Coronavirus-Pandemie Ticker: Impfbereitschaft der Bundesbürger steigt

Die Impfbereitschaft der Deutschen ist laut ARD-Deutschlandtrend weiter gestiegen. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen räumt Versäumnisse bei Impfstoffen ein. Die Gaststättenbranche begrüßt den Koalitionsbeschluss zur Mehrwertsteuer. Die Bundesdruckerei verneint Verzögerungen bei der Herstellung von FFP2-Gutscheinen. In Sachsen-Anhalt wurden 320 Polizisten vorfristig geimpft. Der Deutsche Ethikrat ist gegen Lockerungen für Geimpfte. Alle Entwicklungen zur Pandemie hier im Ticker:

Unser Ticker am Donnerstag, 4. Februar 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:17 Uhr | Corona führt zu Überschüssen auf Großmärkten

Viele Großküchen sind derzeit geschlossen. Deshalb setzen die Händler weniger Lebensmittel ab. Das macht sich vor allem auf den Großmärkten bemerkbar, wie zum Beispiel in Leipzig.

21:06 Uhr | Sachsen-Anhalts Landtag verlängert Pandemie-Lage

In Sachsen-Anhalt hat der Landtag die pandemische Lage um weitere drei Monate verlängert. Bei der Abstimmung im Parlament votierten die Abgeordneten der Koalition aus CDU, SPD und Grünen sowie jene der Linken dafür. Die AfD stimmte dagegen.

Die Feststellung der Pandemie-Lage ermöglicht es den Kommunalparlamenten, Beschlüsse auch per Videokonferenz zu fassen. Zudem werden einige strenge Haushalts-Auflagen für Städte, Gemeinden und Landkreise gelockert. Erstmals war die Pandemie-Lage im November ausgerufen worden. Sie gilt jeweils für drei Monate.

20:50 Uhr | Ethikrat für Lockerungen in Heimen nach Impfung

Der Deutsche Ethikrat hat sich gegen Vorteile für Geimpfte ausgesprochen. Mit einer Ausnahme: In Pflege- und Altenheimen, in denen die meisten Bewohner geimpft sind, sollten besonders strikte Kontaktbeschränkungen aufgehoben werden.

20:43 Uhr | Nahverkehrsbetriebe setzen auf Bund und Länder

Die Corona-Krise hat dem öffentlichen Nahverkehr laut Branchenverband einen Einnahmeverlust von 3,5 Milliarden Euro beschert. Nun hofft man auf weitere Hilfsgelder aus dem Corona-Rettungsschirm von Bund und Ländern.

20:17 Uhr | Von der Leyen räumt Versäumnisse bei Impfstoff-Beschaffung ein

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat Versäumnisse bei der Beschaffung von Corona-Impfstoffen auf EU-Ebene eingeräumt. Die CDU-Politikerin sagte der "Süddeutschen Zeitung", man habe unterschätzt, welche Komplikationen bei der Herstellung solcher Impfstoffe auftreten könnten: Die EU habe sich sehr stark auf die Entwicklung eines Vakzins fokussiert. Aus heutiger Sicht hätte man stärker parallel über die Herausforderungen der Massenproduktion nachdenken müssen.

Die Kommission hat für die 27 EU-Mitgliedstaaten bei insgesamt sechs Herstellern bis zu 2,3 Milliarden Impfdosen geordert. Derzeit liefern die Unternehmen jedoch weniger als erhofft oder versprochen.

19:49 Uhr | Chemnitzer Friseurhandwerk demonstriert für Öffnung

In Chemnitz haben Friseure, Friseurinnen, Kosmetiker und Kosmetikerinnen für die baldige Öffnung ihrer Geschäfte demonstriert. Mit Schere und unter Einhaltung der Hygieneregeln versammelten sich rund 250 Menschen vor dem Rathaus. Sie forderten eine Öffnungsperspektive zum 15. Februar und finanzielle Hilfe.

19:22 Uhr | Impfbereitschaft der Bundesbürger steigt

Rund drei Viertel der Deutschen sind bereit, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Das ergab eine Umfrage von infratest dimap für den ARD-Deutschlandtrend. Demnach wollen sich aktuell 59 Prozent der Befragten auf jeden Fall impfen lassen. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Januar und 22 Prozentpunkte mehr als im November. Weitere 17 Prozent wollen sich wahrscheinlich impfen lassen.

Zugleich gaben 68 Prozent an, das Impfen gehe zu langsam voran. Ebenso viele sprachen sich gegen Erleichterungen für Geimpfte aus. Der Rückhalt der Bundesregierung in der Bevölkerung sank auf den niedrigsten Wert seit Corona-Ausbruch. Die Zufriedenheit mit der Großen Koalition fiel um fünf Punkte auf 55 Prozent.

19:15 Uhr | Spahn: Astrazeneca-Impfstoff nicht für Zweitimpfung aufsparen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Länder aufgefordert, den Impfstoff von Astrazeneca ohne Rückstellungen für eine zweite Impfung zu verabreichen. Spahn sagte, angesichts der weiter bestehenden Knappheit an Impfstoffen und der von der Ständigen Impfkommission empfohlenen neun bis zwölf Wochen zwischen Erst- und Zweitimpfung empfehle er, die für den 6., 12. und 19. Februar angekündigten Impfdosen vollständig zu verimpfen.

Spahn erklärte, so könnten in den ersten drei Februarwochen mehr als 1,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger ihre Erstimpfung erhalten. Wie mit den Liefermengen im März umzugehen sei, solle bei einer Schaltkonferenz der Gesundheitsminister am 22. Februar entschieden werden.  

Die Impfkommission hatte das Vakzin von Astrazeneca nur für Personen unter 65 Jahren freigegeben, so dass es derzeit im Wesentlichen nur Pflegekräften und medizinischem Personal geimpft werden kann.

18:56 Uhr | Thüringen: Kein Anspruch auf Präsenzunterricht

Schülerinnen und Schüler haben auch dann keinen Anspruch auf Präsenzunterricht, wenn sie kurz vor einem Abschluss stehen. Das entschied das Thüringer Oberverwaltungsgericht. Angesichts des gewichtigen öffentlichen Interesses an der Bekämpfung der Corona-Pandemie sei es den Schülerinnen und Schülern von Abschlussklassen zuzumuten, auch bei unbestrittenen technischen Schwierigkeiten via Schulcloud zu lernen.

Die Weimarer Richter wiesen die Beschwerde eines Zehntklässlers zurück, der in diesem Schuljahr den Realschulabschluss machen möchte und befürchtet, sich ohne Präsenzunterricht nicht optimal auf die Prüfungen vorbereiten zu können.

18:22 Uhr | Konzertbranche gegen Tickets nur für Geimpfte

Der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungsbranche lehnt den Vorschlag ab, Konzertkarten künftig nur bei Vorlage eines Impfnachweises zu verkaufen. Präsident Jens Michow sagte zum Vorstoß des Tickertvertreibers Eventim, das sei nicht zielführend. Das größte Problem sei, dass datenschutzrechtliche Belange relevant würden. Die Kenntnis darüber, ob jemand geimpft sei oder nicht, müsste von der Vorverkaufsstelle an den Veranstalter weitergegeben werden. Es wäre einfacher, Schnelltests anzubieten. Diese könnte man kurz vor einer Veranstaltung durchführen.

Hintergrund ist die Ankündigung des Konzertveranstalter CTS Eventim, die Teilnahme an Veranstaltungen künftig an eine Impfung gegen das Coronavirus binden zu wollen.

17:58 Uhr | Starker Mitgliederschwund in Sachsens Sportvereinen

Im Coronajahr 2020 sind rund 20.000 Menschen aus den sächsischen Sportvereinen ausgetreten. Wie der Landessportbund Sachsen (LSB) am Donnerstag berichtete, waren das knapp drei Prozent aller Mitglieder. Das hat eine noch nicht detailliert ausgewertete Befragung in den knapp 4.500 Vereinen des Bundeslandes ergeben. Rund 60 Prozent der rund 12.000 Abmeldungen fielen demnach auf den Altersbereich Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren.

17:23 Uhr | Franzosen demonstrieren gegen Sozialabbau in Corona-Krise

In Frankreich haben Tausende Menschen gegen Sozialabbau und die Schließung von Kultureinrichtungen in der Corona-Krise demonstriert.

Menschen mit Schildern und Bannern bei Demonstration gegen Sozial- und Kulturabbau in Paris.
Demo in Paris gegen Sozial- und Kulturabbau Bildrechte: dpa

Die größten Kundgebungen gab es in Paris, Marseille, Lyon und Nantes. Die Polizei sprach von jeweils mehreren tausend Teilnehmern. Nach Angaben der Gewerkschaften gingen allein in Paris 20.000 Menschen auf die Straße. Der Generalsekretär des einflussreichen CGT, Philippe Martinez, forderte von der Regierung einen "sozialen Frühling".

16:45 Uhr | Hotel- und Gaststättenbranche begrüßt Mehrwertsteuer-Beschluss

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband hält die verlängerte Mehrwertsteuersenkung für mutmachend. Der Hauptgeschäftsführer des DEHOGA-Landesverbandes Sachsen, Axel Klein, sagte MDR AKTUELL, das sei ein Hoffnungsschimmer. Es zeige in die Zukunft, in Richtung Neustart. Mit dem niedrigeren Steuersatz bleibe beim Gastronomen einfach mehr hängen. Er könne dann Löhne oder auch Verluste ausgleichen.

16:22 Uhr | Briten testen Kombination aus verschiedenen Impfstoffen

Britische Forscher testen eine Kombination der Impfstoffe von Astrazeneca und Biontech/Pfizer. Das teilte die Universität Oxford mit. Demnach startete am Donnerstag eine erste klinische Studie mit 820 Probanden. Getestet wird eine Verabreichung der Vakzine in unterschiedlicher Reihenfolge und in Auffrischungsabständen von vier und zwölf Wochen. Die Tests sollen klären, ob dadurch mehr Flexibilität beim Impfen und auch bessere Ergebnisse möglich sind. Erste Ergebnisse werden im Juni erwartet.

Wie der für den Impfstoff-Einsatz zuständige britische Minister Nadhim Zahawi mitteilte, arbeiten die Hersteller zudem an einer Anpassung und Verbesserung ihrer Impfstoffe, um auch gegen gefährliche Mutanten gewappnet zu sein. Dem "British Medical Journal" zufolge ist wahrscheinlich nur eine sehr kleine Minderheit der Mutationen von nennenswerter Bedeutung.

16:05 Uhr | Keine Impfstoff-Produktion in Sachsen

In Sachsen wird auf absehbare Zeit kein Corona-Impfstoff hergestellt. Die Staatskanzlei bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Freien Presse". Die Zeitung zitierte Ministerpräsident Michael Kretschmer, man habe mit allen potenziellen Produzenten gesprochen. Konkrete Pläne hätten sich nicht ergeben. Kretschmer verwies demnach auch auf ein zeitliches Problem: "Wir werden erleben, dass wir zum Ende des Jahres eine Schwemme an Impfstoffen haben. Wenn, dann müssten jetzt die Dinge umgebaut werden. Da sind aber aus Sicht der großen Hersteller andere Objekte besser und greifbarer gewesen."

Mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline gibt es in Sachsen einen Impfstoffhersteller, der Grippeschutz-Impfstoffe produziert.

15:40 Uhr | Gorbatschow will Nobelpreis für Sputnik-V-Erfinder

Der frühere Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, hat sich dafürr ausgesprochen, die Schöpfer des russischen Impfstoffs Sputnik V für den Nobelpreis zu nominieren. Die Nachrichtenagentur Ria Nowosti zitiert den 89-Jährigen mit den Worten: "Ja, sie haben es verdient." Der Erfolg des im Gamaleya Center entwickelten Vakzins spreche für den guten Stand der vaterländischen Wissenschaften.

15:20 Uhr | Grüne nennen Koalitionsbeschlüsse unzureichend

Die Bundestagsfraktionschefin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, hat die Beschlüsse des Koalitionsausschusses zu Corona-Hilfen als nicht ausreichend kritisiert.

Göring-Eckardt sagte MDR AKTUELL, das sehe man vor allem bei denjenigen, denen es besonders schlecht gehe. So sei der einmalige Corona-Zuschuss von 150 Euro für Empfänger der Grundsicherung nicht mehr als ein Trostpflaster. Auch die Kunst- und Kulturschaffenden müssten stärker unterstützt werden. Für die Branche solle es zwar eine Milliarde Euro geben und jeder Euro zähle, aber eine echte Absicherung sei das nicht. Vor allem Solo-Selbstständige benötigten ein Existenzgeld. Göring-Eckardt sprach konkret von 1.200 Euro im Monat.

14:45 Uhr | Bundesdruckerei: Keine Verzögerung bei FFP2-Gutscheinen

Bei der Herstellung der Gutscheine für verbilligte FFP2-Masken gibt es nach Angaben der Bundesdruckerei keine Verzögerungen. Sprecher Marc Thylmann teilte MDR AKTUELL mit, der Versand an die Krankenkassen sei sogar zeitiger erfolgt als vertraglich vereinbart.

Damit widersprach er der AOK Plus. Diese hatte Anfang der Woche mitgeteilt, dass viele Versicherte wegen Verzögerungen bei der Bundesdruckerei auf ihre Gutscheine warten müssten. Wer noch keine erhalten habe, müsse noch ein paar Tage Geduld aufbringen.

13:40 Uhr | Polizisten in Sachsen-Anhalt verfrüht geimpft

Petra Grimm-Benne, Sozialministerin Sachsen-Anhalt
Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne Bildrechte: dpa

Im Landkreis Stendal sind 320 Polizisten gegen Corona geimpft worden, obwohl sie nach der vorgegebenen Reihenfolge nicht dazu berechtigt waren. Das bestätigte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne im Landtag. Der Landkreis habe die Entscheidung damit begründet, dass ein Impftermin in einem Altenheim ausgefallen sei und das Vakzin damit zu verfallen drohte, erklärte die Ministerin. Es gebe keinen eigenen Pool an Impfstoffdosen für das Innenministerium oder die Polizei. Die Ministerin kündigte an: "Ich werde jetzt ziemlich hart durchgreifen."

Der Kreis bestätigte der Nachrichtenagentur dpa den Vorgang. Ein Sprecher erklärte aber, es habe sich um einen Testlauf gehandelt für den Fall, dass plötzlich viele Menschen jenseits von Impfzentren und Pflegeheimen geimpft werden müssten. Ein Test der Abläufe ohne die eigentliche Impfung wäre nicht realistisch genug gewesen, so der Sprecher. Laut Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums werden zunächst Menschen aus der Risikogruppe geimpft. Polizistinnen und Polizisten gehören zur zweiten Prioritätsgruppe.

12:45 Uhr | Tschechien lehnt Hilfsangebote ab

Trotz angespannter Corona-Lage im Land verweigert der tschechische Gesundheitsminister Jan Blatny Hilfe aus Sachsen und Bayern. Blatny sagte im Fernsehen: "Es ist ein symbolisches und klares Signal an alle Bürger dieses Landes: Die Tschechische Republik kümmert sich um Euch". Sachsen und Bayern hatten sich bereiterklärt, die Behandlung von Covid-19- Intensivpatienten zu übernehmen. Blatny erklärte dazu, die Übernahme einzelner Patienten durch das Ausland sei "keine Lösung in dieser Situation". In der gesamten Verwaltungsregion um die Stadt Cheb mit Sitz in Karlsbad war dem dpa-Bericht zufolge nur noch ein Covid-19-Intensivbett frei.

12:37 Uhr | TK: Weniger Krankentage trotz Pandemie

In der Pandemie ist die Zahl der Fehltage von erkrankten Erwerbstätigen gesunken. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) lag der Krankenstand im abgelaufenen Jahr bei der TK versicherten Erwerbspersonen bei 4,13 Prozent gelegen - nach 4,22 Prozent im Jahr davor. Das entspreche einer Krankschreibung von durchschnittlich 15,1 Tagen pro Erwerbsperson. Im Jahr 2019 seien es noch 15,4 Tage und 2018 15,5 Tage im Jahr gewesen. Besonders Erkältungskrankheiten seien stark zurückgegangen.

12:00 Uhr | Inzidenzwerte sinken weiter

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen geht die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter zurück. Das geht aus Daten des Risklayer-Projekts des Karlsruher Instituts für Technologie hervor. In Mitteldeutschland liegt die Inzidenz, die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen, demnach bei 134. Das ist aber weiter ein deutlich höherer Wert als der Bundesdurchschnitt von 88.

Am Mittwoch meldeten die Gesundheitsämter insgesamt 2.005 neue Infektionen in Mitteldeutschland, davon 882 in Sachsen, 723 in Thüringen und 400 in Sachsen-Anhalt. Deutschlandweit sind am Mittwoch 12.488 weitere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden.

11:20 Uhr | Dessauer arbeiten weiter an Impfstoff

Das Pharmaunternehmen IDT Biologika aus Dessau-Roßlau setzt weiter auf die Entwicklung eines eigenen Corona-Impfstoffs. Geschäftsführer Jürgen Betzing sagte dem MDR, nachdem erste klinische Studien nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht hätten, sei der Wirkstoff nachjustiert worden. Wenn alles gut laufe, könne Anfang nächsten Jahres eine Zulassung beantragt werden. Zuvor hatte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff mitgeteilt, dass der Bund mit IDT über Produktionskapazitäten für Corona-Impfstoffe anderer Anbieter verhandele. Auch der Entwickler des russischen Corona-Impfstoffs "Sputnik V" hat Kontakt zu dem Unternehmen aufgenommen.

10:55 Uhr | Ethikrat gegen Erleichterungen für Geimpfte

Der Deutsche Ethikrat hält es für falsch, die staatlichen Freiheitsbeschränkungen für Geimpfte früher zu beenden. Vorsitzende Alena Buyx sagte, erst müsse geklärt werden, ob von geimpften Menschen weiterhin eine Ansteckungsgefahr ausgehe. Eine Ausnahme macht der Ethikrat für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflege- und Behindertenheimen sowie für Hospizpatienten. Zudem räumt der Ethikrat privaten Anbietern von Veranstaltungen einen Entscheidungsspielraum ein. Sie seien grundsätzlich frei in ihrer Entscheidung, mit wem sie einen Vertrag abschlössen.

10:51 Uhr | Unternehmen erwarten Einschränkungen bis zum September

Die Unternehmen in Deutschland rechnen einer Umfrage des Ifo-Instituts zufolge noch mit monatelangen Corona-Beschränkungen. Wie das Institut in München mitteilte, haben die Firmen im Januar im Schnitt noch bis zum September Einschränkungen des öffentlichen Lebens erwartet. Erst zum Jahresende rechneten die Unternehmen damit, dass sich die eigenen Geschäfte normalisierten. Die angelaufenen Impfungen hätten sich noch nicht entscheidend auf die Perspektiven ausgewirkt, erklärte der Leiter der Ifo-Konjunkturumfragen, Klaus Wohlrabe.

10:15 Uhr | Streit um Gesichtsmaske eskaliert

In Erfurt ist ein Mann nach einem Streit um einen nicht getragenen Mund-Nasen-Schutz angefahren worden. Wie die Polizei mitteilte, kam es in einem Supermarkt zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern, weil einer von ihnen seine Maske zu spät aufgesetzt habe. Nach Verlassen des Marktes habe einer der beiden Männer den anderen mit dem Auto verfolgt und angefahren. Verletzt wurde er dabei nicht.

10:05 Uhr | Luft in Leipzig deutlich sauberer

In Leipzig ist die Feinstaubbelastung im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Wert seit 15 Jahren gesunken. Das teilte das Amt für Umweltschutz dem MDR mit. Auch die Belastung mit Stickstoffdioxid sei deutlich zurückgegangen. Das ist nach Angaben der Stadt auch auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. Während des Lockdowns im letzten Frühjahr sei das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt im Schnitt um 47 Prozent zurückgegangen. Dadurch sei die Stickstoffdioxid-Belastung um bis zu 40 Prozent gesunken. Auch das Verkaufsverbot für Pyrotechnik und die Ausgangsbeschränkungen zum Jahreswechsel hätten sich positiv ausgewirkt.

10:02 Uhr | Scholz: Neue Hilfen finanzierbar

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sieht kein Problem bei der Finanzierung der neuen Corona-Hilfen. Scholz sagte im Deutschlandfunk, für diese Beschlüsse sei im Haushalt Vorsorge getroffen worden. Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus erklärte, man habe mit der SPD einen guten und finanzierbaren Kompromiss gefunden. Die Kosten für das neue Corona-Paket bezifferte die SPD auf mindestens 7,5 Milliarden Euro.

09:37 Uhr | Weltweit rund 4.000 Virusmutationen

Derzeit gibt es nach Angaben der britischen Regierung weltweit rund 4.000 Varianten des Coronavirus. Dies teilte der für den Einsatz von Impfstoffen zuständige Minister Nadhim Zahawi mit. Zugleich verwies Zahawie darauf, dass Großbritanniens führend sei bei der Genomsequenzierung. Die Hersteller untersuchten bereits eine Verbesserung ihrer Impfstoffe, um auch gegen die Mutanten gewappnet zu sein, sagt der Minister zu Sky News. Er bekräftigte, es sei sehr unwahrscheinlich, dass die gegenwärtigen Impfstoffe bei den Varianten unwirksam seien, vor allem wenn es um schwere Erkrankungen gehe.

Update 09:26 Uhr | Lindner begrüßt Koalitionsbeschlüsse

FDP-Chef Christian Lindner hat sich zufrieden mit den von der Regierungskoalition vereinbarten neuen Corona-Hilfen gezeigt. Lindner sagte MDR AKTUELL, es habe lange gebraucht. Die Beschlüsse gingen aber in die richtige Richtung. Die Möglichkeit etwa, Gewinne aus der Vergangenheit mit Verlusten des letzten und dieses Jahres zu verrechnen, fordere die FDP schon seit dem April 2020. Darüberhinaus hält Lindner eine Öffnungsperspektive aus dem Corona-Lockdown für "dringend nötig". Die sozialen und wirtschaftlichen Schäden seien enorm.

09:10 Uhr | Vermehrt Petitionen gegen Corona-Maßnahmen in Sachsen

Am Sächsischen Landtag wird eine wachsende Zahl von Petitionen gegen Corona-Maßnahmen eingereicht. Dabei gehe es vor allem um die Schutzverordnungen und die darauf folgenden Beschränkungen, sagte die Vorsitzende des Petitionsausschusses, Simone Lang, der Nachrichtenagentur dpa. Lang zufolge legt der gleiche Wortlaut vieler Corona-Petitionen nahe, dass sie abgestimmt sind. Ohnehin gebe es Bürgerinnen und Bürger, die regelmäßig in großer Vielzahl Petitionen einreichten. Im Schnitt erreichten das Landesparlament jedes Jahr 400 bis 500 Petitionen.

08:28 Uhr | Deutlich mehr Schönheitsoperationen

Die Nachfrage nach Schönheitsoperationen ist in der Corona-Krise gestiegen. Vor allem die Zahl kleinerer Behandlungen und Eingriffe nahm nach Angaben der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen zu. Am populärsten sind demnach Botox- und Hyaluronanwendungen. So seien beispielsweise Lidstraffungen und Lippenkorrekturen im Trend. Sowohl Frauen als auch Männer fragten zudem nach Fettabsaugungen. Allein bei den etwa 100 Ärzten der Vereinigung stieg die Zahl der Eingriffe bereits 2019 um 6.000 auf 83.000. Für 2020 wird sie auf 100.000 geschätzt.

08:07 Uhr | Weniger Krebsvorsorge in Pandemie

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind in der ersten Jahreshälfte 2020 deutlich weniger Menschen zum Arzt gegangen, um dem Krebs vorzubeugen. Wie die Krankenkasse Barmer auf Anfrage von MDR AKTUELL mitteilte, ist der Rückgang besonders deutlich bei Früherkennungsuntersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs sowie bei der Brustkrebs- und Prostatakrebsvorsorge. Ärztinnen und Ärzte befürchten, dass in Zukunft mehr "verschleppte Krebsfälle" in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert werden und rufen zur Vorsorge auf.

08:01 Uhr | EU-Studie: Impfverzögerungen kosten Milliarden

Für längere Verzögerungen bei der Impfaktion müssen EU-Länder einer Studie zufolge einen hohen Preis zahlen. Nach einer Untersuchung des Kreditversicherers Euler Hermes liegen die Staaten beim Impfen derzeit fünf Wochen hinter ihrem Plan. Sollten sie diese Zeit nicht aufholen, entstünde in der EU in diesem Jahr ein Schaden von bis 90 Milliarden Euro aufgrund zu erwartender weiterer Corona-Einschränkungen.

Den Studienautoren zufolge erspart jeder investierte Euro, mit dem die Länder den Impfprozess beschleunigen, vier Euro an Ausfällen durch die Folgen der Corona-Beschränkungen. Bei der momentanen Impfgeschwindigkeit werde eine Herdenimmunität erst Ende 2022 erreicht, heißt es in der Studie.

07:15 Uhr | Umfrage: Vertrauen in die Pandemie-Politik sinkt

Die Stimmung der Deutschen in der Corona-Pandemie droht laut einer Umfrage zu kippen. Wie aus der Langzeit-Befragung "Die Ängste der Deutschen" der R+V-Versicherung hervorgeht, sieht inzwischen etwas mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) die Politikerinnen und Politiker mit ihren Aufgaben überfordert. Im Sommer urteilten noch 40 Prozent der Interviewten so, im ersten Lockdown waren es 46 Prozent, heißt es in der Studie. Für den Politologen Manfred Schmidt zeigen diese Ergebnisse ein nachlassendes Vertrauen in die Politik. Ursachen dafür seien neben dem langen Lockdown auch die laufende Impfstoffdiskussion. Die Umfrage wird seit fast 30 Jahren durchgeführt.

06:50 Uhr | Spahn: Können nicht den ganzen Winter im harten Lockdown bleiben

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dringt darauf, die Corona-Beschränkungen schrittweise zu lockern. "Wir können nicht den ganzen Winter im harten Lockdown bleiben", sagte Spahn den Funke-Medien. Das halte die Gesellschaft nicht gut aus. Bei Lockerungen seien auf jeden Fall zuerst Kitas und Schulen dran. Ob das schon ab 15. Februar oder erst später möglich sei, solle nächste Woche entschieden werden. Er halte es für klug, regional unterschiedlich zu agieren.

06:39 Uhr | GEW: Bestimmte Lehrer früher impfen

Sachsens GEW-Chefin Ursula Kruse fordert, bestimmte Lehrer oder Erzieher früher zu impfen als es der Impfplan vorsieht. Kruse sagte MDR AKTUELL, es gehe um diejenigen, die Kinder mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung betreuten. Dort sei es außerordentlich schwierig, Masken zu tragen und die Kinder vor einer Infektion zu schützen. Aus dem Dresdner Kultusministerium hieß es dazu, das sei nachvollziehbar. Entschieden werde aber auf Bundesebene. Die aktuelle Impfverordnung sieht vier Gruppen vor. Zur ersten mit der höchsten Impfpriorität gehören Menschen über 80 Jahre. Lehrer und Erzieher zählen zur Gruppe 3.

06:23 Uhr | EMA prüft Impfstoff von Novavax

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat ein Prüfverfahren für einen weiteren Corona-Impfstoff eingeleitet. Wie die EMA in Amsterdam mitteilte, geht es um den Impfstoff des US-Herstellers Novavax. Bei dem verkürzten Prüfverfahren werden Daten ausgewertet, noch bevor ein formeller Antrag auf Zulassung gestellt wurde. Das Biotech-Unternehmen hatte Ende Januar bekanntgegeben, dass sein Impfstoff eine Wirksamkeit von 89 Prozent gezeigt habe. Die EU-Kommission hat mit Novavax bereits Sondierungsgespräche über den Erwerb von bis zu 200 Millionen Impfdosen abgeschlossen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 4. Februar 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Februar 2021 | 06:00 Uhr

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