Coronavirus-Pandemie Corona-Ticker: Pfizer kürzt Impfstoff-Lieferung für Europa

Der US-Pharmariese Pfizer kürzt die Lieferung des Biontech-Vakzins für Europa. Grund ist die Ausweitung der Produktionskapazitäten. Trotz Verzögerungen will Pfizer alle der EU im ersten Quartal zugesagten Dosen liefern. Laut Thüringens CDU-Chef Mohring plante Merkel keine Einstellung des ÖPNV. Am Dienstag beraten Bund und Länder über weitere Corona-Einschränkungen. Die aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Ticker.

Drei Ampullen mit Impfstoff, davor eine Spritze
Europa bekommt ab kommender Woche weniger vom Pfizer/Biontech-Impfstoff. Bildrechte: imago images/Laci Perenyi

Unser Ticker am Freitag, 15. Januar 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:22 Uhr | Fast ein Drittel weniger Pfizer-Impfstoff für Italien

Pfizer hat nach Angaben der italienischen Regierung angekündigt, seine Impfstoff-Lieferungen für das Land ab Montag um 29 Prozent zu kürzen. Für wie lange dies gelten werde, habe der Pharmakonzern nicht mitgeteilt, sagt der Covid-Sonderbeauftragte Domenico Arcuri. Er habe sich angesichts der "Ernsthaftigkeit und des unglaublichen Timings" der Mitteilung bei dem Konzern beschwert.

22:17 Uhr | Bahnchef lehnt Sonderrechte für Corona-Geimpfte ab

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Richard Lutz, lehnt Sonderrechte für Corona-Geimpfte ab. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte Lutz, die Bahn halte sich an die politischen Vorgaben. Niemand werde im Zug auf die Maske verzichten können, nur weil er einen Impfausweis hochhalte. Lutz betonte zugleich, auch die nächsten Monate würden für die Bahn hart. Die ICE- und IC-Züge seien noch immer nur zu rund 20 Prozent besetzt. Das bedeute weitere Milliardenverluste. Er hoffe aber, dass sich die Lage im Laufe des Jahres wieder verbessere.

21:55 Uhr | WHO fordert mehr Tests auf Corona-Mutationen

Die Weltgesundheitsorganisation hat gefordert, bei Corona-Tests gezielt nach neuen Virus-Mutationen zu suchen. Das WHO-Notfallkomitee schrieb in einer Empfehlung, diese Daten seien notwendig, um das Virus besser zu verstehen. Alle Informationen müssten auf globaler Ebene gesammelt und ausgewertet werden. Es sei ein Rennen zwischen dem Virus, das sich verändere, und der Gesellschaft. Vor allem die neuen Virus-Varianten aus Großbritannien und Südafrika gelten als besonders ansteckend.

21:46 Uhr | Corona-Gipfel am Dienstag bringt wohl weitere Einschränkungen

Noch weniger Kontakte und Mobilität: Bund und Länder wollen schon am Dienstag beraten, wie das erreicht werden kann. In der Diskussion geht es unter anderem noch einmal um mehr Homeoffice überall dort, wo es möglich ist.

21:40 Uhr | Mehrere EU-Länder besorgt über Lieferengpässe bei Pfizer

Mehrere europäische Länder haben beunruhigt auf die Ankündigung von Pfizer reagiert, die Lieferungen des Corona-Impfstoffs zeitweise zu kürzen. Die skandinavischen und baltischen EU-Staaten wandten sich deshalb mit einem gemeinsamen Schreiben an Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Darin fordern sie Brüssel auf, eine effektive Impfstoff-Produktion bei Pfizer und dessen Partner Biontech sicherzustellen. Die Erfüllung der Lieferverträge müsse gewährleistet werden. Ähnlich hatten sich zuvor in Deutschland die Gesundheitsminister von Bund und Ländern geäußert.

21:23 Uhr | Steigende Impfbereitschaft und keine Impftermine in Sachsen

Zwar steigt nach einer Umfrage von MDRfragt die Impfbereitschaft, aber an einen neuen Impftermin zu kommen, ist in Sachsen aktuell nicht möglich. Erst Ende des Monats soll es neue geben.

21:15 Uhr | Zahnärzte und Apotheken dürfen Corona-Schnelltests durchführen

In Zukunft dürfen auch Zahnärzte und Apotheken Corona-Schnelltests im Auftrag der Gesundheitsämter durchführen. Das geht aus einer Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums hervor. Im Zuge der Verordnung wurde auch die Anzahl der Tests für ambulante Pflegedienste auf 20 Tests pro Betreuten und Monat erhöht. Auch Bewohner von Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe können künftig getestet werden.

19:42 Uhr | Mehr Thüringer Kinder in Notbetreuung

In Thüringen ist die Zahl der Kinder in Corona-bedingter Notbetreuung gestiegen. Wie das Bildungsministerium in Erfurt mitteilte, wurden Mitte Januar 13.000 Kinder in Schulen betreut. Das seien rund zwölf Prozent der Erst- bis Sechstklässler. Anfang Januar seien es neun Prozent gewesen. In den Kindergärten wurden den Angaben zufolge mit 34.000 Kindern etwa 36 Prozent der Kita-Kinder notbetreut. Das sei ein Anstieg von rund zwölf Prozent. Nach aktueller Corona-Landesverordnung können Eltern die Notbetreuung in Anspruch nehmen, wenn sie aus beruflichen Gründen keine Alternative haben.

19:05 Uhr | Thüringer Wirtschaft gegen härteren Lockdown

Der Thüringer Wirtschaftsverband hält nichts davon, die Wirtschaft in einen noch härteren Corona-Lockdown einzubinden. Sprecherin Ute Zacharias sagte MDR AKTUELL, auch in der Pandemie werde das Land von der Wirtschaft getragen. Wenn man sie noch weiter runterschraube, säge man den Ast ab, auf dem man sitze. Zudem sei das Infektionsgeschehen in den Firmen sehr gering. Beim Infektionsschutz müsse der Fokus vielmehr auf den privaten und öffentlichen Raum gelegt werden. Aus Sicht der Wirtschaft sei es aber am wichtigsten, den Impfprozess zu verbessern. Im Moment laufe es da leider nicht gut.

18:55 Uhr | Laut Umfrage steigt die Impfbereitschaft

Einer Umfrage des Meinungsportals MDRfragt zufolge ist die Impfbereitschaft seit September gestiegen. Es bleibt allerdings vorerst das Problem, dass es mehr Impfwillige als Impfstoff gibt.

18:50 Uhr | Mohring: Merkel plante keine Einstellung von ÖPNV

Der frühere Thüringer CDU-Chef Mike Mohring hat sich überzeugt geäußert, dass Kanzlerin Merkel keine Einstellung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs erwogen hat. Mohring sagte MDR AKTUELL, Merkel habe entsprechende Meldungen gestern im CDU-Präsidium heftig dementiert. Generell müsse es aber in Führungsgremien möglich sein, offen darüber nachzudenken, was zu tun sei. Dafür brauche die Politik einen geschützen Raum. Heutzutage tauchten aber immer wieder wörtliche Zitate aus vertraulichen Sitzungen quasi in Echtzeit in den sozialen Medien auf. Dieser Stil gehe gar nicht.

17:25 Uhr | Pfizer-Chef sagt Lieferung aller zugesagten Dosen im ersten Quartal zu

Trotz Lieferverzögerungen hat das US-Unternehmen Pfizer zugesichert, alle der EU für das erste Quartal zugesagten Dosen von Corona-Impfstoff auch in diesem Zeitraum zu liefern. Dies habe ihr der Unternehmenschef von Pfizer bei einem Telefonat zugesagt, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag in Lissabon. "Er kümmert sich persönlich darum, die Verzögerungszeit zu verkürzen und dafür zu sorgen, dass diese so schnell wie möglich aufgeholt wird."

17:20 Uhr | Unmut über Senkung von Impfstoff-Lieferung durch Pfizer

Die Ankündigung des US-Pharmakonzerns Pfizer, die Liefermenge seines gemeinsam mit Biontech entwickelten Corona-Impfstoffes an europäische Länder zu senken, hat in Deutschland für Unmut gesorgt. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern zeigten sich in einer kurzfristig angesetzten Schalte besorgt, ob die gerade erst verabredeten Impfpläne eingehalten werden können. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministerium teilte mit: "Bund und Länder erwarten, dass die EU-Kommission in den Verhandlungen mit Pfizer schnellstmöglich Klarheit und Sicherheit für die weiteren Lieferungen und Lieferdaten schafft."

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurde die EU-Kommission kurzfristig informiert, dass Pfizer wegen Umbauten im Werk Puurs die bereits zugesagte Liefermenge für die nächsten drei bis vier Wochen nicht wird vollständig einhalten können. Nach Angaben von Pfizer dienen die Umbauten dazu, die Kapazitäten ab Mitte Februar zu erhöhen. Aus Puurs werden nach Angaben des Unternehmens alle Länder der Welt außer den USA beliefert.

16:52 Uhr | Steinmeier ruft zu mehr Arbeit im Homeoffice auf

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in einem gemeinsamen Appell mit Arbeitgebern und Gewerkschaften zu mehr Arbeit im Homeoffice aufgerufen. Steinmeier sagte, Unternehmen und Führungskräfte sollten das Arbeiten von zu Hause aus ermöglichen. Es sei nötiger denn je. Die hohe Zahl an Corona-Toten sei traurig und erschütternd. Die aufgetretenen Mutationen verschärften noch einmal die Infektionsgefahr.

15:55 Uhr | 101-jährige Halberstädterin als Erste mit zweiter Biontech-Impfung

Die 101-jährige Edith Kwoizalla aus Halberstadt, die am Zweiten Weihnachtsfeiertag als erste Deutsche mit dem Biontech-Vakzin geimpft worden war, hat nun auch die zweite Impfung erhalten. Eine Sprecherin des Landkreises Harz sagte: "Wir waren wieder die Ersten mit der Zweitimpfung." Ob damit nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern auch bundesweit die erste Zweitimpfung erfolgte, wollte die Sprecherin nicht bestätigen. Kwoizalla ist eine von 40 Heimbewohnern des Halberstädter Seniorenzentrum Krüger, die nun die zweite Impfung bekamen. Weitere 13 der insgesamt 59 Bewohner haben sich nach Angaben des Betreibers die Erstimpfung geben lassen. Beim Personal ließen sich bislang nur zehn von rund 40 Mitarbeitern impfen.

15:40 Uhr | Erleichterungen für Sachsens Schüler

Das Kultusministerium in Sachsen hat Corona-Erleichterungen für Schüler in den Abschlussklassen angekündigt. Wer in diesem Sommer seinen Abschluss mache, bekomme in den schriftlichen Prüfungen eine Viertelstunde mehr Zeit. Außerdem sollten die Schüler vor allem in ihren Prüfungsfächern unterrichtet werden. In anderen Fächern könnten Abstriche gemacht werden. Schüler, die ihre Abschlussklasse freiwillig wiederholen wollten, könnten dies tun, ohne Nachteile befürchten zu müssen. Das Sitzenbleiben werde nicht auf die Schulzeit angerechnet. An den Plänen, am kommenden Montag die Schulen für die Abschlussklassen zu öffnen, hält das Kultusministerium fest.

15:31 Uhr | Biontech erhält Genehmigung für Impfstoff-Produktion in Marburg

Biontech hat grünes Licht für die Produktion seines Covid-19-Impfstoffs in Marburg erhalten. Das hat das Land Hessen mitgeteilt. Nachdem das zuständige Regierungspräsidium Gießen die nötige Genehmigung erteilt hat, lägen die Voraussetzungen für die Produktion des Impfstoffs vor, hieß es. Über den tatsächlichen Beginn der Produktion entscheide Biontech.

15:25 Uhr | Pfizer warnt vor Impfstoff-Lieferkürzungen für Europa

Der US-Pharmakonzern Pfizer hat nach norwegischen Angaben vor anstehenden Lieferkürzungen bei dem mit dem Mainzer Unternehmen Biontech entwickelten Corona-Impfstoff gewarnt. Wie das staatliche Gesundheitsinstitut in Oslo mitteilte, wird die "vorübergehende Kürzung [...] alle europäischen Länder betreffen". Die Kürzungen würden ab kommender Woche erfolgen. Pfizer wolle seine Produktionskapazitäten verbessern, hieß es. Es sei nicht klar, wie lange es genau dauern werde, bis Pfizer seine maximale Produktionskapazität erreichen werde. Diese solle von derzeit 1,3 Milliarden auf zwei Milliarden Dosen jährlich steigen, hieß es in der Erklärung. Angaben über die Liefermengen für ganz Europa wurden nicht gemacht, nur für Norwegen. Dort würden die Lieferungen um fast 18 Prozent zurückgehen, so das norwegische Gesundheitsinstitut.

14:00 Uhr | Überlastete Server zum Impfstart in Tschechien

Der Start eines Online-Registrierungssystems für die Corona-Impfungen hat in Tschechien mit Problemen begonnen. Die Internetseiten des Gesundheitsministeriums fielen nach Freischaltung am Freitagmorgen aufgrund der großen Nachfrage vorübergehend ganz aus.

Viele Nutzer berichteten, dass die Bestätigungs-SMS mit dem Registrierungscode zu spät eingetroffen sei. Der Zahlencode verfällt automatisch nach wenigen Minuten. Eine eingerichtete Telefon-Hotline war wegen Überlastung nicht zu erreichen.

13:40 Uhr | Appell für Homeoffice

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sowie Gewerkschaften und Arbeitgeber haben zu noch mehr Heimarbeit aufgerufen. "Wo irgend möglich" müssten Kontakte im Arbeitsleben reduziert werden, sagte Steinmeier am Freitag. "Unser gemeinsamer Aufruf an Unternehmen, Personalverantwortliche und Führungskräfte: Ermöglichen Sie das Arbeiten von zu Hause aus." Beschäftigte sollten solche Angebote annehmen und nicht ins Büro gehen, "wenn sie es nicht zwingend müssen", sagte Steinmeier weiter. Auch jede vermiedene Bus- oder Bahnfahrt helfe bei der Eindämmung der Pandemie.

13:15 Uhr | Zahl der Sterbefälle Mitte Dezember um fast ein Viertel höher

Ende des vergangenen Jahres sind in Deutschland deutlich mehr Menschen gestorben als im Durchschnitt der Vorjahre. Laut Statistischem Bundesamt lagen die Sterbefallzahlen in der Woche vor Weihnachten um 24 Prozent über dem Mittel. In Sachsen haben sich die Zahlen sogar verdoppelt. Auch in Thüringen lagen die Zahlen um mehr als ein Drittel höher (36 Prozent).

Die vorläufigen Zahlen der Sonderauswertung lagen am Freitag bis zur 51. Kalenderwoche vor, das war vom 14. bis 20. Dezember 2020. In dieser Woche starben mindestens 23.550 Menschen, 4.568 mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Bereits in der Woche davor hatten die Sterbefallzahlen 25 Prozent über dem Schnitt gelegen. Der Anstieg brachte Bestatter an die Belastungsgrenzen.

12:55 Uhr | Studien: Schutz nach Infektion könnte monatelang halten

Eine Corona-Infektion könnte neuen Studien zufolge monatelang vor einer Neuansteckung schützen. Forscher aus den USA konnten auch mehr als ein halbes Jahr nach einer Infektion Antikörper gegen einen wichtigen Virus-Baustein – das sogenannte Spike-Protein – im Blut nachweisen, wie sie im Fachblatt "Science" schreiben.

Eine andere Studie aus England kommt zu dem Schluss, dass eine Covid-Erkrankung mindestens fünf Monate lang einen gewissen Schutz bietet. Allerdings weisen die Forscher darauf hin, dass auch immune Menschen das Virus übertragen könnten.

11:50 Uhr | Bund-Länder-Beratungen am Dienstag

Bund und Länder wollen Dienstagnachmittag über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten. Das erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Ursprünglich war die nächste Bund-Länder-Schalte für den 25. Januar angesetzt. Hintergrund ist eine Diskussion über mögliche weitere Verschärfungen von Corona-Beschränkungen.

Seibert sagte, die Zahl der Neuinfektionen sei weiterhin viel zu hoch. Dazu komme das neue Risiko einer Virus-Mutation, die in Irland und Großbritannien zu einem extremem Anstieg der Fälle geführt habe. Nötig sei, noch mehr zu tun, um Kontakte zu reduzieren. Dazu gehöre unter anderem eine stärkere Nutzung von Homeoffice.

11:41 Uhr | Ramelow: Verschiebung der Wahl verantwortungsvoll

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat die Verschiebung der Landtagswahl von April auf September als verantwortungsvoll begrüßt. Die Entscheidung der Spitzen von Linker, SPD, Grünen und CDU sei angesichts der dramatischen Entwicklung der Corona-Infektionszahlen in Thüringen notwendig gewesen, erklärte Ramelow am Freitag in Erfurt.

11:27 Uhr | Ziemiak: ÖPNV wird nicht eingestellt

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat Medienberichte zurückgewiesen, wonach der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) eingestellt werden soll. Ziemiak sagte den Sendern RTL und NTV, das habe niemand vorgeschlagen. Grundsätzlich müsse man aber genau überlegen, was konkret getan werden könne, um die Zahl der Neuansteckungen zu senken.

10:50 Uhr | Corona-Fall in Impfzentrum in Nordsachsen

In einem sächsischen Impfzentrum gibt es einen Corona-Fall. Eine Person aus dem medizinischen Bereich ist in Belgern-Schildau im Landkreis Nordsachsen positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie das Deutsche Rote Kreuz am Freitag in Dresden mitteilte. Bisher sei keine Übertragung auf andere Mitarbeitende nachgewiesen worden. Die an Covid-19 erkrankte Person habe selbst keine Impfungen vorgenommen. Die 30 Einsatzkräfte des Impfzentrums hätten sich am Donnerstag freiwillig einem Corona-Schnelltest unterzogen. Keiner der Tests sei positiv gewesen, hieß es. Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt bleibe das Impfzentrum weiter in Betrieb. Das DRK habe aber vorsorglich das gesamte Personal für die kommenden Tage vom Dienst befreit.

09:59 Uhr | Hunderttausende verlassen Großbritannien wegen Corona

Wegen wirtschaftlicher Probleme in der Corona-Krise haben einer Studie zufolge Hunderttausende Menschen Großbritannien den Rücken gekehrt. Es handele sich um einen "beispiellosen Exodus". im Ausland geborener Arbeitskräfte, folgern die Wissenschaftler des Economic Statistics Centre of Excellence in London. "Ein Großteil der Arbeitsplatzverluste während der Pandemie betrifft nicht-britische Arbeitnehmer und drückt sich eher in Rückwanderung als in Arbeitslosigkeit aus."

Besonders London, wo jeder fünfte Einwohner Ausländer ist, sei betroffen – die Bevölkerung der Hauptstadt ist der Studie zufolge um 700.000 Menschen gesunken, landesweit könnten es mehr als 1,3 Millionen sein. "Wenn dies annähernd genau ist, handelt es sich um den größten Rückgang der britischen Einwohnerzahl seit dem Zweiten Weltkrieg", schrieben die Forscher.

08:10 Uhr | Zahl der Neuinfektionen immer noch bei mehr als 20.000

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 ist am gestrigen Donnerstag im Vergleich zum Donnerstag vor einer Woche gesunken – liegt mit 22.937 aber immer noch deutlich über der 20.000er-Marke. Das geht aus der Datenbank des Risklayer-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie hervor. In Mitteldeutschland wurden von den Gesundheitsämtern demnach 4.092 Fälle registriert – in Sachsen 2.146, in Thüringen 1.093 und in Sachsen-Anhalt 853.

Am Donnerstag hat die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus seit Beginn der Pandemie zudem die 2-Millionen-Marke überschritten.

07:58 Uhr | Debatte über weitere Regeln und Einschränkungen

Die Deutschen müssen sich auf weitere Verschärfungen der Eindämmungsmaßnahmen gegen das Coronavirus einstellen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer rechnet mit Beratungen dazu in der kommenden Woche. Im ZDF sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend: "Kindergärten komplett runterfahren, Schulen abschließen, wirklich Betretungsverbote in den Pflegeheimen, wenn kein negativer Schnelltest vorliegt – solche Dinge müssen wir besprechen."

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt forderte im "Spiegel" eine Sondersitzung des Bundestags in der kommenden Woche. "Solange die Infektionszahlen nicht runtergehen, können die Lockdown-Maßnahmen nicht beendet werden und es werden weitere Maßnahmen nötig sein, besonders in der Arbeitswelt", erklärte sie.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach sich ebenfalls dafür aus, die Betriebe und Büros stärker in den Blick zu nehmen. Lauterbach sagte den Funke-Medien, der Lockdown sei nicht so erfolgreich, wie er sein müsse. Homeoffice solle verpflichtend gemacht werden.

06:50 Uhr | Verbesserungen an Impfportal in Sachsen

Das sächsische Corona-Impfportal soll nutzerfreundlicher werden. Das kündigte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Sachsen an, das die 13 Impfzentren bertreibt. Landeschef Rüdiger Unger teilte am Abend mit, Nutzer erhielten ihre Terminbestätigung künftig per E-Mail. Auch entfalle eine erneute Registrierung, wenn innerhalb von zwei Wochen kein Termin gebucht werden konnte. Zudem könnten Familien einen gemeinsamen Termin buchen.

Am heutigen Freitag beraten Landräte, Oberbürgermeister und das Rote Kreuz, wie ältere Menschen die Impfzentren besser erreichen können.

06:45 Uhr | Karliczek und Meidinger gegen Verzicht auf Sitzenbleiben

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, haben sich kritisch zu Forderungen nach einem Verzicht auf das Sitzenbleiben im Corona-Schuljahr geäußert.

Anja Karliczek
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, CDU Bildrechte: imago images / Arnulf Hettrich

Karliczek sagte der "Rheinischen Post": "Ein Schuljahr zu wiederholen, ist für die Betroffenen nicht schön. Dies passiert allerdings unabhängig von der Pandemie."

Meidinger äußerte in der "Passauer Neuen Presse" ebenfalls Skepsis. Kinder und Jugendliche dürften nicht zu Verlierern der Pandemie werden. Er bezweifele aber, ob es sinnvoll sei, wenn auch dieses Jahr wieder, wie schon vergangenes Jahr, alle Schülerinnen und Schüler "weitgehend unabhängig von den Leistungen in die nächste Jahrgangsstufe vorrücken, obwohl ein Teil davon keine Chance hat, den Anschluss zu schaffen".

Karliczek und Meidinger lehnten ebenfalls den Vorschlag zu einem Not-Abitur ohne Prüfungen ab. Die Vergleichbarkeit der Abschlüsse müsse gewährleistet werden. Entsprechende Forderungen hatte unter anderem die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft erhoben.

06:30 Uhr | Biden kündigt Hilfspaket an

Der künftige US-Präsident Joe Biden will ein neues Corona-Hilfspaket in Höhe von rund 1,9 Billionen Dollar auflegen. Biden sagte in einer Rede an die Nation, Millionen von Amerikanern hätten während der Pandemie ohne eigenes Verschulden die Würde und den Respekt verloren, die mit einem Job und Gehaltsscheck einhergingen. Man müsse jetzt handeln.

Bidens Plan sieht unter anderem vor, die Direkthilfen an die US-Bürger von 600 auf 2.000 Dollar aufzustocken. Die Arbeitslosenunterstützung soll von 300 auf 400 Dollar pro Woche steigen. Geplant sind auch Milliardenbeträge für ein nationales Impfprogramm.

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 15. Januar 2021

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Januar 2021 | 06:00 Uhr

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