Coronavirus-Pandemie Ticker: Hartz-IV-Empfänger bekommen ab kommender Woche FFP2-Masken

Hartz-IV-Empfänger bekommen ab kommender Woche kostenlose FFP2-Masken. Der Bund hat für die Monate November und Dezember bisher rund fünf Milliarden Euro Corona-Hilfen ausgezahlt. Die Fallzahlen in Mitteldeutschland sinken, doch die Lage bleibt kritisch. In Thüringen gab es sogar mehr Erstinfektionen als vor einer Woche. Die aktuellen Entwicklungen zur Pandemie im Überblick.

FFP2-Masken werden an einem Verkaufsstand in der Innenstadt bereitgelegt. In der Innenstadt ist das Tragen einer Maske Pflicht. Eine bundesweite Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske zum Beispiel in Geschäften und dem ÖPNV wird derzeit von der Politik diskutiert. In Bayern gilt die FFP2-Maskenpflicht schon von dem 18.1. an.
FFP2-Masken sind im ÖPNV und Geschäften inzwischen Pflicht – Hartz-IV-Empfäger sollen deshalb kostenlos Masken bekommen. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Freitag, 5. Februar 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:14 Uhr | Coronavirus-Variante aus Brasilien erstmals in Spanien nachgewiesen

In Spanien ist erstmals eine in Brasilien verbreitete Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Die Coronavirus-Mutante sei bei einem 44-jährigen Mann entdeckt worden, der Ende Januar aus dem südamerikanischen Land kommend am Madrider Flughafen gelandet sei, teilte die Regionalregierung von Madrid mit. Es handle sich um den ersten Nachweis dieser Mutante in Spanien.

21:19 Uhr | Viele Kinder in Großbritannien von Corona-Komplikationen betroffen

In Großbritannien werden bis zu 100 Kinder pro Woche wegen Corona-Komplikationen in Kliniken eingeliefert. Das berichtet die englische Zeitung "The Guardian". Die im Schnitt elf Jahre alten Kinder sind am Pädiatrischen Inflammatorischen Multisystem-Syndrom (PIMS) erkrankt. Das Syndrom ist mit hohem Fieber, Hautausschlag und Magen-Darm-Problemen verbunden. Inzwischen würde die Krankheit, die mehrere Wochen nach einer Corona-Infektion auftrete, aber besser behandelt werden können. Es gebe zur Zeit zudem lediglich viele PIMS-Fälle, weil es auch allgemein viele Corona-Fälle in Großbritannien gebe.

20:11 Uhr | Dänemark schließt Tötung von 15 Millionen Nerzen ab

Die Keulung von 15 Millionen Nerzen in Dänemark wegen der Corona-Pandemie ist abgeschlossen. Wie ein Sprecher der Veterinärbehörde des Landes sagte, wurden die letzten der im Land lebenden Tiere am Donnerstag getötet. Hintergrund war die Entdeckung einer auf den Menschen übertragbaren Coronavirus-Mutante bei den Tieren. Dänemark ist eigentlich das größte Exportland von Nerzen. Im November hatte das Land allerdings eine Notschlachtung aller 15 Millionen Tiere angekündigt. Damit sollte die Verbreitung einer mutierten und auf den Menschen übertragbaren Form von Sars-CoV-2 verhindert werden.

Zwei Nerze in einem Käfig
In Dänemark wurden 15 Millionen Nerze getötet, um die Ausbreitung einer Virus-Mutation zu verhindern. Bildrechte: imago/blickwinkel

19:06 Uhr | Sächsisches Vogtland: Corona-Ausbrüche in Kitas

Im vogtländischen Treuen ist es zu mehreren Corona-Ausbrüchen in Kindereinrichtungen gekommen. In einer Pressemitteilung spricht die Stadt von einem "dynamischen Infektionsgeschehen" seit vergangener Woche Freitag. Innerhalb einer Woche wurden 13 Erzieherinnen, Erzieher und technisches Personal positiv auf das Virus getestet. Neun weitere Kontaktpersonen wurden in Quarantäne geschickt. Ob das Infektionsgeschehen sich durch eine Corona-Mutation so verschärft hat, ist noch unklar.

18:51 Uhr | Corona-Lockerungen in Polen

Ab Ende kommender Wochen dürfen in Polen Hotels, Pensionen und Schwimmbäder wieder öffnen – allerdings mit Einschränkungen. In dem zwischenzeitlich stark von der Pandemie betroffenem Land sind die Infektionszahlen zuletzt gesunken, liegen aber auf 100.000 Einwohner gerechnet noch höher als in Deutschland.

18:24 Uhr | WHO-Chef appelliert an reiche Länder

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat an die reichen Länder appelliert, Corona-Impfstoffe abzugeben. "Es ist nötig, dass Länder Impfstoffdosen abgeben, wenn sie mit der Impfung ihres Pflegepersonals und der älteren Menschen durch sind", sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus. Er kritisierte, dass in manchen Ländern bereits jüngere Menschen geimpft würden, die keine höheren Krankheitsrisiken hätten. "Dreiviertel der Impfungen haben in zehn Ländern stattgefunden, die zusammen 60 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung ausmachen", sagte Tedros. "In fast 130 Ländern mit 2,5 Milliarden Einwohnern ist noch nicht eine einzige Impfdosis verabreicht worden", sagte er.

18:12 Uhr | Uni Oxford: Astrazeneca-Impfstoff wirkt auch gegen britische Corona-Variante

Der Impfstoff von Astrazeneca ist nach Angaben der an der Entwicklung beteiligten Oxford-Universität auch gegen die in Großbritannien verbreitete Corona-Mutante wirksam. Einer fortlaufenden Untersuchung zufolge habe das auch in der EU zugelassene Vakzin eine "ähnliche Wirksamkeit" auf die britische Virus-Mutante wie auf die bisher bekannte Variante, teilte die Universität mit.

Die Ergebnisse, die aus Proben stammen, die zwischen Oktober und Mitte Januar entnommen wurden, würden auch auf eine reduzierte Viruslast hindeuten, erklärte Andrew Pollard aus dem Forscherteam in Oxford. Dies könne zu weniger Übertragungen führen. Die mutierte Variante des Coronavirus, die zuerst Ende September im Südosten Englands auftauchte, ist ansteckender als das ursprüngliche Virus.

18:03 Uhr | Merkel und Macron: Europäische Impfstoffbeschaffung ist richtig

Trotz der Schwierigkeiten bei der Beschaffung von ausreichend Corona-Impfstoff haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron den eingeschlagenen europäischen Weg bekräftigt. Die grundsätzliche Entscheidung hierfür "ist und war richtig", sagte Merkel am Freitag in einer gemeinsamen Video-Pressekonferenz. Macron sagte zum Impfen: "Wir sind mitten in der Schlacht. Und mitten in der Schlacht muss man kämpfen." Auch er unterstütze den gewählten europäischen Ansatz voll und ganz. Man müsse sich vorstellen, was wäre, wenn Deutschland und Frankreich hier im Wettbewerb stünden. Das wäre "Chaos" und kontraproduktiv".

16:20 Uhr | Hartz-IV-Empfänger bekommen ab kommender Woche kostenlos FFP2-Masken

Ein Mann mit FFP2-Maske im öffentlichen Nahverkehr
Im öffentlichen Nahverkehr sind FFP2-Masken inzwischen Pflicht. Bildrechte: imago images / photosteinmaurer.com

Hartz-IV-Empfänger können sich ab Ende kommender Woche kostenfrei mit FFP2-Masken versorgen. Die entsprechende Verordnung tritt am Samstag in Kraft, sodass die Krankenkassen in der nächsten Woche mit der Versendung der Briefe beginnen können, wie eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums am Freitag in Berlin sagte. Nach Einschätzung des Bundesgesundheitsministeriums könnte es etwa eine Woche dauern, bis die Briefe bei den Anspruchsberechtigten sind. Mit dem Schreiben von der Krankenkasse können die Grundsicherungsempfänger zur Apotheke gehen und sich jeweils zehn Masken abholen. Mit der Sonderreglung sollen sich auch Bezieher von Grundsicherung besser gegen die besonders ansteckenden Virus-Varianten wappnen können.

16:11 Uhr | Corona-Zuschlag für 3,8 Millionen Bezieher von Grundsicherung

Den in der Großen Koalition vereinbarten Corona-Zuschlag von 150 Euro sollen rund 3,8 Millionen erwachsene Bezieher der Grundsicherung für Arbeitslose, Ältere oder Behinderte erhalten. Das geht aus dem Gesetzentwurf hervor, den Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nach Angaben aus Regierungskreisen an die anderen Ministerien verschickte und der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Das Kabinett solle in einem vereinfachten Verfahren bis Montag zustimmen. Die Kosten der Einmalzahlung, die der Bund übernimmt, werden auf 575 Millionen Euro beziffert.

15:14 Uhr | Fünf Milliarden Euro für November und Dezember ausgezahlt

Der Bund hat für die Monate November und Dezember bisher rund fünf Milliarden Euro Corona-Hilfen ausgezahlt. Das teilte das Wirtschaftsministerium mit. In den vergangenen Tagen seien größere Summen an Unternehmen und Selbständige gegangen. Die Regierung hatte für beide Monate insgesamt 30 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Wirtschaft und Selbständige hatten immer wieder kritisiert, die Anträge seien zu bürokratisch und die Hilfen würden zu langsam ausgezahlt.

15:01 Uhr | Großbritannien sichert sich 50 Millionen zukünftige Curevac-Impfdosen

Großbritannien hat seinen Kurs der frühzeitigen Corona-Impfstoff-Beschaffung ausgeweitet und sich 50 Millionen Dosen eines zukünftigen Impfstoffs des deutschen Herstellers Curevac gesichert, der auch gegen Virus-Mutationen wirken soll. Das Tübinger Unternehmen werde mit der britischen Regierung zusammenarbeiten, um solche Impfstoffkandidaten zu entwickeln, teilte Curevac am Freitag mit. Teil der Vereinbarung sind 50 Millionen Dosen, die Großbritannien zustehen sollen, wenn die Vakzine zugelassen werden.

Ein Mann pipettiert in einem Labor des biopharmazeutischen Unternehmens CureVac eine blaue Flüssigkeit.
Curevac aus Tübingen: Das Unternehmen hat noch keinen Impfstoff auf dem Markt, aber bereits mit Großbritannien Lieferverträge über mögliche Nachfolger des ersten Impfstoffs abgeschlossen. Bildrechte: dpa

14:49 Uhr | Reihenfolge nicht eingehalten: Landrat und Stellvertreter in Wittenberg schon geimpft

Bei den Impfungen gegen das Corona-Virus haben in Sachsen-Anhalt auch höhere Behördenmitarbeiter bereits eine erste Impfdosis erhalten, obwohl sie zu keiner Risikogruppe gehören. Dabei handelt es sich nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT um den Landrat des Landkreises Wittenberg, Jürgen Dannenberg (Linke), und um Vize-Landrat Jörg Hartmann (CDU). Der Sprecher des Landkreises, Ronald Gauert, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, das sei kein Verstoß gegen die Impfverordnung. Sie sieht vor, dass zuerst Hochbetagte, Schwerkranke und medizinisches Personal geimpft werden sollen.

14:20 Uhr | Neue Daten - Astrazeneca-Impfstoff wirkt auch bei Älteren

Der Corona-Impfstoff des Pharmaunternehmens Astrazeneca hilft offenbar auch bei älteren Menschen. Britischen Gesundheitsbehörden zufolge belegen neue Studiendaten die Wirkung. Hinweise auf mangelnde Wirksamkeit bei Älteren habe es nicht gegeben. Der Impfstoff von Astrazeneca wird in Großbritannien und von der EU-Arzneimittelbehörde EMA ohne Altersbegrenzung eingesetzt. In Deutschland und einigen anderen EU-Ländern soll er aufgrund mangelnder Daten nur unter 65-Jährigen verabreicht werden.

14:05 Uhr | Zulassung für weiteren Impfstoff beantragt

Der Pharmakonzern Johnson & Johnson hat in den USA eine Notfallzulassung für seinen Covid-Impfstoff beantragt. Bei dem Vakzin ist nur eine Dosis für den Immunschutz notwendig. Die Tochterfirma Janssen Biotech reichte den Antrag bei der Aufsichtsbehörde FDA ein. In den USA sind bislang die Corona-Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen. Der J&J-Impfstoff hat nach Unternehmensangaben eine Wirksamkeit von 66 Prozent. Schwere Erkrankungen vermeide das Mittel zu 85 Prozent.

13:28 Uhr | Medien – RB Leipzig gegen Liverpool wohl in Ungarn

RB Leipzig trägt sein Champions-League-Heimspiel gegen den FC Liverpool offenbar in Budapest aus. Wie der "Sportbuzzer" berichtet, soll die Achtelfinal-Partie am 16. Februar in der Puskás Arena steigen. Auch Krakau und Danzig in Polen sind demnach möglich Ausweichspielorte, doch Budapest habe die Nase vorn. Eine offizielle Bestätigung der Rasenballer steht noch aus. Hintergrund für die Spielortverlegung ist die bis zum 17. Februar gültige Einreisesperre nach Deutschland für Menschen aus besonders betroffenen Corona-Mutationsgebieten, zu denen Großbritannien zählt. Eine Ausnahmegenehmigung für die Liverpooler Fußballer hatten die Behörden abgelehnt.

13:07 Uhr | EU-Außenbeauftragter Borrell setzt auf Sputnik-Impfstoff

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hofft auf eine Zulassung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V in der Europäischen Union. Borrell sagte bei einem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow in Moskau: "Ich hoffe, dass es der Europäischen Arzneimittelagentur möglich sein wird, die Wirksamkeit dieses Impfstoffs zu attestieren, damit er in den EU-Staaten eingesetzt werden kann."

12:30 Uhr | Überbrückungshilfe für freie SchauspielerInnen

Die Bundesregierung hat Finanzhilfen für Schauspielerinnen und Schauspieler ohne langfristiges Engagement vereinbart. Demnach können nicht fest angestellte Darsteller für Januar bis Juni bis zu 7.500 Euro Überbrückungsgeld beantragen. Freie Schauspieler waren von Hilfsprogrammen bislang ausgeschlossen, weil sie jeweils nur für Gastspiele an Theatern oder für Filmprojekte beschäftigt sind. Einen Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Kurzarbeitergeld hatten sie nicht.

Porträt von Peter Schneider 4 min
Bildrechte: MDR unicato

"Helft den Leuten, die nicht arbeiten dürfen bedingungslos mit Geld!", fordert der Schauspieler Peter Schneider.

unicato Do 21.01.2021 00:15Uhr 04:01 min

Rechte: MDR unicato

Video

12:05 Uhr | Spahn – dritter Impfstoff bringt Schub

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwartet durch den dritten zugelassenen Corona-Impfstoff von Astrazeneca einen Schub für das deutsche Impfprogramm. Er empfahl den Ländern zudem, alle vorhandenen Impfdosen des britisch-schwedischen Herstellers sofort zu verabreichen, und nicht wie eigentlich vorgesehen für eine Zweitimpfung vorzuhalten. Hintergrund ist der schleppende Impfstart und der recht lange Abstand zwischen empfohlener Erst- und Zweitimpfung für das Präparat von neun bis zwölf Wochen. Das Ministerium rechnet im ersten Quartal insgesamt mit 5,6 Millionen Dosen von Astrazeneca. Bislang sind in Deutschland drei Millionen Menschen geimpft worden.

Spahn kündigte eine leichte Veränderung der Impfverordnung an. Die Prioritäten blieben gleich, aber auf Empfehlung der Impfkommission würden nun vorrangig unter 65-Jährige mit dem Astrazeneca-Vakzin geimpft, ältere Patienten mit dem von Biontech und Moderna. Spahn erläuterte, dass die Altersempfehlung bei Astrazeneca auf eine geringe Datenbasis bei den Älteren zurückgehe. Bei neuer Datenlage könne sich das ändern. Der Bundesgesundheitsminister betonte, alle drei Impfstoffe seien als wirksam und sicher eingestuft worden.

11:42 Uhr | Mehr Genitalverstümmelungen – auch in Deutschland

Durch die Coronapandemie droht weltweit mehr Mädchen und Frauen eine Genitalbeschneidung. Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung geht von einer Verschlimmerung der Lage aus, da im Lockdown und bei Schulschließungen die Betroffenen mehr Zeit zu Hause verbringen. Auch in Deutschland haben nach Zahlen des Bundesfamilienministeriums etwa 68.000 Frauen eine solche Menschenrechtsverletzung erlitten. Auch Tausenden Mädchen hierzulande drohe diese Schicksal. Die Weltgesundheitsorganisation geht von weltweit rund 200 Millionen Betroffenen aus.

11:07 Uhr | Giffey will Kitas und Schulen schrittweise öffnen

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey will die Schließung von Schulen und Kitas noch im Februar zumindest teilweise aufheben. Sie sagte dem RBB-Inforadio, bei weiter sinkenden Fallzahlen befürworte sie eine Öffnung bereits in diesem Monat. Giffey warb dabei für einen bundesweit einheitlichen Stufenplan, der mit den Ländern abgestimmt sei. Man müsse den Eltern eine Perspektive geben und auch die Lage der Kinder und Jugendlichen einbeziehen. Giffey betonte: "Kinderschutz ist auch Gesundheitsschutz." Die SPD-Politikerin erläuterte, zugleich müsse das Personal geschützt werden. Solange nicht flächendeckend geimpft werden könne, seien regelmäßige Tests eine Brücke.

10:25 Uhr | Britische Mutation bundesweit auf dem Vormarsch

Das Robert Koch-Institut sieht die Corona-Pandemie in Deutschland trotz sinkender Infektionszahlen nicht unter Kontrolle. RKI-Chef Lothar Wieler sagte in Berlin, besonders drei neue Virus-Mutationen bereiteten Sorgen, vor allem die britische Variante B 1.1.7. Nach jüngsten Zahlen ist diese Mutation bislang in 13 Bundesländern nachgewiesen worden. Von zuletzt 31.000 untersuchten Proben entfielen demnach sechs Prozent auf die B 1.1.7-Variante. Das RKI geht von einer weiteren Verbreitung aus, da die Variante ansteckender sei. Um die Lage besser beurteilen zu können, sei die Genomsequenzierung in Deutschland zur Bestimmung von Mutationen massiv ausgeweitet worden.

09:38 Uhr | SPD-Gesundheitspolitikerin: OP-Masken reichen

Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD im Bundestag, Sabine Dittmar, empfiehlt, genau abzuwägen, ob im Alltag das Tragen einer FFP2-Maske nötig ist. Dittmar sagte MDR AKTUELL, für diese Filtermasken gebe es nicht ohne Grund hohe arbeitsschutzrechtliche Vorschriften. OP-Masken reichten in der Regel aus, wenn jeder sie korrekt trage. Der Fremdschutz erhöhe ja automatisch auch den Eigenschutz. Die relativ teuren FFP2-Filtermasken oder OP-Masken sind bundesweit in Bussen, Bahnen und beim Einkaufen Pflicht. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC hatte jedoch einen zusätzlichen Nutzen von FFP2-Masken im Alltag angezweifelt.

09:05 Uhr | In Thüringen steigen Fallzahlen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist weiter rückläufig. Das Risklayer-Projekt am Karlsruher Institut für Technologie erfasste gestern 13.047 neue Ansteckungen, knapp 1.900 weniger als vor einer Woche. Bundesweit sind damit nun 2.265 Millionen Infektionen mit Sars-CoV-2 erfasst, davon sind rund 163.000 aktiv. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank auf 85 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Bislang wurden knapp 61.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 erfasst.

Mitteldeutschland hat im Bundesvergleich weiter relativ hohe Fallzahlen und eine Inzidenz von 130. In Sachsen wurden 850 neue Ansteckungen bekannt, knapp 250 weniger als vor einer Woche. Die 7-Tage-Inzidenz verringerte sich auf 118. In Sachsen-Anhalt wurden 585 Neuinfektionen bekannt, das ist ein Rückgang um knapp 100 binnen Wochenfrist auf eine Inzidenz von 124. Dagegen stieg in Thüringen die Zahl der Ansteckungen im Vergleich zum vergangenen Donnerstag leicht von 708 auf 729. Die Inzidenz liegt bei 160, das ist bundesweit der Spitzenwert.

Aktuell haben sechs Landkreise und Städte in Thüringen eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200:  Eichsfeld, Altenburger Land, Gotha, Schmalkalden-Meiningen, Hildburghausen und Suhl. In Sachsen-Anhalt ist es der Burgenlandkreis. Regionale Corona-Meldungen finden Sie hier aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt.

08:20 Uhr | Datenschutz bei Warnapp lockern?

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hat vorgeschlagen, dass Nutzer der Corona-Warnapp selbst über den Datenschutz entscheiden sollten. Der SPD-Politiker sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung": "Wenn nur 70 Prozent der Nutzer mehr Daten von sich freigeben würden – anonymisiert, verschlüsselt, mit Verfallsdatum und Sicherheiten zur Speicherung und so weiter, hätten wir viel genauere Erkenntnisse, wo Infektionen entstehen." Dann könnten die Menschen viel genauer vor Infektionen gewarnt werden und vielleicht Lockdowns vemieden werden.

App-Nutzer Pistorius sagte, er habe bislang eine Handvoll Begegnungen "mit geringem Risiko" angezeigt bekommen. Großen Nutzen habe ihm die App nicht gebracht, sie sei "weitestgehend sinnlos". Angesichts der Mutanten und der unklaren Dauer der Pandemie seien Korrekturen beim Datenschutz nötig. Da habe man leider auf den kleinsten gemeinsamen politischen Nenner gesetzt zu Lasten der Effektivität der App.

07:51 Uhr | Anzeige nach Attacke auf Schulportal

Nach dem Hackerangriff auf das Thüringer Schulportal am Montag ermittelt das Landeskriminalamt. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Erfurt dem MDR. Details wurden nicht genannt. Außerdem hat das für die Plattform zuständige Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien nach eigenen Angaben Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Am ersten Schultag nach den Winterferien war das Schulportal mit der Thüringer Schulcloud durch eine gezielte Überlastung lahmgelegt worden. Zehntausende Schüler im Heimunterricht konnten nicht auf ihre Materialien zugreifen. Von dem Angriff war ausschließlich Thüringen betroffen.

07:28 Uhr | Grünes Licht für Australian Open

Nach einer Massenquarantäne wegen eines Corona-Falls in Melbourne kann bei den Australian Open wieder Tennis gespielt werden. Wie Turnier-Chef Craig Tiley mitteilte, fielen bei 495 der 507 Spieler, Mitarbeitern und Offiziellen die Coronatests negativ aus. Zwölf Ergebnisse stünden noch aus. Tiley geht davon aus, dass das Turnier planmäßig am Montag startet. Bei dem Coronafall, der zur Unterbrechung der Vorbereitungen geführt hatte, handelte es sich um einen Hotel-Beschäftigten.

07:00 Uhr | Spahn – Astrazeneca-Vakzin nicht vorhalten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Bundesländer aufgerufen, den Impfstoff von Astrazeneca zu verabreichen, ohne die zweite Dosis einzulagern. In einem Schreiben an die Länder heißt es, weil der Impfbedarf weiter hoch sei, sollten die vorhandenen Dosen vollständig verimpft werden. Damit könnten in den ersten drei Februarwochen mehr als 1,7 Millionen Bürger eine Impfung erhalten. Die Terminvergabe für die Zweitimpfung nach neun bis zwölf Wochen sollte aber vorsorglich erfolgen. Im Februar werden in Deutschland 1,7 Millionen Impfdosen von Astrazeneca erwartet, Anfang März noch einmal 1,5 Millionen. Die Impfkommission hat das Vakzin zunächst nur für Unter-65-Jährige empfohlen. Die Impfstoffe im Vergleich.

06:35 Uhr | Weiter strenge Regeln trotz sinkender Fallzahlen

In Mitteldeutschland gelten weiter strenge Corona-Regeln, auch wenn die Zahl der Neuinfektionen deutlich gesunken ist. Darauf hat das sächsische Sozialministerium hingewiesen. Die Missachtung etwa der nächtlichen Ausgangssperre oder des 15-km-Radius werde weiterhin mit einem Bußgeld geahndet. Auch das Alkoholverbot oder das Verbot größerer Versammlungen bleibe in Kraft – selbst in Regionen, in denen die Inzidenzen im zweistelligen Bereich lägen. Laut der sächsischen Corona-Verordnung kann etwa die nächtliche Ausgangssperre erst aufgehoben werden, wenn in ganz Sachsen die Inzidenz unter 100 gesunken ist. In Sachsen-Anhalt dagegen erlaubt die Corona-Verordnung auch lokale Lockerungen. Vom Thüringer Sozialministerium hieß es, grundsätzlich bleibe es beim aktuellen Lockdown. Man müsse abwarten, ob die Fallzahlen stabil zurückgingen und auch die Mutationen im Blick behalten.

06:19 Uhr | Kinder haben mehr psychische Probleme

Die psychischen Belastungen für Kinder und Jugendliche im Lockdown nehmen zu. Das zeigen Nachfragen von MDR AKTUELL bei Beratungsdiensten. Die Sprecherin der "Nummer gegen Kummer", Nina Pirk, sagte, es meldeten sich immer mehr Kinder und Jugendliche. Es gehe um Einsamkeit, Ängste, Sorgen um die Schule und die Zukunft. Konflikte in der Familie spielten eine Rolle und auch verstärkt Gewalt. hnlich äußerte sich Fachleiterin Ina Lambert von der Jugendnotmail, einem Beratungsangebot per E-Mail. Im November sei ein Einzelchat eingeführt worden. Seitdem schrieben dort auch immer mehr unter 14-jährige. Viele litten unter depressiver Symptomatik, die teils behandelt werden müsse.

06:10 Uhr | Handel fordert Hilfe und Ausstiegsplan

Der Einzelhandel beklagt ausbleibende Zahlungen von angekündigten Corona-Hilfen und wachsende Insolvenzängste. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland, Stefan Genth, forderte in der "Augsburger Allgemeinen", dass der Lockdown zumindest nicht ohne einen Plan zur Wiedereröffnung des Handels fortgesetzt werden sollte.

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 5. Februar 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. Februar 2021 | 06:00 Uhr

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