Coronavirus-Pandemie Ticker vom Freitag: WHO sieht "wahrscheinliche" Nebenwirkung aufs Herz durch mRNA-Vakzine

Die WHO vermutet einen Zusammenhang zwischen mRNA-Impfungen und Herzmuskelentzündungen. In einer großen Studie in NRW werden tausende Kinder und Jugendliche geimpft. Die Bundesregierung hat erneut ganz Spanien inklusive der Kanaren und Balearen zum Risikogebiet erklärt. Malta lässt als erstes EU-Land nur noch Besucher mit Impfzertifikat ins Land. Ab heute können sich auch von Covid-19 Genesene einen digitalen Impfnachweis in einer Apotheke ausstellen lassen.

Ampullen mit Impfstoff von BioNTech
In Deutschland wird hauptsächlich mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech geimpft. Bildrechte: imago images/Eibner Europa

Unser Ticker am Freitag, 9. Juli 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:05 Uhr | "Wahrscheinlicher" Zusammenhang von mRNA-Impfung und Herzmuskelentzündungen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht einen "wahrscheinlichen Zusammenhang" zwischen Corona-Impfungen mit einem mRNA-Vakzin und Herzmuskelentzündungen. Die Fälle seien aber "sehr selten", insgesamt überwiege der Nutzen der Impfung gegenüber den Risiken, erklärte der Ausschuss für Impfstoffsicherheit in Genf. Dieser hatte zuvor Daten zu Herzmuskelerkrankungen nach Impfungen mit den Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna geprüft. Demnach traten die Probleme meist innerhalb einiger Tage nach der Impfung auf, etwas häufiger bei jungen Männern und nach der zweiten Impfung. In den USA sind bereits hunderte Fälle von Herzmuskelentzündungen nach einer Corona-Impfung mit einem mRNA-Vakzin aufgetreten. Es gibt den Verdacht, dass die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna bei jungen Menschen vereinzelt eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) oder des Herzbeutels (Perikarditis) verursachen können. Auch Israel hatte Auffälligkeiten festgestellt.

20:46 Uhr | Niederlande schließen Diskotheken

Die niederländische Regierung verschärft wegen steigender Infektionszahlen die Corona-Maßnahmen. Clubs und Diskotheken müssen von Samstag an erneut schließen, für Gaststätten ist um Mitternacht Schluss. Nach knapp zwei Wochen bedeutet das wieder das vorläufige Aus fürs Nachtleben. Auch Festivals und andere Großevents ohne feste Sitzplätze werden wieder untersagt. Die Sieben-Tage-Inzidenz war zuletzt wieder auf über 90 gestiegen. Allein in einer Disco in Enschede nahe der deutschen Grenze hatten sich 600 Menschen infiziert. Viele Negativtests der Gäste waren offenbar gefälscht.

19:35 Uhr | Sterberate in der EU so hoch wie nie

Wegen der Corona-Pandemie hat die Europäische Union im vergangenen Jahr die höchste Sterberate seit Beginn der Aufzeichnungen 1961 registriert. Wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte, stieg 2020 die Zahl der Todesfälle im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf etwa 5,2 Millionen. Der Behörde zufolge gab es zugleich weniger Geburten. Daher sei die EU-Gesamtbevölkerung geschrumpft. Eine große Rolle spiele auch der Rückgang bei der Migration. Das größte Bevölkerungsminus verzeichnete demnach Italien mit 0,6 Prozent, außerdem Rumänien und Polen.

18:55 Uhr | Malta verlangt Impfnachweis

Die Mittelmeerinsel Malta schließt ihre Grenzen für Reisende, die nicht vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind. Dem Gesundheitsministerium zufolge wird ab kommendem Mittwoch bei der Einreise ein Impfzertifikat verlangt. Malta sei das erste Land in Europa, das diesen Schritt gehe. In Malta sind knapp 80 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft. Ende Juni hatte der Inselstaat keine Neuinfektionen mehr verzeichnet, zuletzt stieg die Zahl jedoch wieder. Viele Infektionen seien auf Englisch-Sprachschulen zurückzuführen. Sie würden nun geschlossen.

17:28 Uhr | Spanien stellt deutsche Warnung in Frage

Spanien hat die Einstufung als Risikogebiet durch Deutschland kritisiert. Das spanische Tourismusministerium argumentierte, landesweit seien knapp 48 Prozent der Menschen vollständig geimpft. Zudem sei die Zahl der Covid-Patienten in Krankenhäusern niedrig. Deshalb verliere die Inzidenz als Gradmesser für das Risiko an Bedeutung. Die Sieben-Tage-Inzidenz in ganz Spanien liegt aktuell bei 179. Die Bundesregierung stuft daher jetzt auch die beliebten Ferieninseln Balearen und Kanaren als Risikoregionen ein. Reiserückkehrer können mit Negativtest oder Impf- bzw. Genesenennachweis eine Quarantäne vermeiden.

16:35 Uhr | Kommunen: Luftfilter für Schulen wird dauern

Der sächsische Städte- und Gemeindetag warnt vor unrealistischen Versprechungen zur Nachrüstung von Lüftungstechnik in Schulen. In einer Mitteilung heißt es, die kommunalen Schulträger könnten die von der Bundespolitik geweckten Erwartungen kaum erfüllen. Die Nachrüstung von fest verbauten Lüftungsanlagen sei aufwändig und teuer. Sie käme nur im Zusammenhang mit langfristigen Schulsanierungen in Betracht.

16:07 Uhr | Große Studie zur Impfung von Kindern

In Nordrhein-Westfalen startet kommende Woche eine Studie zum Corona-Impfschutz bei Kindern und Jugendlichen. Im Kreis Siegen-Wittgenstein können sich ab Dienstag Schüler ab zwölf Jahren und Studierende bevorzugt impfen lassen. Das Projekt ist für 30.000 Teilnehmer ausgelegt. Forschende der Universität des Saarlands und der Uni-Kinderklinik Bochum wollen herausfinden, wie sich die Impfungen aufs Infektionsgeschehen auswirken. Die Projektbeteiligten distanzieren sich von der eher vorsichtigen Linie der Ständigen Impfkommission. Die Stiko empfiehlt eine Covid-Schutzimpfung für 12- bis 17-Jährige nur bei Vorerkrankungen.

Auch die Kinder- und Jugendärzte in Niedersachsen plädieren für eine Corona-Impfung bei über 12-Jährigen. Der Verband mahnt, ohne Impfung würden sich die meisten Jugendlichen im Herbst infizieren. Schwere Erkrankungen seien zwar selten, man wisse aber noch wenig über die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion.

15:18 Uhr | EMA zurückhaltend zu dritter Impfung

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA sieht noch keine Datengrundlage für Corona-Auffrischungsimpfungen. Man könne noch nicht sagen, ob und wann ein Booster nötig werde. Es fehlten Studienergebnisse zur Dauer des Impfschutzes. Auch die US-Arzneimittelbehörde FDA und die US-Gesundheitsbehörde CDC sehen aktuell keinen Bedarf, Komplettimpfungen aufzufrischen. Der Hersteller Biontech/Pfizer plant eine dritte Dosis binnen sechs bis zwölf Monaten nach vollständiger Impfung.

14:46 Uhr | Ärzte-Appell zum Impfen

Vor Beginn der Sommerferien hat die Thüringer Ärzteschaft die Menschen erneut zum Impfen aufgerufen. In einem Appell verschiedener Mediziner-Organisationen heißt es, längeres Abwarten sei fahrlässig. In Thüringen sind mittlerweile fast 39 Prozent der Menschen vollständig geimpft. Die erste Impfdosis haben gut 53 Prozent der Einwohner erhalten.

Update 13:22 Uhr | Hunderte Teilnehmer bei Einzelhandel-Streik in Leipzig

Hunderte Beschäftigte im Einzel- und Versandhandel haben sich an einem Warnstreik und einer Kundgebung in Leipzig beteiligt. Nach Angaben von Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago hatten bis zu 600 Beschäftigte aus zahlreichen Lebensmittel-, Möbel- und Bekleidungsgeschäften an der Veranstaltung in Leipzig teilgenommen.

Seit Juni verlaufen die Tarifverhandlungen für die 280.000 Beschäftigten in den drei Ländern nach Angaben der Gewerkschaft ohne spürbare Fortschritte. Am 28. Juli steigt die dritte Verhandlungsrunde in Leipzig. "Bis dahin werden wir immer wieder zu Warnstreiks aufrufen und den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen", betonte Lauenroth-Mago.

Gewerkschaftssekretär Torsten Furgol sagte zuvor, gerade Verkaufspersonal und Beschäftigte im Versand hätten während der Corona-Pandemie an der Belastungsgrenze gearbeitet. Verdi verlangt eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent plus 45 Euro monatlich. Zudem fordert die Gewerkschaft ein Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde.

13:11 Uhr | Bundesregierung: Spanien ab Sonntag wieder Risikogebiet

Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung ab Sonntag ganz Spanien und damit auch Mallorca sowie die Kanaren am Sonntag als Risikogebiet ein. Das hat das Robert Koch-Institut am Freitag bekanntgegeben. Das bedeutet, dass das Auswärtige Amt mitten in den Sommerferien wieder von touristischen Reisen in das beliebteste Urlaubsland der Deutschen abraten wird.

Praktische Folgen ergeben sich für Urlauber aber kaum: Wer mit dem Flugzeug aus Spanien nach Deutschland zurückkehrt, muss wie bisher einen negativen Test oder einen Nachweis über eine vollständige Impfung oder Genesung dabeihaben. Damit entfällt dann die Quarantänepflicht.

12:33 Uhr | EU genehmigt Entschädigung für Urlauber

Die EU-Kommission hat Entschädigungszahlungen an Urlauber genehmigt, deren Reiseveranstalter insolvent gegangen sind. Die Bundesregierung hat dafür einen Fonds im Volumen von 750 Millionen Euro vorgesehen. Ausgezahlt werden soll das Geld ab dem 1. November. Die EU-Kommission entschied nun, dass das Vorgehen in Einklang mit den europäischen Wettbewerbsregeln steht. Hintergrund der Regelung ist die Insolvenz des Reisekonzerns Thomas Cook 2019. Die Versicherung hatte damals nur einen Bruchteil der Kosten ersetzt, weshalb schließlich der deutsche Staat einsprang.

11:26 Uhr | Spanien sieht sich als sicheres Reiseland

Spanien ist nach Einschätzung von Tourismusministerin Reyes Maroto trotz steigender Infektionszahlen ein sicheres Reiseland. Die Ministerin verwies in Madrid auf die Impfkampagne und die relativ geringe Zahl an Einweisungen ins Krankenhaus. Deshalb dürften andere Regierungen jetzt nicht Alarm schlagen. Frankreichs Europaminister Clément Beaune hatte gestern seine Landsleute aufgefordert, die Sommerferien nicht in Spanien oder Portugal zu verbringen. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Spanien liegt derzeit wieder bei einem Wert von mehr als 200.

Medienberichten zufolge will auch die Bundesregierung wieder ganz Spanien als Risikogebiet einstufen. Damit gälte bei der Wiedereinreise eine Quarantänepflicht. Sie kann aber mit dem bei Flugreisen obligatorischen Test umgangen werden – aber auch mit einem Impf- oder Genesenen-Nachweis.

09:51 Uhr | Sommer-Finale der Skispringer soll vor Zuschauern stattfinden

Das Sommer-Grand-Prix-Finale der Skispringer am 1. und 2. Oktober in Klingenthal soll in diesem Jahr wieder vor Zuschauern stattfinden. Wie die Organisatoren am Freitag mitteilten, dürfen dank des genehmigten Hygienekonzepts nach aktuellem Stand bis zu 2.500 Besucher an der Veranstaltung teilnehmen. Der Kartenvorverkauf für die Wettkämpfe in diesem Jahr hat bereits begonnen. Alle Tickets sind nur personalisiert erhältlich und können nicht weiterverkauft werden. Bleibt die Inzidenz bis Anfang Oktober weiterhin unter dem Wert von 35, besteht nach aktuellen Regelungen keine Pflicht zur Vorlage eines Tests oder eines Genesenen- oder Impfzertifikates.

09:35 Uhr | Neue Einreisebestimmungen für Tschechien

In Tschechien gelten ab heute neue Einreisebestimmungen. Hintergrund ist die schnelle Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes ist die Einreise nur mit negativem PCR- oder Antigen-Test möglich. Außerdem muss man seine Einreise über ein Online-Formular bei den tschechischen Behörden anmelden. Dieses ist in tschechischer und englischer Sprache verfügbar.

Inhaber einer langfristigen oder Daueraufenthaltserlaubnis für die Tschechische Republik sowie Familienangehörige tschechischer Bürger müssen bei Einreise mit einem privaten Verkehrsmittel keinen Negativtest vorlegen, aber innerhalb von fünf Tagen nach Einreise einen PCR- oder Antigentest vornehmen lassen. Für Geimpfte, die über einen tschechischen oder in Tschechien anerkannten Impfnachweis verfügen, sind Einreisen ohne Testpflicht möglich.

09:18 Uhr | Corona-Effekt: Lebenserwartung in Deutschland stagniert

Die Lebenserwartung in Deutschland ist in jüngster Zeit nahezu unverändert geblieben. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, hat ein neugeborenes Mädchen derzeit eine aktuelle Lebenserwartung von 83,4 Jahren, ein neugeborener Junge von 78,6 Jahren. Im Vergleich zur vorangegangen Sterbetafel 2017/2019 ist die Lebenserwartung damit bei den Jungen nur um 0,01 Jahre, bei Mädchen um 0,04 Jahre gestiegen. Sonst steigt die Lebenserwartung den Angaben zufolge für die beiden Geschlechter jedes Jahr um durchschnittlich 0,1 Prozent.

Hauptgrund für die fast stagnierende Entwicklung sind dem Statistikamt zufolge die außergewöhnlich hohen Sterbefallzahlen im Zuge der zweiten Welle der Corona-Pandemie Ende 2020. Sie hätten sich auf die sogenannte allgemeine Sterbeziffer ausgewirkt – also auf die Zahl der Gestorbenen je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner ohne Berücksichtigung des Alters. Damit sei erstmals ein Jahr in die Berechnung eingeflossen, in dem sich die Corona-Pandemie auf das Sterbegeschehen ausgewirkt habe.

09:08 Uhr | Olympische Flamme erreicht Tokio

Genau zwei Wochen vor der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele hat die olympische Flamme Tokio erreicht. Tokios Gouverneurin Yuriko Koike nahm das symbolträchtige Feuer bei Regenwetter im Komazawa Olympic Park entgegen. Die kleine Zeremonie in einem südöstlichen Vorort der Hauptstadt fand unter Ausschluss von Zuschauern statt, nur einige Journalisten und Amtsträger waren zugelassen.

Tokios Gouverneurin Yuriko Koike hält eine Laterne mit der olympischen Flamme.
Der Fackellauf mit dem Olympischen Feuer war nach einer coronabedingten Unterbrechung im März in Japan fortgesetzt worden. Bildrechte: dpa

Am Donnerstag hatten die Olympia-Organisatoren und die japanische Regierung angesichts steigender Corona-Infektionen entschieden, bei den Sommerspielen vom 23. Juli bis zum 8. August keine Zuschauer zuzulassen. Außerdem wurde über den Austragungsort Tokio ein erneuter Ausnahmezustand bis zum 22. August verhängt.

08:46 Uhr | Kliniken in Sachsen-Anhalt holen OPs nach

In Sachsen-Anhalt werden Operationen nachgeholt, die wegen der Corona-Pandemie seit 2020 verschoben wurden. Wie der Präsident der Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt, Wolfgang Schütte, mitteilte, wird der Betrieb in den Operationssälen der meisten Krankenhäuser wieder komplett hochgefahren. Es sei davon auszugehen, dass die Krankenhäuser im Land nach dem Sommer wieder auf Stand bei den planbaren Operationen seien. Dabei handele es sich zum Beispiel um Knie- oder Hüftoperationen oder um Korrekturen an der Nasenscheidewand.

"Notfälle und dringend erforderliche Tumoroperationen waren auch in der Hochphase der Pandemie von der Verschiebung von Operationen nicht betroffen", sagte Schütte. Viele Patienten hätten mit Verständnis auf Absagen reagiert und gar nicht ins Krankenhaus gewollt, je mehr sich das Virus weltweit verbreitet habe.

Zugleich mahnte Schütte zur weiteren Vorsicht im Alltag. Obwohl das Infektionsgeschehen im Vergleich zum Vorjahr deutlich abgeflacht sei und es Impfstoffe gebe, sei unklar, welches Ausmaß die Delta-Variante annehmen werde und welche Folgen dies habe. In Sachsen-Anhalt gibt es den Angaben zufolge 15.800 Krankenhausbetten. Im Jahr werden in der Regel mehr als 600.000 Menschen im Land stationär behandelt.

08:35 Uhr | Wegen Corona: Verbraucher geben mehr Geld für Grillgeräte aus

Händler und Hersteller von Grillgeräten berichten in der Corona-Pandemie von einer stark angezogenen Nachfrage. Genaue Zahlen gibt es zwar nicht – auch weil die Supermärkte, Baumärkte, Gartencenter und anderen Verkaufsstellen die Grillprodukte in verschiedenen Kategorien führen. Der Handelsverband Heimwerken-Bauen-Garten spricht aber von einem bereits länger andauernden Trend, der durch Corona noch einmal angezogen habe. Ein Verbandssprecher sagte, weil die Menschen viel zu Hause gewesen seien, hätten sie stark in ihr Heim samt Garten investiert. Er sehe einen Trend zum "Cocooning", also dem Bau einer "Wohlfühl-Schutzburg", von der auch die Grillbranche profitiert habe.

Das Marktforschungsunternehmen GfK spricht mit Blick auf 2020 von dem bisher "umsatzstärksten Jahr für Grillgeräte". Das läge auch daran, dass mehr Verbraucher nicht mehr die eher günstigen Kohlegrills kauften, sondern in höherpreisige Gasgeräte zwischen 300 und 1.000 Euro investierten.

07:47 Uhr | Inzidenz in Deutschland erneut leicht gestiegen

In Deutschland ist die Corona-Inzidenz den dritten Tag in Folge gestiegen. Dem Karlsruher Daten-Projekt Risklayer zufolge liegt die aktuelle Inzidenz bei 6. Dabei liegen Sachsen und Sachsen-Anhalt bei einem Wert von 2, Thüringen mit 3 leicht darüber. Gestern lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 5,7, am Tag davor bei 5,5. Die Gesundheitsämter meldeten gestern 904 Corona-Neuinfektionen. Eine Woche zuvor waren es noch 144 weniger.

Das Robert Koch-Institut hat den Inzidenz-Wert mit 5,5 angegeben sowie Stand gestern 949 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Die für die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus entscheidende Reproduktionszahl stieg den Angaben zufolge zuletzt deutlich an und liegt nach jüngsten RKI-Daten über der Schwelle von 1.

07:34 Uhr | Biontech/Pfizer wollen Auffrischungsimpfung genehmigen lassen

Die Impfstoffhersteller Biontech und Pfizer wollen die Zulassung einer Auffrischungsdosis beantragen. Beide Unternehmen erklärten, man wolle in den nächsten Wochen die Daten bei der US-Behörde FDA und der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA einreichen. Pfizer-Forschungschef Mikael Dolsten begründete den Schritt mit der Verbreitung der Delta-Variante. Außerdem gebe es Hinweise auf ein größeres Risiko einer Neuinfektion sechs Monate nach Verimpfung der ersten beiden Dosen.

Der geplante Antrag in den USA für die Zulassung einer Corona-Auffrischungsimpfung hat Biontech an der Börse Auftrieb gegeben. Die Aktien der Biotechfirma steigen im Frankfurter Frühhandel um 5,7 Prozent.

07:17 Uhr | Digitaler Impfnachweis auch für Genesene

Wer von einer Corona-Infektion genesen ist, bekommt ab heute in Apotheken ein digitales Zertifikat. Wie der Deutsche Apothekerverband mitteilte, richtet sich das Angebot an Menschen, die ergänzend geimpft worden sind. Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands, Thomas Dittrich, sagte, über das System der Apotheken seien schon mehr als 20 Millionen Impfzertifikate ausgestellt worden. Für Bürger, die eine Infektion durchgemacht und daher anschließend nur eine einzige Impfung erhalten haben, sei es bislang technisch noch nicht möglich gewesen.

Um den digitalen Nachweis zum Vorzeigen auf dem Handy zu bekommen, müssten Genesene drei Dokumente in der Apotheke vorlegen: einen Ausweis mit Foto, den Nachweis eines positiven PCR-Tests und den Nachweis über die einmalige Impfung, etwa im gelben Impfbuch. Dittrich zufolge gibt es in Deutschland mehr als 3,7 Millionen Genesene, von denen viele zwischenzeitlich geimpft sind.

06:59 Uhr | Intensivmediziner: Masketragen bleibt notwendig

Nach Ansicht von Intensivmedizinern bleibt das Tagen einer Maske notwendig, bis ein Großteil der Erwachsenen geimpft sind. Der Präsident der Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Gernot Marx, sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland", solange diese Quote unter den Erwachsenen nicht erreicht sei, sollte man auf weitere Lockerungen verzichten und an der Maskenpflicht festhalten. "Erst mit einer Impfquote von 85 Prozent bei den über 18-Jährigen werden wir die Pandemie für beendet erklären können", sagt Marx. Bis dahin müsse weiterhin viel getestet werden, die Infektionsketten müssten nachverfolgt und die Hygieneregeln eingehalten werden. Sonst bestehe im Herbst die Gefahr einer vierten Welle. Marx bezog sich auf die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus, die inzwischen auch in Deutschland dominiert.

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 9. Juli

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Quelle: dpa, AFP, epd, MDR Aktuell

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Juli 2021 | 06:00 Uhr

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