Coronavirus-Pandemie Ticker vom Donnerstag: Einigung auf EU-weites Covid-Zertifikat

EU-Parlament und EU-Länder einigen sich auf ein Covid-Zertifikat. In Österreich hat die Polizei bei Corona-Gegnern Waffen sichergestellt. Die EU hat einen Vertrag über 1,8 Milliarden Biontech-Dosen unterzeichnet. Bundesjustizministerin Lambrecht lehnt eine Impfpflicht gegen Corona an Schulen und Kitas ab und setzt auf Freiwilligkeit. Die Bahn setzt Pfingsten mehr Züge und zusätzliches Sicherheitspersonal ein. Alle aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Unser Ticker am Donnerstag, 20. Mai 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:45 Uhr | War die Furcht vor Überlastung der Intensivbetten unbegründet?

Eine Expertengruppe von Wissenschaftlern und Ärzten hat die Corona-Politik eine "angstbasierte Kampagne" genannt. Wie sieht man das in den Kliniken? Fragen an Gundula Werner von der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

22:35 Uhr | Was über Pfingsten möglich ist

Kaffee oder Bier auf dem Freisitz, Urlaub auf dem Campingplatz oder in der Ferienwohnung: Was wo über Pfingsten möglich ist.

22:21 Uhr | Härtere Strafen für Impf-Fälscher beschlossen

Der Bundestag hat strengere Strafen für das Fälschen von Impfpässen beschlossen. Wer gefälschte Impfdokumente oder Testergebnisse nutzt, muss mit bis zu einem Jahr Gefängnis rechnen. Für das Eintragen falscher Angaben drohen sogar zwei Jahre Haft. Außerdem können künftig neben Ärzten auch Apotheker Corona-Impfungen nachträglich in einen digitalen Impfpass eintragen.

22:10 Uhr | Maskenpflicht für Kinder und Jugendliche entschärft

Kinder von 6 bis 16 Jahren müssen künftig in vielen Fällen keine FFP2-Masken mehr tragen. Der Bundestag strich eine entsprechende Verpflichtung aus dem Infektionsschutzgesetz. In Bussen und Bahnen, bei Friseurbesuchen oder medizinischen Terminen sind bei Kindern dann einfache OP-Maske ausreichend. Kinder unter sechs Jahren sind ohnehin generell von der Maskenpflicht ausgenommen.

21:10 Uhr | Leipziger spenden Schnelltests für Vietnam

Leipziger Unternehmen und Privatpersonen haben 4.500 Corona-Schnelltests für ein Militärkrankenhaus in Vietnam gespendet. Leipzigs Oberbürgermeister Jung sagte, damit revanchiere man sich für die Hilfsbereitschaft Vietnams im vergangenen Jahr. Damals hatte das Krankenhaus Schutzmasken und andere Schutzausrüstung für Leipzig gespendet.

20:17 Uhr | Update: Covid-Zertifikat soll am 1. Juli starten

Der digitale Nachweis über eine Corona-Impfung, eine Genesung oder einen negativen Test soll am 1. Juli starten. Das teilte EU-Parlaments-Verhandlungsführer Juan Fernando López Aguilar mit. Laut dem CDU-Europaabgeordneten Peter Liese erhalten die Mitgliedstaaten aber wenn nötig eine sechswöchige Übergangsfrist. Vor allem Deutschland hatte auf den hohen Aufwand verwiesen, Millionen Zertifikate in kürzester Zeit auszustellen. Liese erklärte, bei Reisen werde auch der herkömmliche gelbe Impfausweis weiter anerkannt.

19:30 Uhr | Update: EU-Parlament und EU-Länder einigen sich auf Covid-Zertifikat

Das EU-Parlament und die EU-Länder haben sich auf Details eines europaweiten Zertifikats zum Nachweis von Corona-Impfungen, Corona-Tests und überstandenen Covid-19-Erkrankungen geeinigt. Das teilte die portugiesische Ratspräsidentschaft am Donnerstagabend in Brüssel mit.

Das Parlament machte den Mitgliedsstaaten weitreichende Zugeständnisse. Ursprünglich wollten die Abgeordneten, dass die Staaten nicht eigenständig Reisebeschränkungen erlassen können. Nun heißt es, dass zusätzliche Beschränkungen wie etwa Quarantäne für negativ Getestete, Geimpfte oder Geheilte nur eingeführt werden sollen, wenn es die Infektionslage erfordere. Auch bei der Forderung nach kostenlosen Corona-Tests konnte sich das Parlament nicht durchsetzen. Man einigte sich auf "erschwingliche" Tests.

Die Einigung muss nun nochmals von den Mitgliedstaaten angenommen werden. Das Parlament will darüber abschließend bei seiner Plenarsitzung im Juni entscheiden.

19:03 Uhr | Weniger Unterschriften für Wahlzulassung nötig

Für eine Teilnahme an der Bundestagswahl sind in diesem Jahr weniger Unterstützer-Unterschriften notwendig. Der Bundestag simmte dafür, die Zahl auf ein Viertel zu senken. Bisher mussten Einzrelbewerber oder Direktkandidaten aus Parteien, die noch nicht im Bundestag vertreten sind, für eine Kandidatur die Unterschriften von mindestens 200 Wahlberechtigten im Wahlkreis vorlegen. Für Landeslisten waren es mindestens 2.000. Derart hohe Anforderungen würden kleine Parteien in der Corona-Pandemie überfordern, hieß es zur Begründung des geänderten Gesetzes.

18:20 Uhr | Condor hat neuen Mehrheitseigner

Condor-Maschine hebt am Flughafen Düsseldorf ab
Bildrechte: dpa

Die mit Staatshilfe gerettete Fluggesellschaft Condor hat einen neuen Investor gefunden. Wie das Unternehmen mitteilte, übernimmt der deutsche Vermögensverwalter Attestor 51 Prozent der Anteile. Der Fonds bringe 200 Millionen Euro frisches Eigenkapital ein und werde darüber hinaus weitere 250 Millionen Euro in die Modernisierung der Langstreckenflotte investieren. Sämtliche 4.050 Arbeitsplätze blieben erhalten.

Condor war durch die Pleite seines Mutterkonzerns Thomas Cook in Schwierigkeiten geraten. Eine Übernahme durch die polnische Fluggesellschaft PGL im Frühjahr 2020 scheiterte an der Corona-Pandemie. Condor konnte nur mit Staatshilfe eine drohende Insolvenz abwenden.

18:09 Uhr | Großbritannien meldet steigende Infektionszahlen

Großbritannien hat heute 2.874 Neuansteckungen mit dem Corona-Virus gemeldet. Das ist der höchste Wert seit einem Monat. Großbritannien hatte mit Impfungen als erstes Land in Europa seine Infektionszahlen drastisch senken können. Inzwischen haben mehr als 37 Millionen Menschen in Großbritannien zumindest eine Impfung erhalten. Das sind fast 55 Prozent der Gesamtbevölkerung.

17:50 Uhr | Karlsruhe lehnt weitere Eilanträge gegen Notbremse ab

Das Bundesverfassungsgericht hat weitere Eilanträge gegen die im April beschlossene bundesweite Corona-Notbremse abgelehnt. Die Karlsruher Richter betonten, damit sei noch nicht entschieden, ob die angegriffenen Vorschriften mit dem Grundgesetz vereinbar seien. Diese Prüfung bleibt den jeweiligen Hauptsacheverfahren vorbehalten.

16:38 Uhr | Österreich: Polizei stellt Waffen bei Corona-Gegnern sicher

In Österreich hat die Polizei bei Gegnern von Corona-Maßnahmen Waffen und Munition sichergestellt. Nach Angaben des Innenministeriums wurden bei Hausdurchsuchungen unter anderem zwei Faustfeuerwaffen, eine Langwaffe, etwa 3.500 Schuss Munition und Schwerter gefunden. Außerdem seien Schutzwesten, Helme und Funkgeräte sichergestellt worden. Nach Angaben der Ermittler waren die Verdächtigen aufgefallen, weil sie sich in einer Chat-Gruppe über Sprengkörper und den Kauf von Waffen unterhalten hatten. Offenbar hatten sie gewaltsame Aktionen bei einer Kundgebung in Wien geplant. Um wie viele Verdächtige es sich handelt, gab das Ministerium nicht bekannt.

16:05 Uhr | Zusätzlicher Impfstoff für Landkreis Mittelsachsen

Der Landkreis Mittelsachsen erhält 18.000 zusätzliche Impfdosen. Zur Begründung erklärte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping, Mittelsachsen sei neben dem Erzgebirgskreis aktuell die Region mit dem höchsten Infektionsgeschehen. Das Robert Koch-Institut gab heute die Wocheninzidenz im Kreis Mittelsachsen mit 110,5, im Erzgebirgskreis mit 182,4 an. Laut Köpping werden zusätzlich 10.000 Dosen Astrazeneca und 8.000 Dosen des Impfstoffs von Johnson & Johnson zur Verfügung gestellt.

Ministerpräsident Michael Kretschmer verwies auf Erfolge im Kampf gegen die Pandemie im Vogtland. War diese Region Brennpunkt in Sachsen, hat sie inzwischen den zweitniedrigsten Inzidenzwert. Auch das Vogtland hatte zusätzlichen Impfstoff erhalten.

15:42 Uhr | Mehr Förderung für Tourismusbetriebe in Sachsen

Sachsen will die Tourismusbetriebe im Land stärker unterstützen. Wie Wirtschaftsminister Martin Dulig mitteilte, sollen etwa Campingplätze, Ferienhäuser und Hotels bei Baumaßnahmen oder einer Modernisierung mit 50 Prozent Zuschuss gefördert werden. Im Landkreis Görlitz seien es sogar 60 Prozent. So solle die Wettbewerbsfähigkeit der Einrichtungen nach der Pandemie erhöht werden. Laut Dulig wird das Programm zu gleichen Teilen vom Bund und vom Freistaat Sachsen finanziert.

15:22 Uhr | Ungarn steigt aus EU-Vertrag mit Biontech aus

Ungarn wird sich nicht am gemeinsamen EU-Einkauf von 1,8 Milliarden weiteren Dosen Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer beteiligen. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides teilte mit, Ungarn habe als einziges EU-Land seinen Ausstieg erklärt. Noch am Vormittag hatte die EU-Kommission erklärt, sie habe den Kaufvertrag "im Namen aller Mitgliedstaaten" geschlossen. Die neuen Dosen sollen ab 2021 geliefert werden und sind für mögliche Auffrischungsimpfungen gedacht. Ungarn geht in Sachen Corona-Impfstoffe schon länger eigene Wege. So kaufte es in der EU bisher nicht zugelassene Impfstoffe aus russischer und chinesischer Produktion und nutzte diese neben den über die EU bestellten Vakzinen.

15:04 Uhr | EU-Parlament und Mitgliedsstaaten ringen um Impfpass

In Brüssel sind Vertreter des EU-Parlaments und der EU-Staaten zur möglicherweise entscheidenden Verhandlungsrunde um einen europäischen Impfnachweis zusammengekommen. Das Treffen soll bis zum Abend dauern. Streit gibt es vor allem um die Frage, ob und in welchem Umfang Nationalstaaten trotz EU-Impfpass eigene Regeln erlassen können. Noch ist auch unklar, wann genau das europäische Zertifikat eingeführt werden soll. Das Bundesgesundheitsministerium hatte Anfang der Woche mitgeteilt, man gehe von der zweiten Hälfte des zweiten Quartals, also bis spätestens Ende Juni aus.

14:53 Uhr | ESC-Sieger positiv getestet

Der letzte ESC-Sieger Duncan Laurence aus den Niederlanden verpasst das Finale des Musikwettbewerbs wegen einer Corona-Infektion. Das teilten die Organisatoren mit. Der Gewinner von 2019 habe nach einer Kostümprobe in der Ahoy-Arena am Dienstag einen Tag später "milde Symptome" einer Corona-Infektion gezeigt. Traditionell tritt ein ESC-Gewinner beim nächsten Wettbewerb, der dann in seinem Heimatland ausgetragen wird, live in der Show auf. Er soll nun laut Veranstalter "in einer anderen Form" teilnehmen. Der ESC wird nach einer Corona-Zwangspause im vergangenen Jahr zum 65. Mal ausgetragen, für Deutschland singt der Hamburger Jendrik.

13:06 Uhr | Sachsen-Anhalt will Innengastronomie öffnen

Bei der Landespressekonferenz sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), es gebe eine positive Dynamik im Infektionsgeschehen. Er verwies darauf, dass dem Robert-Koch-Institut zufolge in Sachsen-Anhalt nur noch der Landkreis Harz über einem Corona-Inzidenz-Wert von 100 liegt. Daraus würden sich neue Freiräume ergeben. Ab Dienstag nach Pfingsten solle es in den Schulen eine "Pufferwoche mit hohen Testdichten" geben.

Lockerungen stellte der Ministerpräsident für Menschen in Aussicht, die "getestet, geimpft oder genesen" seien. Das sei die Grundvoraussetzung für Lockerungen. Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sagte, dass Kinder künftig im ÖPNV keine FFP2-Masken mehr tragen müssten, sondern ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz ausreichend sei. Fitness- und Sportstudios werden auch bei einer Inzidenz unter 100 geöffnet. Schwimmhallen werden laut Grimm-Benne "für jedermann" geöffnet mit ensprechenden Testungen.

Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) erklärte, liege an fünf aufeinander folgenden Werktagen die Inzidenz unter 100, dürfe die Gastronomie ihren Innenbereich wieder öffnen. Pro Gast gelten demnach 2,5 Quadratmeter Platz als Anforderung. Zudem dürften die Gaststätten nur von 6 bis 22 Uhr öffnen. Gäste müssen einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Die neue Landesverordnung Sachsen-Anhalts tritt am kommenden Dienstag, 25. Mai, in Kraft.

12:43 Uhr | "Jugend musiziert" erstmals als Video-Wettbewerb

Zum ersten Mal in seiner Geschichte ist der Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" als Video-Wettbewerb in die Finalphase gestartet. Nach Angaben der Organisatoren nahmen heute 140 Jurorinnen und Juroren ihre Arbeit auf. Bis kommenden Mittwoch bewerten sie mehr als 2.200 Wettbewerbs-Beiträge von Kindern und Jugendlichen aus ganz Deutschland. Wegen der Corona-Pandemie wurden die Solo- und Duo-Stücke digital eingereicht – Live-Auftritte gibt es nicht. Neu in der 58-jährigen Geschichte von "Jugend musiziert" ist deshalb auch eine Zweiteilung des Wettbewerbes: Über Pfingsten werden die Solo- und Duo-Kategorien beurteilt, im September sollen die Ensembles folgen – wenn möglich dann in Präsenz.

12:04 Uhr | Hausärzte weiter Teil der Impfkampagne

Hausärzte haben sich bisher nach Angaben ihres Verbandes nur vereinzelt aus der Impfkampagne gegen Corona zurückgezogen. Bundesvorsitzender Ulrich Weigeldt sagte, der Grund sei bei diesen Praxen der stetige Druck. Dazu komme die Enttäuschung der Patienten, die noch keinen Impftermin erhalten könnten. Die meisten Hausärzte täten weiterhin alles, um möglichst schnell, möglichst viele Patienten impfen zu können. Aktuell erhalten Hausärzte oft nicht die bestellten Impfstoff-Mengen.

Verbandschef Weigeldt sprach sich erneut dagegen aus, dass Hausärzte den Impfnachweis nachträglich digital erfassen sollen. Man sei nicht das Pass-Amt der Republik.

11:18 Uhr | EU unterzeichnet Vertrag für bis zu 1,8 Milliarden Biontech-Impfdosen

Nach wochenlangen Verhandlungen hat die EU-Kommission einen Vertrag mit den Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer über bis zu 1,8 Milliarden weitere Corona-Impfdosen unterzeichnet. Wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mitteilte, sollen 900 Millionen von ihnen für Auffrischungsimpfungen eingesetzt werden. Die EU vereinbarte über diese feste Menge hinaus eine Option auf 900 Millionen weitere Impfdosen für die Jahre 2021 bis 2023. Die Kommission hatte die Vertragsunterzeichnung bereits Mitte April angekündigt.

In der EU zugelassen sind bislang neben dem Vakzin von Biontech/Pfizer die Corona-Impfstoffe von Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson. Bei Curevac aus Tübingen, Sputnik V und dem französischen Impfstoff Sanofi-GSK steht eine Zulassung noch aus. Bisher hatte die EU insgesamt 2,6 Milliarden Impfdosen der verschiedenen Hersteller bestellt. Insbesondere bei Astrazeneca hatte es in den vergangenen Monaten jedoch massive Lieferverzögerungen gegeben.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides erklärte, man müsse dem Virus einen Schritt voraus sein. Sie verwies auch auf die Impfung von Jugendlichen und Kindern. In der EU ist der Impfstoff von Biontech/Pfizer bisher ab 16 Jahren zugelassen. In den USA wurde er bereits ab zwölf Jahre freigegeben. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA prüft noch die Zulassung ab zwölf Jahren. Eine Entscheidung könnte im Juni fallen.

10:09 Uhr | Städtetag mahnt zu Vorsicht zu Pfingsten

Der Deutsche Städtetag hat an die Menschen appelliert, trotz gelockerter Corona-Auflagen auch über Pfingsten vorsichtig zu sein. Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy sagte der "Rheinischen Post", die Welt sehe freundlicher aus als zu Ostern. Die Pandemie sei aber nicht besiegt, auch wenn die Inzidenzen sänken und die Zahl der Geimpften zunehme. Dedy betonte, um die neuen Freiheiten nicht zu riskieren, bleibe Vorsicht angesagt.

Auch in Mitteldeutschland können heute weitere Städte und Landkreise Corona-Schutzmaßnahmen lockern. So enden in Weimar, im Landkreis Börde und in Dessau-Roßlau die Beschränkungen der Bundesnotbremse.

09:09 Uhr | Sanierungsstau in Erfurt wegen Materialengpässen

Die Erfurter Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) kann wegen fehlender Materialien Wohnungen nicht wie geplant instand setzen. Darüber berichtet die "Thüringer Allgemeine". Demnach fehlen nicht nur Dachlatten oder Elektrokabel, sondern auch Bodenbeläge, Fliesen und Kleber. Außerdem werden – auch durch Corona – immens steigende Kosten für Material und Baustoffe beklagt. Geplante Sanierungen etwa am Drosselberg seien auf unbestimmte Zeit verschoben, heißt es. Normalerweise setzt die WBG nach eigenen Angaben jährlich rund 500 Wohnungen instand.

Der Rohstoffmangel auf dem Weltmarkt wird im Zuge der Corona-Krise zum akuten Problem, viele Branchen leiden darunter.

08:07 Uhr | Modellprojekt in Anhalt-Bitterfeld genehmigt

In Sachsen-Anhalt liegt der Landkreis Anhalt-Bitterfeld seit Tagen unter der Inzidenz von 100. Dort dürfen nun Hotels und Restaurants wieder öffnen. Nach Angaben des Landkreises hat die Landesregierung ein Modellprojekt genehmigt. Gaststätten und Beherbergungsbetriebe müssten sich allerdings beim Landratsamt melden und unter anderem einen Testbeauftragten benennen. Dieser habe dafür zu sorgen, dass die Beschäftigten zweimal pro Woche einen Corona-Test machten. Die Gäste wiederum müssen einen aktuellen Negativ-Test vorweisen, oder nachweisen, dass sie vollständig geimpft oder von Covid-19 genesen sind. Das Modellprojekt läuft bis Mitte Juni.

Heute berät außerdem die Landesregierung in Magdeburg über die neue Corona-Landesverordnung ab kommenden Dienstag. Geplant sind nach Pfingsten weitere Öffnungen in Gebieten mit niedrigen Corona-Zahlen. Konkret will die Landesregierung eine Spanne zwischen den Inzidenzwerten 50 und 100 festlegen, in der sich eine Region über einen bestimmten Zeitraum bewegen muss, um weitere Öffnungen erlauben zu dürfen.

07:46 Uhr | Neue digitale Konzepte für Sachsens Lehramtsstudenten

Die Lehrerausbildung in Sachsen soll digitaler werden. Damit reagieren die Universitäten auf die Corona-Pandemie. Der Direktor des Leipziger Zentrums für Lehrerbildung und Schulforschung, Jürgen Ronthaler, sagte MDR AKTUELL, derzeit würden in der Entwicklung zehn Jahre übersprungen. Ab Herbst werde ein neues Modul für das Lehramtsstudium Pflicht, das Kompetenzen für den digitalen Unterricht vermittele. Seine Kollegin Meike Breuer von der TU Chemnitz sagte, technische Neuerungen seien ein wichtiges Mittel, um den Unterricht zu ergänzen. Aber gerade Grundschüler müssten weiter Erfahrungen im Klassenverband sammeln. Das auf Distanz zu vermitteln, sei sehr schwierig.

07:25 Uhr | Deutsche Bahn setzt wegen Abstandregeln Pfingsten mehr Züge ein

Die Deutsche Bahn rechnet am Pfingstwochenende mit mehr Reisenden als zu Ostern. Wie ein Sprecher mitteilte, sind die Züge aktuell zu 20 Prozent ausgelastet. Über die Osterfeiertage hatte die Bahn eine Auslastung von 25 bis 30 Prozent verzeichnet – dem Sprecher zufolge immer noch weniger als die Hälfte des Oster-Niveaus vor Corona. "Für das kommende Wochenende erwarten wir mehr Reisende", hieß es. "Auf stark nachgefragten Strecken setzen wir auch über das Pfingstwochenende zusätzliche Züge ein, um unseren Kunden weiterhin einen ausreichenden Platz bieten zu können." Zur Durchsetzung der Corona-Regeln will die Bahn außerdem die Zahl der Sicherheitskräfte im Fernverkehr vor allem auf besonders nachgefragten Verbindungen verdoppeln.

06:47 Uhr | Olympia-Komitee will vor Sommerspielen beruhigen

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will erneut Unsicherheiten in Bezug auf die Sommerspiele in Tokio ausräumen. In einer Videokonferenz sicherte IOC-Chef Thomas Bach den Athleten und dem Gastgeberland Japan "Corona-sichere Sommerspiele" in Tokio zu. Er gehe davon aus, dass mehr als 80 Prozent der Bewohner des Olympischen Dorfes vor den Spielen am 23. Juli geimpft sein werden. Zugleich wies er Befürchtungen zurück, dass die Spiele eine neue Infektionswelle auslösen würde: Andere Sportereignisse hätten gezeigt, dass Veranstaltungen unter strikten Corona-Vorkehrungen sicher stattfinden könnten.

Zuvor gab es in Japan immer mehr Rufe nach einer Absage der Spiele. Der japanische Ärzteverband erklärte, er halte es für die richtige Wahl, ein Ereignis abzusagen, das die Anzahl der Infektionen und Todesfälle erhöhen könnte. Die Krankenhäuser seien jetzt schon voll. Die Olympischen Spiele und die Paralympics sollen in gut zwei Monaten, am 23. Juli, beginnen. Sie waren wegen der Pandemie bereits um ein Jahr verschoben worden.

06:42 Uhr | Lambrecht: Keine Impfpflicht an Schulen

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) lehnt es ab, für Schulen und Kitas eine gesetzliche Corona-Impfpflicht einzuführen, wie sie gegen Masern vorgeschrieben ist. Die SPD-Politikerin sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, die Regierung setze darauf, dass sich ausreichend Kinder und Jugendliche freiwillig impfen ließen, sobald dies möglich sei. "Ich gehe davon aus, dass dies noch im Sommer der Fall sein wird."

Die Corona-Infektion sei mit den Masern nicht vergleichbar, betonte die Ministerin. Bei den Masern sei das Risiko schwerer Komplikationen und Langzeitfolgen bei kleinen Kindern besonders hoch, zudem sei die Krankheit extrem ansteckend. Die Masern-Impfpflicht für Kinder gilt seit dem vergangenen Jahr. Derzeit prüft die EU-Arzneimittelbehörde, ob der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer auch Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren gegeben werden kann.

06:33 Uhr | Ärzte und DRK: Impfziel in Sachsen ist machbar

In Sachsen ist die Zuversicht groß, dass bis zum 21. September alle Impfwilligen eine erste Corona-Schutzimpfung bekommen. Der Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes in Sachsen, Kai Kranich, sagte MDR AKTUELL, er halte das für eine machbare Leistung. Ähnlich äußerten sich Ärzte-Vertreter. Der Chef des Sächsischen Hausärzteverbands, Steffen Heidenreich, sagte allerdings, aktuell müssten Patienten teilweise vertröstet werden, da die bestellten Impfstoffmengen nicht geliefert werden könnten. Auch das Sozialministerium mahnte zu Geduld. Es gebe nach wie vor keine verlässliche Perspektive für die Lieferungen durch den Bund.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 20. Mai 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Mai 2021 | 06:00 Uhr

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