Coronavirus-Pandemie Ticker vom Freitag: Biontech beantragt EU-Zulassung für Kinder ab fünf Jahren

Biontech und Pfizer haben die Zulassung ihres mRNA-Impfstoffes für Kinder ab fünf Jahren nun auch in der EU beantragt. Die Pharmafirmen reichten eine entsprechende Zulassungsstudie bei der Arzneimittelbehörde EMA ein. Nach Hessen hat auch Niedersachsen ein 2G-Optionsmodell für den Einzelhandel. Supermärkten steht es frei, nur noch Geimpfte und Genesene einzulassen. Laut Gutachten ist eine verschärfte Testpflicht an Schulen unbegründet. Weitere aktuellen Entwicklungen im Coronavirus-Ticker.

Ein Mädchen bekommt eine Corona-Impfung
Ein junges Mädchen bekommt eine Impfung. Bildrechte: imago images/Sven Simon

Unser Ticker am Freitag, 15. Oktober 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:43 Uhr | US-Experten empfehlen Booster-Impfung auch bei Johnson & Johnson

Ein Expertenausschuss der US-Arzneimittelbehörde FDA hat grünes Licht für Auffrischungsimpfungen mit dem Covid-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson (J&J) gegeben. Eine offizielle Notfallzulassung für die Zweitimpfung mit dem Vakzin wird in den kommenden Tagen oder Wochen erwartet. Die Empfehlung gilt für alle Erwachsenen, deren Impfung länger als zwei Monate her ist. Im Unterschied zu den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna wird bei J&J bislang nur eine Impfdosis verabreicht.

21:01 Uhr | Sachsens Grüne kritisieren geplante Weihnachtsmarkt-Öffnungen

In Sachsen kritisieren die mitregierenden Grünen die geplante Öffnung der Weihnachtsmärkte. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, Kathleen Kuhfuß, kritisierte, Sachsen habe bundesweit die niedrigste Impfquote und mit die höchste Inzidenz. Mit diesen schlechten Voraussetzungen gehe man wider besseres Wissen weiteren Öffnungsschritten entgegen. Die Grünen-Politikerin sagte, sie befürchte deshalb neue, vermeidbare Infektionen.

19:20 Uhr | Biontech beantragt EU-Impfstoff-Zulassung für Kinder ab fünf Jahren

Der Mainzer Impfstoff-Hersteller Biontech hat mit dem US-Partnerkonzern Pfizer nun auch in der EU die Zulassung seines Covid-Impfstoffs für Fünf- bis Elfjährige beantragt. Wie die Unternehmen mitteilten, reichten sie dafür Daten aus einer klinischen Studie bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA ein. Es handelt sich um dieselben Daten, die bereits vor einer Woche bei einem Antrag in den USA eingereicht worden waren.

Den Unternehmensangaben zufolge wurde der Impfstoff für die Zulassungsstudie an mehr als 2.000 Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren getestet. Die Dosierung wurde dabei auf zehn Mikrogramm pro Spritze reduziert. Bei älteren Menschen werden 30 Mikrogramm verabreicht. Die Probanden hätten das Mittel gut vertragen und eine vergleichbare Immunreaktion wie 16- bis 25-Jährige gezeigt. Der mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer ist in Europa für über Zwölfjährige bedingt zugelassen.

16:58 Uhr | Gutachten hält verschärfte Testpflicht an Schulen für unbegründet

Ein Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats hält anlasslose Corona-Tests an Schulen für unnötig. In dem von der Thüringer Landesregierung in Auftrag gegebenen Sondergutachten heißt es, zwar trügen auch Kinder und Jugendliche zum Pandemiegeschehen bei. Im Gegensatz zu Erwachsenen würden sie aber nur "sehr selten" schwer erkranken. "Weil Kinder selbst nicht schwer erkranken und Erwachsene sich impfen lassen können, sind Quarantänemaßnahmen grundsätzlich weder für den Eigen- noch für den Fremdschutz zu rechtfertigen", heißt es in dem Papier. Mehrmals wöchentliche, nicht anlassbezogene Tests seien von daher "nicht mehr gut zu begründen".

Damit widerspricht das Gutachten den Forderungen aus mehreren Thüringer Städten und Landkreisen nach einer neuen Corona-Teststrategie an den Schulen. Die Landesregierung in Erfurt hatte das Sondergutachten in Auftrag gegeben, nachdem die Corona-Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen im Freistaat stark angestiegen waren.

15:55 Uhr | USA-Besuche für Geimpfte ab 8. November möglich

Die USA lassen ab dem 8. November geimpfte ausländische Besucher wieder ins Land einreisen. Neben einer vollständigen Impfung gegen einen schweren Verlauf von Covid-19 müssen Einreisende dann zusätzlich auch einen negativen Corona-Test vorweisen.

Die USA hatten im März vergangenen Jahres wegen der Corona-Pandemie Einreiseverbote für ausländische Bürger aus Europa, China, Indien, Brasilien, Südafrika und den Iran verhängt, die keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung in den USA (Green Card) besitzen. Vor einem Monat hatte die US-Regierung die Aufhebung des Travel Ban für geimpfte Reisende ab "Anfang November" angekündigt, ohne jedoch ein konkretes Datum zu nennen. Dies ist nun geschehen.

15:28 Uhr | 2G-Regel für Supermärkte in Niedersachsen und Hessen

Supermärkte in Niedersachsen wird gestattet, nur noch Geimpften und Genesenen den Zutritt zu gewähren. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums in Hannover erklärte der "Neuen Deister-Zeitung", auch in Niedersachsen würde "für den Einzelhandel und auch für die Supermärkte die Option bestehen, sich für 2G zu entscheiden".

Kunden tragen Schutzmasken bei ihrem Einkauf in einem Supermarkt.
In Niedersachsen und Hessen können Supermärkte Ungeimpften den Zutritt verwehren. Bildrechte: dpa

Zuvor hatte bereits Hessen erklärt, das 2G-Optionsmodell auf den gesamten Einzelhandel auszuweiten, also auch auf den Lebensmittel-Einzelhandel. Geschäfte, welche die 2G-Regel einführen, können auf die Maskenpflicht und das Abstandhalten verzichten.

13:52 Uhr | Was hat es mit dem Corona-Totimpfstoff Valneva auf sich?

Derzeit gibt es gegen das Coronavirus nur zwei Arten von Impfstoffen: Vektor und mRNA. Der französisch-österreichische Biotech-Konzern Valenva entwickelt hingegen derzeit eine dritte Art, einen Totimpfstoff, wie er seit Jahrzehnten auch gegen Grippe, Kinderlähmung oder Tetanus eingesetzt wird. Das Produkt mit dem Namen VLA2001 könnte nach Angaben des Unternehmens noch Ende 2021 in Europa zugelassen werden. Ein Zulassungsverfahren bei der britischen Arzneimittelbehörde sei bereits beantragt worden. Mehr im Artikel:

12:42 Uhr | Mehr Corona-Patienten auf mitteldeutschen Intensivstationen

Die Zahl der Corona-Patienten auf mitteldeutschen Intensivstationen hat sich innerhalb von zwei Wochen mehr als verdoppelt. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts werden derzeit in Sachsen 98 Erwachsene mit einer Covid-Infektion intensivmedizinisch behandelt. In Thüringen sind es 38, in Sachsen-Anhalt 27.

Die Werte liegen aber noch deutlich unter denen der vorangegangenen Corona-Wellen. Ende vergangenen Jahres befanden sich allein in Sachsen fast 600 Corona-Patienten auf Intensivstationen. Bei der Inzidenz liegt Thüringen nach Zahlen des Daten-Projekts Risklayer aus Karlsruhe derzeit mit 112 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern bundesweit an der Spitze. Es folgen Sachsen mit 107 und Bayern mit 102. Sachsen-Anhalt rangiert mit 61 im Mittelfeld.

11:45 Uhr | Hospize in Sachsen-Anhalt wegen Corona seltener belegt

Die stationären Hospize in Sachsen-Anhalt sind während der Corona-Krise deutlich weniger in Anspruch genommen worden. Viele Sachsen-Anhalter haben ihre schwerstkranken Angehörigen länger zu Hause behalten. Das sei ein bundesweiter Trend gewesen, sagt Sindy Herrmann, stellvertretende Vorsitzende des Hospiz-und Palliativverbandes Sachsen-Anhalt.

Alle sieben stationären Hospize in Sachsen-Anhalt in Magdeburg, Halle, Dessau-Roßlau, Wittenberg, Quedlinburg, Zerbst und Stendal seien gleichermaßen betroffen. Herrmann zufolge hat sich zudem die Aufenthaltsdauer verkürzt. Viele würden erst kurz vor dem Tod ein Hospiz aufsuchen.

10:57 Uhr | Toyota kürzt weiter Produktion

Der japanische Autobauer Toyota wird auch weiterhin weniger Autos produzieren, als ursprünglich geplant. Einem Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei" zufolge wird die Produktion aufgrund des Chipmangels im November weltweit um 15 Prozent gekürzt. Bereits im September und im Oktober hatten die Japaner ihre Produktion um 40 Prozent heruntergefahren.

09:53 Uhr | Corona: Wasunger Karneval fällt auch 2022 aus

In der Südthüringer Karnevalshochburg Wasungen wird es auch in dieser Saison keinen Umzug geben. Grund dafür ist die Corona-Pandemie. Karnevals-Präsident Martin Krieg sagte dem MDR, der für Februar 2022 geplante Umzug sei unter Abstandsregeln nicht möglich. In diesem Jahr war der Wasunger Karneval komplett ausgefallen. Um etwas Stimmung aufkommen zu lassen, hatten viele Menschen in der Stadt an offenen Fenstern gesungen. Wasungen gilt als eine der ältesten Karnevalshochburgen in Deutschland.

08:51 Uhr | Befragung von Facebook wegen Corona-Desinformation

In den USA gerät Facebook wegen seines Umgangs mit Falschinformationen über Corona-Impfstoffe zunehmend unter Druck. Die Generalstaatsanwälte von 14 Bundesstaaten haben mit einer Befragung des Konzerns begonnen. In einem Brief hatten sie sich tief besorgt über jüngste Berichte geäußert. Demnach führt Facebook angeblich Listen von Nutzern, die eine Sonderbehandlung erhalten hätten. Die Frage sei, ob die zwölf Hauptverbreiter von Corona-Desinformationen auf dieser Liste stünden. Forscher und Gesetzgeber werfen Facebook seit Langem vor, schädliche Inhalte auf seinen Plattformen nicht zu kontrollieren.

07:40 Uhr | Lettlands Präsident trotz Impfung mit Coronavirus infiziert

Trotz einer vollständigen Impfung hat sich der lettische Präsident Egils Levits mit dem Coronavirus infiziert. Wie sein Stabschef Andris Teikmanis mitteilte, wurde Levits nach seiner Rückkehr von einer Reise nach Dänemark und Schweden positiv auf das Virus getestet. "Die Symptome sind gering und der Präsident fühlt sich gut", erklärte der Stabschef. Levits werde sich dennoch selbst isolieren.

In Lettland sind nur 48 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft. Damit hat das Land mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die viertschlechteste Impfquote innerhalb der EU. Am Donnerstag verzeichneten die lettischen Gesundheitsbehörden einen neuen Höchststand von 2408 Neuinfektionen.

06:49 Uhr | Erfurt führt 3G-Modell für Restaurants und Hotels ein

In Erfurt gelten ab heute schärfere Corona-Regeln. Wie die Stadt mitteilte, wird das 3G-Modell für Innenräume in Gaststätten, öffentliche Veranstaltungen, Schwimmhallen und Fitnessstudios eingeführt. Betroffen sind auch Hotels und Saunen. Beim 3G-Modell haben nur Geimpfte, Genesene und Getestete Zutritt. Ein PCR-Test darf nach Angaben der Stadt maximal 48 Stunden zurückliegen, Antigenschnelltests und Schultestungen 24 Stunden.

06:46 Uhr | Wieler: Keine Angabe zur aktuellen Impfquote

Lothar Wieler
RKI-Chef Lothar Wieler wurde in den vergangenen Tagen wegen Ungenauigkeiten bei der Impfquote in Deutschland stark kritisiert. Bildrechte: dpa

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat eingeräumt, dass genaue Angaben zur Impfquote bis heute nicht möglich sind. Wieler sagte den Funke-Medien, die offiziell gemeldeten Daten seien die Mindestimpfquote. Die tatsächliche Quote könne man nur schätzen. Die letzte RKI-Schätzung sei mittlerweile zwei Wochen alt. Demnach waren bis zu 84 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal geimpft und bis zu 80 Prozent vollständig. Der RKI-Chef kritisierte, dass die Digitalisierung des Gesundheitswesens nur schleppend vorankomme.

06:29 Uhr | Italien: Corona-Pass am Arbeitsplatz wird Pflicht

In Italien tritt heute die Coronapass-Pflicht am Arbeitsplatz in Kraft. Damit darf nur noch zur Arbeit erscheinen, wer mit dem sogenannten "Grünen Pass" eine Corona-Impfung, -Genesung oder einen negativen Corona-Test nachweisen kann. Wer ohne Nachweis zur Arbeit kommt, riskiert bis zu 1.500 Euro Bußgeld. Wer der Arbeit fernbleibt, weil er das Dokument nicht vorweisen kann, muss mit unbezahlter Freistellung rechnen.

"Für die Unternehmen und die Angestellten erhöht der Green Pass die Sicherheit am Arbeitsplatz und garantiert die Produktion", erklärte Maurizio Stirpe, der Vizepräsident der Arbeitgeberorganisation Confindustria. Ansteckungen bei der Arbeit und Kollektiv-Quarantäne sollen so vermieden werden.

Wer sich nicht impfen lassen will, muss auf eigene Kosten einen Corona-Test machen und diesen alle 48 Stunden erneuern. Die Corona-Passpflicht betrifft künftig rund 23 Millionen Arbeitnehmer in Italien. In den vergangenen Wochen hatte es zum Teil gewalttätige Proteste gegen die neue Regelung gegeben.

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 15. Oktober 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 15. Oktober 2021 | 06:00 Uhr

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