Coronavirus-Pandemie Ticker: Zusätzlicher Impfstoff für Deutschland

Deutschland bekommt zusätzlich fünf Millionen Dosen Impfstoff. Die britische Coronavirus-Mutation hat Sachsen erreicht. Die Polizei will die neue Ein-Personen-Regelung für Privatkontakte nicht ohne konkrete Hinweise kontrollieren. ARD und ZDF senden mehr Schulfernsehen im TV und Internet. Die aktuellen Entwicklungen zur Pandemie in unserem Coronavirus-Ticker.

Drei Ampullen mit Impfstoff, davor eine Spritze
Der Corona-Impfstoff von Biontech-Pfizer muss bei -70 Grad gekühlt werden. Bildrechte: imago images/Laci Perenyi

Unser Ticker am Donnerstag, 7. Januar 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:55 Uhr | Deutschland bekommt zusätzlichen Impfstoff

Deutschland wird über EU-Verträge zusätzliche fünf Millionen Impfdosen der Firma Biontech bekommen. Das Bundesgesundheitsministerium ging bislang von 55 Millionen Dosen aus, nun werden gut 60 Millionen Impfdosen erwartet. Grund dafür ist, dass nicht alle EU-Partner den ihnen zustehenden Anteil abnehmen wollen. Zusammen mit den 30 Millionen Dosen aus bilateralen Vereinbarungen kommt Deutschland nach Ministeriumsangaben damit nun auf rund 90 Millionen Impfdosen von Biontech-Pfizer. Dazu kommen noch Bestellungen bei anderen Herstellern.

20:48 Uhr | Umfrage sieht wachsende Impfbereitschaft

Eine Mehrheit der Bürger ist bereit, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Im neuen ARD-Deutschlandtrend gaben 54 Prozent der Befragten an, das auf jeden Fall zu tun. Das sind 17 Prozentpunkte mehr im Vergleich zum November. Demnach haben vor allem Ältere bis 65 Jahre ihre Zurückhaltung aufgegeben. Jüngere sind vergleichsweise weniger offen für eine Immunisierung gegen Covid-19. Auch die Unterstützung für strengere Maßnahmen steigt demnach. Mitte Dezember hatten 16 Prozent gesagt, die Einschränkungen gingen nicht weit genug. In der neuen Umfrage sind es 30 Prozent. Doch auch die Zahl der Lockdown-Gegner legte leicht auf 17 Prozent zu. Befragt wurden 1.020 Wahlberechtigte vor dem Bund-Länder-Beschluss am Dienstag.

20:25 Uhr | Speziallack an Bussen gegen Corona

Wegen der Pandemie fahren immer weniger Menschen Bus und Bahn. In Coronazeiten ist das auch gewünscht. Im Landkreis Leipzig werden nun etwa 150 Busse mit einem Speziallack behandelt, um das Infektionsrisiko zu senken. Wie funktioniert das? Reporter Stefan Ganß berichtet aus Deuben.

19:41 Uhr | Mehrere Ansteckungen mit Corona-Mutation in Frankreich

Die britische Coronavirus-Variante zirkuliert wohl auch in Frankreich. Das Gesundheitsministerium informierte über zwei "gefährliche Cluster" in den Regionen Bretagne und Île-de-France. Für ein Cluster lasse sich keine Verbindung mit Großbritannien feststellen. Es seien strikte Quarantänemaßnahmen ergriffen worden. Insgesamt sind in Frankreich 22 Infektionenfälle mit mutierten Coronaviren bestätigt. Drei Fälle sind demnach auf eine zweite Mutation zurückführen, die in Südafrika entdeckt wurde.

18:55 Uhr | Virusmutation in Sachsen nachgewiesen

In Sachsen ist erstmals die neue Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Das teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Mutation sei bei einer Person aus Dresden aufgetreten, die aus Großbritannien zurückgekehrt sei. Auch Bayern meldete zwei Ansteckungen mit dem mutierten Virus, das seit Wochen in Großbritannien grassiert. In beiden Fällen handelt es sich um Reiserückkehrer von der Insel. Am Mittwoch war in Bayern der erste Fall offiziell bestätigt worden. Nach bisherigen Erkenntnissen verbreitet sich die mutierte Sars-CoV2-Variante schneller, führt aber offenbar etwas seltener zu schweren Krankheitsverläufen.

18:25 Uhr | Ramelow bedauert Zögern im November

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow bedauert seinen früheren Widerstand gegen härtere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Der Linken-Politiker sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", er ärgere sich heute, dass er "im November innerlich nicht bereit war zu sagen: Den Dezember mit seinen vielen Feiertagen nutzen wir bundesweit für eine Generalpause." Alles, was nicht lebensnotwendig oder systemisch ist, hätte vier Wochen lang angehalten werden müssen. Die permanente Verlängerung von Einzelmaßnahmen, die aber nicht zum Austrocknen des Virus führen, sei ein "teurer und falscher Weg", sagte Ramelow. Die soziale und gesamtwirtschaftliche Balance stimme nicht mehr. Die Hoffnung, mildere Mittel genügten zur Besserung der Lage, habe sich als falsch erwiesen.

Im Sommer und Herbst hatte sich Ramelow gegen stärkere Einschränkungen gewandt. Jetzt sagt Ramelow: "Die Kanzlerin hat es immer wieder in aller Deutlichkeit gesagt, aber im Kreise der Ministerpräsidenten wollte man es nicht so recht hören - auch ich nicht." Er habe Merkels Mahnungen "als Belästigung empfunden".

Die Kanzlerin hatte Recht und ich hatte Unrecht.

Bodo Ramelow, MP in Thüringen

18:05 Uhr | Erster Kreis in Meck-Pomm mit Inzidenz über 200

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat als erster Kreis in Mecklenburg-Vorpommern die kritische Marke von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Die Gesundheitsbehörden meldeten am Donnerstag eine Inzidenz von 220,9. Mit der Einstufung als Hochrisikogebiet sind weitere Einschränkungen verbunden. Der Landkreis ist mit 5.500 Quadratkilometern der größte Kreis Deutschlands, aber mit 275.000 Bewohnern sehr dünn besiedelt.

17:38 Uhr | Tiefensee sieht Problem bei Auszahlung von Coronahilfen

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee hat Probleme bei der Auszahlung der Coronahilfen für Unternehmen eingeräumt. Der SPD-Politiker sagte MDR THÜRINGEN, die Überbrückungsgelder seien zügig geflossen. Doch es gebe Verzug bei den November- und Dezemberhilfen. Laut Thüringer Aufbaubank können die Anträge erst ab kommender Woche bearbeitet werden, weil der Bund die dafür nötige Software erst am 10. Januar bereitstelle. Bislang gab es demnach lediglich Abschläge. Tiefensee warb um Verständnis. Die Bundesregierung müsse die Hilfen regelkonform auszahlen, es gehe um große Beträge. Zuvor hatten mehrere Thüringer Wirtschaftsverbände die verzögerte Auszahlung kritisiert.

17:15 Uhr | Vierschanzen-Trophäe für fünfstellige Summe versteigert

Der DDR-Skispringer Manfred Deckert hat seinen Siegesadler von der Vierschanzentournee 1981/82 bei Ebay für 12.750,99 Euro versteigert. Der 59-Jährige will das Geld unter anderem sozialen Einrichtungen spenden. Deckert ist heute Oberbürgermeister der Stadt Auerbach im Vogtland und ehrenamtlicher Präsident des VSC Klingenthal. Er hatte vor der Versteigerung gesagt: "Ich möchte Leuten in meinem Umfeld, denen es durch die Corona-Krise finanziell nicht so gut geht, etwas unter die Arme greifen."  

17:00 Uhr | Kekulé gegen Corona-Impfung für Kinder

Der Virologe Alexander Kekulé hält eine Corona-Impfung bei Kindern derzeit nicht für notwendig. Kekulé sagte im Podcast von MDR AKTUELL, Kinder seien durch die Infektion weniger gefährdet als Erwachsene. Da sei fraglich, ob eine Impfung mit einem komplett neuen Wirkstoff etwas bringe. Kekulé verwies darauf, dass die bisher verfügbaren Impfstoffe noch nicht für Kinder zugelassen seien. Der Verband der Kinder- und Jugendärzte hatte gefordert, Kinder schnellstmöglich gegen Covid-19 zu impfen. Sie hätten es seit Beginn der Pandemie besonders schwer.

16:33 Uhr | Kinderpsychologe sieht keine "verlorene Generation"

Der Präsident der deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Michael Kölch, hat davor gewarnt, die Folgen der Corona-Pandemie für Kinder zu dramatisieren. Kölch sagte MDR AKTUELL, Kinder seien extrem lern- und anpassungsfähig. Deshalb dürfe man jetzt kein Katastrophenszenario entwickeln. Ganz entscheidend sei der Umgang der Erwachsenen mit der belastenden Situation und welche Unterstützung die Kinder bekämen. Wenn Eltern aber deutliche Veränderungen bei ihrem Kind bemerkten, sollten sie sich nicht scheuen, Hilfe zu suchen.

16:12 Uhr | Keine anlasslose Kontrolle der Ein-Personen-Regelung

Die Polizei wird die Ein-Personen-Regel bei privaten Treffen nicht ohne Anlass kontrollieren. Der Bundeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sagte dem Portal "Watson", die Polizei sei auf die "Unterstützung der Bevölkerung" angewiesen, um diese neue Regel durchzusetzen. Verstöße gegen die Ein-Personen-Regelung könnten in privaten Haushalten nur bei konkreten Hinweisen überprüft werden. Es sei "nicht damit zu rechnen", dass die Polizei anlasslos in Privathaushalten Kontrollen durchführe. Das gelte auch für Ordnungsbehörden.

15:53 Uhr | WHO besorgt über Lage in Europa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist besorgt angesichts der Ausbreitung einer besonders ansteckenden Variante des Coronavirus und der steigenden Ansteckungszahlen in Europa. Die europäischen Staaten müssten noch größere Anstrengungen im Kampf gegen das Virus unternehmen, forderte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge. Er sprach von einer "alarmierenden Lage". In Großbritannien seien bereits die Klinikbetten für Corona-Patienten knapp. Konkret forderte er, die allgemein bekannten Maßnahmen wie Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen nochmals zu intensivieren.

15:18 Uhr | Braun mahnt Länder zur Disziplin

Kanzleramtschef Helge Braun appelliert an die Bundesländer, die Corona-Beschlüsse konsequent umzusetzen. Der CDU-Politiker sagte, ansonsten drohe ein deutlich längerer Lockdown. Braun spielte darauf an, dass Länder wie Niedersachsen und Baden-Württemberg bereits Mitte des Monats Grundschulen teilweise wieder öffnen wollen. Er habe die große Sorge, dass bei Lockerungen der Infektionsschutzmaßnahmen die Zahl der Fallzahlen bis Ende Januar nicht ausreichend sinken werde. Zudem verwies er auf die Virus-Mutationen in Großbritannien.

14:52 Uhr | Vier Corona-Fälle beim Biathlon-Weltcup in Oberhof

Vor Beginn des Biathlon-Weltcups am Freitag in Oberhof gab es vier positive Corona-Tests in den Teams. IBU-Sportdirektor Felix Bitterling zufolge musste damit gerechnet werden, dass nach der Weihnachtspause der eine oder andere Fall auftreten wird. Man könne darauf jedoch frühzeitig reagieren. Derzeit laufe die Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt über Konsequenzen. Seit Saisonstart des Biathlon-Weltcups Ende November gab es insgesamt 18 Corona-Fälle. 

14:35 Uhr | Polizei stoppt Hüttenparty

Die Polizei hat im Allgäu eine illegale Hütten-Party mit mehr als 20 Gästen aufgelöst. Spaziergänger meldeten die Feier am Freitagabend in Nesselwang im Landkreis Ostallgäu wegen lauter Musik. Doch die Beamten kamen nicht zu der Hütte, weil die einzige Zufahrtsstraße mit einem Auto blockiert war. Die Polizisten besorgten sich daraufhin einen Motorschlitten . Als sie die Hütte erreichten, versteckten sich viele inzwischen gewarnten Partygäste im nahen Wald. Trotzdem wurden mehr als 20 Gäste ermittelt, die nun Bußgelder zahlen müssen.

14:00 Uhr | Öffentlich-rechtliche Sender bauen Schulfernsehen aus

Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF wollen ihr Angebot an Schulsendungen erweitern. Die ARD plant, ab dem 11. Januar auf dem Bildungskanal ARD-alpha eine Sendung namens "Schule daheim" auszustrahlen. Für drei Stunden an den Werktagen werden dann Lernformate für alle Schularten und Fächergruppen gesendet. Bereits am Sonntag startet zudem eine neue Version des Youtube-Bildungskanals "Alphalernen".

Der MITTELDEUTSCHE RUNDFUNK plant voraussichtlich noch im Januar neue Folgen des "Home-Schooling"-Formats "#gernelernen". Die Bildungsangebote aus dem ersten Lockdown sind auch weiterhin abrufbar.

Speziell für ältere Schülerinnen und Schüler gibt es zum Thema Medienkompetenz zusätzliche Lerninhalte auf der Online-Plattform des Projekts "So geht Medien" von ARD, ZDF und Deutschlandradio.

13:30 Uhr | Mobilität über Feiertage deutlich gesunken

Die Regeln zur Kontaktreduzierung in der Corona-Pandemie haben die Mobilität der Deutschen über Weihnachten und Silvester deutlich reduziert. Das geht aus einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes hervor, bei der Mobilfunkdaten ausgewertet wurden. Demnach gab es einen bundesweiten Rückgang über die Weihnachtstage um 14,6 Prozent. An Silvester ging die Mobilität im Vergleich zum Vorjahr sogar um 57 Prozent zurück.

Nach Einschätzung des Bundesamts verzichteten die Bürger wegen der Kontaktbeschränkungen vor allem auf den Besuch weiter entfernter Verwandter und auf Urlaubsreisen. Den erheblichen Rückgang der Mobilität in der Silvesternacht erklärte es durch das bundesweite Versammlungs- und Feuerwerksverbot, das in etlichen Regionen zudem auch noch durch nächtliche Ausgangssperren ergänzt worden war.

13:15 Uhr | Ärzte warnen vor Covid-Spätfolgen

Ärzte warnen vor Spätfolgen einer Covid-19-Erkrankung. Der Leiter der Uni-Klinik Jena, Andreas Stallmach, sagte, die Hälfte der Patienten mit einem schweren Verlauf litten nach ihrem Krankenhausaufenthalt weiter unter Luftnot, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen oder Durchfall. Bei Patienten, die zu Hause geblieben seien, klage jeder Fünfte über Spätfolgen.

Der Mediziner betonte, auch Patienten mit einem leichteren Verlauf könnten Komplikationen entwickeln. Außerdem seien alle Altersstufen betroffen. So sei der jüngste Patient der Post-Covid-Ambulanz am Jenaer Uniklinikum 17 Jahre alt und der älteste 81 Jahre.

13:00 Uhr | Platzverweise gegen Langsamfahrer

Die Thüringer Polizei hat am Mittwoch auf den Autobahnen mehrere Fahrzeuge kontrolliert, die besonders langsam fuhren. Ein Sprecher teilte mit, dass in 13 Fällen Platzverweise ausgesprochen wurden. Derzeit werde geprüft, ob Verstöße gegen die Corona-Verordnung vorlägen.

Im Internet hatten Anhänger der "Querdenken"-Bewegung dazu aufgerufen, den Verkehr auf wichtigen Autobahnabschnitten gezielt zu behindern. In Thüringen wurden Fahrzeuge am Hermsdorfer Kreuz, am Erfurter Kreuz und am Gisperslebener Kreuz kontrolliert. Sie fuhren teilweise nur 30 Stundenkilometer.

12:20 Uhr | Flugverkehr durch Pandemie mehr als halbiert

Die Corona-Krise hat den Flugverkehr in Deutschland mehr als halbiert. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) teilte mit, sie habe 2020 insgesamt 1,46 Millionen Starts, Landungen und Überflüge kontrolliert und damit rund 56 Prozent weniger als im Vorjahr. Dieses Niveau sei so niedrig wie vor der Wiedervereinigung Ende der 80er-Jahre.

Die Reisebeschränkungen im Kampf gegen die Pandemie hätten vor allem den Passagierverkehr getroffen, erklärte DFS-Betriebsgeschäftsführer Dirk Mahns. Die beiden großen Drehkreuze Frankfurt am Main und München hätten die größten Verluste verzeichnet.

Bei Frachtflügen hingegen seien die Einbußen nur gering gewesen, erklärte Mahns weiter. Am Flughafen Halle/Leipzig, der einen hohen Frachtanteil hat, gab es daher nur 18 Prozent weniger An- und Abflüge.

11:55 Uhr | Tschechien verlängert Lockdown

Tschechien hat die bestehenden Lockdown-Maßnahmen vorerst bis zum 22. Januar verlängert. Dem tschechischen Gesundheitsminister Jan Blatny zufolge seien auch weitere Verschärfungen nicht ausgeschlossen.

In Tschechien dürfen sich derzeit maximal zwei Personen in der Öffentlichkeit treffen. Des Weiteren sind Geschäfte des nicht-alltäglichen Bedarfs, Hotels, Restaurants und Kultureinrichtungen geschlossen und es gilt eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 Uhr und 5 Uhr.

11:45 Uhr | WHO Europa sieht Wendepunkt im Pandemie-Verlauf

Das Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Europa sieht den Kontinent zum Start ins neue Jahr an einem wichtigen Punkt im Kampf gegen das Coronavirus. "Dieser Moment stellt einen Wendepunkt im Verlauf der Pandemie dar", sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge.

Man habe mittlerweile deutlich mehr Erkenntnisse und neue Werkzeuge wie Impfstoffe zur Verfügung. Gleichzeitig gebe es aber auch neue Herausforderungen wie ansteckendere Varianten des Virus. Wissenschaft, Politik und andere müssten eine Allianz bilden, um Corona zurückzudrängen, appellierte Kluge.

11:20 Uhr | Sachsen: Bisher keine konkreten Radius-Kontrollen

In Sachsen ist die eingeschränkte Bewegungsfreiheit auf einen 15-Kilometer-Radius bislang nicht flächendeckend kontrolliert worden. Das teilte das sächsische Innenministerium mit. Die Polizei habe zumeist die Einhaltung dieser speziellen Regelung in ihre normale Kontrolltätigkeit eingebaut, sagte eine Sprecherin in Dresden. Bisher wurde nicht an den Autobahnen oder Bundesstraßen kontrolliert.

Die Ausnahme bildeten die Wintersportgebiete. Dort wurde in den vergangenen Tagen gezielt auf Parkplätzen und Zufahrtsstraßen die Einhaltung der Corona-Regeln überprüft. Die Kontrollen werden nach Angaben der Polizeidirektionen Chemnitz und Zwickau nun täglich erfolgen.

In Sachsen gelten seit dem 14. Dezember strengere Corona-Maßnahmen. Dazu zählt eine Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer. Das heißt, man darf sich maximal 15 Kilometer von der eigenen Wohnung entfernen, um Einkaufen zu gehen oder Sport zu machen.

11:00 Uhr | Großbritannien kündigt neuen Maßnahmen für Einreisen an

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, will Großbritannien neue Maßnahmen an seinen Grenzen einführen. Die Vorschriften würden in den nächsten Tagen verkündet, sagte die britische Innenministerin, Priti Patel, dem Sender BBC. Patel zufolge sollten Reisen nur noch unter strengen Regeln stattfinden.

Am Donnerstagabend wird sich Premierminister Boris Johnson auch zur Corona-Lage äußern. Er hatte zuletzt Maßnahmen angekündigt, die sicherstellen sollen, dass Einreisende auf das Coronavirus getestet werden. Im Gespräch ist die Pflicht, an der Grenze ein negatives Testergebnis vorzulegen. Ausgenommen sein sollen demnach Lastwagenfahrer.

10:30 Uhr | Notstand in Tokio ausgerufen

Japans Ministerpräsident Yoshihide Suga erklärt wegen der Corona-Krise den Notstand in der Hauptstadt Tokio und drei angrenzenden Bezirken. Dieser gelte vom 8. Januar bis 7. Februar, sagt der Regierungschef.

Grund ist der rasante Anstieg von Neuinfektionen in der Hauptstadt Japans. Erstmals wurden binnen eines Tages mehr als 2.000 Fälle registriert, wie japanische Medien berichteten. Erst am Vortag war die Zahl erstmals über die Marke von 1.500 Fällen geklettert. Damit ist die Zahl der Neuinfektionen auf einen neuen Rekordwert gestiegen.

10:00 Uhr | 63 Millionen Euro Novemberhilfen in Thüringen beantragt

Thüringer Unternehmen haben rund 63 Millionen Euro an Novemberhilfe beantragt. Allein für dieses Programm seien etwa 4.400 Anträge eingegangen, teilte das Wirtschaftsministerium in Erfurt mit.

Für rund 85 Prozent der Direktanträge und rund 97 Prozent der Anträge über Steuerberater seien bereits Abschlagszahlungen an Unternehmen und Selbstständige geflossen, gab das Wirtschaftsministerium an. Die Abschlagszahlungen für die Dezemberhilfe liefen seit dem 4. Januar.

09:45 Uhr | Kritik an Kontakbeschränkungen für Kinder

Der Kinderschutzbund kritisiert, dass Kinder unter 14 Jahren nicht wie bisher von den Corona-Kontaktbeschränkungen ausgenommen bleiben. Der Präsident des Bundesverbandes, Heinz Hilgers, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, Kinder bräuchten für ihre Entwicklung Gleichaltrige.

Auch für Eltern bedeute die Verschärfung eine Katastrophe. Viele seien bei der Betreuung ihrer Kinder auf Hilfe aus der Familie oder von Nachbarn angewiesen. Das werde durch die neuen Regeln aber teilweise unmöglich gemacht. Nach dem Beschluss von Bund und Ländern dürfen sich Menschen einen Hausstandes künftig nur noch mit einer weiteren Person treffen.

09:20 Uhr | Industrieaufträge im November vier Prozent über Vorkrisenniveau

Die Auftragslage von Deutschlands Industrie hat im November trotz des Teillockdowns vier Prozent über dem Vorkrisenniveau gelegen. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Aus dem Inland kamen den Angaben zufolge 1,6 Prozent mehr Aufträge als im Oktober und aus dem Ausland rund drei Prozent mehr. Vor allem aus der Eurozone kamen demnach deutlich mehr Aufträge.

08:45 Uhr | Bundesweit über 360.000 Impfdosen verabreicht

Bisher wurden bundesweit 367.331 Impfdosen verabreicht. Das geht aus der Impftabelle des Robert Koch-Instituts hervor. Demnach wurden in Sachsen-Anhalt schon 17.000 Impfdosen verabreicht und in Sachsen 11.000.

In Thüringen geht das Impfen hingegen nur langsam voran. Hier wurden bisher 3.700 Impfdosen verabreicht. Einen Anstieg erwartet man ab dem 13. Januar, wenn die ersten Impfzentren in Thüringen öffnen. In Sachsen und Sachsen-Anhalt öffnen die Impfzentren bereits am 11. Januar.

08:20 Uhr | Patientenschützer fordern Pflicht-Tests für Pflegekräfte

Patientenschützer fordern verpflichtende Corona-Tests für alle Pflegekräfte vor jeder Schicht. Der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, Pflegekräfte schleppten das Virus oft von außen ein, ohne es zu wissen. Es dürfe aber nicht sein, dass Pflegebedürftige durch das Personal gefährdet würden. Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, appellierte an Pflegekräfte, sich impfen zu lassen.

08:00 Uhr | Coronavirus erhöht Sterblichkeit für Ältere

Deutschland verzeichnet in der Corona-Pandemie einen Anstieg der Sterblichkeit bei älteren Menschen. Das geht aus Zahlen zur Sterblichkeit hervor, die das ifo Institut in Dresden untersucht hat. Demnach seien vor allem die Altersgruppen von 60 bis 79 und von 80 und höher betroffen.

Der stellvertretende Leiter der Dresdner ifo Niederlassung, Joachim Ragnitz, erklärte: "Für die jüngeren Altersgruppen dagegen haben die staatlichen Maßnahmen funktioniert. Ihre Sterblichkeitsrate war bis in den November nicht höher als üblich."

Beispielsweise gehörten im Zeitraum vom 7. bis 13. Dezember rund 69 Prozent der Menschen, die an oder mit dem Coronavirus gestorben sind, der Altersgruppe 80 Jahre und älter an. Rund 28 Prozent der Toten kamen aus der Gruppe der 60- bis 79-Jährigen.

07:30 Uhr | Cyberangriff auf Thüringer Impfportal

Auf das Thüringer Impfportal hat es kurz nach dem Start einen Cyber-Angriff gegeben. Das bestätigte das Gesundheitsministerium in Erfurt. Demnach wurde das Online-Portal am 30. Dezember konzentriert mit fast 160.000 Anfragen geflutet und so der Server überlastet.

Personen, die wirklich einen Termin buchen wollten, hätten dadurch keinen Bestätigungslink per Mail erhalten. Gebuchte Termine ohne Bestätigung innerhalb von 24 Stunden seien verfallen. Betroffen waren nach Angaben des Ministeriums mehrere hundert Menschen. An diese Personen sei nun eine neue Mail mit einem Exklusivzugang verschickt worden.

07:15 Uhr | Mehr als 26.000 Neuinfektionen und 1070 Tote

Deutschlandweit haben die Gesundheitsämter am Mittwoch 26.512 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet. Das geht aus Daten des Risklayer-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie hervor. Damit liegt der 7-Tage-Schnitt bei 17.321. Außerdem wurden 1.070 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut bekannt gab. Wegen der Feiertage sind die Daten aber unvollständig.

Die sächsischen Gesundheitsämter haben gestern 3.497 neue Coronafälle gemeldet. In Thüringen wurden 1.335 Neuinfektionen gemeldet und in Sachsen-Anhalt 1.113.

07:00 Uhr | Wirtschaftsverbände kritisieren "#wirmachenauf"-Aktion

Wirtschaftsverbände in Sachsen und Sachsen-Anhalt lehnen eine Beteiligung an der Aktion "#wirmachenauf" ab. Bei der Aktion aus Krefeld planen Einzelhändler, Gastronomen, Fitnesstrainer und Friseure, trotz Lockdown am 11. Januar wieder für Kundschaft zu öffnen.

Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Sachsen, René Glaser, sagte MDR AKTUELL, die Aktion verdeutliche zwar, wie verzweifelt viele Unternehmen derzeit seien. Dennoch müsse man sich an Recht und Gesetz halten. Ähnlich äußerte sich der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands in Sachsen-Anhalt, Michael Schmidt.

Auch die Mitbegründerin der Protest-Initiative "Leere Stühle", Kathleen Parma, lehnte eine Beteiligung an der Protest-Aktion ab. Wenn man das tue, würde man sich strafbar machen.

06:45 Uhr | Curevac und Bayer vereinbaren globale Partnerschaft

Der Tübinger Impfstoffentwickler Curevac und das Pharmaunternehmen Bayer vereinbaren eine globale Partnerschaft. Darüber berichtete die "Bild" am Morgen. Demnach soll Bayer dabei helfen, für den Curevac-Impfstoff schnellstmöglich internationale Zulassungen zu beantragen, um ihn weltweit zur Verfügung stellen zu können.

Geplant sei die Produktion von mehreren Hundert Millionen Dosen des Impfstoffs, sobald die Arzneimittelbehörden die Zulassung erteilt hätten. Das Modell ähnele der Allianz zwischen dem Mainzer Impfstoffentwickler Biontech und dem US-Pharmaunternehmen Pfizer.

06:30 Uhr | Besuchsverbot an Berliner Charité

Die Berliner Charité hat von Donnerstag an ein striktes Besuchsverbot verhängt. Es solle bis Ende des Monats gelten, erklärte ein Sprecher. Grund sei die anhaltend angespannte Lage. Mit dem Besuchsverbot versuche man mögliche Infektionswege von außen in die Kliniken zu verhindern. Ausgenommen seien allein Besuche bei Kindern unter 16 Jahren und Schwerstkranken.

Die Charité erlebe derzeit eine nie gekannte Belastung von Ärzten und Pflegepersonal, hieß es weiter. Deshalb habe der Vorstand auch das Notfallprogramm, das seit Mitte Dezember in Kraft ist, nochmals verlängert, und zwar bis zum 22. Januar.

06:15 Uhr | Ärzte fordern rasche Impfungen auch für Kinder

Deutschlands Kinderärzte fordern schnellstmögliche Corona-Impfungen für Kinder, damit Kitas und Schulen wieder geöffnet werden können. Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", Kinder und Jugendliche hätten es von Beginn der Pandemie an besonders schwer.

Dass sie auch beim Impfen hinten anstünden und Schulen deswegen weiter dichtblieben, sei doppelt bitter. Er erwarte deshalb mehr Tempo beim Impfen für Kinder. Fischbach zufolge braucht es so schnell wie möglich auch geeignete Vakzine für Kinder und Jugendliche. Daher sollte Testung und Zulassung mit Hochdruck vorangetrieben werden.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 7. Januar 2021

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Januar 2021 | 06:00 Uhr

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