Coronavirus-Pandemie Corona-Ticker: Merkel will schnell über härteren Lockdown beraten

Kanzlerin Merkel will das für den 25. Januar geplante Bund-Länder-Treffen auf kommende Woche vorziehen. Wegen der britischen Coronavirus-Mutation will sie den Lockdown verschärfen und Kontakte weiter einschränken. RKI-Chef Wieler und andere Experten kritisieren eine zu hohe Mobilität. Die Sächsische Wirtschaft warf der Politik unterdessen "Hilflosigkeit, Aktionismus und das Fehlen einer Strategie" vor. Die aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Ticker.

Angela Merkel sitzt mit Mund-Nasen-Schutz in einer Kabinettssitzung
Merkel: "Das Virus lässt sich nur mit zusätzlichen Anstrengungen aufhalten." Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Donnerstag, 14. Januar 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:27 Uhr | Petition für faires Abitur in Sachsen

Die Corona-Pandemie hat den Schulalltag auf den Kopf gestellt. Viele, die in diesem Jahr ihren Abschluss machen, fürchten, dadurch Nachteile zu haben. In Sachsen wurde deshalb eine Petition gestartet.

21:20 Uhr | Merkel will Bund-Länder-Beratungen vorziehen und Lockdown verschärfen

Bundeskanzlerin Merkel will das ursprünglich für den 25. Januar angesetzte Bund-Länder-Spitzengespräch auf kommende Woche vorziehen. Wie mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Teilnehmer einer Online-Sitzung des CDU-Präsidiums berichten, zeigte sich Merkel in Sorge, dass sich die in Großbritannien aufgetauchte Variante des Coronavirus viel schneller verbreite als die ursprüngliche Form. Deshalb sei "sehr schnelles Handeln" erforderlich. Es müsse über weitere Verschärfungen gesprochen werden. Denn trotz des Lockdowns gebe es mehr Kontakte als im Frühjahr 2020.

Merkel widersprach allerdings einem "Bild"-Bericht, wonach auch eine Schließung des öffentlichen Verkehrs geplant sei. "Wir müssen den ÖPNV entlasten, indem wir mehr Homeoffice machen und so die Kontakte reduzieren", sagte sie nach Teilnehmerangaben. Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor berichtet, bei dem Bund-Länder-Treffen solle auch die Einstellung des ÖPNV geprüft werden. Auch Ausgangssperren seien im Gespräch, so das Blatt. Die bestehenden Maßnahmen sollten bundesweit vereinheitlicht werden.

20:56 Uhr | Frankreich verhängt Ausgangssperre ab 18 Uhr

Aus Sorge um die Ausbreitung der Coronavirus-Mutation verhängt Frankreich landesweit eine Ausgangssperre ab 18 Uhr. Sie soll nach Angaben von Innenminister Jean Castex ab Samstag für zunächst zwei Wochen gelten. Dann werde die Lage neu bewertet. Zudem verschärft das Land seine Kontrollen für Einreisende aus Nicht-EU-Staaten. Sie müssen künftig einen negativen PCR-Test vorlegen und zusätzlich für eine Woche in Quarantäne. Danach ist ein zweiter PCR-Test fällig. Anders als in Deutschland bleiben in Frankreich die Schulen geöffnet. Nach Angaben von Gesundheitsminister Olivier Véran sollen sich monatlich bis zu eine Million Schüler und deren Lehrer Corona-Tests unterziehen.

20:42 Uhr | Massiver Wirtschaftseinbruch bedroht 400.000 Existenzen

Die Wirtschaft in Deutschland ist durch die Corona-Pandemie um rund fünf Prozent geschrumpft. Allerdings gibt es auch Branchen, für die es sogar besser läuft als sonst, zum Beispiel das Baugewerbe. Der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, Prof. Reint Gropp, sieht dennoch 400.000 Existenzen bedroht.

20:23 Uhr | Antragsfristen für Corona-Hilfen des Bundes verlängert

Die Anträge für die Corona-Hilfszahlungen des Bundes können länger als geplant gestellt werden. Wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte, wurde die Antragsfrist für die November- und die Dezemberhilfe bis 30. April verlängert. Damit sollen Firmen, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen entschädigt werden, die von Schließungen betroffen sind. Der Zuschuss beträgt 75 Prozent des Umsatzes von 2019. Auch die Überbrückungshilfe für den Zeitraum September bis Dezember 2020 kann nun bis 31. März beantragt werden. Damit werden betriebliche Fixkosten wie Mieten und Pachten erstattet.

Allerdings ist bisher nur ein Bruchteil der zugesagten Gelder aus dem November geflossen. Ein Grund ist eine fehlende Softwarelösung.

20:00 Uhr | Leipziger Virologin fordert weitere Kontaktreduzierung

Trotz immer schärferen Lockdowns und zunehmenden Einschränkungen seit November sinken die Infektionszahlen nicht - im Gegenteil. Die eingeschränkten Kontakte sollen nun noch weiter reduziert werden, fordert auch die Leipziger Virologin Corinna Pietsch.

19:03 Uhr | Sachsen-Anhalt erwägt Lockerungen für potenzielle Sitzenbleiber

Wegen des aktuellen Corona-Notbetriebs an Sachsen-Anhalts Schulen erwägt das Bildungsministerium in Magdeburg Lockerungen für potentielle Sitzenbleiber. Ein Ministeriumssprecher sagte, es werde an konkreten Regelungen beim Thema Versetzungen gearbeitet. Klarheit solle in den kommenden Tagen herrschen. Dem Ministerium zufolge soll es bei der Entscheidung, ob Schüler eine Klasse wiederholen müssen, ähnliche Spielräume geben wie im vergangenen Schuljahr. Nach den ersten coronabedingten Schulschließungen im März und April 2020 hatte das Land Lehrkräften große Spielräume eingeräumt, Kinder und Jugendliche zu versetzen, die aufgrund der Situation kaum Noten bekommen hatten. Zudem sollen Eltern leichter die Möglichkeit bekommen, ihre Kinder freiwillig eine Klasse wiederholen zu lassen.

18:35 Uhr | Merkel will angeblich schärferen Lockdown mit Ausgangssperren

Kanzlerin Angela Merkel will nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung das nächste Bund-Länder-Spitzengespräch vom 25. Januar auf kommende Woche vorziehen. Dabei solle dann mit den Ministerpräsidenten eine deutliche Verschärfung des Lockdowns diskutiert werden. Die bestehenden Maßnahmen sollten bundesweit vereinheitlicht werden, berichtet das Blatt ohne Quellenangabe. Auch Ausgangssperren seien im Gespräch. Geprüft werde unter anderem die Einstellung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs, was aber nicht entschieden sei. Grund für den Ruf nach weiteren Beschränkungen sei die Angst vor einer Ausbreitung der Corona-Mutationen.

18:25 Uhr | Virologe Kekulé: Friseure sollten mit FFP2-Pflicht öffnen dürfen

Der Virologe Alexander Kekulé unterstützt den Vorschlag, Friseurgeschäfte und Kosmetiksalons im Februar wieder zu öffnen - unter der Bedingung, dass die Beschäftigten FFP2-Masken tragen. Kekulé sagte im Podcast von MDR AKTUELL, mit dem Vorstoß habe der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer 100 Prozent recht. Das sei ein Beispiel für eine smarte Strategie, die sich fallspezifisch Maßnahmen überlege. Das sei besser, als generell alles zuzudrehen. Der Virologe der Universität Halle-Wittenberg verwies zugleich darauf, dass FFP2-Masken überall dort sinnvoll seien, wo Menschen in geschlossenen Räumen länger zusammen seien, etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln. Dazu müssten diese Masken aber auch richtig, also dicht anliegend am Gesicht, getragen werden. Bei Männern bedeute dies: Vollbart gehe gar nicht.

17:33 Uhr | Kekulés Corona-Kompass zu Infektionsrisiko trotz Impfung

Diesmal in Kekulés Korona-Kompass: Neuinfektionen und die Lage in Krankenhäusern – wirkt der Lockdown oder nicht? Außerdem: Positiv trotz Impfung. Wie kann das sein? Und: Jeder kann Schnelltests durchführen wie die Profis, belegt eine deutsche Studie.

16:58 Uhr | Sächsische Wirtschaft kritisiert Corona-Politik

Die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft (VSW) hat die Corona-Maßnahmen der Politik kritisiert. Die ständig neuen Vorschläge bis hin zu komplettem Runterfahren der Wirtschaft offenbarten "Hilflosigkeit, Aktionismus und das Fehlen einer Strategie", sagte Präsident Jörg Brückner zur aktuellen Diskussion über mögliche weitere Corona-Maßnahmen. Er verwies unter anderem darauf, dass zuerst Masken und nun der in Deutschland entwickelte Impfstoff fehlten. "All das schadet unserem Land massiv, vom Vertrauensverlust in die Politik ganz zu schweigen." Das gelte auch für mögliche weitere Einschränkungen von Bürgern und Wirtschaft. Dabei zeige die RKI-Statistik, dass der Arbeitsplatz nicht der Schwerpunkt der Pandemie ist. In der Industrie etwa lägen die Zahlen bei nur zwei bis vier Prozent.

15:18 Uhr | Personal auf Corona-Stationen an der Belastungsgrenze

1.244 Todesfälle meldet das RKI aktuell im Zusammenhang mit Corona. Viele der Verstorbenen wurden vor ihrem Tod auf Intensivstationen versorgt. Das dortige medizinische Personal sieht sich mittlerweile emotional und körperlich überlastet und appelliert an die Bevölkerung.

14:41 Uhr | Bundesweite Impfquote überspringt 1-Prozent-Marke

Mehr als ein Prozent der deutschen Bevölkerung ist bis Donnerstagmittag einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Nach Daten des Robert Koch-Instituts erhielten 842.455 Menschen den Impfstoff. Das entspreche einer Impfquote von 1,01 Prozent. Seit gestern kamen demnach 78.116 neue Impfungen hinzu. Für einen vollständigen Impfschutz sind zwei Injektionen im Abstand von etwa drei Wochen erforderlich. Der Impfstoff wird bislang in erster Linie von Biontech-Pfizer geliefert, in geringem Umfang auch vom US-Hersteller Moderna. Um die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, müssten Schätzungen zufolge mehr als 60 Prozent der Bevölkerung geimpft werden. Bundesweites Schlusslicht ist bislang Thüringen mit eine Impfquote von 0,66 Prozent, in Sachsen liegt die Quote laut RKI bei 0,85 Prozent und in Sachsen-Anhalt bei 1,34 Prozent.

14:06 Uhr | PEI zu Nebenwirkungen und Corona-Mutationen

Die zugelassenen Covid-19-Impfstoff schützen nach Einschätzung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) auch gegen die neuen Virus-Varianten. PEI-Präsident Klaus Cichutek zufolge gibt es bislang keine Hinweise auf Beeinträchtigungen. Sollte wegen Mutationen eine Anpassung der Baupläne der Impfstoffe nötig werden, sei das binnen sechs Wochen möglich, ebenso wie eine schnelle Zulassung.

Das für Impfstoffe zuständige Bundesinstitut erfasste nach eigenen Angaben bis Sonntag 325 Verdachtsfälle von Nebenwirkungen nach einer Covid-Impfung. Das entspreche 0,53 Verdachtsfällen pro 1.000 Impfdosen und entspreche den bekannten Fachinformationen. Bislang seien sieben Verdachtsfälle mit Hinweis auf tödlichen Verlauf bei Personen zwischen 79 und 93 Jahren gemeldet worden. Alle Personen hatten demnach schwere Vorerkrankungen. Das PEI sieht keine negativen Auffälligkeiten bei der Verträglichkeit. Auch bei Allergikern oder Menschen mit einer Vorgeschichte allergischer Schocks gebe es nach derzeitigem Kenntnisstand keine Kontraindikation für eine Impfung.

13:05 Uhr | Impfskandal in Tschechien

Im stark von der Corona-Pandemie betroffenen Tschechien ist Medienberichten zufolge die offizielle Impf-Reihenfolge nach Risikogruppen missachtet worden. Wie das Nachrichtenportal Seznamzpravy berichtete, gingen 1.000 Corona-Impfdosen an Mitarbeiter der staatlichen Gesundheitsbehörde SZU und deren Verwandte – unabhängig vom Alter. Nach den Enthüllungen trat der Leiter des Amts zurück.

12:42 Uhr | RKI für strengeren Lockdown

Das Robert Koch-Institut hält eine weitere Verschärfung der Lockdown-Regelungen in Deutschland für sinnvoll. Der RKI-Epidemiologe Dirk Brockmann sagte, Modell-Rechnungen kämen zu dem Schluss, die Regeln zur Kontaktminimierung zu verschärfen. Nur dann sinke die Inzidenz schnell und substanziell. RKI-Präsident Lothar Wieler sieht eine Verschärfung der aktuellen Infektionsschutzmaßnahmen ebenfalls als Option. Das sei bislang "kein vollständiger Lockdown", es gebe zu viele Ausnahmen.

12:15 Uhr | Bezugsdauer für Kinderkrankengeld verdoppelt

Der Bundestag hat die Ausweitung des Kinderkrankengeldes beschlossen. In der Corona-Pandemie haben Eltern nun doppelt so lange Anspruch auf die Leistung. Bei Paaren sind es 20 Tage pro Kind und Elternteil, bei Alleinerziehenden 40 Tage. Der Anspruch soll rückwirkend zum 5. Januar gelten. Eltern erhalten Kinderkrankengeld auch dann, wenn das Kind nicht krank ist, sondern wegen geschlossener Schulen und Kitas zu Hause bleiben muss. Dafür ist eine Bescheinigung der Einrichtung nötig. Für Fehltage gibt es von der Krankenkasse bis zu 90 Prozent des ausgefallenen Nettolohns. Anspruch haben nur gesetzlich Versicherte. Der Bund stellt dafür 300 Millionen bereit. Am Montag soll der Bundesrat endgültig über die Ausweitung des Kinderkrankengeldes entscheiden.

12:00 Uhr | Leichte Entspannung auf Intensivstationen

Die Vereinigung der Intensiv- und Notfallmediziner sieht die Entwicklung auf den Intensivstationen vorsichtig optimistisch. Präsident Gernot Marx sagte der "Rheinischen Post", der Höhepunkt bei der Belegung von Intensivbetten scheine überschritten. Der befürchtete Anstieg der Patientenzahlen durch Lockerungen an Weihnachten und Silvester sei ausgeblieben. Die weitere Entwicklung hänge jedoch auch von der Mutation des Virus ab. Es sei wichtig, dass in Deutschland gezielt auf neue Mutationen getestet werde.

11:29 Uhr | Studie – nach Infektion fünf Monate Beinahe-Immunität

Nach einer Coronavirus-Infektion ist die Gefahr einer erneuten Ansteckung zumindest fünf Monate lang äußerst gering. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Gesundheitsbehörde Public Health England. Dabei wurden 6.614 Beschäftigte im Gesundheitswesen nach einer Ansteckung beobachtet. Nur bei 44 Probanden wurde binnen fünf Monaten eine Neuinfektion festgestellt, 83 Prozent der Studienteilnehmer waren also immun. Die Studie ist vorläufig und wurde noch nicht von Fachkollegen begutachtet. Die Autoren weisen zudem darauf hin, dass einige der Neuinfizierten wieder eine hohe Viruslast aufweisen und andere anstecken können. Der Schutz sei also nicht vollständig und die Gesamtdauer der Immunität unklar. Eine Studie der Universität Oxford hatte eine Immunität von mindestens sechs Monaten bei den meisten Probanden ermittelt.

11:10 Uhr | Sachsen beruft Corona-Koordinator

Die sächsische Landesregierung setzt einen Corona-Koordinator ein. Nach Angaben der "Freien Presse" handelt es sich um einen Mitarbeiter des Innenministeriums. Der Koordinator soll demnach das Krisenmanagement verbessern und sich um Defizite beim Impfprogramm kümmern. Dem DRK zufolge haben in Sachsen bisher erst 9.000 Menschen einen Impftermin. Mehr regionale Informationen zur Pandemie-Lage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

11:00 Uhr | Wirtschaft schrumpft um fünf Prozent

Die deutsche Wirtschaft ist 2020 wegen der Corona-Pandemie so stark eingebrochen wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte um 5,0 Prozent und damit erstmals seit elf Jahren. Ein stärkeres Minus hatte es zuletzt 2009 mit damals 5,7 Prozent gegeben. Der Kampf gegen die Corona-Krise riss zudem ein tiefes Loch in die deutsche Staatskasse. Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung nahmen dem Statistischen Bundesamt zufolge zusammen 158 Milliarden Euro weniger ein als sie ausgaben.

10:20 Uhr | RKI-Chef Wieler – müssen Mobilität senken

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat eindringlich appelliert, beim Infektionsschutz in Deutschland nicht nachzulassen. Er rief Arbeitgeber auf, ihren Beschäftigten möglichst Heimarbeit zu ermöglichen und in Betrieben die AHA-Regeln konsequent zu befolgen. Auch die Bevölkerung müsse diszipliniert bleiben. Die wirksamste Maßnahme gegen die Pandemie bleibe die Kontaktreduzierung und eine geringe Mobilität. Auch ein Negativtest biete keine Sicherheit. Wieler mahnte, auch im Freien sollten bei Kontakten Masken getragen werden. Ohne einen deutlichen Rückgang der Fallzahlen müsse beim Lockdown nachgeschärft werden.

Wieler zufolge ist Sars-CoV-2 in allen Altersgruppen verbreitet, auch immer mehr Jüngere seien betroffen. Auf vielen Intensivstationen liege der Altersdurchschnitt der Covid-Patienten inzwischen unter 60 Jahren. Viele Kliniken seien überlastet. Der RKI-Chef rief die Bürger auf, unbedingt auf Reisen zu verzichten. Er verwies auf erste Ansteckungen mit neuen aggressiven Varianten des Coronavirus. Diese seien alle durch Reiserückkehrer eingeschleppt worden. Die Sequenzierung von Corona-Varianten müsse ausgeweitet werden. Wieler rief dazu auf, alle Fälle sofort ans RKI zu melden.

09:49 Uhr | Südafrika-Mutation in Hamburg nachgewiesen

Erstmals ist in Hamburg die südafrikanische Sars-CoV-2-Mutante nachgewiesen worden. Die Variante Y501.V2 wurde bei einer Person festgestellt, die Mitte Dezember aus Südafrika zurückkehrte. Die Südafrika-Mutante wurde bei einer Genomsequenzanalyse im Uni-Klinikum Hamburg-Eppendorf nachgewiesen. Künftig sollen etwa fünf Prozent aller Corona-Positivtests auf Mutationen geprüft werden. Auch die britische Variante wurde in Hamburg bereits festgestellt. Die Behörden gehen bislang von Einzelfällen aus.

09:15 Uhr | Briten verschieben Einreise-Testpflicht

Die Corona-Testpflicht für Einreisende nach Großbritannien wird um drei Tage aufgeschoben. Der britische Verkehrsminister Grant Shapps begründete das damit, Besuchern mehr Vorbereitungszeit geben zu wollen. Demnach ist ab Montag die Einreise nur noch mit einem negativen Corona-Test möglich, das gilt auch für Briten. Der Test darf bei Verlassen des Herkunftslandes höchstens 72 Stunden alt sein. Er muss vor der Abreise von Flug- oder Bahngesellschaft beziehungsweise Schiffsbetreibern kontrolliert werden.

08:51 Uhr | Schwesig will mehr Tempo beim Impfen

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat von der Bundesregierung eine zügigere Impfstoffbeschaffung gefordert. Die SPD-Politikerin sagte im ZDF, es genüge nicht, wenn Gesundheitsminister Jens Spahn für den Sommer allen Bürgern ein Impfangebot verspreche. Das sei alles unklar. Die Bundesländer brauchten jetzt mehr Impfstoff. Schwesig zufolge benötigt etwa die Landeshauptstadt Schwerin 600 Dosen pro Tag, um binnen fünf Monaten die Hälfte der Bevölkerung zu impfen. Derzeit kämen aber nur 600 Impfdosen pro Woche. Dabei liegt Mecklenburg-Vorpommern bundesweit bei der Impfquote vorn. Schlusslicht ist Thüringen.

08:10 Uhr | RKI-Experte für schärferen Lockdown

Der Epidemiologe Dirk Brockmann vom Robert Koch-Institut hat eine weitere Kontaktreduzierung im Kampf gegen die Pandemie angemahnt. Er sagte im im ZDF, die aktuellen Maßnahmen wirkten nicht so gut wie der Lockdown im vergangenen Frühjahr. Damals sei die Mobilität binnen einer Woche um 40 Prozent zurückgegangen. Auch seit Dezember seien weniger Menschen unterwegs, doch seien die Zahlen langsamer gesunken. Brockmann mahnte, jetzt nicht nachzulassen. Das Impfen helfe aktuell noch nicht, von den hohen Fallzahlen herunterzukommen mit mehr als 1.000 Toten täglich. Die Stellschrauben müssten noch einmal angezogen werden.

07:05 Uhr | Neuer Tageshöchstwert bei Todesfällen

In Deutschland sind weitere 1.244 Menschen gestorben, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden. Das ist ein neuer Rekordwert. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erhöhte sich die Zahl der Todesfälle bundesweit seit Beginn der Pandemie auf 43.881.

Das am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelte Projekt Risklayer hat am gestrigen Mittwoch bundesweit 23.406 neue Ansteckungen registriert. Die Gesamtzahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie steigt damit auf knapp zwei Millionen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz sieht Risklayer bundesweit bei 168, am höchsten ist sie demnach nach wie vor in Sachsen mit 360 und Thüringen mit 336. Die Datenbank von Risklayer ist etwas aktueller als die RKI-Statistik, deren Zahlen daher insgesamt etwas niedriger liegen.

06:45 Uhr | Deutschland prüft Coronafälle auf Mutation

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat eingeräumt, dass bisher zu wenig auf neue Coronavirus-Varianten untersucht wird. Der CDU-Politiker sagte in der ARD, das treffe auf viele Länder Europas zu – darunter auch Deutschland. Großbritannien oder Dänemark hätten dafür mehr Kapazitäten. Spahn ergänzte, nach aktuellem Kenntnisstand scheine die in England grassierende Virus-Mutation B.1.1.7. hierzulande noch nicht stark verbreitet zu sein. Um das zu überprüfen, würden nun Proben nachträglich überprüft.

06:35 Uhr | Diskussionen über Anpassung der Abi-Prüfungen

In Sachsen-Anhalt halten Lehrerverbände coronabedingte Änderungen an den Abschlussprüfungen für möglich. Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Eva Gerth, sagte, das könnten Einschränkungen bei Prüfungsthemen oder Terminänderungen sein. Die Landesvorsitze des Sekundar-Schullehrer-Verbands, Claudia Diepenbrock, mahnte, es dürfe keine Niveauabsenkung geben. Allerdings müsse man sich bei der Wissensvermittlung aufs Wesentliche beschränken. Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende des Philologen-Verbands Sachsen-Anhalts, Thomas Gaube. Es dürfe kein Not-Abitur geben, aber man müsse in den Prüfungen auf das Corona-Schuljahr reagieren.

06:20 Uhr | Epidemiologe für Schulschließung bis Februar  

Der Epidemiologe Timo Ulrichs sieht Schließungen von Schulen derzeit als geboten und verhältnismäßig an. Ulrichs sagte, Schulen seien zwar keine Treiber der Pandemie. Aber sie können sehr stark betroffen sein und dazu beitragen, dass sich das Virus noch weiter ausbreite. Nach Einschätzung des Professors für Not- und Katastrophenhilfe an der Akkon Hochschule in Berlin sollten die Schulen mindestens den ganzen Januar geschlossen bleiben.

06:10 Uhr | WHO-Team in Wuhan eingetroffen

Nach tagelanger Verzögerung ist ein Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der chinesischen Stadt Wuhan eingetroffen, um die Ursprünge des neuartigen Coronavirus zu erforschen. Das Staatsfernsehen zeigte, wie die aus Singapur kommende Maschine mit dem Team in Wuhan landete. Ursprünglich sollte die Mission schon vergangene Woche starten, doch chinesische Behörden verzögerten die Einreise. Die zehn WHO-Experten, darunter Fabian Leendertz vom Robert Koch-Institut in Berlin, müssen nun erst einmal für zwei Wochen in Quarantäne.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 14. Januar 2021

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Januar 2021 | 06:00 Uhr

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