Coronavirus-Pandemie Ticker vom Freitag: Fast 240 Beschwerden gegen Notbremse in Karlsruhe

Beim Bundesverfassungsgericht sind 239 Beschwerden gegen die Notbremse eingegangen. Tschechien ist ab Sonntag kein Hochrisikogebiet mehr. Weimar und Leipzig verbieten mehrere Anti-Corona-Demos am 1. Mai. Der Bund drückt bei Lockerungen für Geimpfte aufs Tempo. Biontech hat einen Antrag auf Zulassung eines Kinder-Impfstoff gestellt.

Unser Ticker am Freitag, 30. April 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:36 Uhr | Torgau: Abi-Prüfungen nach Pandemie-Jahr

In diesen Tagen beenden die Abiturienten die Schule. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt soll das Pandemieabitur nicht schmälern, heißt es. Aber die Erlebnisse eines Abschlussjahres sind unwiederbringlich verloren.

21:43 Uhr | USA verlängern Maskenpflicht bis September

Die US-Regierung verlängert nach eigenen Angaben die Maskenpflicht in sämtlichen Transportmitteln bis zum 13. September. Damit soll die Ausbreitung des Coronavirus verhindert werden. Die am 1. Februar eingeführte Maskenpflicht sollte ursprünglich am 11. Mai enden.

20:43 Uhr | Gericht erklärt Demoverbote in Plauen für rechtens

Die Verbote von drei Demonstrationen in Plauen am 1. Mai bleiben bestehen. Das Verwaltungsgericht Chemnitz lehnte am Abend Eilanträge dagegen ab. Die Richter erklärten, bei der Abwägung der Interessen am Gesundheitsschutz auf der einen und einer ungehinderten Ausübung des Versammlungs- und Meinungsäußerungsrechts auf der anderen Seite hätten die gesundheitlichen Aspekte Vorrang. Die Antragsteller können aber noch Beschwerde beim Sächsischen Oberverwaltungsgericht einlegen.

19:29 Uhr | Saarland erlässt Geimpften Testpflicht

Auch das Saarland hat Erleichterungen für vollständig geimpfte und von einer Corona-Infektion genesene Menschen beschlossen. Wie die Staatskanzlei mitteilte, brauchen diese ab Montag keinen Test für einen Friseurbesuch oder einen Einkauf in bestimmten Geschäften. Zudem entfalle eine Quarantänepflicht nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet, wenn es sich nicht um ein Gebiet mit einer Virusvariante handelt.

17:42 Uhr | Jena verbietet Demo aus Infektionsschutz-Gründen

Die Stadt Jena hat eine geplante Versammlung von Rechtsextremen am 1. Mai untersagt. Die Stadtverwaltung erklärte, Grund sei eine hohe Gefährdung der Jenaer Bevölkerung durch die potenzielle Nichteinhaltung des Infektionsschutzes. Die hinter der Anmeldung stehende Personengruppe sei dafür bekannt, Infektionsschutzkonzepte und Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht einzuhalten. Anmelder der Demo war die rechtsextreme Partei III. Weg.

Laut Landespolizeiinspektion Jena gilt das Verbot auch für "jede Form einer Ersatzveranstaltung an diesem Tag".

17:25 Uhr | Brasilien bittet Ausland um Impfstoff

Brasiliens Gesundheitsminister Marcelo Queiroga hat andere Länder dazu aufgefordert, Impfdosen abzugeben, damit Brasilien seine Impfkampagne ausweiten und die Ausbreitung neuer Varianten verhindern könne. Auf einer Pressekonferenz der Weltgesundheitsorganisation sagte er, Brasilien habe bislang 41 Millionen Dosen verimpft.

Brasilien ist eins der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder. In dem Land mit gut 210 Millionen Einwohnern wurden bislang 14,5 Millionen Infektionen nachgewiesen. Mehr als 400.000 Infizierte sind inzwischen gestorben. Präsident Jair Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost und zieht auch den Sinn von Impfungen in Zweifel. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss untersucht Vorwürfe, wonach Bolsonaro mögliche Impfstofflieferungen ausgeschlagen haben soll.

17:09 Uhr | Gericht rügt Einreiseverbot für Zweitwohnungsbesitzer in MV

Das von der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern verhängte Verbot für Auswärtige, ihre Zweitwohnungen in Mecklenburg-Vorpommern nutzen zu dürfen, verstößt nach Auffassung des Oberverwaltungsgerichts in Greifswald gegen das Grundgesetz. Das Gericht erklärte, die Vorschrift sei weder erforderlich noch verhältnismäßig.

Die Richter kritisierten vor allem, dass das Einreiseverbot vollständig Geimpfte genauso behandle wie nicht Geimpfte. Dabei gebe es keinen sachlichen Grund, sie an der Einreise zu hindern. Das Gericht forderte die Landesregierung auf, den Passus in der Corona-Verordnung schnellstmöglich zu ändern. Es lehnte aber ab, die Passagen der Verordnung wie beantragt sofort außer Kraft zu setzen.

16:32 Uhr | Update: Karlsruhe erhält 239 Beschwerden gegen Notbremse

Beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe sind bis Freitagnachmittag 239 Verfahren im Zusammenhang mit dem Infektionsschutzgesetz eingegangen. Das teilte ein Gerichtssprecher mit. Die Verfassungsbeschwerden und Eilanträge richteten sich vor allem gegen die Ausgangsbeschränkungen, teilweise aber auch gegen das ganze Gesetz. Zu den Klägern gehören Bundestagsabgeordnete von FDP und AfD sowie Verbände und Einzelpersonen. Das Infektionsschutzgesetz sieht eine "Notbremse" für Regionen mit einem Inzidenzwert über 100 vor.

Der Professor für öffentliches Recht an der Universität Augsburg, Josef Franz Lindner, erklärte, er sehe gute Erfolgschancen für die Beschwerden. Er sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, Maßnahmen wie die Ausgangssperre, die auf einer fragwürdigen Inzidenzzahl basiere und keine Ausnahmeregelung für geimpfte oder genesene Personen beinhalte, seien klar unverhältnismäßig und eine eklatante Verletzung der Grundrechte.

16:18 Uhr | Landtagswahl in Sachsen-Anhalt keine reine Briefwahl

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird ganz regulär stattfinden und keine reine Briefwahl sein. Das gab Landeswahlleiterin Christa Dieckmann am Freitag bekannt. In einer Pressemitteilung erklärte sie, für eine reine Briefwahl lägen die Voraussetzungen nicht vor. Ein Aufsuchen des Wahllokals sei aus heutiger Sicht möglich.

15:26 Uhr | Bund will Lockerungen für Geimpfte deutlich früher

Die geplanten Lockerungen der Corona-Regeln für Geimpfte sollen möglicherweise schon in der nächsten Woche kommen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Abstimmung zwischen den Ressorts solle bis Montag abgeschlossen sein. Ziel sei ein mehrheitsfähiger Entwurf in Bundestag und Bundesrat. Schon am 7. Mai sei eine Sitzung der Länderkammer geplant. Ursprünglich sollte der Bundesrat drei Wochen später über die Verordnung abstimmen. Der Entwurf aus dem Bundesjustizministerium sieht für vollständig Geimpfte sowie Genesene deutliche Erleichterungen vor. Für sie sollen keine Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen mehr gelten.

15:00 Uhr | Weimar verbietet "Querdenken"-Demos

Auch die Stadt Weimar hat mehrere für morgen geplante Demonstrationen verboten. Anhänger der "Querdenken"-Bewegung hatten insgesamt drei Versammlungen angemeldet. Die Kundgebungen sollten in der Nähe des Weimarer Amtsgerichtes stattfinden - als Solidaritätsbekundung für einen Richter, der dort im April gegen die Maskenpflicht an Schulen entschied.

Die Stadt begründete das Verbot mit Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Es sei nicht abzuschätzen, wie viele Menschen der Internetaufruf zur Demo mobilisiere. Oberbürgermeister Peter Kleine sprach von einem "unkalkulierbaren Risiko". Die Anmelder haben noch die Möglichkeit, vor Gericht zu ziehen.

14:48 Uhr | Leipzig verbietet drei Demos am 1. Mai

Die Stadt Leipzig hat drei für den 1. Mai angemeldete Demonstrationen verboten. Dazu zählen die Kundgebung der rechtsextremen Partei III. Weg sowie eine Demo und ein Fahrradkorso, die von der Bürgerbewegung Leipzig 2021 angemeldet worden waren. Die Bewegung wird zum Spektrum der Corona-Maßnahmen-Gegner gezählt. Die Stadt begründete die Versammlungsverbote mit dem Infektionsschutz.  

Insgesamt sind in Leipzig für den ersten Mai zwölf Demonstrationen  und Fahrradaufzüge angemeldet worden.

14:39 Uhr | Spahn: Maskenpflicht bleibt auch für Geimpfte

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält es für erforderlich, dass auch Geimpfte weiterhin eine Mund-Nasen-Schutzmaske tragen. Wer geimpft sei, erkranke zwar nicht, könne das Virus aber durchaus in sich tragen und weitergeben, sagte Spahn. Dies gelte aber allenfalls für eine Übergangsphase. "Diese Maske ist unheimlich nervig", räumt der CDU-Politiker ein. Aber für ein paar weitere Wochen und Monate halte er dies für zumutbar, um die dritte Welle zu brechen.

14:28 Uhr | Tschechien an Sonntag kein Hochinzidenz-Risikogebiet

Die Bundesregierung wird Tschechien wegen stark sinkender Corona-Infektionszahlen am Sonntag vom Hochinzidenz- zum normalen Risikogebiet herunterstufen. Damit müssen Reiserückkehrer beziehungsweise Einreisende kein negatives Testergebnis mehr vorweisen. Tschechien war eines der ersten 20 Länder, die als Hochinzidenzgebiete mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche eingestuft wurden. Zwischenzeitlich waren auch stationäre Grenzkontrollen eingeführt worden, diese endeten bereits vor zwei Wochen. Inzwischen registriert das Land eine Sieben-Tage-Inzidenz von weniger als 150 Menschen je 100.000 Einwohner.

13:03 Uhr | Antrag auf Zulassung von Kinder-Impfstoff gestellt

Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer haben bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA die Zulassung ihres Corona-Impfstoffes für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren beantragt. Wie beide Unternehmen mitteilten, geht es dabei um die Anpassung und Erweiterung der bestehenden Zulassung auf diese Altersgruppe.

13:05 Uhr | Arbeitsministerium stellt neue Corona-Hilfen in Aussicht

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat neue Corona-Hilfen für Unternehmen angekündigt. Die Gespräche über weitere Unterstützungsleistungen zwischen Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Finanzminister Olaf Scholz beginnen demnach im Mai. Ziel müsse es sein, Massenarbeitslosigkeit zu verhindern. Heil schloss auch die Verlängerung der Corona-Kurzarbeiterregelungen Ende Juni nicht aus.

12:55 Uhr | Russland hat Impfstoff für Tiere hergestellt

Russland ist die Produktion von Covid-19-Impfstoff für Tiere gelungen. Wie die Landwirtschaftsaufsicht mitteilte, werden die bislang vorhandenen 17.000 Dosen innerhalb des Landes eingesetzt. Carnivac-Cov hatte die Zulassung in Russland im März erhalten. Es fördert die Antikörper-Bildung bei Katzen, Hunden, Füchsen und Nerzen und soll unter anderem in Pelzfarmen zum Einsatz kommen. Unternehmen auch aus Deutschland hätten Interesse an dem Impfstoff angemeldet.

12:32 Uhr | Zahl der ITS-Patienten sinkt - Lage dennoch weiter kritisch

Zwar ist die Zahl der in deutschen Krankenhäusern registrierten Corona-Intensivpatienten leicht auf 5.002 gesunken, dennoch bleibt die Lage kritisch. So wurden am Freitag in Thüringen 189 Covid-19-Kranke intensivmedizinisch behandelt. Damit waren knapp 27 Prozent der Intensivbetten mit diesen Patienten belegt. Das sind drei Prozentpunkte weniger als in den vergangenen Wochen - aber aus Sicht von Intensivmedizinern gilt eine Covid-19-Belegungsquote von 20 Prozent als kritischer Schwellenwert. Im April mussten mehrere schwer an Covid-19 erkrankte Patienten aus Thüringer Krankenhäusern nach Hamburg, Bayern und Niedersachsen verlegt worden.

12:32 Uhr | Frankreich öffnet den Kreis der Impfberechtigten

In Frankreich können am Samstag alle Menschen mit Begleiterkrankungen ab 18 Jahren geimpft werden. Anders als zunächst nur stark Übergewichtige können sich alle Übergewichtigen impfen lassen – ebenso wie Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck oder Nieren- und Herzproblemen. Bislang konnten sich in Frankreich Menschen mit sehr hohem Risiko für eine schwere Form der Lungenkrankheit Covid-19 impfen lassen. Dies galt etwa für Krebskranke. Ab Montag sollen trotz hoher Sieben-Tage-Inzidenz landesweit die Schulen wieder für den Präsenzunterricht öffnen. Ab Mitte Mai wird die Ausgangssperre von derzeit 19 Uhr auf 21 Uhr verschoben und Außengastronomie sowie Theater, Museen und Kinos öffnen.

11:20 Uhr | Stiko hofft auf Kinderimpfung ab September, GEW bremst Hoffnungen bei Eltern und Lehrern

Die Lehrergewerkschaft GEW hat vor zu großen Hoffnungen auf Impfungen für Schüler, Eltern und alle Lehrer noch vor den Sommerferien gewarnt. GEW-Chefin Marlies Tepe sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, beim Tempo, das bisher allein für Schutzmaßnahmen an Schulen vorgelegt worden sei, falle es schwer, "sich vorzustellen, dass ab Juni Kinder und Jugendliche in so großem Stil geimpft sein könnten, um noch vor den Sommerferien größtenteils von Fern- und Wechselunterricht wieder auf Präsenzunterricht umzustellen". Aktuell hapere es noch gehörig am Gesundheitsschutz für Lehrende, Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern, hätten auch Lehrer in Risikogruppen noch nicht alle eine Impfung erhalten.

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, orientiert derweil auf den Start ins nächste Schuljahr. Mertens sagte der "Rheinischen Post", Impfungen für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ab September halte er für realistisch. Bei jüngeren Kindern könnte das noch knapp sein.

Der Biontech-Konzern hatte am Donnerstag angekündigt, schon bald die EU-Zulassung seines Impfstoffs für 12- bis 15-Jährige zu beantragen.

10:31 Uhr | Ungarn öffnet für Geimpfte und Genesene

Ungarn wird am ab Samstag zahlreiche Corona-Einschränkungen für Geimpfte und Genesene aufheben. Sie werden dann wieder Gaststätten, Fitnessstudios, Museen, Zoos, Kinos, Theater und Sportveranstaltungen besuchen können oder in Hotels übernachten. Das Land begründet dies mit Impf-Erfolgen: Vier der zehn Millionen Einwohner haben bereits eine Erstimpfung erhalten. Ungarn setzt dabei auch in der EU nicht zugelassenen Impfstoff aus Russland und China ein. Ungeachtet dessen meldet das Land weiter Neuinfektionen. Am Donnerstag lag die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner 164.

10:21 Uhr | Wirtschaftsleistung geschrumpft

Die Leistung der deutschen Wirtschaft ist im ersten Quartal verglichen mit dem Vorquartal um 1,7 Prozent gesunken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes führte die Corona-Krise nach einer Erholung in der zweiten Jahreshälfte 2020 wieder zu einem Rückgang der Leistung. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte Anfang der Woche dennoch optimistisch nach vorn geblickt und mit 3,5 Prozent eine höhere Wachstumsprognose vorgelegt als noch zum Jahresende.

10:00 Uhr | Nach Ermittlungsstopp: Ärztekammer-Beschwerde beim Generalstaatsanwalt eingereicht

Nachdem die Staatsanwaltschaft Chemnitz die Ermittlungen gegen eine Ärztin aus Oelsnitz wegen Volksverhetzung eingestellt hat, hat die Landesärztekammer Sachsen Beschwerde beim Generalstaatsanwalt eingelegt. Das sagte Kammersprecher Knut Köhler dem MDR. Zudem kündigte er eine berufsrechtliche Prüfung durch die Kammer an.

Wir haben jetzt Beschwerde beim Generalstaatsanwalt eingelegt, weil sich an der Rechtsauffassung der Landesärztekammer nichts geändert hat und wir der Meinung sind, dass wir als Kammer ja auch die Pflicht haben, das Ansehen des Berufsstandes zu schützen.

Die Internistin soll auf einer öffentlichen Veranstaltung Mund-Nasen-Bedeckungen gegen die Coronavirus-Pandemie mit dem antisemitischen Judenstern der Nazis verglichen haben. Laut Ärztekammer soll die Ärztin auf einer Demonstration von Corona-Leugnern gesagt haben: "Die Maske ist der Stern. Ich bin schon froh, dass er nicht gelb sein muss". Diese Aussagen sind nach Ansicht der Ärztekammer nicht mehr von der im Grundgesetz verankerten Meinungsfreiheit gedeckt.

09:53 Uhr | Weniger Erstimpfungen in Sachsen-Anhalt möglich

In mehreren Regionen Sachsen-Anhalts kommt die Corona-Impfkampagne offenbar ins Stocken. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper zufolge können wegen Lieferengpässen im Impfzentrum der Stadt vorläufig kaum noch Erstimpfungen verabreicht werden. In den nächsten zwei Wochen würden deshalb fast ausschließlich Zweitimpfungen gespritzt. Eine ähnliche Lage gibt es im Salzlandkreis. Nach Angaben von Landrat Markus Bauer könnten ab Samstag vor allem Zweitimpfungen abgesichert werden. Erstimpfungen seien zwar weiterhin möglich, jedoch nur in den Impfstationen in den Städten Schönebeck und Bernburg. Zuvor hatte der Burgenlandkreis mitgeteilt, dass dort im Mai ebenfalls nur Zweitimpfungen verabreicht werden.

08:53 Uhr | Intensivmediziner fordern Impfmobile für soziale Brennpunkte

Intensivmediziner haben Impfaktionen verstärkt in sozialen Brennpunkten gefordert. Der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, sagte der "Rheinischen Post", auf den Intensivstationen lägen überdurchschnittlich viele Menschen aus ärmeren Bevölkerungsschichten, Menschen mit Migrationshintergrund und sozial Benachteiligte. Um diese Menschen besser zu schützen, sollten Kommunen mobile Impfteams in die sozialen Brennpunkte der Städte schicken. Zugleich machte er auf die Belastung des Intensiv-Personals aufmerksam: "Die Mitarbeiter der Krankenhäuser brauchen dringend einen Sommer der Ruhe und Entlastung." Bereits jetzt wolle ein Drittel der Pflegenden den Beruf wechseln und fast die Hälfte ihre Arbeitszeit reduzieren.

08:46 Uhr | Dorf, Bars und Restaurants in Vietnam abgeriegelt

Nachdem in Vietnam nach 35 Tagen wieder ein neuer Corona-Fall aufgetreten ist, sind in Hanoi alle Bars und Nachtclubs geschlossen worden. Außerdem ordneten die Behörden Maskenpflicht im öffentlichen Raum an. Hintergrund ist der positive Corona-Test eines 27-Jährigen, der Anfang April aus Japan zurückgekehrt war. Er war Medienberichten zufolge zwei Wochen in staatlicher Quarantäne und dreimal negativ auf das Virus getestet worden, bevor er in seine Heimat zurückkehrte. Erst dann wurde seine Erkrankung erkannt. Inzwischen seien acht weitere Fälle bestätigt worden. Die meisten sollen mit dem 27-Jährigen in Verbindung stehen. Das Dorf des Mannes wurde abgeriegelt. In Vietnam wurden bislang nur etwa 2.900 Corona-Fälle verzeichnet. 35 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben.

07:26 Uhr | Portugal kehrt weiter zur Normalität zurück

Portugal lockert die Corona-Beschränkungen in Regionen mit niedrigen Fallzahlen weiter. Nach Angaben von Regierungschef Antonio Costa entfallen ab Samstag die Kontrollen an der spanischen Grenze. Außerdem sind dann Hochzeiten und andere Versammlungen grundsätzlich wieder erlaubt. Auch Sport in der Halle und draußen ist wieder möglich. Die Öffnungszeiten für Cafés, Restaurants und kulturelle Veranstaltungsorte werden insbesondere an den Wochenenden ausgeweitet. In Regionen mit hohen Corona-Fallzahlen bleiben die Einschränkungen aber weiter bestehen.

07:20 Uhr | Jenaer Statistik-Professor warnt vor Vorfreude

Trotz sinkender Corona-Neuinfektionen warnen Forscher der Universität Jena vor zu großen Hoffnungen. André Scherag, Professor für Medizinstatistik, sagte MDR AKTUELL, die Zahlen schwankten zu sehr. Er würde noch nicht so viel darauf geben, dass es jetzt aussehe wie ein Plateau. Der Virologe Klaus Stöhr, viele Jahre für die Weltgesundheitsorganisation WHO und jetzt als Berater tätig, sagte MDR AKTUELL hingegen, die Winterwelle laufe aus. In den nächsten zwei Wochen erwarte er ein weiteres Abflachen. Beim Übergang in den Sommer würden die Inzidenzwerte weit unter 50 fallen. Seit einigen Tagen melden die Gesundheitsämter dem RKI weniger Neuinfektionen.

06:45 Uhr | Über 200 Verfahren zu Corona-Notbremse in Karlsruhe registriert

Die Zahl der Beschwerden und Anträge gegen die "Bundesnotbremse" vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ist diese Woche deutlich gestiegen. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten, hat sich die Zahl im Zeitraum von Dienstag bis Donnerstagnachmittag auf 202 fast verdoppelt. Einem Sprecher zufolge richten sie sich vor allem gegen Ausgangsbeschränkungen und die Kontaktbeschränkungen. Einige richteten sich auch gegen alle Regeln des neuen Infektionsschutzgesetzes, das am vergangenen Samstag in Kraft getreten war.

06:30 Uhr | Semperoper Dresden visiert Juni als Start für Spielbetrieb an

Die Semperoper Dresden bereitet sich für einen Spielbetrieb vor Publikum ab Juni vor. Intendant Peter Theiler sagte, ursprünglich sollte sich der Vorhang für die Oper "Capricci" am 8. Mai heben. Das sei nun nicht möglich: "Nun heißt der Plan B: Spielbetrieb frühestens ab Juni." Derzeit können Besucher der Internetseite Online-Aufführungen anschauen. Die ersten ansteuerbaren Aufführungen liegen Anfang Juni.

06:15 Uhr | Inzwischen mehr als 400.000 Todesopfer in Brasilien 

In Brasilien sind inzwischen mehr als 400.000 Menschen nach einer Corona-Infektion gestorben. Wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht, haben 401.186 Menschen die Infektion mit dem Virus nicht überlebt. Angesteckt haben sich demnach 14,6 Millionen Menschen. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hatte zunächst Schutzmaßnahmen gegen das Virus abgelehnt, und jetzt öffentlich Zweifel an den Impfungen angemeldet. Derzeit untersucht ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss Vorwürfe, wonach Bolsonaro mögliche Impfstofflieferungen ausgeschlagen und Bundesmittel gegen die Pandemiebekämpfung veruntreut haben soll.

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 30. April 2021

Guten Morgen, auch Freitag halten wir Sie in diesem Ticker über alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. April 2021 | 06:00 Uhr

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland