Coronavirus-Pandemie Ticker vom Freitag: Spanien und Niederlande zu Hochinzidenzgebieten erklärt

Die Bundesregierung hat ganz Spanien und die Niederlande wegen hoher Corona-Infektionszahlen zu Hochinzidenzgebieten erklärt. Die EMA empfiehlt den Einsatz des Moderna-Vakzins für Kinder ab 12. Niedersachsen denkt über eigene Corona-Regeln nach. Dem Virologen Christian Drosten geht das Impfen zu langsam voran. Die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Touristen genießen die Sonne an einem Strand auf der spanischen Insel Mallorca.
Spanien und die Niederlande gelten von Dienstag an als Hochinzidenzgebiete. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Freitag, 23. Juli 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

19:04 Uhr | Hochschule testet Einsatz von Corona-Spürhunden bei Konzerten

Für ein Projekt zum Einsatz von Corona-Spürhunden bei Konzerten stellt das niedersächsische Kulturministerium 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Dabei will die Tierärztliche Hochschule Hannover in Zusammenarbeit mit einem Konzertveranstalter prüfen, ob und wie Großveranstaltungen durch den Einsatz der Spürhunde sicherer werden könne, Teilte das Ministerium mit. "Die Studie könnte ein Lichtblick für Künstlerinnen und Künstler und Veranstalter werden", sagte Kulturminister Björn Thümler.

Schon eine Pilotstudie der Tierärztlichen Hochschule hatte gezeigt, dass die Corona-Hunde mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn in der Lage sind, Speichelproben von infizierten und gesunden Menschen mit rund 94-prozentiger Sicherheit zu unterscheiden. Eine Folgestudie ergab, dass auch Schweiß und Urin geeignetes Probenmaterial sind.

18:40 Uhr | Sylt: Öffentlicher Quarantäneaufruf nach Corona-Fall in Bar

Auf Sylt müssen Dutzende Besucher und Besucherinnen einer Bar in Quarantäne, weil ein Gast positiv auf Corona getestet wurde. Wie der Kreis Nordfriesland am mitteilte, waren in der fraglichen Zeit in der Nacht zum Mittwoch etwa 80 Gäste anwesend.

Da es wegen eines technischen Fehlers der Luca-App nicht gelinge, die gespeicherten Daten der Besucher und Besucherinnen abzurufen, rufe das Gesundheitsamt des Kreises alle Gäste, die in der Nacht ab 0.38 Uhr länger als zehn Minuten in dem Lokal waren, öffentlich auf, sich in Quarantäne zu begeben. Sie müssten entweder in ihrer Wohnung oder in ihrem Urlaubsquartier bleiben.

17:22 Uhr | Thüringen erstattet Kitagebühren auch bei Bundesnotbremse

Thüringer Eltern bekommen Gebühren für die Kinderbetreuung auch dann zurück, wenn die Einrichtungen wegen des Wirkens der Bundesnotbremse in der Corona-Pandemie schließen mussten. Eine Anpassung des entsprechenden Landesgesetzes verabschiedete der Thüringer Landtag einstimmig.

Bislang war geregelt, dass Eltern die Gebühren vom Land erstattet bekommen, wenn Landesregeln dazu führen, dass Kindergärten schließen müssen. Nun soll die Erstattung auch wirken, wenn Bundesregeln zu einer Schließung führen.

16:55 Uhr | Erster Corona-Fall im deutschen Olympia-Team

Im deutschen Olympia-Team in Tokio gibt es einen ersten Corona-Fall. Der Radsportler Simon Geschke sei positiv auf das Virus getestet worden und werde daher nicht am Straßenrennen am Samstag teilnehmen können, teilte der Deutsche Olympische Sportbund am Eröffnungstag der Spiele mit.

16:35 Uhr | Apotheken können bald wieder Impfzertifikate ausstellen

Apotheken in Deutschland sollen ab kommender Woche schrittweise wieder Corona-Impfzertifikate ausstellen können. Wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte, werden die Apotheken nach und nach wieder Zugang zum Portal des Deutschen Apothekerverbands (DAV) bekommen.

Der DAV hatte die Ausstellung der Zertifikate am Mittwoch in Rücksprache mit dem Ministerium gestopppt. Grund waren Berichte über eine Sicherheitslücke. Das "Handelsblatt" hatte mit gefälschten Dokumenten auf dem entsprechenden Server einen Gastzugang für eine nicht existierende Apotheke eingerichtet und falsche Zertifikate ausdrucken können. Laut Gesundheitsministerium ist es nach aktuellem Kenntnisstand zu keinem Betrug beim Ausstellen von Zertifikaten gekommen.

15:51 Uhr | Spanien und Niederlande zu Hochinzidenzgebieten erklärt

Die Bundesregierung hat ganz Spanien und die Niederlande wegen hoher Corona-Infektionszahlen in der Pandemie zu Hochinzidenzgebieten erklärt. Das teilte das Robert Koch-Institut mit. Damit gilt von Dienstag an für Einreisende oder Reiserückkehrer eine zehntägige Quarantänepflicht für alle, die nicht geimpft sind oder als genesen gelten. Bei Hochinzidenzgebieten kann ein vorgelegter Negativtest erst nach fünf Tagen von der Quarantänepflicht befreien.

15:44 Uhr | Kroatien verschärft Maßnahmen an Adria

Angesichts steigender Corona-Inzidenzzahlen an der Adriaküste hat Kroatien die Vorsichtsmaßnahmen in diesem Urlaubsgebiet verstärkt. Die neuen Beschränkungen betreffen auch die Gastronomie sowie private Zusammenkünfte, an denen nur noch bis zu 15 Personen ohne Covid-Immunitätszertifikat teilnehmen dürfen. EU-Bürger und Bürgerinnen dürfen weiterhin nach Kroatien einreisen, wenn sie das EU-weit gültige Corona-Zertifikat vorlegen.

15:11 Uhr | EMA empfiehlt Moderna ab 12 Jahren

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt auch den Corona-Impfstoff von Moderna für Jugendliche ab zwölf Jahren. Das teilte der zuständige EMA-Ausschuss mit. Der Nutzen des Impfstoffs überwiege die Risiken. Nun muss noch die EU-Kommission der Zulassung zustimmen, das gilt aber als Formsache. Bislang darf das Vakzin von Moderna erst ab 18 Jahren eingesetzt werden.

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer darf in der EU bereits seit Ende Mai für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren eingesetzt werden. Die Ständige Impfkommission empfiehlt ihn für Jugendliche aber derzeit nur bei bestimmten Vorerkrankungen.

14:58 Uhr | USA bestellen weitere 200 Millionen Impfdosen

Die USA haben 200 Millionen weitere Dosen des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer bestellt. Diese zusätzlichen Dosen sollen im Zeitraum zwischen Oktober und April ausgeliefert werden, wie die Unternehmen mitteilten. Die US-Regierung hat demnach auch die Option, in der Zukunft an neue Varianten des Virus angepasste Versionen des Vakzins zu erhalten.

Zudem hatten Biontech/Pfizer auch angekündigt, unter anderem in der EU und den USA die Zulassung für eine dritte Corona-Impfdosis zur Auffrischung des Impfschutzes zu beantragen. Damit soll die volle Wirksamkeit der Immunisierung auch angesichts neuer Virus-Varianten aufrechterhalten werden.

14:02 Uhr | Holter will keinen Fernunterricht mehr

Nach den Sommerferien sollen alle Kinder in Thüringen in die Schule gehen. Bildungsminister Helmut Holter sagte MDR THÜRINGEN, das ganze Schuljahr solle in Präsenz stattfinden. Es müsse aber weiter auf Hygiene geachtet werden. "Schule darf nicht besonders betrachtet werden, sondern es müssen überall gleiche Maßstäbe gesetzt werden", so Holter wörtlich. In Thüringen war heute Zeugnistag.

13:41 Uhr | Urteil: Keine Urlaubstage durch Quarantäne

Wer wegen einer Corona-Infektion in Quarantäne musste, hat laut Gerichtsurteil keinen Anspruch auf nachträgliche Urlaubstage. Das hat das Arbeitsgericht Bonn entschieden.

Geklagt hatte eine Frau, die im vergangenen Jahr einen Teil ihrer Urlaubszeit in Quarantäne verbringen musste. Deshalb verlangte sie von ihrem Arbeitgeber nachträglich fünf Urlaubstage. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass eine Arbeitsunfähigkeit während des Urlaubs mit einem ärztlichen Attest nachgewiesen werden muss. Eine behördliche Quarantäne-Anordnung sei nicht dasselbe.

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Es kann Berufung beim Landesarbeitsgericht Köln eingelegt werden.

13:29 Uhr | Niedersachsen erwägt eigene Corona-Regeln

Niedersachsens Landesregierung denkt darüber nach, die Corona-Regeln im Alleingang anzupassen. Eine Regierungssprecherin begründete das am Freitag in Hannover damit, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in einigen Bereichen nicht mehr als Maßstab tauge.

Es gebe demnach Bereiche, die wegen der steigenden Infektionszahlen von Einschränkungen bedroht seien, aber "mit der Entwicklung des Infektionsgeschehens gar nichts zu tun haben." Andererseits müsse man auch auf die in manchen Regionen mit "besorgniserregendem Tempo" ansteigenden Infektionszahlen reagieren.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte am Mittwoch ein zeitnahes Treffen von Bund und Ländern gefordert. Mecklenburg-Vorpommern schloss sich der Forderung am Freitag an. Kanzlerin Angela Merkel hatte sich am Donnerstag offen dafür gezeigt.

12:12 Uhr | Griechenlands Regierungschef verteidigt Impfpflichten

Corona-Impfungen könnten in Griechenland laut Regierungschef Kyriakos Mitsotakis allgemein verpflichtend gemacht werden. Dies sei nicht verfassungswidrig, wie Impfgegner immer wieder behaupteten, sagte Mitsotakis am Freitag. Wörtlich sagte er:

Der Staat ist berechtigt, von allen Bürgern die Erfüllung ihrer Pflicht zu gesellschaftlicher und nationaler Solidarität zu fordern.

Kyriakos Mitsotakis Ministerpräsident Griechenland

Die konservative Regierung hatte Donnerstag gesetzlich durchgesetzt, dass sich nur Geimpfte in Innenräumen von Restaurant, Theatern und anderen Einrichtungen aufhalten dürfen. Zudem muss sich das Personal im Gesundheitsbereich impfen lassen. Außerdem dürfen in der Privatwirtschaft Arbeitgeber von ihren Angestellten fordern, dass sie sich impfen lassen. Bei Protesten gegen die Regelungen kam es in den vergangenen Tagen zu Ausschreitungen.

Die griechische Polizei setzt Tränengas und Wasserwerfer ein, um Anti-Impf-Demonstranten während einer Kundgebung auf dem Syntagma-Platz zu vertreiben.
Die griechische Polizei setzt Tränengas und Wasserwerfer gegen Anti-Impf-Demonstranten ein. Bildrechte: dpa

11:42 Uhr | Rund 100 Menschen nach Abi-Feiern in Quarantäne

In Kempten im Allgäu müssen sich rund 100 Kontaktpersonen nach Abitur-Feiern in Quarantäne begeben. Wie das Landratsamt Oberallgäu am Freitag mitteilte, waren unter den Gästen einer offiziellen Abschlussfeier vor gut einer Woche fünf Infizierte, die sich auf unterschiedlichen Wegen angesteckt hatten. Bei privaten Feiern nach der Veranstaltung hätten sich dann sieben weitere Menschen infiziert. Die positiv getesteten Besucher hätten wiederum viele Kontakte gehabt. Rund 100 enge Kontaktpersonen seien umgehend ermittelt worden. Weitere Corona-Fälle seien "derzeit nicht auszuschließen".

11:23 Uhr | Drosten besorgt wegen weniger Impfungen

Nach Ansicht des Virologen Christian Drosten geht das Impfen in Deutschland nicht schnell genug voran. Er sei "zunehmend besorgt über den Impffortschritt", sagte der Leiter der Virologie der Berliner Charité in einem schriftlich geführten Interview der Deutschen Presse-Agentur. Viele Menschen wähnten sich angesichts einer niedrigen Inzidenz in einem falschen Sicherheitsgefühl. "Es ist wichtig, jetzt sehr viel mehr Informationsarbeit zu leisten – auch im privaten Umfeld, damit die Impfquote schneller ansteigt. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit von erneuten schmerzhaften Eingriffen im Winter", erklärte Drosten.

10:30 Uhr | Ärzte und Lehrer fordern mehr Schutz an Schulen

Die Bundesärztekammer und der Lehrerverband fordern mehr Schutzmaßnahmen an Schulen. Zur Verringerung der Infektionsdynamik und um Wechselunterricht zu vermeiden, müssten "tägliche Testungen vor Unterrichtbeginn" ermöglicht werden, sagte Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die bisher in vielen Ländern üblichen zwei Schnelltests pro Woche reichten nicht aus.

Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger sagte den Funke-Medien: "Wir brauchen zum Schuljahresstart eine Phase mit besonderen erhöhten Infektionsschutzmaßnahmen an Schulen, unserer Ansicht nach eher für zwei Monate als für einen Monat." In dieser Phase solle es eine Maskenpflicht für alle Altersstufen geben.

In Mitteldeutschland beginnen die Sommerferien gerade erst.

08:15 Uhr | Mobile Impfteams in Sachsen unterwegs

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist am Wochenende auch mit mobilen Impfteams in Sachsen präsent. Wer sich spontan impfen lassen möchte, kann dies unter anderem am Sonnabend auf dem Lingnerplatz vor dem Hygienemuseum in Dresden machen. Das DRK zielt damit auch auf Besucher des Dynamo-Spiels und der "Langen Nacht der Museen". Weitere DRK-Aktionen sind in Freiberg, Görlitz und Aue geplant. Weitere Details im Corona-Ticker von MDR SACHSEN:

08:09 Uhr | Neuseeland erschwert Reisen nach Australien

Nach einem Anstieg der Neuinfektionen in Australien hat Neuseeland das quarantänefreie Reisen zwischen beiden Ländern ausgesetzt. Die Regelung gelte für mindestens zwei Monate, kündigte die neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern an.

In Australien sind die Corona-Zahlen zuletzt gestiegen. Besonders betroffen ist der Bundesstaat New South Wales mit der Metropole Sydney. Dort wurde am Freitag der Notstand ausgerufen. Landesweit befindet sich etwa die Hälfte der Bevölkerung in Down Under im Lockdown.

07:50 Uhr | "Nacht-Impfen" in Sömmerda

Die Impfstelle im thüringischen Sömmerda bietet heute Nacht Impftermine an. Wie ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen sagte, sollen damit zum Beispiel Schichtarbeiter und Menschen erreicht werden, die tagsüber keine Zeit haben oder nicht am Ort sind. Zwischen 20 und 0 Uhr können sich Impfwillige über 18 Jahre mit dem Serum von Johnsen & Johnsen gegen Corona impfen lassen. Dieser Impfstoff muss nur einmalig verabreicht werden.

06:54 Uhr | Ethikratsvorsitzende appelliert an Verantwortungsgefühl der Menschen

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, mahnt zu einem weiteren Ernstnehmen der Pandemie. "Ich habe die Sorge, dass Ermüdung und Überdruss inzwischen groß sind", sagte sie im Interview der "Rheinischen Post". Zudem hätten viele Menschen die Vorstellung, nur das zu tun, was vorgeschrieben sei. Es brauche aber eine geteilte Verantwortung von Staat, Gesellschaft und jedem Einzelnen. Regelmäßige Tests und Masken könnten etwa weiter hilfreich sein, um eine vierte Welle flach zu halten – auch wenn diese nicht mehr vorgeschrieben seien.

06:47 Uhr | 19 weitere Corona-Fälle bei Olympia

Am Tag der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Tokio haben die Organisatoren 19 weitere Corona-Fälle veröffentlicht. Das ist der bisherige Höchstwert seit Beginn der Erfassung der Tests am 1. Juli. Damit stieg die Zahl der positiven Tests auf insgesamt 106. Wie das Organisationskomitee in dem am Freitag veröffentlichten Tagesbericht bekannt gab, gehören zu den Betroffenen drei Athletinnen oder Athleten, die nicht aus Japan kommen. Namen oder Herkunftsländer werden nicht genannt.

06:30 Uhr | Hausärzte: Impfkampagne braucht "bessere PR"

Die deutsche Impfkampagne benötigt nach Ansicht von Ärztevertretern eine "deutlich bessere PR". Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland": "Wenn ein Katastrophenszenario nach dem anderen entworfen wird, trotz steigender Zahl Geimpfter, dann ist es doch kein Wunder, wenn die Unsicherheit zunimmt." Weigelt plädierte zudem für zusätzliche Freiheiten für Geimpfte.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Quelle: dpa, AFP, epd, MDR Aktuell

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Juli 2021 | 06:00 Uhr

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