Coronavirus-Pandemie Ticker: 13 Fälle nach Familienfeiern in Bautzen

Auf Familienfeiern haben sich im Landkreis Bautzen mehrere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Der Virologe Kekulé ist für die Freigabe von Coronavirus-Schnelltests durch die Bundesregierung. Im thüringischen Plaue stehen Schüler, Eltern und Lehrer einer Klasse unter Quarantäne.

Eine Frau steckt einen Tupfer in ein Röhrchen
Im Landkreis Bautzen wurden mehrere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet, die sich auf Familienfeiern infiziert hatten. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Donnerstag, 10. September 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:50 Uhr | Deutsche in Finnland wieder willkommen

Finnland will seine coronabedingten Einschränkungen bei der Einreise lockern. Innenministerin Maria Ohisalo sagte, ab Sonnabend in einer Woche könnten Deutsche und Schweden wieder einreisen, ohne in Quarantäne zu müssen. Die finnische Regierung hat dafür ihre Regeln geändert. So wurde die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den Herkunftsländern der Einreisenden heraufgesetzt. Sie beträgt jetzt statt acht maximal 25 neue Infizierte in den vergangenen zwei Wochen.

21:10 Uhr | Portugal-Rückkehrer müssen in England in Quarantäne

In England müssen sich nun auch wieder Reisende aus Portugal für zwei Wochen in Isolation begeben. Das gab der britische Verkehrsminister Grant Shapps bekannt. Er verwies auf die Entwicklung des Infektionsgeschehens. Die Regelung gilt allerdings nicht für die portugiesischen Atlantik-Inseln Azoren und Madeira. Dagegen müssen sich neuerdings auch Reisende aus Ungarn an die Quarantäne-Auflage halten.

20:56 Uhr | Auflagen für Demo von Gegnern der Corona-Maßnahmen bestätigt

Verschiedene Mund-Nasen-Masken und ein Gesichtsschild sind an einem Kiosk in Berlin auf Köpfen aus Kunststoff ausgestellt.
Gegner der Corona-Auflagen müssen bei einer Demo in Hannover Mund-Nase-Masken tragen. Bildrechte: dpa

Das Verwaltungsgericht Hannover hat Auflagen der Polizei für eine Demonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen am Sonnabend in der Stadt bestätigt. Die Teilnehmer müssen danach zum Infektionsschutz einen Mund-Nase-Schutz tragen und untereinander einen Mindestabstand von anderthalb Metern einhalten. Das Gericht lehnte einen Eilantrag gegen die Auflagen ab. Es erklärte, es gebe eine Epidemie-Lage von nationaler Tragweite. Die Auflagen seien verhältnismäßig.

Die Organisatoren der der Demo hatten in ihrem Eilantrag argumentiert, die Covid-19-Pandemie werde von interessierten Kreisen überbewertet. Sie diene der Einschüchterung der Bevölkerung und der Durchsetzung einer obrigkeitsstaatlichen Diktatur.

20:12 Uhr | Mitarbeiter eines Pflegeheims in Jena infiziert

In Jena ist eine Pflegekraft, die in einem Pflegeheim arbeitet, positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie die Stadt mitteilte, sollen nun am Freitag das gesamte Personal und alle Bewohner getestet werden.

19:35 Uhr | Corona-Ausbruch nach Familienfeiern in Bautzen

Markt und Rathaus von Bautzen
Im Landkreis Bautzen sind 13 neue Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Bildrechte: IMAGO/Rainer Weisflog

Im sächsischen Landkreis Bautzen haben sich mehrere Menschen auf zwei Familienfeiern mit dem Coronavirus infiziert. Wie der Landkreis mitteilte, stieg die Zahl der nachgewiesenen Infizierten am Donnerstag um insgesamt 13. Rund 100 Kontaktpersonen müssen sich an Quarantäne-Regeln halten. Aktuell seien 39 Personen im Landkreis nach einer Infektion mit dem Covid-19-Virus erkrankt.

Das Gesundheitsamt kündigte an, das Personal aufzustocken und am Wochenende zu arbeiten, um Kontakte zu ermitteln und über Testergebnisse zu informieren. Andere Aufgaben wie Schuleingangsuntersuchungen könnten nur eingeschränkt wahrgenommen werden.

19:15 Uhr | Deutsche fahren nicht zur Kanuslalom-EM nach Prag

Die deutschen Slalomkanuten fahren nicht zur Europameisterschaft nach Prag. Grund ist die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Das teilte der Deutsche Kanu-Verband mit. Die EM soll vom 18. bis 20. September in der tschechischen Hauptstadt stattfinden. Der europäische Verband ECA hat die EM noch nicht abgesagt.

Wegen steigender Infektionszahlen hatte das Robert Koch-Institut gestern unter anderem Prag zur Risikoregion erklärt. Das Auswärtige Amt warnte daraufhin vor nicht notwendigen Reisen in die tschechische Hauptstadt. Eine Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine abschreckende Wirkung haben. Sie erlaubt Urlaubern, Buchungen für Pauschalreisen kostenlos zu stornieren. Rückkehrer aus Risikogebieten müssen sich in Quarantäne begeben oder einen negativen Coronatest vorweisen.

19:00 Uhr | DSC-Frauen dürfen trotz Quarantäne trainieren

Die Volleyball-Frauen des Dresdner SC dürfen trotz Quarantäne wieder trainieren. Wie der Verein mitteilte, erließ das Dresdner Gesundheitsamt einen veränderten Quarantänebescheid für die 13 Spielerinnen des Bundesligakaders. Er ermöglicht das Training unter Einhaltung strenger Hygieneregeln. Die Frauen stehen noch bis 16. September unter Quarantäne.

Vor einer Woche hatte der fünfmalige deutsche Meister bei einem Testspiel in Polen Kontakt zu einer positiv getesteten Spielerin. Nach ihrer Rückkehr nach Dresden wurden alle DSC-Spielerinnen in Quarantäne geschickt. Covid-19-Tests bei den Spielerinnen fielen negativ aus.

18:40 Uhr | Alle Corona-Tests an Torgauer Schule negativ

Die Corona-Tests an der Grund- und Oberschule im Torgauer Ortsteil Nordwest sind alle negativ ausgefallen. Das teilte das Landratsamt Nordsachsen mit. An der Schule waren 100 Schüler, Lehrer und Erzieher auf Corona getestet worden, nachdem bei einem Geschwisterpaar das Coronavirus nachgewiesen wurde. Laut Behörde müssen Mitschüler und Lehrer vorsorglich noch eine Woche lang zu Hause bleiben.

17:41 Uhr | Corona-Regeln bei Tour de France gelockert

Die Organisatoren der Tour de France haben die strikten Corona-Regeln ein wenig gelockert.

Tour de France, Ile d'Oleron - Ile de Re (168,00 km), 10. Etappe. Julian Alaphilippe (M) aus Frankreich vom Team Deceuninck-Quick-Step vor dem Start.
Für Fahrer und Betreuer der Tour de France gilt eine weitgehende Maskenpflicht bis zum Start einer Etappe. Bildrechte: dpa

Wenn am zweiten Ruhetag die nächsten Kontrollen durchgeführt werden, müssen die vier Rad-Teams mit positiven Corona-Tests im Betreuerstab bei einer weiteren Infektion nicht das Rennen verlassen. Die Veranstalter erklärten, alle 22 Rennställe würden wieder bei Null anfangen. Es gelte dann aber weiterhin die Regel, dass zwei Positivfälle unter Fahrern oder Betreuern zum Ausschluss des ganzen Rennstalls führen.

Bei der ersten Testreihe am ersten Ruhetag waren Betreuer aus vier Mannschaften positiv getestet worden. Auch Tour-Chef Christian Prudhomme wurde positiv getestet und musste das Rennen vorerst verlassen.

16:23 Uhr | Kekulé für Freigabe von Coronavirus-Schnelltests

Der Virologe Alexander Kekulé fordert die Politik auf, Coronavirus-Schnelltests für Zuhause zu erlauben. Kekulé sagte im Podcast von MDR AKTUELL, er halte eine Freigabe in dieser besonderen Situation für notwendig. Covid-19 habe in der Bundesrepublik inzwischen fast eine Billion Euro Schaden angerichtet. Daher müssten Gesetze angepasst werden, um die Schnelltests zuzulassen. Der Virologe erklärte, einen Nasen-Abstrich könne im Prinzip jeder selbst machen. Dafür brauche es keinen Arzt. Ein Schweizer Pharmakonzern will einen Virus-Schnelltest auf den Markt bringen. Das Ergebnis soll damit innerhalb von 15 Minuten vorliegen. Bisher sind in Deutschland aber nur Labortests erlaubt.

15:05 Uhr | Schüler, Eltern und Lehrer in Plaue in Quarantäne

In Plaue im Ilm-Kreis in Thüringen sind eine Grundschulklasse sowie die Eltern der Schüler, Lehrer und Schulbegleit-Personal in Quarantäne geschickt worden. Das teilte das Landratsamt Arnstadt mit. Ein Kind der Klasse sei zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Gesundheitsamt nahm am Mittwoch bis in die Abendstunden Dutzende Abstriche. Laut Stufenkonzept des Bildungsministeriums wurde die Schule auf Stufe Gelb gesetzt. Wenn die Testergebnisse vorliegen, werde über das weitere Vorgehen beraten, hieß es. Der Schulbetrieb läuft weiter, allerdings ist laut Landratsamt der Präsenzunterricht eingeschränkt.

14:51 Uhr | Landesärztekammer rät zur Grippeimpfung

Die Sächsische Landesärztekammer hat auf die Bedeutung einer Grippeimpfung in diesem Jahr hingewiesen. Der Vorsitzende der Sächsischen Impfkommission, Dietmar Beier, sagte, eine Impfung solle am besten im Oktober oder November erfolgen. Sie schütze zwar nicht gegen Covid-19, könne aber verhindern, dass es zur gleichzeitigen oder aufeinander folgenden Infektion einer Person mit beiden Erregern komme. In diesen Fällen seien besonders schwere Erkrankungen zu erwarten. Außerdem würden parallel verlaufende Wellen von Influenza und Covid-19 das Gesundheitssystem außerordentlich belasten.

13:05 Uhr | Strenge Auflagen für "Querdenken"-Demo in München

Marienplatz in München
Die "Querdenken-089"-Demonstration darf nicht in der Münchner Innenstadt stattfinden. Bildrechte: imago/Ralph Peters

Die für Samstag angemeldete "Querdenken-089"-Demonstration von Gegnern der staatlichen Corona-Maßnahmen in München ist mit strengen Auflagen belegt worden. Ein angemeldeter Demonstrationszug durch die Innenstadt wurde durch das Münchner Kreisverwaltungsreferat untersagt. Die Demonstration soll nun auf der Theresienwiese stattfinden. Zudem dürfen statt der angemeldeten 5.000 Menschen maximal 1.000 teilnehmen.

11:10 Uhr | Wohnviertel auf Mallorca wird abgeriegelt

Wegen hoher Corona-Zahlen hat die Regionalregierung der Balearen die Abriegelung eines Wohnviertels der Stadt Palma angeordnet. Betroffen sind etwa 23.000 Menschen im Arbeiterviertel Son Gotleu. Ab Freitag dürfen Sie das Viertel nur noch verlassen, um zur Arbeit, zu einem Arzt oder einem Krankenhaus sowie zur Schule oder einer anderen Bildungseinrichtung zu gehen oder um sich um Pflegebedürftige zu kümmern, berichtete die deutschsprachige "Mallorca Zeitung". Geschäfte und Cafés dürften mit der halben Zahl der üblichen Plätze bis 22 Uhr geöffnet bleiben. Die Einschränkungen gelten für zwei Wochen.

09:39 Uhr | Weniger Firmenpleiten im ersten Halbjahr

Trotz der Corona-Krise ist die Zahl der Firmenpleiten im ersten Halbjahr gesunken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden von Januar bis Juni rund 9.000 Insolvenzen gemeldet. Das sind sechs Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Als Grund nannten die Statistiker die gelockerte Antragspflicht. Bis Jahresende müssen Unternehmen, die wegen der Corona-Krise zahlungsunfähig geworden sind, keine Insolvenz anmelden.

Das Bundeskabinett hatte beschlossen, die Pflicht, einen Insolvenzantrag zu stellen, bis Jahresende ausgesetzt zu lassen, falls die Überschuldung eines Unternehmens Folge der Corona-Krise ist. Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im ersten Halbjahr im Handel - einschließlich Kfz-Werkstätten - mit 1485 Fällen.

09:03 Uhr | Auch im Juli weniger Übernachtungen

Die Deutsche Tourismusbranche hat auch im Ferienmonat Juli weniger Gäste begrüßt als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Übernachtungen brach um 22,8 Prozent ein. Besonders Gäste aus dem Ausland blieben fern. Hier verzeichnete die Branche einen Rückgang um 56,7 Prozent. Insgesamt gab es im Juli 45,4 Millionen Übernachtungen.

Während die Buchungen bei Hotels in Feriengebieten zuletzt oft einen positiven Trend zeigten, leiden insbesondere die Stadt- und die Tagungshotellerie nach wie vor unter der Krise. Messen, Kongresse und Tagungen können immer noch nicht stattfinden, wodurch Geschäftsreisende fehlen.

07:49 Uhr | Mädchen stärker von Pandemie-Auswirkungen betroffen

Weltweit sind Mädchen von den Auswirkungen der Corona-Pandemie stärker betroffen als Jungen. Das geht aus einer Umfrage der Kinderrechtsorganisation "Save the Children" hervor. Befragt wurden rund 25.000 Kinder und Erwachsene aus 37 Ländern. Demnach gab jedes fünfte Mädchen an, während der Pandemie nichts gelernt zu haben, bei den Jungen jeder Zehnte. Auch hätten knapp zwei Drittel der Mädchen gesagt, dass sie in dieser Zeit häufiger im Haushalt mitgeholfen hätten. Bei den Jungen sei das nicht mal bei der Hälfte der Befragten der Fall gewesen. 

Kinder aus ärmeren Familien sind den Autoren zufolge zudem stärker betroffen als solche aus wohlhabenderen Familien. In den meisten Staaten waren die Schulen etliche Wochen lang komplett geschlossen, der Unterricht fand, wenn überhaupt, online statt.

07:20 Uhr | Ärzte gegen Schnelltest für Zuhause

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat sich gegen Corona-Schnelltests für den privaten Gebrauch ausgesprochen. Die Ärzteschaft sei für die möglichst rasche Ablösung der PCR-Tests auf das neuartige Coronavirus durch Schnelltests, sagt Reinhardt MDR AKTUELL. Allerdings sollten die Tests nur durch geschultes Personal vorgenommen werden.

Der Vorsitzende im Bundestagsgesundheitsausschuss, Erwin Rüddel, geht davon aus, dass schon bald Corona-Schnelltests zugelassen werden. Mehrere Unternehmen seien voraussichtlich noch im Herbst mit der Entwicklung fertig. Dann müsse die Politik die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen. Rüddel glaubt, dass Modelle, die wie ein Schwangerschaftstest funktionierten, möglicherweise auch privat zu Hause genutzt werden könnten. 

06:00 Uhr | Der Ticker vom Donnerstag

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. September 2020 | 06:00 Uhr

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland