Coronavirus-Pandemie Ticker: Köpping: "Bei Corona-Regeln nicht die Schlupflöcher suchen"

Die sächsische Landesregierung hat für den Freistaat strenge Ausgangsbeschränkungen erlassen. Der Bund darf im kommenden Jahr wegen der Corona-Krise erneut hohe Schulden machen. Nach einem neuen Rekord bei den Infektionen wollen immer mehr Bundesländer einen sofortigen und bundesweiten Lockdown im Handel. Mit 28.179 neu bestätigten Coronavirus-Ansteckungen sind in Deutschland mehr denn je an einem Tag gemeldet worden. Auch die bekannt werdenden Todesfall-Zahlen sind weiter gestiegen.

"Geschlossen" steht auf einem Schild an der Tür eines Restaurants.
Ab Montag gelten in Sachsen wieder strikte Ausgangsbeschränkungen. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Freitag, 11. Dezember 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

19:19 Uhr | Sachsens Regierung verhängt Lockdown ab Montag

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat Sachsens Regierung einen Lockdown verhängt. Von Montag an bleiben Kitas, Schulen sowie zahlreiche Läden geschlossen, dazu gehören auch Baumärkte. Spielplätze bleiben geöffnet. Das beschloss das Kabinett am Freitag in Dresden in seiner neuen Corona-Schutzverordnung.

Sozialministerin Petra Köpping appeliert an die Bürgerinnen und Bürger, das Bundesland nicht zuverlassen, selbst wenn man an der Grenze zu einem Nachbarbundesland wohne und die Entfernung nicht weiter als 15 Kilometer sei. Ein Verbot wäre zwar nicht haltbar, wer aber etwa in einen großen Einkaufspark in Sachsen-Anhalt fahre, gefährde sich und andere. Köpping bat darum, nicht die Schlupflöcher in der Verordnung zu suchen, sondern darum, dass die Bürger mitmachen.

Wenn ich immer wieder nach der Lücke suche, dann werden wir immer länger brauchen.

Petra Köpping, Sozialministerin

Überall dort, wo sich Menschen begegnen, gilt eine Maskenpflicht. Zudem gibt es ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit und eine nächtliche Ausgangssperre. Die Ausgangssperre soll allerdings für Heiligabend und für Silvester nicht gelten. Die Kontaktbeschränkungen auf fünf Personen aus zwei Haushalten bleibe aber für Silvester bestehen. Über die Erlaubnis von Feuerwerk wollen sich die Länder und der Bund nach Angaben von Köpping am Sonntag verständigen. Dieser einheitlichen Regelung werde sich Sachsen anschließen.

18:36 Uhr | Debatte um bundesweiten Lockdown

Deutschland hat wieder neue Höchstwerte in der Corona-Pandemie erreicht und die Forderungen nach einem harten Lockdown werden von Stunde zu Stunde lauter. Immer mehr Bundesländer verkünden verschärfte Maßnahmen.

18:34 Uhr | Vertrauen in russischen Impfstoff fehlt

Russland gehört zu den ersten Ländern weltweit, das seine Bevölkerung gegen Covid-19 impft. Doch der Impfstoff ist umstritten - eine dritte Testphase fand nie statt. Entsprechend groß sind die Zweifel in der Bevölkerung.

17:34 Uhr | Strenge Ausgangbeschränkungen in Dresden bereits ab Samstag

In Dresden gelten wegen der Corona-Pandemie ab Samstag strenge Ausgangsbeschränkungen. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, ist das Verlassen des Hauses ohne triftigen Grund dann untersagt. Erlaubt seien damit nur noch Wege zu Arbeit, Schule, Ärzten, Ehe- und Lebenspartnern sowie hilfsbedürftigen Menschen. Erlaubt bleibe auch das Einkaufen von Waren des täglichen Bedarfs sowie Sport und Bewegung im Umkreis von 15 Kilometern. Zudem werde der Ausschank von alkoholischen Getränken verboten und Versammlungen auf 200 Personen begrenzt. Begründet wurde die Maßnahme mit der anhaltend hohen Zahl an Neuinfektionen. Laut Robert Koch-Institut liegt die Sieben-Tage-Inzidenz für Dresden bei 200.

17:22 Uhr | Dresdner Verwaltungsgericht verbietet "Querdenken"-Demo am Samstag

Die für Samstag in Dresden geplante "Querdenken"- Kundgebung gegen die Corona-Politik bleibt verboten. Das entschied das Verwaltungsgericht Dresden am Freitagnachmittag. Der Veranstalter hatte im Vorfeld für diesen Fall bereits angekündigt, dann vor der Oberverwaltungsgericht Bautzen zu ziehen.

Die Stadt Dresden hatte die für 4.000 Menschen angemeldete Kundgebung am Dienstag wegen der Gefährdung der Sicherheit untersagt und am Donnerstag auch weitere Demonstrationen dieser Gruppe verboten.

16:57 Uhr | Eilantrag gegen Heimkehrer-Quarantäne erfolglos

Das Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt hat einen Eilantrag gegen die Quarantäne-Regeln für Heimkehrer aus Risikogebieten abgelehnt. Laut Gericht war der Antragsteller Anfang Dezember für zwei Tage nach Österreich gereist. Das Land ist bis auf zwei Gemeinden seit dem 1. November als Corona-Risikogebiet eingestuft. Er klagte anschließend wegen der angeordneten Quarantäne von zehn Tagen. Das Gericht erklärte, die Quarantäneregelung sei voraussichtlich rechtlich nicht zu beanstanden. In der aktuellen Gefahrenlage dürfe angenommen werden, dass bei Rückkehrern aus Risikogebieten typischerweise ein Ansteckungsverdacht bestehe.

15:24 Uhr | Test-Pflicht in Pflegeheimen in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt will in Pflegeheimen verpflichtende Corona-Tests einführen. Sozialministerin Petra Grimm-Benne sagte dem MDR, die Mitarbeiter in den Heimen sollten sich zwei Mal pro Woche Schnelltests unterziehen. Besuche sollten nicht generell verboten, aber auf eine Person pro Bewohner und Tag begrenzt werden. Außerdem müssten Besucher ebenfalls einem Schnelltest absolvieren. Die Landesregierung in Magdeburg will am kommenden Dienstag eine neue Corona-Verordnung auf den Weg bringen.

15:20 Uhr | Patientenschützer für Hilfskräfte in Pflegeeinrichtungen

Die Stiftung Patientenschutz schlägt vor, Mitarbeiter aus Gastronomie und Hotels für Corona-Tests in Pflegeeinrichtungen einzuspannen. Der Vorsitzende Eugen Brysch sagte MDR AKTUELL, diese Mitarbeiter seien jetzt alle in Kurzarbeit oder arbeitslos. Viele Pflegeheime und ambulante Pflegedienste hätten nicht mehr die Kapazitäten, Bewohner und Mitarbeiter regelmäßig zu testen oder Tests zu organisieren. Wo es notwendig sei, könnte man das mit einem Pool aus bezahlten Helfern organisieren.

15:17 Uhr | Bundestag beschließt Etat 2021 mit hohen Schulden

Der Bund darf im kommenden Jahr wegen der Corona-Krise erneut hohe Schulden machen. Der Bundestag beschloss mit den Stimmen der großen Koalition den Haushalt für das kommende Jahr. Insgesamt will Finanzminister Olaf Scholz etwas weniger ausgeben, als im laufenden Jahr. Mehr als ein Drittel der Ausgaben soll durch Kredite über fast 180 Milliarden Euro finanziert werden.

Geplant sind wegen der anhaltenden Krise Zuschüsse für Unternehmen, Krankenhäuser, Flughäfen und die Bahn. Für die Beschaffung von Corona-Impfstoffen sind rund 2,7 Milliarden Euro vorgesehen. Eingeplant sind auch höhere Ausgaben für mehr Kindergeld ab Januar und eine Entlastung der Bürger durch den Abbau des Solidaritätszuschlags.

15:10 Uhr | Dulig: Bund will Corona-Hilfen im Lockdown erhöhen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat höhere Corona-Hilfen bei einem harten Lockdown in Aussicht gestellt. Das sagte der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig nach einem Videogespräch mit dem CDU-Politiker. Dulig zufolge hat Altmaier zugesichert, dass die Überbrückungshilfen auch im Januar gezahlt werden sollen. Unternehmen und der Einzelhandel sollten bei Umsatzverlusten einen bestimmten Prozentsatz ihrer Fixkosten erstattet bekommen. Der Bund überlege zudem, den Förderhöchstbetrag von 200.000 Euro pro Monat noch einmal zu erhöhen.

14:38 Uhr | Übersterblichkeit vor allem in Sachsen

In der zweiten Novemberwoche sind in Deutschland deutlich mehr Menschen gestorben als im Durchschnitt der letzten vier Jahre. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Demnach lag die sogenannte Übersterblichkeit bei etwa acht Prozent. Nach Angaben von Destatis ist in Sachsen die Entwicklung der Sterbefallzahlen besonders auffällig. Dort habe sie bei 27 Prozent gelegen. Im Unterschied zu anderen Bundesländern nehme in Sachsen die Differenz zum Durchschnitt der Vorjahre von Woche zu Woche deutlich zu.

13:15 Uhr | Kultusminister für Schulschließungen

Eine flächendeckende Schließung der Schulen in Deutschland rückt wieder näher. Die Dynamik der Pandemie mache das nötig, sagte die aktuelle Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD), am Freitag nach einer zweitägigen Videokonferenz.

die evangelische Grundschule Sömmerda im Online-Präsenz-Unterricht.
Schulen wohl bald wieder zu - offen ist aber wie lange. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Eine Verlängerung der Weihnachtsferien lehnten sie dabei ab. Stattdessen sollten Schulen nötigenfalls vor und nach den Ferien wieder zum Fernunterricht übergehen oder zu einem Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht.

Wichtig sei, dass die Einschränkungen für die Schulen möglichst kurz gehalten werden, sagte Hubig. Für jüngere Schüler müsse es auch wieder Notbetreuung geben können, wenn Präsenzunterricht komplett eingestellt werden sollte. Einen formalen Beschluss dazu fasste die Konferenz aber nicht. Die Kultusminister würden Hubig zufolge die Beschlüsse der Ministerpräsidenten selbstverständlich mittragen.

13:04 Uhr | Ausgangsbeschränkungen in Baden-Württemberg

Nach Ladenschließungen nach Weihnachten hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann nun auch Ausgangsbeschränkungen für sein Land ab morgen angekündigt. Wie der Grünen-Politiker sagte, könnten die Ausnahmen etwa Wege zur Arbeit oder zum Arzt sein. Das solle für vorerst vier Wochen gelten. Tagsüber sollen demnach mehr Kontakte erlaubt sein als nachts. Nur vom 23. bis 27. Dezember solle auch der Besuch von privaten und religiösen Veranstaltungen in der Nacht erlaubt sein.

12:48 Uhr | Unklarheit über Bund-Länder-Treffen

Während Regierungschefs der Länder von Beratungen über neue Maßnahmen gegen das Coronavirus am Sonntag in Berlin ausgingen, steht nach Angaben der Bundesregierung kein Termin fest. Eine Sprecherin sagte aber, Bund und Länder seien bei dem Thema ständig im Gespräch und Bundeskanzlerin Angela Merkel für weitere offen.

Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther etwa hatte eine schnelle Ministerpräsidentenkonferenz mit Merkel gefordert, "am besten schon heute, spätestens morgen", sagte der CDU-Politiker am Freitag. Auch er setzt sich für einen harten Lockdown so schnell wie möglich ein. Laut Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wird bis Sonntag mehrmals beraten. Heute Abend solle es eine Runde mit Ministerpräsidenten geben und am Sonntag mit der Bundesregierung.

12:22 Uhr | Laschet fordert Lockdown "schnellstmöglich"

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat "schnellstmöglich" einen bundesweiten Lockdown für den Handel bis zum 10. Januar gefordert. "Wir können nicht mehr warten", sagte der CDU-Politiker am Freitag in Düsseldorf. Hamsterkäufe und überfüllte Läden müssten ausgeschlossen werden. Ein Krisengipfel von Bund und Ländern solle besser schon Samstag statt am Sonntag stattfinden. Die Präsenzpflicht für Schulen in Nordrhein-Westfalen setzte das Land ab Montag aus: Schüler der unteren Stufen können und sollen zu Hause unterrichtet werden, ältere Schüler ab Klasse acht auf Distanz.

12:02 Uhr | Söder und Spahn für bundeseinheitliche Aktion

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder plädiert für einen möglichst kompletten Lockdown vor Weihnachten. Jetzt alles herunterzufahren, sei besser als unübersichtliche Differenzierungen, sagte der CSU-Politiker bei einem Treffen mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in einem jetzt neu eingerichteten Impfzentrum in Nürnberg.

Jens Spahn
Jens Spahn - hier Anfang Dezember in Düssldorf in einem der neuen Corona-Impfzentren Bildrechte: dpa

Ferien sollten vorgezogen und Geschäfte geschlossen werden, sagte Söder weiter. Zudem seien Ausgangsbeschränkungen und -sperren nötig. Auch Spahn plädierte bei dem Treffen für eine rasche Verschärfung der Maßnahmen. "Besser früher als später", sagt der CDU-Politiker: Zügiges und bundeseinheitliches Agieren seien jetzt gefragt.

11:54 Uhr | Mehr Rechtsextreme auf "Querdenken"-Demos

Auch in Sachsen registriert der Verfassungsschutz eine zunehmende Radikalisierung der "Querdenken"-Bewegung. Der Präsident des Landesamts, Dirk-Martin Christian, sagte MDR AKTUELL, unter die Demonstranten mischten sich zunehmend Rechtsextremisten und Reichsbürger. Sie versuchten auszutesten, ob sie so die Mitte der Gesellschaft erreichen könnten.

Christian betonte, die "Querdenker" in Sachsen seien aber kein Beobachtungsfall für den Verfassungsschutz. Es lägen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die Bewegung durch Extremisten systematisch unterwandert oder gesteuert sei. In Baden-Württemberg wird die Bewegung dagegen vom Verfassungsschutz beobachtet.

11:25 Uhr | Thomaner- und Kreuzchor sagen alle Auftritte ab

Nach dem Dresdner Kreuzchor hat nun auch der Thomanerchor in Leipzig alle Auftritte bis zum 10. Januar abgesagt. Der bevorstehende Lockdown in Sachsen und der erste bestätigte Corona-Fall in den eigenen Reihen des Knabenchores hätten zu dieser Entscheidung geführt, teilte der Thomanerchor am Freitag mit. Der Alumnat- und Probenbetrieb würden sofort eingestellt, alle geplanten Weihnachsauftritte fielen damit aus.

Auch im Dresdner Kreuzchor waren Sänger positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Chor hatte bereits vor zwei Wochen alle Auftritte abgesagt.

10:24 Uhr | Sachsen-Anhalt plant neue Maßnahmen

Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat jetzt schärfere Schutzmaßnahmen angekündigt. Nach der Kabinettssitzung heute Morgen sagte der CDU-Politiker MDR SACHSEN-ANHALT, das werde vor allem Pflegeheime und Schulen betreffen. In den Heimen solle es stärkere Testverpflichtungen für die Beschäftigten, für Besucher und für die Bewohner geben sowie restriktivere Regelungen für Besuche.

Wo es hohe Infektionszahlen gibt, sollen demnach auch schulische Aktivitäten heruntergefahren werden. Kommenden Dienstag wolle die Landesregierung eine neue Verordnung auf den Weg bringen, die bis Anfang Januar gelten solle. Am Präsenzunterricht in den Schulen will das Land in der Woche vor den Weihnachtsferien aber noch festhalten.

09:45 Uhr | Seehofer für harten Lockdown sofort

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat einen harten Lockdown noch vor Weihnachten gefordert. "Die einzige Chance, wieder Herr der Lage zu werden, ist ein Lockdown, der aber sofort erfolgen muss", sagt der CSU-Politiker dem "Spiegel" laut Vorabbericht. Werde bis nach Weihnachten gewartet, "werden wir noch Monate mit den hohen Zahlen zu kämpfen haben." Der Vorteil, den Deutschland sich im Frühjahr erkämpft habe, sei verspielt. Das liege "vor allem an unzureichenden Maßnahmen".

09:40 Uhr | Landtagssitzung in Thüringen fällt aus

Die heute geplante Sondersitzung des Landtags in Erfurt ist abgesagt. Wie vom Ältestenrat zu erfahren war, wurde das kurz vor dem geplanten Sitzungsbeginn entschieden, weil mehrere Abgeordnete in Quarantäne sind. Erst gestern hatte die Linke-Abgeordnete Anja Müller per Twitter mitgeteilt, sie sei positiv auf das Coronavirus getestet. Spekulationen, wonach auch mehrere AfD-Abgeordnete infiziert seien, dementierte die Fraktion auf Anfrage der "Ostthüringer Zeitung". Nach deren Bericht hatte es auch Kritik an einer Weihnachtsfeier der AfD-Fraktion gegeben, die Anfang dieser Woche im Landtag stattgefunden hatte.

09:00 Uhr | Lockdown in Baden-Württemberg geplant

Baden-Württemberg soll nach den Weihnachtstagen und dann bis mindestens 10. Januar in den Lockdown gehen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann von den Grünen kündigte an, eine gemeinsame Lösung mit den Nachbarländern anstreben zu wollen, wenn keine bundeseinheitliche Lösung gefunden werde. Wie genau der Lockdown aussehen soll, blieb zunächst offen. Kretschmann sagte, er werde sich auf der Ministerpräsidenten-Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntag für einen bundesweiten Lockdown einsetzen.

08:50 Uhr | Keine Beruhigung der Pandemie in den USA

In den USA sind binnen 24 Stunden fast 3.000 Tote im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen verzeichnet worden. Nach den Daten der Johns-Hopkins-Universität wurden am Donnerstag 2.934 Todesfälle registriert. Das ist der zweithöchste Tageswert bisher. Der höchste war am Mittwoch mit 3.124 erreicht worden. Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb eines Tages lag am Donnerstag erneut über der Marke von 200.000 und mit 224.452 noch höher als am Mittwoch. Hier wurde der bisher höchste Wert mit 227.828 Fällen am 4. Dezember bekannt.

08:18 Uhr | Ramelow appelliert an Bevölkerung

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat erneut an die Menschen im Land appelliert, ihre Kontakte rigoros einzuschränken. Der Linke-Politiker verteidigte den nunmehr geplanten harten Lockdown im Land, der voraussichtlich am 19. Dezember greifen soll.

Bodo Ramelow Ministerpräsident Thüringen
Bodo Ramelow, Ministerpräsident in Thüringen Bildrechte: dpa

MDR THÜRINGEN sagte Ramelow, dass Krankenhäuser an ihre Grenzen gerieten. Mit dem bisherigen Teil-Lockdown habe man die Welle der neuen Infektionen noch nicht brechen können. Es sei jetzt wichtiger, Leben zu erhalten, die Zahl der schwer Erkrankten und auch die der Todesopfer zu senken.

07:52 Uhr | Neuer Schnelltest von Roche auf dem Weg

Der Schweizer Pharmakonzern Roche bringt einen neuen Antigen-Schnelltest für das Coronavirus auf den europäischen Markt. Ab Anfang 2021 werde Roche monatlich eine zweistellige Millionenzahl des Tests produzieren, teilte das in Basel ansässige Unternehmen mit. In den USA habe man zudem eine Notfallzulassung für den Test beantragt.

07:30 Uhr | Charité warnt vor Notstand in Krankenhäusern

Der Vorstandschef der Berliner Charité, Heyo Kroemer, hat vor einem baldigen Notstand in den deutschen Krankenhäusern gewarnt. Derzeit könne man die Situation noch bewältigen, sagte er gestern Abend in der ARD: "Aber wir sind sehr bald an der Grenze des Machbaren." Die Zahl freier Intensivbetten in Deutschland täusche. Tatsächlich gebe es viel weniger, zumal das Personal durch die aufwändige Versorgung von Covid-19-Patienten extrem gefordert sei. Man müsse jetzt sehr schnell reagieren, sagte Kroemer. Man wisse schließlich, dass ein Teil der jetzt infizierten Menschen bald auf den Intensivstationen landen werde.

07:00 Uhr | Thüringen schließt Geschäfte ab 19. Dezember

Thüringens Landesregierung hat strengere Schutzmaßnahmen beschlossen. Wie die Staatskanzlei in der Nacht mitteile, sollen ab dem 19. Dezember die meisten Geschäfte schließen, mit Ausnahme der Lebensmittelgeschäfte und der für den Grundbedarf. In den Schulen soll für die Klassenstufen eins bis sechs Distanzunterricht eingeführt werden. Über mögliche nächtliche Ausgangsbeschränkungen will die Landesregierung am Dienstag beraten. Bereits ab Samstag gelten Ausgangsbeschränkungen im Altenburger Land.

06:30 Uhr | Fast 600 Todesopfer an einem Tag registriert

Auch die Zahl der an oder mit dem Coronavirus gestorbenen Menschen hat in Deutschland einen neuen Höchstwert erreicht. Das Robert Koch-Institut meldete heute ingesamt 20.970 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 in Deutschland – 598 mehr als am Vortag. Bei den vom RKI gemeldeten Todesfällen gibt es einen längeren Verzug. Neu registrierte liegen in der Regel ein bis zwei Wochen zurück. Daher ist zu erwarten, dass diese Zahl – analog zu den Infektionszahlen – weiter steigt.

06:15 Uhr | Forderungen nach hartem Lockdown

Angesichts der nach oben schnellender Infektionszahlen werden die Forderungen lauter, das öffentliche Leben in Deutschland nun schon vor Weihnachten drastisch einzuschränken. Bei MDR AKTUELL sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, er halte es für dringend geboten, nächste Woche die Schulen zu schließen. Im ZDF hatte kurz zuvor auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) weitere Maßnahmen gefordert. Bund und Länder haben sich bisher nicht auf einen gemeinsamen Weg einigen können. Am Wochenende soll es aber neue Gespräche geben.

06:10 Uhr | Mehr als 28.000 neue Infektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben gestern insgesamt 28.179 neu bestätigte Coronavirus-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet, so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Das geht aus den Daten des beim Institut für Technologie in Karlsruhe angesiedelten Risklayer-Projekts hervor. Aus Sachsen wurden demnach 2.680 neue Infektionen gemeldet, 976 aus Thüringen und 651 aus Sachsen-Anhalt. Die Sieben-Tage-Inzidenz hat deutschlandweit damit bei 20.243 gelegen.

6:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 11. Dezember 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Dezember 2020 | 06:00 Uhr

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