollen Schüler ab der siebten Klassenstufe die zwei Tage vor Ferienbeginn und die Woche nach Ferienende zu Hause lernen. Schüler der Klassenstufen eins bis sechs sollen aber weiter im Präsenzunterricht betreut werden. Das Kabinett muss die Pläne allerdings noch beschließen. Außer Thüringen plant lediglich Bremen auch weiterhin keine Verlängerung der Weihnachtsferien. In allen anderen Bundesländern beginnen die Ferien am 19. Dezember.

14:53 Uhr | Bayern beschließt Quarantänepflicht für Tagestouristen ins Ausland

In Bayern sollen Wintersportler und andere Tagestouristen, die in ein Risikogebiet im Ausland reisen, nach ihrer Rückkehr verpflichtend in Quarantäne müssen. Das hat das Kabinett in München beschlossen. Eine Ausnahmeregelung für Aufenthalte unter 24 Stunden soll nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe gelten. Dazu zählen insbesondere Arbeit, Schule, Arztbesuche, familiäre Angelegenheiten und Geschäfte des täglichen Bedarfs.

14:02 Uhr | Faktencheck: Maskenkontrolle mit Hund?

Im Internet kursiert ein Video, dass bei einer angeblichen Maskenkontrolle in Düsseldorf aufgenommen wurde. Dabei springt ein Hund zwei Männer an. Kommen bei solchen Kontrollen auch Tiere zum Einsatz? MDR AKTUELL hat den Faktencheck gemacht:

13:58 Uhr | Österreich und Schweiz halten an Skisaison fest

Die Schweiz und Österreich wollen offenbar an der Skisaison festhalten. Ein Sprecher des Schweizer Tourismusverbands sagte, aus jetziger Sicht könne die Wintersaison sicher stattfinden. Auch Österreich lehnt eine Schließung der Skigebiete ab. Finanzminister Gernot Blümel sagte, falls Skilifte tatsächlich über die Weihnachtsferien stillstehen sollten, müsse die EU Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Wegen eines generellen Lockdowns sind die Skilifte in Österreich allerdings ohnehin bis zum 6. Dezember zu.

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte will Skigebiete angesichts der Corona-Pandemie mindestens bis zum 10. Januar geschlossen halten. In Frankreich sollen die Skilifte während der Festtage geschlossen bleiben, die Wintersportorte selbst aber offen sein.

13:27 Uhr | Landkreis Görlitz bittet um mehr Hilfe

Die Lage der Krankenhäuser im Landkreis Görlitz verschärft sich aufgrund der Corona-Pandemie immer mehr.

Landrat Bernd Lange sagte, die Region befinde sich in einer Krisensituation, die es seit den 1950er-Jahren nicht mehr gegeben habe. Durch 30 bis 40 Covid-19-Patienten pro Woche sei die medizinische Versorgung akut gefährdet. Kapazitäten für Patienten mit anderen Krankheiten seien nicht in ausreichendem Maße vorhanden.

Der Landkreis bat um weitere Unterstützung durch Bundeswehrsoldaten in den Krankenhäusern. Außerdem wurde ein Amtshilfeersuchen an die Landespolizei gestellt. Sie soll bei der Kontrolle der Coronaregeln helfen. Der Landkreis Görlitz gehört zu den Regionen mit den höchsten Corona-Infektionsraten in Deutschland.

13:09 Uhr | Massentest im Kreis Hildburghausen für Kinder

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat einen Massentest für Kinder und Jugendliche im Landkreis Hildburghausen angekündigt. Ramelow sagte in der ARD, ab Dienstag kommender Woche könnten sich alle Kinder und Jugendlichen testen lassen. Dann werde man zum ersten Mal wissen, wie sicher Schulen und Kindergärten wirklich seien. Der Landkreis Hildburghausen hat bundesweit die höchste Corona-Inzidenz bundesweit. Seit Mittwoch gelten deshalb weitreichende Beschränkungen. Schulen und Kindergärten sind bis auf Weiteres geschlossen.

12:34 Uhr | Polen legt neues Hilfsprogramm auf

Polen schnürt im Kampf gegen die Corona-Krise ein neues Hilfspaket für die Wirtschaft. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki sagte, es werde ein Volumen von umgerechnet bis zu neun Milliarden Euro haben. Man müsse der Wirtschaft in dieser schwierigen Situation unter die Arme greifen und sie auch bei der Bewältigung der Pandemie-Folgen im nächsten Jahr unterstützen, auch zum Erhalt von Arbeitsplätzen. Nach einer Erholung im Sommer wird die polnische Wirtschaft im vierten Quartal wahrscheinlich wieder in die Rezession rutschen.

11:40 Uhr | Einzelhandelsverband Sachsen fordert Staatshilfen

Der sächsische Einzelhandelsverband hat in der Corona-Krise weitere staatliche Hilfen gefordert. Hauptgeschäftsführer René Glaser sagte MDR AKTUELL, die Novemberhilfe sei derzeit nicht auf den Einzelhandel anwendbar. Auch die Überbrückungshilfe habe zu hohe Hürden. Das müsse geändert werden. Glaser beklagte, dass die finanziellen Unterstützungen für Einzelhändler bislang weitestgehend Darlehensprogramme seien. Viele Unternehmen könnten aber nicht noch mehr Darlehen aufnehmen.

11:32 Uhr | Wieder steigende Infektionszahlen in Südkorea

In Südkorea sind nach Angaben der Gesundheitsbehörden innerhalb von 24 Stunden 583 Corona-Neuinfektionen bestätigt worden. Das ist der höchste Stand seit März. Seit dieser Woche gelten daher in der Hauptstadt Seoul und den umliegenden Regionen strengere Abstandsregeln. Restaurants und Bars dürfen ab 21 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen, Clubs bleiben geschlossen.

11:14 Uhr | Auch Heiligenstadt sagt Weihnachtsmarkt ab

Als einer der letzten in Thüringen ist nun auch der Weihnachtsmarkt in Heiligenstadt endgültig abgesagt worden. Das teilte Bürgermeister Thomas Spielmann mit. Ursprünglich sollten einzelne Stände mit Holzkunst und Glühwein gestattet werden. Spielmann zufolge erlaubt die Pandemie-Situation das aber nicht. Mit Beleuchtung, Dekoration und Musik solle aber in der Innenstadt ein vorweihnachtliches Ambiente geschaffen werden.

11:07 Uhr | Moskau verlängert Selbstisolation für Risikogruppen

Die russische Hauptstadt Moskau verlängert den Zeitraum für eine empfohlene Selbstisolation. Bürgermeister Sergej Sobjanin sagte, Einwohner über 65 Jahre und Menschen, die zur Corona-Risikogruppe gehören, sollten über den Jahreswechsel hinaus bis zum 15. Januar strikt zu Hause bleiben. Die Infektionszahlen sind seit September in Russland stark gestiegen. Die Behörden verzichteten aber auf strenge Abriegelungen und erklärten, dass gezieltere Maßnahmen ausreichen sollten.

In einem Raum impoft eine Frau einen Mann, beide mit Mund-Nasen-Schutz. Im Hintergrund ein Fenster. Frau zum Arm des Manns gebückt, Perspektive leicht von unten.
Medizinisches Personal zuerst: Das galt auch in dieser Moskauer Klinik, als Anfang Oktober der umstrittene Corona-Impfstoff Sputnik-V geimpft wurde. Bildrechte: imago images / ITAR-TASS

11:00 Uhr | Finnland: "Besorgniserregende" Zunahme von Corona-Fällen

Die finnische Regierung warnt vor einer erheblichen Verschärfung der Corona-Lage im Land. Die Situation habe sich in den vergangenen Tagen rapide verschlechtert, sagt Ministerpräsidentin Sanna Marin. Die 14-Tage-Inzidenz der Infektionen pro 100.000 Einwohner lag in Finnland am Mittwoch bei 75,8 und damit auf dem zweitniedrigsten Niveau in Europa hinter Island. Der Regierung zufolge ist die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Tagen in einem besorgniserregenden Tempo gestiegen.

10:25 Uhr | Kretschmer: Stärkere Einschränkungen in Hotspots

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat für Regionen mit besonders hohen Corona-Infektionszahlen weitere Einschränkungen angekündigt. Kretschmer sagte dem MDR, das solle ab kommender Woche gelten. Unter anderem sei geplant, die Kontakte in den Regionen weiter einzuschränken. In der Öffentlichkeit solle das Trinken von Alkohol untersagt werden können. Zudem sollen die Bewohner in den betroffenen Gebieten ihre Wohnungen nur noch aus triftigem Grund verlassen – zum Einkaufen, zur Arbeit oder zur Schule. Die Einzelheiten will das sächsische Kabinett am Freitag beraten.

Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge liegt mit einer Inzidenz von 364 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen derzeit bundesweit an zweiter Stelle hinter dem Thüringer Landkreis Hildburghausen. Auch die sächsischen Kreise Zwickau, Bautzen und der Erzgebirgskreis gehören zu den 15 Landkreisen mit den höchsten Inzidenzen.

9:54 Uhr | Ramelow kritisiert Proteste in Hildburghausen

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat mit Unverständnis auf Corona-Proteste in Hildburghausen reagiert. Der Linken-Politiker sagte im ARD-Morgenmagazin, der Landkreis habe bundesweit die höchste Ansteckungsrate. Das Infektionsgeschehen sei diffus. Das Virus sei in der ganzen Bevölkerung. Deshalb seien Ausgangsbeschränkungen verhängt sowie Schulen und Kitas geschlossen worden. Ihm fehle jedes Verständnis, dass in genau dieser Stadt gestern Abend Hunderte Menschen auf dem Martkplatz protestiert, von Freiheit gerufen und andere bewusst gefährdet hätten.

Auch Bürgermeister Tilo Kummer (Linke) rief die Einwohner auf, sich an die verschärften Corona-Auflagen zu halten. Wenn die Fallzahlen durch die Proteste weiter hochgingen, sei alles umsonst gewesen, mahnte Kummer: "Wir bekommen Probleme, das Lebensnotwendige zu organisieren, wenn die Infektionszahlen weiter steigen." In Hildburghausen ist die Zahl der Coronafälle pro 100.000 Einwohner nach Daten des Robert-Koch-Instituts innerhalb von sieben Tagen auf über 600 gestiegen.

09:10 Uhr | Merkel: Wir brauchen eine Trendumkehr

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht angesichts der geltenden Corona-Beschränkungen einen ersten Erfolg. In einer Regierungserklärung im Bundestag sagte sie, die Kontakte seien seit Anfang November um 40 Prozent zurückgegangen. Das exponentielle Wachstum der Infektionszahlen sei gestoppt worden. Die Zahlen seien aber nach wie vor sehr hoch, der Erfolg sei noch nicht nachhaltig. Es gebe noch keine Trendumkehr nach unten. Deshalb wären Lockerungen nicht verantwortbar. Die Kontaktbeschränkungen würden im Dezember fortgeführt und sollten an einigen Stellen nachgeschärft werden.

08:12 Uhr | Erfurter Schule testet selbstgebaute Lüftungsanlage

Am Heinrich-Hertz-Gymnasium in Erfurt wird jetzt eine selbstgebaute Lüftungsanlage getestet. Wie die Stadt mitteilte, haben kommunale Handwerker die kostengünstige Anlage mit Material aus dem Baumarkt gebaut und in einem Klassenraum installiert. Die Materialkosten lagen demnach bei 300 Euro. Die Bauanleitung für die Do-it-yourself-Lüftung hatte das Max-Planck-Institut im Internet veröffentlicht.

Nach Aussage der Wissenschaftler können mit der Anlage bis zu 90 Prozent der Aerosole mit Hilfe von Auffang-Schirmen und Rohren aus der Raumluft gefiltert werden. In den nächsten drei Wochen wird in der Schule nun die Alltagstauglichkeit des Luftfilters geprüft. Dabei soll getestet werden, wie laut die Anlage ist oder ob die Klassenräume beim Betrieb abkühlen.

07:55 Uhr | Thüringen: Noch keine Entscheidung zu Ferienbeginn

In Thüringen soll das Kabinett entscheiden, ob die Weihnachtsferien wie in anderen Bundesländern vorgezogen werden sollen. Das sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow. In Thüringen beginnen die Weihnachtsferien regulär am 23. Dezember. Ramelow zufolge haben sich Bund und Länder am Mittwoch aber verständigt, dass der 18. Dezember der letzte Schultag sein solle. Ramelow betonte, er habe bei diesem Thema zu Protokoll gegeben, dass er "noch keine Vollmacht habe, eine Entscheidung vorwegzunehmen". Der Thüringer Lehrerverband hatte zuvor gefordert, die Weihnachtsferien im Freistaat zu verlängern.

07:42 Uhr | Viel Kritik an Corona-Maßnahmen

Der Bundesverband der Ärzte sieht die Lockerung der Kontaktbeschränkungen über die Weihnachtsfeiertage kritisch. Verbandschefin Ute Teichert sagte der "Rheinischen Post", aus medizinischer Sicht mache das keinen Sinn. Das Virus nehme keine Rücksicht auf Weihnachten. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte, die Beschlüsse von Bund und Ländern schafften noch keine ausreichende Sicherheit für Risikogruppen. Pflegebedürftige, Klinikpatienten, Angehörige und Personal würden weiterhin nicht mit täglichen Schnelltests zusätzlich geschützt.

Auch der Lehrerverband nannte die Maßnahmen nicht weitgehend genug. Verbandschef Heinz-Peter Meidinger sagte, er hätte sich Maskenpflicht im Klassenzimmer schon ab der 5. Klasse gewünscht und bei hohen Inzidenzen auch für Grundschüler. Der Präsident des Industrieverbands BDI, Dieter Kempf, kritisierte, die Beschlüsse böten noch keine ausreichende Planungssicherheit für die Wirtschaft.

06:49 Uhr | Mehr als 2.400 Tote binnen 24 Stunden in den USA

In den USA sind binnen 24 Stunden 2.439 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Das teilte die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore mit. Das sei der höchste Anstieg seit sechs Monaten. Bereits am Vortag hatte die Zahl der Todesfälle kurz vor dem wichtigen Familienfeiertag Thanksgiving bei mehr als 2.000 gelegen. Die Zahl der Neuinfektionen lag bei fast 200.000. Insgesamt haben sich bislang mehr als 12,7 Millionen US-Bürger mit dem Coronavirus infiziert.

06:44 Uhr | Haseloff gegen Fixierung auf zwei Hausstände

Sachsen-Anhalt will bei den weiterhin geltenden Kontaktbeschränkungen eigene Wege gehen. Ministerpräsident Reiner Haseloff kündigte am Mittwochabend nach der Videokonferenz der Regierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel an, auf die Einschränkung auf maximal zwei Haushalte verzichten zu wollen. Er sagte, die Fixierung auf Hausstände sei schwer zu fassen und entspreche nicht der Lebensrealität vieler Menschen im Land. Welche Regelungen konkret gelten sollen, will das schwarz-rot-grüne Kabinett in Sachsen-Anhalt am Freitagnachmittag in einer Video-Schalte beschließen.

06:21 Uhr | Altmaier für verkaufsoffene Sonntage

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat angeregt, im kommenden Jahr mehr verkaufsoffene Sonntage zu gestatten. Der CDU-Politiker sagte der "Bild"-Zeitung, damit könnten die diesjährigen Umsatzausfälle wieder reingeholt werden. Er habe alle Landesregierungen und Kommunen gebeten, mit den Öffnungszeiten möglichst großzügig zu sein.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 26. November 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt unterhalb.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. November 2020 | 06:00 Uhr

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