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Coronavirus-PandemieTicker vom Donnerstag: FDP will Corona-Maßnahmen zum 20. März beenden

von MDR AKTUELL

Stand: 10. Februar 2022, 22:30 Uhr

Die FDP-Bundestagsfraktion will zum 20. März sämtliche Corona-Schutzmaßnahmen beenden. Im Bundestagsplenum gelten Genesenennachweise künftig auch nur noch drei Monate. In Sachsen bekommen Menschen über 60 in Kürze Post vom Ministerpräsidenten. In den Briefen wird für eine Impfung geworben. Alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie und einen Rückblick auf die vergangenen Tage finden Sie in unserem Coronavirus-Ticker.

Unser Ticker am Donnerstag, 10. Februar 2022, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:10 Uhr | RKI: 420.000 Arztbesuche wegen Corona binnen einer Woche

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts hat es in Deutschland zuletzt binnen sieben Tagen 420.000 Arztbesuche wegen Covid-19 gegeben. In der vergangenen Woche habe sich die Zahl entsprechender Arztbesuche im Vergleich zur Vorwoche noch deutlich gesteigert, geht aus dem RKI-Wochenbericht hervor.

Seit dem Jahreswechsel stieg die Zahl der Arztbesuche demnach an, und in fast allen Altersgruppen werden die Werte voriger Corona-Wellen deutlich überschritten. Berechnungen für die fünfte Woche des Jahres zeigen laut RKI zudem, dass etwa 1,9 bis 4,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahre und 1,4 bis 2,7 Prozent der Menschen ab 15 an Covid-19 mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung erkrankten.

21:25 Uhr | Corona-Proteste in Kanada beeinflussen Wirtschaft und Verkehr

Die Proteste gegen die Corona-Politik der kanadischen Regierung drohen weitreichende Konsequenzen für Wirtschaft und Grenzverkehr des Landes zu verursachen. Angesichts der anhaltenden Blockade der wichtigen Brücke zwischen der Stadt Windsor und dem amerikanischen Detroit waren unter anderem die Autobauer Ford und Toyota gezwungen, ihre Produktionsstraßen teilweise zu stoppen.

Seit Tagen demonstrieren in Kanada Tausende Menschen gegen Corona-Maßnahmen und Impfvorschriften. Mit Lastwagen und anderen Fahrzeugen blockierten sie unter anderem Teile der Innenstadt der Hauptstadt Ottawa. Gegenstand der Proteste waren zunächst Impfvorschriften für Lastwagenfahrer und danach die staatlichen Pandemiebeschränkungen insgesamt.

21:10 Uhr | Mehr als 300 Menschen durch Maskenverweigerer verletzt

Aggressive Gegner von Corona-Schutzmaßnahmen haben im vergangenen Jahr in Deutschland mehr als 300 Menschen verletzt. Das geht aus einer Statistik von "Zeit Online" hervor, für die Berichte von Behörden, Medien und Berufsverbänden ausgewertet wurden. Demnach wurden 308 Menschen attackiert und verletzt, weil sie zur Einhaltung der Maskenpflicht oder anderer Maßnahmen aufforderten.

Die Angriffe hätten sich in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften, bei Demonstrationen und in Impfzentren ereignet. Häufig sei die Situation schnell eskaliert. Extremstes Beispiel sei der Mord an einem Tankstellenmitarbeiter in Idar-Oberstein. Aber auch in vielen anderen Fällen hätten die Täter oder Täterinnen massive Gewalt ausgeübt.

20:00 Uhr | Berlinale eröffnet: Diesmal wieder in Präsenz

In Berlin sind am Abend die 72. Internationalen Filmfestspiele eröffnet worden. Zum Auftakt läuft im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz der Film "Peter von Kant" das französischen Regisseurs François Ozon. Anders als im Vorjahr findet das renommierte Festival diesmal wieder in Präsenz statt. Allerdings gibt es wegen der Corona-Pandemie zahlreiche Auflagen. In den Kinosälen darf nur die Hälfte der Plätze besetzt werden, für die Gäste gelten 2G-plus-Regel und Maskenpflicht. Im Wettbewerb um die Goldenen und Silbernen Bären konkurrieren 18 Filme, darunter zwei deutsche. Verliehen werden die Preise am kommenden Mittwoch.

19:18 Uhr | Krankenhäuser veröffentlichen eigene Corona-Statistik

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft veröffentlicht seit heute eine eigene Statistik zu Corona-Patienten. Dabei wird aufgeschlüsselt, wie Normal- und Intensivstationen mit Patienten belegt sind und wie die Situation in den einzelnen Bundesländern ist. Aus den aktuellen Zahlen geht hervor, dass die Zahl der positiv getesteten Patienten auf den Normalstationen im Vergleich zur Vorwoche um 21,5 Prozent gestiegen ist. Auf den Intensivstationen beträgt die Zunahme vier Prozent.

Der Vorstandsvorsitzende der Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, sagte, auch nach zwei Jahren Pandemie sei die Datenlage bisher sehr unbefriedigend gewesen. Mit der Omikron-Welle werde die Situation auf den Normalstationen immer wichtiger.

18:30 Uhr | Kulturrat: 2023 muss es wieder Leipziger Buchmesse geben

Der Deutsche Kulturrat fordert, dass die Leipziger Buchmesse im nächsten Jahr wieder stattfindet. Geschäftsführer Olaf Zimmermann sagte, die Messe gehöre zum inneren kulturellen Kern Deutschlands und sei unverzichtbar. Er erwarte von der Politik und den Großverlagen, dass für 2023 alles getan werde, damit die Buchmesse und "Leipzig liest" stattfinden könnten.

Die Veranstalter hatten gestern das Aus für die diesjährige Messe bekannt gegeben. Zuvor hatten mehrere große Verlage ihre Teilnahme in Leipzig gestrichen. Es ist bereits das dritte Jahr in Folge, dass die Leipziger Buchmesse wegen der Corona-Pandemie ausfällt.

18:25 Uhr | Kekulé gegen vorschnelle Corona-Öffnungen

Der Virologe Alexander Kekulé befürchtet ähnlich wie Gesundheitsminister Karl Lauterbach höhere Sterbezahlen, sollten die Corona-Maßnahmen jetzt gelockert werden. Kekulé sagte MDR AKTUELL, zwar könne er Lauterbachs Rechnung mit bis zu 500 Toten täglich nicht auf Anhieb nachvollziehen. Man sehe jedoch in anderen Ländern, dass Omikron jetzt noch diejenigen erwische, die sich gegen Delta ganz gut geschützt hätten.

Das Risiko habe sich in die älteren Altersgruppen verlagert. Hier habe man viele Leute mit Grunderkrankungen. Wenn die ungeimpft seien, sei Omikron für sie häufig ein tödliches Virus. Derzeit ist die Sterberate trotz hoher Infektionszahlen niedrig. Deshalb mehren sich die Stimmen, die eine Lockerung der Corona-Maßnahmen fordern.

17:25 Uhr | Maskenpflicht in Sachsen-Anhalt auch nach Winterferien

Für Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt gilt nach den Winterferien eine tägliche Testpflicht. Wie das Bildungsministerium mitteilte, ist ein Mund-Nasen-Schutz auch während des Unterrichts zu tragen. Ministerin Eva Feußner erklärte, Ziel sei es weiterhin, den Präsenzunterricht im Regelbetrieb aufrechtzuerhalten. Sollte die pandemische Lage es zulassen, könne ab dem 28. Februar in allen Klassen auf das Tragen einer Maske verzichtet werden. Ab dem 7. März solle zunächst nur noch drei Mal die Woche getestet werden. Morgen ist in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen der letzte Schultag vor den Winterferien. Sachsen-Anhalt und Thüringen haben eine Woche Ferien, Sachsen zwei.

16:20 Uhr | Forscher: Covid-Impfung könnte Erkältungen ausbremsen

Die Impfung gegen das Coronavirus könnte auch Erkältungen ausbremsen. Die Impfstoffe hemmen Coronaviren, die mit dem Pandemie-Auslöser Sars-CoV-2 verwandt sind, wie die Universität Ulm mitteilte. Diesen Effekt wiesen Wissenschaftler an einer allerdings kleinen Gruppe von zwei Dutzend Probandinnen und Probanden nach.

Neben dem Pandemieerreger Sars-CoV-2 gibt es mindestens sechs weitere Coronaviren, die Menschen infizieren. Darunter sind die Auslöser der lebensbedrohlichen Erkrankungen Sars und Mers, aber auch relativ harmlose und weit verbreitete Erkältungsviren. Die unterschiedlichen Coronaviren ähneln sich demnach im Aufbau des Spike-Proteins, das an menschliche Zellen bindet und somit deren Infektion ermöglicht. Alle Covid-Impfungen nutzen dieses Protein zur Immunisierung.

15:35 Uhr | FDP will Corona-Schutzmaßnahmen zum 20. März beenden

Die FDP-Bundestagsfraktion will sämtliche geltenden Corona-Schutzmaßnahmen im März beenden. "Am 20. März sollte Deutschland zur Normalität zurückkehren", sagte FDP-Fraktionschef Christian Dürr den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Denn dann laufen die Maßnahmen aus, wenn der Bundestag nicht aktiv eine Verlängerung beschließt." Für eine Verlängerung bestehe aus heutiger Sicht jedoch kein Anlass.

"Der Gradmesser für die Corona-Einschränkungen muss immer die Belastung des Gesundheitssystems sein", sagte Dürr. "Glücklicherweise gibt es diese Überlastung nicht mehr." Derzeit sei zu erleben, dass die Kliniken sehr gut mit der Omikron-Welle umgehen könnten, argumentierte Dürr. "Daher sollten wir schon heute damit beginnen, die Freiheitseinschränkungen Schritt für Schritt zurückzunehmen und zum 19. März – also in über einem Monat – auslaufen zu lassen."

14:05 Uhr | Gefährliche Erkrankung – wie schlimm ist PIMS?

Vier bis sechs Wochen nach einer Corona-Infektion kann bei Kindern das lebensgefährliche Entzündungssyndrom PIMS auftreten. In der Uniklinik Jena sind seit Dezember zwölf Kinder damit behandelt worden, viele davon auf der Intensivstation. Die Zahl der Fälle hat zugenommen, auch in anderen Kliniken. Wie schlimm ist PIMS?

13:52 Uhr | Keine Maskenpflicht mehr in Spanien im Freien

In Spanien muss auf der Straße keine Maske mehr getragen werden. Die beiden Männer sind in Sevilla unterwegs. Bildrechte: dpa

In Spanien gilt ab heute keine Maskenpflicht im Freien mehr. Sie war kurz vor Weihnachten wegen hoher Corona-Zahlen angeordnet worden. Auch Schulkinder dürfen jetzt in den Pausen wieder ohne Mund-Nasen-Schutz auf dem Schulhof. In öffentlichen Innenräumen und in Bussen und Bahnen aber muss weiterhin eine Maske getragen werden.

Auf Mallorca und den Nachbarinseln fällt am Samstag zudem die 3G-Regel beim Besuch von Restaurants, Cafés, Bars und Fitnessstudios weg. Das berichtet die "Mallorca Zeitung" unter Berufung auf die Regionalregierung der Balearen. In Spanien fällt die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen seit Wochen und liegt in dem Urlaubsland derzeit bei rund 600.

13:38 Uhr | Prinz Charles erneut mit Coronavirus infiziert

Am Mittwochabend nahm Prinz Charles noch an einem Empfang im British Museum in London teil. Bildrechte: dpa

Der britische Thronfolger Prinz Charles hat sich erneut mit dem Coronavirus infiziert. Das wurde auf dem offiziellen Twitter-Account des 73-Jährigen mitgeteilt. Der Prinz isoliere sich nun. Er bedauere es, seine geplanten Termine in der Stadt Winchester nicht wahrnehmen zu können.

Der älteste Sohn von Queen Elizabeth II. hatte sich bereits direkt zu Beginn der Pandemie mit dem Virus infiziert, aber damals nur milde Symptome gezeigt. Wie es dem Thronfolger derzeit geht, wurde zunächst nicht bekannt.

13:01 Uhr | Polizei lässt Protest-Konvoi nicht nach Paris

Die Polizei von Paris will einen Auto-Konvoi nicht in die französische Hauptstadt lassen. Die Fahrer wollen dort gegen die Corona-Auflagen demonstrieren. Die Polizei erklärte, die Protestfahrt werde vorher gestoppt, um die öffentliche Ordnung nicht zu gefährden. Wer dagegen verstößt, riskiert nach Behördenangaben zwei Jahre Haft, eine Geldstrafe über 4.500 Euro und den Einzug des Führerscheins.

Die ersten Fahrer waren am Mittwoch in Südfrankreich gestartet, weitere sollten sich im Laufe des Donnerstags anschließen. Nach dem Vorbild zahlreicher Lkw-Fahrer, die seit rund zwei Wochen das Zentrum der kanadischen Hauptstadt Ottawa blockieren, soll es nicht nur in Frankreich, sondern auch in Belgien Konvois geben. In Paris und Brüssel sollen sie sich dann sammeln und für die Aufhebung der Beschränkungen demonstrieren.

12:05 Uhr | Bundestag ändert umstrittene Genesenen-Regelung

Der Bundestag ändert die umstrittene Genesenenregelung für den Zugang zum Plenarsaal und zu Ausschusssitzungen. Wie die Bundestagsverwaltung den 736 Abgeordneten mitteilte, gilt dort vom kommenden Montag an der Genesenenstatus nur noch drei und nicht mehr sechs Monate. Der Nachweis einer vorherigen Infektion muss demnach durch einen PCR-Test erfolgen.

Trotz der Verkürzung des Genesenenstatus von sechs auf drei Monate für die Bürger galt im Bundestag in der vergangenen Sitzungswoche noch die alte Frist für den Zugang zum Plenum und zu den Ausschüssen. Das hatte für Unverständnis und Kritik gesorgt. Die neue Regelung soll nun zunächst bis zum 13. März gelten.

11:58 Uhr | Planungen für Festival in Rudolstadt laufen

Im Juli soll in Rudolstadt wieder das Festival "Roots - Folk - Weltmusik" stattfinden. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Doch wie plant man so ein großes Festival in Zeiten von Corona? Stefanie Reinhardt hat nachgefragt. Ihren Text können Sie hier nachlesen.

11:49 Uhr | Thüringen will Corona-Auflagen für Demonstrationen streichen

In Thüringen soll es mit der nächsten Corona-Verordnung Anfang März keine Auflagen mehr für Demonstrationen geben. Ministerpräsident Bodo Ramelow sagte, das habe er dem Gesundheitsministerium empfohlen. Es müsse einen Weg geben, dass Menschen ihre Meinung zur Corona-Politik kundtun könnten. Rechten Gruppierungen wie dem Dritten Weg, aber auch der AfD, solle damit die Grundlage entzogen werden, die Demonstrationen zu missbrauchen.

Ramelow forderte zugleich die Bundesregierung auf, bei geplanten Lockerungen für klare gesetzliche Regeln zu sorgen. Andernfalls drohe ein Überbietungswettbewerb der Länder. Der Linken-Politiker sagte, am 19. März liefen die bundesgesetzlichen Grundlagen für die aktuellen Beschränkungen aus. Sollte der Bund bis dahin keine einheitlichen Regeln schaffen, könne er auch keine Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz mehr mittragen.

11:21 Uhr | Sachsen wirbt per Brief bei älteren Menschen für das Impfen

In Sachsen bekommen alle rund 1,4 Millionen Bürger ab 60 Jahren in den kommenden Tagen Post von Ministerpräsident Michael Kretschmer und Gesundheitsministerin Petra Köpping. Darin werben die beiden Politiker für eine Corona-Impfung. Kretschmer sagte, die Impfung gebe Sicherheit und Schutz vor schweren Krankheitsverläufen. Sie sei gerade auch für ältere Menschen besonders wichtig. Köpping erinnerte daran, dass sachsenweit vielfältige Impfangebote existieren, "die unkompliziert, mit und ohne Termin, für jeden erreichbar sind".

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben in der Altersgruppe ab 60 bislang nur 82,2 Prozent der Menschen eine Grundimmunisierung. Zu viele Ältere seien damit ohne einen möglichen Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf. Gerade mit Blick auf die Virusvariante Omikron sei eine Auffrischungsimpfung jetzt sinnvoll.

10:07 Uhr | Grönland hebt alle Corona-Beschränkungen auf

Auf Grönland gelten seit Donnerstag so gut wie keine Corona-Beschränkungen mehr. Unter anderem herrscht auf der größten Insel der Welt nun keine Maskenpflicht mehr; auch Einschränkungen für öffentliche Räume – etwa Restaurants, Cafés und Sporthallen – fallen weg.

Weiterhin bestehen bleiben lediglich Beschränkungen für Kreuzfahrt- und andere Passagierschiffe sowie die Vorgabe für Personen ohne Wohnsitz in Grönland, bei der Einreise vollständig geimpft zu sein. Mit dem Schritt folgt die Regierung in der grönländischen Hauptstadt Nuuk dem Vorbild Dänemarks, das zum 1. Februar praktisch alle im Land geltenden Corona-Beschränkungen aufgehoben hatte. Grönland zählt offiziell zum Königreich Dänemark, ist aber weitgehend autonom.

09:08 Uhr | Update: Deutlich mehr Festnahmen in Neuseeland

In der neuseeländischen Hauptstadt Wellington hat die Polizei weitere Demonstranten festgenommen. Die Nachrichtenagentur AFP spricht inzwischen von 120 Festnahmen bei einem Protestcamp vor dem Parlament. Dem Bericht zufolge haben Demonstranten auf Polizisten eingetreten und eingeschlagen. Die Beamten hätten Pfefferspray eingesetzt. Die Polizei habe sich inzwischen aber vorübergehend hinter Absperrungen zurückgezogen. Wellingtons Polizeichef Corrie Parnell sagte, die vollständige Räumung des Protestcamps könne Tage dauern. Er warf einigen Demonstranten vor, Kinder als menschliche Schutzschilde zu benutzen.

Der Protest in der neuseeländischen Hauptstadt hatte am Dienstag begonnen. Offenbar inspiriert von dem Protest von Lkw-Fahrern in Kanada waren hunderte Fahrzeuge im Zentrum Wellingtons aufgefahren und hatten dort wichtige Straßen blockiert. Viele Demonstranten zogen sich später wieder zurück, während einige ankündigten, ihren Protest gegen die Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen "so lange wie nötig" fortzusetzen.

08:41 Uhr | Bayern bekennt sich zur einrichtungsbezogenen Impfpflicht

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat klargestellt, dass die Landesregierung weiterhin eine einrichtungsbezogene Impfpflicht befürwortet. Der CSU-Politiker sagte im Bayerischen Rundfunk, Bayern halte diese nach wie vor für eine gute Idee. Allerdings dürfte sich deren Einführung um ein "paar Wochen" verschieben. Es gebe hinsichtlich des Vollzugs und der Kontrolle der Impfpflicht noch offene Fragen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte Anfang der Woche erklärt, dass der Freistaat die einrichtungsbezogene Impfpflicht ab Mitte März de facto zunächst nicht umsetzen werde. Dies hatte zu erheblichen Diskussionen geführt. Söder war die Missachtung rechtsstaatlicher Grundsätze vorgeworfen worden, da das auch mit Zustimmung Bayerns beschlossene Gesetz bundesweit geltendes Recht ist.

07:51 Uhr | Haseloff: Bund muss bei Impfpflicht liefern

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff sieht es als Aufgabe des Bundes, dass die einrichtungsbezogene Impfpflicht umgesetzt werden kann. Der CDU-Politiker sagte, der Bund müsse als Gesetzgeber dafür sorgen, dass das Gesetz anwendbar sei. Es brauche bundesweit einheitliche Regeln. Wenn die nicht geliefert würden, sei das Gesetz kaum umsetzbar. Haseloff sieht in der Umsetzung der Impfpflicht für medizinische Berufe und Pflegeberufe auch ein Signal für eine allgemeine Impfpflicht.

Wenn es nicht gelingt, die einrichtungsbezogene Impfpflicht vernünftig auf den Weg zu bringen, dann sehe ich für eine allgemeine Impfpflicht kaum mehr Chancen.

Reiner Haseloff | Ministerpräsident Sachsen-Anhalt

Haseloff betonte, die Zeit werde immer knapper. Es könne nicht sein, dass im letzten Glied die Gesundheitsämter in der Bredouille seien. "Der Gesetzgeber legt fest, was er erreichen will, und er muss auch ermöglichen, dass das vor Ort umgesetzt werden kann, zumal wenn es um einen Eingriff in Grundrechte, in Persönlichkeitsrechte geht", sagte Haseloff.

07:22 Uhr | DRK Sachsen vernichtet 40.000 Impfdosen

Das Deutsche Rote Kreuz in Sachsen hat nach Angaben des Sozialministeriums im Januar fast 40.000 Impfdosen weggeworfen. Das Ministerium erklärte, die Nachfrage nach Impfungen sei seit Weihnachten massiv zurückgegangen. Das sei nicht erwartet worden. Man habe mehr Impfstoff bestellt als genutzt werden konnte. Bei den Impfstoffen, die wegen des Ablaufs der Haltbarkeit vernichtet werden mussten, handelte es sich laut Sozialministerium um rund 38.000 Dosen Moderna, rund 1.000 Dosen Biontech und 100 Dosen Johnson & Johnson.

06:51 Uhr | Krankenkassen verweigern Kontrolle einer Impfpflicht

Die gesetzlichen Krankenkassen sehen sich nicht zuständig für die Kontrolle einer möglichen allgemeinen Impfpflicht gegen das Coronavirus. Ein Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen GKV sagte den Funke-Medien, die Kassen seien bereit, ihrem Auftrag zur Information und Beratung der Versicherten nachzukommen. Die Durchsetzung und Kontrolle einer gesetzlichen Impfpflicht wäre dagegen die Aufgabe des Staates.

Hintergrund ist der Vorstoß einer Gruppe von Abgeordneten aus SPD, Grünen und FDP. Danach sollen die Krankenkassen ihre Versicherten informieren und über ein Portal deren Impfstatus abfragen. Wer keinen Impfnachweis vorlegt, solle von den Kassen an die Kommunen gemeldet werden.

06:44 Uhr | Polizei geht gegen Camp vor Parlament in Wellington vor

In Neuseelands Hauptstadt Wellington hat die Polizei damit begonnen, ein Camp vor dem Parlament zu räumen, das Gegner der Corona-Impfpflicht aufgeschlagen hatten. Wie Sicherheitskräfte berichten, wurden bisher 50 Teilnehmer festgenommen. Lokalen Medien zufolge ist die Lage angespannt. Laut "Radio New Zealand" kam es vor dem Parlament zu kleineren Zusammenstößen zwischen Protestierenden und Sicherheitskräften.

Tausende Demonstranten waren am Dienstag in einem Konvoi mit Lastwagen zum Parlament gezogen, um ihrem Unmut über die strengen Corona-Regeln Luft zu machen. Ein Großteil der Demonstranten ist inzwischen wieder abgezogen. Einige harrten aber seit drei Tagen auf dem Gelände aus.

In Neuseeland gibt es eine Corona-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen, darunter Mitarbeiter des Gesundheitswesens, der Feuerwehr, im Bildungsbereich sowie im Justizvollzug und beim Militär. Arbeitnehmern, die sich nicht impfen lassen, droht die Kündigung.

Polizisten vor dem Parlament in Wellington nehmen einen Mann fest. Bildrechte: picture alliance/dpa/NZME via AP

06:24 Uhr | Thüringen bereitet Impfungen mit Novavax vor

Thüringen rechnet bis Ende Februar mit dem neuen Corona-Impfstoff von Novavax. Das Gesundheitsministerium erwartet nach eigenen Angaben 36.000 Dosen mit der ersten Lieferung. Aktuell laufe eine Bedarfsabfrage in den Pflegeheimen und Kliniken, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Der Impfstoff des US-Konzerns Novavax ist ein proteinbasiertes Vakzin und soll vorrangig Beschäftigten im Pflege- und Gesundheitsbereich angeboten werden, die Vorbehalte gegen die bisherigen Präparate haben. Die Novavax-Impfdosen soll am 21. Februar in Deutschland ankommen. Dem Gesundheitsministerium in Erfurt zufolge soll die erste Charge für Thüringen dann direkt aus dem Zentrallager abgeholt werden.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 10. Februar 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

INFORMATIONEN ZU REGELN UND IMPFUNG

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 10. Februar 2022 | 06:00 Uhr

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