Coronavirus-Pandemie Ticker: EMA geht Thrombosefällen bei Johnson & Johnson nach

Die EU-Arzneimittelbehörde prüft Fälle von Thrombosen nach einer Coronaimpfung mit dem Vakzin des Herstellers Johnson & Johnson. Die für Montag geplante nächste Bund-Länder-Runde zum Vorgehen in der Pandemie fällt aus. Stattdessen soll das Infektionsschutzgesetz für eine bundeseinheitliche Notbremse geändert werden. Freiheiten für Geimpfte sollen noch im April kommen. Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Ticker.

Ampulle und Sritze mit Johnson & Johnson Impfstoff
Die EMA prüft Fälle von Thrombosen nach einer Coronaimpfung mit dem Vakzin des Herstellers Johnson & Johnson. Bildrechte: imago images/Aviation-Stock

Unser Ticker am Freitag, 9. April 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:01 Uhr | Offenbar Thrombose-Fälle bei mehreren Impfstoffen

In Deutschland sind bislang 42 Verdachtsfälle einer Hirnvenenthrombose nach der Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff bekannt geworden. Das berichtet das Paul-Ehrlich-Institut. Betroffen seien 35 Frauen und sieben Männer im Alter von 20 bis 63 Jahren. Acht Menschen seien gestorben.

Sieben Fälle einer Sinusvenenthrombose wurden den Angaben zufolge nach Impfungen mit dem Biontech-Impfstoff gemeldet, drei Frauen im Alter von 34 bis 81 Jahren und vier Männer im Alter von 81 bis 86 Jahren seien betroffen gewesen. Die Zahl der gemeldeten Fälle sei jedoch unter Berücksichtigung der verimpften Dosen im Vergleich zur gewöhnlich erwarteten Zahl dieser Thrombosen nicht erhöht, hieß es.

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA prüft derzeit auch Fälle von Thrombosen nach einer Impfung mit dem Vakzin des Herstellers Johnson&Johnson.

19:53 Uhr | Biontech/Pfizer beantragt Zulassung für Jugendliche

Drei Ampullen mit Impfstoff, davor eine Spritze
Impfstoff von Biontech/Pfizer Bildrechte: imago images/Laci Perenyi

Der Hersteller Biontech/Pfizer hat in den USA die Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Jugendliche ab zwölf Jahren beantragt und weitere Zulassungsanträge in anderen Ländern angekündigt. Bei der US-Arzneimittelbehörde FDA sei ein Antrag auf Erweiterung der Notfallzulassung gestellt worden, teilten der US-Pharmakonzern Pfizer und sein Mainzer Partner Biontech mit. Die klinischen Tests der Phase-3-Studie hätten bei dieser Altersgruppe eine Wirksamkeit von 100 Prozent ergeben.

18:07 UIhr | Lieferengpässe bei Corona-Selbsttests

Ein COVID-19 Antigen-Testkit (Schnelltest) zum Eigentest im Privat-Einsatz.
Covid-19 Antigen-Selbsttest Bildrechte: IMAGO / MiS

In Sachsen berichtet die Wirtschaft von Lieferproblemen beim Kauf von Corona-Selbsttests. Wie die Handwerkskammern in Dresden und Chemnitz mitteilten, erhalten einige Firmen die Tests erst bis zu vier Wochen nach dem vereinbarten Liefertermin. Daher könnten sie ihren Mitarbeitern nicht die vorgeschrieben Gratistests anbieten. Die Verordnung in Sachsen sieht vor, dass Arbeitgeber ihren Mitarbeitern einmal in der Woche einen Selbsttest zur Verfügung stellen, wenn sie nicht im Homeoffice arbeiten.

17:55 Uhr | Steuerzahlerbund kritisiert neue Corona-Schulden

Der Steuerzahlerbund hat die geplanten neuen Staatsschulden zur Corona-Bekämpfung kritisiert. Präsident Reiner Holznagel sagte MDR AKTUELL, die Neuverschuldung in der Pandemie steige damit auf insgesamt mehr als 450 Milliarden Euro. Die alte Bundesrepublik habe dafür 35 Jahre gebraucht. Jetzt schaffe man das in zwei Jahren.

Holznagel räumte ein, natürlich würden im Kampf gegen die Coronakrise staatliche Hilfen für Bürger und Betriebe gebraucht. Allerdings werde nur ein Teil der geplanten Kredite dafür verwendet, ein Großteil eben nicht. Deswegen müsse Bundesfinanzminister Scholz Prioritäten setzen und auch Sparmaßnahmen einleiten.

17:21 Uhr | Impfung für Bundestagsabgeordnete

Bundestagsabgeordnete über 60 Jahre können sich in der nächsten Sitzungswoche gegen Corona impfen lassen. Wie die Bundestagsverwaltung mitteilte, haben die betreffenden Parlamentarirer bereits eine Einladung dafür erhalten. Die Impfung erfolge mit dem Wirkstoff von Astrazeneca. Nach eigenen Angaben macht der Bundestag damit Gebrauch von einer Änderung der Berliner Impfverordnung. Danach dürfen Über-60-Jährige ohne Einschränkungen mit Astrazeneca geimpft werden.

16:16 Uhr | EMA untersucht neue mögliche Nebenwirkung von Astrazeneca

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA untersucht einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Corona-Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca und dem Kapillarlecksyndrom. Es gehe um fünf Fälle der auch als Clarkson-Syndrom bekannten Gefäßerkrankung. Bei dem extrem selten auftretenden Leiden ist die Durchlässigkeit der Kapillargefäße zu hoch, so dass Plasma austritt und es zu Ödemen und einem Abfall des Blutdrucks kommt.

15:58 Uhr | Neuer Tagesrekord an Impfungen

Nach Angaben der Bundesregierung sind am Donnerstag 719.927 Impfdosen verabreicht worden - das ist die höchste Anzahl bisher und knapp 64.000 mehr als am Vortag. Bereits am Mittwoch war die Zahl der Impfungen auf knapp 670.000 gestiegen, vor allem weil die Hausarztpraxen nun zusätzlich impfen. Insgesamt haben den Angaben zufolge somit 12.204.176 Personen mindestens eine Impfdosis erhalten.

15:07 Uhr | EMA überprüft Thrombosefälle nach Imfpung mit Wirkstoff von Johnson & Johnson

Nach Berichten über vier Thrombosefälle nach einer Impfung mit dem Corona-Vakzin des US-Herstellers Johnson & Johnson prüft die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) einen möglichen Zusammenhang.

Wie die EMA am Freitag mitteilte, wurden drei Thrombosefälle in den USA gemeldet und ein weiterer im Rahmen einer klinischen Studie an einem nicht näher genannten Ort. Einer der Fälle verlief demnach tödlich. Das Johnson-&-Johnson-Vakzin war Mitte März in der EU zugelassen worden, ist hier aber im Gegensatz zu den USA noch nicht im Einsatz. Die Behörde betonte, dass ein Zusammenhang mit dem Impfstoff des US-Herstellers noch nicht festgestellt worden sei.

Die EU-Kommission geht davon aus, dass der Wirkstoff ab dem 19. April geliefert wird. Insgesamt sollen im zweiten Quartal 55 Millionen Dosen geliefert werden.

13:53 Uhr | Noch keine Testpflicht an Thüringens Schulen

Thüringen will erst in einigen Wochen entscheiden, ob Corona-Tests in Schulen zur Pflicht werden. Bildungsminister Helmut Holter sagte MDR THÜRINGEN, vorerst blieben die Tests freiwillig. Ende April werde er Bilanz über die Teilnahme ziehen und dann entscheiden, ob die Tests verpflichtend werden. Wer ein geringes Ansteckungsrisiko an Schulen fordere, müsse auch bereit sein, freiwillig an solchen Testungen teilzunehmen, so Holter.

Update 13:32 Uhr | Gaststätten im Harz öffnen Freisitze

Für einen Modellversuch in Sachsen-Anhalt haben die ersten Gastronomen im Harz heute ihre Freisitze geöffnet. Wie der Landkreis mitteilte, sind die Projekte in allen neun Kommunen angelaufen. Die Resonanz sei bislang jedoch verhalten gewesen, wahrscheinlich wegen des ungemütlichen Wetters. Die Modellprojekte sollten aufzeigen, wie mit strengen Kontrollen, Tests und digitaler Nachverfolgbarkeit "ein Stück weit mehr Leben im öffentlichen Raum" auch in der Krise möglich sei, sagte Wirtschaftsminister Armin Willingmann bei einem Besuch eines Cafes in Wernigerode.

13:05 Uhr | Ramelow wirft Merkel Versäumnisse vor

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Corona-Pandemie schwere Versäumnisse vorgeworfen. Der Linken-Politiker sagte MDR AKTUELL, bis heute gebe es keine Vorlage aus dem Kanzleramt für bundesweit einheitliche Regeln. Somit gebe es auch nichts, über das man bei den Bund-Länder-Konferenzen abstimmen könne.

Angesichts dieser Versäumnisse wundere er sich, dass Merkel im Fernsehen mit einer gesetzlichen Regelung gedroht habe. Außerdem kritisierte Ramelow Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder. Dieser fordere einheitliche Regeln, öffne aber dennoch Baumärkte. Ramelow erklärte, er habe den Eindruck, dass man in einer Castingshow gelandet sei, bei der ein neuer Unions-Kanzlerkandidat gesucht werde.

13:00 Uhr | WHO: Zunächst keine Empfehlung für Kreuzimpfung

Die Weltgesundheitsorganisation wird vorerst nicht empfehlen, den Impfstoff zwischen der ersten und der zweiten Impfung zu wechseln. WHO-Sprecherin Margret Harris sagte in Genf, die bisherigen Daten reichten nicht aus, um sagen zu können, ob dies getan werden könne oder nicht. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte gestern bekräftigt, das sie Kreuzimpfungen mit Astrazeneca und einem anderen Vakzin für unbedenktlich hält. Hintergrund ist die Empfehlung der Stiko, den Impfstoff von Astrazeneca wegen seltenen Fällen von tödlichen Hirnthrombosen nur noch bei über 60-Jährigen einzusetzen.

12:45 Uhr | Türkei und Kroatien werden Hochinzidenzgebiete

Wegen besonders hoher Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung die Türkei, Kroatien, die Ukraine und Armenien ab Sonntag als Hochinzidenzgebiete mit leicht verschärften Einreiseregeln ein. Das hat das Robert Koch-Institut im Internet angekündigt. Praktische Auswirkungen hat das nur für Reisende, die aus diesen Ländern auf dem Landweg nach Deutschland kommen. Sie müssen einen negativen Corona-Test mit sich führen. Flugreisende müssen sich ohnehin generell vor Abflug nach Deutschland testen lassen.

Mit Malta, Lettland und der Slowakei werden drei EU-Länder am Sonntag wieder von der Liste der Hochinzidenzgebiete gestrichen und als "normale" Risikogebiete eingestuft.

11:28 Uhr | Spahn: Freiheiten für Geimpfte diesen Monat

Noch im Laufe des April sollen vollständig gegen Corona Geimpfte Freiheiten zurückbekommen, die andere derzeit nur durch Tests erhalten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte in Berlin, dass nach Rücksprache mit den Gesundheitsministern der Länder die Verordnungen noch in diesem Monat angepasst werden sollen.

Hintergrund sind nach seinen Worten Erkenntnisse des Robert Koch-Instituts. Die Experten seien zu dem Schluss gekommen, dass das Risiko, dass vollständig Geimpfte das Virus weitergeben, geringer ist als bei negativ Getesteten. Geimpfte erhalten demnach nicht mehr Freiheiten als andere, müssen aber für bestimmte Dinge keinen Test vorweisen.

Update 10:50 Uhr | Kein Corona-Gipfel am Montag - bundeseinheitliche Notbremse kommt

Die für Montag geplante nächste Bund-Länder-Runde zum Vorgehen in der Pandemie fällt aus. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer hat entsprechende Medienberichte bestätigt. Zugleich teilte Demmer mit, dass Bund und Länder das Infektionsschutzgesetz ändern wollen, um bundeseinheitliche Regelungen im Kampf gegen die Pandemie zu schaffen. Dabei gehe es um das Vorgehen bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Demmer zufolge soll der Gesetzentwurf dazu bereits am Dienstag auf einer vorgezogenen Kabinettssitzung verabschiedet werden. Das Vorgehen sei mit den Bundesländern und den Regierungsfraktionen im Bundestag abgestimmt. Was genau geplant ist, wurde nicht mitgeteilt.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters sollten unterhalb einer Inzidenz von 100 die bestehenden Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz fortgelten und die Länder damit ihre Zuständigkeit behalten.

10:25 Uhr | Spahn bekräftigt Forderung nach Lockdown

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält die aktuell niedrigen Infektionszahlen wegen der Osterfeiertage nicht für verlässlich. Die sozialen Kontakte müssten eingeschränkt werden, notfalls auch mit nächtlichen Ausgangssperren, sagt Spahn in Berlin. Zugleich erneuerte er seine Forderungen nach einem "Lockdown." Nur so könne die dritte Infektionswelle gebrochen werden. Es gebe schon wieder fast 4.500 Patienten auf Intensivstationen.

10:18 Uhr | Intensivmediziner: Lage ist dramatisch

Auch die deutschen Intensivmediziner befürchten, dass zum Monatsende mehr als 5.000 Corona-Patienten auf Intensivstationen liegen. Der Präsident der Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, sagte im ZDF, die Situation sei wirklich sehr dramatisch. In den vergangenen Tagen seien täglich 80 bis 100 Patienten auf den Intensivstationen dazugekommen. Aktuell seien gut 4.470 Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt. Insgesamt seien noch rund 2.000 Spezialbetten frei, die für Schwerkranke benötigt würden. Das sei wirklich knapp.

09:47 Uhr | So viele Intensivpatienten in Thüringen wie auf Höhepunkt Anfang Januar

In Thüringen werden wieder so viele Covid-19-Kranke auf Intensivstationen von Kliniken behandelt wie auf dem Höhepunkt der zweiten Pandemiewelle Anfang Januar. Wie aus einer Übersicht der Deutschen Gesellschaft für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervorgeht, bewegte sich deren Zahl am Morgen zwischen 219 und 220. Am 04. Januar waren es 219. Laut Divi sind von den knapp 700 Intensivbetten in Thüringen aktuell 76 frei, davon sind 20 speziell für Covid-19-Patienten ausgerüstet. Als Notfallreserve können innerhalb von sieben Tagen 323 zusätzliche Intensivbetten aufgestellt werden.

Thüringenweit wurden laut Staatskanzlei innerhalb eines Tages erneut mehr als 1.000 neue Infektionen gemeldet. Die Infektionszahl seit Pandemiebeginn überstieg damit die Marke von 100.000 (100.419).

09:15 Uhr | Impfungen, Tests und Abiprüfungen an Schulen in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt sind fast alle Lehrer mindestens einmal gegen das Corona-Virus geimpft. Bildungsminister Marco Tullner sagte MDR AKTUELL, bis auf den Landkreis Harz sei das Thema seiner Kenntnis nach inzwischen durch. Er versicherte zudem, es seien genügend Schnelltests da, um Schüler und Lehrer zweimal wöchentlich zu testen. Tullner betonte die Gleichwertigkeit des Abiturs mit den Vorjahren. Schüler bekämen aber mehr Zeit und könnten die Aufgaben aus einem größeren Pool wählen. Die Kultusminister der Länder hatten sich gestern Abend geeinigt, die Schulen so weit wie möglich offen zu halten und Abitur-Prüfungen stattfinden zu lassen.

09:00 Uhr | Lehrergewerkschaft kritisiert Schulöffnungen als "russisches Roulette"

Der Verband Bildung und Erziehung hat den Öffnungskurs einiger Bundesländer bei den Schulen in der Pandemie heftig kritisiert. "Dass es anscheinend immer noch Bundesländer gibt, die Schulen in Hochinzidenzgebieten offenhalten wollen, ist unverantwortlich", sagte der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft, Beckmann, nach den gestrigen Beratungen der Kultusminister von Bund und Ländern. Seitdem die Schulen geöffnet seien, stiegen bei Schülerinnen und Schüler die Neuinfektionen rapide.

Man muss fast den Eindruck haben, dass mit der Gesundheit von Lehrkräften, Kindern und Jugendlichen in einigen Ländern eine Form russisches Roulette gespielt wird.

Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Udo Beckmann

08:23 Uhr | Müller: Keine Bund-Länder-Beratungen am Montag

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, rechnet nicht damit, dass am Montag Bund-Länder-Beratungen zu Corona in der geplanten Form stattfinden. Er glaube, dass es "bestenfalls eine kurze Rücksprache" geben wird zwischen den Ministerpräsidenten und dem Kanzleramt, sagte Müller am Morgen im ZDF. Er begründete seine Einschätzung mit den anhaltenden Meinungsunterschieden zu einer möglichen Verschärfung der Schutzmaßnahmen sowie dem Wunsch des Bundestages nach einer stärkeren Beteiligung.

08:10 Uhr | Regierungsfraktionen fordern Debatte im Bundestag - Bund-Länder-Treffen wackelt

Die Spitzen der Regierungsfraktionen von Union und SPD dringen vor der nächsten Bund-Länder-Runde auf eine Debatte im Bundestag über die Corona-Lage. In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel schreiben die Fraktionsvorsitzenden von Union und SPD und CSU, auch eine Regierungserlärung könne ein geeigneter Rahmen sein. Nach Einschätzung der Deutschen Presse-Agentur, die aus dem Brief zitiert, wird damit immer wahrscheinlicher, dass das für Montag geplante nächste Bund-Länder-Krisentreffen verschoben wird. Grund ist Medienberichten zufolge die Uneinigkeit der Länder über das weitere Vorgehen in der Pandemie. Diskutiert wird etwa über einen Vorschlag, dem Bund mehr Rechte zu geben, um eine einheitlichere Linie in der Corona-Bekämpfung zu erreichen. Im Gespräch ist auch eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes mit dem Ziel, die sogenannte Notbremse in Gebieten mit vielen Infektionen verpflichtend zu machen.

07:10 Uhr | Mehr als 24.000 Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben 24.207 Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus den Daten des Risklayer-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie hervor. Die Zahl ist leicht höher als vor einer Woche (24.105). Damit endet der vermutlich durch die Osterfeiertage bedingte Effekt der sinkenden Inzidenzen – durch weniger Tests und weniger Meldungen. Risklayer zufolge haben sich deutschlandweit in den vergangenen sieben Tagen 118 Menschen pro 100.000 Einwohner infiziert. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind 296 weitere Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben. Insgesamt liege deren Zahl nun über 78.000.

06:36 Uhr | Gesundheitsämter waren über Ostern aktiv

Die Gesundheitsämter haben den Vorwurf zurückgewiesen, sie hätten über Ostern Infektionszahlen nur lückenhaft gemeldet. Amtsärzte-Chefin Ute Teichert sagte MDR AKTUELL, fast alle Ämter arbeiteten rund um die Uhr. Auch der Datenanalyst Risklayer teilte mit, über die Osterfeiertage hätten etwa 90 Prozent der Gesundheitsämter Testergebnisse weitergeleitet. Nur rund die Hälfte der Landkreise und Städte habe die Daten aber zeitnah veröffentlicht. Als Hauptgrund für den Rückgang der Infektionszahlen sieht Teichert, dass über die Feiertage weniger getestet wurde. Die Labore selbst meldeten, in der Karwoche seien 18 Prozent weniger PCR-Tests eingegangen als in der Woche davor.

06:10 Uhr | Datenleck in Testzentren in Leipzig

Experten haben ein Datenleck bei Corona-Testzentren aufgedeckt. Wie MDR, NDR und RBB von der Gruppe "zerforschung" erfuhren, waren deutschlandweit mehr als 17.000 Corona-Registrierungen mit Namen, Adressen, Telefonnummern und Mail-Adresse im Internet abrufbar. In 7.000 Fällen seien auch die Test-Ergebnisse einsehbar gewesen. Der Großteil der Daten stamme aus zwei Testzentren in Leipzig. Stichproben der Sender bestätigten das Datenleck.

Die Expertengruppe äußerte sich besorgt darüber, dass Kriminelle sehr einfach an persönliche Daten für Identitätsdiebstahl hätten gelangen können. Der Betreiber der Testzentren erklärte, man habe nach den Hinweisen die Sicherheitslücke umgehend geschlossen. Die betroffenen Personen würden angeschrieben.

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 9. April 2021

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen im Lauf des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. April 2021 | 06:00 Uhr

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