Coronavirus-Pandemie Ticker: Kritik an fehlendem Monitoring in Pflegeheimen

Patientenschützer kritisieren das Fehlen einer deutschlandweiten behördlichen Übersicht über die Corona-Situation in den Pflegeheimen. Der tagelang andauernde Lkw-Stau an der Grenze von England nach Frankreich löst sich allmählich auf. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen ist auf einen neuen Höchstwert gestiegen. Papst Franziskus appelliert, Impfstoffe für alle Menschen auf der Welt zugänglich zu machen. Die aktuellen Entwicklungen zur Pandemie hier im Ticker.

Menschen arbeiten im Pflegeheim
Auch auf kommunaler Ebene gebe es keine einheitliche Übersicht über die Corona-Situation in Alten- und Pflegeheimen, kritisieren Patientenschützer. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Freitag, 25. Dezember 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:25 Uhr | Millionen Amerikaner könnten Anspruch auf Corona-Hilfen verlieren

Millionen Amerikanern droht der Verlust von Arbeitslosen-Hilfen. Der scheidende US-Präsident Donald Trump will das vom US-Kongress nach monatelangen Verhandlungen beschlossene Corona-Hilfspaket nicht billigen. Ohne die Unterschrift des Präsidenten wird am Samstag für rund 14 Millionen Bürger das Anrecht auf die Hilfen auslaufen. Trump hatte die Unterzeichnung des Gesetzentwurfs am Dienstag überraschend abgelehnt, nachdem das Weiße Haus zuvor eine Zustimmung signalisiert hatte.

21:30 Uhr | Corona stellt Kirchgemeinden vor Herausforderungen

Mit Blick auf die Weihnachtsfeiertage standen auch die Kirchgemeinden in Mitteldeutschland vor schwierigen Entscheidungen. Viele Gottesdienste und Messen wurden per Livestream übertragen, andere Gemeinden wählten die Präsenzvariante mit Hygienekonzepten. Mehr dazu im Beitrag von MDR AKTUELL:

20:00 Uhr | Niederlande erklärt Deutschland zum Risikogebiet

Die Niederlande haben Deutschland zum Corona-Risikogebiet erklärt. Wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte, muss ab dem 29. Dezember bei Flügen in die Niederlande vor der Abreise ein negativer PCR-Test vorgelegt werden. Gleiches gelte für Reisen per Zug, Bus oder Schiff. Im Nachbarland angekommen, werde den Eingereisten dringend empfohlen, sich in eine zehntägige Quarantäne zu begeben. Auch die Fluggesellschaft Turkish Airlines hat für internationale Flüge Restriktionen erlassen. Sie verlangt künftig einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist.

17:15 Uhr | Jöhstadt begeht traditionelle Christmette der Bergleute

Im erzgebirgischen Jöhstadt ist am Freitagmorgen die bergmännische Christmette begangen worden. Da die Bergleute schon seit dem 17. Jahrhundert am ersten Weihnachtsfeiertag nicht arbeiteten, wurde dieser Kirchgang für sie zur Tradition. Seit 1655 wird der Berggottesdienst regelmäßig zu Pfingsten und zu Weihnachten durchgeführt.

16:20 Uhr | Kritik an fehlendem Monitoring in Pflegeheimen

Die Stiftung Patientenschutz hat das Fehlen einer deutschlandweiten behördlichen Übersicht über die Corona-Situation in den Pflegeheimen kritisiert. Angehörige müssten sich immer persönlich in der Einrichtung über die aktuellen Besuchsregelungen erkundigen, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. "Immer wieder kommt es vor, dass Bestimmungen, die noch vormittags gegolten haben, am Nachmittag anders aussehen", sagte Brysch. Rund ein Drittel der Heime könnten gar nicht betreten werden, weil Pflegekräfte oder Pflegebedürftige infiziert seien. Angehörigen sei es oft nicht möglich, ein aktuelles Testergebnis vorzulegen, weil es an Testkapazitäten fehle, sagte der Patientenschützer.

15:40 Uhr | Erste Impfdosen in Italien angekommen

In Italien sind die ersten Corona-Impfstoffe angekommen. Wie das italienische Gesundheitsministerium mitteilte, haben 9.750 Dosen von Pfizer-Biontech aus Belgien die italienische Staatsgrenze passiert. Der Transport wurde von Polizeiautos eskortiert. Übermorgen will Italien, ebenso wie Deutschland, die ersten Impfstoffe verabreichen. Zunächst sollen Bedienstete im Gesundheitsbereich geimpft werden, die am stärksten der Gefahr einer Ansteckung ausgesetzt sind.

Die Gesundheitsbehörden in Italien haben nach knapp zwei Wochen wieder mehr als 19.000 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages verzeichnet. Höher lag der Wert zuletzt am 12. Dezember.

15:00 Uhr | Lkw-Stau bei Dover löst sich allmählich auf

Nach der Wiederaufnahme des Reise- und Frachtverkehrs zwischen Großbritannien und Frankreich löst sich der Stau rund um Dover allmählich auf. Hunderte Lkw kamen am Freitag in der französischen Küstenstadt Calais an, nachdem sie tagelang in der Gegend um die britische Hafenstadt gestrandet waren. Das Verteidigungsministerium in London hat mehrere Hundert Soldaten in die Region geschickt, um die Fahrer möglichst schnell auf das Coronavirus zu testen. Trotzdem wird erwartet, dass es noch Tage dauert, bis sich der Rückstau komplett aufgelöst hat. 

Insgesamt waren bis zu 10.000 Fernfahrer gestrandet, nachdem Frankreich am Sonntag strikte Reise- und Verkehrsbeschränkungen verhängt hatte.

13:59 Uhr | Ramelow besucht Gesundheitsamt in Schleiz

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat das Gesundheitsamt in Schleiz besucht. Wie das Landratsamt des Saale-Orla-Kreises mitteilte, hat Ramelow die Mitarbeiter unterstützt und selbst ein älteres Ehepaar angerufen, dessen Corona-Test positiv ausgefallen war.

Amtsarzt Torsten Bossert sagte, im Kreis werde die Pandemie nur noch verwaltet. Daran ändere auch die Aufstockung des Teams von 25 auf derzeit 70 Beschäftigte nichts. Die Infektionslast sei enorm. Die Quellen neuer Ansteckungen könnten gar nicht mehr nachvollzogen werden.

13:38 Uhr | FDP: Große Koalition spart beim RKI

FDP-Fraktionsvize Christian Dürr hat der Bundesregierung vorgeworfen, an dringend benötigtem Personal für das Robert Koch-Institut zu sparen. Dürr sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dem RKI seien nur vier von 68 geforderten IT-Stellen genehmigt worden. Es sei ein großer Fehler, ausgerechnet in der Krise am Personal für die wichtigste Gesundheitsbehörde des Landes zu sparen.

13:06 Uhr | Franziskus: Corona-Impfstoffe sollen für alle sein

Papst Franziskus hat mehr internationale Solidarität in der Corona-Krise gefordert. In seiner Weihnachtsbotschaft sagte er, Impfstoffe und Therapien sollten allen Menschen zugänglich gemacht werden Angesichts einer Herausforderung, die keine Grenzen kenne, könne man keine Barrieren errichten. Zudem erklärte Franziskus: "In diesem historischen Augenblick, der von der ökologischen Krise und von schwerwiegenden wirtschaftlichen und sozialen Missverhältnissen gekennzeichnet ist, die durch die Pandemie noch verschlimmert wurden, bedürfen wir mehr denn je der Geschwisterlichkeit."

Der Papst erinnerte auch an Konflikte und Kriege weltweit. Anschließend spendete er den Segen "Urbi et Orbi". Franziskus verkündete seine Weihnachtsbotschaft in diesem Jahr nicht wie üblich von der Loggia des Petersdoms aus sondern aus dem Apostolischen Palast. Um Menschenansammlungen zu verhindern, hatten Sicherheitskräfte den Petersplatz weiträumig abgesperrt.

12:45 Uhr | "Querdenken" verzichtet vorerst auf Großdemonstrationen

Die sogenannte Querdenken-Bewegung will vorerst keine Großdemonstrationen mehr abhalten. Initiator Michael Ballweg rief in einem Video Unterstützer dazu auf, das Verbot der geplanten Demonstrationen in Berlin zu akzeptieren und kommende Woche nicht in die Bundeshauptstadt zu fahren. Zugleich erklärte der Stuttgarter Unternehmer, den Winter für eine Pause nutzen zu wollen, um für den Frühling "Kräfte zu sammeln und die Vernetzung voranzutreiben". Er empfehle auch allen anderen "Querdenken"-Ortsgruppen, nur noch kleine Versammlungen im Rahmen der derzeit erlaubten Teilnehmerzahlen durchzuführen.

Am Mittwoch hatte die Berliner Polizei die für den 30. Dezember geplante "Querdenken"-Demonstration verboten. Zur Begründung hieß es, sonst würde die öffentliche Sicherheit gefährdet. Die Veranstalter hatten mit rund 22.000 Teilnehmern gerechnet. Bei ähnlichen Veranstaltungen in Berlin und weiteren Städten war massiv gegen Corona-Auflagen verstoßen worden.

11:34 Uhr | Müller: Milliardäre sollten in Corona-Krise finanziell helfen

Entwicklungsminister Gerd Müller hat Milliardäre aufgefordert, mehr zur Bewältigung der Corona-Krise beizutragen. Der CSU-Politiker sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, er fände es angemessen, "wenn sich superreiche Krisengewinner" jetzt freiwillig an der Finanzierung der Krisenbewältigung beteiligten. Müller schlug einen Solidaritätsfonds vor. Dieser könne etwa bei den Vereinten Nationen eingerichtet werden. Alternativ könnten Milliardäre die globale Impfplattform Covax oder das Welternährungsprogramm unterstützen. Damit könnten fehlende Mittel erbracht werden, etwa für die globale Covid-19-Impfkampagne oder die Ernährungssicherung in Flüchtlingslagern.

11:08 Uhr | Herrnhuter Sterne: Internet-Verkauf statt Weihnachtsmärkte

Die Herrnhuter Sterne GmbH ist trotz der ausgefallenen Weihnachtsmärkte mit dem Verkauf ihrer Sterne zufrieden. Wie eine Unternehmenssprecherin dem MDR sagte, hat sich der Verkauf der Sterne in den Online-Shop verlagert. Man habe im November einen regelrechten Ansturm erlebt. Die Versandabteilung sei entsprechend aufgestockt worden. Ob der stärkere Online-Versand den Verlust durch die ausgefallenen Weihnachtsmärkte ausgleichen konnte, stehe aber noch nicht fest. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen rund 700.000 Weihnachtssterne verkauft.

10:56 Uhr | Papst spendet Corona-Tests für Obdachlose

Papst Franziskus hat der Stadt Rom 4.000 Corona-Testkits geschenkt, die diese für obdachlose Menschen verwenden soll. Das schreibt die Zeitung "Il Messaggero" in ihrer Onlineausgabe. Danach sollen die Tests gemeinsam vom Päpstlichen Sozialdienst und zwei kommunalen Gesundheitsdiensten in Rom durchgeführt werden. Als Bischof von Rom kümmern sich die Päpste traditionell auch um soziale Probleme in der Stadt.

10:45 Uhr | CDU-Politiker wollen Datenschutz bei Corona-Warn-App lockern

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Tino Sorge aus Sachsen-Anhalt fordert angesichts der hohen Infektionszahlen, die strengen Datenschutzvorgaben bei der Corona-Warn-App zu lockern. Sorge sagte dem Magazin "Focus", im ganzen Land gelinge es Gesundheitsämtern nicht mehr, Infektionsketten nachzuverfolgen. Es sei höchste Zeit, sie zu unterstützen, nicht nur mit Soldaten, sondern auch mit Daten. Internet-Nutzer sollten künftig zumindest freiwillig Informationen mit den Behörden teilen können.

Auch der Hamburger CDU-Chef und Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß plädierte für einen besseren Datenzugriff der Ämter. Dadurch könnten Leben gerettet und Unternehmen vor Schließungen geschützt werden. Ein Update sollte daher noch vor dem geplanten Ende des Lockdowns am 10. Januar kommen. Die Corona-Warn-App ist seit Mitte Juni verfügbar und wurde seitdem rund 24 Millionen Mal heruntergeladen. Wie viele Nutzer über Risikokontakte informiert wurden, ist nicht bekannt, weil die Daten dezentral gespeichert sind.

09:25 Uhr | Inzidenz in Sachsen steigt auf über 500

In Sachsen ist die 7-Tage-Inzidenz am Donnerstag auf 507 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner geklettert. Das geht aus Daten des Risklayer-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie hervor. Sachsen hat seit Wochen die mit Abstand höchsten Infektionszahlen im Verhältnis zur Bevölkerung.

Den zweithöchsten Wert erreichte Thüringen mit 340 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen, gefolgt von Brandenburg (300) und Sachsen-Anhalt (247). Deutschlandweit lag die Inzidenz bei 211. Das ist etwas weniger als am Mittwoch – allerdings wird an Feiertagen wie an Wochenenden auch weniger getestet. Fachleuten zufolge muss der Wert auf deutlich unter 50 sinken, damit Infektionsketten nachverfolgt und das Pandemiegeschehen unter Kontrolle gehalten werden können. Unter 50 lag die Inzidenz zuletzt am 18. Oktober.

Insgesamt meldeten die Gesundheitsämter Risklayer zufolge am Donnerstag 26.423 neue Ansteckungen mit Sars-CoV-2. Der 7-Tage-Schnitt an täglichen Neuinfektionen sank damit leicht auf 25.127. Nach einem Stagnieren der Zahlen im November war der Schnitt seit Anfang Dezember von zunächst rund 17.500 Fällen kontinuierlich gestiegen.

09:20 Uhr | Bergwacht meldet weniger Einsätze wegen Corona

Die DRK-Bergwacht Thüringen ist im Corona-Jahr zu deutlich weniger Einsätzen gerufen worden. Nach Angaben eines Sprechers wurden bislang knapp 50 Einsätze gezählt, bei denen Patienten ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Im vergangenen Jahr seien es rund 170 gewesen. Weil es weniger Einsätze gab und auch viele Sportveranstaltungen ausgefallen sind, rechnet die Bergwacht mit weniger Einnahmen. Die Anschaffung von Corona-Schutzausrüstungen hat dagegen zusätzliche Kosten verursacht. Insgesamt gibt es in Thüringen 27 Bergwachten.

09:00 Uhr | Landesbischof: Auf das Wesentliche konzentrieren

Der Evangelische Landesbischof von Sachsen, Tobias Bilz, sieht in dem Weihnachtsfest in Coronazeiten eine Chance sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. In seiner Weihnachtsbotschaft erinnerte an die rauen Bedingungen, in die das Jesuskind geboren wurde. Weihnachten sei ursprünglich kein romantisches Fest gewesen. Wörtlich sagte Bilz: "Das erste Weihnachten hat unter extrem ungünstigen Bedingungen stattgefunden. (...) Immer dann, wenn es den Menschen besonders schlecht ging, wurden sie durch diese Geschichte besonders aufgerichtet, und das halte ich für ganz groß und zentral für Weihnachten. Und ich setze darauf, dass das dieses Jahr auch passieren wird."

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 25. Dezember 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Dezember 2020 | 06:00 Uhr

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland